Zuhören als Therapie

Gute Sozialkontakte sind wichtig, um Alzheimer vorzubeugen. Eine neue US-Studie zeigt: Wer Freundinnen oder Freunde hat, die gut zuhören können, ist geistig deutlich fitter.

In Österreich sind momentan etwa 100.000 Menschen an Alzheimer erkrankt. Bis 2050 werden nach Schätzungen weltweit über 150 Millionen Menschen von Demenzerkrankungen betroffen sein. Derzeit gibt es für diese Krankheiten keine Heilung, Symptome werden lediglich durch Medikamente gelindert. Frühe Symptome können ein starkes Nachlassen des Kurzzeitgedächtnisses, Wortfindungsstörungen, Probleme mit der Orientierung, Wesensveränderungen und ein geschwächtes Immunsystem sein.

Ein Team um Joel Salinas von New York University hat untersucht, dass Merkfähigkeit und andere geistige Funktionen bei Menschen mit einem intakten sozialen Umfeld besser sind. „Menschen können etwas unternehmen, um sich selbst oder ihre Liebsten vor dem kognitiven Altern und den Alzheimer-Symptomen zu schützen“, so Salinas. Probanden, die in ihrem Umfeld gute Zuhörer oder Zuhörerinnen haben, seien geistig um bis zu vier Jahre jünger.

Für die Studie werteten die Forscherinnen und Forscher Daten von mehr als 2.000, im Schnitt 63 Jahre alten Männern und Frauen aus. Diese stammen aus der „Framingham Heart Study“, einer der größten, am längsten laufenden und am besten überwachten Gesundheitsstudien der USA. Aus den Daten schlossen die Forschenden auf die Widerstandsfähigkeit des Gehirns gegen natürliche Abbauprozesse.

Die Forschenden stellten fest, dass der Rückgang des Gehirnvolumens bereits bei Menschen in ihren 40ern und 50ern ausgeprägt war, wenn sie niemanden oder nur wenige Personen hatten, mit denen sie über Freuden und Sorgen reden konnten. Verglichen mit anderen zeigten sich ihre Gehirne in einem vier Jahre älteren Zustand.

 

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23.08.2021