Bankgeschäfte im Wandel

In Zeiten von Corona wächst die Bedeutung von digitalen Lösungen für das Geldleben. Die Beratung von Mensch zu Mensch ist aber nicht zu ersetzen.

Einkaufen, Wochenendgestaltung, Familienzeit. Das sind nur drei Lebensbereiche, die zu Beginn des Jahres noch ganz anders ausgesehen haben. Das Wichtigste ist die Gesundheit. Nach dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie sind von der österreichischen Bundesregierung strenge Maßnahmen getroffen worden. Über-65-Jährige wurden zur besonders gefährdeten Gruppe erklärt, die es zu schützen gilt. Die Einschränkungen waren hart, aber auch lehrreich.

Zwinschenzeitlich musste man sich in vielen Bereichen geänderter Strategien bedienen, um mit seinen Lieben Kontakt zu halten, um den Kühlschrank zu füllen oder auch um seine Geldgeschäfte zu erledigen. Für Letzteres sind in den vergangenen Jahren viele Lösungen entwickelt worden, die aber für die meisten Menschen erst jetzt durch die Beschränkungen sozialer Kontakte Relevanz erhielten. Vom Ritual des Bankbesuchs zum Monatsersten rieten die Politiker ab. Die Banken boten stattdessen digitale Ausweichmöglichkeiten an. Bedeutet dies das Ende der persönlichen Betreuung? Und welche Vorteile bringt die Digitalisierung außer dem Schutz der Gesundheit noch? Rainer Stelzer, Vorstandsdirektor der Raiffeisen-Landesbank Steiermark, beantwortet die wichtigsten Fragen und gibt einen Überblick über digitale Lösungen, die uns das Geldleben vereinfachen.

„Digitale Lösungen und persönliche Beratung ergänzen sich bei Raiffeisen perfekt.“

Herr Stelzer, hat Corona das auch das tägliche Geldleben der Steirer beeinflusst? 

Die letzten Monate rund um den Lockdown ab Mitte März 2020 haben sich deutlich ausgewirkt. Eines vorweg, fundierte Bankberatung und persönliche Ansprechpartner für komplexe Finanzangelegenheiten werden auch in Zukunft durch nichts zu ersetzen sein. Daür sorgen bei Raiffeisen in der Steiermark rund 1.500 Kundenbetreuer im mit über 200 Bankstellen dichtesten Netz des Landes. Allerdings hat sich der schon bisher erkennbare Trend in Richtung Internetbanking verstärkt. Obwohl es einen markanten Konjunktureinbruch gab, erhöhten sich die Transaktionen im Raiffeisen Internetbanking-System Mein ELBA allein in den ersten fünf Monaten 2020 um 5 Prozent. Spitzenreiter war der März mit erstmals mehr als einer Million Überweisungen. Verstärkt hat sich auch der Trend in Richtung Banking App am Smartphone. Kontostände wurden schon bisher meist via Mein ELBA-App abgerufen, neu ist hingegen, dass nun bereits 65 Prozent der Überweisungen via App am Smartphone erledigt werden.

Im Supermarkt wird man gebeten, bargeldlos zu bezahlen. Schlägt das auf die Zahlen durch?

Die bargeldfreien Zahlungen mittels Debit- und Kreditkartenzahlungen sowie dem Smartphone verzeichneten einen wahren „Turbo“. Das Wachstum im gesamten Jahr 2019 betrug 10 Prozent, allein in den ersten fünf Monaten 2020 legten die bargeldfreien Zahlungen um 25 Prozent zu. Mittlerweile liegen die bargeldfreien Zahlungen von Raiffeisen Steiermark bei über 100.000 pro Tag. 75 Prozent dieser Zahlungen werden kontaktlos vorgenommen. Vordergründig scheint dieser Trend durch gesundheitliche Aspekte befeuert, doch der nähere Blick zeigt, dass der Anteil bereits zu Jahresbeginn vor Corona bei rund 71 Prozent lag. Wichtigstes Argument für diese Zahlmethode sind der Komfort und die Sicherheit. Erfreulich: Bei insgesamt 15 Mio. Zahlungen seit Jahresanfang kam es zu keinem einzigen Schadensfall für Kunden.

Viele nehmen schon gar keine Geldtasche mehr zum Einkaufen mit, sondern nur noch das Handy…

Das stimmt. Raiffeisen bietet diese Möglichkeit sowohl für Apple- als auch Android-Geräte. Auch hier zeigen die Entwicklungen steil nach oben, denn seit Jänner haben sich die Transaktionen verdoppelt. Aktuell macht der Anteil der Smartphone-Zahlungen erst 4 Prozent aus, doch dies könnte sich rasch ändern. Raiffeisen legt größtes Augenmerk auf Komfort und Sicherheit, denn dies sind die wesentlichen Kriterien für erfolgreiche digitale Lösungen.

„Raiffeisen legt größtes Augenmerk auf Komfort und Sicherheit – die wesentlichen Kriterien für erfolgreiche digitale Lösungen.“

Es gibt also schon zahlreiche Lösungen, um von der Digitalisierung zu profitieren. Doch wie behält man den Überblick?

Wichtig ist, sich schrittweise voranzutasten. Schritt eins ist immer noch die Bankomatkarte bzw. Debitkarte. Allein sie öffnet schon die Türen zu vielen digitalen Services wie das Abheben von Bargeld am Bankomaten, das Einzahlen von Bargeld, das Ausdrucken des Kontoauszugs an den Automaten in den Bank-Foyers und das bargeldlose Bezahlen in Geschäften. Schritt zwei könnte das Online Banking sein. Das Raiffeisen Internetbanking Mein ELBA ist nutzer-freundlich modular aufgebaut und bietet je nachdem, welche Bankprodukte man hat, eine Übersicht über Girokonten, Sparkonten, Kreditkartenumsätze, Versicherungen und Bausparer sowie das Wertpapierdepot. Man kann Überweisungen ganz einfach tätigen, Daueraufträge selbst ändern und vieles mehr. Smartphonebesitzer können viele dieser Funktionen auch in der Mein ELBA App nutzen. Ein Vorteil der App ist beispielsweise das Scannen von Zahlscheinen mit der Kamera. Auf diesem Weg spart man sich das Eintippen von Hand. Unsere Digitalcoaches in den Bankstellen zeigen gerne persönlich wie alles funktioniert.

Auch Online-Shopping wird immer beliebter. Was ist hierbei zu beachten?

Das Shoppen im Internet bietet viele Vorteile, aber auch manche Gefahren. Das Wichtigste ist, immer zuerst die Vertrauenswürdigkeit des Anbieters zu überprüfen. Das gilt auch für große bekannte Online-Marktplätze wie Amazon, die neben den eigenen auch Produkte von Drittanbietern im Sortiment haben. Gütesiegel und Kundenbewertungen können hier helfen. Webshops bieten unterschiedliche Bezahlmethoden an, mit einer Kreditkarte sollte der Einkauf aber in den meisten Fällen möglich sein. Einkaufen im Internet kann man übrigens auch ganz regional. Raiffeisen unterstützt hierzu die Plattform #regionalkaufen, die Handwerksbetrieben, Dienstleistern und Ab-Hof-Verkäufern eine alternative Vertriebsmöglichkeit bietet.

Weitere Informationen auf: www.raiffeisen.at/stmk 

 

Beitrag veröffentlich am 11. September 2020
Fotos: Raiffeisen Landesbank-Steiermark
Entgeltliche Einschaltung