„Weißestes“ Weiß soll Erde kühlen

Ein Forscherteam der US-Universität Purdue beschäftigt sich mit der Kühlung von Häusern ohne Klimaanlagen. Dazu wurde die „weißeste“ Farbe hergestellt, die es derzeit gibt.

Die neue Farbe reflektiert 98 Prozent des Sonnenlichts. Damit sollen sich Häuser bald selbst kühlen. Wenn die Farbe für eine Dachfläche von rund 93 Quadratmeter verwendet wird, „können Sie eine Kühlleistung von zehn Kilowatt erreichen“, sagt Maschinenbauprofessor Xiulin Ruan. Laut ihm ist das leistungsstärker als die Klimaanlagen, die von den meisten Häusern verwendet werden. Bereits sechs Jahre lang wurde an der Farbe getüftelt. Dunkle Dachflächen beschleunigen den Treibhauseffekt, denn sie tragen zur Erwärmung der Umgebung bei.

Der extreme Weißegrad wird durch eine hohe Konzentration der chemischen Verbindung Bariumsulfat erzeugt. Sie ist auch in Fotopapier und Kosmetika enthalten. Mit exakten Temperaturmessgeräten zeigten die Forscher, dass Oberflächen durch die Farbe um bis zu 4,5 Grad Celsius gekühlt werden. Das funktioniert sowohl in der Nacht als auch bei starker Sonneneinstrahlung.

Die Idee ist nicht ganz neu. Gebäude in zahlreichen Städten und Dörfern sind seit Jahrhunderten zum Hitzeschutz weiß bemalt. Es gibt auch weltweit größere moderne Projekte, die Farbe gegen Hitze verwenden. In New York etwa wurden rund 650.000 Quadratmeter Dachoberfläche weiß bemalt. Übrigens gibt es auch ein „schwärzestes“ Schwarz:  das „Vanta“-Schwarz.

 

22.4.2021
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