Mehr Lohn in der Pension – Anreize

Erst jüngst machten im benachbarten Deutschland die ­­Ergebnisse einer großen Studie Schlagzeilen. Das Institut der deutschen Wirtschaft konnte mit Zahlen und Fakten belegen, dass Menschen, die im Alter erwerbstätig sind, mit ihrem Leben deutlich zufriedener sind als andere. Was zweifellos auch in Österreich der Fall ist. In der Generation der 66- bis 70-Jährigen – man bezeichnet sie bisweilen als „Silver Worker“ – arbeitet man offensichtlich gerne über die Regelaltersgrenze hinaus. Hier werden vor allem zwei Gründe dafür genannt.

Es geht vielen um die Möglichkeit zum sozialen Austausch mit Kolleginnen wie auch Kollegen. Die jeweilige Tätigkeiten als sinnstiftend zu schätzt ist ebenso ein Anreiz. Beides würde, wie es im Zusammenhang mit den Studienergebnissen heißt, das Wohlbefinden und das Selbstwertgefühl der „Silver Worker“ stärken. Und es zeigt sich, wie die Studienautoren bemerken, dass finanzielle und wirtschaftliche Gründe bei der Weiterarbeit über das gesetzliche Pensionsantrittsalter hinaus eine deutlich geringere Bedeutung haben als Spaß an der Arbeit und soziale Kontakte.

Am Foto ist Ernest Schwindsackl zu sehen.
Ernest Schwindsackl, Obmann des Steirischen Seniorenbundes und Mitglied des Bundesrates. © Christian Geogescu

Neue Impulse

Für den Obmann des Steirischen Seniorenbundes sind diese Ergebnisse ein Beleg dafür, dass das Weiterarbeit über die Regelaltersgrenze hinaus neue Impulse braucht. Schwindsackl verweist zunächst auf erste gesetzliche Änderungen auf Bundesebene aus dem Vorjahr. Diese sind nicht zuletzt auf Initiative des Seniorenbundes zustande gekommen. Bis zur Grenze von 1.040 Euro monatlichem Erwerbseinkommen müssen seither keine Pensionsversicherungs­­beiträge mehr geleistet werden. Es bleiben weiterarbeitenden Pensionistinnen und Pensionisten auf diese Weise bis zu rund 100 Euro brutto mehr im Monat.

Schwindsackl sieht das als ersten Schritt und fordert unbedingt noch weitere. „Wir brauchen größere und attraktivere Anreize für Menschen, die über das gesetzliche Pensionsantrittsalter hinaus arbeiten wollen. Das Arbeiten in der Pension muss sich im Sinne der Betroffenen und auch der Gesellschaft wirklich lohnen“!  Das ergäbe, so der Seniorenbundobmann, auch einen Win-Win-Effekt. „Wenn Menschen über das gesetzliche Pensionsantrittsalter hinaus arbeiten wollen, entsteht daraus einerseits eine sehr konkrete Antwort auf das Thema Fachkräftemangel und es stärkt andererseits unser Pensionssystem, indem es für Enkelfitness sorgt.“

Am Foto sieht man einen betagten Tischler bei der Arbeit.
Der soziale Austausch und eine sinnstiftende Tätigkeit sind Gründe wieso Pensionisten gerne weiterarbeiten. © Dmytro Zinkevych / Shutterstock.com

Abschaffung von Beiträgen

Der Obmann des Steirischen Seni­orenbundes will dazu beitragen, dass möglichst rasch in dieser Thematik konkrete und nachhaltige Schritte gesetzt werden. Er hat dazu eine klare Botschaft: „Ich fordere die Abschaffung der Pensions- und Sozialversicherungsbeiträge für erwerbstätige Pensionisten“! Nachsatz: „Ich betrachte das nicht nur als absolut zeitgemäß, sondern auch als einen Akt der Fairness. Wer sein ganzes Arbeitsleben lang Pensions- und Sozialversicherungsbeiträge geleistet und damit Anspruch auf die entsprechenden Leistungen hat, sollte nicht plötzlich noch einmal zur Kasse gebeten werden. Das widerspricht meiner Meinung nach dem bewährten Prinzip und dem Sinn einer Versicherung.“

Ernest Schwindsackl tritt auch dafür ein, in Österreich in nächster Zeit viel mehr zu tun, um wichtige Erkenntnisse zu den Zusammenhängen zwischen Arbeit, Alter, Gesundheit und Wohlbefinden zu gewinnen. Er nennt ein wichtiges Beispiel in diesem Zusammenhang: „Wir kennen zahlreiche Studien, die darauf schließen lassen, dass es für Menschen gesünder ist, im Alter weiterzuarbeiten. Es gibt dazu allerdings eine wichtige Frage, die einer genauen Klärung bedarf: Bleiben ältere Leute länger fit, weil sie über das gesetzliche Pensionsantrittsalter hinaus beruflich tätig sind? Oder arbeiten sie vielleicht deshalb länger, weil sie noch fit sind und sich gut fühlen? Ich gehe davon aus, dass beides der Fall sein wird. Aber was hat die größere Bedeutung?“

Für Schwindsackl steht außer Zweifel, dass ältere Menschen heute gesünder sind als frühere Generationen. Mehrere Untersuchungen dokumentieren in letzter Zeit, dass 70-Jährige heutzutage so fit sind wie 60-Jährige vor ein bis zwei Jahrzehnten. Nach Ansicht von Fachleuten, sagt der Seniorenbundobmann, deutet manches darauf hin, dass für viele Menschen das Alter von 70 heute das neue 60 ist. Und auch das sei ein klares Indiz dafür, „dass wir neue, attraktive Rahmenbedingungen für die freiwillige Weiterarbeit über die gesetzliche Pensionsgrenze hinaus schaffen müssen. Und zwar so rasch wie möglich!“

Fotos: © Dmytro Zinkevych / Shutterstock.com; PeopleImages.com – Yuri A / Shutterstock.com; Christian Geogescu / Shutterstock.com

Grazer Seniorenbundobmann strikt gegen den EU-Plan „Fahrtauglichkeits-Check“

Der Obmann des Grazer Seniorenbundes Bundesrat Ernest Schwindsackl spricht sich gegen den EU-Plan aus, dass sich Senioren:innen ab 70 Jahren ohne weiteren Anlass regelmäßig einem Tauglichkeitstest unterziehen sollten. Er sieht in diesen Überlegungen eine weitere Form der Altersdiskriminierung.

Die EU plant, die Führerscheinrichtlinie zu überarbeiten. Studien hätten gezeigt, dass bestimmte Indikationen wie Drogenmissbrauch, psychische Erkrankungen, Epilepsie oder Herzerkrankungen nicht zwangsläufig mit dem Alter zusammenhängen, aber das „Altern“ doch einen Unsicherheitsfaktor im Straßenverkehr darstellt.

Das Altern ist ein schleichender Prozess. Bereits ab 50 Jahren verschlechtern sich Sinne wie Sehen und Hören.
Die Altersgrenze ab 70 zu setzen und anschließend alle fünf Jahre die Fahrtauglichkeit überprüfen zu lassen, sieht daher der Seniorenvertreter an den „Haaren herbeigezogen“ und altersdiskriminierend!
Die heute 70-Jährigen sind die ehemaligen 60-Jährigen und voll in die unterschiedlichsten Freizeit und Arbeitsprozesse eingebunden.
Die Wirtschaft sucht händeringend nach Personen mit Erfahrung und Einsatzwillen nach der gesetzlichen Pensionierung.
Senioren:innen halten durch Autofahren ihre Eigenständigkeit aufrecht, Einkaufs/Ausflugs – und Arztbesuche seien beispielgebend angeführt!
Auch der Wirtschaftsfaktor „Autokauf“ im Alter ist gegeben.

Zwar könne es mit zunehmendem Alter zu Leistungseinbußen kommen, dennoch sei das Unfallrisiko älterer Kraftfahrer nicht außergewöhnlich hoch.  Gerade ältere Verkehrsteilnehmer zeichnen sich durch situationsangepassten Fahrstil sowie vorausschauendes Fahren aus.

Die Fahrtüchtigkeit überprüfen zu lassen, sollte jedem freiwillig überlassen bleiben, ein Test erkennt mangelnde Wahrnehmungs – und Reaktionsfähigkeit, so der Grazer Seniorenobmann Schwindsackl.

Auch die Fahrsicherheitstests der Automobilvereine werden derzeit schon von vielen Senioren:innen zur eigenen Sicherheit, wie der im Straßenverkehr teilnehmenden Personen, wahrgenommen.

Am Ende steht immer der Appell an die Vernunft des Einzelnen. Wenn es nicht mehr geht mit dem Autofahren im Alter, dann ist der beste Tipp immer noch der, den Führerschein rechtzeitig abzugeben, dazu bedarf es keiner gesetzlichen Aufforderung, schließt der Grazer Seniorenobmann.

Bilder beigestellt und von shutterstock
Beitrag veröffentlicht am 24.08.2023

Größte Pflegereform seit Jahrzehnten

Nach mehr als zehn Jahre der Diskussion machte die Bundesregierung jetzt Nägel mit Köpfen und lieferte ein breites Paket, das mit Reformmaßnahmen bei den wichtigen Säulen der Pflege ansetzt.

Die Reform konnte aufgrund der Corona-Pandemie, welche mit großer Verantwortung und persönlichem Einsatz der handelnden Personen in Bund und Land gemeistert wurde, nicht schon früher erfolgen.

Bundesrat Ernest Schwindsackl

Einige Fakten und Taten seien kurz angeführt:

Bis 2030 fehlen uns mindestens 76.000 zusätzliche Pflegekräfte bundesweit und das bestehende Pflegepersonal ist am Limit!
Besonders erfreut zeigt sich der Grazer Seniorenbundobmann und Seniorensprecher im Bundesrat, Ernest Schwindsackl, in diesem Zusammenhang über die Einführung der Pflegelehre. „Damit können wir junge, interessierte Menschen gleich nach der Pflichtschule für den Pflegeberuf gewinnen, bevor wir sie in andere Bereiche verlieren.“
Insgesamt beinhaltet das engagierte und umfangreiche Paket über 20 Maßnahmen mit einem Volumen von 1 Milliarde Euro.

Diese werden in den Pflegeberuf, die Pflegeausbildung sowie für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige bis zum Ende der Gesetzgebungsperiode investiert.
In den kommenden zwei Jahren erhält jede:r Mitarbeiter:in einen Gehaltsbonus. Abseits davon werden in den Bereichen der Ausbildung, Kompetenzen und Zuwanderung neue Akzente gesetzt.

Außerdem wird ein Angehörigenbonus von 1.500,– Euro ab dem Jahr 2023 für die Person, die den größten Teil der Pflege zuhause leistet und zu diesem Zweck selbst- oder weiterversichert ist, gewährt!

Unsere Senioren:innen haben diese große Pflegereform nicht nur verdient, sie steht ihnen als jahrzehntelange Leistungsträger:innen im Aufbau unseres Wohlstandes auch zu, meint Ihr Bundesrat Ernest Schwindsackl.

Beitrag veröffentlicht am 19. August 2022