Es ist nie zu spät für Yoga

Die bereits 100-jährige Tao Porchon-Lynch ist die älteste Yoga-Lehrerin der Welt und gibt noch immer bis zu sechs Mal die Woche Yoga-Unterricht – trotz Hüftprothese. Doch was ist ihr Geheimnis?

Tao Porchon-Lynch fährt mit ihrem Smart zur Yogastunde, sie trägt gerne Schmuck und High Heels. Regelmäßig unterrichtet sie Yoga in New York und nimmt auch an Tanzwettbewerben teil. Ins Guinessbuch der Rekorde hat sie es auch schon geschafft. Wir fragen uns wie das die älteste Yogalehrerin der Welt wohl macht?

EIN BEWEGTES LEBEN
Die heute so positive Porchon-Lynch hatte es nicht immer leicht. Geboren wurde sie am 13. August 1918. Ihre Mutter starb nur sieben Monate nach der Geburt und ihr Vater gab die kleine Tao bei ihrem Onkel und ihrer Tante ab. Tao wuchs in Französisch-Indien auf, reiste viel mit ihrem Onkel und lernte Französisch und Hindi.

Mit Yoga begann Tao im zarten Alter von acht Jahren. Bei einem Spaziergang am Strand beobachtete sie eine Gruppe Buben, die Yoga ausführten. Obwohl ihre Tante dagegen war und meinte, dass es nur etwas für Männer sei, fing Tao an eifrig zu üben. Erst später, mit 12 Jahren kam sie mit der eigentlichen Yoga-Lehre in Kontakt. Ausschlaggebend war ein Besuch von Mahatma Gandhi im Hause ihres Onkels. Er machte sie mit Yoga und der Meditation bekannt.

Doch bevor ihre Yoga Karriere überhaupt begann, startete sie in der goldenen Hollywood-Ära als Schauspielerin durch. Später modelte sie für Lanvin und Chanel und umgab sich mit Persönlichkeiten wie Marlene Dietrich oder Gene Kelly. In den 50ern schrieb sie Drehbücher und kreierte später eigene Dokumentationen. Ihren Schauspielerkollegen gab sie immer wieder kostenlosen Yoga Unterricht.

1949 ging sie nach Kalifornien, wo sie den Versicherungsmakler Bill Lynch kennenlernte und später heiratete. Kinder hat sie jedoch keine.

Ihre Kontakte zu verschiedenen Yoga Größen brachten Tao mit der Lehre des Yoga intensiv in Kontakt, so dass sie 1967 ihren Schauspieljob an den Nagel hängte und sich voll und ganz dem Yoga widmete. Beeindruckend ist vor allem Taos Lebensphilosophie und ihr Optimismus.

THERE IS NOTHING YOU CANNOT DO
„Habt keine Angst, lasst euch von niemanden einreden, dass ihr etwas nicht könnt“: Tao ist davon überzeugt, dass man alles schaffen kann, wenn man nur möchte. Die 100-Jährige gewinnt ihre Kraft aus ihrer eigenen Lebensphilosophie: Sie glaub ans Atmen und an Bäume. Für sie wird der Mensch nicht älter, sondern es findet ein Wechsel der Lebenszyklen statt. Sie vergleicht Menschen mit Bäumen. Bäume verlieren zwar ihre Blätter im Winter, aber im Frühling wachsen neue und er regeneriert sich. Genauso ist der Mensch. Auch in Sachen Yoga gibt es für sie kein Alterslimit. Der Atem ist das Allerwichtigste, ansonsten können Asanas (Übungen) nicht vollständig ausgeführt werden.

Tao macht einem Mut – nichts scheint unmöglich und auch das Alter kann einen nicht aufhalten. Porchon-Lynch ist Mitbegründerin der ‚Yoga Teachers Alliance‘ und rief 1982 das ‚Westchester Institute of Yoga‘ ins Leben, welches mittlerweile weltweit unter Yogis bekannt ist.

 

Beitrag veröffentlicht am 30. August 2018.