Herausforderung Pflege

Bis 2030 werden etwa eine Million ÖsterreicherInnen pflegebedürftig sein – diese Entwicklung stellt das österreichische Pflegesystem vor große Herausforderungen. Wie geht es weiter?

Einer aktuellen Studie des WIFO zufolge benötigt die Langzeitpflege in Österreich, also die Pflege und Betreuung älterer und chronisch kranker Menschen mittels Hauskrankenpflege und anderer mobiler Dienste sowie in Pflegeheimen, alleine bis zum Jahr 2030 rund 20.000, bis 2050 rund 60.000 Pflegestellen mehr als heute. Die Anzahl der pflegebedürftigen Personen liegt im Jahr 2030 bei ungefähr einer Million Menschen. 880.000 ÖsterreicherInnen werden dann älter als 80 Jahre alt sein und der Bedarf an Pflege steigt stetig.

Die großen gesellschaftlichen Herausforderungen der kommenden Jahre werden sich aus diesen Gründen um die Themen Pflege und Betreuung im Alter, Altern in Würde sowie um den Umgang mit chronischen Alterserkrankungen wie Demenz drehen. Denn schon jetzt sind 30 Prozent aller Pflegefälle dement oder haben demenzielle Symptome. Neben den ethischen, sozialpolitischen und versorgungstechnischen Aspekten ist die Frage der Finanzierung des zunehmenden Aufwands in allen Bereichen der Pflege eine essenzielle Frage, der sich vor allem die Politik stellen muss.

Die Frage aller Fragen: Wie geht es weiter? Elisabeth Anselm, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich ist davon überzeugt, dass die aktive und intelligente Auseinandersetzung mit der derzeitigen Ausbildungssituation im Pflegebereich entscheidend für den Erfolg einer Pflegereform in Österreich ist. „Wenn es uns nicht gelingt, die Ausbildungslandschaft für Gesundheits- und Sozialberufe sowohl ‚marktgerechter‘ als auch attraktiver zu gestalten, werden wir dem wachsenden Bedarf an Fachkräften in der Langzeitpflege und -betreuung weder kurz- noch langfristig gerecht werden können“, ist Anselm überzeugt.

Das Hilfswerk Österreich fordert daher eine wirksame und differenzierte Ausbildungsoffensive.

Fest steht, dass die fehlenden Pflegekräfte in Zukunft einen Plan erfordern, den die Politik bis jetzt noch nicht erstellt hat.

 

Quellen: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20190327_OTS0073/szekeres-pflege-ist-eine-der-groessten-herausforderung-der-naechsten-jahre
https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20190325_OTS0137/hilfswerk-bestaetigt-aktuelle-wifo-studie-attraktivierung-der-ausbildung-entscheidend-fuer-die-zukunft-der-pflege
Fotos: shutterstock

 

Beitrag veröffentlicht am 29. März 2019.