Gut zu Fuß – Graz entdecken

Wo Peter Rosegger im Gärtnerhaus schrieb, vier Millionen Werke archiviert sind und das Franzosenkreuz an Kämpfe um Graz erinnert: All das versammelt die Tour „Die Belesene“ aus dem Buch „10.000 Schritte in und um Graz“, die auf reizvollen Wegen über den Rosenhain nach Andritz führt. Jeder Schritt zählt!

Am Foto sieht man die Kurzbeschreibung der Tour.
Die Tour „Die Belesene“ ist eine der beschriebenen 15 Touren aus dem Buch von Elke Jauk-Offner.

Am Geidorfplatz, im Herzen des Viertels, war einst das „Dorf am flachen Land“, wie die mittelhochdeutsche Bezeichnung Gaidorf auch heute noch verrät. Aus allen Richtungen kann man zum Ausgangspunkt einer Tour anreisen, die auf rund 10.000 Schritten über den Rosenhain nach Andritz führt. Die Heinrichstraße ist zwar wegen des Verkehrsaufkommens keine von der idyllischen Sorte, sie führt aber schnurstracks zum Fuße des Rosenhains.

Ein kleiner Schlenker leitet auf das Universitätsgelände, direkt vor dem ReSoWi-Zentrum biegt man rechts in die Universitätsstraße ein, um einen Blick auf die Universitätsbibliothek der Karl-Franzens-Universität zu werfen. Hier könnte man sich übrigens Wissen aus vier Millionen Werken aneignen. 

Am Foto sieht man einen der möglichen Rastplätze auf der Tour die Belesene.
Unterwegs laden Sitzmöglichkeiten, in der warmen Jahreszeit unter lauschigen Blätterdächern, zum Verweilen ein.

Pionierin der Medizin

Zurück Richtung Heinrichstraße wird selbige gequert, um an Haus Nummer 45, der Klöcher-Perle, in den Rosenberggürtel einzubiegen. An der nächsten Kreuzung geht es rechts in die Aigner-Rollett-Allee. Der Straßenname erinnert an Oktavia Aigner-Rollett, eine Pionierin der Frauen-Medizin. Sie schloss ihr Studium 1905 ab und wurde die erste Ärztin in Graz und der Steiermark. Linker Hand schweift der Blick bald über die Rosenhainteiche. 

Rechter Hand liegt das Universitätssportzentrum – aus Studierendensicht legendär vor allem für seine USI-Feste. Gleich daneben toben sich Vierbeiner auf der Hundewiese aus. Jetzt geht es bergwärts auf der Max-Mell-Allee. Zwischen den Bäumen steht eine Ruine. Dabei handelt es sich um das ehemalige Sommerrefektorium der Jesuiten, das 1654 als Erholungsheim für den Orden errichtet wurde. Später ging es in Staatsbesitz über, nach einem Brand in den 1980er-Jahren bröckelt es langsam vor sich hin. 

Götter und Giganten

Bald weitet sich das Wäldchen, links liegt ein Kinderspielplatz, der dem Thema Holz gewidmet ist, das Café Rosenhain ist ins Blickfeld gerückt. Man kann den Hügel entlang der Straße, vorbei an einem eichenen Naturdenkmal, oder querfeldein über die Wiese erklimmen. Der gelbe Pavillon samt großer Terrasse hat eine malerische Lage, die Stadt liegt einem zu Füßen. Peter Rosegger hat im schmalen Gärtnerhaus nebenan übrigens die eine oder andere Zeile verfasst. 

„Wenn die Götter von den Giganten aus dem Himmel wären vertrieben worden, so hätten sie sich gewiß keine andere Wohnstätte als diesen Winkel der Welt erwählt“, schrieb Georg Stobäus von Palmburg, von 1584 bis 1618 Fürstbischof von Lavant, schon dereinst entzückt über den Rosenberg. Er war 1603 im Minoritenschlössl zu Gast, das wir, wenn wir der Panoramagasse folgen, weiter oben erreichen. Das Anwesen in der Quellengasse, in die man an der Gabelung links einbiegt, erhielt 1618 den Namen Rosegg. 

Am Foto ist das Minorien-Schlössl,Ecke Panorama- und Quellengassse in Graz, zu sehen.
Das Minoriten-Schlössl liegt an der Ecke von Panorama- und Quellengasse. Es beherbergte im 19. Jahrhundert ein Kaffeehaus.

Gefecht am Rosenberg

Am Haus Quellengasse 68 ist es an der Zeit, den Oberen Plattenweg zu nehmen. In der Hecke rechts neben der Haltestelle versteckt sich das Franzosenkreuz – es erinnert an die am 26. Juni 1809 bei den Kämpfen um Graz gefallenen Soldaten. Gegenwart präsentiert die fast höchste Erhebung unserer Tour: Auf der Ferdinandshöhe wurde 2022 ein neuer Hochbehälter fertiggestellt. Bevor das Trinkwasser in die Grazer Haushalte gelangt, fließt es nämlich durch einen von insgesamt 23 Hochbehältern. 

Die Jakobsleiter hinab

Vom Aussichtspunkt führt der Weg weiter zur Saumgasse, die direkt hinunter zum Kreuzwirt führt. Das Traditionsgasthaus wurde von Hans von der Sann – ein Pseudonym für den Oberlehrer Johann Krainz – bereits 1892 erwähnt. Seit 2020 kommen wieder Klassiker der Wirtshausküche im idyllischen Gastgarten auf die Teller. Die Saumgasse mündet schließlich in den Viktor-Zack-Weg. Wer die fahrrad- und kinderwagentaugliche Route vorzieht, der erreicht die gleichnamige Bushaltestelle weiter unten in der Ziegelstraße. 

Alle anderen erobern noch den knapp 500 Meter hohen Reinerkogel. Achtung: Abzweigung links in den Wald nicht verpassen! Am Reinerkogel befindet sich auch die Jakobsleiter. Es sind 150 oder 300 oder fast 400 Stufen, die Quellen behaupten da ganz Unterschiedliches, man muss einfach­­ selbst nachzählen. Der „Weg zum Reinerkogel“ führt schließlich zur Gra­benstraße, die man quert, um durch die Robert-Stolz-Gasse zur Straßenbahnhaltestelle zu gelangen. 

Am Foto ist das Buchcover, die ISBN, die Kurzbeschreibung und der Preis von Euro 24 zu sehen.
Das Buch von Elke Jauk-Offner ist eine tolle Geschenkidee für alle die mit einfachen Mitteln mehr Bewegung in ihren Alltag einbauen möchten.

Text: Elke Jauk-Offner

Foto: © Lukas Elsneg

Jungbrunnen Wandern – Bergfuchs Graz

Das Wandern ist des Müllers Lust – lediglich ein Kinderlied oder ein Lebensgefühl, das Glück und Freiheitsgefühl verspricht? Was sollte man im Rucksack auf alle Fälle dabeihaben und was macht den Unterschied? Herr Sepp Steiner, Geschäftsführer von Bergfuchs Graz, stellt sich dazu den Fragen von Abenteuer Alter.

Am Foto ist Sepp Steiner, Geschäftsführer der Filiale Bergfuchs Graz zu sehen.
Sepp Steiner, Geschäftsführer von Bergfuchs Graz bei einer seiner zahlreichen Wanderungen. © Bergfuchs

Der Beginn

Herr Steiner, die Firma Bergfuchs gibt es bereits seit Jahrzehnten. Wie begann diese Wandergeschichte? 

Sepp Steiner: Die Firma Bergfuchs wurde 1983 wurde von ambitionierten Bergsteigern und Wanderern in der Region Wien gegründet. Ich selbst habe das Geschäft 1996 in Graz eröffnet. Mittlerweile beschäftige ich rund 35 Mitarbeiter.

Was halten Sie davon, wenn Sie in den Zeitungen lesen, dass es immer wieder vorkommt, dass Wanderer von der Bergrettung gerettet werden mussten, weil diese nur mit Flip-Flops unterwegs waren? 

Steiner: Es ist für mich vollkommen unverständlich, wie solche Situationen entstehen können. Eine Bergtour beginnt nicht, wenn ich aus dem Auto aussteige. Die Basis einer jeden Tour sollte die Planung sein.

Was gehört Ihrer Meinung nach zu einer guten Planung dazu?

Steiner: Ortskenntnis, Kartenmaterial oder auch moderne GPS-Daten oder Apps wie Bergfex wirken unterstützend. Bei der Planung sollte man eine Wanderung auswählen, welche der eigenen Fitness entspricht, damit hier nicht die Flugrettung zum Einsatz kommt. Sobald hier die Tour feststeht, ist die Ausrüstung an die Tour anzupassen.

Die Basis

Sie haben den Punkt der Ausrüstung angesprochen. Welche Ausrüstungsgegenstände stellen denn für Sie die Basis einer guten Wanderausrüstung dar? 

Steiner: Das sind gut passende Bergschuhe, Wanderbekleidung inklusive Wechselwäsche und ein gut bestückter Rucksack.

Es gibt unzählige Wan­der­schuhmodelle im Handel. Worauf ist hier beim Kauf zu achten? 

Steiner: Der Wanderschuh sollte immer nach dem Verwendungszweck ausgesucht werden. International wird in den Klassen A, B, C und D differenziert. A ist der klassische Wanderschuh, B ist bereits ein besserer kompakterer Wanderschuh, C ist der kompakte Wanderschuh, welcher bedingt steigeisenfest ist. In der Klasse D befinden sich bereits die steigeisenfesten Bergschuhe für den hochalpinen Bereich. 

Welche Schuhklasse ist Ihrer Meinung nach die passende für den durchschnittlichen Wanderer? 

Steiner: Wenn ich das Wandern auch herausfordernder gestalten möchte und ansatzweise in den Bereich der Schnee- und Eisberührung vordringen will, bin ich mit der Klasse C für den alpinen Bereich gut beraten. Dieser Schuh ist in der Biegelinie steif genug, um ein Steigeisen anbringen zu können. Hier muss mir allerdings klar sein, dass dadurch die Sohle weniger gedämpft ist. Für Wanderungen auf Forstwegen und über Wiesen sollte man sich einen zweiten Wanderschuh der Klasse B zulegen, um für die Gelenke die notwendige Dämpfung im Sohlenbereich zu gewährleisten. 

Was ist der nächste Schritt beim Schuhkauf? 

Steiner: Es ist wichtig, den Fuß zu vermessen, damit der passende Schuh gefunden werden kann. Wir bieten eine kostenlose umfangreiche elektronische Fußanalyse an. 

Am Foto ist ein Teil des Sortimentes der Filiale Graz zu sehen.
In der Rebengasse 1 in Graz befindet sich die Schuh- und Rucksackwelt von Bergfuchs Graz. © Bergfuchs

Alles dabei

Wenn man die passenden Wanderschuhe gefunden hat, ist sicherlich der Rucksack das am weitesten verbreitete Wanderutensil. Gibt es hier Besonderheiten? 

Steiner: Ja, hier ist es wichtig, dass alles, was ich für die Tour brauche, auch im Rucksack Platz findet. Frauen sollten einen Damenrucksack und Herren grundsätzlich einen Herrenrucksack wählen. Wobei auch Männer mit einer Größe von 1,60 m gut mit einem Damenrucksack beraten sein können.

Worin liegt der Unterschied zwischen einem Damen- und einem Herrenrucksack? 

Steiner: Die Rückenteile sind bei den Damenrucksäcken wesentlich verkürzt und die Beckengurte sind anders konzipiert. Ebenso sind die Trageriemen kürzer und ermöglichen eine passgenaue Einstellung der Riemenlänge. 

Was sind Ihre persönlichen Rucksack-Must-Haves bei kleineren Wanderungen wie zum Beispiel auf den Schöckel? 

Steiner: Ein Mobiltelefon sollte bei jeder Wanderung dabei sein, um im Ernstfall die Bergrettung unter 140 erreichen zu können. Reservewäsche zum Wechseln, hier zumindest ein T-Shirt. Wärmende Bekleidung wie Fleece- oder Funktionsjacken, Haube und Handschuhe, Wind- und Regenschutz, ein Erste-Hilfe-Bag zur Versorgung kleinerer und größerer Verletzungen inklusive Blasenpflaster, gefüllte Trinkblase oder Flasche, etwas zum Essen. Hier wäre das Schuhwerk A und B passend.

Hautnah

Was macht für Sie gute Wanderbekleidung aus? 

Steiner: Funktionswäsche sollte gut passen, weder zu weit noch zu eng sein. Die Wäsche sollte atmungsaktiv und hydrophob – schnell trocknend – sein. Weiters sollte sie vor der Sonnenstrahlung und den schädlichen UV-Strahlen, ab Kategorie 30 aufwärts, schützen, ohne die Atmungsaktivität zu verlieren, ansonsten droht ein Hitzestau.

Wie geht man nach dem Gebrauch richtig mit dem Equipment um? Kann ich durch bestimmte Verhaltensweisen die Lebensdauer meiner Ausrüstung positiv beeinflussen? 

Steiner: Ja, vor allem, was Gore-tex-Produkte angeht. Nur regelmäßiges Waschen mit einem Funktionswaschmittel garantiert Langlebigkeit und Freude am Produkt. Eine Nachimprägnierung nach der Wäsche ist erforderlich. Beim Kauf eines entsprechenden Produkts bekommt man bei Bergfuchs gleich eine kostenlose Pflegeanleitung dazu.

Was halten Sie von Wanderstöcken? 

Steiner: Es gibt Studien, welche besagen, dass bei einer Tagestour eine Entlastung bis zu 40 Tonnen durch den richtigen Einsatz mit Wanderstöcken erreicht werden können. Es gibt zwei große Vorteile, wenn man gezielt mit Stöcken am Berg unterwegs ist. Beim Bergaufgehen kann man zusätzlich mit den Stöcken anschieben. Beim Bergabgehen kann ich gezielt die Gelenke wie Knie, Hüfte etc. entlasten. Hier gibt es bereits sehr gute dreiteilige Faltstöcke, welche größenangepasst werden können und in jedem Rucksack Platz finden. 

Herzlichen Dank für das Interview.

Weitere Informationen:

Onlineshop: www.bergfuchs.at

Bergfuchs Graz, Basislager, Hans-Resel-Gasse 7, 8020 Graz, +43 316 763300, graz@bergfuchs.at, Mo.-Fr. 09:00-18:00 Uhr und Sa. 09:00-13:00 Uhr

Bergfuchs Graz, Schuh- und Rucksackwelt, Rebengasse 1, 8020 Graz, +43 316 763300, graz@bergfuchs.at, Mo.-Fr. 09:00-18:00 Uhr und Sa. 09:00-13:00 Uhr

Bergfuchs Wien, Kaiserstraße 15, 1070 Wien, +43 1 5239698, wien@bergfuchs.at, Mo.-Fr. 09:00-18:00 Uhr und Sa. 09:00-17:00 Uhr

 

Entgeltliche Einschaltung

Text: Vera Kowatschitsch

Foto: © Bergfuchs

 

Gut fürs Gehirn

Wie Bewegung die Hirnaktivität positiv beeinflusst, erläutert Eva M. Stögerer-Oberschmid von der Klinischen Abteilung für Neurogeriatrie der Univ.-Klinik für Neurologie in Graz.

Welche Vorteile hat regelmäßiger Sport im Alter gerade auch für das Gehirn?
Durch zahlreiche Untersuchungen und die Verbesserung von bildgebenden Verfahren des Gehirns konnte in den letzten Jahren festgestellt werden, dass es einen Zusammenhang zwischen körperlicher Bewegung und Hirnaktivität gibt. Training bis ins hohe Erwachsenenalter kann die Neuroplastizität des Gehirns beeinflussen und die kognitive Leistungsfähigkeit verbessern. 

Wie funktioniert das genau?
Die körperliche Aktivität wirkt im Gehirn als „Stimulator“. Vor allem die Neurogenese im Hippocampus wird als besonders relevant angesehen. Der Hippocampus ist eine wichtige Gehirnregion, die bei Lernprozessen und der Merkfähigkeit eine wesentliche Rolle spielt. Es konnte nachgewiesen werden, dass sich durch eine körperliche Betätigung in Form von Ausdauertraining die Anzahl der neu gebildeten Nervenzellen verdoppeln lässt. Dieser Effekt nimmt mit den Jahren ab, ist aber bis ins hohe Alter nachweisbar. 

Was sind die positiven Auswirkungen dieses Zusammenhangs?
Regelmäßige körperliche Bewegung reduziert sowohl das allgemeine Demenzrisiko als auch das spezielle Alzheimerrisiko zumindest kurz- beziehungsweise mittelfristig. Über die langfristige Risikoreduktion gibt es noch keine ausreichende Datenlage. Neben der Aktivierung der Neurone ist durch körperliche Aktivität auch eine Erhöhung von Neurotransmittern zu erwarten – vor allem Serotonin, Dopamin und Noradrenalin –, welche die Kommunikation zwischen den Nervenzellen verbessert. Nicht zuletzt wirkt sich die Kräftigung der Muskulatur und der Balancefähigkeit auf ein vermindertes Sturzrisiko aus.

Text von Elke Jauk-Offner
Bilder von LKH-Univ-Klinikum Graz/Laura Schaffelhofer und shutterstock
Beitrag veröffentlicht am 22.08.2023

Bewegung als Jungbrunnen

Eine aktuelle Studie von Coremed, dem kooperativen Zentrum für Regenerative Medizin der Joanneum Research, und der Med Uni Graz belegt die junghaltende Wirkung von körperlicher Bewegung auf zellulärer Ebene. 

Unterschiede des biologischen Alters können zwischen Sportlern und Nicht-Sportlern über zehn Jahre betragen. „Der schützende Effekt lässt sich anhand der Telomerlänge feststellen. Telomere sind zelluläre Marker des biologischen Alters. Diese Marker kann man sich wie Schutzkappen auf den Enden unserer Chromosomen vorstellen. Mit jeder Zellteilung verkürzen sich die Telomere, wodurch es mit der Zeit zum Zelltod kommt“, erklärt die Medizinerin und Sportwissenschafterin Marlies Schellnegger von Joanneum Research Coremed.

Zwar drehen auch gut erhaltene oder längere Telomere die Zeit nicht zurück, doch sind sie mitunter daran beteiligt, gesünder und agiler zu altern. Denn, so Schellnegger: „Kürzere Telomere werden nicht nur mit vorzeitiger Zellalterung in Verbindung gebracht, sondern auch mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Tumor- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Damit werden einmal mehr die gesundheitlichen Benefits von regelmäßiger Bewegung unterstrichen.“ 

 

Die gute Nachricht ist: Man muss sich nicht jeden Tag sportlich komplett verausgaben, um positive Effekte zu erzielen. Auch in diesem Fall gilt: Moderate Bewegung mindestens drei Mal pro Woche soll bereits ausreichen, um die Telomere zu schützen und damit den Alterungsprozess zu beeinflussen. 

Text von Elke Jauk-Offner
Bild von shutterstock
Beitrag veröffentlicht am 08.08.2023

Wunderbar Wanderbar

Ob gemütliche Runde oder anspruchsvolle Tour: Wir präsentieren die schönsten Wege der Steiermark und ihrer Umgebung – damit jede Wanderung ein Genuss wird.

Das Wandern ist des Müllers Lust heißt es in der ersten Zeile des deutschen Gedichts „Wanderschaft“, das 1821 veröffentlicht wurde. Es geht darin um die Wanderschaft von Handwerksgesellen und deren Sehnsucht, Ruhe zu finden. Heute, rund 200 Jahre später, erfüllt das Wandern bei vielen (noch immer) einen ähnlichen Zweck. Einfach mal rausgehen, an die frische Luft, die unberührte Natur entdecken und mit den Gedanken ganz woanders sein – oder überhaupt mal an nichts denken.

Viele von uns haben das „An-nichts-denken“ im hektischen Alltag ja schon verlernt – dabei kommt man gerade beim „In-die-Ferne-schweifen“ oft auf die besten Ideen. Insofern ist Wandern weit mehr als nur Bewegung an der frischen Luft. Es ist auch Entspannung für Körper und Geist. Ein Erlebnis auf zwei Beinen und einem Weg, der zugleich auch das Ziel ist. Nicht umsonst nennt man den Wandersport auch die „Medizin des 21. Jahrhunderts“: Die Pandemie hat diesem Trend noch einen ordentlichen und wahrscheinlich auch nachhaltigen Schub gegeben. Also nichts wie raus in die Natur und die schönen Seiten unseres Landes mit allen Sinnen erleben.

Klimafreundlich auf den Gipfel

Wobei: Wenn wir unsere Wanderschuhe und den Rucksack schon packen, dann am besten gleich ökonomisch. Zum Wandern mit den Öffis ist kein Problem und schont auch die Umwelt. Die „Naturfreunde Österreich“ machen schon seit Jahren darauf aufmerksam. Ein Kilometer mit dem Zug ist 30-mal klimafreundlicher als ein Kilometer mit Benzin- oder Diesel-Auto. Der Wanderführer der „Naturfreunde Österreich“ in Kooperation mit der ÖBB beinhaltet daher ausschließlich Top-Touren in ganz Österreich (46 an der Zahl) mit bester Anbindung zu den Öffis. Natürlich geben die Routen (darunter auch Wohlfühl-Wege und Natura-Trails) auch für die Sinne und das Auge etwas her: Sie führen zu traumhaft gelegenen Hütten, auf denen man besondere Ausblicke zu umliegenden Gipfeln genießt. Auch in dieser Ausgabe von Abenteuer Alter stellen wir Ihnen vier verschiedene Touren (von gemütlich bis anspruchsvoll) vor, die allesamt durch ökologisch wertvolle Landschaften führen – idyllisch, naturnah, belebend. Alle vorgestellten Routen sind einfach und schnell mit Bus und Bahn erreichbar. Da freut sich die Umwelt – und das Wanderherz natürlich.

Mehr Infos: oebb.at

Beitrag veröffentlicht am 06. Oktober 2022
© Doris List-Winder / Naturfreunde ÖSterreich

Für Yoga ist es nie zu spät!

Jeder kennt es, viel zu wenige praktizieren es: Warum Yoga die Wunderwaffe im Alter ist und den Körper fit, den Geist agil und die Psyche stabil hält.

Seine Geburtsstunde hat Yoga wohl bereits vor tausenden Jahren in Indien. Die philosophische Körperlehre kommt aus dem Hinduismus, um den genauen Zeitpunkt der Entstehung streitet sich die Wissenschaft. Viele Expert:innen führen an, dass die ersten Yogis und Yoginis bereit vor etwa 3500 Jahren in den Veden (=indische Quelltexte) erwähnt werden – das wäre etwa 1500 Jahre, bevor unsere heutige Zeitrechnung überhaupt beginnt. Genau datieren lässt sich der Ursprung des Yoga nicht, fest steht jedoch, dass es sich stetig weiterentwickelt hat und mittlerweile längst in der westlichen Welt angekommen ist. Und das zu Recht: Yoga trägt auf einzigartige Weise zu einem gesunden Lifestyle bei und sorgt sowohl auf physischer als auch auf psychischer Ebene für mehr Gesundheit, Lebenslust und Energiefluss.

Der Begriff „Yoga“ kommt aus dem Sanskrit und bedeutet grob übersetzt „Vereinigung“ oder „Integration“, denn traditionell geht es bei Yoga in erster Linie nicht um den körperlichen, sondern den geistigen Aspekt. Das Ziel eines Yogis oder einer Yogini ist es, in den eigenen Geist einzutauchen, ihn zu verstehen und zu erweitern. Die Anspannung des Körpers und die Yoga-Bewegungen sollen den Körper geschmeidig halten, den Geist beruhigen und helfen, sich auf sich selbst zu konzentrieren.

Insgesamt wirkt sich Yoga ganzheitlich positiv auf Körper und Geist aus. Die kräftigende und ausgleichende Wirkung der Bewegungslehre schätzen Yogis und Yoginis aller Altersgruppen weltweit. Denn das Alter spielt bei Yoga keine Rolle, ganz im Gegenteil: Yoga eignet sich für Seniorinnen und Senioren genauso gut wie für jüngere Personen. Und um anzufangen ist es zu spät! Selbst wenn in früheren Jahren wenig Zeit für Fitness oder Bewegung blieb, kann Yoga auch im hohen Alter noch Abhilfe schaffen. Alle Übungen können wunderbar variiert und individuell an das Alter oder die körperliche Verfassung der ausübenden Person angepasst werden. Die so genannten Asanas – die Yoga-Haltungen – können variantenreich und kreativ praktiziert werden. Je älter man ist, desto stärker kann die individuelle Tagesverfassung variieren. An schwächeren Tagen lässt sich beispielsweise auf eine Yoga-Einheit im Sitzen ausweichen. Besonders für ältere Personen bzw. Seniorinnen und Senioren ist es außerdem ratsam, Übungen deutlich kürzer, dafür jedoch öfter auszuführen. So vermeidet man körperliche Überforderung und arbeitet stetig, aber langsam mit den positiven Effekten des Yoga.

 

Zu den positiven Effekten von Yoga auf Seniorinnen und Senioren zählen:


1) Yoga wirkt präventiv gegen Alterserscheinungen und -erkrankungen

Yoga stärkt den Körper, hält ihn geschmeidig und fit und ist damit ideal zur Prävention von Alterserscheinungen. Die Übungen regen die Durchblutung in allen Körpergeweben und Knochen an, festigen so die Knochenstruktur und kräftigen die Muskeln. Außerdem ist Yoga gut für die Gelenkgesundheit und und hilft, Verspannungen zu lösen. Praktiziert man Yoga achtsam, berücksichtigt seine persönlichn Grenzen und erweitert diese stetig, wird man davon noch im hohen Alter profitieren.

2) Yoga stärkt die Lebensfreude und hält auch innerlich jung

Wird man älter, trägt man zunehmend mehr physische, aber auch psychische und mentale Altlasten mit sich herum. Diese können belasten und sich auf das innere Gleichgewicht auswirken. Praktiziert man Yoga, praktiziert man auch eine gewisse Achtsamkeit seinem Geist und seinem Unterbewusstsein gegenüber und baut Blockaden ab. Regelmäßiges Yoga bringt mehr Agilität und stärkt die Fähigkeit, sich am Leben und auch am Altern zu erfreuen.

3) Yoga dient als Werkzeug, den eigenen Körper zu lieben

Mit dem Alterungsprozess verändert sich auch der Körper. Nicht immer ist das leicht zu akzeptieren. Dinge, die früher ganz selbstverständlich waren, fallen im Alter zunehmend schwerer und auch die körperliche Leistungsfähigkeit verändert sich. Entscheidend ist jedoch, in Bewegung zu bleiben. Yoga lehrt, die eigenen körperlichen und mentalen Grenzen auszuloten und im Rahmen der eigenen Möglichkeiten langsam zu erweitern. Diese immer wiederkehrenden Erfolge fördern die Liebe zum eigenen Körper.

4) Die Meditation, die mit Yoga einhergeht, ist gut für die mentale Gesundheit

Mentale und körperliche Gesundheit sind eng miteinander verknüpft. Gewöhnt man sich über die Jahre negative Gedankenmuster an, die sich vor allem durch viele erlebte Erfahrungen verfestigen können, kann Meditation dabei helfen, den Geist zu reinigen und den Kopf freizumachen. Unsere eigene Perspektive bestimmt, wie wir unsere Umwelt und Lebenssituation wahrnehmen. Arbeiten wir an unserer inneren Einstellung, können wir unsere erlebten Lebensrealität, unseren Gedanken und Gefühlen zum Positiven verändern.

 

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von Karolina Wiener
© Shutterstock
Beitrag veröffentlicht am 24.05.2022