Niedrige Pensionen sind weiblich

Frauen bekommen deutlich weniger Pension als Männer – im Bundesdurchschnitt 40,1 % weniger, in der Steiermark sogar 42,3 %. Das ist kein Einzelfall, sondern systematisch. Besonders auffällig: Die Mehrheit unserer Mitglieder in der Steiermark sind Frauen.

Am Foto ist die Frauenreferentin Frau Elisabeth Well zu sehen.
Elisabeth Well, Frauenreferentin des Pensionistenverbandes Steiermark.

„Männer erhalten im Schnitt € 2.236,- Pension pro Monat, Frauen nur € 1.301,- – das sind € 935,- weniger, Monat für Monat“, rechnet Landesfrauenreferentin Elisabeth Well vor. Pro Jahr ergibt das eine Differenz von über € 11.000,-.

Diese Zahlen sind keine Statistik-Spielerei, sondern Ausdruck realer Ungerechtigkeit. Und die beginnt nicht erst im Ruhestand: Fehlende Kinderbetreuungsplätze, unfaire Bezahlung, lückenhafte Anrechnung von Erziehungszeiten – all das summiert sich über Jahrzehnte.

Bei öffentlichen Aktionen im Vorjahr stießen Well und Landesgeschäftsführerin Manuela Kunst auf breite Zustimmung – von Frauen und Männern. Denn klar ist: Gerechtigkeit hat kein Geschlecht.

 

Entgeltliche Einschaltung

Foto: pvstmk

Mehr Lohn in der Pension – Anreize

Erst jüngst machten im benachbarten Deutschland die ­­Ergebnisse einer großen Studie Schlagzeilen. Das Institut der deutschen Wirtschaft konnte mit Zahlen und Fakten belegen, dass Menschen, die im Alter erwerbstätig sind, mit ihrem Leben deutlich zufriedener sind als andere. Was zweifellos auch in Österreich der Fall ist. In der Generation der 66- bis 70-Jährigen – man bezeichnet sie bisweilen als „Silver Worker“ – arbeitet man offensichtlich gerne über die Regelaltersgrenze hinaus. Hier werden vor allem zwei Gründe dafür genannt.

Es geht vielen um die Möglichkeit zum sozialen Austausch mit Kolleginnen wie auch Kollegen. Die jeweilige Tätigkeiten als sinnstiftend zu schätzt ist ebenso ein Anreiz. Beides würde, wie es im Zusammenhang mit den Studienergebnissen heißt, das Wohlbefinden und das Selbstwertgefühl der „Silver Worker“ stärken. Und es zeigt sich, wie die Studienautoren bemerken, dass finanzielle und wirtschaftliche Gründe bei der Weiterarbeit über das gesetzliche Pensionsantrittsalter hinaus eine deutlich geringere Bedeutung haben als Spaß an der Arbeit und soziale Kontakte.

Am Foto ist Ernest Schwindsackl zu sehen.
Ernest Schwindsackl, Obmann des Steirischen Seniorenbundes und Mitglied des Bundesrates. © Christian Geogescu

Neue Impulse

Für den Obmann des Steirischen Seniorenbundes sind diese Ergebnisse ein Beleg dafür, dass das Weiterarbeit über die Regelaltersgrenze hinaus neue Impulse braucht. Schwindsackl verweist zunächst auf erste gesetzliche Änderungen auf Bundesebene aus dem Vorjahr. Diese sind nicht zuletzt auf Initiative des Seniorenbundes zustande gekommen. Bis zur Grenze von 1.040 Euro monatlichem Erwerbseinkommen müssen seither keine Pensionsversicherungs­­beiträge mehr geleistet werden. Es bleiben weiterarbeitenden Pensionistinnen und Pensionisten auf diese Weise bis zu rund 100 Euro brutto mehr im Monat.

Schwindsackl sieht das als ersten Schritt und fordert unbedingt noch weitere. „Wir brauchen größere und attraktivere Anreize für Menschen, die über das gesetzliche Pensionsantrittsalter hinaus arbeiten wollen. Das Arbeiten in der Pension muss sich im Sinne der Betroffenen und auch der Gesellschaft wirklich lohnen“!  Das ergäbe, so der Seniorenbundobmann, auch einen Win-Win-Effekt. „Wenn Menschen über das gesetzliche Pensionsantrittsalter hinaus arbeiten wollen, entsteht daraus einerseits eine sehr konkrete Antwort auf das Thema Fachkräftemangel und es stärkt andererseits unser Pensionssystem, indem es für Enkelfitness sorgt.“

Am Foto sieht man einen betagten Tischler bei der Arbeit.
Der soziale Austausch und eine sinnstiftende Tätigkeit sind Gründe wieso Pensionisten gerne weiterarbeiten. © Dmytro Zinkevych / Shutterstock.com

Abschaffung von Beiträgen

Der Obmann des Steirischen Seni­orenbundes will dazu beitragen, dass möglichst rasch in dieser Thematik konkrete und nachhaltige Schritte gesetzt werden. Er hat dazu eine klare Botschaft: „Ich fordere die Abschaffung der Pensions- und Sozialversicherungsbeiträge für erwerbstätige Pensionisten“! Nachsatz: „Ich betrachte das nicht nur als absolut zeitgemäß, sondern auch als einen Akt der Fairness. Wer sein ganzes Arbeitsleben lang Pensions- und Sozialversicherungsbeiträge geleistet und damit Anspruch auf die entsprechenden Leistungen hat, sollte nicht plötzlich noch einmal zur Kasse gebeten werden. Das widerspricht meiner Meinung nach dem bewährten Prinzip und dem Sinn einer Versicherung.“

Ernest Schwindsackl tritt auch dafür ein, in Österreich in nächster Zeit viel mehr zu tun, um wichtige Erkenntnisse zu den Zusammenhängen zwischen Arbeit, Alter, Gesundheit und Wohlbefinden zu gewinnen. Er nennt ein wichtiges Beispiel in diesem Zusammenhang: „Wir kennen zahlreiche Studien, die darauf schließen lassen, dass es für Menschen gesünder ist, im Alter weiterzuarbeiten. Es gibt dazu allerdings eine wichtige Frage, die einer genauen Klärung bedarf: Bleiben ältere Leute länger fit, weil sie über das gesetzliche Pensionsantrittsalter hinaus beruflich tätig sind? Oder arbeiten sie vielleicht deshalb länger, weil sie noch fit sind und sich gut fühlen? Ich gehe davon aus, dass beides der Fall sein wird. Aber was hat die größere Bedeutung?“

Für Schwindsackl steht außer Zweifel, dass ältere Menschen heute gesünder sind als frühere Generationen. Mehrere Untersuchungen dokumentieren in letzter Zeit, dass 70-Jährige heutzutage so fit sind wie 60-Jährige vor ein bis zwei Jahrzehnten. Nach Ansicht von Fachleuten, sagt der Seniorenbundobmann, deutet manches darauf hin, dass für viele Menschen das Alter von 70 heute das neue 60 ist. Und auch das sei ein klares Indiz dafür, „dass wir neue, attraktive Rahmenbedingungen für die freiwillige Weiterarbeit über die gesetzliche Pensionsgrenze hinaus schaffen müssen. Und zwar so rasch wie möglich!“

Fotos: © Dmytro Zinkevych / Shutterstock.com; PeopleImages.com – Yuri A / Shutterstock.com; Christian Geogescu / Shutterstock.com

Plötzlich zu Hause: Mein Abenteuer Alter

Altlandeshauptmann Hermann Schützenhöfer im Interview über sein Leben nach 52 Jahren in der Politik, über Freundschaften und über die Sorgen der Spitalspatienten. 

Wir treffen Sie hier in einem Büro in der Grazer ÖVP-Zentrale. Das ist kein typischer Ort für einen Pensionisten, der einen Teil seines Lebens zurücklässt und einen neuen Lebensabschnitt beginnt, oder?
Hermann Schützenhöfer: Ich glaube, das könnte ich gar nicht. Aber ich bin zum Ehrenobmann der steirischen ÖVP gewählt worden und deshalb habe ich hier ein Büro. Ich bin vielleicht einmal in der Woche hier.

Wie erleben Sie den neuen Lebensabschnitt, auch als Abenteuer?
Es ist schon eine Art Abenteuer. Ich war 52 Jahre in der Politik, das ist eine sehr lange Zeit, und ich bin seit 44 Jahren mit meiner Frau verheiratet. Ich war immer zweigeteilt. Ich war Berufspolitiker, meine Frau hat zugunsten ihres Mannes und der Kinder ihre Berufskarriere aufgegeben und sich der Familie gewidmet. Und jetzt bin ich plötzlich zuhause. Allerdings nicht immer mit dem Kopf. Ich werde oft angerufen und um Rat gefragt. 

Sind Sie zuhause ein Fremdkörper?
Das nicht, aber es ist eine Umstellung. 

Wie sieht das Ihre Frau?
Offen gesagt, wir sind beide noch in der Eingewöhnungsphase. Sie war gewohnt, zuhause zu sein und alles irgendwie zu dirigieren. Meine Versuche, ihr im Haushalt irgendwie zu helfen, sind nicht nennenswert, weil es braucht Zeit, bis man weiß, wo was hingehört. Aber man lernt bei der Gelegenheit die Arbeit einer Frau schätzen. Das ist für mich und meine Frau neu, aber es geht gut. Der entscheidende Vorteil für mich auch in der Beziehung zu meiner Frau ist, dass ich nicht mehr die Letztverantwortung in der Politik habe. Ich war immer ein Mensch, dem die Leichtigkeit des Seins nicht gegeben ist. Wenn ich früher im Sommer ein paar Tage weg war und es gab in der Steiermark ein Unwetter, bin ich zurückgefahren. Diese Last ist weg, und das wirkt sich für mich gut aus. 

Wie beginnt Ihr Tag, wenn nicht frühmorgens der Chauffeur vor der Tür steht?
Im Regelfall steht meine Frau vor mir auf. Beim Frühstück muss die Zeitung da sein. Ich bin ein Zeitungsmensch, ich muss die Zeitung in der Hand haben, mit dem iPad kann ich nicht viel anfangen. Am Vormittag gehe ich dann entweder eine Stunde mit meiner Frau oder ich sitze eine gute halbe Stunde am Hometrainer und mache dann Körperübungen, die mir gut tun. Mein Rhythmus war ja: Man sitzt im Wagen, bereitet sich auf die nächste Rede vor, ist dann im Büro, man isst etwas, geht heim, schlaft und dann am nächsten Tag alles wieder von vorne. Diese Dinge haben sich ganz eindeutig verbessert. 

Sie hatten viele Jahre Dienstwagen und Fahrer, wie schaute es mit dem Autofahren aus?
Ich bin viele Jahre nicht selbst gefahren und ich fahre jetzt mit unserem Auto durch die Gegend. Aber es ist für mich keine Frage, wenn ich wohin fahre, wo ich auch ein Glaserl Wein trinke, dann bitte ich jemanden, dass er mich führt. Durch die Partei habe ich da Möglichkeiten, aber ich habe keinen Chauffeur, der Tag und Nacht für mich parat ist. 

Haben sich im neuen Lebensabschnitt ihre Freundschaften verändert?
Ich sage immer: Lebensfreundschaften entstehen eigentlich in der Jugend. Meine drei oder vier wirklichen Freunde waren das damals und sie sind es heute. Das sind Freunde, mit denen wir auch auf Urlaub fahren. Ich möchte hier auch dankbar erwähnen, dass es mich freut, wenn mich viele Leute ansprechen und sagen: Schade, dass Sie gegangen sind. Das sind übrigens die gleichen, die nach zwei Jahren sagen: Warum ist der noch immer nicht weg? 

Und in den Abendstunden, da sind Sie ja jetzt zuhause wie andere Leute in Ihrem Alter? Sitzen Sie vor dem Fernseher?
Was das Fernsehen betrifft: Meine Frau schaut mehr politische Sendungen als ich. Spätabends wird mir das zu dumm, da geh ich etwas lesen.

 Wie geht es Ihnen nach so einem außerordentlichen Berufsleben gesundheitlich?
In meinem Alter geht es ohne Wehwehchen nicht. Ich bemühe mich, etwas gesünder zu leben. Meine Funktion war ja auch Raubbau am Körper. Das geht oft gar nicht anders. 

Wenn es um die Gesundheit geht, erlebt die ältere Generation lange Wartezeiten in Ordinationen und Ambulanzen. Haben Sie das auch schon erlebt?
Ja schon. Natürlich muss ich zugeben, dass man als Landeshauptmann privilegiert ist. Da ruft man an, weil man Schmerzen hat und der Arzt fragt, wann man kommen will. Aber das heißt noch lange nicht, dass man nicht warten muss. Ich gehöre auch nicht zu denen, die nach drei Minuten ungeduldig werden. Insgesamt halten sich diese Situationen in Grenzen. 

Die ältere Generation nimmt gerade mit Sorge die Lage in den Landesspitälern wahr. Sie hatten viele Jahre dafür zumindest Mitverantwortung. Verstehen Sie die Sorgen der Menschen?
Das ist natürlich ein vielschichtiges Problem. Ich sehe, dass für viele Menschen die eigene Befindlichkeit das Maß aller Dinge geworden ist. Sie machen sich keine Gedanken und vertrauen darauf, dass die Gesellschaft sie auf irgendeine Weise tragen wird. Wenn ich durch das Land fahre, denke ich mir oft: Wissen die Leute denn, dass wir in einem privilegierten Land leben? Wenn ich denke, wie vieles selbstverständlich geworden ist, sehe ich einen gewissen Werteverfall. Die Erwartungshaltung der Menschen ist sehr groß geworden. Sie denken, dass ihnen Vieles zusteht. 

Was bedeutet das in Bezug auf die Lage in den Krankenhäusern?
Die Medizin kann heute unglaublich viel! Es gibt aber keinen Grundkonsens mehr, dass nicht jede der Errungenschaften in jedem einzelnen Spital angeboten werden kann, und dass es deshalb Spezialisierung geben muss. Deshalb ist es gut, wenn wir Krankenanstalten haben, die eine Erstversorgung anbieten, und gleichzeitig müssen die Leute dann mit dem Hubschrauber oder dem Jumbo rasch in ein Zentralspital kommen können. Daran muss die Politik arbeiten und auch festhalten! Ich sage immer: Politik ist dazu das, um das Richtige populär zu machen. Wenn das nicht gelingt, muss man aber immer noch das Richtige tun.

Viele Menschen in der Steiermark und gerade die ältere Generation leiden unter der hohen Inflation dieser Zeit. Wie erleben Sie das?
Ich kriege das natürlich mit, obwohl ich kein begnadeter Einkäufer bin. Ich bringe eher Sachen nachhause, die kein Mensch braucht. Aber es fällt mir zu, dass ich meine Frau zum Bauernmarkt auf den Kaiser Josef Platz oder Lendplatz fahre und wenn sie zurückkommt, erfahre ich, dass dieser Einkauf 70 Euro gekostet hat. Ich persönlich finde, dass die Politik wegen der Teuerung mehr tun müsste. Es muss einiges getan werden, um den Sozialstaat zu schärfen, um denen zu helfen, die ihn wirklich brauchen. Und ihn gleichzeitig für die zu schließen, die sich etwa in der Pandemie eigentlich ganz gut bedient haben. 

Viele Menschen beginnen den neuen Lebensabschnitt der Pension mit Plänen und Vorsätzen. Manches gelingt dann nicht wie beabsichtigt. War das bei Ihnen auch so?
Eigentlich nicht. Was ich mir vorgenommen habe, ist mehr zu lesen. Das tu ich. Was langsam dazu kommt, ist mehr zu reisen. Ich war nie ein Reisender. Als Politiker bin ich ziemlich viel herumgekommen in der Welt, jetzt genügt mir Österreich und das Umfeld. Ich fahre wahnsinnig gerne ins Friaul und nach Grado. Aber, ob ich durch die Grazer Herrengasse gehe oder in Grado, ich treffe die gleichen Leute aus der Steiermark. Zuhause genießen wir die Natur. Wenn meiner Frau und mir danach ist, fahren wir nach Pöllauberg, wo wir geheiratet haben. Das genießen wir sehr. 

Andere beginnen im Alter ehrenamtliche Tätigkeiten. Die halbe Republik würde wahrscheinlich nicht funktionieren, würden sich die Senioren nicht engagieren. Wie ist das bei Ihnen?
Ich bin Ehrenobmann der ÖVP, das ist natürlich ehrenamtlich. Ich fahre viel hinaus, wenn mich zum Beispiel die Altbürgermeister einladen, die kenne ich ja alle. Neu ist, dass ich die Präsidentschaft des Komitees „Große schützen Kleine“ übernehme. Da geht es um Unfallprävention und Gesundheitsförderung für Kinder und Jugendliche. Ich bin auch ehrenhalber der Vorsitzende des Kuratoriums des Universalmuseums Joanneum, wo wir bemüht sind, das Erbe Erzherzog Johanns in die heutige Zeit zu tragen. Mich füllt aus, dass wir dieses wichtige Erbe nicht nur verwalten, sondern in die Zukunft führen. 

Text von Johannes Kübeck
Bild von Luef Light
Beitrag veröffentlicht am 22.06.2023

Immobilien: die verlässliche Wertanlage

Immobilien werden auch in Zukunft attraktiv bleiben, prognostiziert Rainer Stelzer, Vorstand der RLB Steiermark. Es müssen aber wichtige Entwicklungen beachtet werden.

Werden Immobilien in Zukunft attraktiv bleiben oder ist ein Rückgang zu erwarten?
RAINER STELZER: Immobilien und die Wohnraum-Finanzierung bleiben auch in Zukunft trotz steigendem Zinsumfeld nachgefragt und bleiben weiterhin attraktive Veranlagungsformen. Bei steigenden Zinsen kann man mit Immobilien weiter Erträge generieren und Immobilien bleiben weiter ein sicherer Hafen. Auf Grund etwa indexgebundener Mieterträge bieten sie sogar einen teilweisen Schutz gegen die steigende Inflation. Natürlich darf man weiterhin die Inflations- und die Zinsentwicklung und die Kaufpreis- und Mietentwicklung nicht außer Acht lassen und muss diese laufend marktkritisch betrachten. Folglich stellen wir ausgewogene und sensitive Finanzierungen für Kunden bereit, die auch bei Verschärfungen am Immobilien- oder Kapitalmarkt gemäß den Regularien konform bleiben. Die Entwicklungen bei der Immobilien- und Projektfinanzierung sowie den Institutionellen Kunden stimmen uns weiter optimistisch für die kommenden Jahre.

Was bedeutet das für Kund:innen?
STELZER: Die Bauwirtschaft leidet nach wie vor unter Rohstoffengpässen und stark volatilen Materialpreisen. Diese Entwicklungen offenbaren, dass regionale Wertschöpfung und Produkte für die heimische Wirtschaft immer wichtiger werden. Aktuell sind die Zinsen bereits eindeutig im Steigen begriffen. Ein Ende der Negativzinsphase ist noch für heuer zu erwarten. Auf lange Sicht ist mit einem Ansteigen der Zinsen zu rechnen. Es empfiehlt sich daher ein mit der Bank abgestimmtes Zinsmanagement. Wichtig für Kunden ist daher ein Partner, der rasch hilft und langfristig denkt. Daher ist eine Spezialberatung, wie jene unserer Mitarbeiter, die alle Eventualitäten im Projektgeschäft kennt und miteinbeziehen kann, gefragt. Wir betreuen als diskreter, greifbarer Finanzierungspartner Kunden in der Steiermark, in Wien sowie im Süden Deutschlands. Unsere Expert:innen für Immobilien- und Projektfinanzierung und institutionelle Kunden finden mit höchstem Einsatz optimierte Lösungen für Kundenanliegen. Etwa durch eine Standort- oder Mietpreisanalyse, bei der ideale Standorte und Objekte bezogen auf Kundenanfragen gefunden werden.

Was sollten Käufer:innen aufgrund dieser Entwicklungen beachten?
STELZER: Es ist aktuell und künftig sorgfältig auf die Angebots- und Nachfrageentwicklungen zu achten. Daher muss man sich die jeweiligen Asset-Klassen und die jeweiligen Regionen für sich und in Kombination genau ansehen und analysieren. Da das Angebot nachhaltiger Objekte weiter große Nachfrage erfahren wird, interessieren sich Käufer neben den Ballungszentren auch immer mehr für die umgebenden Regionen. Den Markt wird mittelfristig das Thema Nachhaltigkeit mit ESG-Kriterien verändern. Nachhaltige Immobilienwirtschaft wird bei Investoren, Nutzern und Banken daher weiterhin eine wesentliche Rolle einnehmen. Daher muss man noch genauer die nachhaltige Rentabilität, die ESG-Einflüsse und den speziellen Nutzen der Immobilie in den Vordergrund rücken. Mögliche Fehler werden nicht mehr so leicht vom Markt korrigiert werden können wie in den letzten Jahren. Also bedarf es Profis auf allen Ebenen, um weiterhin möglichst erfolgreich zu bleiben.

Stichwort Nachhaltigkeit: Wo liegt hier der Fokus der RLB Steiermark?
STELZER: Wichtige Themen sind die EU-Taxonomie, Ressourcenschonung und möglichst große Klimaneutralität durch den möglichst geringen Energieverbrauch. Vor diesem Hintergrund werden alle Immobilien aktuell in Richtung Nachhaltigkeit geprüft beziehungsweise bereits entwickelt und umgesetzt. Jedes Produkt am Immobilienmarkt muss sich in Bezug auf Regularien und Zertifizierung beweisen. Raiffeisen hat in diesem Feld bereits langjährige Erfahrung in der Projektentwicklung. Ferner beraten wir Kund:innen zielorientiert und mit dem notwendigen Know-how in diesem komplexen Feld. Unsere Experten bieten für Kund:innen Informationen an, die ESG-konforme Gebäude errichten oder welche auf diesen Standard sanieren wollen..

Beitrag veröffentlicht am 12. Oktober 2022

Wunderbar Wanderbar

Ob gemütliche Runde oder anspruchsvolle Tour: Wir präsentieren die schönsten Wege der Steiermark und ihrer Umgebung – damit jede Wanderung ein Genuss wird.

Das Wandern ist des Müllers Lust heißt es in der ersten Zeile des deutschen Gedichts „Wanderschaft“, das 1821 veröffentlicht wurde. Es geht darin um die Wanderschaft von Handwerksgesellen und deren Sehnsucht, Ruhe zu finden. Heute, rund 200 Jahre später, erfüllt das Wandern bei vielen (noch immer) einen ähnlichen Zweck. Einfach mal rausgehen, an die frische Luft, die unberührte Natur entdecken und mit den Gedanken ganz woanders sein – oder überhaupt mal an nichts denken.

Viele von uns haben das „An-nichts-denken“ im hektischen Alltag ja schon verlernt – dabei kommt man gerade beim „In-die-Ferne-schweifen“ oft auf die besten Ideen. Insofern ist Wandern weit mehr als nur Bewegung an der frischen Luft. Es ist auch Entspannung für Körper und Geist. Ein Erlebnis auf zwei Beinen und einem Weg, der zugleich auch das Ziel ist. Nicht umsonst nennt man den Wandersport auch die „Medizin des 21. Jahrhunderts“: Die Pandemie hat diesem Trend noch einen ordentlichen und wahrscheinlich auch nachhaltigen Schub gegeben. Also nichts wie raus in die Natur und die schönen Seiten unseres Landes mit allen Sinnen erleben.

Klimafreundlich auf den Gipfel

Wobei: Wenn wir unsere Wanderschuhe und den Rucksack schon packen, dann am besten gleich ökonomisch. Zum Wandern mit den Öffis ist kein Problem und schont auch die Umwelt. Die „Naturfreunde Österreich“ machen schon seit Jahren darauf aufmerksam. Ein Kilometer mit dem Zug ist 30-mal klimafreundlicher als ein Kilometer mit Benzin- oder Diesel-Auto. Der Wanderführer der „Naturfreunde Österreich“ in Kooperation mit der ÖBB beinhaltet daher ausschließlich Top-Touren in ganz Österreich (46 an der Zahl) mit bester Anbindung zu den Öffis. Natürlich geben die Routen (darunter auch Wohlfühl-Wege und Natura-Trails) auch für die Sinne und das Auge etwas her: Sie führen zu traumhaft gelegenen Hütten, auf denen man besondere Ausblicke zu umliegenden Gipfeln genießt. Auch in dieser Ausgabe von Abenteuer Alter stellen wir Ihnen vier verschiedene Touren (von gemütlich bis anspruchsvoll) vor, die allesamt durch ökologisch wertvolle Landschaften führen – idyllisch, naturnah, belebend. Alle vorgestellten Routen sind einfach und schnell mit Bus und Bahn erreichbar. Da freut sich die Umwelt – und das Wanderherz natürlich.

Mehr Infos: oebb.at

Beitrag veröffentlicht am 06. Oktober 2022
© Doris List-Winder / Naturfreunde ÖSterreich

Der Weg zum „seniorenfitten“ Bad

Eigentlich möchtest du gerne das Thema verdrängen, es weit von dir wegschieben, nur gelingen will es doch nicht ganz. Denn immer näher kommen die „Einschläge“ im Kreis deiner lieben Bekannten – dort einmal eine Hüftoperation mit Folgekomplikationen, da wieder einmal ein Knie, eine Schulter, unzählige Probleme, die oft überraschend auftreten können und die alle auf die eine Lösung drängen: Kann ich auch bei einer Einschränkung meiner Beweglichkeit das Bad, die Toilette weiterhin benutzen?

Immerhin hängt es gerade auch davon im Fall des Falles stark ab, ob man in den trauten vier Wänden weiterhin wohnen kann oder sich für Varianten außer Haus entscheiden muss. Um es gleich vorwegzunehmen: als Schreiber dieser Zeilen habe ich mich nach langen Überlegungen entschlossen, den Weg eines „vorsorglichen“ Umbaues von Bad und Sanitärraum einzuschlagen und möchte der Leserschaft von „Abenteuer Alter“ gerne meine Erfahrungen bei der Umsetzung dieses Projektes zur Verfügung stellen.

Überstürzt wurde dabei nichts, im Gegenteil, die Überlegungsphasen zogen sich – man kann es ruhig sagen – ein paar Jährchen dahin. Inspirationen von den Häuselbauer-Messen, unzählige Besuche bei Sanitärausstellungen, dazu etwas Fachliteratur und Stöbern im Internet, wichtig auch Gespräche mit Leuten, die so etwas schon abgeschlossen hatte und aus ihrem Erfahrungsschatz schöpfen konnten, der dann die gesamte Palette von „super zufrieden“ bis zu „das Gerichtsverfahren ist noch nicht abgeschlossen, jetzt ist der Sachverständige am Wort“ widerspiegelte.

Interessant war für uns nur eine Firma, die sämtliche Leistungen aus einer Hand anbietet und dafür gibt es doch zahlreiche ausgezeichnete Spezialisten mit allerbestem Ruf in der Steiermark. Aber nur eine kann den Auftrag erhalten und vieles sprach für die Firma Bodlos mit ihren Standorten in Lieboch und Peggau.

Die Grundvoraussetzung für ein gutes Beratungsgespräch ist erst einmal, dass man seine eigenen Vorstellungen ziemlich konturenscharf präzisieren kann. In unserem Fall war klar: so gerne und so oft wir die Duschkabine mit gemauerter Fliesenwand auch benützten, die Badewanne blieb nahezu ständig trocken – wir benutzen sie kaum, also weg damit, zumal mit zunehmenden Alter das Hineinsteigen noch immer ganz gut gelingt, das Verlassen der selben mit zunehmenden Mühen verbunden ist. Die Toilette in einem eigenen, aber engen Raum untergebracht sollte durch die Abtragung einer Trennmauer in das Badezimmer integriert werden, um einen größeren Freiraum zu gewinnen.

Mit unseren Ideen im Kopf und einigen Fotos am Handy wurden wir dann bei Johann Reiterer, dem Verkaufsberater und Planer der Firma vorstellig, trafen einmal ungefähre Richtungsentscheidungen bezüglich Ausstattung, Materialien, zeitlichen Abläufen etc. und vereinbarten mit ihm einen Termin vor Ort bei uns zu Hause.

Jetzt wurde gemessen, Varianten diskutiert, kurzum, die Grundvoraussetzungen für eine Planung erarbeitet, nach einer Woche weitere Besprechung im Bodlos-Büro, wo die endgültige Ausstattung geklärt wurde und damit der Kostenvoranschlag errechnet werden konnte. Die Erstellung desselben schlägt sich mit 300 Euro zu Buche, die Summe wird aber bei Auftragserteilung abgezogen.

Auftrag erteilt, Arbeitsbeginn auf Tag und Stunde genau festgesetzt, auch das Fertigstellungsdatum. Es ist ein Montag im Mai, kein Tag wie jeder andere. Die Garage ist bereits geräumt, denn die wird in nächster Zeit als Lager dienen, Bilder im Stiegenhaus abgehängt, Teppiche einrollt, man harrt der Dinge die kommen werden.

Und da kommen sie schon, erst Johann Reiterer, der auch für den Personaleinsatz und Bauabwicklung zuständig ist zur Baubesprechung, dann der Herr Stefan, Installateur und Alleskönner, quasi „Chef de Partie“ und zwei „Assistenten“, die in der Folge eine tragende Rolle einnehmen werden, vorerst aber einmal fein säuberlich jede Stiege, jede Türe sorgfältig abkleben. Dann kämpft sich ein schwerer Dreiachser die für Lkw doch etwas enge Auffahrt hoch und setzt einen Container ab, der dir in den nächsten Tagen zum vertrauten Anblick wird.

Die Baustelle ist in vollem Gange

Vorbei sind die gemütlichen Einführungsstunden, jetzt wird’s ernst, unvorstellbar ernst. Den Lärm von Schremmhämmern kennst du nur vom Vorbeigehen an Baustellen, jetzt hast du ihn den ganzen Tag bis Feierabend. Vom Staub gar nicht zu reden. Unermüdliche schleppen die beiden „Assistenten“ ihre schweren Baustellenkübel die Treppe hinab und der Container beginnt sich mit deinen Tausendern von einst, die jetzt zu Schutt und Scherben geworden sind, zu füllen.

Einen Tag noch, dann ist die ärgste Lärmhölle wieder ruhiger geworden, die Staubwolke senkt sich, am Mittwoch tritt bereits der Elektriker auf den Plan und am Donnerstag wird bereits der neue Estrich gegossen.

Wie schön, der muss am Freitag trocknen und Ruhe kehrt vorübergehend ein.

Die drei Tage der nächsten Woche – Donnerstag ist Feiertag – stehen ganz im Zeichen von Fliesenleger und Innenausbauer, das neue Bad nimmt bereits sichtbare Gestalt an, noch steht zwar der Container in der Auffahrt aber du fühlst das Ende nahen.

Und nun der dritte und damit letzte Montag – Fliesenlegermeister Florian und der Innenausbauer Manfred Rappel, selbst auch Tischler- und Stuckateurmeister, kleben, spachteln, passen Fliesen und Wandplatten bis in die Abendstunden ein, der Dienstag gehört dann allein dem Fliesenleger, der Mittwoch dem Innenausbauer, der auch die Malerarbeiten vornimmt und dann der alles entscheidende Donnerstag, der wiederum der Tag des Herrn Stefan und seines „Assistenten“, die wir schon zu Beginn der Arbeiten als Installateur kennengelernt haben ist und wo noch der Elektriker einen kürzeren Gastauftritt hat. Alles entscheidend deshalb, weil es der letzte Arbeitstag ist, sieben Tage vor dem garantierten Ende des Projektes „Badezimmer neu.“

Das neue Bad hat sichtbar Gestalt angenommen

Du willst ja den Ausdruck „behindertengerecht“ nicht unbedingt in den Mund nehmen, „seniorenfit“ oder „zukunftssicher“ klingt vielleicht besser.

Ob es für Baumaßnahmen dieser Art auch Förderungen gibt und wenn ja, welche behördlichen Hürdenläufe zu bewältigen sind, darüber werden wir in der nächsten Ausgabe von „Abenteuer Alter“ ausführlich berichten.

Hier das Video um Umbau:

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von Dieter Rupnik
Beitrag veröffentlicht am 29. August 202
© bodlos, Marko Reif

Stress für die Haut

Unser größtes Sinnesorgan erfüllt vielfältige Funktionen. Um die Hautgesundheit bestmöglich zu erhalten, braucht es Schutz und Pflege. UV-Licht ist ein wesentlicher Beschleuniger der Hautalterung. 

Mit einer Fläche von eineinhalb bis zwei Quadratmetern fungiert unsere Haut als Schutzschild. Dabei ist sie nur wenige Millimeter dick. Sie nimmt eine Fülle von Aufgaben wahr – für den Wärmehaushalt, den Stoffwechsel und das Immunsystem. Sie ist unser größtes Sinnesorgan. Auch unser Innerstes drückt sich oftmals direkt über unsere Haut aus, viele Hautkrankheiten haben seelische Ursachen. Neben Hautvorsorge und Hautpflege ist das Wohlbefinden ein essenzieller Faktor für unsere Hautgesundheit.

Etwa 20 Prozent aller Patientinnen und Patienten in der allgemeinmedizinischen Praxis haben übrigens ein dermatologisches Problem. Hauterkrankungen können nicht nur körperlich belastend und schmerzhaft sein, sie haben oft auch psychosoziale Auswirkungen und stellen einen emotionalen Stressfaktor für Betroffene dar.

DAISY KOPERA, Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten

 

Zusammenspiel der Fasern

Unsere Haut verändert sich im Laufe unseres Lebens. Wie alle anderen Organe des Körpers ist sie einem natürlichen Alterungsprozess unterworfen. Dieser beginnt bereits rund um das 25. Lebensjahr. Die entscheidenden Veränderungen passieren dabei in der sogenannten Lederhaut. Diese Schicht besteht hauptsächlich aus Bindegewebszellen und Bindegewebsfasern aus Kollagen und Elastin. In der jungen Haut arbeiten die Fasertypen optimal zusammen: Das Kollagen macht das Gewebe stabil und zugfest, das gummiartige Elastin sorgt dafür, dass es dehnbar bleibt.

Im Alter sinkt die Zahl der Kollagenfasern, der elastischen Fasern und Blutgefäße. Die Zellen der Oberhaut teilen sich nicht nur langsamer, sie wandern auch langsamer an die Hautoberfläche. Diese erneuert sich damit nicht alle 30 Tage wie in Jugendjahren. Sie muss Umwelteinflüssen länger standhalten. Die Haut und das Unterhautfettgewebe werden dünner, der Wasser- und Fettgehalt der Haut nimmt ab. „Hautalterung wird vor allem an exponierten Stellen sichtbar. Dort entstehen Flecken, Falten und Runzeln“, sagt Daisy Kopera, Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten an der Medizinischen Universität Graz und Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Dermatologische Kosmetik und Altersforschung.

Schutzsystem erschüttert

Ein wesentlicher Beschleuniger der Hautalterung ist UV-Licht. „Die lichtbedingte Verklumpung der elastischen Fasern ist irreversibel, eine frühzeitige Prophylaxe verhindert das.“ Die unsichtbaren Wellen dieser ultravioletten Strahlung führen zu einer vermehrten Bildung von sogenannten freien Radikalen. Diese Sauerstoffteilchen sind Gift für die Zellen: Sie schädigen Proteine, greifen Fettmoleküle an und verursachen Brüche in den DNA-Strängen des Erbguts, was zur Bildung von weißem Hautkrebs führen kann. Normalerweise verfügt die Haut über Schutzmechanismen, die freie Radikale neutralisieren. Doch ständige UV-Bestrahlung kann dazu führen, dass dieses Schutzsystem versagt.

Nicht jede Haut altert gleich schnell. „Das hängt einerseits von genetischen Voraussetzungen ab, andererseits vom Verhalten im UV-Licht und der Verwendung von Sonnenschutz“, betont Kopera. Die Dermatologin wird nicht müde zu betonen, dass es essenziell ist, „früh genug und konsequent mit täglichem Sonnenschutz, am besten integriert in die Tagespflege, zu beginnen – und zwar mit spätestens 30 Jahren. Die beste Prophylaxe gegen Hautalterung ist die tägliche Anwendung von Lichtschutz.“ Für lichtexponierte Körperstellen wie Gesicht, Hals, Handrücken und Unterarme gilt: Hier sollte einer täglicher UV-Schutz mit einem Lichtschutzfaktor 30 bis 50 Standard sein, um Hautalterung und Hautkrebs vorzubeugen. „Weißer Hautkrebs ist fast zu 100 Prozent durch UV-Licht bedingt“, erläutert Kopera. Er beginnt meist mit schuppenden, geröteten, nicht abheilenden Stellen an der Haut in lichtexponierten Arealen. „Das ist leicht zu erkennen. Liegt so etwas vor sollte man zum Hautarzt gehen, denn in diesem frühen Stadium kann man das ohne Operation mit einer speziellen Creme behandeln.“, so Kopera.

Konsequente Maßmahmen

Eine sanfte Reinigung mit seifenfreien Mitteln, eine Tagespflege mit Lichtschutzfaktor und eine Nachtpflege mit feuchtigkeitsspendenden Zusatzstoffen tun reiferer Haut gut. Altersflecken wiederum entstehen durch unregelmäßige Einlagerungen von Haut-Pigment. Die Zellen bilden den dunklen Pigmentfarbstoff Melanin. Konsequenter täglicher Sonnenschutz beugt auch Altersflecken vor. Die Vorkehrungen gelten übrigens auch für Tage, an denen die Sonne nicht scheint, denn Tageslicht hat einen UV-Anteil.

 

von Elke Jauk-Offner
Beitrag veröffentlicht am 23. August 2022

Zu Besuch bei Waterloo: Seine kleine Welt

Waterloo hat in Mörbisch sein Paradies gefunden. Wir von Abenteuer Alter durften ihn dort besuchen und erfahren, dass es nie zu spät für eine kleine feine Welt und die große Liebe ist.

Damals, 1976, als die Welt ein bisschen übersichtlicher war, als Schlagermusik noch die Massen begeistern und man sich an die Teilnehmer eines Songcontest erinnern konnte, sang sich ein österreichisches Popduo in die Herzen der Radiohörer. Waterloo und Robinson hieß das 1969 gegründete Duo, das für Siebzigerjahre-Hits wie „Baby Blue“ oder das von Christian Kolonovits geschriebene „Hollywood“ berühmt wurde. Internationale Bekanntheit erlangten die beiden, als sie beim Songcontest mit der englischen Version von „Das ist meine kleine Welt“ im niederländischen Den Haag für Österreich teilnahmen und prompt auf Platz 5 landeten. Die deutschen Vertreter, die Les Humphries Singers, erreichten lediglich Platz 15, gewonnen hat „Brotherhood of Man“ mit ihrem Song „Save your kisses form me“. Die größere Strahlkraft im Duo hatte jedoch stets der Sänger Waterloo, Hans Kreuzmayr. Und der hat vor wenigen Jahren seine kleine Welt in Mörbisch gefunden, die wir besuchen durften.

Auf einer Anhöhe mit herrlichem Blick auf den Neusiedlersee begrüßt er uns. Vorbeifahrende Radfahrer tuscheln, Hans Kreuzmayr lacht. „Ich sage ja immer, dass ich ein kleines Häusel habe. Oft bleiben Radfahrer stehen und rätseln, ob das wohl mein Haus ist“, und deutet auf ein blaugraues Gartenhäuschen, das auf dem Nachbargrundstück steht. Wir betreten den Garten seines Hauses, drei Stunden dürfen wir bei ihm verbringen, in denen er launig über sein Leben berichtet. Stets an der Seite seine Andrea, von ihm verehrte Ehefrau, Officemanagerin, Checkerin und Kümmerin. Sie hat ihm anfangs Tanzunterricht gegeben, als er 2008 für Dancing Stars angefragt wurde, und es – trotz „bescheidenem Talent“ – fast bis ins Halbfinale geschafft hatte. Sie war es auch, weswegen das Paar den Wohnsitz vor vier Jahren vom oberösterreichischen Wels ins Burgenland verlagert hat. „Ich habe das Wetter dort nicht mehr ausgehalten“, sagt Andrea. So sei man nach Rust gefahren, um sich nach einer Immobilie umzusehen. „Nichts haben wir gefunden“, erzählt sie, „ich war todtraurig und dachte mir schon, dass ich bis zu meinem Lebensende im oberösterreichischen Nebel gefangen sein werde.“ Vor der Abreise drehte das Ehepaar mit dem Auto noch eine kleine Runde durch Mörbisch und kam vor einem wunderschönen kleinen Haus zum Stehen, das zum Verkauf stand. „Es ist genau für uns gemacht“, sagt Waterloo und bittet in den heimeligen Garten, für den Andrea verantwortlich zeichnet. „Ich liebe es halt, zu gestalten. Magst einen Kaffee?“, fragt sie und verschwindet im Haus.

Hans Kreuzmayr, der heuer 77 wird, steht noch immer auf der Bühne, und das gern. Waterloo und Robinson trennten sich 1981, es gab zwischendurch immer wieder Comebacks, 2007 beschloss man, eigene Wege zu gehen. Waterloo macht Musik, wie die Einflüsse gerade daherkommen, er hat etwa ein indianisches Album produziert und eines mit seinem Stiefsohn Erik. Im Keller liegt sogar noch eine Aufnahme mit dem amerikanischen Countrystar Willie Nelson, die er rechtebedingt bislang noch nicht veröffentlichen durfte. Weil er ohne Label arbeitet und seine Andrea die künstlerische und organisatorische Arbeit übernimmt, kann sich Waterloo leisten, Musik aus Spaß und Freude zu machen. Die großen Erfolge der Siebziger und Achtziger mit Reisen in die ganze Welt haben ihn geprägt. Er absolvierte gefeierte Auftritte vor großem Publikum, von Japan kommen noch immer die Anfragen, dorthin ist ihm aber die Anreise zu beschwerlich.

Vom Hendlbrater zum Bühnenstar

Hans Kreuzmayr wurde im oberösterreichischen Altheim geboren, weil der Vater in Linz einen Job bekommen hatte, zog die Familie dorthin. Er wuchs in sehr bescheidenen Verhältnissen auf, in einer Souterrainwohnung, es gab nur das Nötigste. Hans absolvierte eine Tischlerlehre, es folgte das Bundesheer, er hatte mehrere Jobs, unter anderem arbeitete er als Hendlbrater in einem Einkaufszentrum. In einem Möbelhaus war er für die Gestaltung und Inneneinrichtung zuständig, dort fand jedoch der Inhaber seine charmante Art gar nicht gut. Er brauche nicht so freundlich sein, schon gar nicht zu seiner Frau, herrschte er ihn an. Auf seinem Nachhauseweg durch Linz-Urfahr sinnierte er, was er stattdessen arbeiten könne, und kam an einem leeren Geschäftslokal vorbei. Das sei ein schöner Ort für eine Damenboutique, dachte er. Eine Frau, die mit ausladendem Oberkörper und verschränkten Armen am Fenster lehnte und die Geschehnisse aus der Straße beobachtete, zeigte ihm den Weg zum Besitzer der Immobilie. Dieser meinte auf Kreuzmayrs Ankündigung, dass er den Laden gern mieten würde, aber knapp bei Kasse sei, „1500 Schilling. Passt das?“ Es passte. Für die Gestaltung des Geschäftes suchte Hans Kreuzmayr eine kreative Person, die er in der gegenüberliegenden Kunstschule in seinem späteren musikalischen Partner Josef Krassnitzer fand. Weil Kreuzmayr anfangs Schwierigkeiten hatte, für die Boutique eine Genehmigung zu erhalten, zog er einen jungen Mitarbeiter der oberösterreichischen Wirtschaftskammer zu Rate, der ihm half, die Probleme aus dem Weg zu schaffen. Sein Name war Christoph Leitl.

Der Neid gehört in Österreich dazu

Genauso wie der Erfolg seiner Damenmoden-Boutique Eglisé, in der auch die Schwester mitarbeitete, in die Höhe schnellte, ging es mit der Bühnenkarriere von Waterloo und Robinson stetig bergauf. 1969 begann ihre musikalische Zusammenarbeit, 1971 belegten sie mit ihrem Lied „Du kannst sehen“ über ein blindes Mädchen den dritten Platz bei der Show-Chance, einem von ORF, ZDF und SRG veranstalteten Talentewettbewerb. Hans Kreuzmayr erinnert sich schmunzelnd an seinen ersten Besuch bei Evamaria Kaiser im ORF, die in den 1960er-Jahren die Sendung „Gut aufgelegt“ präsentierte und heimische Talente förderte. Ihr legte er Demobänder seiner früheren Band „Melodias“ vor, worauf diese antwortet: „Lernt’s erst mal singen und dann kommt’s wieder.“ Für Waterloo war dies eine Erfahrung, die ihn bis heute prägt: „50 Prozent der Menschen mögen dich und 50 Prozent sind dir neidisch oder trauen dir nichts zu. Ich habe mir schon damals gesagt: Wenn ich es schaffe, in dieser Mitte durchzugehen, bin ich auf dem richtigen Weg.“ Neid, diese österreichische Tugend, ist dem Künstler keineswegs fremd. Nicht unerfreut sei man deshalb gewesen, als sich die Karriere des Duos Waterloo und Robinson in den Siebzigerjahren eher nach Deutschland verlegte, wo die beiden in den großen Abendshows von Peter Frankenfeld, Lou van Burg oder Hans Rosenthal oft zu Gast waren.

Seinen Weg zu finden half ihm schon sein Vater. Dieser sollte bei seinem Jobantritt bei der Voest der SPÖ beitreten, was er ablehnte. Er habe seine Prinzipien gehabt, die sich stets auf der „moralisch guten“ Seite des Lebens befunden hätten, betont Waterloo: Die Erziehung sei wohlwollend gewesen, „er hat geraucht und zu mir hat er gesagt: Du kannst machen, was du willst, ich würde es dir aber nicht empfehlen“, und als am Voest-Gelände zwei kleine Katzen gefunden wurden, hat er sie kurzerhand mit nach Hause genommen, um sie vor ihrem sicheren Tod zu beschützen. Das richtige Gespür für Mensch, Tier und Natur begleitet den Künstler bis heute. Seit vielen Jahren leben er und seine Andrea vegetarisch, nur ab und zu kommt Fisch auf den Tisch. Der Vater begleitete ihn als Kind auch nach Wien zum Vorsingen bei den Wiener Sängerknaben, zu einer Aufnahme ist es aber nicht gekommen. „In meinem Blut fließt Musik“, sagt Waterloo, der Vater hat ihn dabei stets unterstützt. Des Sohnes musikalisches Talent half diesem auch sonst im Leben: „In Mathematik bin ich einmal zwischen vier und fünf gestanden, ich mochte das Fach einfach nicht. Ich habe der Lehrerin ein Lied vorgesungen und sie hat meine Note auf einen Vierer korrigiert. Beim Marschieren beim Bundesheer hieß es oft: ,Funker Kreuzmayr, ein Lied!‘ Ich habe ein Lied gesungen und bekam dafür zwei Tage frei.“

Die echte Liebe ließ sich Zeit

Seine ruhigere Lebensphase läutete vor allem ein Ereignis ein: Als er vor 23 Jahren seine jetzige Frau kennenlernte. Er spielte damals im niederösterreichischen Winzendorf den Winnetou im Stück „Winnetou und Old Surehand“, Andreas Sohn wirkte bei der Veranstaltung mit. Die damals 40-Jährige durchlebte gerade eine schwierige Zeit und war auf dem Sprung nach Indien, dort wollte sie in einem Kinderheim mithelfen. Um das zu verhindern, intervenierte Sohn Erik bei Waterloo: „Rede ihr das bitte aus“. Der Musiker ging zur Mutter, gab ihr seine Telefonnummer und meinte: „Ruf mich bitte an, wenn du reden willst.“ Andrea arbeitete damals in einem Fotogeschäft, fasste sich, bereits mit Schmetterlingen im Bauch, ein Herz, wählte am Festnetztelefon die Nummer und legte wieder auf. Beim dritten Versuch blieb sie standhaft, Waterloo hob ab, in dem Moment betrat eine Kundschaft das Geschäft, sie stammelte nur: „Hier ist die Mama vom Erik, entschuldige, ich arbeite in einem Fotogeschäft und soeben ist jemand hereingekommen“, und legte auf. Wenige Tage später läutete das Telefon, am anderen Ende war der Musiker. Woher er ihre Telefonnummer habe? Er: „Ich habe alle Fotogeschäfte in Wiener Neustadt durchgerufen, ob es dort eine Andrea gibt.“

„Wenn ich etwas will, bekomme ich das auch“, sagt Hansi Kreuzmayr und schmunzelt. So sei das schon immer gewesen. Der Beginn dieser liebevollen und treuen Beziehung führte sie zunächst nach Oberösterreich, wo das Paar knapp 20 Jahre lebte. In Mörbisch nun haben sie ihre Bleibe gefunden, Herz und Seele sind am Tag des Einzugs ebenfalls angekommen, sagt Andrea und lacht. Wir verabschieden uns, Waterloo muss sich auf sein Konzert vorbereiten, das am nächsten Tag zu spielen ist. „Pfiat di und bis bald“, ruft er. Und ein paar Radfahrer freuen sich, den berühmten neuen Mörbischer live gesehen zu haben.

Waterloo vor seinen goldenen Schallplatten

von Daniela Müller
© Daniela Müler, Andrea Kreuzmayr
Beitrag veröffentlicht am 06. August 2022

 

Spartipps im Alter

Normalverdiener:innen reicht die Rente schon längst nicht mehr zum sorgenfreien Leben. Ganz im Gegenteil: Mit Pensionsantritt rutschen viele Österreicher:innen in die Altersarmut. Die steigenden Preise verschärfen die Situation weiter, den meisten Senior:innen bleibt mit Monatsende nichts mehr im Geldtascherl übrig. Ein paar kleine Spartricks für den Alltag sollen in der schwierigen finanziellen Situation eine Entlastung bieten. Auch wenn Sie damit keine Berge versetzen werden – vielleicht können Sie sich dadurch ein paar Euros auf die Seite legen.

Kassensturz machen

Der erste Schritt, um langfristig Geld zu sparen, ist, sich zunächst einmal die Ausgangslage anzusehen. Dabei ist es wichtig, wirklich gründlich zu sein. Auch wenn es unangenehm ist, sollten Sie sich auf den Cent genau ansehen, wofür Sie ihr Geld monatlich ausgeben und wieviel Geld jeweils am Ende des Monats übrig bleibt um sich für Ihre finanzielle Situation ein Bewusstsein zu schaffen.

Ein einfacher Weg, um einen Überblick über die eigenen monatlichen Einnahmen und Ausgaben zu bekommen, ist das Führen eines Haushaltsbuches. Dies ist sowohl digital per App oder auf dem Computer aber auch ganz klassisch auf Papier möglich.

Beginnen Sie damit, drei Monate lang alle Einkünfte und Ausgaben einzutragen, um ein realistisches Bild über Ihr Konsumverhalten zu gewinnen. In Zuge dessen werden Sie beginnen, ein Einsparpotenzial zu erkennen.

 

Briefkuvert-System

Teilen Sie Ihre Ausgaben am Anfang des Monats in unterschiedliche Kategorien ein. Weisen Sie jeder Kategorie ein fixes Budget zu und versuchen Sie, dieses nicht zu überschreiten. Tipp: Eine der Kategorien sollte “sparen” sein.

Die 50-30-20-Regel

Versuchen Sie 50% Ihres monatlichen Budgets für Ihre Grundausgaben zu verwenden, 30% für Ihre persönlichen Ausgaben übrig zu lassen und die restlichen 20% zu sparen.

Die 48-Stunden Regel & die 15-Minuten-Regel

Spontane Impulskäufe wirken sich negativ aufs Geldbörserl aus. Deshalb ist es wichtig, diesen bewusst gegenzusteuern. Hier helfen die 48-Stunden-Regel und die 15-Minuten-Regel.

Wenden Sie die 15-Minuten-Regel bei kleineren Einkäufen und Produkten wie Lebensmittel, Kleidung oder kleineren Gegenstände für die Wohnung an. Finden Sie etwas im Geschäft, das sie unbedingt kaufen wollen, warten Sie 15 Minuten, bevor Sie damit zur Kasse gehen. Sind sie nach 15 Minuten immer noch davon überzeugt, den Gegenstand unbedingt kaufen zu wollen, kaufen Sie ihn erst dann.

Die 48-Stunden-regel kommt bei größeren Anschaffungen zum Einsatz. Warten Sie mindestens 48 Stunden lang und überlegen Sie sich danach, ob Sie die Anschaffung immer noch unbedingt brauchen.

Mit diesen beiden Regeln können Sie sicher gehen, sich nur Dinge zu kaufen, die Sie auch wirklich brauchen und werden mit Ihrem Kauf zufrieden sein.

Nicht genutzte Abonnements kündigen

Nicht selten passiert es, dass man ein Probeabo abschließt, jedoch vergisst es wieder zu kündigen. Um Geld zu sparen, checken Sie alle Ihre Abonnements regelmäßig und überlegen Sie, ob Sie diese noch nutzen.

Versicherungen checken

Gerade mit Renteneintritt verändert sich oftmals der Versicherunsbedarf. Schaffen Sie sich einen Überblick darüber, welche Versicherungen Sie haben, was Sie dafür zahlen und was Sie davon brauchen – beziehungsweise ob sich Versicherungen überschneiden. Tipp: Oftmals bieten Versicherungsgesellschaften Vergünstigungen, wenn man man alle oder mehrere Versicherungen bei ihnen abschließt.

Menüpläne & Einkaufslisten schaffen Übersicht und bewahren Sie vor Spontaneinkäufen.

Beim Einkaufen sparen

  • Planen Sie Ihre Mahlzeiten für die kommende Woche vor und behalten Sie dabei die Sparangebote in den Supermärkten im Blick
  • Machen Sie anhand Ihres Essensplans immer anfangs der Woche Ihren Wocheneinkauf
  • Erstellen Sie Einkaufslisten und kaufen Sie nur das, was auf der Liste steht
  • Kaufen Sie nicht hungrig ein, das verleitet zu Impulskäufen
  • Kaufen Sie Hausmarken, statt Markenprodukte
  • Kaufen Sie saisonal und sparen dadurch Geld
  • Versuchen Sie, Produkte auch gebraucht statt neu zu kaufen (willhaben, Ebay…)

 

Im Haushalt sparen

  • Alte Geräte fressen oftmals mehr Strom. Überprüfen Sie das am besten regelmäßig mit einem Strommessgerät. Dieses können Sie bereits um weniger als 10€ kaufen oder sich bei Stromanbietern oder Verbraucherzentralen kostenlos ausleihen.
  • Misten Sie regelmäßig Ihre Besitztümer aus und verkaufen Sie nicht mehr Benötigtes auf Plattformen wie willhaben und Ebay oder auf lokalen Flohmärkten.
  • Benutzen Sie stromsparende LED-Lampen. Achten Sie darauf, nur die Lichter anzumachen, die Sie auch wirklich benötigen und schalten Sie immer das Licht aus, wenn Sie ein Zimmer verlassen.

 

Beim Lebensstil sparen

  • Setzen Sie beim Trinken auf Leitungswasser – dieses ist in Österreich von hoher Qualität. Wenn sie darauf verzichten, teures Wasser oder Säfte in Flaschen zu kaufen, können Sie auf gesunde Weise Geld sparen.
  • Gehen Sie kürzere Strecken zu Fuß oder benutzen Sie die öffentlichen Verkehrsmittel.
  • Legen Sie sich ein Rad für zwischendurch zu oder investieren Sie langfristig in ein hochwertiges Elektrofahrrad.
  • Kochen Sie lieber vor, anstatt spontan Essen zu gehen und mehr Geld als nötig auszugeben.
  • Informieren Sie sich über Pensionisten-Rabatte und nutzen Sie diese. Vor allem im Bereich der öffentlichen Verkehrsmittel, für Freizeitaktivitäten sowie in Theater, Museum, Kino und Zoo gibt es Ermäßigungstarife für Senior:innen.

 

 

von Karolina Wiener
Beitrag veröffentlicht am 17. August 2022

 

 

 

 

Politiker:innen: Wie war das damals mit Sex, Drugs & Rock ’n‘ Roll?

DAS GROSSE GENERATIONENINTERVIEW

In einem Waggon des Wiener Riesenrads, hoch über den Dächern von Wien, findet sich ein interessantes Grüppchen. Die Spitzenvertreter:innen der Österreichischen Seniorenverbände stehen hier Abenteuer Alter in einem ganz besonderen Interview Rede und Antwort.

Es geht darum, Brücken zwischen den Generationen zu bauen, sich anzunähern und zu zeigen: Die Jugend kann von der Erfahrung der älteren Generation profitieren – und diese wiederum von der Spontanität der jungen.

Zu diesem Zweck sind Peter Kostelka (SPÖ), Ingrid Korosec (ÖVP) und Thomas Richler (FPÖ) nach Wien gereist und erzählen aus ihrem Leben. Doris Eisenriegler (Die Grünen) konnte leider nicht vor Ort anwesend sein, hat die Fragen jedoch schriftlich beantwortet. Im großen Generationen Interview geht es um die Menschen hinter den Politiker:innen. Und die beantworten Fragen der ganz anderen Art.

 Denn: Auch die ältere Generation war mal jung und hat viel zu erzählen!

KAROLINA WIENER: Eine Frage die uns Jungen unter den Nägeln brennt – wie war das damals eigentlich mit Sex, Drugs und Rock ’n‘ Roll?

PETER KOSTELKA, SPÖ: Sex war zu meiner Zeit ein unglaublich belastetes Thema. Mit Angst und Scham und religiösem Druck verbunden. Das war die Zeit, als ein Mädchen die Schule verlassen musste, wenn es schwanger wurde. Das hat oft die Zukunftsträume von jungen Frauen zerstört. Was Drogen betrifft, war das eigentlich ausschließlich Alkohol. Ich möchte dazusagen, dass es das Komasaufen von heute damals nicht gab. Der Tanz meiner Generation war der Twist, das war noch vor dem Rock n’ Roll. Damals hat ein Landeshauptmann in Westösterreich Twist sogar verboten, er hat ihn als unsittlich bezeichnet (lacht). Da haben wir erst recht getanzt!

INGRID KOROSEC, ÖVP: Das war eine tolle Zeit. Wenn ich an die Musik denke, an die Beatles, die Rolling Stones. Ich meine, was hätten wir heute für eine Musik, wenn es nicht damals diese gegeben hätte! Die ganze Entwicklung damals war schon eine Revolution der Jugend gegen das Establishment. Wir haben zusammenhalten und der Welt einen Haxn ausgerissen. Ich finde diese Entwicklung heute noch sehr positiv. Soweit ich konnte, habe ich das damals genossen, aber nicht zu viel, weil ich war schon berufstätig.

THOMAS RICHLER, FPÖ: Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, die nicht ganz so freizügig war und ich war immer in der Gastronomie berufstätig. Gerade in der Saison am Klopeiner See haben wir natürlich einen Blick auf die Mädchen geworfen, aber Leute wie ich waren am Abend sehr müde und wir sind lieber schlafen gegangen.

DORIS EISENRIEGLER, DIE GRÜNEN: Ich war immer schon eher widerständig gegen das Autoritäre. Da kam mir diese Bewegung, die sich gegen diese Nazistrukturen gerichtet hat, sehr entgegen. Bei der Arbeit an der Uni Wien habe ich die Studentenbewegung live miterlebt und das hat mich unheimlich interessiert und bewegt. Dann haben große Musik Festivals wie Woodstock die Begleitmusik zu den Protestbewegungen geliefert. Janis Joplin, Bob Marley, Bob Dylan und viele andere haben mich – und ich glaube meine ganze Generation – stark beeinflusst. Ich selbst habe keine Drogen genommen, aber es hat rund um mich stattgefunden.

KAROLINA: Expert:innen sprechen davon, dass Paare zwischen 60 und 80 Jahren wieder deutlich öfter Sex haben als jüngere. Ist das bei Ihnen auch so und wollen Sie uns verraten, wie sich Ihr Sexleben verändert hat?

KOSTELKA: Als ich jünger war, war Sex im Alter ein absolutes Tabuthema. Das ist es nicht mehr. Eine große Rolle spielt, dass die Älteren heute viel länger gesund bleiben wollen. Um körperliche Beziehungen zu pflegen, muss man sich körperlich wohl fühlen. Die Pensionistinnen und Pensionisten haben heute eine Ruhestandszeit von 20 und mehr Jahren, in dieser Zeit kann sich viel abspielen.

KOROSEC: Ich glaube, das kann man nicht verallgemeinern. Grundsätzlich ist es sicher so, wenn man älter wird, genießt man vielleicht Manches mehr, weil man mehr Zeit hat. Und da würde ich schon sagen, spielt die Liebe eine sehr große Rolle. Wenn man eine Partnerschaft hat, die so ist, wie man es sich vorstellt, ist das im Alter manchmal vielleicht sogar intensiver und schöner als in der Jugend.

RICHLER: In einem gewissen Alter hat man einen anderen Abstand zu allen Dingen. Und Liebe ist etwas anderes als Sex. Im Alter ist es wichtig, dass man sich gut versteht. Ich bin über 40 Jahre verheiratet, zufrieden und so soll es bleiben.

EISENRIEGLER: Es hat damals wie heute natürlich eine Rolle gespielt, dass die Pille gekommen ist und man als Frau nicht mehr Angst haben musste, schwanger zu werden.

KAROLINA: Ich bin jetzt in meinen 20ern und mich interessiert natürlich gerade dieser Lebensabschnitt sehr. Stellen Sie sich vor, Sie würden heute Ihrem 20-jährigen Ich gegenüberstehen: Was würden Sie ihm mitgeben?

KOSTELKA: Ich würde sagen: Hab Spaß, aber verletze niemand anderen. Nicht physisch und nicht psychisch. Und mach aus deinem Leben etwas.

KOROSEC: So wie ich mein Leben geführt habe, bin ich mit mir selbst zufrieden. Vieles hat Spaß gemacht, es war sehr abwechslungsreich. Ich bin ein Mensch, der Eintönigkeit ablehnt. Ich liebe Herausforderungen, auch jetzt noch, jeden Tag. Ich würde es wieder so machen.

RICHLER: Wir sind damals so aufgewachsen, dass sich alles um die Schule und den Arbeitsplatz gedreht hat. Natürlich haben wir auch unser Vergnügen gehabt und wenn ich mit Freunden zurückschaue, sind wir noch ganz begeistert von unserem Leben damals. Ich glaube, wir haben vieles richtig gemacht damals. Jetzt machen die jungen Leute es eben anders.

EISENRIEGLER: Da liegt die Erfahrung vieler Jahre dazwischen. Ich würde sagen: Nütze den Tag! Und bring dir ins Bewusstsein, dass das Leben kurz ist, und verschwende es nicht.

JOHANNES KÜBECK: Sie sehen auf große Abschnitte Ihres privaten Lebens und der öffentlichen Karriere zurück. Was wäre aus Ihnen geworden, wenn Sie nicht in die Politik gegangen wären?

KOSTELKA: Mein Brotberuf vor der Politik war an der juristischen Fakultät der Uni Wien. Ohne Politik wäre es wohl eine akademische Laufbahn geworden. Ich habe mich anders entschieden, weil ich eine Art Horrorvorstellung hatte: Dass ich einen Schreibtischberuf habe und es läutet genau zweimal an einem Tag das Telefon, und einmal davon ist es meine Frau. Das war eine Horrorvorstellung von Berufsleben.

KOROSEC: Zum Beispiel Vorstandsdirektorin eine großen Firma. Ich hatte mit Politik überhaupt nichts am Hut gehabt, sondern war in führender Position in einem großen Unternehmen tätig – und natürlich gab es die Familie. Ich hatte schon das Ziel, bis ganz nach oben zu kommen, aber das war damals als Frau nicht machbar.

RICHLER: Bei uns war das Hotel immer Lebensmittelpunkt. Nach der Schule war klar: Schultasche weg und rein den Betrieb. Da haben wir nicht viel nachdenken müssen. Die Frage nach einem anderen Beruf hat sich nie gestellt. Als Funktionär war es reiner Zufall, dass ich die FPÖ-Senioren übernommen habe. Ich habe mich damals überreden lassen.

EISENRIEGLER: Ich hätte vielleicht einen schreibenden Beruf ergriffen und wäre Journalistin geworden. Ein anderer Wunsch während meiner Schulzeit war, Tierärztin zu werden.

JOHANNES: Sie gehören der Generation an, die in den 1970er Jahren schon eine hohe Inflation erlebt hat. Wie haben Sie selbst damals gespart und welche Tipps können Sie jungen Menschen geben, mit der Teuerung umzugehen?

KOSTELKA: Die Inflation in den siebziger Jahren war weit höher als sie bis vor einem Jahr war. Aber damals gab es eine ganz andere Reaktion der Regierung. 1976 hat es eine Pensionserhöhung von 11,5 Prozent gegeben! Und heuer hängen wir mit 1,8 Prozent herum und die Teuerungsrate ist im Frühsommer 2022 bei acht Prozent. Die öffentliche Hand ist verpflichtet, den Verlust der Kaufkraft der Pensionistinnen und Pensionisten sicherzustellen. Was die Jüngeren betrifft: Wie soll man sich bei den Preisen am Immobilienmarkt als junger Mensch eine Wohnung oder ein Haus leisten? Da müssen wir auch eine gesellschaftliche Lösung finden. Das kann man nicht einfach den Jungen überlassen.

KOROSEC: Es war schwierig. Man konnte damals überhaupt nichts sparen und musste froh sein, wenn man ausgekommen ist. Eine der Reaktionen auf die Ölkrise der 1970er Jahre war der autofreie Tag. Da hat man gedacht: Das gibt’s ja gar nicht! Und trotzdem ist es gegangen. Heute gibt es wieder solche Situationen, dass man denkt, das gibt es gar nicht, aber man passt sich an. Ich glaube dass es für die heutige Jugend notwenig ist, auf das eine oder andere auch zu verzichten.

RICHLER: In meiner Zeit mussten wir nicht sparen, weil es hat nichts gegeben. Wenn ich heute sehe, wie viel weggeworfen wird, tut mir das Herz weh. Vom Sparen haben die jungen Leute noch nicht so viel mitgekriegt. Sparen könnten sie sicher bei den Zigaretten oder beim Alkoholkonsum. Und bei den Lebensmitteln, indem man das einkauft, was man braucht, und nicht das, was man sieht.

EISENRIEGLER: Der Club of Rome hat ja schon in den frühen 1970er Jahren auf die „Grenzen des Wachstums“ hingewiesen, dass unsere Ressourcen wie Öl und Gas nicht unendlich vorhanden sind. Es hat also 50 Jahre gedauert bis dieses Wissen ins allgemeine Bewusstsein eingesickert ist! Man muss wissen, dass damals die Privathaushalte nur einen Bruchteil der Energie von heute verbraucht haben. Bei uns gab es einen Kachelofen mit Holz, das Schlafzimmer und die Küche waren ungeheizt!

JOHANNES: Als Mensch im Privat- und Berufsleben und als Spitzenvertreter:in der älteren Generation in Österreich haben Sie sehr viel erreicht. Haben Sie eigentlich noch Ziele?

KOSTELKA: Ich möchte die Ziele des Pensionistenverbandes erfolgreich weiterverfolgen. Also die Bekämpfung der Altersarmut und die Bekämpfung der Alterseinsamkeit. Wenn man heutzutage so lange in Pension sein kann, wird die Phase, in welcher der Mensch potenziell einsam ist, sehr lange. Und als Vater einer fünfeinhalbjährigen Tochter hoffe ich, dass aus ihr ein sehr glücklicher Mensch wird.

KOROSEC: Ziele muss man immer haben. Es gibt so viele Dinge, die ich noch machen möchte mit den Seniorinnen und Senioren, wenn ich an die Alterseinsamkeit denke, an die Altersdiskriminierung, an die Pflege, aber vor allem an den Paradigmenwechsel. Wir sind heute nicht alt und klapprig, sondern fidel, unternehmungslustig und wir genießen das Leben. Das zu verbreiten in der Öffentlichkeit ist eine harte Aufgabe.

RICHLER: Unsere Gastronomie hat schon neue Ziele, da sind jetzt meine Söhne dran. Wenn es die Gesundheit erlaubt, möchte ich auch meine Funktionen in der Arbeit für die ältere Generation noch eine Zeitlang weiterführen.

EISENRIEGLER: Es gibt noch allerhand, was ich tun und erreichen möchte. Dazu gehört durchaus auch die Auseinandersetzung mit dem eigenen Alter und dem Tod. Das ist eine Aufgabe, die man zu bewältigen hat, und die zu einem guten Leben gehört.

 

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von Karolina Wiener / Johannes Kübeck
© Philipp Bohar
Beitrag veröffentlicht am 10. August 2022