Die gelinde Linde

Überall blühen jetzt Lindenbäume und ihr wohlriechender Duft liegt in der Luft. Die Lindenblüten können jedoch viel mehr als nur duften, sie haben vielfältige Heilwirkungen. Wir klären über das wirksame Heilmittel auf.

Die Linde steht heute noch in jedem Dorf und war Symbol des Friedens. In früherer Zeit wurde unter der Dorflinde Gericht gehalten, aber auch Feste fanden rundherum statt. Sie wurde als heiliger Baum verehrt.

Ihre heilenden Inhaltsstoffe wie Schleimstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide, ätherisches Öl, Farnesol und Wachs, sorgen dafür, dass der stattliche Baum ein wirksames und bewährtes Hausmittel gegen vielerlei Beschwerden ist. Je nach Lage und klimatischen Verhältnissen blühen die Lindenblüten meistens im Juni, die man am besten eifrig sammeln und gleich trocknen sollte, damit man das restliche Jahr gut versorgt ist.

Man unterscheidet zwischen der Sommer- und der Winterlinde. Beide Lindenarten sind in ihrer Verwendung als Heilpflanze sehr ähnlich. Gesammelt werden die Lindenblüten mit den am Blütenstiel halb angewachsenen, pergamentartigen Hochblättern. Am besten ein bis vier Tage nachdem sich die Blüten geöffnet haben, denn dann ist der Wirkstoffgehalt am größten. Lindenblüten sind sehr licht- und luftempfindlich, daher müssen sie in gut schließenden, dunklen Gläsern aufbewahrt werden nachdem sie gut getrocknet wurden. Aber nicht nur die Blüten haben heilende Eigenschaften, auch die Blätter, Rinde und Samen. Wer jedoch nicht sammeln will, kauft den Tee ganz einfach in Apotheke, Reformhaus oder Kräuterladen.

DIE LINDE ALS TEE
Der beliebte Tee aus Lindenblüten schmeckt sehr mild und riecht wie die Blüten zur Erntezeit. Dadurch kann er auch ohne Grund eines Leidens gerne heiß oder kalt getrunken werden und dient im Sommer auch als erfrischender Limonadenersatz.

Heißer Lindenblütentee
Heißer Teegenuss hat eine erwärmende und schweißtreibende Wirkung. Alle Winterkrankheiten wie Husten, Schnupfen, Fieber, Hals- und Ohrenschmerzen werden durch den sommerblühenden Baum gelindert. Die körpereigenen Abwehrkräfte werden aktiviert, was sich besonders in Zeiten erhöhter Infektionsgefahr positiv auswirkt. Warmer Lindenblütentee hilft aber nicht nur bei Erkältungen, sondern bringt auch Erleichterung bei Blähungen, Verstopfung oder Bauchweh. Auch als Einschlafhilfe kommt der Lindenblütentee aus Blättern und Blüten zum Einsatz.

Dafür 2 Teelöffel Lindenblüten mit ¼ Liter kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Drei Tassen pro Tag sind ausreichend.

Kalter Lindenblütentee
Ganz anders ist die Wirkung, wenn Lindenblüten kalt angesetzt werden. Ein Kaltaufguss stillt den Durst und wirkt in heißen Sommertagen erfrischend und wirkt bei Hitzewallungen in den Wechseljahren. Dafür eine Hand voll frische Lindenblüten – oder etwas weniger bei getrockneten Blüten – in einem Liter Wasser kalt ansetzen. Dieser Kaltauszug wird sechs bis acht Stunden stehen gelassen, danach ist er trinkfertig. Dieser Auszug färbt sich rot und unterstützt auch die Reinigung des Körpers.

Wichtig

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Lindenblütentee ist kein Dauergetränk und sollte nach zwei Wochen Anwendung abgesetzt werden. Nach einer mehrwöchigen Pause, steht dem erneuten Teegenuss nichts im Wege.

Lindenblütenbad bei Entzündungen
Bei Entzündungen im Körper, wie beispielsweise Rheuma, verschafft ein Lindenblütenbad angenehme Erleichterung. Dafür ungefähr einen Liter heißen Lindenblütentee aufgießen und bis zu 15 Minuten ziehen lassen. Ein Bad einlassen und den gefilterten Lindenblütentee dazugeben und das Bad genießen.

DIE LINDE FÜR DIE SCHÖNHEIT
Ein wahrer Schönheitsschlaf
Schon Hildegard von Bingen empfahl zum Schlafen frische Lindenblätter auf die Augen zu legen. Dies führt zur Klärung und Reinigung der Augen.

Lindenblütenwasser
Dieses Gesichtswasser hat eine belebende Wirkung, vor allem wenn es gekühlt wird. Dafür eine Hand voll Lindenblüten auf ¼ Liter Wasser aufkochen und abfiltern. Die Wirkung wird durch Beimengung von Rosenwasser noch verstärkt.

Lindenblütenöl
Das Lindenblütenöl hilft bei Verbrennungen, Sonnenbrand und entzündeten Hautstellen im äußeren Vaginalbereich und bei Hämorrhoiden. Eine Hand voll Blüten mit ¼ Liter gutem Öl für zehn Tage in die Sonne stellen. Abseihen und anschließend dunkel lagern.

Lindenblüten-Deo
Lindenblüten wirken reizlindernd und beruhigend. Ihre Schleimstoffe spenden der Haut Feuchtigkeit und das ätherische Öl besänftigt irritierte Haut. Dafür zwei EL Lindenblüten zerkleinern und mit ½ TL Natron und 100ml Wasser in ein Schraubglas füllen und über Nacht stehen lassen und immer wieder schütteln. Am nächsten Tag die Flüssigkeit durch ein Sieb direkt in einen Zerstäuber füllen. Das Deo ist ein Monat im Kühlschrank haltbar.

Quellen: www.kraeuterweisheiten.de, Buch Kräuter in meinem Garten, Buch Grüne Kosmetik
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