Hühner: Manche mögen’s bunt.

Das ist die wahre Geschichte von Hühnern, die bunte Eier legen – und das nicht nur zu Ostern. Und diese pastellbunten Eier von glücklichen, freilaufenden Hühnern munden noch dazu köstlich. Der Trend zum eigenen Huhn boomt bekanntlich seit geraumer Zeit aus vielerlei Gründen, vor allem im städtischen Bereich, wie mir bei unseren Dreharbeiten zu „Bei Tier daheim“ Andrea Pauli vom Frötscherhof erzählt. In Sankt Marein bei Graz züchtet die Mutter von zwei Kindern auf dem elterlichen Hof erfolgreich Hühner. Dort stehen den Hühnern und Hähnen eine Streuobstwiese zur Verfügung, auf der sie viele Insekten und Würmer als Leckerbissen finden. Denn nach Andreas Devise ist nur ein unter Artgenossen im Freien scharrendes und pickendes Huhn auch ein glückliches Huhn. 

V iele Städter kommen zum Frötscherhof, um Bruteier zu kaufen. „Tierfreunde wünschen sich auch im urbanen Umfeld eine kleine Hühnerschar, die sie beobachten können – und vor allem täglich ein frisches Ei“, erzählt Andrea, die bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet worden ist. Das besondere an ihren Hühnerrassen ist, sie legen pastellfarbene Eier – von Weiß und Creme über verschiedene Brauntöne bis zu Mint und Oliv. Ein farbenfroher Anblick auf dem Frühstückstisch oder zur Jause.

Für diese natürliche Färbung der Eier sind Rassen wie Altsteirer, Marans, schwedische Blumenhühner, Thüringer Barthühner, Perlhühner und Kreuzungen aus diesen Rassen verantwortlich. Aber wie aufwendig ist es, eigene Hühner zu halten?

Wer mit diesem Hobby erst beginnt, braucht einen fuchs- und mardersicheren Stall und einem Auslauf mit Schutz vor Sonne und Raubvögeln – entweder durch Netze oder wie am Frötscherhof durch Sträucher und Bäume. Hühner, so Andrea Pauli, lieben auch Beerensträucher, sie benötigen kleine Steinchen zur Verdauung und genießen Sandbäder zur Gefiederpflege. Im Stall baut man Sitzstangen und täglich brauchen die Tiere frisches Wasser, trockene Einstreu und hochwertiges Futter, um sich wohlzufühlen in ihrem Federkleid.

 

 

Auf dem Frötscherhof bekommen die Hendln ein Alleinfutter und zusätzlich noch eine Mineralstoffmischung. Außerdem lieben die Tiere Gemüsereste und Körner, zeigen sich begeistert, wenn von Spaghetti, Knödeln etc. etwas übrigbleibt. Wenn man Bruteier kauft, lässt man diese am besten von einer Henne ausbrüten – ein Brutautomat ist kostspielig und die Aufzucht der Küken nichts für Anfänger. Die Bruthenne nimmt einem diese Arbeit ab. Von ihr lernen die flauschigen kleinen Wesen jeden noch so kleinen Schritt und als BesitzerIn ist es einfach herrlich, jeden Tag das Heranwachsen im eigenen Garten mitzuverfolgen. Also, wenn Sie jetzt Lust bekommen haben: Kaufen Sie nicht mehr, sondern lassen Sie im eigenen Garten legen und genießen Sie bunte Eier von glücklichen Hühnern. 

Text von Renate Rosbaud
Bilder von Frötscherhof
Beitrag veröffentlicht am 18.07.2023