Ein Steiermark-Urlaub voller Geheimtipps

Die vergangenen Wochen waren für die Touristiker des Landes nicht einfach. Nun sieht es aus, als würde sich die Lage normalisieren. Ab 29. Mai können die Hotels und Beherbergungsbetriebe wieder öffnen. Erich Neuhold von Steiermark Tourismus über den touristischen Sommer 2020 im liebsten Urlaubsland der Österreicherinnen und Österreicher.  

Was erwarten Sie für diesen Sommer für den steirischen Tourismus?

Die Steiermark hat ja traditionell einen hohen Anteil österreichischer Gäste. Wir erwarten in den nächsten Wochen deshalb viele Gäste aus dem Inland. Zudem haben wir einen Stammgästeanteil von 68 Prozent, hier hoffen wir, dass sie uns weiterhin die Treue halten. Vielleicht können wir heuer den einen oder anderen Gast gewinnen, der vorher noch nicht in der Steiermark war.

Planen Sie Kampagnen, um Gäste in die Steiermark zu locken?

Ja, am 25. Mai startet unsere Kampagne „Entdecke die Steiermark“ mit Geheimtipps zum erstmals und zum neu entdecken. Es wird Fernsehspots geben, eine Medienkooperation und einiges online. Es ist ein großes Paket, weil wir glauben, dass sich heuer auch das Urlaubsverhalten für nächstes Jahr entscheiden wird. In Krisen verhält es sich oft so, dass man lieber nicht weiter wegfahren möchte und eine gewisse Sicherheit bevorzugt bzw. eine Destination, von der aus man schnell wieder daheim ist. Und bei Gästen, die wir heuer gewinnen können, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie im nächsten Jahr wiederkommen.

Wann glauben Sie, machen die Grenzen wieder auf? Erwarten Sie viele Gäste aus dem benachbarten Ausland?

Wir haben den Kontakt zu den ausländischen Märkten nie abreißen lassen. Auf einem Platz in Budapest haben wir ein riesiges Transparent aufhängen lassen mit dem Spruch: „Wir sehen uns bald wieder in der Steiermark“. Es gab viel positives Feedback und wir waren die einzigen, die einen Gruß an jene Gäste übermittelt haben, die eigentlich gar nicht kommen können. Wenn es von Seiten des Gesundheitsministeriums Grünes Licht für die Grenzöffnung ohne Quarantäne gibt, wird es relativ schnell gehen. Ich schätze, dass sich die Lage in den meisten Ländern Europas bis Mitte Juni normalisiert haben wird.

Lässt sich das Umsatzminus in der Branche schon abschätzen?

Bis Ende Februar hatten wir jedenfalls die beste Wintersaison in der ganzen Geschichte. In den Thermen war die Lage ungleich schwieriger, Thermen- und Vulkanland haben allein zu Ostern zehn Prozent ihres Jahresumsatzes eingebüßt. Insgesamt sind die Effekte schwer abzuschätzen. Auch werden wir nach der Öffnung der Betriebe nicht von heute auf morgen die gleichen Umsätze erzielen als im Jahr zuvor. Dazu müssen wir abwarten, wie die finanzielle, die persönliche und die schulische Situation bei den Gästen ist. Das sind ja alles wichtige Faktoren, die bestimmen, ob man Lust oder Möglichkeiten hat, auf Urlaub zu fahren.

Haben Sie neue Angebote kreiert? Gibt es eventuell auch einen Schwerpunkt für SeniorInnen?

Wir sind zurückhaltend bei Seniorenangeboten, weil wir die Erfahrung gemacht haben, dass ältere Gäste nicht als Senioren angesprochen werden wollen. Es ist in etwa so, als würde die Autoindustrie den Auftrag bekommen, „ein rosarotes Auto für Frauen“ zu bauen. Senioren sind in ihrem Freizeitverhalten genauso lebenslustig und aktiv wie jüngere Menschen. Sie unterscheiden sich vielleicht durch mehr Lebens- und Reiseerfahrenheit, sie achten mehr auf ein gutes Preis-Leistungsverhältnis. Die Qualität muss stimmen. Was sich immer wieder zeigt ist, dass die 60-Jährigen von heute die 50-Jährigen von vor zehn Jahren waren.

Wollen Sie uns Ihren persönlichen Geheimtipp in der Steiermark verraten?

Für mich ist die ganze Steiermark noch ein Geheimtipp! Weil wir vom Dachsteingletscher bis zum Wein eine unglaubliche Vielfalt haben.

 

Geheimtipps gefällig? Abenteuer Alter verrät Ihnen diese demnächst. Bleiben Sie dran!

 

Daniela Müller
Beitrag veröffentlicht am 26. Mai 2020
Bildquelle: Steiermark Tourismus / Bernhard Loder