Heilwissen mit langer Tradition

Welchen Rat kennt die Traditionelle Europäische Medizin bei Gelenksbeschwerden? Regina Webersberger, Allgemeinmedizinerin und Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Kneipp-Medizin, führt vor Augen, welche essenzielle Fäden im Dienste der Gesundheit zusammenlaufen.


Regina Webersberger

Über Jahrtausende hat sich in Europa eine traditionelle Heilkunde entwickelt, die von Hippokrates von Kos über Paracelsus und Hildegard von Bingen bis hin zu Sebastian Kneipp geprägt wurde. „Das Traditionelle Heilwissen Europas ist im fünften vorchristlichen Jahrhundert im antiken Griechenland entstanden, wurde über Mittelalter, Spätantike, Renaissance und Barock weiterentwickelt und ist gegen 1830, der Geburtsstunde der modernen Heilkunde und Medizin, etwas in Vergessenheit geraten“, heißt es im Buch „Traditionelle Europäische Medizin – das große Praxisbuch der traditionellen Heilmethoden“. Heute feiert dieses heimische Heilwissen zu Heilpflanzen und einer gesunden Ernährung, zu Wickeln und Massagen eine Renaissance. Welche Hilfestellungen kennt die Traditionelle Europäische Medizin (TEM) in Bezug auf Gelenksbeschwerden?

Die Ärztin für Allgemeinmedizin Regina Webersberger – gemeinsam mit dem Leiter des Instituts für Traditionelle Europäische Medizin in Wien Karl-Heinz Steinmetz Autorin des Buches – war auch lange Zeit im Kneipp-Kurhaus der Marienschwestern in Aspach tätig. Eines schickt sie gleich voraus: Regelmäßige Bewegung ist für ein Gelenk ein Leben lang absolut essenziell – nicht zuletzt deshalb, weil nur so die Ernährung des Gelenksknorpels mit Gelenksflüssigkeit gesichert wird und erst dann die jeweiligen Knochen beim Gehen reibungslos aneinandergleiten. Durch Bewegungsmangel wird der Alterungsprozess des Gewebes beschleunigt, durch Übergewicht die Abnützung forciert.

Ein Blick in die Geschichte der Europäischen Medizin zeigt: Arthrosen waren in den vergangenen Jahrhunderten nicht so stark verbreitet, „das liegt schon allein daran, dass die Menschen zumeist nicht so übergewichtig waren und auch nicht so alt geworden sind“, sagt Webersberger. Entzündliche Gelenkserkrankungen dagegen hat es schon immer gegeben. Der weitreichenden Problematik der Entzündungen im Körper widmet sich die Traditionelle Europäische Medizin in umfassendem Maße.

Um Beschwerden zu lindern, führt Webersberger als ausgebildete Kneipp-Medizinerin unter anderem die Hydrotherapie an. „Das Ziel von Wasseranwendungen ist es, beispielsweise über Wechselgüsse die Durchblutung im Bein, im Knie und in der Muskulatur zu steigern und damit das Milieu an dieser Stelle im Körper grundsätzlich zu verbessern. Diese Methode ist einfach durchführbar und auch vorbeugend wirksam.“ Bei Kniegelenksproblemen werden häufig die Beine nicht mehr gleichmäßig belastet, in weiterer Folge sind eben auch die Muskeln und Faszien der Umgebung betroffen, selbst der Rücken kann in Mitleidenschaft gezogen sein, „es ist eine Auswirkung auf den gesamten Körper spürbar.“

Wickel mit Topfen

Eine Möglichkeit zur Linderung bieten zudem Wickel und Packungen, etwa in Form von Lehm, Topfen oder Moor. Gerade Topfenwickel sind relativ einfach selbst zu bewerkstelligen – damit kann auch nach einer Kniegelenksoperation das Abschwellen gefördert werden. „Grundsätzlich gilt es stets zu differenzieren, ob es sich um ein Hitzeproblem oder ein Kälteproblem im Körper handelt“, betont die Ärztin. Bei einer akuten Entzündung, also einem Hitzeproblem, kann beispielsweise ein kalter Lehmwickel wirken. Liegt dagegen keine akute Entzündung vor, sondern hat man es quasi mit einer Arthrose im Ruhezustand zu tun, dann sind warme Wickel ratsam, wie sie auch in Kurhäusern zur Anwendung kommen. Darüber hinaus sind Heublumenbäder eine Variante, „sie fördern die Durchblutung, wirken schmerzstillend und lockern das Gewebe.“

Bei alledem darf der so wichtige Aspekt der Bewegung nie außer Acht gelassen werden: „Die Knorpelversorgung ist immer nur in der Bewegung optimal“, betont die Expertin. Machen einem bereits Schmerzen zu schaffen, empfehlen sich Fitnesseinheiten, die möglichst wenig belasten, etwa auf dem Heimtrainer, Unterwassergymnastik oder Aquajogging.

Heilkräuter zur Unterstützung

Mit zunehmendem Alter nimmt das zu Entzündungen neigende Milieu im Körper überhaupt zu. Als unterstützendes Mittel gegen derartige Milieus wurden bereits seit Jahrhunderten Frühjahrskuren zelebriert. Die Brennnessel etwa wird als unterstützendes Kraut gesehen, um dem entgegenzuwirken. Das kann beispielsweise in Form einer Kur mit Brennnesseltee erfolgen – etwa drei Wochen lang wird drei Mal täglich eine Tasse getrunken. „Länger sollte man die Kur jedoch nicht ausdehnen, weil man es bei Brennnesseltee mit einem harntreibenden Mittel zu tun hat.“ Eine Möglichkeit ist auch Frischpflanzenpresssaft. „Man darf sich von einer solchen Kur allerdings keine Wunder erwarten. Die Neigung zu Gelenksschmerzen könnte sich aber verbessern.“

Alles in allem hält die Traditionelle Europäische Medizin eine Fülle an Heilwissen bereit, bei dem viele Aspekte ineinandergreifen. Viele Anwendungen im Sinne von Sebastian Kneipp sind auch in „Das große Kneipp Buch“ von Karl Gasperl, an dem Webersberger mitgearbeitet hat, beschrieben. „Für mich ist die Traditionelle Europäische Medizin kein Widerspruch zur Schulmedizin“, fasst die Allgemeinärztin unter anderem in Bezug auf Gelenksproblematiken zusammen, „zum Glück kann man Gelenke ersetzen, oft braucht es aber noch Unterstützung und Methoden wie diese sind da eine optimale Hilfe“, sagt Webersberger. Sie selbst hat einst im Medizinstudium eine Akupunkturvorlesung besonders fasziniert, nach Studienende folgte der Besuch einer Yogaschule in Indien. Was ihr dort in gewisser Weise fremd geblieben ist, schien ihr dann in Auseinandersetzung mit TEM und vor allem mit Kneipp ganz vertraut.

 

Beitrag veröffentlicht am 06.05.2022

Enkeltrick – Die Gefahr lauert im Wohnzimmer

Die neue, gefährliche Masche der Kriminellen: Sie verlegen den Tatort in die Wohnzimmer der Seniorinnen und Senioren. Die Tatwaffen sind Handy und Internet.

Die Corona-Pandemie hat die persönliche Sicherheit gerade der Seniorinnen und Senioren ganz massiv beeinflusst. Die Kriminellen haben sich nämlich rascher auf die neuen Gegebenheiten eingestellt als ihre Opfer, sagt Jeremy Stöhs, Geschäftsführer des Vereins „Sicher Leben“ in Graz, einer Sicherheitsplattform. In der Zeit der Lockdowns und der eingeschränkten Bewegungsfreiheit gab es spürbar weniger Einbrüche und die Zahl der Taten im Bereich des Taschen- und Trickdiebstahls hat sich fast halbiert. Gleichzeitig aber haben die Kriminellen am Handy und im Internet zugeschlagen. Die Zahl der angezeigten Straftaten stieg in diesem Bereich im Jahr 2020 um fast zwölf Prozent. Die ältere Generation ist leider auch im dunklen Hinterzimmer der großen weiten Welt der elektronischen Medien angekommen. Sie wird besonders häufig Opfer der Cyber-Kriminalität.

Der Enkeltrick

Die Täter haben neue Werkzeuge, wenden aber die alten Tricks an. So fallen gerade wieder besonders viele ältere Mitbürger auf den sogenannte Neffen- oder Enkeltrick herein und werden oft um hohe Geldbeträge erleichtert, muss Sicherheitsexperte Stöhs berichten. Da sagt eine Stimme am Telefon: „Hallo, Oma, kennst du mich nicht mehr? Ich habe schon lange nichts mehr von dir gehört“. Wenn ein Anruf so oder ähnlich beginnt, sollten bei der Oma die inneren Alarmglocken schrillen! Sie sind keine willkommene Abwechslung, sondern der Versuch, die Oma um ihr Geld zu erleichtern. Denn nach der freundlichen Begrüßung kommt die Enkelin oder Neffe schnell zur Sache und erzählt von einer dringenden Notlage. „Wenn ich nicht bis dann und dann Geld übergebe, werde ich verhaftet“. Oder: „Wenn ich nicht sofort die Universitätsgebühr bezahle, ist mein Studium in Gefahr, meine ganze Zukunft“.

Die Kriminellen appellieren geschickt an die Hilfsbereitschaft der älteren Generation. Man will doch nicht, dass der Enkel Zores mit der Polizei kriegt und nicht schuld daran sein, dass die studierende Nichte auf ganzer Linie scheitert. Auf diese Weise üben solche Anrufer großen Druck aus, mit dem gerade ältere Leute nicht mehr gut umgehen können. Es geht ihnen darum zu verhindern, dass der vermeintliche Onkel nachdenkt, sondern er soll instinktiv handeln und auf jede Vorsicht verzichten, warnt Stöhs, der Sicherheitsfragen auch aus einer internationalen Perspektive behandelt.

Die seriöse Masche

Eine andere üble Masche am Telefon, die auf Mitglieder der älteren Generation zielt, verbreitet sich ebenfalls stark, beobachtet die Polizei. Das sind harmlose oder seriös klingende angebliche Anrufe einer Bank oder Versicherung. „Gnädige Frau, wir haben auf Ihrem Konto eine Sicherheitslücke entdeckt und brauchen jetzt ganz schnell ihr Passwort oder den Bankomat-Code, um das zu reparieren“. Was so vertrauenerweckend klingt, ist ein besonders gefährlicher Betrugsversuch. Der Experte macht klar: Keine Bank, keine Versicherung und sonst keine seriöse Firma wird am Telefon nach einem Passwort fragen. Das tun nur Betrüger.

Die Polizei hat inzwischen herausgefunden, wie diese Kriminellen ihre Opfer unter den älteren Steirerinnen und Steirern aussuchen. Sie nehmen das gute alte Telefonbuch zur Hand und suchen nach Personen mit Vornahmen, die altmodisch klingen, wie Doris und Franziska oder Franz und Herbert. Ruft man eine Person mit so einem Vornamen an, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es sich tatsächlich um eine Großmutter oder einen Onkel handelt. Die fallen in der Regel leichter auf diese Betrugsmasche herein als ein Kevin oder Julian oder eine Sabrina und eine Nadine. Ist der Kontakt einmal hergestellt, bemerken viele Opfer erst zu spät, dass sie gerissenen Kriminellen auf den Leim gehen.

Das Handy ist gewissermaßen auch der Tatort für eine weitere Art von Betrug. Da kommt eine SMS, dass ein Paket eingetroffen ist. Bei vielen Menschen wirkt der Überraschungseffekt, weil sie zunächst gar nicht daran denken, dass sie eigentlich gar nichts bestellt haben, Sie reagieren eher neugierig und verwirrt als misstrauisch. Die Textnachricht am Handy klingt doch ganz unverdächtig. Das Gefährliche ist aber, dass sie die betreffende Person auffordert, auf einen Link zu klicken, um Näheres über das angebliche Paket zu erfahren. Wenn man das tut, ist es oft schon zu spät. Durch den Klick wird den Betrügern der Zugang zum Handy und seinen Daten ermöglicht und sie können damit viel Unheil anrichten.

Die Masche der Cyber-Kriminalität, die sich gezielt an Seniorinnen und Senioren richtet, ist so gefährlich, weil sie gewissermaßen auf leisen Pfoten daherkommt, weiß Jeremy Stöhs. Er rät dringend zu mehr Aufmerksamkeit und Misstrauen auch im Umgang mit dem Handy. Dieses Segnung der modernen Technik, die gerade der älteren Generation auch in den schwierigen Corona-Zeiten auch so viel Gutes bringt, entwickelt sich leider auch zum bevorzugten Tatort der Kriminalität.

Infos für Ihre Sicherheit:

„Sicher leben“ ist eine Einrichtung, die sich seit 2013 der kommunalen Sicherheitsarbeit vor allem in Graz verschrieben hat.

In Gesprächen, Schulungen, Workshops und Online-Events sensibilisiert das Team um Geschäftsführer Dr. Jeremy Stöhs Interessierte für Sicherheitsthemen. Im Zentrum steht das Miteinander von Betroffenen und Fachleuten, um ein Klima zu schaffen, das Vorurteile ausräumt, Vertrauen schafft und Sicherheit für alle gewährleistet.

„Sicher Leben“ operiert an zwei Standorten in Graz:

Das Sicherheits-Informationszentrum Sinfo am Grazer Lendplatz (Keplerstraße 25, Tel. 0316 872 5777) neben der Berufsfeuerwehr ist werktags für alle Interessierten geöffnet und bietet Grundinformationen rund um das Thema Sicherheit wie Schutz vor Einbrüchen, Hilfe in Nachbarschaftskonflikten, Cyber-Kriminalität oder Katastrophenschutz an. Hier finden auch einschlägige Schulungen statt.

Im Weichenstellwerk der Holding Graz (Steyrergasse 114, Tel 0677 6241 9976) ist eine Sprach- und Lebensschule vorzugsweise für Mitbürgerinnen und Mitbürger mit Migrationshintergrund eingerichtet. Hier bauen Ehrenamtliche auch Vertrauen zur Polizei auf. „Sicher Leben“ fördert das sichere Miteinander auch durch eine eigene, sehr kreative und diverse Kunstschiene.

„Sicher Leben“ und das Sinfo bietet für alle Interessierten Schulungen in konkreten Sicherheitsbelangen an. Auskünfte und Anmeldungen:

0677 64 133 444 oder office@sicherlebengraz.at sowie
0316 872 5777 oder office@sinfo.at

 

Beitrag veröffentlicht am 09.05.2022

Gemeinsam statt einsam

Die Einsamkeit beginnt für viele Menschen oft mit Pensionseintritt. Damit man im Alter nicht allein ist, sollte man das Älterwerden planen, sagt die Gerontologin Sonja Schiff.

Es ist schön, wenn Menschen alt werden, traurig hingegen, wenn man zusehen muss, wie die Freunde wegsterben.

Sonja Schiff: Das stimmt. Deshalb muss man sich schon früh genug Gedanken darüber machen, damit man am Lebensende nicht allein ist. Es ist daher wichtig, sich bald einmal im Klaren zu werden, ob man ein ausreichendes soziales Netzwerk hat oder nur den Partner und die Familie.

Wann wäre der richtige Zeitpunkt, sich darüber Gedanken zu machen?

In meinen Pensionsvorbereitungs-Seminaren erlebe ich immer wieder, dass Menschen – vor allem Männer – ihre Frau als besten Freund nennen und darüber hinaus kaum Freunde haben. Dazu kommt, dass mit Eintritt in die Pension bis zu zwei Drittel der Sozialkontakte abhandenkommen.

Also ist für manche schon der Pensionseintritt der Beginn von Einsamkeit?

Ja, den wenigsten Menschen ist bewusst, wie wichtig die Kolleginnen und Kollegen sind, auch wenn es nur der kurze Austausch am Kopierer über das vergangene Wochenende ist. Das sind alles niederschwellige Kontakte, die in ihrer Kompaktheit äußerst wichtig sind. Wenn diese Kontakte bei Pensionsantritt wegfallen und nach und nach die wenigen FreundInnen und Familienmitglieder sterben, ist das sehr traurig. Je größer mein soziales Netzwerk, desto mehr Chancen habe ich, im Alter noch Freunde und Bekannte zu haben.

Wie lässt sich das planen?

Viele Jungpensionisten geben sich dem Glauben hin, dass die Kontakte zu den Arbeitskollegen bleiben, das ist aber unwahrscheinlich, wenn der gemeinsame Nenner Arbeit wegfällt. Will man aus der Kollegenschaft jemanden in den Bekanntenkreis holen, muss man das aktiv planen: Mit dem wanderbegeisterten Kollegen eine Bergtour pro Monat einplanen oder mit der kabarettaffinen Kollegin einen Kulturabend in regelmäßigen Abständen. Wir bewegen uns in der Regel in unserer Altersgruppe, deren Mitglieder maximal dreieinhalb Jahre jünger oder älter sind als wir selbst. Auch hier muss ich vorausschauen und jüngere Menschen in mein Umfeld holen.

Das hört sich wahrscheinlich einfacher an, als es ist.

Viele ältere Menschen haben Probleme mit dieser Vorstellung, doch in der Praxis bestätigt sich das kaum. Ich kenne eine ältere Dame, die in einer Samba-Gruppe aufgenommen werden wollte. Weil sie die deutlich Ältere war, traute sie sich anfangs nicht anzufragen. Sie überwand sich und wurde genommen. Die Jüngeren sind begeistert von ihr. Sie wurde vielen in ihrer Agilität zum Vorbild. Das Vorurteil, Jüngere interessieren sich nicht für die Älteren, muss man kappen!

Gerade in der älteren Generation gibt es viele Menschen, deren besten Freunde die Partner sind und die nach deren Tod ganz allein sind, weil der Verstorbene alle Kontakte gepflegt hat.  

Das kenne ich zur Genüge. Doch diese Paare waren oft zeit ihres Lebens miteinander allein. Die jetzige Generation, die ich in meinen Seminaren betreue, sieht das schon anders und plant das Älterwerden besser. Hier möchte ich auf ein anderes Problem hinweisen: Senioren, die ihren Ruhestand im Ausland verbringen und die zurückkommen, wenn sie medizinische Versorgung brauchen. Ich erlebe oft, dass die dann null soziale Kontakte haben und sehr einsam sind. Das müsste vor allem die jetzt in Pension gehende Generation mitbedenken.

Es gibt Untersuchungen, wonach viele Pensionisten zwischen 60 und 70 ehrenamtliche Tätigkeiten übernehmen, der Einsatz ab 70 aber deutlich sinkt. Woran liegt das?

Soweit ich es wahrnehme, wird es den meisten einfach zu viel. Da müssten sich die Freiwilligenverbände genau anschauen, warum dieser Bruch passiert. Ältere Menschen haben oft das Gefühl, eine Leistung nicht mehr erbringen zu können, diese Generation wurde sehr leistungsorientiert erzogen und traut sich in der Regel nicht offen zu sagen, wenn es zu viel wird. Da müssten die Vereine die Einsatzmöglichkeiten proaktiv anders gestalten, dass die Älteren etwa weniger Stunden im Einsatz sind oder einfachere Tätigkeiten bekommen. Grundsätzlich ist Freiwilligenengagement eine gute Sache, um Menschen kennenzulernen.

Wenn man die vorhin erwähnte „Boomer“-Generation betrachtet, die jetzt in Pension geht und aktiver wie planender an das Thema „gesundes Altern“ herangeht: Was könnte das für unser schwer gebeuteltes Pflegesystem bedeuten?

Mit einem kleinen Freundeskreis, einem abgeschiedenen Wohnort, ohne Kontakt zu Nachbarn ist das Thema sehr schwierig bis fast nicht mehr auflösbar. Dazu kommt, dass der Überlebende beim Tod des Partners sich noch mehr an den gemeinsamen Wohnraum klammert, um wenigstens das stabil zu halten. Die Einsamkeit ist hier vorprogrammiert. Ich glaube, dass die nachkommende Pensionistengeneration mehr nachdenkt, über gemeinschaftliches Wohnen etwa. Auf Facebook etwa gibt es immer mehr Wohnplattformen für Senioren.

Also wird das WG-Modell der „Golden Girls“ auch hierzulande bald salonfähig?

Gemeinschaftliches Wohnen hätte den Vorteil, dass ich nicht allein bin. Ich kann mich zurückziehen, wenn ich Abstand brauche, aber ich bin nie allein. Man darf jedoch nicht der Illusion verfallen, zu sagen: Ich ziehe in eine WG und erspare mir das Pflegeheim.

Warum?

Die Architektin Ursula Spannberger und ich unterstützen bei Vorbereitungen zum Thema „Wohnen im Alter“. Erst kürzlich haben wir eine Gruppe mit sechs Frauen begleitet, die gemeinschaftliches Wohnen planten. Sie waren sich einig: Wir wollen nie in ein Seniorenheim. Dann fragten wir sie, wie sie gedenken, mit Unzulänglichkeiten und Problemen im Alter umzugehen und inwieweit man einander unterstützen möchte. Dabei kam heraus: Einkaufen ja, vorlesen auch, aber die Andere pflegen – bitte nicht. Da braucht es andere Lösungen, über die man reden muss: Hält man ein Zimmer bereit für eine Pflegerin oder ist „auf den letzten Metern“ die beste Lösung doch das Pflegeheim?

Es braucht also früh einen Plan und ein Gespräch auch mit Kindern und Angehörigen, wie man sich das Altwerden vorgestellt?

Unbedingt, ich nenne das Familienkonferenz. Das ist nicht nur für die Person selbst, sondern auch für die Angehörigen wichtig. Auch wenn das in vielen Familien ein Tabu-Thema ist.

Warum gibt es in unserer Gesellschaft noch immer die Erzählung: „Die Kinder schicken ihre Eltern ins Pflegeheim“?

Weil wir nicht darüber reden und diesen Alters- und Familienmythos haben, wonach Eltern von den Kindern zu pflegen sind. In meiner Praxis habe ich nie erlebt, dass Eltern abgeschoben werden, im Gegenteil: Am Ende des Lebens erntet man das eigene Leben. Wird jemand „abgeschoben“, hat es seinen Grund. Auf die Behauptung, ein alter Mensch sei ins Pflegeheim abgeschoben worden, muss deshalb immer die Frage folgen: Weiß man, wie der Mensch zu seinen Kindern und Angehörigen war? Vielleicht tun die Kinder in diesem Rahmen ohnehin das Bestmögliche! Ich erlebe oft das Gegenteil dessen, dass ich vor allem Frauen immer freisprechen muss, weil sie glauben, nicht genug zu tun für das Elternteil, das zeit ihres Lebens nicht immer fein war. Hier ist eine Unterbringung in ein gutes Heim oft genügend Leistung.

In unserer Gesellschaft wird Angehörigenpflege ja als selbstverständlich angenommen.

Unser Pflegesystem ist darauf ausgelegt, 80 Prozent der älteren Menschen werden daheim gepflegt, zum größten Teil von Angehörigen! Das Ehren von Mutter und Vater ist in unserer Gesellschaft tief verankert. Ich staune immer wieder über Ärzte, die bei Diagnosen zur Pflegebedürftigkeit der Eltern den – in der Regel – Töchtern immer wieder mitgeben: Jetzt müssen Sie für Ihre Mutter oder Ihren Vater da sein, als wäre es selbstverständlich, den Job und damit Einkommen wie Pensionsansprüche aufgeben zu können. Noch dazu wissen wir, dass Angehörigenpflege schneller zu mehr Pflegebedürftigkeit führen kann.

Wollen Sie das bitte näher ausführen?

Nehmen wir an, die pflegebedürftige Mutter hat Feinmotorikprobleme und kann ihre Strickjacke nicht zumachen. Sie beginnt zu nesteln, wird unruhig, klagt. Was tut die Tochter? Sie kommt und knöpft die Jacke zu. Macht sie das ein paar Mal, wird die Mutter nicht mehr versuchen, die Knöpfe selbst zu schließen. Die ausgebildete Pflegekraft würde sagen: Frau Maier, Sie können das selbst, Sie haben alle Zeit der Welt. Für die Pflegeperson ist dieses abgeklärte Verhalten einfacher, sie ist emotional mit der Frau nicht so verbunden wie die eigene Tochter. In Dänemark wurde die Angehörigenpflege auf politische Entscheidung deshalb stark zurückgedrängt mit dem Ergebnis, dass die Menschen bei gleichem Alter weniger pflegebedürftig sind als in Österreich.

 

Beitrag veröffentlicht am 04.05.2022
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Hans Jud: Zurück in die Zukunft

Aus Hans Jud spricht die Begeisterung, die Lebensfreude. Mit jedem Satz, jedem Wort, jeder Silbe bringt er zum Ausdruck, was ihn bewegt. Jahrzehntelang war es seine Arbeit als Familienrichter und noch länger schon sind es seine alten Autos. Gut, am Anfang in der Studienzeit waren es keine Oldtimer, sondern einfach nur – dem schmalen Studentenbudget geschuldet – „alte Autos“.

Nicht überpflegt, aber dafür billig, und den Reparatur und Wartungsstau der Vorbesitzer hat Hans Jud neben dem Studium in den Griff bekommen. In dieser Zeit ist auch die Geschichte entstanden, dass der junge Jurist immer eine Handvoll Vergaserdüsen in der Hosentasche hat. Man weiß ja nie, ob man nicht schnell eine braucht, weil der Motor wieder spuckt und stottert.

 

Hans Jud geht es immer um das „Warum“. Eine Grundsatzfrage, die ihn als Richter täglich beschäftigt hat. Diese Frage stellt sich heute auch, bei fast jedem seiner zehn Oldtimer. Warum wird der Motor heiß, warum fällt sporadisch eine Anzeige aus, warum läuft die Maschine unrund? Und die Antworten halten den Pensionisten jung, weil man sich täglich mit der Lösung eines Problems beschäftigt. Die Filmreihe „Zurück in die Zukunft“ passt also perfekt. Aus der Vergangenheit die Aufgaben für die Zukunft entstehen lassen. Und genauso wie der junge Michael J. Fox mit seinem DeLorean durch die Zeiten gesprungen ist, so hat auch Hans Jud einen der seltenen Flügeltürer in der Garage stehen, um die Vergangenheit mit der Zukunft zu verbinden. Und er schraubt nicht nur, er fährt auch.

Mit dem DeLorean war er in Irland im Werk bei einem Treffen. Seinen Rennjaguar, einen XK120 OTS (steht für open two seater), jagt er bei historischen Bergrennen in Rekordtempo den Pokalen nach. Und mit seinem Datsun 240 Z fährt er in Graz herum. Was ihm daran gefällt? Ein Auto mit tollem Sound und echten Fahrqualitäten, der von außen einfach nur aussieht wie ein „alter japanischer Reiskocher“, in der Szene würde man sagen, ein ehrlicher „shitlooker“ (wird hier aus Gründen der Etikette nicht übersetzt). Ein Oldtimer ist für Hans Jud ein Fahrzeug, in dem man sich in die Jugend zurückversetzen kann. „Er riecht anders, fährt sich anders, ohne den ganzen elektronischen Schnickschnack, unvermittelt, ehrlich…“ Das schätzt der ehemalige Richter übrigens auch an der Oldtimerszene. Das sind Leute aus allen Berufsgruppen: Mechaniker, Richter, Tischler, Rechtsanwälte, Professoren, ja sogar Moderatoren soll es in der Szene geben. Und man trifft sich und tauscht sich aus, führt Benzingespräche, löst Probleme, lacht und bleibt unter seinesgleichen jung.

Und so ist es für Hans Jud auch immer ein Erlebnis, in andere Garagen und Oldtimerwelten einzutauchen. Bei Herbert Fellner, einem Professor für Fahrzeugtechnik an der FH Joanneum, hat er einen Stammplatz in der Garage. Hier stehen weitere Pretiosen, die exemplarisch die Bandbreite der historischen Fahrzeuge offenbaren. Vom Morgan Threewheeler mit knapp 40 PS bis zur AC Cobra mit mehr als 400 PS. Was den Maschinenbaudoktor Herbert Fellner am Oldtimer reizt? Dass man die Technik von damals – wenn man sie einmal verstanden hat – auf die Autos von heute übertragen kann. Also auch hier wieder das Motto „Zurück in die Zukunft“: Versteh das Gestern, dann bist du gut gerüstet für das Morgen. Und auch für den Morgan. Oder den DeLorean. Oder den Jaguar…

Übrigens: Hans Jud wollte als Richter gar nicht in Pension gehen und hat sogar die Republik geklagt, um länger arbeiten zu dürfen. Diesen Prozess hat er verloren. Aber dafür ein Riesenstück Lebensfreude gewonnen. Denn zur Pensionierung hat er sich wieder ein Projekt gekauft, ein Rennauto von früher, den Lancia Delta Integrale, mit dem er sich nach England, Japan und Deutschland nun auch ein Stück Italien in die Garage geholt hat.

Beitrag veröffentlicht am 02.05.2022
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Stilvoll altern: Raus aus dem Senioren-Beige

Unser Model Laura zeigt, wie vielfältig Mode in den besten Jahren sein kann, die langjährige Boutiquenbesitzerin Helga Starl gibt Stylingtipps. Nur Mut, liebe Damen!

Die Designerin

Helga Starl führte 40 Jahre lang in der Reitschulgasse ihre Boutique Moda Lisa. Erst vor wenigen Jahren ging die heute 80-Jährige in Pension. Mode ist und bleibt ihre große Leidenschaft. Helga Starl plädiert dafür, sich auch in nicht mehr so jungen Jahren auf neue Styles einzulassen und Kleidungsstücke anzuprobieren, zu denen man sonst nicht greifen würde.

 

„Ein schöner Kragen macht aus jeder Frau eine Königin“, sagt Helga Starl. Und das beherrscht kaum jemand so gut wie die Designerinnen Elke Steffen Kühnl und Babsi Schneider von Ardea Luh, die für diese Reihe die Mode beisteuern. Laura trägt hier ein schmal geschnittenes Oberteil, dazu eine klassische schwarze Hose und ein Wollcape.

Weiblichkeit zulassen

Welch Analogie! Der Print auf Lauras Kleid ist Salvador Dalis Gemälde „Beständigkeit der Erinnerung“. Mit Kleidern und Röcken findet Weiblichkeit ihren schönsten Ausdruck. Röcke sollten über das Knie gehen, rät Helga Starl, auf jeden Fall sollte der Rock nach unten eng geschnitten sein, das macht schlank. Schöne Kleider gibt es auch für größere Größen oder wenn die Taille nicht mehr ganz so schlank ist. Die Modeexpertin empfiehlt Muster wie bei diesem Kleid eher für schlanke Frauen. Unifarben geht immer, bei Farben gibt es kaum Grenzen, sofern sie zum Typ passen. „Mode ist eine Ausdrucksform, die jedem zur Verfügung steht“, sagt Helga Starl. Kombinieren Sie also, worin Sie sich wohlfühlen.

 

Ein Hosen-Klassiker

Bei weiten Hosen musste sie immer wieder Überzeugungsarbeit leisten, sagt Helga Starl. Dabei ist eine Culotte- oder Marlene-Hose mit schmalem Oberteil stets ein wahrer Hingucker! Generell rät sie: Sind Hose oder Rock eher weit, sollte das Oberteil schmal geschnitten sein, auf jeden Fall hinten länger. Bei enger Hose darf das Oberteil weiter sein. Betont werden sollte, was betonenswert ist: schlanke Beine, eine schmale Taille, ein schönes Dekolleté – aber nicht zu sehr! Stilvolles Understatement ist das Motto ab 50.

 

Eleganz, je nach Facon

Frauen sollten tragen, worin sie sich wohlfühlen. Bitte aber keine Leggins mit engem Oberteil, sagt Helga Starl und lacht. Ob elegant, sportlich oder klassisch, ist dabei Geschmackssache. „Jede Frau hat das Recht, in Ruhe alt werden zu können. Man muss akzeptieren, dass alles, vor allem der Körper, nicht mehr ist wie früher“, sagt Helga Starl. Vieles lässt sich kaschieren: Die große Brust mit weiteren und längeren Oberteilen, nicht mehr ganz so straffe Oberarme mit angeschnittenen Ärmeln oder Schal, die breiten Hüften oder die fehlende Taille mit weich fließenden Stoffen.

Beitrag veröffentlicht am 23.04.2022
© Marija Kanizaj

Politik-Montag: Doris Kampus – Dort hinschauen wo es nicht gut läuft

Zur Sorge Corona kam auch die Sorge Inflation. Mag. Doris Kampus (54), die Soziallandesrätin der Steiermark, hat besonders die Schwächsten in der Gesellschaft im Visier.

Die ältere Generation hat schon seit zwei Jahren mit der Corona-Pandemie zu kämpfen. Was macht das mit den Menschen?

DORIS KAMPUS: Was die sozialen und psychologischen Aspekte betrifft, machen mir zwei Gruppen besonders Sorge. Das sind die Kinder und die Jugendlichen und natürlich die älteren Menschen. Das sieht man auch in der Seniorenstudie von Abenteuer Alter, zu der ich nur gratulieren kann. Auch wenn diese Ergebnisse sich auf die Zeit vor der Pandemie beziehen, zeigen sie, wie groß das Thema Einsamkeit bei den Älteren ist. Ich freue mich, dass diese Studie zeigt, wie viele ältere Steirerinnen und Steirer sich wohlfühlen und dass es ihnen gut geht. Aber mein Job als Soziallandesrätin ist es, dort hinzuschauen, wo es nicht so gut läuft.

Glauben Sie, die Befragten stellen ihre Befindlichkeit besser dar als sie ist?

KAMPUS: Viele in dieser Generation geben nicht so gerne zu, dass es ihnen nicht so gut geht. Ich glaube, unsere gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe muss es sein, da hinzuschauen. Wenn man die Oma fragt, wie geht es dir, sagt sie: ‚Passt schon, passt schon‘. Das sagt sie sogar, wenn etwas nicht mehr passt. Ich glaube, diese Gruppe ist unter Corona eher größer geworden. Die Menschen haben sich ein Stück zurückgezogen. Das macht mir große Sorgen.

Braucht es vielleicht neue Wege, um in dieser Situation an die Seniorinnen und Senioren heranzukommen?

KAMPUS: Ich bin kein ausgesprochener Fan der neuen Medien, aber sie sind schon auch eine Chance, wie man noch teilhaben kann. In den Familien hat das geholfen, indem die Großeltern über Whatsapp trotz Lockdown etwas Verbindung mit den Enkeln hatten. Das macht viel aus, dass man auch die ältere Generation auf diese Weise einbindet. Auch die Seniorenverbände haben sich darauf eingestellt. Sie bieten jetzt Schulungen und Kurse an, damit sich diese Welt für alle öffnet. Wir beteiligen uns da durch die Finanzierung etwa des Seniorenbeirates oder von Computerkursen.

Zur Sorge wegen Corona ist für viele Menschen die Sorge um’s Geld gekommen, weil die Inflation so stark geworden ist wie seit vielen Jahren nicht mehr. Wie sehen Sie das?

KAMPUS: Die Teuerungswelle trifft die Älteren doppelt hart. Wir haben Zahlen dazu, die mich betroffen machen, weil die Teuerung vor allem die Gruppe 60+ sehr trifft. Wir haben zum Glück zwei Instrumente, mit denen wir das teurer gewordene Wohnen unterstützen, die Wohnunterstützung und der Heizkostenzuschuss. Bei der Wohnunterstützung sind mehr als die Hälfte der 8.000 Bezieher Pensionistinnen und Pensionisten. Das finde ich ganz schlimm. Beim Heizkostenzuschuss sind es mehr als zwei Drittel von fast 9.000. Wir haben den Heizkostenzuschuss von 120 auf 170 Euro erhöht, um dagegenzuhalten, aber da braucht es auch andere Bemühungen, zum Beispiel bei der Höhe der Pensionen.

Die Älteren wissen aus ihrem Leben, was Inflation ist, die jüngeren Generationen aber nicht. Hilft dieses Wissen etwas?

KAMPUS: Die, für die ich mich zuständig fühle, also MindestpensionistInnen oder BezieherInnen der Ausgleichzulage, sind ganz besonders betroffen. Wir brauchen im Sozialsystem mehrere Stellschrauben, einen Teil davon machen wir in der Steiermark mit diesen Hilfen beim Wohnen und Heizen und in anderen Bereichen. Wir brauchen aber auch eine Bundesregierung, die bei den Pensionen hinschaut. Und es ist verstörend, dass es noch immer und massiv zur Diskriminierung der Älteren kommt, nur auf Grund von Alter. Bei den Banken fragen sie, braucht man im Alter wirklich unbedingt einen Kredit? Aber auch in dieser Generation hat man zum Glück viele Wünsche, aber auch Notwendigkeiten. Man muss ein Bad umbauen oder andere altersgerechte Investitionen vornehmen. Was es im Bereich der Banken und Versicherungen immer noch an Altersdiskriminierung gibt, ist unglaublich.

Zu den Leistungen Ihres Ressorts gehört auch die Seniorenurlaubsaktion. Wie ist die unter Corona-Bedingungen gelaufen?

KAMPUS: Wie andere Entwicklungen. 2020 durften wir es gar nicht anbieten wegen der Corona-Lage. 2021 haben wir es wieder angeboten, aber die Nachfrage war schaumgebremst. Wir hätten mehr Plätze für diese Urlaube gehabt als in Anspruch genommen wurden. Ich schätze diese Möglichkeit sehr und treffe mich mit den Leuten und plaudere gern mit ihnen. Da gibt es teilweise Gruppen aus den Bezirken, wo man sich untereinander schon kennt. Ganz viele sind im Vorjahr aber nicht mitgefahren, weil sie sich nicht getraut haben. Für mich wäre es das Schlimmste, würde das so bleiben.

Die Seniorenstudie von Abenteuer Alter hat ergeben, dass viele dieser Altersgruppe noch arbeiten. Was halten Sie davon?

KAMPUS: Ich befürchte, diese Medaille hat zwei Seiten. Es gibt eine Gruppe, die das nicht ganz freiwillig macht, weil ihre Pension zu gering ist, um den Lebensstandard halbwegs zu halten. Das gefällt mir nicht, weil eigentlich sollten die Pensionen in Österreich für Menschen, die so lange gearbeitet haben, so sein, dass man gut  davon leben kann. Natürlich kommt noch die Frauenproblematik dazu: Sie haben weniger Versicherungsjahre, die Kinder betreut, und oft nur halbtags gearbeitet. Die andere Seite der Medaille sagt: ‚Jetzt bin ich Anfang 60, eigentlich geht es mir super, aber ich würde gerne noch Anteil haben und ich mache nebenher noch was‘. Das finde ich super. Und dazu kommt, dass wir jetzt auf dem Arbeitsmarkt die Chance, ein besonderes Zeitfenster, haben. Bisher hat es immer mehr Angebot als Nachfrage gegeben und jetzt ist daserstmals anders. Die Betriebe suchen händeringend Leute und jetzt haben erstmals auch Menschen der Generation 50+ eine realistische Jobchance.

Der Pflegenotstand wegen des Personalmangels in Spitälern und Heimen ist ein großes Problem, das zum Teil auch in Ihre Zuständigkeit fällt. Was muss geschehen, dass die Pflege gerade für die Älteren nicht zusammenbricht?

KAMPUS: Gemeinsam mit meiner Kollegin Juliane Bogner-Strauß bringen wir da einiges weiter. Wir haben schon vor fünf Jahren eine Pflegestiftung ins Leben gerufen, die hat schon 1.500 Arbeitslose ausgebildet oder sie sind in Ausbildung. Der Bedarf steigt nicht nur wegen der demografischen Entwicklung, sondern zum Beispiel auch deshalb, weil viele Pflegende am Ende ihrer Kräfte sind und eine Auszeit brauchen.

Beitrag veröffentlicht am 06.04.2022
© Peter Drechsler
entgeltliche Einschaltung

Der große E-Bike-Test

Diesmal im Test: Das FLYER City eBike Upstreet5 7.10

Zugegeben: Ganz günstig sind sie nicht. Aber die Räder der Schweizer Marke Flyer gehören zu den besten E-Bikes, die aktuell auf dem Markt sind. Eine Empfehlung von Gerhard Bauer, Inhaber von Bauer’s E-Bike.

Die Schweiz steht für Präzision. Das Schweizer Messer, die Schweizer Uhr und auch die Schokolade, deren Herstellungsprozess erst die Schweizer so hinbekommen haben, dass die Süßigkeit gut schmeckt. Mit dem E-Bike Flyer Upstreet aus Huttwil im Kanton Bern wurde ein Elektrorad geschaffen, durchdacht „von vorne bis hinten“. Die Biketester sind sich einig: Ein klares „Sehr gut“ für dieses hochwertige und  wartungsarme E-Bike für die Stadt und für Tagestouren.

ROBUST UND SICHER

Hergestellt ist das Premium-E-Bike mit 28 Zoll aus robustem Aluminium, es ist in verschiedenen Rahmengrößen und Farben erhältlich. Das Modell bietet einen Flacheinstieg und ist deshalb für ältere Menschen bestens geeignet. Die Robustheit macht das Bike auch für schwerere Radfahrer bis 150 Kilo interessant.

LEISTUNGSSTARK

Beim Motor handelt es sich um einen Panasonic GX Ultimate mit 90 Nm und teilintegriertem 750 Wh-Fly-er-SIB-Akku und bringt eine Kraftunterstützung bis 25 km/h. Der Motor gewährleistet einen kraftvollen Schub, mit dem sogar steilere Auffahrten möglich sind. Der Akku ist leistungsstark und reicht lange, die SR-Suntour Federgabel garantiert ein weiches Fahren auch auf holprigem Untergrund.

EINFACH ZU HANDHABEN

Die Panasonic-Bedieneinheit befindet sich am linken Lenkergriff, wo aus vier Unterstützungs- und Automatikstufen gewählt werden kann. Jedes E-Bike hat natürlich eine 6-km/h-Schiebehilfe.

SICHERHEIT GEHT VOR

Die lichtstarke LED-Beleuchtung (Busch&Müller) sorgt für beste Sicht und gute Ausleuchtung. Gegen Diebstahl schützt das integrierte ABUSRahmenschloss.

PREIS

Mit einem Preis von rund 4.500 Euro ist es zwar nicht ganz günstig, doch langfristig zahlt es sich aus: Das EBike ist einfach und komfortabel zu handhaben und so konzipiert, dass es lange hält. Gerhard Bauer sagt dazu: „Wir sind das größte E-Bike-Center Österreichs. Durch unsere langjährige Erfahrung können wir passgenau empfehlen, welches E Bike für welche Person geeignet ist. Und weil es nicht nur um das Fahren geht, sondern auch um Service, Wartung und Reparaturen, sind wir auch in der Lage, die Kosten gut einzuschätzen, die über die Lebenszeit eines Rades anfallen.

Und hier gibt es eine klare Empfehlung: Billig ist meist teuer. 

© Bauer Bikes
Beitrag veröffentlicht am 04.04.2022

Spermidin-Rezepttipp: Steirische Ravioli mit Steinpilzsauce

Wir haben für euch leckere Rezepte mit einer geballten Dosis Spermidin zusammengesucht. Unsere heutige Empfehlung des Tages: Steirische Ravioli mit Steinpilzsauce. Guten Appetit!

ZUTATEN
RAVIOLI FÜR 4 PERSONEN:
130 g Hartweizengrieß
130 g Mehl griffig
2 Eier mittelgroß (ca. 87 g)
2 Eidotter (ca. 50 g)
1 EL Steirerkraft Kürbiskernöl g.g.A.

ZUTATEN
PILZSAUCE:
2-3 EL Butter
1 Schalotte fein gehackt
1 Knoblauchzehe fein gehackt
200 g Steinpilze geputzt, klein geschnitten
200 ml Schlagobers
200 ml Hühner- oder Gemüsefond
100 ml Weißwein trocken
etwas Salz, Pfeffer frisch gemahlen

ZUTATEN
FÜLLE:
300 g Frischkäse
100 g Topfen
80 g Käse gerieben, z. B. Emmentaler,
Asmonte
60 g Steirerkraft Kürbiskerne gerieben
2 EL Steirerkraft Kürbiskernöl g.g.A.
etwas Salz, weißer Pfeffer frisch gemahlen

GARNIERUNG:
Essbare Blüten
Radieschensprossen
Steirerkraft Kürbiskerne gehackt

ZUBEREITUNG

  • Hartweizengrieß, Mehl, Eier und Kürbiskernöl
    für den Nudelteig gut verrühren
    und den Teig anschließend für eine gute Stunde
    kühl rasten lassen.
  • In der Zwischenzeit Schalotte, Knoblauch
    und Steinpilze für die Sauce in
    Butter anschwitzen. Danach mit Schlagobers
    sowie Fond und Weißwein ablöschen und einreduzieren
    lassen. Vor dem Servieren noch mit
    Salz und Pfeffer würzen.
  • Für die Fülle Frischkäse, Topfen, geriebenen
    Käse sowie Kürbiskerne und Kürbiskernöl
    in einer Schüssel vermengen und mit
    Salz und Pfeffer würzen.
  • Den gerasteten Teig dünn ausrollen und
    halbieren. Die Fülle auf einer Hälfte mit
    einem Spritzsack drapieren und dabei immer
    etwas Abstand zwischen den Tupfen lassen.
    Den freigebliebenen Teig mit Wasser bestreichen
    und die zweite Hälfte darüberlegen. Mit
    einem runden Ausstecher in kreisförmigen Bewegungen
    die Luft zwischen den beiden Teigschichten
    entfernen und danach die Ravioli
    ausstechen. Die Nudeln dann in Salzwasser
    kochen, bis sie an der Oberfläche schwimmen.
  • Die fertigen Ravioli zusammen mit der
    Steinpilzsauce servieren und mit essbaren
    Blüten, Sprossen sowie Kürbiskernen
    ausgarnieren.

Weitere spermidinreiche Rezepte gibt´s auf www.steirerkraft.com

© Steirerkraft
Beitrag veröffentlicht am 29.03.2022

 

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