Neue Technologie im Fokus

Die mRNA-Technologie ist bei Massenimpfstoffen bislang noch nie zum Einsatz bekommen. Das sorgt auch für Skepsis. Fachleute betonen: Der Nutzen überwiegt die Risiken.

Die EU steht vor der Zulassung der ersten Covid-19-Impfstoffe. Zwei der Präparate basieren auf der mRNA-Technologie, eine Premiere bei der Produktion von Massenimpfstoffen. Bei herkömmlichen Impfstoffen werden Virus-Antigene in Form von abgetöteten oder abgeschwächten Krankheitserregern verabreicht. Die neuen mRNA-Impfstoffe übermitteln dem Körper den Bauplan für diese Virus-Antigene. Diese werden dann in den Zellen hergestellt und die Immunabwehr so in Gang gesetzt.

Das Erbgut des Menschen werde durch das Einbringen der mRNA nicht verändert. „Beim Menschen befindet sich das Genom in Form von DNA im Zellkern“, hieß es etwa beim Paul-Ehrlich-Institut, das in Deutschland für die Sicherheit von Impfstoffen zuständig ist, gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. „Eine Integration von RNA in DNA ist unter anderem aufgrund der unterschiedlichen chemischen Struktur nicht möglich.“ Zudem werde mRNA sehr schnell abgebaut. Die Haltbarkeit des mRNA-Impfstoffes ist kurz, er braucht eine ununterbrochene Kühlkette und sehr niedrige Temperaturen.

In Großbritannien ist der Biontech-Pfizer-Impfstoff, der auf dieser Technologie beruht, bereits im Einsatz. Nach allergischen Reaktionen bei zwei Geimpften wurde eine Warnung für Menschen mit schweren Allergien ausgesprochen. Die Kosten für die Impfung der britischen Bevölkerung werden auf bis zu zwölf Milliarden Pfund (13,3 Milliarden Euro) geschätzt. Länder mit weniger als 15 Prozent der Weltbevölkerung beanspruchen übrigens mit 51 Prozent mehr als die Hälfte der Dosen für sich.

 

17.12.2020
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