Sturzgefahr minimieren – Tipps

Ob in den eigenen vier Wänden oder im öffentlichen Bereich: Stürze stehen vielfach an der Tagesordnung und füllen regelmäßig die Ambulanzen und Operationssäle. Mit ein wenig Umsicht könnte so mancher Sturz vermieden werden. Dazu hilfreiche Tipps als Sturz-Profilaxe, so lässt sich das Risiko einfach und nachhaltig daheim minimieren.

1. Bewegung machen! Wer sich regelmäßig bewegt und körperlich aktiv ist, trägt dazu bei, dass Muskelkraft und Gleichgewicht erhalten bleiben und reduziert somit auch das Risiko für Stürze.

2. Augen untersuchen lassen! Klare Sicht trägt maßgeblich dazu bei, Hindernisse und potenzielle Stolperfallen zu erkennen. 

3. Medikamenten-Nebenwirkung beachten! Manche Medikamente können Schwindel und Benommenheit verursachen, was die Sturzgefahr erhöht. 

4. Stolperfallen beseitigen! Ob Teppiche, Schuhe, Putzutensilien oder lose Kabel – solche „Fallen“ sollten in Wohnräumen unbedingt beseitigt werden. 

5. Hilfsmittel nutzen! Haltegriffe und Handläufe im Bereich von Treppen oder in der Dusche können die Sicherheit erhöhen. Bei Bedarf sollten auch Gehhilfen wie Stöcke oder Rollatoren verwendet werden.

6. Auf gute Vitamin D- und Calcium-Versorgung achten! Vitamin D und Calcium fördern die Knochengesundheit und tragen dazu bei, das Risiko von Knochenbrüchen bei Stürzen zu reduzieren. Notwendigkeit und Einnahme vom Arzt abklären.

Am Foto ist der Arm und die Hand einer älteren Frau zu sehen die einen Haltegriff aus Edelstahl im Badezimmer verwendet.
Das Anbringen und das Verwenden von Haltegriffen in Badezimmer und WC erhöhen die Sicherheit wesentlich. © sasirin pamai / Shutterstock.com

7. Wetterbericht beachten! Umfangreiche Forschungen haben ergeben, dass vor allem vier Wettersituationen die Sturzwahrscheinlichkeit stark erhöhen. Und zwar:

8. Eis und Schnee! Wenn Wege eis- und schneebedeckt sind, herrscht akute Rutsch- und damit auch Sturzgefahr! Das Haus nur mit gutem Schuhwerk verlassen, wenn möglich Termine verschieben und zu Hause bleiben!

9. Hitzestress! Hohe Temperaturen können rasch zu Dehydrierung und in der Folge zu Schwächeanfällen und Stürzen führen.
Daher: ausreichend trinken, im Schatten bleiben, Kopfbedeckung wählen und Überanstrengung meiden.

10. Kältestress! Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, womöglich in Kombination mit kräftigem Wind, führen sehr schnell zu einer Versteifung des Bewegungsapparates, zu Erfrierungserscheinungen und damit zu einer erhöhten Sturzgefahr. Bei großer Kälte am besten zu Hause bleiben beziehungsweise nur in Begleitung und mit gutem Schuhwerk nach draußen gehen.

11. Wetterwechsel! Diese können bei empfindlichen Personen zu Unwohlsein und Kreislaufschwäche führen – in Kombination mit Föhn auch zu Kopfschmerzen und Migräne. All das führt häufig zu Stürzen. 

Foto: © peopleImages.com – Yuri A / Shutterstock.com; New Afrika / Shutterstock.com; sasirin pamai / Shutterstock.com

Barrierefrei wohnen – Wirtschaftskammer

Glücklich und selbstbestimmt älter werden: Altengerechter und barrierefreier Wohnraum ist dafür Grundvoraussetzung. Worauf es bei der Sanierung ankommt, welche Förderungen es gibt und wo man sich am besten informiert, beantwortet Michael Stvarnik, Baumeister und Innungsmeister für den steirischen Bau, im Interview. 

Am Foto ist Michael Stvarnik, Innungsmeister des steirischen Baugewerbes zu sehen.
Herr Michael Stvarnik, Baumeister und Experte für nachhaltiges Bauen und Innungsmeister des steirischen Baugewerbes. © beigestellt

Älter werden wir alle. Muss barrierefreies Wohnen bereits beim Neubau mitgedacht werden?

Michael Stvarnik: Im Idealfall ja. Wer einen Hausbau plant, sollte immer auch etwas weiter in die Zukunft schauen: Wie wird mein Wohnraum aussehen müssen, wenn ich einmal nicht mehr so mobil bin? Wie werden sich meine Bedürfnisse ändern, wenn ich älter werde? Aber auch schon in jungen Jahren ist das Thema relevant: Was passiert, wenn ich einen Gipsfuß habe? Zu all diesen Fragen ist Ihr steirischer Baumeister Ansprechpartner Nummer eins. Gemeinsam planen wir Wohnraum, der für alle Eventualitäten gerüstet ist.

Wie kann man ein bestehendes Haus oder eine Wohnung nachträglich umrüsten?

Stvarnik: Durch gezielte Sa­nier­ungsmaßnahmen lässt sich jeder Wohnraum auch nachträglich barrierefrei und altengerecht adaptieren. Auch hier ist Ihr Baumeister die erste Adresse. Durch die umfassende Planungsbefugnis wissen wir als Profis genau, wie wir in die jeweilige Bausubstanz und Konstruktion eingreifen können, welche die erforderlichen Maßnahmen sind und wie sie sich am besten umsetzen lassen.

Gibt es Förderungen für die Sanierung?

Stvarnik: Ja, das Land Steiermark bietet verschiedene Förderungen für die Wohnhaussanierung an. Voraussetzung dafür ist, dass die Wohnungen ständig mit Hauptwohnsitz bewohnt werden. Vor allem drei Fördermodelle sind dabei von Bedeutung: die sogenannte kleine Sanierung, die umfassende energetische Sanierung sowie Maßnahmen für barrierefreies und altengerechtes Wohnen. Die Höhe der Förderung kann bis zu 30 % der förderbaren Kosten von derzeit maximal 100.000 Euro ausmachen. 

Weitere Informationen:

www.deinbaumeister.at

www.wohnbau.steiermark.at

Foto: © beigestellt; 24K-Produktion / Shutterstock.com;

Sturzgefahr: So lässt sich das Risiko minimieren!

Die Zahl der Unfalltoten hat in Österreich laut aktueller Zahlen des Kuratoriums für Verkehrssicherheit den höchsten Wert seit 28 Jahren erreicht. Ganze 3.099 Personen sind 2022 bei Unfällen ums Leben gekommen. Zu den häufigsten Unfallursachen zählen Stürze, sie haben im Vorjahr österreichweit 1.006 Menschenleben gefordert. Ein hoher Anteil entfällt dabei auf die Altersgruppe 65+. „Von Sturzunfällen sind ältere Menschen besonders häufig betroffen, wobei bei Männern die Gefahr für tödliche Stürze bereits ab 50 Jahren deutlich zu steigen beginnt, bei Frauen etwas später. Zudem ereignet sich bereits mehr als ein Viertel aller tödlichen Stürze zu Hause. Hauptgründe sind Straucheln, Stolpern und Ausgleiten, gefolgt von Unfällen auf Stufen und Treppen“, erklärt  Johanna Trauner-Karner, Leiterin des Bereichs Sport- und Freizeitsicherheit im Kuratorium für Verkehrssicherheit. Zudem wurden bei Unfällen im Hauhalt 306.000 Personen verletzt, fast 220.000 davon wiederum aufgrund von Stürzen. Trauner-Karner: „Die Sturzprävention zu Hause wird angesichts dessen, vor allem aber auch aufgrund der Alterung der Gesellschaft immer dringender.“

  • Bewegung machen!
    Wer sich regelmäßig bewegt und körperlich aktiv ist, trägt dazu bei, dass Muskelkraft und Gleichgewicht erhalten bleiben und reduziert somit auch das Risiko für Stürze.
  • Augen untersuchen lassen!
    Klare Sicht trägt maßgeblich dazu bei, Hindernisse und potenzielle Stolperfallen zu erkennen. Daher ist es wichtig, die Sehkraft regelmäßig überprüfen zu lassen – so können etwaige Sehprobleme erkannt und frühzeitig behandelt werden.
  • Medikamenten-Nebenwirkung beachten!
    Manche Medikamente können Schwindel und Benommenheit verursachen, was die Sturzgefahr natürlich wesentlich erhöht. Sollten solche Nebenwirkungen auftreten, sollten mit dem Arzt entsprechend Maßnahmen besprochen werden.
  • Stolperfallen beseitigen!
    Ob lose Teppiche, ungesicherte Teppichkanten, Schuhe, Putzutensilien oder lose Kabel – solche „Fallen“ sollten in Wohnräumen unbedingt beseitigt werden. Je weniger Hürden man sich in die Wohnung schafft, umso sicherer ist man unterwegs.
  • Hilfsmittel nutzen!
    Haltegriffe im Bereich von Treppen oder in der Dusche können die Sicherheit erhöhen. Bei Bedarf sollten auch Gehhilfen wie Stöcke oder Rollatoren verwendet werden, um das Gleichgewicht zu unterstützen und die Mobilität zu verbessern.
  • Auf gute Vitamin D- und Calcium-Versorgung achten!
    Vitamin D und Calcium fördern die Knochengesundheit und tragen somit dazu bei, das Risiko von Knochenbrüchen bei Stürzen zu reduzieren. Notwendigkeit und Einnahme vom Arzt abklären und verordnen lassen.
  • Wetterbericht beachten!
    Auch wenn man es im ersten Moment nicht glauben möchte, aber auch das Wetter hat einen wesentlichen Einfluss auf das Sturzrisiko. Umfangreiche Forschungen haben ergeben, dass vor allem vier Wettersituationen die Sturzwahrscheinlichkeit stark erhöhen. 

Und zwar:

  • Eis und Schnee!
    Wenn Wege eis- und schneebedeckt sind, herrscht aktue Rutsch- und damit auch Sturzgefahr! Das Haus nur mit gutem Schuhwerk verlassen, wenn möglich aber Termine verschieben und zuhause bleiben!
  • Hitzestress!
    Hohe Temperaturen können rasch zu Dehydrierung und in der Folge zu Schwächeanfällen und Stürzen führen. Daher: ausreichend trinken, im Schatten bleiben, Kopfbedeckung wählen und Überanstrengung meiden.
  • Kältestress!
    Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, womöglich in Kombination mit kräftigem Wind, führen sehr schnell zu einer Versteifung des Bewegungsapparates, zu Erfrierungserscheinungen und damit zu einer erhöhten Sturzgefahr. Bei großer Kälte am besten zuhause bleiben beziehungsweise nur in Begleitung und mit gutem Schuhwerk nach draußen gehen.
  • Wetterwechsel!
    Diese können bei empfindlichen Personen zu Unwohlsein und Kreislaufschwäche führen – in Kombination mit Föhn auch zu Kopfschmerzen und Migräne. All das führt häufig zu Stürzen. In der Wohnung Stolperfallen beseitigen (siehe oben!), ausreichend trinken und Überanstrengung meiden.

 

© Quelle: Kuratorium für Verkehrssicherheit

 

Text von Johanna Vucak
Bilder von KFVAPA Fotoservice Krisztian Juhasz und shutterstock
Beitrag veröffentlicht am 21.09.2023