Sicher reisen mit Raiffeisen

Urlaub ist die Zeit zum Abschalten. Für Entspannung, neue Eindrücke oder gemeinsame Erlebnisse mit Familie und Freunden. Damit diese Zeit unbeschwert bleibt, lohnt es sich, auch beim Bezahlen gut vorbereitet zu sein. Raiffeisen begleitet Sie dabei als verlässlicher Partner – mit maßgeschneiderten Lösungen und einem klaren Fokus auf den Schutz Ihrer Daten und Finanzen. Ganz gleich, ob Sie innerhalb Europas oder auf einem anderen Kontinent unterwegs sind: Wer seine Raiffeisen Karten umsichtig nutzt und auf bewährte Sicherheitsfunktionen wie GeoControl setzt, kann das Risiko von Kartenmissbrauch deutlich minimieren.

Gemeinsam mit Ihrer Raiffeisenberaterin oder Ihrem Raiffeisenberater finden Sie die für Ihre Reise passende Kombination aus Karte, App und Sicherheitsfunktionen. Denn der Schutz unserer Kundinnen und Kunden steht bei uns an erster Stelle – egal, ob Sie online bezahlen oder am Bankautomat im Ausland stehen.

Am Bild ist die Karte der Raiffeisen bei der Bankomatzahlung zu sehen.
Behandeln Sie ihren PIN immer vertraulich. © PeopleImages.com – Yuri A / Shutterstock.com

Online bezahlen – aber sicher

Ein wichtiger Aspekt ist die Sicherheit beim Online-Einkauf – etwa beim Buchen von Flügen, Hotels oder Mietwagen. Achten Sie immer darauf, dass die Website, auf der Sie bezahlen, sicher ist. Eine verschlüsselte Verbindung erkennen Sie daran, dass die Webadresse mit „https://“ beginnt und ein kleines Schloss- oder Schlüsselsymbol im Browser angezeigt wird. Diese Zeichen deuten darauf hin, dass Ihre Daten bei der Übertragung geschützt sind. Geben Sie Ihre Kartendaten nur dann ein, wenn Sie tatsächlich einen Kauf abschließen und wenn die Seite alle Sicherheitsmerkmale erfüllt. Sollte etwas unseriös erscheinen oder die Verbindung ungesichert sein, wählen Sie lieber einen anderen Anbieter oder Zahlungsweg. Raiffeisen hilft Ihnen bei Fragen zum sicheren Bezahlen jederzeit weiter.

Achtsamkeit im Alltag

Auch im Alltag – ob zu Hause oder auf Reisen – ist ein achtsamer Umgang mit Ihrer Karte entscheidend. Bewahren Sie alle Zahlungsbelege sorgfältig auf, um bei Bedarf einen Nachweis zu haben. Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Kreditkartenabrechnung oder die Bewegungen im Mein ELBA-Onlinebanking, um verdächtige Buchungen frühzeitig zu erkennen. Achten Sie beim Bezahlen darauf, dass Ihre Karte nicht aus dem Blickfeld verschwindet – etwa in Restaurants, Hotels oder bei mobilen Verkaufsstellen. So behalten Sie jederzeit die Kontrolle über Ihre Zahlungen.

Auf Reisen ist eine ausgewogene Mischung aus Bargeld und Karte empfehlenswert. Ein kleiner Betrag in der jeweiligen Landeswährung eignet sich gut für kleinere Ausgaben wie Trinkgeld, lokale Einkäufe oder Taxifahrten. Größere Bargeldmengen sollten Sie hingegen aus Sicherheitsgründen meiden. Karten sind nicht nur praktisch – sie lassen sich bei Verlust auch sperren und ersetzen, was Bargeld naturgemäß nicht kann. Ihre Raiffeisenberaterin oder Ihr Raiffeisenberater hilft Ihnen gerne bei der Auswahl der besten Zahlungsmittel für Ihr Reiseziel – individuell auf Ihre Pläne abgestimmt.

Ein zentrales Sicherheitsmerkmal bleibt Ihre PIN. Behandeln Sie sie immer vertraulich. Verdecken Sie bei Eingabe das Tastenfeld mit der freien Hand, lassen Sie sich nicht ablenken oder scheinbar „helfen“. Schreiben Sie Ihre PIN nicht auf und tragen Sie sie keinesfalls bei sich. Geben Sie Ihre Karte nie aus der Hand – auch nicht bei Zahlungen im Ausland. Vermeiden Sie verdächtig aussehende oder beschädigte Bankautomaten und melden Sie Unregelmäßigkeiten umgehend Ihrer Raiffeisenbank. Sollte Ihre Karte verloren gehen oder Sie einen Missbrauch vermuten, lassen Sie sie sofort sperren. Die Raiffeisen Sperrhotline ist auch aus dem Ausland jederzeit erreichbar.

Am Bild sind Reisepässe und Flugtickets zu sehen.
Eine Kombination aus Karte und Bargeld gibt Ihnen Sicherheit im Urlaub. © TravnikovStudio / Shutterstock.com

GeoControl: Mehr Sicherheit im Ausland

Besonders wirkungsvoll ist der Einsatz von GeoControl – die kostenlose Sicherheitsfunktion Ihrer Raiffeisen Debitkarte. Sie wurde speziell entwickelt, um Ihre Kartennutzung außerhalb Europas zu schützen. GeoControl blockiert standardmäßig Bargeldbehebungen in außereuropäischen Ländern. Nur wenn Sie diese Sperre gezielt aufheben, wird die Nutzung Ihrer Karte dort möglich – so behalten Sie jederzeit die Kontrolle über Ihre Finanzen, auch auf Reisen.

Die Deaktivierung von GeoControl ist einfach und flexibel: Sie können sie direkt in Mein ELBA vornehmen – entweder im Bereich „Services“ oder unter „Karten verwalten“. Auch Ihre Raiffeisenberaterin oder Ihr Raiffeisenberater unterstützt Sie dabei gerne, ebenso wie die Sperrhotline unter +43 1 204 8800, die auch aus dem Ausland erreichbar ist. In Mein ELBA können Sie jederzeit überprüfen, ob GeoControl aktiv ist. Der geografische Nutzungsstatus Ihrer Karte wird dort übersichtlich angezeigt.

Ihr Berater informiert Sie gerne über Ihre Möglichkeiten, vereinbaren Sie einen Termin in der Filiale.

Wichtig: Aus Sicherheitsgründen sollte eine Deaktivierung von GeoControl nur vorübergehend erfolgen – maximal für drei Monate. Wenn Sie einen längeren Aufenthalt außerhalb Europas planen, empfiehlt sich ein persönliches Gespräch mit Ihrer Raiffeisenbank. Nach Ablauf der Frist wird GeoControl automatisch wieder aktiviert. Besonders effektiv schützt diese Funktion vor sogenannten Skimming-Angriffen, bei denen Kartendaten und PINs an manipulierten Bankautomaten ausgelesen und missbräuchlich verwendet werden – oft im Ausland.

Ein unbeschwerter Urlaub beginnt nicht erst am Flughafen oder am Strand, sondern schon mit der richtigen Vorbereitung. Wir begleiten Sie dabei – persönlich, digital und immer mit dem Ziel, Ihnen Sicherheit zu geben, wo immer Sie unterwegs sind.

 

Entgeltliche Einschaltung

Foto: © TravnikovStudio / Shutterstock.com ; sergey kolesnikov / Shutterstock.com ; PeopleImages.com – Yuri A / Shutterstock.com 

Wunderbar Wanderbar

Ob gemütliche Runde oder anspruchsvolle Tour: Wir präsentieren die schönsten Wege der Steiermark und ihrer Umgebung – damit jede Wanderung ein Genuss wird.

Das Wandern ist des Müllers Lust heißt es in der ersten Zeile des deutschen Gedichts „Wanderschaft“, das 1821 veröffentlicht wurde. Es geht darin um die Wanderschaft von Handwerksgesellen und deren Sehnsucht, Ruhe zu finden. Heute, rund 200 Jahre später, erfüllt das Wandern bei vielen (noch immer) einen ähnlichen Zweck. Einfach mal rausgehen, an die frische Luft, die unberührte Natur entdecken und mit den Gedanken ganz woanders sein – oder überhaupt mal an nichts denken.

Viele von uns haben das „An-nichts-denken“ im hektischen Alltag ja schon verlernt – dabei kommt man gerade beim „In-die-Ferne-schweifen“ oft auf die besten Ideen. Insofern ist Wandern weit mehr als nur Bewegung an der frischen Luft. Es ist auch Entspannung für Körper und Geist. Ein Erlebnis auf zwei Beinen und einem Weg, der zugleich auch das Ziel ist. Nicht umsonst nennt man den Wandersport auch die „Medizin des 21. Jahrhunderts“: Die Pandemie hat diesem Trend noch einen ordentlichen und wahrscheinlich auch nachhaltigen Schub gegeben. Also nichts wie raus in die Natur und die schönen Seiten unseres Landes mit allen Sinnen erleben.

Klimafreundlich auf den Gipfel

Wobei: Wenn wir unsere Wanderschuhe und den Rucksack schon packen, dann am besten gleich ökonomisch. Zum Wandern mit den Öffis ist kein Problem und schont auch die Umwelt. Die „Naturfreunde Österreich“ machen schon seit Jahren darauf aufmerksam. Ein Kilometer mit dem Zug ist 30-mal klimafreundlicher als ein Kilometer mit Benzin- oder Diesel-Auto. Der Wanderführer der „Naturfreunde Österreich“ in Kooperation mit der ÖBB beinhaltet daher ausschließlich Top-Touren in ganz Österreich (46 an der Zahl) mit bester Anbindung zu den Öffis. Natürlich geben die Routen (darunter auch Wohlfühl-Wege und Natura-Trails) auch für die Sinne und das Auge etwas her: Sie führen zu traumhaft gelegenen Hütten, auf denen man besondere Ausblicke zu umliegenden Gipfeln genießt. Auch in dieser Ausgabe von Abenteuer Alter stellen wir Ihnen vier verschiedene Touren (von gemütlich bis anspruchsvoll) vor, die allesamt durch ökologisch wertvolle Landschaften führen – idyllisch, naturnah, belebend. Alle vorgestellten Routen sind einfach und schnell mit Bus und Bahn erreichbar. Da freut sich die Umwelt – und das Wanderherz natürlich.

Mehr Infos: oebb.at

Beitrag veröffentlicht am 06. Oktober 2022
© Doris List-Winder / Naturfreunde ÖSterreich

Prince Charles: Ein Königreich für die Natur

Das Regieren wurde ihm bisher verwehrt, außer in seinem Gartenparadies Highgrove. Dort ist Prinz Charles König, dort hat er das Gärtnern neu erfunden. Karl Ploberger drehte über die Leidenschaft Seiner Königlichen Hoheit kürzlich eine Dokumentation, für die er jahrelang auf eine Genehmigung warten musste. Wir spazieren einfach so hinein, an der Seite von ORF-Biogärtnerin Angelika Ertl.

Nein, in London waren wir nicht dabei, als mit großem Pomp das 70. Thronjubiläum von Königin Elisabeth II. gefeiert wurde. Wir besichtigten stattdessen mit der Gartenexpertin Angelika Ertl das Anwesen Highgrove, in dem Prince Charles, der ewige Thronfolger, die Welt ein bisschen besser macht. Das mit dem Hineinspazieren ist wohlgemerkt etwas flapsig ausgedrückt, selbstverständlich müssen auch wir uns an das Fotografierverbot halten und den Anweisungen der Sicherheitskräfte folgen. Die übrigens auch für das Wohlergehen der Kleintiere auf dem Anwesen sorgen: So wurden einmal einer Entenfamilie, die an einem entlegenen Ende des Gutes gebrütet hatte und mit ihrem Nachwuchs stets eine Straße außerhalb des Geländes queren musste, auf Geheiß des Prinzen kurzerhand Bobbys für den Straßenübertritt zur Seite gestellt.

Einen Garten mit Haus, please

Prinz Charles wollte schon immer einen Garten mit Haus – und nicht umgekehrt –, gefunden wurde dieser in Cloucestershire in den Cotswolds, zweieinhalb Autostunden von London entfernt. Highgrove erwarb Anfang der Achtzigerjahre übrigens nicht die königliche Familie, sondern das Herzogtum Cornwall für – aus heutigem Blickwinkel gesehen – ein Schnäppchen von kolportierten 800.000 Pfund, Prinz Charles, der Herzog von Cornwall und Prinz von Wales, wurde als Pächter ernannt. Das Haus war beim Kauf von „einem Nichts“ umgeben, wie der Prinz selbst sagt – außer einer alten Eibenhecke und der 200 Jahre alten Zeder vor dem Gebäude, die das Herz des 73-jährigen Thronfolgers letztlich eroberte. Als erste Maßnahmen ließ er am Haus Balustraden und Säulen als Kletterhilfe für Pflanzen anbringen, die ihren Duft bis hinauf in die Königlichen Räume bringen sollten. Die Leidenschaft für die Gärtnerei hat Prinz Charles von seiner Großmutter geerbt, deren Gartenutensilien er zu ihrem Andenken aufgehoben hat. Den Garten von Highgrove zieren zudem Büsten jener Menschen, die für den Prinzen Inspiration und Ideengeber waren. Sein Garten, so schreibt er im Vorwort seines Buches „Highgrove – ein Jahr im Königlichen Garten“, sei ein bescheidener Versuch, zur Heilung von Schäden beizutragen, die durch kurzsichtiges Handeln dem Boden, der Landschaft und letztlich unseren Seelen zugefügt wurden. Ihn hat er wie ein Maler gestaltet, jeder Teil ist ein separates Bild: Der Thyme Walk etwa mit verschiedensten Thymiansorten und den künstlerisch zurechtgestutzten Eiben-Figuren, und der „Stumpery“, in dem wilder Farn und sattes Grün über alten Wurzeln wuchern. Vor dem Haus finden sich Felder von Rittersporn, der Lieblingsblume des Prinzen. Die Kunst bei der Gestaltung bestehe für ihn zur Hälfte darin, dafür zu sorgen, dass der Garten beim Blick aus dem Fenster auch in den Wintermonaten reizvoll sei. Was ist für Angelika Ertl das Besondere an der Anlage? „Prinz Charles lässt seinen Garten mehr und mehr verwildern, penible Genauigkeit gibt es nur in wenigen formalen Gartenzimmern. Sonst wird der Garten lebendiger und auch wilder.“ Prinzessin Diana hielt übrigens nicht sehr viel von der Gartenleidenschaft ihres Mannes. Sie fuhr lieber ins benachbarte Städtchen Tetbury und ging dort einkaufen.

Als der Prinz „Bio“ hoffähig machte

In den 1980ern, als sich der fein- und kunstsinnige Prinz, der in seiner Freizeit gern malt, entschlossen hatte, sein Anwesen nach den Kriterien der biologischen Landwirtschaft zu betreiben, fand in Österreich gerade der Weinskandal statt und weltweit wurden in der Landwirtschaft unbedacht giftige Chemikalien eingesetzt. Dennoch hielt man von „Bio“ nicht viel, das war für Spinner. Auch in Großbritannien wusste man zunächst nicht recht, was man von der „spinnerten“ Idee des Prinzen halten sollte. Er schickte Sekretäre nach Deutschland zu Hardy Vogtmann, dem damaligen Pionier für biologische Landwirtschaft, um sich Beispiele zu holen, damit der Prinz seine Familie, die von der Bio-Idee rein gar nichts hielt, überzeugen konnte. Er bekam 60 Hektar Land „zum Probieren“ und fand mit David Wilson als Gutsleiter den kongenialen Partner, wie die Dokumentation „Der Bauer und sein Prinz“ zeigt. Wilson kam frisch von der Landwirtschaftsschule, wo ihm vor allem beigebracht wurde, welche Chemikalien er in welchen Situationen einsetzen sollte, wie er erzählt. Als er beim Bewerbungsgespräch mit der Frage konfrontiert wurde, ob er sich unter „biologischer Landwirtschaft“ etwas vorstellen könne, verneinte er und sagte Ja zum Job. Die Reise hin zu einer alternativen Art der Lebensmittelproduktion gefiel dem Vater von zwei kleinen Kindern. Mittlerweile ist man sich einig: Des Prinzen „verrückte“ Idee war eine vernünftige in einer verrückten Welt.

 

 

Einsatz für eine gesunde Zukunft

Heute ist das Landgut Highgrove mit insgesamt 760 Hektar – 311 waren es vor 30 Jahren, mittlerweile bewirtschaftet man auch den Boden von Nachbarn – ein landwirtschaftlicher Vorzeigebetrieb, in dem sich viele Bauern Rat für neue Wege holen. Es werden alte Schaf- und Schweinerassen vor dem Aussterben bewahrt, tausend Apfelbäume, jeder eine eigene Sorte, wurden gepflanzt. Die Milchkühe haben nichts mit den Turboleisterinnen in der konventionellen Landwirtschaft gemein, im Gegenteil, sie finden reichlich Platz in einem modernen Stall, wo ihnen ein längeres Leben gestattet ist. Artenschutz, Biodiversität sowie der Erhalt traditioneller Pflanzmethoden und Handwerksberufe stehen im Landgut des Prinzen an erster Stelle, und bei allem wird einen Schritt weitergedacht, um die Natur zu erhalten und die Menschen mit gesunden Lebensmitteln zu versorgen. So ist es Prinz Charles zu verdanken, dass im nahezu baumlosen Großbritannien die Heckenkultur wieder etabliert wurde. Damit
steigt nicht nur der Grundwasserspiegel, Hecken verhindern Bodenerosionen durch Wind und bieten zudem Platz für viele Wildtiere. Den
Schnitt der Eibenhecken aus seinem Garten lässt er an ein nahegelegenes Forschungsinstitut liefern, das Öl hemmt das Tumorwachstum. Als
Grund für seinen ökologischen Einsatz nennt der Prinz die vielen umweltschädigenden Maßnahmen ab den 1960ern, als Gebiete weitgehend mit Chemie behandelt wurden, man Bäume entwurzelt hat und Feuchtgebiete trockengelegt, Hecken entfernt und Wiesen zerstört. Prinz Charles sagt dazu: „Wir müssen einsehen, dass wir selbst auch Teil der Natur sind und nicht separat existieren. Viele aber sind in diesem Glauben aufgewachsen.“ Nachsatz mit einem Verweis auf EU-Fördermaßnahmen, die keinesfalls auf Nachhaltigkeit abzielen: Solange wir die billigsten Lebensmittel wollen, wird die Landwirtschaft, die auf Produktionssteigerung und maximale Erträge ausgerichtet ist, bestehen bleiben.

Es braucht auch im Garten Humor

Der Magnet von Highgrove ist freilich der Garten Seiner Hoheit, den jedes Jahr rund 40.000 Gartenfans
besuchen. Weilt der Prinz dort, wird das durch eine gehisste Flagge signalisiert, zwischendurch kommt er immer wieder auf den Balkon, um seinen Gästen zuzuwinken. Es kann auch vorkommen, dass eine geplante Gartentour kurzfristig abgesagt wird, weil Prinz Charles mit seiner Camilla ein Wochenende in Abgeschiedenheit verbringen will, sagt die ORF Biogärtnerin Angelika Ertl. In ihren Gartenreisen ist Highgrove Garden ein regelmäßig wiederkehrender Programmpunkt, sie selbst wird dort wie eine alte Bekannte begrüßt. Bei ihrem letzten Besuch wurde sie allerdings stutzig, denn die Führung durch den wunderschönen Garten startete nicht wie üblich, man betrat diesen über einen anderen Pfad. Der Grund: Auf dem Weg, den man sonst gegangen ist, steht eine Büste von Prince Charles, ein Geschenk, über die der Thronfolger gar nicht „amused“ ist. Und diesen Anblick will man auch den Gästen ersparen. Eine Büste, die Prince Charles mit seiner
Camilla zeigt, hat man überhaupt im Wald versteckt. Genau das macht die Briten so unverbesserlich: charmante Diplomatie, stets mit einer guten Prise Humor, die auch dem Kronprinzen nachgesagt wird. Humor findet sich ebenso in seinem Garten, erzählt Angelika Ertl. So ließ der Prinz die etwas verknöcherte Eibenhecke im Thyme Walk von seinen Gärtnern eigenwillig umgestalten: Jeder seiner Gärtner durfte sich mit einem Gegenstand verewigen. So wächst da eine Schnecke aus der Hecke und dort eine Teekanne. Es wird übrigens gemunkelt, dass
sich der Prinz auf eine baldige Thronnachfolge einstellt, seine Mutter, Queen Elizabeth II., feierte immerhin im April ihren 96. Geburtstag. Auf Highgrove bereitet man sich schon jetzt darauf vor, dass der Prinz in Zukunft viel weniger Zeit dort verbringen wird. Sein Garten und sein Landgut stehen Besuchern unverändert offen, Tee oder Prosecco wird nach der Gartentour weiterhin serviert werden. Cheers!

 

Britische ­Gartenleidenschaft
Die Briten und die Franzosen sind sich bekanntlich nicht sehr „grün“. So ist der britische Garten in gewisser Weise ein Gegenentwurf zum französischen. Sonnenkönig Ludwig XIV. war bekannt dafür, sich die Natur untertan gemacht zu haben. Sein Garten in ­Versailles, ein „Angebergarten“, wie Angelika Ertl sagt, sollte perfekt sein und auf den Tisch bringen, was er für sein feudales Leben haben wollte. In England derweil wurde das gegenteilige Motto ausgerufen: Man solle der Natur wieder folgen. Wobei auch dort ein bisschen Angeberei sein musste: Unter Königin Viktoria bereisten „Plant Hunter“, so genannte Pflanzenjäger, die Welt, um von überall Pflanzen, Früchte und Kräuter mitzubringen. Das beeinflusste auch die Architektur, denn es brauchte Pflanzhäuser, um diese neuen Errungenschaften präsentieren zu können. Die Landschaftsplaner hatten damals alle Hände voll zu tun. Ein schöner Garten ist in England noch heute Statussymbol. Einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung dieses Erbes leistet der National Trust. Er wurde gegründet, nachdem sich viele Erben ihre Anwesen nicht mehr leisten konnten, weil sie die Hälfte des Wertes als Erbschaftssteuer abzuführen hatten. Der National Trust ist heute der größte Land-, Küsten-, Pub-, Mühlen- und Gartenbesitzer in Großbritannien. Die Königsfamilie unterstützt diesen Trust seit jeher.

 

von Daniela Müller
Beitrag veröffentlicht am 20.07.2022

Sicher unterwegs

Neue Reisewarnungen, neue Registrierungspflicht, saubere Hände und sichere Besuche im Pflegeheim im Kampf gegen Covid-19.

Österreich hat derzeit Reisewarnungen für 37 Staaten ausgesprochen. Das betrifft in Europa Portugal (Lissabon und Norte), Frankreich (Paris und Provence), Tschechien (Prag) und am Westbalkan Kroatien, Kosovo, Nordmazedonien und Rumänien. Weitere neue Reisewarnungen gelten für Andorra, Israel, Argentinien, Bahrain, Kuwait, Costa Rica und die Malediven. Die seit vielen Monaten geltende Reisewarnung für Schweden wurde aufgehoben.

Hierzulande gilt ab heute für alle Gäste in Wien und bald auch in Niederösterreich: Sie müssen sich in Lokalen registrieren, damit Infektionsketten leichter eruiert werden können – das gilt vorerst bis Ende des Jahres. Allerdings dürfte diese Registrierungspflicht für Lokalgäste nicht reibungslos anlaufen, Lokalgäste weigern sich laut einer ersten „Blitzumfrage“ der Wiener Wirtschaftskammer. Derzeit führt in der Steiermark übrigens laut „Österreich“ Haselsdorf-Tobelbad gefolgt von Feldkirchen bei Graz und St. Peter im Sulmtal die Liste mit den meisten CoV-infizierten Personen an.

Da Händewaschen und Desinfizieren wieder extrem im Fokus stehen, sollte die Haut besonders gepflegt werden. Gerade Desinfektionsmittel lassen die Haut an den Händen spröde und rissig werden, was wiederum anfällig für Viren macht. Um die Hautbarriere zu schützen, gilt daher: 30 Sekunden lang die Hände mit Seife waschen und regelmäßig eincremen. Desinfektionsmittel sollten nicht standardmäßig in Gebrauch sein.

Standard ist derzeit Fiebermessen am Eingang von Seniorenheimen. Die Reduktion an Kontakten ist hier und in Krankenhäusern besonders wichtig, grundsätzlich darf nur ein Besucher pro Tag zu einem Patienten kommen. Für jene älteren Menschen zuhause, die sonst kaum soziale Kontakte haben, gibt es den ehrenamtlichen Besuchsdienst des Roten Kreuzes, der im Lockdown allerdings ausgesetzt werden musste. Die Kommunikation hielt man via Telefon aufrecht, Hörprobleme und Demenzerkrankungen kamen da aber erschwerend hinzu. Besuche sind wieder möglich, Berührungen, die wichtigen Trost spenden, allerdings tabu.

Am Uniklinikum Salzburg laufen zurzeit übrigens insgesamt vier Studien zu Medikamenten gegen die CoV-Infektion. Der Infektiologe Richard Greil sieht die Medikamentenforschung auf einem guten Weg – Krankheitsverläufe könnten deutlich abgeschwächt werden.

 

Elke Jauk-Offner
Beitrag veröffentlicht am 29. September 2020
Bildquelle: Shutterstock