Allergie – Sprechstunde

Die IGAV – Interessensgemeinschaft Allergenvermeidung veranstaltet zusammen mit der MedUni Wien die Allergie – Sprechstunde inklusive Online Webinar am 12. Juni 2025.

Am Foto ist eine ältere Frau zu sehen die auf einer Parkbank sitzt und durch die Pollenallergie hustet.
Die Schirmherrschaft hat die ÖGAI – Österreichische Gesellschaft für Allergologie und Immunologie.

Unter dem Motto „Vom Rätsel zur Diagnose und Hilfe – Unterstützung für Betroffene und Eltern“ startet die Online-Veranstaltung um 17:00 mit der Begrüßung durch Elisabeth Leeb und Erika Jensen-Jarolim.

Erika Jensen-Jarolim steht von 17:10 bis 17:35 zum Thema „Allergien: chronische Überempfindlichkeit und akute Symptome – schwere Formen im Fokus“ für die Teilnehmer zur Verfügung.

Ab 17:35 referiert Frau Eva Untersmayr-Elsenhuber zu „Überaktive Immunzellen – auf Spurensuche bei Mastzellaktivierungssyndrom“.

Werner Aberer gibt von 18:00 bis 18:25 Einblicke zu „Medikamentenallergie – vom Harmlosen Ausschlag bis zum lebensgefährlichen Schock“.

„Richtig reagieren im Notfall – auch in Schule und Kindergarten“ ist das Thema von Zsolt Szépfalusi von 18:25 bis 18:50

Die Allergie – Sprechstunde endet um 19:00. Das Live-Webinar wird aufgezeichnet und kann über ein Jahr nachgesehen werden.

Am Bild sieht man eine Frau im Freien die sich wegen ihrer Allergiesymptome die Nase putzt.
Knapp 22 Prozent aller Österreicher:innen leiden an einer Allergie.

Im Rahmen der Veranstaltung am 12. Juni 2025 werden auch Fragen beantwortet. Sie können Ihre Frage bereits im Vorfeld per E-Mail übersenden: info@allergievermeidung.org.

Unter www.meduniwien.ac.at/allergiesprechstunde können Sie kostenlos an der Veranstaltung teilnehmen.

Weitere Informationen zum Thema Allergie:

https://www.allergenvermeidung.org

https://www.polleninformation.at

 

Text: Vera Kowatschitsch

Foto: © voronaman / Shutterstock.com

Krankenhausentlassung – Alles dabei?

Vor der Entlassung aus dem Krankenhaus können für Patient:innen und Angehörige viele Fragen und Probleme auftreten. Eine gut vorbereitete Entlassung (z. B. nach einem Schlaganfall, Herzinfarkt oder Sturz) erleichtert für alle Betroffenen den Übergang vom Krankenhaus in den häuslichen Bereich.

  1. Fragen Sie nach dem Entlassungstermin.
  2. Erkundigen Sie sich nach Koordinationsstellen, die Sie bei der weiteren Organisation unterstützen können.
  3. Holen Sie sich Informationen und Beratung von der Pflegedrehscheibe.
  4. Nehmen Sie Kontakt mit der Versorgungskoordination Ihrer Krankenversicherung auf.
  5. Diese unterstützen und informieren umfassend (z. B. zu Verordnungen, Heilbehelfe etc.).
  6. Informieren Sie Ihre/n Hausärztin/-arzt über die bevorstehende Entlassung.
  7. Überlegen Sie, ob die häusliche Pflege direkt nach der Entlassung ausreichend ist bzw. klären Sie die Möglichkeit einer Kurzzeitpflege ab.
  8. Klären Sie, ob die Möglichkeit einer Rehabilitationseinrichtung oder einer Akutgeriatrie/Remobilisation besteht. 
  9. Klären Sie, bei welchen alltäglichen Dingen Sie Unterstützung benötigen und kontaktieren Sie den Unterstützungsdienst.
  10. Organisieren Sie ggf. andere  Unterstützungsdienste (z. B. Palliativteam, Hospiz etc.).
  11. Klären Sie offene Fragen (z. B. Ernährung/Diät, Bewegung) im Krankenhaus.
  12. Organisieren Sie die erforderlichen Hilfsmittel (z. B. Betteinlagen, Gehhilfen etc.).
  13. Veranlassen Sie entsprechende Wohnungsadaptierungen (z. B. Haltegriffe, Teppichfixierung).
  14. Suchen Sie um finanzielle Unterstützungsleistungen an (z. B. Erstantragstellung bzw. Neueinstufung für Pflegegeld, Rezeptgebührenbefreiung).
  15. Klären Sie alle Fragen zur Weiterbehandlung, (z. B. Medikamentengaben, notwendige Rezepte, Pflegeprodukte).
  16. Stellen Sie sicher, dass Sie einen Entlassungsbrief für Ihre/n Hausärztin/-arzt erhalten.
  17. Bei einer Entlassung vergewissern Sie sich, dass Ihnen die notwendige ärztliche Anordnung für die rezeptpflichtigen Medikamente oder Anordnungen für die Hauskrankenpflege mitgegeben werden.
  18. Organisieren Sie die Abholung aus dem Krankenhaus.
  19. Suchen Sie als pflegende:r Angehörige:r bei Berufstätigkeit beim Arbeitgeber um eine Pflegefreistellung an.
  20. Als pflegende:r Angehörige:r können Sie für einen befristeten Zeitraum Pflegekarenz oder Pflegeteilzeit mit Ihrem Arbeitgeber schriftlich vereinbaren.

 

Foto: © David Gyung / Shutterstock.com; YAKOBCHUK VIACHESLAV / Shutterstock.com; 

Augenblick mal….

Über 85 % aller Sinneseindrücke vermittelt uns das Auge. Dementsprechend wichtig ist es, lebenslang auf die Gesundheit unserer Augen zu achten.

Deshalb sollte auch alles, was über eine leichte und kurzfristige Reizung dieses sensiblen Sinnesorgans hinausgeht, von einem Augenarzt begutachtet und behandelt werden. Wenn man Brillenträger ist bzw. ab dem 50. Lebensjahr sollte der alljährliche Augenarztbesuch ohnehin selbstverständlich sein.

Apothekerkammerpräsident Mag. pharm. Dr. Gerhard Kobinger

Einige Tipps aus Apothekersicht: Um ein Verkeimen von Augenlösungen zu verhindern, sind diese meist mit einem Konservierungsmittel versetzt, welches allerdings seinerseits zu Reizungen oder Allergien führen kann. Konservierungsmittelfrei sind Lösungen in Einmal-Behältnissen, mit speziellen Abgabesystemen, die Verkeimung verhindern oder frische aseptische Zubereitungen von Augentropfen aus der Apotheke. Diese Augentropfen sind nach dem Öffnen höchstens 1 Monat verwendbar, mit Abgabesystem sogar 3-6 Monate, beachten Sie unbedingt die entsprechenden Hinweise der Gebrauchsinformation. Zur Anwendung von Augensalben zieht man vor dem Spiegel das Unterlid herunter und bringt einen 1 cm langen Salbenstrang in die Lidfalte ein, möglichst ohne das Lid mit der Tubenspitze zu berühren. Danach schließt man ohnehin automatisch das Auge und die Salbe verteilt sich. Beachten Sie, dass Sie nun verschwommen sehen und nicht Auto fahren dürfen. Abschwellende Augentropfen, wie sie gerne zur Selbstmedikation bei Bindehautreizungen verwendet werden, dürfen nur kurz eingetropft werden, da sie das Auge austrocknen. Kamillen-Umschläge haben ausgedient, da sie austrocknen und allergisieren. Wenn Sie Umschläge am Auge machen, dann am besten mit lauwarmem Wasser.

 

Vor allem Bildschirmarbeiter und Viel-Fernseher klagen oft über trockene Augen. Das führt zu Fremdkörpergefühl, verstärktem Blinzeln, Brennen und zu Rötungen, man hat „müde Augen“. Künstliche Tränen wirken nur kurz. Sinnvoller sind Hyaluronat-Augentropfen, da sie das Auge nachhaltig gut befeuchten.

Der kurzwellige, energiereiche blaue Anteil des sichtbaren Lichts führt über die Jahre zu oxidativen Schäden an den Sehzellen. Die Folge ist eine Verschlechterung der Sehleistung, das Vollbild der Erkrankung wird als altersbedingte Makuladegeneration bezeichnet. Der Pflanzenfarbstoff Lutein, enthalten in Spinat, Kohl und grünem Gemüse, filtert diesen blauen Lichtanteil wie eine natürliche Sonnenbrille heraus und kann die Sehzellen vor weiterer Schädigung schützen. Lutein ist in der Apotheke hoch dosiert und kombiniert mit unterstützenden Mikronährstoffen in Kapselform erhältlich.

Beitrag veröffentlicht am 28. September 2022
© Sissi Furgler

 

Haus Esther: Ein wichtiges Stück Selbstbestimmung im Alter

Möglichst lange gesund zu Hause wohnen – das ist der Wunsch fast aller Seniorinnen und Senioren. Aber wie?

In Österreich gibt es mittlerweile mehr Pensionistinnen und Pensionisten als Kinder und Jugendliche – und der Anteil der älteren und hochaltrigen Menschen wird sich bis zum Jahr 2040 verdoppeln. Was es also braucht, sind langfristige Mittel und Wege, in einer immer älter werdenden Gesellschaft Seniorinnen und Senioren niederschwellig dabei zu unterstützen, ihre Selbstständigkeit möglichst lange zu behalten.

Mit dem „Haus Esther“ als Zentrum für gesundes Altern wurde in Graz nun ein Pilotprojekt ins Leben gerufen, das verschiedenste Pflege- und Hilfsangebote für Seniorinnen und Senioren und deren Angehörige an einem Ort vereint.

Das Konzept des Haus Esther orientiert sich an dem schwedischen „Esther Modell”, einem Netzwerk, das sich für optimale Entwicklungen im Gesundheitssystem einsetzt und nach zukunftsfähigen Lösungen für eine immer älter werdende Gesellschaft sucht. Die Basis für das Angebot der neuen Grazer Einrichtung bildet die fiktive ältere Person „Esther” und die Frage: „Was ist das beste für Esther?” Esther möchte selbstständig leben und in Würde altern – dabei benötigt sie jedoch Unterstützungsangebote. Und genau diese bietet das „Haus Esther”: Der Standort in Graz beheimatet Ambulanzen, die Pflegedrehscheibe des Sozialamts und ein Zentrum für altersunterstützende Technologien. Alternde Personen und ihre Angehörige finden dort notwendige Hilfen und Beratungen und können vor Ort unnötig lange und beschwerliche Amtswege abkürzen.

 

 

Besonders ist auch, dass im „Haus Esther” der Einsatz von altersassistiven Technologien (AAL) gefördert werden soll. Vor Ort besteht die Möglichkeit, sich über den Nutzen solcher Technologien im Alltag sowie in Pflege und Therapie zu informieren. Erstmalig wurden für die breite Bevölkerung öffentliche AAL-Showrooms errichtet, die in ihrer Größe einzigartig sind. In diesen Ausstellungsräumen, die sich im Erdgeschoss des Gebäudes befinden, werden alternden Personen und ihren Angehörigen verschiedenste Möglichkeiten zur technischen Unterstützung im Alter vorgestellt. Hersteller:innen von Lösungen für Senior:innen haben einen Raum, um ihre Produkte zu präsentieren, während im Rahmen des neuen Living Labs der Human technology styria Forschung und Entwicklung gefördert werden.

„Selbst wenn’s zuhause nicht mehr geht, wissen Leute sich hier in guten Händen“

Im Zuge der feierlichen Eröffnung des „Haus Esther” spricht Johann Harer, Geschäftsführer der Human technology styria, darüber, dass Altern bereits mit dem ersten Lebensjahr beginnt und wie wichtig die enge Zusammenarbeit von Forschung und Gesundheitseinrichtungen ist, um den Menschen mehr und gesündere Lebenstage zu bieten.

Gert Hartinger, der Geschäftsführer der Geriatrischen Gesundheitszentren der Stadt Graz (GGZ), berichtet von einem kleinen Meilenstein im sozialen Bereich und betont die Besonderheit der guten Zusammenarbeit von so vielen unterschiedlichen Teilnehmer:innen an einem gemeinsamen Projekt mit einer gemeinsamen Vision.

Auch eine Bewohnerin des betreuten Wohnen der GGZ, Frau Pflüger, ist anwesend, um Einblicke in die Herausforderungen, Wünsche und den Alltag einer „Esther” zu geben. Nur beim Tragen ihres Rollators braucht sie Hilfe, sonst kann sie den Haushalt noch alleine schupfen, erzählt sie. Jeden Mittwochabend wird sie zur Chorprobe abgeholt und wartet am Tor auf ihre Fahrgelegenheit. Ihr ganz besonderer Wunsch: Ein Bankerl zum Sitzen und Warten, da das Stehen schon anstrengend wird.

Im Anschluss eröffnen Bürgermeisterin Elke Kahr und Stadtrat Robert Krotzer das „Haus Esther” feierlich. Und versprechen, ein weiteres Bankerl aufstellen zu lassen.

 

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von Karolina Wiener
Beitrag veröffentlicht am 15.07.2022

 

Vorhofflimmern ernst nehmen

Vorhofflimmern schränkt nicht nur die Leistungsfähigkeit und Lebensqualität ein, die Rhythmusstörung erhöht das Risiko für einen Schlaganfall um das Fünffache. Prognosen zufolge wird sich die Anzahl der Betroffenen in den nächsten 20 Jahren verdoppeln. Eine frühzeitige Diagnose ist wichtig, betont Kardiologe Martin Manninger-Wünscher von der Med Uni Graz.


Martin Manninger-Wünscher

Was ist Vorhofflimmern überhaupt?

Vorhofflimmern ist die häufigste anhaltende Rhythmusstörung beim Erwachsenen. Normalerweise wird der Herzrhythmus durch einen Taktgeber im Herzvorhof, dem Sinusknoten, vorgegeben. Beim Vorhofflimmern kommt es zu einer chaotischen elektrischen Aktivierung und damit zu Vorhoffrequenzen von bis zu 600/min, welche auf die Herzkammern übergeleitet werden und dort oft zu einem schnellen Puls von 100 bis 180/min führen. Die Rhythmusstörung kann in kurzen, selbstlimitierten Episoden vorkommen oder stabil laufen, bis man sie zum Beispiel durch Medikamente unterbricht. Je länger und öfter sie läuft, desto länger und öfter wird sie in Zukunft wieder kommen. Am Anfang der Erkrankung wird die Rhythmusstörung durch einzelne Zellen ausgelöst, die in den Lungenvenen im linken Herzvorhof liegen. Je häufiger die Rhythmusstörung auftritt, desto mehr bauen sich die Herzvorhöfe um und immer mehr Bereiche können sie auslösen und aufrechterhalten.

Wie verbreitet ist diese Rhythmusstörung?

Vorhofflimmern betrifft weltweit zwei bis vier Prozent der Erwachsenen. Berechnungen zufolge soll sich die Rate in den nächsten 20 Jahren verdoppeln. In Österreich sind rund 230.000 Patienten betroffen. Das Lebenszeitrisiko für 55-Jährige, Vorhofflimmern zu bekommen, liegt bei 1:3. Männer haben ein gering höheres Risiko. Die Häufigkeit ist bei Frauen und Männern aber ähnlich verteilt, da Frauen eine höhere Lebenserwartung haben.

Wer ist in besonderer Weise davon betroffen?

Zu den nicht beeinflussbaren Risikofaktoren zählen genetische Prädisposition, Alter, männliches Geschlecht und Ethnizität – Nicht-Kaukasier sind häufiger betroffen. Der Großteil der Risikofaktoren ist beeinflussbar, dazu zählen Herzklappenerkrankungen, Herzschwächen, koronare Herzerkrankungen, Gefäßerkrankungen, akute Erkrankungen oder Operationen, Inaktivität oder übermäßige Aktivität, hohe Blutfette, Rauchen, Alkoholkonsum, Übergewicht, obstruktive Schlafapnoe, Autoimmunerkrankungen, COPD, Nierenerkrankungen, Diabetes mellitus und Bluthochdruck.

Welche Symptome machen sich bei Vorhofflimmern im Alltag bemerkbar?

Die Wahrnehmung ist sehr unterschiedlich. Manche Betroffene spüren jede kurze Episode und sind dadurch stark beeinträchtigt. Andere spüren die Rhythmusstörung gar nicht und werden erst durch eine Komplikation, etwa einen Schlaganfall oder eine Herzschwäche, symptomatisch. Der Handlungsbedarf hängt stark vom Stadium der Erkrankung ab. Ist Vorhofflimmern noch nicht bekannt, ist es wichtig, während der laufenden Rhythmusstörung ein EKG zu schreiben, um die Diagnose zu bestätigen. Wenn es bereits bekannt ist und die Basistherapie schon besteht, hängt der Handlungsbedarf davon ab, ob die Episoden wieder spontan aufhören oder ob man dadurch in seiner Lebensqualität beeinträchtigt ist.

Wie wird Vorhofflimmern diagnostiziert, welche medizinischen Checks finden statt?

Vorhofflimmern wird mittels EKG diagnostiziert. Dafür muss man aber neuerdings nicht mehr unbedingt die traditionelle 12-Kanal-EKG-Aufzeichnung in einer Ordination oder Spitalsambulanz machen lassen. Auch neue Technologien, die eine 1-Kanal-EKG Aufzeichnung ermöglichen – wie zum Beispiel in einer Smartwatch – sind für die Diagnose ausreichend. Aufgrund der Häufigkeit der Erkrankung und der damit verbundenen Komplikationen empfiehlt es sich, bei Menschen über 65 Jahren regelmäßig mittels Pulstasten und EKG-Aufzeichnungen nach Vorhofflimmern zu suchen. Dafür stehen auch automatische Pulsmessungen von Smartphones, Pulsuhren oder Smartwatches zur Verfügung. Man geht davon aus, dass Vorhofflimmern bei einem Drittel der Betroffenen noch unentdeckt ist.

Welche Therapieoptionen gibt es?

Die Grundpfeiler der Therapie sind die Vermeidung von Schlaganfällen, Symptomkontrolle und die Behandlung von Risikofaktoren. Anhand eines Risikoscores beurteilt man das Schlaganfallrisiko und empfiehlt eine orale Antikoagulation, also eine Blutverdünnung. Um Symptome zu behandeln, kann man medikamentös die Herzfrequenz im Vorhofflimmern reduzieren oder alternativ versuchen, den normalen Sinusrhythmus wieder herzustellen und zu halten. Dafür stehen Medikamente oder die Elektrokardioversion – eine externe Schockabgabe in Kurznarkose – zur Verfügung. Zur Langzeit-Rhythmuskontrolle zählen die medikamentöse Therapie und die Katheterablation. Letztere wird in spezialisierten Einrichtungen durchgeführt. Mit einem Gefäßzugang über die Leiste mittels Kathetern wird der linke Herzvorhof erreicht, um dort die auslösenden Zentren elektrisch vom restlichen Vorhof zu isolieren. Zur Behandlung der Risikofaktoren gehört die adäquate Blutdruck- und Zuckereinstellung, Reduktion von Übergewicht, Raucherentwöhnung, Einnahme von Blutfettsenkern, Alkoholkarenz und regelmäßige körperliche Aktivität oder Reduktion der Trainingsintensität bei exzessiver sportlicher Belastung.

Welcher Zusammenhang besteht zwischen Vorhofflimmern und Schlaganfällen?

Vorhofflimmern erhöht das Schlaganfallrisiko um ein Fünffaches und jeder fünfte Schlaganfall ist durch Vorhofflimmern verursacht. Leider sind Schlaganfälle, die so zustande kommen, oft schwerwiegender als bei anderen Ursachen. Der Grund für das Auftreten von Schlaganfällen im Zusammenhang mit Vorhofflimmern ist, dass während der Rhythmusstörung die Herzvorhöfe nicht kontrahieren und sich erweitern. Durch die gestörte Zirkulation im Vorhof kommt es zum Stau von Blut in Hohlräumen wie dem linken Herzohr. Dort können sich Blutgerinnsel (Thromben) bilden, die aus dem Herzen ausgespült werden und Hirngefäße verstopfen können.

Beitrag veröffentlicht am 18.05.2022