Schokolade – Superfood oder Junkfood?

Warum es entscheidend ist, zu welcher Sorte man greift und Schokolade manchmal besser ist als ihr Ruf.

Die süße Versuchung für zwischendurch, der Energielieferant gegen das Nachmittagstief oder der Glücksbringer in depressiven Zeiten: Schokolade erfüllt für ihre Genießerinnen und Genießer viele nützliche Funktionen. Und doch wird von Ernährungsexperten von ihrem allzu großen Konsum allgemein abgeraten. Schokolade würde viel Zucker und Fett, somit auch viele Kalorien enthalten und sei daher ungesund. Doch trifft dies auf alle Schokoladensorten zu? Und kann Schokolade in Maßen nicht vielleicht doch eine positive Wirkung auf die Gesundheit haben? Wir haben uns die Fakten näher angesehen.

SCHOKOLADE – GESUND ODER UNGESUND?

Die Frage kann man nicht pauschal mit einem Ja“ oder Nein“ beantworten, sondern am besten mit einem Es kommt darauf an“. Und auch wenn dieser Satz bereits in vielen anderen Zusammenhängen verwendet worden ist, in diesem Fall stimmt er tatsächlich. Es kommt nämlich einerseits auf die Menge an, die man konsumiert, und auch in welchen Abständen und wie oft, und andererseits auch auf die Art bzw. Sorte der Schokolade. Da gibt es doch einige Unterschiede, die wir im Folgenden aufzeigen.

Fest steht: Eine Kalorienbombe ist Schokolade generell, egal welche Sorte. Im Schnitt bringt es eine Tafel auf 500 bis 550 Kalorien. Damit wird bereits ein Viertel des täglichen Kalorienbedarfes eines erwachsenen Menschen gedeckt, also schon eine ganze Menge. Beim Zucker- und Fettgehalt trennt sich aber doch die berühmte Spreu vom Weizen – oder besser gesagt die Vollmilchschokolade von der dunklen Schokolade. Erstere enthält 57 Gramm Zucker und 29,5 Gramm Fett – das ist jeweils etwas weniger als die weiße Schokolade, aber dennoch sehr hoch im Vergleich zur dunklen Schokolade. Diese ist mit knapp 500 Kalorien, 44 Gramm Zucker und 36 Gramm Fett noch die beste Wahl. Ein weiterer Grund: Bitterschokolade enthält durch den hohen Kakaoanteil viele wertvolle Inhaltsstoffe wie Flavonoide, Polyphenol oder Theobromin. Und weil die Bitterschokolade wenig bis gar keine Milch enthält, ermöglicht sie auch die Aufnahme dieser Inhaltsstoffe. Nachteil für alle Feinschmecker: Bitterschokolade schmeckt – wie der Name vermuten lässt – nicht so süß wie Vollmilchschokolade. Der Unterschied wird umso deutlicher, je höher der Kakaoanteil ist (im Handel sind Sorten zwischen 50 und 100 % erhältlich). Generell gilt: Je höher der Kakaoanteil, desto vorteilhafter für die menschliche Gesundheit. Warum?

DIE VORTEILE VON BITTERSCHOKOLADE

Bitterschokolade senkt einen zu hohen Blutdruck und minimiert das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen beziehungsweise einen Schlaganfall. In Gehirnscans konnte zudem gezeigt werden, dass Schokolade die Hirndurchblutung steigert, man ist also konzentrierter und wachsamer. Kakao senkt auch das Stresslevel, wirkt entzündungs- und krebshemmend und sorgt für niedrigere Cholesterinwerte sowie eine schönere Haut. Und: Bitterschokolade macht auch munter und schlank: Grund dafür sind die Catechine, die den Stoffwechsel anregen. Aber hier ist natürlich ein Konsum in Maßen gefragt (auch aufgrund des erhöhten Cadmium- und Aluminiumgehalts, der bei Schokolade mit hohem Kakaoanteil enthalten ist). Bei drei Tafeln pro Tag darf man sich nicht wundern, wenn die Waage am Ende doch mehr anzeigt als vorher. Die positiv wirkenden Flavonoide sind außerdem auch in Äpfeln enthalten und stellen deshalb keinen Grund (und auch keine Ausrede) dar, sich ausschließlich von Schokolade zu ernähren (da würden sich auch die Zähne nicht freuen – Stichwort Karies).

MACHT SCHOKOLADE AUCH GLÜCKLICH?

Eine Frage, die immer wieder gerne diskutiert wird und die ebenfalls nicht eindeutig mit Ja“ oder Nein“ beantwortet werden kann. In der wissenschaftlichen Literatur heißt es nämlich hauptsächlich, dass nicht die Schokolade als Ganzes glücklich macht, sondern einige der Inhaltsstoffe, die in ihr enthalten sind, eine stimmungsaufhellende Wirkung haben sollen. In Kakaopulver steckt beispielsweise Theobromin, das ähnlich wie Koffein den Kreislauf anregt und einem so etwas wie ein Glücksgefühl verleihen kann. Auch Phenylethylamin, das Cannabinoid Anandamid sowie die Serotonin-Vorstufe Tryptophan können die Grundstimmung verbessern.

Der stimmungsaufhellende Effekt kann jedoch nicht alleine durch diese Inhaltsstoffe gegründet werden. Dafür ist deren Wirkung zu gering. Vermutlich sind es auch psychische Faktoren, die hier eine Rolle spielen. Beim Verzehr von Schokolade wird nämlich unser Belohnungssystem aktiviert und das wiederum bewirkt die Ausschüttung von Dopamin sowie Endorphinen.

Zusammengefasst kann man sagen: Man muss Schokolade nicht gänzlich verweigern, sondern kann sie ähnlich wie Alkohol bewusst und in sehr geringen Maßen zum eigenen Wohl des Körpers einsetzen, sollte sich dabei aber niemals alleine auf die oben genannten Fakten stützen. Denn in einem Punkt ist sich die Wissenschaft einig: In großen Mengen ist Schokolade auf jeden Fall ungesund. Deshalb unsere Empfehlung: Jedes Stück genießen und sich auf das Glücksgefühl freuen.

Bildquelle: Shutterstock

Quellen:

https://www.gesundheit.de/ernaehrung/lebensmittel/suesses/schokolade-gesund-oder-ungesund

http://www.weekend.at/entertainment/dunkle-schokolade-gesund/44.527.818

https://www.fitforfun.de/news/studie-zeigt-so-gesund-ist-dunkle-schokolade-wirklich-291110.html

https://gesund.co.at/ist-schokolade-gesund-26304/

https://www.fitbook.de/news/dunkle-schokolade

 

Beitrag veröffentlicht am 13. September 2019.