Rezepttipp: In Kürbiskernöl confierter Seesaibling

 

Zutaten für den Fisch:

  • 4 Saiblingsfilets (entgrätet)
  • Steirerkraft Kürbiskernöl g.g.A. (Menge abhängig von der Größe der Filets)
  • etwas Salz, Pfeffer

 

Zutaten für den Salat:

  • 4 Kartoffeln (festkochend)
  • 1 Kopf Lollo Rosso
  • 1 Endivienherz
  • 1 Knoblauchzehe (fein gehackt)
  • 4 EL Steirerkraft Kürbiskernöl g.g.A.
  • 2 EL Steirerkraft Apfel-Balsam Essig BIO
  • 2 Orangen (filetiert)
  • 10-15 Radieschen
  • 50 g Steirerkraft Kürbiskerne (naturbelassen oder geröstet und gesalzen)
  • etwas Salz, Pfeffer

 

Zubereitung:

  1. Backrohr auf 50 °C Heißluft vorheizen. Die mit Salz und Pfeffer gewürzten Saiblingsfilets auf einem ausreichend tiefen Teller mit Kürbiskernöl übergießen, sodass der ganze Fisch bedeckt ist. Anschließend mit Alufolie abdecken und bei 50 °C Heißluft im Backrohr für 1 bis 2 Stunden ziehen lassen. 
  2. Währenddessen die geschälten Kartoffeln würfelig schneiden und in Salzwasser weichkochen. Den Blattsalat waschen, sortieren und abtropfen lassen. Für die Vinaigrette den gehackten Knoblauch mit Kürbiskernöl und Apfel-Balsam-Essig verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. 
  3. Den Blattsalat mit den Kartoffelwürfeln und den in feine Scheiben geschnittenen Radieschen mit der Vinaigrette marinieren und samt dem Fischfilet, den Orangen und ein paar Handvoll Kürbiskernen sogleich dekorativ anrichten.

Bild von Steirerkraft
Beitrag veröffentlicht am 17.08.2023

Hühner: Manche mögen’s bunt.

Das ist die wahre Geschichte von Hühnern, die bunte Eier legen – und das nicht nur zu Ostern. Und diese pastellbunten Eier von glücklichen, freilaufenden Hühnern munden noch dazu köstlich. Der Trend zum eigenen Huhn boomt bekanntlich seit geraumer Zeit aus vielerlei Gründen, vor allem im städtischen Bereich, wie mir bei unseren Dreharbeiten zu „Bei Tier daheim“ Andrea Pauli vom Frötscherhof erzählt. In Sankt Marein bei Graz züchtet die Mutter von zwei Kindern auf dem elterlichen Hof erfolgreich Hühner. Dort stehen den Hühnern und Hähnen eine Streuobstwiese zur Verfügung, auf der sie viele Insekten und Würmer als Leckerbissen finden. Denn nach Andreas Devise ist nur ein unter Artgenossen im Freien scharrendes und pickendes Huhn auch ein glückliches Huhn. 

V iele Städter kommen zum Frötscherhof, um Bruteier zu kaufen. „Tierfreunde wünschen sich auch im urbanen Umfeld eine kleine Hühnerschar, die sie beobachten können – und vor allem täglich ein frisches Ei“, erzählt Andrea, die bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet worden ist. Das besondere an ihren Hühnerrassen ist, sie legen pastellfarbene Eier – von Weiß und Creme über verschiedene Brauntöne bis zu Mint und Oliv. Ein farbenfroher Anblick auf dem Frühstückstisch oder zur Jause.

Für diese natürliche Färbung der Eier sind Rassen wie Altsteirer, Marans, schwedische Blumenhühner, Thüringer Barthühner, Perlhühner und Kreuzungen aus diesen Rassen verantwortlich. Aber wie aufwendig ist es, eigene Hühner zu halten?

Wer mit diesem Hobby erst beginnt, braucht einen fuchs- und mardersicheren Stall und einem Auslauf mit Schutz vor Sonne und Raubvögeln – entweder durch Netze oder wie am Frötscherhof durch Sträucher und Bäume. Hühner, so Andrea Pauli, lieben auch Beerensträucher, sie benötigen kleine Steinchen zur Verdauung und genießen Sandbäder zur Gefiederpflege. Im Stall baut man Sitzstangen und täglich brauchen die Tiere frisches Wasser, trockene Einstreu und hochwertiges Futter, um sich wohlzufühlen in ihrem Federkleid.

 

 

Auf dem Frötscherhof bekommen die Hendln ein Alleinfutter und zusätzlich noch eine Mineralstoffmischung. Außerdem lieben die Tiere Gemüsereste und Körner, zeigen sich begeistert, wenn von Spaghetti, Knödeln etc. etwas übrigbleibt. Wenn man Bruteier kauft, lässt man diese am besten von einer Henne ausbrüten – ein Brutautomat ist kostspielig und die Aufzucht der Küken nichts für Anfänger. Die Bruthenne nimmt einem diese Arbeit ab. Von ihr lernen die flauschigen kleinen Wesen jeden noch so kleinen Schritt und als BesitzerIn ist es einfach herrlich, jeden Tag das Heranwachsen im eigenen Garten mitzuverfolgen. Also, wenn Sie jetzt Lust bekommen haben: Kaufen Sie nicht mehr, sondern lassen Sie im eigenen Garten legen und genießen Sie bunte Eier von glücklichen Hühnern. 

Text von Renate Rosbaud
Bilder von Frötscherhof
Beitrag veröffentlicht am 18.07.2023

Abenteuer Alter 01-2024

Klicken Sie sich durch die aktuelle Ausgabe von Abenteuer Alter – jetzt exklusiv auch online!

Please wait while flipbook is loading. For more related info, FAQs and issues please refer to DearFlip WordPress Flipbook Plugin Help documentation.

 

Abenteuer Alter 04-2023

Klicken Sie sich durch die aktuelle Ausgabe von Abenteuer Alter – jetzt exklusiv auch online!

Please wait while flipbook is loading. For more related info, FAQs and issues please refer to DearFlip WordPress Flipbook Plugin Help documentation.

 

Abenteuer Alter 03-2023

Klicken Sie sich durch die aktuelle Ausgabe von Abenteuer Alter – jetzt exklusiv auch online!

Please wait while flipbook is loading. For more related info, FAQs and issues please refer to DearFlip WordPress Flipbook Plugin Help documentation.

 

Abenteuer Alter 02-2023

Klicken Sie sich durch die aktuelle Ausgabe von Abenteuer Alter – jetzt exklusiv auch online!

Please wait while flipbook is loading. For more related info, FAQs and issues please refer to DearFlip WordPress Flipbook Plugin Help documentation.

 

Wo Generationen glücklich aufeinandertreffen

Zusammen glücklich unter einem Dach – im Generationenhaus Waltendorf

Ältere Menschen gehören in die Mitte unserer Gesellschaft und nicht an den Rand einsam und vergessen! Dafür sorgt das neue, gemeinsam von Silver Living mit einer privaten Investorengruppe entwickelte, Generationenhaus in Waltendorf. Betreutes Wohnen für Senior:innen wird immer beliebter, da es so viele Vorteile mit sich bringt. In den neuerbauten, barrierefreien Mietwohnungen mit einer modernen und seniorengerechten Ausstattung können die Bewohner:innen selbst entscheiden, ob, wann und wobei sie Hilfe benötigen. Damit auch der Spaß und die Lebensfreude nicht zu kurz kommen, gibt es einen großen Gemeinschaftsraum mit anschließender Terrasse, einen kleinen Garten, der zum Verweilen einlädt und Haustiere sind auch herzlich willkommen. Auch die „ganz Kleinen“ sind mit einer Kindergrippe im Generationenhaus „vertreten“, in dem sowohl alt als auch jung sehr gut aufgehoben sind. Zwölf provisionsfreie und geförderte Mietwohnungen mit Betreuungsleistung warten auf Ihre Bewohner:innen. Schauen Sie doch am 27.04.2023 von 13:00-18:00 Uhr zur Informationsveranstaltung bei Kaffee und Kuchen für ein unverbindliches „Schnuppern“ und Kennenlernen vorbei!

Weitere Infos unter: www.silver-living.com

Entgeltliche Einschaltung
Text und Bilder von Silver Living
Beitrag veröffentlicht am 13.04.2023

Leserbrief zur Rudolf Streicher-Story

Als Absolvent der Montanuniversität Leoben habe ich den Artikel über Dipl.-Ing. Dr. Rudolf Streicher (zum Artikel) mit großem Interesse gelesen, zumal ich mit „Rudi“, wie wir Studenten ihn nannten, in den Studienjahren 1961 bis 1965 gemeinsam im Studentenheim der Stadtgemeinde Leoben gewohnt habe. Es waren zwar nicht dieselben Studienrichtungen – ich studierte Bergwesen und Rudi Hüttenwesen – aber im gemeinsamen Heim gab es doch viele Kontakte, wie zum Beispiel im Zeichensaal im obersten Geschoß des Hauses.

Wenn ich mich so zurückerinnere, fiel schon damals das große Engagement von Rudi für soziale Anliegen und Problemlösungen für Studenten auf. Ungeachtet, ob diese Mitglieder des VSSTÖ waren oder so wie ich keiner Studentenverbindung angehörten. Es war daher geradezu selbstverständlich, dass Rudi mit Recht zum Vorsitzenden der Leobener Hochschülerschaft avancierte.

Noch mit Dankbarkeit denke ich an eine Episode zurück, die ich nie vergessen werde. Ich spielte damals sowohl in der Hochschulauswahl als auch beim TSV Hartberg Fußball. Beim Verein war es damals mehr oder weniger üblich, dass sich auch die Spieler der Kampfmannschaft ihre Fußballschuhe selbst besorgten und das geldbedingt nicht immer von bester Qualität. Umso glücklicher war ich, als ich von der Hochschülerschaft unter Rudolf Streicher ein paar nagelneue „Packeln“ erhielt und damit einhergehend auch die Qualität meines fußballerischen Könnens steigern konnte. Davon profitierte schließlich auch mein Verein.

In viel späteren Jahren, in der Funktion des Präsidenten des Steirischen Tennisverbandes und des Vorsitzenden des Länderkuratoriums des Österreichischen Tennisverbandes, war es dann mein großes Anliegen und auch jenes meiner Kollegen im Kuratorium, Dr. Rudolf Streicher für die Kandidatur zum Präsidenten des Österreichischen Tennisverbandes zu gewinnen. Aus beruflichen Gründen und wegen vieler anderweitiger Verpflichtungen musste unser Wunschkandidat verständlicherweise leider absagen.

Rudi Streicher war nicht nur im Studium und als Vorsitzender der Leobener Hochschülerschaft sehr erfolgreich. Sein kulturelles Engagement und seine Leidenschaft für die Musik sind im erwähnten Bericht ja entsprechend hervorgehoben. Eine besondere Würdigung verdient das Zusammenbringen der Sänger aller damals in Leoben ansässigen Studentenverbindungen zu einem Chor und der Interpretation traditioneller Leobener Bergmanns- und Studentenlieder mit Herausgabe einer Langspielplatte, die ich mir immer wieder gerne anhöre.Die äußerst erfolgreiche berufliche und politische Karriere von Rudi Streicher ist ein Spiegelbild seiner Persönlichkeit und findet im Bericht ebenfalls die verdiente Würdigung.

Und zum Abschluss noch ein weiterer Blick zurück, diesmal in das Leobener Privatleben von Rudi: Unter uns Studenten, in dieser Zeit zu 99 Prozent männerdominiert (!), war natürlich bekannt und nicht zu übersehen, dass die hübscheste Frau von Leoben die Kaufmannstochter und Spitzensportlerin Gilde Gande ist und sie verständlicherweise von vielen angehenden Montanisten verehrt wurde. Auch da zog Rudi das große Los, das ihm und seiner Frau zukünftig viele schöne gemeinsame Jahre bescheren sollte.

Ich nutze mit diesem Leserbrief die Gelegenheit, meinem ehemaligen Studienkollegen und Studentenheimmitbewohner, Generaldirektor i. R. Minister a. D. Dipl.-Ing. Dr. Rudolf Streicher, zu seinem bisherigen erfolgreichen Lebenslauf zu gratulieren und ihm weiterhin alles Gute zu wünschen. Glückauf!

WHR i.R. Dipl.-Ing. Bruno Saurer
Absolvent der Montanuniversität Leoben, März 1965

Sie wollen uns auch etwas zu einer unserer Geschichten sagen? Schreiben Sie uns gerne an: office@abenteueralter.at

Beitrag veröffentlicht am 13. Februar 2023

Abenteuer Alter 01-2023

Klicken Sie sich durch die aktuelle Ausgabe von Abenteuer Alter – jetzt exklusiv auch online!

 

Please wait while flipbook is loading. For more related info, FAQs and issues please refer to DearFlip WordPress Flipbook Plugin Help documentation.

 

Die Reise zu den Toten

Es gibt Menschen, die mit Verstorbenen Kontakt aufnehmen können. Was vielfach belächelt wird, könnte einmal wissenschaftlich bewiesen werden, ist Brigitte Schaffer überzeugt. Sie hat die Gabe, mit dem Jenseits zu kommunizieren.

D er Komponist Gottfried von Einem unterhielt sich zeitlebens mit Geistern und konnte Tote sehen. Für ihn war normal, auf der Straße durch einen Menschen hindurchzugehen. Anekdotisch wird erzählt, dass er dies gern mit einem „Ach, ein Toter“ abtat. Die Bibliothekarin Brigitte Schaffer aus Graz kann mit Verstorbenen in Verbindung treten. Doch wo sind diese überhaupt? Im Jenseits, in der Anderswelt? Schaffer winkt ab, sie möchte es lieber Frequenz nennen, wohin wir nach unserem Tod wechseln. Dorthin führt sie nach Wunsch ihre Klienten. Was viele Menschen als Humbug abtun, wird eines Tages wissenschaftlich beweisbar werden, ist die promovierte Bibliothekarin überzeugt. Die Quantenphysik habe schon bewiesen, dass alles eins ist, und – salopp formuliert – nix fix. Ihre Basis ist der Schamanismus, dass es sich dabei um keinen Hokuspokus handelt, ist mittlerweile auch schon bewiesen: Vor rund 50 Jahren, als sich die Forscher mit dem Thema auseinandersetzten und erstmals sich selbst an Halluzinogenen versuchten, zeigte sich, dass die Wissenschaftler unter Drogeneinfluss dieselben Bilder sahen als die Schamanen bei ihrer Arbeit. Die Schweizer Soziologin Evelyn Elsaesser erforscht schon seit über 30 Jahren Nachtod-Phänomene, Begegnungen zwischen Verstorbenen und Lebenden, die 40 bis 50 Prozent der Menschen haben. Es scheint also etwas dran zu sein.

Dass das Universum ein großes Ganzes ist und jeder Einzelne von uns ein kleiner Teil davon, davon ist Brigitte Schaffer seit ihrer Jugend überzeugt. Mit dem Besuch eines Seminars zum Thema Schamanismus vor vielen Jahren ist der Groschen gefallen: Schon nach 15 Minuten war klar, dass mit dieser Naturlehre ein neuer Lebensinhalt gefunden war. Schamanismus, das versteht Heilen und Harmonien in Einklang bringen, die Herangehensweisen und Techniken sind vielfältig; Brigitte Schaffer wollte ihre Begabung im Bereich Sterben einbringen. Schamanische Techniken, so erklärt sie, könne man lernen, eine Gabe dafür müsse jedoch vorhanden sein. Ihre Gabe ist es, Menschen mit auf eine schamanische Reise zu Verstorbenen mitzunehmen, zu den Spirits. Diese Reise wird eingeleitet von einer Trommel oder Rassel, die nachgewiesenermaßen im Gehirn Thetawellen entstehen lassen, die sich auch im Schlaf kurz vor Traumbeginn zeigen und die für die entstehenden Bilder zuständig sind. In dieser anderen Frequenz angekommen, berichtet sie ihren Klienten, was sie sieht und erlebt, die Interpretation bleibt diesen vorbehalten. Sie trifft dort auf Leute, die „sich für die Kommunikation zur Verfügung stellen“, wie die Schamanin es nennt, und das sind nicht immer jene Menschen, zu denen die Klienten Kontakt suchen, auch wenn diese in der Regel in irgendeiner Weise in Erscheinung träten.

Die Menschen, die zur Schamanin kommen, haben verschiedene Anliegen. Man möchte wissen, ob der Verstorbene „drüben“ gut angekommen ist, nicht selten plagen den Lebenden Schuldgefühle. Oft kommen Menschen zu ihr, die Angehörige durch Suizid verloren haben und die ein schlechtes Gewissen plage, dem Suizid nicht besser entgegengewirkt zu haben. Dazu kommt, dass uns religiöse Weltanschauungen prägen und nach dem katholischen Glauben Suizid noch immer eine Sünde ist. Brigitte Schaffer berichtet von einer Frau, die als kleines Mädchen ihre Mutter verloren hat, weil diese ihrem Leben ein Ende setzte. Zeitlebens hat sie ihre Mutter vermisst und war im Unklaren darüber, warum diese freiwillig gegangen ist. Brigitte Schaffer bat die Tochter bei ihrem Besuch, sich gedanklich einen Platz zu suchen, an dem sie sich wohlfühlte, es war eine Blumenwiese. Die Schamanin machte sich auf die Reise, die Mutter erschien, setzte sich zu ihrer Tochter und erzählte dieser von ihrer ausweglosen Situation damals und dass sie die Tochter unter normalen Umständen nie verlassen hätte. Erfahrungen wie diese erleichtern in der Regel den Trauerprozess und sind oft Ausgangspunkt, um das Leben neu zu gestalten, weiß die Schamanin.

Die Spirits „auf der anderen Seite“ beschreibt Brigitte Schaffer als geläutert, mit dem Abfallen des Leibes, so vermutet sie, ist auch viel Last abgefallen. Die Energie jedoch bleibe. Wohlwollend seien die Begegnungen mit diesen Energien, es sind, wie Schaffer mitunter wahrnimmt, eher die Lebenden, die Last drückt, und die ihrerseits nicht bereit sind, sich auf diese Verbindung mit der Anderswelt einzulassen. Sie erinnert sich an eine Frau, die zeitlebens Probleme mit der Mutter hatte, und das auf einer schamanischen Reise bereinigen wollte. Die Mutter, die erschien, entgegnete, mit der Tochter nun sehr wohl im Reinen zu sein, diese könnte ihr aber einen Strauß Blumen ans Grab legen. Die Tochter entgegnete nach der Reise abrupt: Fällt mir nicht ein!

Die Begegnungen, die Brigitte Schaffer hat, erscheinen als Körper, als Schatten oder nur als Licht. Derweil denken sich ihre Klienten an einen Platz ihrer Wahl, deren Aufgabe liegt nur darin, dort zu bleiben und gedanklich nicht abzuschweifen. Erst nach der Reise wird das Erlebte besprochen. Oft ist das, was Brigitte Schaffer bei der Seelenreise erlebt, selbsterklärend, manches Mal müssen die Hinterbliebenen aus dem Gehörten für sich Sinn und Bedeutung finden. Die schamanische Arbeit, die danach folgt, soll reinigen und einen Zustand der Harmonie herstellen. Nicht selten kommt vor, dass Menschen bei diesem Gespräch einschlafen, weil sie endlich zur Ruhe gefunden haben. Wichtig sind dabei Bilder, schildert Brigitte Schaffer, so bleibt das Gehörte und Erlebte besser in Erinnerung. Auch beim Analysegespräch nach der Reise arbeitet sie damit. Gilt es einen speziellen Vorfall aus der Vergangenheit zu bearbeiten, beschreibt sie die Seele der Betroffenen im damaligen Zustand: Bei einem kindlichen traumatischen Erlebnis etwa sieht sie beispielsweise das Mädchen in Latzhose mit Zöpfen, in diesem Fall obliegt es der Klientin, den Zeitpunkt und die Umstände gegenständlichen Vorfalles aus sich selbst herauszufinden und einzuordnen.

Dass ihre Arbeit gern belächelt wird, daran ist Brigitte Schaffer gewöhnt. Dennoch schwört sie auf die jahrtausendealte Naturreligion des Schamanismus. Wie überhaupt die Naturvölker besser mit der Welt verbunden waren als wir es sind. Sie ist überzeugt, dass jeder Mensch die Gabe hat, mit der Natur in Einklang zu sein. „Wir überhören einfach viel“, sagt die Schamanin. Umso erfreulicher findet sie, dass mit dem Boomen ostasiatischer Religionsvorstellungen Themen wie Achtsamkeit wieder mehr in das Bewusstsein der Menschen gekehrt ist. Im Schamanischen ist es das Krafttier, das eine bedeutende Stellung einnimmt. Brigitte Schaffer schickt ihre Krafttiere auch aus, wenn es darum geht, auf ihren schamanischen Reisen Probleme zu lösen. Das beschreibt sie als eine immer wiederkehrende Erfahrung – diese Menschen sind in der Regel auch im irdischen Leben unfrei. Umgekehrt haben die Seelen im Jenseits auch Bedürfnisse, auch sie brauchen Licht. Zünden Sie also für Ihre Verstorbenen ein Kerzerl an, rät die Schamanin. Für sie sind diese Energien wie Schutzengel, die auf die Lebenden aufpassen. Dessen sollte man sich Gewahr sein, trotz aller Skepsis.

 

Beitrag veröffentlicht am 24. November
Text von Daniela Müller