Studie: Wer schneller geht, ist jünger

Menschen, die schneller gehen, sind im Durchschnitt biologisch und geistig jünger als Langsame.

Bisher war dieser Zusammenhang nur für ältere Menschen beschrieben. Nun hat ein Team auch für 45-Jährige herausgefunden, dass schnelle Geher im Schnitt biologisch und geistig jünger sind als langsame. Die Forscher untersuchten dazu 904 Probanden, die 1972 oder 1973 in der neuseeländischen Stadt Dunedin geboren worden. Sie mussten etwa eine Ganganalyse und einen Gehirnscan absolvieren. Die körperliche und die geistige Fitness wurden anhand verschiedener Faktoren ermittelt.

Dem Forscherteam zufolge hängt die Gehgeschwindigkeit von mehreren Faktoren ab, darunter der Funktion und dem Zusammenspiel der Muskeln, dem visuellen System sowie dem zentralen und dem peripheren Nervensystem. Entscheidend seien auch die Fitness der Lunge und des Herz-Kreislauf-Systems. Die Gehgeschwindigkeit im mittleren Lebensalter könnte ein zusammenfassender Indikator für das lebenslange Altern eines Menschen sein. Extrem langsames Gehen könne zudem auf mögliche Veränderungen des zentralen Nervensystems im Kindesalter hinweisen.

DIE KONKRETEN ERGEBNISSE

Bei der Ganganalyse wurden die Normalgeschwindigkeit, die Geschwindigkeit beim gleichzeitigen Lösen einer Aufgabe und die Höchstgeschwindigkeit gemessen. Bei allen drei Messreihen sowie einer zusammenfassenden Untersuchung zeigte sich ein klarer Zusammenhang der Gehgeschwindigkeit mit dem Zustand des Gehirns und der körperlichen Fitness. Am stärksten war er bei der Höchstgeschwindigkeit.

Das Fünftel der Probanden mit der niedrigsten Gehgeschwindigkeit war zwischen dem 26. und dem 45. Lebensjahr um fünf Jahre schneller biologisch gealtert als das am schnellsten gehende Fünftel. Die langsamsten Geher zeigten auch durchschnittlich einen um 16 Punkte niedrigeren Intelligenzquotienten als die schnellsten sowie eine geringere Dicke der Hirnrinde.

Ein Vergleich mit den Untersuchungen im Alter von drei Jahren erbrachte einen weiteren Zusammenhang: Wer bei den damaligen Tests schlecht abschnitt, gehörte mit deutlicher statistischer Wahrscheinlichkeit mit 45 zu den langsameren Gehern. Diese Tests umfassten die Beurteilung durch einen Kinder-Neurologen, standardisierte Tests der Intelligenz, der Sprachaufnahme und der motorischen Fähigkeiten sowie Bewertungen des Verhaltens. Unter Verwendung der Daten aus der Studie schlagen die Forscher einen Wert von ungefähr 1,1 Metern pro Sekunde als Untergrenze für eine normale Ganggeschwindigkeit vor.

Quellen:

https://www.derstandard.at/story/2000110132122/gehgeschwindigkeit-als-indikator-fuer-fitness

https://www.kleinezeitung.at/lebensart/gesundheit/5709568/Studie-an-45Jaehrigen_Wer-schneller-geht-ist-biologisch-und

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Beitrag veröffentlicht am 23. Oktober 2019.