Schönheit ist…

… eine Frage der Betrachtung.


Wir wollen ein Zeichen setzen, frei nach dem Motto: Zum Schönsein ist man nie zu alt. Dieses Mal: Astrid (58) und August Bäck (62). 

Astrid und August Bäck kennen sich schon von Klein auf. Sie verloren sich aus den Augen und stießen nach 30 Jahren über Facebook zueinander. Daraus entstand eine tiefe Liebe. Astrid, seit jeher kosmetikaffin, polierte nach ihrem neuen Kennenlernen auch Augusts Äußeres auf: Er bekam einen Umstylinggutschein geschenkt. „Nicht böse gemeint!“, ruft Astrid, „aber notwendig“, ergänzt August. Bei Kosmetik sind sie auch geblieben. August, der seinen Brotjob als Marketingchef des Roten Kreuzes Steiermark kürzlich zurückschraubte, will sich nun auf das gemeinsame Unternehmen Quality Life, in dem die beiden hochwertige Kosmetik verkaufen, konzentrieren.

Für Astrid war Hautgesundheit schon immer wichtig, „die Haut ist das Organ, das uns zusammenhält“, sagt sie. Die Haut regelmäßig zu pflegen, legten ihr bereits die Großmutter und später die Mutter nahe. Gepflegt auszusehen macht selbstbewusst, ist Astrid überzeugt.

Was bringt das Alter mit sich? „Man ist gelassener und muss sich nichts mehr beweisen“, sagt Astrid. August: „Auch das Alter bringt viel Freude, man hat Lebenserfahrung und kann auf so viel Erfahrungsschatz zurückgreifen.“ 

Ihr Styling verändern Astrid und August Bäck laufend, farblich landen sie meist bei Schwarz. August, für den Kosmetik stets ein Begriff aus der Chemie war, legt mittlerweile großen Wert auf regelmäßigen Friseurbesuch für Bart und Haare und würde gerade älteren Männern mit starkem Haarwuchs bei den Brauen ein fachmännisches Augenbrauenzupfen ans Herz legen. Beider Markenzeichen sind die Brillen, die ihre Looks stets aufs Neue verändern. „So ist man immer auf der Suche nach Veränderung. Auch das macht Spaß“, sagt Astrid.   

Text von Daniela Müller
Bilder von Marija Kanizaj
Beitrag veröffentlicht am 01.06.2023

Keine Falten dank Kollagen – stimmt das?

Die Schauspielerin Jennifer Aniston verkündete jüngst, sie verdanke ihre Jugendlichkeit der täglichen Einnahme von Kollagen. Seither boomt der Kauf von Präparaten. Doch was ist dran am Kollagen-Hype? 

Seit wenigen Monaten wissen wir, warum die amerikanische Schauspielerin Jennifer Aniston – mittlerweile auch schon 54 Jahre – so jung und nahezu faltenfrei ist: Sie meditiert täglich und trinkt ihren Morgenkaffee mit Kollagenpulver. Das nimmt sie laut „Harpers Bazaar“ nun seit fast zehn Jahren. Seither sei vieles leichter, angenehmer und besser, nicht nur die Haut und Nägel, auch das Körpertraining, die Ausdauer, der Schlaf. Erwähnenswert ist, dass der US-Star mit einem Kollagen-Anbieter einen Werbevertrag abgeschlossen hat. Die Zusammenarbeit hat seine Wirkung nicht verfehlt: Seit dank Jennifer Aniston diese neue Schönheits-Triade Kollagen als Jungbrunnen durch die Sozialen Medien geistert, fragen sich viele Frauen: Stimmt das? Was ist Kollagen überhaupt und was bringt die zusätzliche Aufnahme?

 

Kollagen wird vom Körper produziert, es ist das dort am häufigsten vertretene Eiweiß und gibt Knochen, Gelenken, Muskeln und Sehnen Halt. Kollagen hält zudem Haut und Bindegewebe elastisch. Je älter man wird, desto weniger Kollagen stellt der Körper selbst her, es bilden sich Falten, die Muskulatur verliert an Elastizität, die Knochen werden spröde. Kollagen kann in Form von Präparaten zugeführt werden, dabei handelt es sich in der Regel um industriell hergestellte Pulver, Kapseln oder Cremes, deren Basis aus tierischen Abfällen besteht; es gibt mittlerweile auch vegane Alternativen. Die Nutzerinnen der im Internet erhältlichen Produkte schwärmen in ihren Bewertungen: Haut wie Samt, Winkearme werden plötzlich straff, Cellulite verschwindet. 

Auch die Versprechungen mancher Hersteller klingen nach Jungbrunnen, doch stimmt das? Expertinnen und Experten sind hier zurückhaltend. Cremes mit Kollagen sollen laut Werbeversprechung in die oberste Hautschicht eindringen und so Falten glattbügeln. In der Forschung hat sich gezeigt, dass diese Wirkung eher durch das in den Cremes enthaltene Wasser erreicht wird, es sei sogar fraglich und nicht nachgewiesen, ob der Wirkstoff überhaupt in die oberste Hautschicht gelangt. Bei Pulvern und Kapseln hat die deutsche Stiftung Warentest einige Produkte untersucht: Demnach gibt es keine wissenschaftlichen Belege, dass die Präparate einen sichtbaren Nutzen für die Anwenderinnen haben. Zwar werde Kollagen vom Darm aufgenommen, inwieweit die Wirkstoffe überhaupt in der Haut und in den Haaren ankommen, ist wissenschaftlich aber nicht bewiesen. Die von den Herstellern gern erwähnten Studien sind oft von diesen selbst finanziert und somit nur bedingt glaubwürdig. Zudem sind die erhältlichen Kollagenpulver Nahrungsergänzungsmittel, deren Hersteller nicht verpflichtet sind, die versprochene Wirkung in Studien nachzuweisen. 

Ein Tipp aus der Redaktion: Falten sind Geschichten, die das Leben schrieb. Es ist einfacher, sie akzeptieren zu lernen, als sie fortlaufend bekämpfen zu wollen. Lehnen Sie sich zurück, genießen Sie Ihren Morgenkaffee mit Milchschaum und schenken Sie Ihre Zeit der Planung des kommenden und hoffentlich wundervollen Tages. 


Text von Daniela Müller
Bilder von Shutterstock und Tinseltown/shutterstock.com
Beitrag veröffentlicht am 11.04.2023