Das Taxi für Senioren

DIE SENIORiNNEN VON GLEISDORF GENIEßEN MIT DEM 1 EURO TAXI IHRE NEUGEWONNENE LEBENSQUALITÄT.

Christoph Stark
Bürgermeister Gleisdorf
Peter Schiefer
Vize-Bürgermeister Gleisdorf

Ein Seniorentaxi um einen Euro. Das ist ein überzeugendes Angebot, das die Stadt Gleisdorf ihren älteren BürgerInnen macht. An drei Tagen in der Woche, Montag, Mittwoch und Samstag, befährt das Taxi zu fixen Zeiten bestimmte Routen in dem flächenmäßig weitläufigen Stadtgebiet mit seinen Ortsgemeinden und Seitentälern. Es fährt die Fahrgäste zu den gewünschten Orten, die an der jeweiligen Route liegen. Zwar ist das kein Taxi im herkömmlichen Sinn, das man sich jederzeit bestellen kann und das einen überall hinfährt. Dennoch deckt das Seniorentaxi einen großen Teil des Mobilitätsbedarfes der SeniorInnen ab und kommt bei seinen KundInnen sehr gut an.

„Diese Einrichtung wurde auf Initiative der SeniorInnen vor 20 Jahren installiert“, erinnert sich Gleisdorfs Bürgermeister Christoph Stark (ÖVP). Es war ein großer Wunsch des Seniorenbeirates der Stadt, den die Verantwortlichen schließlich Anfang 1998 umsetzten. Monatlich nehmen bereits mehr als 180 KundInnen das ­Seniorentaxi in Anspruch. „Der Betrieb wird aus Mitteln der Stadt finanziert, weil der Fahrpreis von einem Euro natürlich mehr eine Geste sein soll, als ein Kostenbeitrag“, erläutert Gemeinderätin Birgit Ferstl vom Referat für Familien, Generationen und Gesundheit. Seit rund 20 Jahren gibt es das Seniorentaxi in Nitscha – im Zuge der Fusion mit Gleisdorf wurde das Seniorentaxi der Firma FLORIAN aus Eggersdorf weitergeführt. Aufgrund der größeren Entfernungen zahlen die Fahrgäste aus Nitscha rund zwei Euro.

Meist wollen die SeniorInnen mit dem Taxi ins Stadtzentrum der 10.000-Einwohner-Stadt kommen. Immerhin befinden sich dort die beiden Apotheken der Stadt. „Aber auch die traditionellen Kaufhäuser der Stadt sind Ziel der Senioren und profitieren vom Seniorentaxi“, weiß Vizebürgermeister Peter Schiefer (ÖVP). Die Einrichtung ist aber nicht nur eine Mobilitätshilfe, sondern weit mehr. Die Menschen können nicht nur Erledigungen machen oder den Friedhof besuchen, sondern kommen auch aus ihrer Einsamkeit heraus. Durch die neu gewonnene Mobilität, welche das Seniorentaxi bringt, haben sich sogar regelmäßige und gut besuchte Kaffeerunden gebildet. Zum Erfolg trägt auch bei, dass das Seniorentaxi der GleisdorferInnen auch samstags fährt und seine Fahrgäste nicht im Stich lässt, wenn ein Feiertag die Regelung durchkreuzt.

Um die ältere Generation ist die Stadt Gleisdorf sehr bemüht. Die hohe Steuerkraft der Industrie- und Handelsstadt kommt den Senioren in der Stadt und in den dazu gehörigen Gemeinden in vielfacher Gestalt zugute. Mindestens zwei Mal im Jahr trifft sich die Stadtspitze mit den Vertretern des Seniorenbeirates und erfährt so unmittelbar, wo der Schuh drückt. Fragen zur Mobilität haben sich da früh als Hauptwünsche herausgestellt.
Regelmäßig werden auch Ausflüge angeboten. Zu den zwei großen Feiern für die SeniorInnen steht ein Abholservice zur Verfügung. Da kann es schon vorkommen, dass der große Saal des Forum Kloster bis auf den letzten Platz gefüllt ist. Stolz sind viele GleisdorferInnen auch auf ihre gut besuchte Seniorentanzgruppe. Montags und jeden zweiten Donnerstag wird geprobt und getanzt, was das Zeug hält.

Mit dieser Vielfalt an Angeboten und Einrichtungen bietet die Stadt Gleisdorf auch seinen BürgerInnen im fortgeschrittenen Alter die Möglichkeit, ihren Alltag aktiv zu gestalten und mobil zu bleiben.

Fotos: Stadtgemeinde Gleisdorf; Shutterstock