Pflegereform kommt 2021 in Etappen

Größtes Problem ist, Personal zu finden, sagt Minister Rudolf Anschober.

Nach einer Dialogtour durch ganz Österreich und einer Online-Befragung von mehr als 3000 Personen im Pflegebereich werden die Ziele der geplanten Pflegereform erkennbar. Hauptproblem wird sein, binnen zehn Jahren rund 100.00 neue Fachkräfte im Bereich Pflege zu finden und auszubilden, so Gesundheitsminister Rudolf Anschober.

Die zuletzt gewonnenen Erkenntnisse decken sich mit einem Bericht des Rechnungshofes (RH), den Abenteuer Alter ausführlich behandelt hat. Anschober sprach zurückhaltend davon, dass es „unterschiedlich ausgeprägte Standards“ gebe. Abenteuer Alter charakterisierte den RH-Bericht so, dass in Österreichs Pflegesektor das Chaos droht. Derzeit gibt es etwa keine einheitliche Definition der Pflegestandards.

Finanzströme und Zuständigkeiten zwischen Bund und Ländern sind „äußerste komplex“, viele Faktoren „rational nicht erklärbar“, so Ulrike Famira-Mühlberger, Expertin des Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO), laut ORF-Radio.

Der Minister kündigte noch für Oktober eine große Veranstaltung zur Pflegereform an. Bis Jänner 2021 sollen die inhaltlichen Eckpunkte des Projektes stehen, die eigentliche Reformarbeit beginnt in Etappen noch im kommenden Jahr.

Johannes Kübeck
Beitrag veröffentlicht am 6. Oktober 2020
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