Recht auf Pflegekarenz und -teilzeit

Was das für Bedürftige und ihre Angehörigen bedeutet und wie hoch der Pflegebedarf in Österreich wirklich ist.

Der Nationalrat hat in der Nacht von 25. auf 26. September 2019 einstimmig einen Rechtsanspruch auf Pflegekarenz bzw. Pflegeteilzeit beschlossen. Damit haben Arbeitnehmer in Betrieben ab fünf Beschäftigten ab dem kommenden Jahr einen Anspruch auf bis zu vier Wochen Pflegekarenz oder Pflegeteilzeit – auch ohne Zustimmung des Arbeitgebers. Konkret heißt das: Wenn ein Angehöriger Pflege benötigt, muss er vom Arbeitgeber bis zu zwei Wochen freigestellt werden bzw. nur Teilzeit arbeiten. Verbessert sich der Zustand des Betroffenen innerhalb dieser Zeit nicht, kann die Pflege um weitere zwei Wochen verlängert werden. Darüber hinaus kann wie bisher mit dem Unternehmen auf freiwilliger Basis eine Pflegekarenz bzw. Pflegeteilzeit für bis zu sechs Monate vereinbart werden. Den Arbeitnehmern gebührt zudem ein Pflegekarenzgeld in der Höhe des fiktiven Arbeitslosengelds, dieses kann beim Sozialministeriumsservice beantragt werden.

HOHER PFLEGEBEDARF IN ÖSTERREICH

In Österreich haben aktuell 456.000 Menschen Pflegebedarf. Doch es werden mehr: Im Jahr 2050 werden 750.000 Menschen auf Pflege angewiesen sein. Diese Pflege übernehmen 65.000 24-Stunden-Betreuerinnen – fast eine Million Angehörige. Für sie ist dies oft mit emotionalen und körperlichen Anstrengungen verbunden – besonders, wenn die Aufgabe neben der regulären Arbeit erledigt wird. Bisher gab es keinen Rechtsanspruch auf Pflegekarenz, ab 2020 können sich Angehörige aber zumindest für vier Wochen voll und ganz auf die Pflege konzentrieren.

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Quellen:

https://kontrast.at/spoe-pflege/

https://orf.at/stories/3138574/

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20190926_OTS0008/pflegekarenz-und-pflegeteilzeit-nationalrat-beschliesst-rechtsanspruch-auf-zwei-bis-zu-vier-wochen

Beitrag veröffentlicht am 27. September 2019.