Alte Heilkunst neu entdeckt

Immer mehr Menschen suchen nach neuen Wegen zur Gesundheit. Traditionelle chinesische Medizin und Ayurveda boomen. Nun wird auch die traditionelle europäische Medizin (TEM) wiederentdeckt.

WAS IST TEM?
Die TEM oder die traditionelle europäische Medizin ist eine Heilkunde, die den Menschen in seiner Ganzheit wahrnimmt. Die TEM will als beseelte Heilkunst auf Basis der Säftelehre die individuelle Konstitution eines Menschen stärken, Dysbalancen regulieren helfen und dessen Selbstheilung aktivieren. Die TEM ist ein weites und spannendes Feld, das zum Beispiel Aderlass, Schröpfen, die Humoralpathologie, Klostermedizin, Heilpflanzen nach der Signaturenlehre, Wasseranwendungen und Spezialmassagen alter Überlieferung nutzt.

Die alte Heilkunst betrachtet den Menschen mit seiner ihm ureigensten Konstitution und Gedankenwelt nicht isoliert, sondern in der Zusammenschau mit Lebensumständen, aber auch im Wechselspiel mit Jahreszeit, Umwelt, Klima, und Lebensphase. Die TEM kann begleitend und unterstützend zur Schulmedizin eingesetzt werden.

CURHAUS BAD KREUZERN – 1. ZENTRUM FÜR TEM
Die Naturheilkunde wurde vor allem in den Klöstern gelehrt und weitergegeben. Hildegard von Bingen, Paracelsus und Pfarrer Kneipp sind herausragende Persönlichkeiten dieser Tradition. Ihr Wissen bildet die Grundlage der modernen Integrativmedizin, die sich immer mehr als Ergänzung zur Schulmedizin versteht. „Denn wenn wir es schaffen, den Menschen wieder mit sich selbst in Harmonie zu bringen, wecken wir auch seine Selbstheilungskräfte“, so Martin Spinka, der als Kurarzt im Kloster Bad Kreuzen tätig ist.

Das Haus der Marienschwestern in Bad Kreuzen im Unteren Mühlviertel entwickelte sich zum Zentrum für „Traditionelle Europäische Medizin.“ Die Palette der angebotenen Heilmethoden reicht von Wasser- und Kräuteranwendungen über das Schröpfen bis zum therapeutischen Bogenschießen.

DOKU- UND FILM-TIPP „DIE KUNST DES HEILENS“
„Wir behandeln einen Menschen und nicht eine Krankheit“, lautet auch das Credo des TEM-Arztes und Allgemeinmediziners Martin Spinka. Wo und wie dieses alte Heilwissen heute praktiziert wird, davon erzählt Maria Magdalena Kollers „kreuz und quer“-Dokumentation „Die Kunst des Heilens“ am Dienstag, dem 24. April 2018, um 22.35 Uhr in ORF 2.

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