Sucht im Alter

Der aktuelle steirische Suchtbericht ortet Sucht im Alter als eine neue Herausforderung neben Essstörungen und Internetsucht. Nikotin- und Spielsucht sind rückläufig, Alkohol bleibt ein Problem.

Alle vier Jahre wird in der Steiermark ein Suchtbericht erstellt, um Daten für eine möglichst bedarfsgerechte Versorgung zu haben. Der vom Gesundheitsfonds Steiermark herausgegebene Bericht zeigt: Alkoholkonsum und seine schädlichen Folgen zählen nach wie vor zu den größten Herausforderungen für das Gesundheitswesen.

Alkoholabhängig sind in der Steiermark rund sieben Prozent der Männer und 2,7 Prozent der Frauen. Etwa 2.000 Menschen werden aufgrund einer Alkoholsucht in den ambulanten Suchthilfeeinrichtungen in der Steiermark betreut. Knapp 16 Prozent der Steirer und Steirerinnen rauchen noch täglich oder fast täglich herkömmliche Zigaretten. Der Tabak- und Nikotinkonsum ist aber rückläufig.

Immer stärker zum Thema werden allerdings Esstörungen, Internetsucht und Sucht im Alter. Suchterkrankungen im höheren Lebensalter treten vor allem als Alkohol-, Medikamenten- oder Tabaksucht auf, immer wieder ist aber auch Glücksspiel ein Thema. Die erkrankten Menschen werden immer älter, was auch Fragen eines adäquaten Umgangs mit ihnen in Pflegeheimen berührt.

Auch illegalisierte Substanzen dürften künftig vermehrt von älteren Menschen konsumiert werden. Dafür sprechen die demografische Veränderung, eine gesteigerte Lebenserwartung, veränderte Lebensentwürfe und eine grundsätzlich tolerantere Haltung gegenüber dem Konsum legaler und illegalisierter Substanzen.

 

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30.11.2021