Spartipps im Alter

Normalverdiener:innen reicht die Rente schon längst nicht mehr zum sorgenfreien Leben. Ganz im Gegenteil: Mit Pensionsantritt rutschen viele Österreicher:innen in die Altersarmut. Die steigenden Preise verschärfen die Situation weiter, den meisten Senior:innen bleibt mit Monatsende nichts mehr im Geldtascherl übrig. Ein paar kleine Spartricks für den Alltag sollen in der schwierigen finanziellen Situation eine Entlastung bieten. Auch wenn Sie damit keine Berge versetzen werden – vielleicht können Sie sich dadurch ein paar Euros auf die Seite legen.

Kassensturz machen

Der erste Schritt, um langfristig Geld zu sparen, ist, sich zunächst einmal die Ausgangslage anzusehen. Dabei ist es wichtig, wirklich gründlich zu sein. Auch wenn es unangenehm ist, sollten Sie sich auf den Cent genau ansehen, wofür Sie ihr Geld monatlich ausgeben und wieviel Geld jeweils am Ende des Monats übrig bleibt um sich für Ihre finanzielle Situation ein Bewusstsein zu schaffen.

Ein einfacher Weg, um einen Überblick über die eigenen monatlichen Einnahmen und Ausgaben zu bekommen, ist das Führen eines Haushaltsbuches. Dies ist sowohl digital per App oder auf dem Computer aber auch ganz klassisch auf Papier möglich.

Beginnen Sie damit, drei Monate lang alle Einkünfte und Ausgaben einzutragen, um ein realistisches Bild über Ihr Konsumverhalten zu gewinnen. In Zuge dessen werden Sie beginnen, ein Einsparpotenzial zu erkennen.

 

Briefkuvert-System

Teilen Sie Ihre Ausgaben am Anfang des Monats in unterschiedliche Kategorien ein. Weisen Sie jeder Kategorie ein fixes Budget zu und versuchen Sie, dieses nicht zu überschreiten. Tipp: Eine der Kategorien sollte “sparen” sein.

Die 50-30-20-Regel

Versuchen Sie 50% Ihres monatlichen Budgets für Ihre Grundausgaben zu verwenden, 30% für Ihre persönlichen Ausgaben übrig zu lassen und die restlichen 20% zu sparen.

Die 48-Stunden Regel & die 15-Minuten-Regel

Spontane Impulskäufe wirken sich negativ aufs Geldbörserl aus. Deshalb ist es wichtig, diesen bewusst gegenzusteuern. Hier helfen die 48-Stunden-Regel und die 15-Minuten-Regel.

Wenden Sie die 15-Minuten-Regel bei kleineren Einkäufen und Produkten wie Lebensmittel, Kleidung oder kleineren Gegenstände für die Wohnung an. Finden Sie etwas im Geschäft, das sie unbedingt kaufen wollen, warten Sie 15 Minuten, bevor Sie damit zur Kasse gehen. Sind sie nach 15 Minuten immer noch davon überzeugt, den Gegenstand unbedingt kaufen zu wollen, kaufen Sie ihn erst dann.

Die 48-Stunden-regel kommt bei größeren Anschaffungen zum Einsatz. Warten Sie mindestens 48 Stunden lang und überlegen Sie sich danach, ob Sie die Anschaffung immer noch unbedingt brauchen.

Mit diesen beiden Regeln können Sie sicher gehen, sich nur Dinge zu kaufen, die Sie auch wirklich brauchen und werden mit Ihrem Kauf zufrieden sein.

Nicht genutzte Abonnements kündigen

Nicht selten passiert es, dass man ein Probeabo abschließt, jedoch vergisst es wieder zu kündigen. Um Geld zu sparen, checken Sie alle Ihre Abonnements regelmäßig und überlegen Sie, ob Sie diese noch nutzen.

Versicherungen checken

Gerade mit Renteneintritt verändert sich oftmals der Versicherunsbedarf. Schaffen Sie sich einen Überblick darüber, welche Versicherungen Sie haben, was Sie dafür zahlen und was Sie davon brauchen – beziehungsweise ob sich Versicherungen überschneiden. Tipp: Oftmals bieten Versicherungsgesellschaften Vergünstigungen, wenn man man alle oder mehrere Versicherungen bei ihnen abschließt.

Menüpläne & Einkaufslisten schaffen Übersicht und bewahren Sie vor Spontaneinkäufen.

Beim Einkaufen sparen

  • Planen Sie Ihre Mahlzeiten für die kommende Woche vor und behalten Sie dabei die Sparangebote in den Supermärkten im Blick
  • Machen Sie anhand Ihres Essensplans immer anfangs der Woche Ihren Wocheneinkauf
  • Erstellen Sie Einkaufslisten und kaufen Sie nur das, was auf der Liste steht
  • Kaufen Sie nicht hungrig ein, das verleitet zu Impulskäufen
  • Kaufen Sie Hausmarken, statt Markenprodukte
  • Kaufen Sie saisonal und sparen dadurch Geld
  • Versuchen Sie, Produkte auch gebraucht statt neu zu kaufen (willhaben, Ebay…)

 

Im Haushalt sparen

  • Alte Geräte fressen oftmals mehr Strom. Überprüfen Sie das am besten regelmäßig mit einem Strommessgerät. Dieses können Sie bereits um weniger als 10€ kaufen oder sich bei Stromanbietern oder Verbraucherzentralen kostenlos ausleihen.
  • Misten Sie regelmäßig Ihre Besitztümer aus und verkaufen Sie nicht mehr Benötigtes auf Plattformen wie willhaben und Ebay oder auf lokalen Flohmärkten.
  • Benutzen Sie stromsparende LED-Lampen. Achten Sie darauf, nur die Lichter anzumachen, die Sie auch wirklich benötigen und schalten Sie immer das Licht aus, wenn Sie ein Zimmer verlassen.

 

Beim Lebensstil sparen

  • Setzen Sie beim Trinken auf Leitungswasser – dieses ist in Österreich von hoher Qualität. Wenn sie darauf verzichten, teures Wasser oder Säfte in Flaschen zu kaufen, können Sie auf gesunde Weise Geld sparen.
  • Gehen Sie kürzere Strecken zu Fuß oder benutzen Sie die öffentlichen Verkehrsmittel.
  • Legen Sie sich ein Rad für zwischendurch zu oder investieren Sie langfristig in ein hochwertiges Elektrofahrrad.
  • Kochen Sie lieber vor, anstatt spontan Essen zu gehen und mehr Geld als nötig auszugeben.
  • Informieren Sie sich über Pensionisten-Rabatte und nutzen Sie diese. Vor allem im Bereich der öffentlichen Verkehrsmittel, für Freizeitaktivitäten sowie in Theater, Museum, Kino und Zoo gibt es Ermäßigungstarife für Senior:innen.

 

 

von Karolina Wiener
Beitrag veröffentlicht am 17. August 2022

 

 

 

 

Interview: „Wir lassen in der Steiermark niemanden zurück.“

Landeshauptmann-Stellvertreter Anton Lang und Soziallandesrätin Doris Kampus im Abenteuer Alter-Interview über die Teuerung, den Steiermark Bonus und warum Zusammenhalt gerade jetzt wichtig ist.

Frau Landesrätin, Herr Landeshauptmann-Stellvertreter, die Teuerung ist seit einiger Zeit das große Thema, das die Menschen in der Steiermark bewegt. Wie beurteilen Sie die aktuelle Situation?

DORIS KAMPUS: Wir erleben es jeden Tag, dass das Leben in fast allen Bereichen teurer geworden ist. Von den Lebensmitteln über das Tanken bis zu den Energiepreisen. Den Steirerinnen und Steirern bleibt weniger in der Geldbörse. Das trifft alle Menschen, aber Menschen mit geringerem Einkommen besonders. Dazu kommt, dass sich die allermeisten von uns gar nicht mehr an eine solche Situation erinnern. Zum letzten Mal war die Inflation vor 50 Jahren so hoch. Das macht vielen Menschen verständlicherweise Sorgen, und sie fragen sich: Kann ich mir das oder das noch leisten? Wie kann ich Strom oder Heizöl sparen? Diese Sorgen höre ich auch immer wieder bei meinen Sozialsprechstunden in den steirischen Regionen.

ANTON LANG: Als Sozialdemokratie können und werden wir es nicht hinnehmen, dass sich immer mehr Menschen das Leben nicht mehr leisten können. Mittlerweile spüren rund 80 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher die Teuerungswelle. Wir sehen, dass gerade zahlreiche Pensionistinnen und Pensionisten besonders betroffen sind. Noch dazu haben sie keine Möglichkeit ihre Situation von alleine zu verbessern. Daher haben wir bereits am 1. Mai eine vorgezogene Pensionserhöhung gefordert, denn für mich ist klar, dass wir unsere älteren Mitmenschen, die ihr Leben lang viel für unser Land geleistet haben, jetzt nicht im Stich lassen dürfen.

Welche politischen Konsequenzen haben Sie aus dieser Entwicklung gezogen? Es ist ja auch noch nicht abzusehen, wie es weitergeht und wie lange die Teuerung anhält.

KAMPUS: Der Herr Landeshauptmann-Stellvertreter und ich sind seit Monaten in enger Abstimmung, auch mit unserem Koalitionspartner. Wir waren österreichweit unter den ersten Bundesländern, die den Heizkostenzuschuss im Herbst 2021 um 42 Prozent auf 170 Euro angehoben haben. Mit dem Steiermark Bonus, der jetzt ab 1. Juli ausbezahlt wird, erreichen wir jetzt 50.000 Steirerinnen und Steirer in 30.000 Haushalten. Das sind die Bezieherinnen und Bezieher des Heizkostenzuschusses im letzten Winter und diejenigen, die im Mai Wohnunterstützung bezogen haben. Wir erreichen mit dem Bonus zu 80 Prozent ältere Menschen, und zwei Drittel davon sind Frauen.

LANG: Aufgrund der Corona-Pandemie musste das Land Steiermark mit enormen Einnahmenverlusten zurechtkommen. Da wir aber in den letzten Jahren stets gut gewirtschaftet haben sind wir nun auch in schwierigen Zeiten handlungsfähig. Als Landesregierung haben wir daher ein Paket mit einem Volumen von rund zwölf Millionen Euro geschnürt. Neben sozialen Maßnahmen beinhaltet dieses Paket auch Unterstützung für den geförderten Wohnbau. Als Verkehrsreferent war es mir besonders wichtig, auch unsere Verkehrsunternehmen zu unterstützen, die sehr stark unter den Dieselpreissteigerungen leiden. Nur so konnten wir sicherstellen, dass die Steirerinnen und Steirer auch in Zukunft die Möglichkeit haben die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen.

Auch wenn die Budget durch die Corona-Pandemie und Teuerung belastet sind, wird es möglicherweise weitere Maßnahmen brauchen. Oder erwarten Sie, dass sich die Situation entspannt?

LANG: Aufgrund der unsicheren Corona-Lage und dem schrecklichen Krieg in der Ukraine sind Prognosen für das kommende Jahr sehr schwierig. Grundsätzlich sind die Maßnahmen der Bundesregierung, insbesondere die Abschaffung der kalten Progression, zu begrüßen. Durch die vorgestellten Maßnahmen der Bundesregierung kommt es für die Steiermark und unsere Kommunen aber neuerlich zu massiven Einnahmenverlusten, welche das Nulldefizit erneut in weite Ferne rücken lassen. Insgesamt rechnen wir in der Steiermark derzeit, dass die gesamten Maßnahmen dem Land und den Gemeinden rund eine Milliarde Euro bis 2026 kosten werden. Daher braucht es eine klare finanzielle Unterstützung des Bundes für Länder und Gemeinden.

KAMPUS: Wir können als SPÖ versprechen, dass wir immer für die soziale Handschrift in der Steiermark sorgen und niemanden zurücklassen werden. Da können uns die Steirerinnen und Steirer vertrauen, weil wir es auch bisher bewiesen haben. Natürlich ist es wichtig, dass wir solide Finanzen haben, und  da sorgt Landeshauptmann-Stellvertreter und Finanzreferent Anton Lang dafür. Wichtig ist aber, dass wir auch in den kommenden Monaten, in denen vieles geschehen kann, genau auf die Entwicklung hinschauen und zielgerichtet reagieren, wie wir es mit dem Steiermark Bonus bereits getan haben.

350.000 Steirerinnen und Steirer sind mehr als 60 Jahre alt – etwa jede und jeder vierte im Land. Was tut die Steiermark sonst noch für die ältere Generation?

LANG: Ein wesentlicher Bestandteil zur Teilhabe am öffentlichen Leben ist für mich die Möglichkeit mobil zu bleiben. Daher investieren wir als Land Steiermark viel Geld in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Einerseits bauen wir unser S-Bahn Angebot aus, andererseits verstärken wir das RegioBus Angebot in den steirischen Regionen. Auch der Ausbau des Mikro-ÖV ist insbesondere für die ältere Generation von großer Bedeutung. Mein Dank gilt auch allen Steirerinnen und Steirer, die sich in verschiedenen Verbänden für unsere älteren Mitmenschen einsetzen.

KAMPUS: Wir im Sozialressort sind im engen Austausch mit den Vertreterinnen und Vertretern der Seniorenverbände in unserem Seniorenbeirat. Ich freue mich auch, dass die Seniorenurlaubsaktion heuer wieder stattfinden kann. Und aktuell arbeiten wir gerade an einem Schwerpunkt, um Seniorinnen und Senioren besser vor Cyber Crime zu schützen.

Die ältere Generation hat sich in der Pandemie sehr solidarisch verhalten und in großen Teilen impfen lassen, andere hingegen nicht. Ist der Zusammenhalt in der Gesellschaft nun wieder da?

KAMPUS: Mit dieser Art von Verantwortungsbewusstsein haben die Seniorinnen und Senioren wieder einmal gezeigt, dass sie gute Vorbilder sind. Dafür ein großes Danke!

LANG: Zusammenhalt ist für mich einer der wesentlichen Grundwerte unserer Gesellschaft. Daher müssen wir gerade jetzt wieder enger zusammenrücken, denn nur gemeinsam werden wir die kommenden Herausforderungen meistern.

Beitrag veröffentlicht am 27. Juli 2022
©Peter Drechsler