Der Whippet – Am Beispiel von „Prinzessin Ilvy“

Leichtfüßig tänzelnd sagen die einen, o-beinig und muskulös die anderen. Elegant und leicht wie eine Ballerina, anschmiegsam wie eine Katze, aber auch wild spielend und rasend schnell wie ein Formel-1-Bolide.


Renate Rosbaud

So ist meine Ilvy, ein Whippet. Diese Hunderasse, die aus Großbritannien kommt, gehört zu den Windhunden und erreicht etwa Kniehöhe und in etwa 13 Kilogramm.

„Ich habe die Whippets bei Dreharbeiten kennengelernt.“

Ich wollte immer schon einen Hund besitzen. Als Weihnachtsgeschenk mit fünf Jahren. Alle möglichen Rassen. Jahrzehnte später ist es dann ein Whippet geworden. „Warum nimmst du dir so einen verhungert aussehenden Hund?“, haben mich manche gefragt. Weil ich mich in diese Rasse bei Dreharbeiten zu meiner Serie „Bei Tier daheim“, die seit mehr als zehn Jahren jeden Mittwoch in „Steiermark heute“ (19 Uhr, ORF 2) zu sehen ist, verliebt habe.

In der Wohnung von Züchterin Ulrike „Nike“ Krauss kamen damals drei erwachsene Hunde und mehrere Welpen auf mich zu. Seidig weich, sanft, verschmust. Die elegante Wohnung in hellen Cremetönen war blitzsauber, es hat trotz der vielen Vierbeiner nicht „gehundelt“. Denn der Whippet hat keine Unterwolle und haart deshalb kaum. Dafür brauchen die Hunde, wenn es kälter wird, einen Pullover, sonst beginnt das große Zittern. Ilvy besitzt mehr als zehn in den verschiedensten Farben. Die Hundemama freut´s, den Hund stört es nicht. Ebenso wie gut ein Dutzend verschiedene Halsbänder und Leinen, die immer ans Outfit von Frauli angepasst werden – ein kleiner Spleen der Hundemama.


„Schon bevor ich Ilvy zu mir nahm, habe ich ein Hundeseminar besucht.“

Für mich ist der Whippet perfekt. Tobt und spielt im Freien und läuft sehr schnell und gerne, daheim chillt er aber gerne stundenlang auf der Couch oder in einem weichen Körbchen. Je weicher und kuscheliger, umso besser. Denn meine Ilvy – benannt nach der Freundin von 70er-Jahre-TV-Star „Wicki“ – ist eine Prinzessin.

Oft wird sie auf Spaziergängen bewundert, wegen ihres seidigen und schön gezeichneten Fells, ihrer sanften Art, weil sie so brav in Geschäften und im Lokal ist. Ilvy ist kein ängstlicher Hund, der die Rute immer eingezogen hat – das wird Windhunden oft nachgesagt. Ich habe aber auch nach einem Hundeseminar bei Anna Oblasser-Mirtl im „Animal Training Center“ in Rohrbach (noch bevor ich Ilvy hatte) einen Kurs gemacht, was der Hund alles braucht.

Um Ilvys Wesen zu stärken, bin ich mit ihr als Welpe an stark befahrene Straßen gegangen, zu Baustellen, neben der Tram, neben Kuhweiden, sie hat Radfahrer und Kinder auf Skateboards getroffen usw.

Whippets sind Hunde für Menschen, die beides wollen: raus in die Natur, spielen und toben mit dem Hund; aber auch einen Hund haben, der daheim oder unterwegs ruhig und unauffällig ist und entspannt. Einen Hund, der pflegeleicht ist. Und der sehr menschenbezogen ist und immer dabei sein will.

Der Name Whippet kommt übrigens aus dem Englischen; whip ist die Peitsche und damit ist der dünne Schwanz des Hundes gemeint, der wie eine Peitsche schnell hin und her schlagen kann. In Großbritannien wurde der Whippet vor allem für die Hasen- und Mäusejagd gebraucht.

Diese Rasse muss nicht zum Hundefriseur, mit einer Gummibürste sanft massieren reicht, schmutzig oder nass macht sich meine Ilvy nicht freiwillig. Sie hasst Regen und Gatsch. Dafür liebt sie Autofahren, auch sehr oft geübt als Welpe.

Prinzessin Ilvy nennen meinen Hund viele augenzwinkernd. Aber was gibt es Schöneres, als ein geliebtes Tier zu umsorgen und zu verwöhnen, nicht wahr?

Porträt

In der großen steirischen Tierliebhaberfamilie gibt es einen Fixtermin, den Mittwochabend, wenn Renate Rosbaud in ihrem Beitrag „Bei Tier daheim“ an jedem Mittwoch in „Steiermark heute“, ORF2 um 19.00 Uhr zu einem Auslug in die heimische (Haus-)Tierwelt einlädt.

Ihr Wissen und ihre langjährige Erfahrung mit Tieren wird die charmante TV-Moderatorin ab nun auch mit der Leserschaft von Abenteuer Alter unter dem Titel „Welches Tier passt zu mir?“ teilen. Denn wie bei einer Partnerwahl soll auch die Verbindung mit einem Tier gut überlegt sein, damit das Mensch-Tier-Verhältnis harmonisch verläuft und beide glücklich leben lässt.

 

© ORF/Regine Schöttl & Renate Rosbaud & shutterstock
20.12.2021