Mehr Pflegepersonal: Wie schafft man das?

Ende Jänner stehen die Eckpunkte zur Pflegereform. Knackpunkt ist, woher bis zum Jahr 2030 die benötigten zusätzlichen 100.000 Pflegerinnen und Pfleger kommen. 

Laut Gesundheitsminister Rudolf Anschober hält der Fahrplan zur Pflegereform. Ende Jänner sollen die Inhalte fixiert sein, dann beginnt der parlamentarische Prozess. Die wichtigsten Teile des Vorhabens können 2022 in Kraft treten.

Zentraler Punkt ist die Notwendigkeit, den drohenden Pflegenotstand abzuwenden. Rund 127.000 Frauen und Männer sind derzeit professionell in der Pflege tätig. Das ist schon jetzt knapp, sagen Experten. Bis 2030, also in zehn Jahren, werden nicht weniger als 100.000 zusätzliche Pfleger benötigt. Fast jede Dritte in dieser Berufsgruppe ist schon älter ist als 50 Jahre und steht vor der Pension. Zudem werden die Menschen gottlob im älter und ein Fall für die Pflege.

Das Ziel ist zu schaffen, so Arbeitsministerin Christina Aschbacher. Schon im Jahr 2020 sei es gelungen, rund 10.000 Personen neu in die Pflegeberufe zu bringen. Dieser Trend wird fortgesetzt, indem die Pflegereform eine großes Ausbildungs- und Umschulungsprogramm sein wird. Die Corona-Joboffensive „Pflege und Gesundheit“ sieht 700 Millionen Euro dafür vor, Interessierte für Pflegeberufe auszubilden. Ein besonderer Anreiz wird sein, dass diese Personen in der Ausbildung sowohl Arbeitslosengeld als auch den Bildungsbonus bekommen. Jährlich sollen damit 7000 Neuzugänge in die Pflegeberufe möglich sein.

Ein weiterer Reformschritt ist, dass zwar viele Bürgerinnen und Bürger eine Pflegeausbildung haben, aber nicht in diesem Beruf tätig sind. Damit sie in den Beruf zurückkehren und damit andere einsteigen, sollen die Bezahlung und die Rahmenbedingungen in den Pflegeberufen verbessert werden. Gesundheitsminister Rudolf Anschober setzt im Kampf gegen den Pflegenotstad auch auf Digitalisierung und Entbürokratisierung.

 

15.12.2020
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