Forever young

Grazer Wissenschafter erforschen die altersbedingte Stoffwechselveränderung als neuen Therapieansatz für gesundes Altern. Ein Patent wurde bereits eingereicht.

Was vor Jahrhunderten noch die „Quelle der ewigen Jugend“ war, ist heute als „Anti-Aging“ bekannt und Wissenschafter arbeiten weltweit an der Entschlüsselung des Alterungsprozesses. An der Medizinischen Universität Graz hat ein Forscherteam nun gemeinsam mit internationalen Kollegenschaft untersucht, wie sich Stoffwechselvorgänge mit dem Alterungsprozess verändern.

Die Alterung ist als physiologischer Vorgang ein elementarer Bestandteil des Lebens und doch eines der am wenigsten erforschten Phänomene. „Die Fehlregulation des Zellstoffwechsels ist ein Kennzeichen des Alterns, dabei kann die ordnungsgemäße Funktion des Stoffwechsels in Geweben nicht mehr aufrechterhalten werden“, erklärt Tobias Madl vom Gottfried Schatz Forschungszentrum. Diese Fehlregulation kann innerhalb der Zelle an sehr unterschiedlichen Orten auftreten.

Im Zentrum der Forschung: „Unser gemeinsames Ziel war es herauszufinden, wie sich der Stoffwechsel im Alter verändert und ob wir gezielt gealterte und irreparabel geschädigte Zellen therapeutisch entfernen können“,so Madl. Bei den Untersuchungen konnte beobachtet werden, dass sich in allen wichtigen Geweben, wie Herz, Gehirn, Leber und Milz, mit dem Alter der Stoffwechsel verändert.

„Diese Entdeckung war für uns faszinierend und unerwartet zugleich und hilft uns dabei, neue therapeutische Ziele für die Behandlung des Alterns und altersbedingter Krankheiten zu identifizieren. Vor allem seneszente Zellen mit einem hohem Grad an DNA-Schädigungen scheinen hervorragende therapeutische Ziele zu sein“, so Tobias Madl. Seneszente Zellen sind Zellen, die sich nicht mehr teilen und ihr Wachstum einstellen.

„Ihre therapeutische Entfernung birgt ein hohes Potential und soll mit unserer neuen Wirkstoffklasse fit für klinische Studien gemacht werden. Damit könnte das Altern in Gesundheit und damit die Lebensqualität der älteren Bevölkerung nachhaltig verbessert werden“, blickt Madl in die Zukunft.

28.06.2021
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