Blutzucker im Griff

Je ungesünder unser Lebensstil ist, desto höher ist das Risiko, an Diabetes zu erkranken. Aber auch die erbliche Veranlagung spielt keine unwesentliche Rolle. Wie so oft gilt auch hier: Vorbeugen ist essenziell, zumal Erkrankung und Therapie sehr belastend sein können.

Immer mehr Menschen sind von Diabetes mellitus betroffen. Allen Formen gemeinsam ist der hohe Blutzuckerspiegel, der zu schweren Komplikationen führen kann. Die chronische Stoffwechselstörung bedingt eine lebenslange, individuelle und kontinuierliche Behandlung. Sie ist entweder auf einen Mangel an Insulin oder auf eine verminderte Wirkung des Insulins zurückzuführen. 

Das Hormon Insulin spielt eine wichtige Rolle im menschlichen Körper. Bei der Verdauung werden Kohlenhydrate in einfache Zucker wie Glukose – der wichtigste Energielieferant, vor allem für Muskulatur und Gehirn – zerlegt. Sie können über die Darmschleimhaut ins Blut aufgenommen werden, was zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels führt. Das Insulin sorgt dann für den Transport von Glukose aus dem Blut hin zu jenen Körperzellen, in denen sie gebraucht wird, und der Zuckergehalt im Blut sinkt wieder. Findet der Transport aber gar nicht oder unzureichend statt, bleibt zu viel Zucker im Blut. Das schädigt die Blutgefäße und hat gefährliche Folgen. Weil Diabetes anfangs nur weniger auffällige Symptome wie Müdigkeit verursacht, wird die Erkrankung im Durchschnitt erst nach fünf Jahren entdeckt.

 

 

Bauchumfang und Bewegungsmuffel

Bei Erwachsenen überwiegt Typ-2-Diabetes, der durch Bewegungsmangel und eine unausgewogene Ernährung gefördert wird. Als Risikofaktoren gelten laut der Österreichischen Diabetesgesellschaft ein Alter von über 45 Jahren, ein großer Bauchumfang – bei Männern über 102 Zentimeter, bei Frauen über 88 Zentimeter – ein zu hoher Blutdruck, eine Fettstoffwechselstörung, ein zu hoher Nüchternblutzucker und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aber auch erbliche Faktoren spielen eine wichtige Rolle.  

Ein gesunder Lebensstil hat bereits zur Vorbeugung eine zentrale Bedeutung. Denn es gilt: Bewegungsmuffel bauen weniger Blutzucker ab. Jeder Fußmarsch, jeder Verzicht auf den Lift zugunsten der Treppe hat im Alltag daher einen positiven Effekt. Optimal sind jedoch 150 Minuten körperliche Aktivität pro Woche sowie regelmäßiges Krafttraining. 

Im Fokus steht auch das Thema Übergewicht: Mit zunehmender Fettleibigkeit verliert das Insulin seine Wirkung an den Zellen, die Glukose bleibt im Blut. „Bauchfett löst Entzündungsprozesse im Körper aus, schädigt die Gefäße und wirkt sich negativ auf den Blutzuckerspiegel aus“, klärt die ÖDG-Broschüre „Diabetes verstehen“ auf. 41 Prozent der Österreicher gelten bereits als übergewichtig. Das bedeutet: Sie essen zu viel und das Falsche. Ernährungswissenschafterin Sandra Holasek spricht von einer „Pandemie der Adipositas“.

PPP-Formel hilfreich

Reich an Ballaststoffen, arm an tierischen Fetten: Die Expertin rät, die Ernährung so zu gestalten, dass möglichst wenig Körperfett aufgebaut wird – auch dank eines hohen Anteils an pflanzlichen Lebensmitteln. Für die optimale Verdauung braucht es eine gesunde Mikrobiomvielfalt im Darm. Die Formel dafür: PPP.  Neben Probiotika – Milchsäurebakterien, etwa im Jogurt oder im Sauerkraut – finden sich Präbiotika vor allem in Knoblauch, Zwiebel, Porree, Spargel und Getreide, Polyphenole stecken in buntem Obst und Gemüse. Die Nährstoffgruppe hat einen starken Einfluss auf die Verteilung und Ausprägung der Körperfettmasse.

Auch die Art der Kohlehydrate, die man zu sich nimmt, kann den Körper be- oder entlasten. Komplexe Kohlenhydrate lassen den Blutzucker nach dem Essen weniger schnell und weniger stark ansteigen und sorgen für ein längeres Sättigungsgefühl. Die Umwandlung von Kohlenhydraten aus Vollkornprodukten in Glukose geht langsamer vor sich und benötigt weniger Insulin als die Umwandlung von Haushaltszucker oder Weißmehlprodukten. Bei Erkrankten ist zudem besondere Vorsicht nötig: „Die Schwelle für die Geschmackswahrnehmung von Süßem ist bei Diabetikern oft erhöht“, erklärt Holasek. Süße Getränke haben einen besonders hohen glykämischen Index. Er ist das Maß für den Blutzuckeranstieg nach dem Verzehr eines bestimmten kohlehydrathaltigen Lebensmittels. Durch die flüssige Form gelangt der Zucker extrem schnell ins Blut.

 

 

Langsame Kohlenhydrate

Zu langsamen und damit empfehlenswerten Kohlehydraten zählen beispielsweise Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide – Roggen auch in ausgemahlener Form –, sowie Nudeln, wenn sie „al dente“ gekocht sind. Kartoffeln in der Schale sind gegenüber Kartoffelpüree zu bevorzugen. Zucker ist nicht grundsätzlich tabu, auch Diabetikern ist er nicht vollkommen verboten. Holasek: „Möglichst ganz vermieden werden sollte aber die isolierte Aufnahme von freiem Zucker etwa als Limonade oder Zuckerstreu.“ Der Salzgehalt von Speisen – vor allem ein Thema bei Bluthochdruck – kann durch den verstärkten Einsatz von Essig oder Gewürzen reduziert werden. Da das Belohnungssystem im Gehirn extrem auf das Mundgefühl beim Essen reagiert, sind knackige Gemüsesticks oder ungeröstete Nüsse eine adäquate Alternative für Chips oder Soletti. Fastenphasen sind im Tagesverlauf wesentlich. Durch den Schlaf ist eine Essenspause natürlich vorgegeben, währenddessen erfolgt die Regeneration des Immunsystems. Die Phase des Verzichts auf Speisen sollte aber mindestens acht bis zwölf Stunden betragen.

Eine Umstellung der Ernährung, vermehrte körperliche Aktivität und eine Reduktion des Körpergewichts können nicht nur der Entstehung von Diabetes vorbeugen, sondern auch eine Diabeteserkrankung positiv beeinflussen.

 


 

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Die Wahrscheinlichkeit, als Diabetiker am diabetischen Fußsyndrom zu erkranken, liegt bei bis zu 34 Prozent. Zumeist ist der Krankheitsverlauf chronisch. Eine regelmäßige Fußpflege kann einem schwerwiegenden Verlauf aber vorbeugen.

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31.3.2021
Bildquelle: Shutterstock