Aktiv altern: Interview zum langen Tag der Demenz

 

Was ist SALZ und wofür steht die Initiative?

Salz – Steirische Alzheimerhilfe ist ein Angehörigen-Verein. Wir vertreten deren Interessen und Anliegen aber wir geben auch Raum, damit Angehörige sich treffen und austauschen können. Es ist wichtig, in einem geschützten und anonymen Umfeld über die Trauer, die Frustration und über die Wut der Krankheit gegenüber sprechen zu können. Die eigene Ratlosigkeit zu thematisieren und gleichzeitig Tipps und Rat im Umgang mit Demenz zu bekommen hilft, Ressourcen zu erkennen und Hoffnung zu schöpfen.

Wir engagieren uns überdies in Projekten oder initiieren selbst welche, die dazu führen, dass das Leben mit Demenz leichter wird. Außerdem glauben wir, dass nur eine gute Vernetzung von Professionisten in der Region eine gute Versorgung gewährleisten kann und wir investieren in dieses Ziel viel Zeit.

 

Warum ist Ihnen das Thema Demenz so ein wichtiges Anliegen?

Wir von Salz sind oder waren Angehörige und wissen, wie belastend die Diagnose für die gesamte Familie ist. Wir wollen unsere Erfahrung weitergeben und helfen. Die Krankheit ist noch immer stark stigmatisiert und tabuisiert und zu lange werden Angehörige sowie Betroffene alleine gelassen. Das wollen wir ändern und dafür setzen wir uns ein.

 

Worum geht es beim Tag der Demenz, den Sie heuer veranstalten?

Heuer dreht sich der Lange Tag der Demenz um das Thema Zeit. In unserer sehr effizienten und geschwindigkeitsorientierten Welt bleiben viele zurück, die mehr Zeit brauchen würden. Die zunehmende Automatisierung, wie Selbstbedienungskassen, Fahrscheinautomaten, elektronisches Bankensystem, machen die Teilhabe von Menschen mit Demenz immer schwieriger. Daher stellen wir uns dieses Mal die Frage: „Wieviel Zeit braucht ein Mensch mit kognitiven Einschränkungen und was bedeutet das in unser aller Alltag?

In den drei Tagen vom 21.9. – 23.9. werden wir zu diesem Thema einen Gottesdienst feiern, einen Film sehen, öffentlich diskutieren, am Markt informieren und künstlerische Akzente setzen. Dazu sind alle Menschen geladen, die sich für das Thema, ob aus aktuellem Anlass oder präventiv, interessieren und sich mit Menschen mit Demenz und deren Familien solidarisieren möchten.

Was erwarten Sie sich von öffentlichen Stellen zum Thema Demenz?

Zurzeit gibt es viele engagierte Initiativen in diesem Bereich. Eine Zusammenführung dieses Wissens zumal in einer Form, die für Betroffene und Angehörige praktikabel ist, sowie eine Vernetzung der damit verbundenen Akteur/innen wäre wünschenswert. Außerdem ist nach wie vor unsere dringlichste Forderung nach individueller, flexibler Alltagsassistenz als Unterstützung für Betroffene im leichten Stadium und in weiterer Folge zur Entlastung der betreuenden Angehörigen.

 

Was wünschen Sie sich für die Zukunft in Bezug auf die Aufmerksamkeit und öffentliche Wahrnehmung des Themas Demenz?

Eine Sensibilisierung in Wort und Bild. Das Bild des alten Menschen muss generell ein differenzierteres werden. Dem Menschen muss seine Individualität und Würde bewahrt werden und er darf nicht hinter Statistiken oder Klischees verschwinden. Menschen mit kognitiven Einschränkungen sollen nicht zu einer anonymen Masse werden, über die man hauptsächlich defizitorientiert spricht. So unterschiedlich wie wir Menschen nun einmal sind, ist auch die Ausprägung des Verhaltens bei Demenz. Es gibt erstaunlich kreative und erfolgreiche Ansätze, mit diesem Schicksalsschlag fertig zu werden. Genauso verhält es ich bei uns Angehörigen. Natürlich ist die Betreuung oft sehr herausfordernd, aber auch hier sind Familien sehr einfallsreich, wenn es um einen guten Umgang mit dem betroffenen Menschen und mit der eigenen Selbstfürsorge geht. Darüber würde ich gerne mehr lesen, sehen oder hören.

 

Veranstaltungstipp:

Beitrag veröffentlicht am 12.09.2022
© Luef Light

Hotel Sportalm: Entspannung in malerischer Kulisse

Das Hotel Sportalm Hintermoos ist eines von drei GÖD HOTELS in der einzigartigen Bergwelt des Hochkönigs, am „Steinernen Meer“ im Salzburgischen Pinzgau. Sowohl Sport- als auch Erholungsfreunde kommen im verdienten Urlaub voll auf ihre Kosten.

Es funkelt und glitzert in der Sommersonne: das Wasser des Zeller Sees, genauso erfrischend und glasklar wie die reine Bergluft. Wer in das Steinerne Meer im Salzburger Pinzgau eintaucht, wird empfangen von einer atemberaubenden Kulisse und einem herrlichen Panorama. Die Bergwelt zwischen Pinzgau und Pongau wartet mit allem auf, was eine Urlaubsoase in den österreichischen Alpen bieten soll. Inmitten der Hochkönig, mit 2.941 Metern höchster Gipfel der Salzburger Kalkhochalpen – ein Lebensraum von erlesener Schönheit. Familien mit Kindern und sportlich ambitionierte Urlaubsgäste sind in der Region genauso aufgehoben wie Erholung- und Entspannungssuchende, die einfach nur die Seele baumeln lassen möchten. Ob man mit Wanderstock und Rucksack auf grüne Almen wandern, mit dem Fahrrad und E-Bike durch die Bergwelt streifen oder im Winter als Skifahrer die Pisten erobern will, der Hochkönig ist der Urlaubsfels in der Brandung des Alltags.

Die Bergwelt des Hochkönigs erkunden

Insofern steht das Hotel Sportalm Hintermoos in strategisch bester Lage. Das kleine, familiär geführte Haus liegt direkt an den schönsten Wander- und Mountainbikewegen (-routen) bzw. Skipisten, die sich im Sommer als Wiesen saftig grün und voll mit duftenden Alpenkräutern präsentieren, und bietet eine ideale Ausgangsposition, um die unvergleichliche Bergwelt des Hochkönigs zu entdecken Sehr hilfreich ist dabei auch die Hochkönig-Card, die schon bei einer Übernachtung inkludiert ist. Mit diesem persönlichen Ausweis kann man sämtliche öffentliche Verkehrsmittel und Wanderbusse frei nutzen, alle Lifte und Seilbahnen in der Region, auch den Bike-Transport – und die wunderbaren Bergbau- und Nationalpark-Museen sowie Tennisplätze und Schwimmbäder sind frei zugänglich. Gerade jetzt im Sommer sind die meisten Vorzüge ständig buchbar und verfügbar.

Pure Naturlandschaft genießen

Im Hotel selbst genießt man pures Wohlbefinden und Urlaubsflair. In der Sportalm Hintermoos erwarten die Gäste großzügige, rustikal eingerichtete Zimmer, die meisten davon mit Balkon und Ausblicken in die Bergwelt. Sämtliche Zimmer sind mit eigenem Bad/Dusche und WC ausgestattet, WLAN ist im gesamten Haus frei verfügbar. Für PKW’s stehen freie Parkplätze zur Verfügung, auf Anfrage auch ein Garagenplatz. Wer bequem mit dem Zug anreist, wird auf Wunsch auch von den Bahnhöfen Saalfelden am Steinernen Meer oder Bischofshofen abgeholt. Für mobile Aktivitäten im Urlaub stehen E-Bikes gegen Gebühr leihweise zur Verfügung. Damit kann man dann etwa die nahegelegenen Orte Maria Alm, Dienten, Mühlbach, Saalfelden und Zell am See besuchen – aber auch den Zeller See, dessen Wasser (wie eingangs erwähnt) in der Sommersonne besonders schön glitzert. Apropos: Die Wasserversorgung des Hotels erfolgt über zwei hauseigene Gebirgsquellen mit unvergleichlicher Wassergüte. Ebenfalls einen Besuch wert – und eine wohltuende Erfrischung nach genussvollen Wanderungen durch die Salzburger Bergwelten.

Beitrag veröffentlicht am 08. September 2022

Pilgern: Der Weg als Ziel

Der Körper bewegt den Geist. Alltagsgrübeleien weichen Schritt für Schritt innerer Ruhe. Das Naturerlebnis ist intensiv, die Herausforderung manchmal auch. Seit den 1990er Jahren erlebt Pilgern eine Renaissance. Immer mehr Menschen machen sich wieder auf den Weg.

 

 

Ganz Europa ist von einem dichten Netz an Pilgerwegen durchzogen, das reicht vom norwegischen Olavsweg über die deutschen Lutherwege bis hin zum berühmten Jakobsweg. Allein hierzulande erstreckt sich ein Netz von 48 Pilgerwegen mit einer Gesamtlänge von 22.000 Kilometern, darunter die traditionsreiche Via Sacra von Hinterbrühl nach Mariazell. „Österreich ist auch ein klassisches Transitland“, sagt Roland Stadler, Sprecher des Netzwerkes „Pilgern in Österreich“. Denn es liegt auf den großen Routen nach Santiago de Compostela, Rom oder Jerusalem.

„Viele Menschen brechen mit den unterschiedlichsten Motiven auf“, erzählt er, „die klassisch religiöse Motivation ist dabei eher rückläufig. Viele suchen eine ,Spiritualität des Weges’ um sich selbst neu zu finden, um Gemeinschaft zu erleben, um andere Kulturen besser zu verstehen. Freilich machen viele dabei auch in gewisser Weise neu eine ,Erfahrung Gottes’, eine Erfahrung vom tieferen Verstehen des Lebens, vom ,Urgrund des Seins’.“

 

Das Pilgern vor der Haustüre hat gerade in der letzten Zeit viel Zuspruch erhalten. Denn die Pandemie hatte freilich ihre Auswirkungen auf grenzüberschreitende Fußmärsche. Vielfach war es schwieriger unterwegs zu sein, Beherbergungsbetriebe waren teils geschlossen oder aber überbucht. Pilgern kann man übrigens auf viele Arten, das reicht vom philosophischen oder alpinen Pilgern bis hin zum Abenteuer-, Lama- oder Kräuter-Pilgern.

Pilgern lässt sich auch gut in Gemeinschaft – und mit professioneller Begleitung. Geistliche übernehmen diese Funktion bereits seit vielen Jahrhunderten. Aber es gibt auch eine für alle offene Ausbildung zur zertifizierten Pilgerbegleitung. Sie besteht seit 2004 und wurde im Zuge der Wiederbelebung des Pilgerweges Via Nova, der vom deutschen Regensburg ins salzburgerische St. Wolfgang führt, entwickelt.

Pilgerbegleitung

Angeboten wird die Ausbildung von Diözesen, Bildungshäusern oder kirchlichen Einrichtungen quer durch Österreich. „In der Steiermark wurde die kirchliche Begleitung der Pilger neu geordnet und ist nun in der Diözesansportgemeinschaft verortet. Dort wird gerade an der Neuaufstellung gearbeitet“, sagt Stadler. Die Teilnehmer werden dafür in mehreren Modulen in verschiedenen Bereichen geschult. „Es geht um spirituelle Kenntnisse über Wurzeln des Pilgerns in unterschiedlichen Religionen, das Feiern von Andachten und die Gestaltung von Kirchenführungen. Aber auch soziale Kompetenzen für das Leiten von Gruppen und die adäquate Reaktion in Notfällen sowie technisches Know-how für die Tourenplanung, den Umgang mit Karten und GPS stehen auf dem Programm“, erklärt.

„Es geht nicht allein um Religionsvermittlung“, sagt Christine Dittlbacher, die in der Diözese Linz Ausbildungsleiterin für Pilgerbegleiter ist, „sondern darum, in einen Prozess des Staunens, der Schöpfungsachtung, der Tuchfühlung mit der Natur bis in den kleinsten Tautropfen, zu jeder Jahreszeit und jeder Witterung zu kommen. Es sind die Erfahrungen, die auf dem Weg liegen, die das Pilgern ausmachen.“ In Österreich gibt es mehr als 500 zertifizierte Pilgerbegleiter, sie sind ehrenamtlich in Pfarren im Einsatz oder haben etwa als Wander- oder Fremdenführer eine Zusatzqualifikation erworben. Im EU-Projekt Train2eupilgrimage wurde gerade ein neues, grenzüberschreitendes Curriculum für Pilgerbegleiter erarbeitet. In Pilgerländern wie Spanien und Italien gab es bislang nämlich noch keine derartige Ausbildung. „Der Schwerpunkt der Ausbildung liegt in besonderer Weise auf Pilgern mit älteren Menschen und Menschen mit Beeinträchtigung“, erklärt Stadler.

 

Neue Wege

Aber auch in Sachen Pilgerwege tut sich etwas: Beim Europarat wurde unlängst die „Via Romea Strata“ als Kulturstraße eingereicht. „Dieses Projekt will alte Pilgerwege und Straßen von den Baltischen Staaten nach Rom wieder beleben, den Reichtum der Kulturen deutlich machen und sie miteinander verbinden“, sagt Stadler. Über Estland, Lettland, Litauen führt diese Route via Polen, Tschechien und Österreich nach Italien. „In der Steiermark verläuft der Weg dem Mariazeller Gründerweg entgegengesetzt von Mariazell nach Stift St. Lambrecht, wo er in den Hemmaweg übergeht und so nach Italien auf den Monte Lussari führt.“ Möglichkeiten, sich auf den Weg zu machen, gibt es also viele. Und: Es muss nicht immer eine lange Wegstrecke sein, die Kraft das Gehens spürt man auch auf kürzeren Etappen. Nicht umsonst heißt es stets: Der Weg ist das Ziel.

Informationen:

www.pilgerwege.at

 

 

Der Mariazellerweg

Knapp eine Million Wallfahrer pilgern Jahr für Jahr nach Mariazell. Das Ziel: die Magna Mater Austriae. Bereits seit mehr als 800 Jahren führen viele Pilgerwege dorthin. Größere Pilgerzahlen sind ab dem Jahr 1330 urkundlich belegt. Einst wurden von weltlichen Gerichten als Sühne für Verbrechen sogenannte „Zellfahrten“ verhängt. Für die Habsburger wurde der Wallfahrtsort nach der Gegenreformation zum Nationalheiligtum. Das Wallfahrerwegenetz setzt sich aus mehreren traditionellen Wallfahrerwegen wie der Via Sacra zusammen und umfasst etwa 1.300 Kilometer. Es verbindet die Landeshauptstädte Wien, St. Pölten, Eisenstadt, Salzburg, Linz, Klagenfurt und Graz mit Mariazell. In Eibiswald treffen der Kärntner und der Steirische Mariazellerweg aufeinander und verlaufen von da an gemeinsam über Graz, die Oststeiermark und die Hochsteiermark bis nach Mariazell.

 

Der Jakobsweg

Der Jakobsweg ist wohl der berühmteste Pilgerweg Europas. Seit dem 11. Jahrhundert besuchen Pilger aus aller Welt das angebliche Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela. Der Legende nach ließ König Herodes Jakobus 44 nach Christus enthaupten. Auch in Österreich gibt es ein umfangreiches Netz an Jakobswegen. 2010 wurde der weststeirische Jakobsweg eröffnet. Der Hauptweg startet bei der Jakobskirche in Thal bei Graz. Von dort aus führt die Route über St. Pankrazen bis zur Jakobskirche in Geistthal. Alternativ zum Hauptweg kann man die Abtei in Seckau als Ausgangspunkt wählen. Auf acht Tagesetappen geht es durch die Lipizzanerheimat und das Schilcherland bis nach Lavamünd in Kärnten. Dort trifft der weststeirische Jakobsweg auf den Abschnitt, der aus Slowenien kommt.

Der Hemmaweg

Zu Ehren der heiligen Hemma führt ein Pilgerweg in sieben Etappen vom Stift Admont ins kärntnerische Gurk. Der Weg kann auf acht Routen aus allen Himmelsrichtungen begangen werden. Wer in der Steiermark startet, hat die Wahl zwischen der Hauptroute von Admont über das Stift Lambrecht oder von St. Hemma bei Edelschrott nach Gurk. Als ein Höhepunkt gilt die Überschreitung der Niederen Tauern über das Glattjoch mit dem Etappenpunkt Oberwölz, der kleinsten Stadt der Steiermark. Entstanden ist der Hemma Pilgerweg aus der sogenannten Krainer Wallfahrt: Ausgehend von Krain in Slowenien zog es Pilger nach Gurk zum Grab der heiligen Hemma, erstmals bereits 1607. Die zwischen 995 und 1000 geborene Gräfin von Friesach-Zeltschach hat mit dem Stift Gurk und dem Stift Admont gleich zwei Benediktinerklöster gegründet. Sie war bekannt für ihre Wohltätigkeit.

 

Der Benediktweg

Die Benediktiner gehören zu den ältesten Ordensgemeinschaften der katholischen Kirche. Ordensgründer war Benedikt von Nursia. Geschaffen wurde der Benediktweg 2009, anlässlich der 200-Jahr-Feier der Wiederbesiedlung des Stiftes St. Paul im Lavanttal. Insgesamt führt der Benediktweg auf elf Tagesetappen von Spital am Pyhrn über Admont, Seckau, Maria Buch, Wolfsberg, St. Paul und Slovenj Gradec bis ins slowenische Gornij Grad. Auf dem Abschnitt in der Steiermark wandert man von Stift zu Stift –  von Admont über Seckau bis nach St. Paul in Kärnten. Zu den landschaftlichen Höhepunkten gehören der Nationalpark Gesäuse und und die Niederen Tauern.

 

von Elke Jauk-Offner
© Steiermark Tourismus/ Leo Himsl, Sarah Valda, Harry Schiffer, Marcel J. Peda, Tom Lamm
Beitrag veröffentlicht am 01. September 2022

Der Weg zum „seniorenfitten“ Bad

Eigentlich möchtest du gerne das Thema verdrängen, es weit von dir wegschieben, nur gelingen will es doch nicht ganz. Denn immer näher kommen die „Einschläge“ im Kreis deiner lieben Bekannten – dort einmal eine Hüftoperation mit Folgekomplikationen, da wieder einmal ein Knie, eine Schulter, unzählige Probleme, die oft überraschend auftreten können und die alle auf die eine Lösung drängen: Kann ich auch bei einer Einschränkung meiner Beweglichkeit das Bad, die Toilette weiterhin benutzen?

Immerhin hängt es gerade auch davon im Fall des Falles stark ab, ob man in den trauten vier Wänden weiterhin wohnen kann oder sich für Varianten außer Haus entscheiden muss. Um es gleich vorwegzunehmen: als Schreiber dieser Zeilen habe ich mich nach langen Überlegungen entschlossen, den Weg eines „vorsorglichen“ Umbaues von Bad und Sanitärraum einzuschlagen und möchte der Leserschaft von „Abenteuer Alter“ gerne meine Erfahrungen bei der Umsetzung dieses Projektes zur Verfügung stellen.

Überstürzt wurde dabei nichts, im Gegenteil, die Überlegungsphasen zogen sich – man kann es ruhig sagen – ein paar Jährchen dahin. Inspirationen von den Häuselbauer-Messen, unzählige Besuche bei Sanitärausstellungen, dazu etwas Fachliteratur und Stöbern im Internet, wichtig auch Gespräche mit Leuten, die so etwas schon abgeschlossen hatte und aus ihrem Erfahrungsschatz schöpfen konnten, der dann die gesamte Palette von „super zufrieden“ bis zu „das Gerichtsverfahren ist noch nicht abgeschlossen, jetzt ist der Sachverständige am Wort“ widerspiegelte.

Interessant war für uns nur eine Firma, die sämtliche Leistungen aus einer Hand anbietet und dafür gibt es doch zahlreiche ausgezeichnete Spezialisten mit allerbestem Ruf in der Steiermark. Aber nur eine kann den Auftrag erhalten und vieles sprach für die Firma Bodlos mit ihren Standorten in Lieboch und Peggau.

Die Grundvoraussetzung für ein gutes Beratungsgespräch ist erst einmal, dass man seine eigenen Vorstellungen ziemlich konturenscharf präzisieren kann. In unserem Fall war klar: so gerne und so oft wir die Duschkabine mit gemauerter Fliesenwand auch benützten, die Badewanne blieb nahezu ständig trocken – wir benutzen sie kaum, also weg damit, zumal mit zunehmenden Alter das Hineinsteigen noch immer ganz gut gelingt, das Verlassen der selben mit zunehmenden Mühen verbunden ist. Die Toilette in einem eigenen, aber engen Raum untergebracht sollte durch die Abtragung einer Trennmauer in das Badezimmer integriert werden, um einen größeren Freiraum zu gewinnen.

Mit unseren Ideen im Kopf und einigen Fotos am Handy wurden wir dann bei Johann Reiterer, dem Verkaufsberater und Planer der Firma vorstellig, trafen einmal ungefähre Richtungsentscheidungen bezüglich Ausstattung, Materialien, zeitlichen Abläufen etc. und vereinbarten mit ihm einen Termin vor Ort bei uns zu Hause.

Jetzt wurde gemessen, Varianten diskutiert, kurzum, die Grundvoraussetzungen für eine Planung erarbeitet, nach einer Woche weitere Besprechung im Bodlos-Büro, wo die endgültige Ausstattung geklärt wurde und damit der Kostenvoranschlag errechnet werden konnte. Die Erstellung desselben schlägt sich mit 300 Euro zu Buche, die Summe wird aber bei Auftragserteilung abgezogen.

Auftrag erteilt, Arbeitsbeginn auf Tag und Stunde genau festgesetzt, auch das Fertigstellungsdatum. Es ist ein Montag im Mai, kein Tag wie jeder andere. Die Garage ist bereits geräumt, denn die wird in nächster Zeit als Lager dienen, Bilder im Stiegenhaus abgehängt, Teppiche einrollt, man harrt der Dinge die kommen werden.

Und da kommen sie schon, erst Johann Reiterer, der auch für den Personaleinsatz und Bauabwicklung zuständig ist zur Baubesprechung, dann der Herr Stefan, Installateur und Alleskönner, quasi „Chef de Partie“ und zwei „Assistenten“, die in der Folge eine tragende Rolle einnehmen werden, vorerst aber einmal fein säuberlich jede Stiege, jede Türe sorgfältig abkleben. Dann kämpft sich ein schwerer Dreiachser die für Lkw doch etwas enge Auffahrt hoch und setzt einen Container ab, der dir in den nächsten Tagen zum vertrauten Anblick wird.

Die Baustelle ist in vollem Gange

Vorbei sind die gemütlichen Einführungsstunden, jetzt wird’s ernst, unvorstellbar ernst. Den Lärm von Schremmhämmern kennst du nur vom Vorbeigehen an Baustellen, jetzt hast du ihn den ganzen Tag bis Feierabend. Vom Staub gar nicht zu reden. Unermüdliche schleppen die beiden „Assistenten“ ihre schweren Baustellenkübel die Treppe hinab und der Container beginnt sich mit deinen Tausendern von einst, die jetzt zu Schutt und Scherben geworden sind, zu füllen.

Einen Tag noch, dann ist die ärgste Lärmhölle wieder ruhiger geworden, die Staubwolke senkt sich, am Mittwoch tritt bereits der Elektriker auf den Plan und am Donnerstag wird bereits der neue Estrich gegossen.

Wie schön, der muss am Freitag trocknen und Ruhe kehrt vorübergehend ein.

Die drei Tage der nächsten Woche – Donnerstag ist Feiertag – stehen ganz im Zeichen von Fliesenleger und Innenausbauer, das neue Bad nimmt bereits sichtbare Gestalt an, noch steht zwar der Container in der Auffahrt aber du fühlst das Ende nahen.

Und nun der dritte und damit letzte Montag – Fliesenlegermeister Florian und der Innenausbauer Manfred Rappel, selbst auch Tischler- und Stuckateurmeister, kleben, spachteln, passen Fliesen und Wandplatten bis in die Abendstunden ein, der Dienstag gehört dann allein dem Fliesenleger, der Mittwoch dem Innenausbauer, der auch die Malerarbeiten vornimmt und dann der alles entscheidende Donnerstag, der wiederum der Tag des Herrn Stefan und seines „Assistenten“, die wir schon zu Beginn der Arbeiten als Installateur kennengelernt haben ist und wo noch der Elektriker einen kürzeren Gastauftritt hat. Alles entscheidend deshalb, weil es der letzte Arbeitstag ist, sieben Tage vor dem garantierten Ende des Projektes „Badezimmer neu.“

Das neue Bad hat sichtbar Gestalt angenommen

Du willst ja den Ausdruck „behindertengerecht“ nicht unbedingt in den Mund nehmen, „seniorenfit“ oder „zukunftssicher“ klingt vielleicht besser.

Ob es für Baumaßnahmen dieser Art auch Förderungen gibt und wenn ja, welche behördlichen Hürdenläufe zu bewältigen sind, darüber werden wir in der nächsten Ausgabe von „Abenteuer Alter“ ausführlich berichten.

Hier das Video um Umbau:

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von Dieter Rupnik
Beitrag veröffentlicht am 29. August 202
© bodlos, Marko Reif

Stress für die Haut

Unser größtes Sinnesorgan erfüllt vielfältige Funktionen. Um die Hautgesundheit bestmöglich zu erhalten, braucht es Schutz und Pflege. UV-Licht ist ein wesentlicher Beschleuniger der Hautalterung. 

Mit einer Fläche von eineinhalb bis zwei Quadratmetern fungiert unsere Haut als Schutzschild. Dabei ist sie nur wenige Millimeter dick. Sie nimmt eine Fülle von Aufgaben wahr – für den Wärmehaushalt, den Stoffwechsel und das Immunsystem. Sie ist unser größtes Sinnesorgan. Auch unser Innerstes drückt sich oftmals direkt über unsere Haut aus, viele Hautkrankheiten haben seelische Ursachen. Neben Hautvorsorge und Hautpflege ist das Wohlbefinden ein essenzieller Faktor für unsere Hautgesundheit.

Etwa 20 Prozent aller Patientinnen und Patienten in der allgemeinmedizinischen Praxis haben übrigens ein dermatologisches Problem. Hauterkrankungen können nicht nur körperlich belastend und schmerzhaft sein, sie haben oft auch psychosoziale Auswirkungen und stellen einen emotionalen Stressfaktor für Betroffene dar.

DAISY KOPERA, Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten

 

Zusammenspiel der Fasern

Unsere Haut verändert sich im Laufe unseres Lebens. Wie alle anderen Organe des Körpers ist sie einem natürlichen Alterungsprozess unterworfen. Dieser beginnt bereits rund um das 25. Lebensjahr. Die entscheidenden Veränderungen passieren dabei in der sogenannten Lederhaut. Diese Schicht besteht hauptsächlich aus Bindegewebszellen und Bindegewebsfasern aus Kollagen und Elastin. In der jungen Haut arbeiten die Fasertypen optimal zusammen: Das Kollagen macht das Gewebe stabil und zugfest, das gummiartige Elastin sorgt dafür, dass es dehnbar bleibt.

Im Alter sinkt die Zahl der Kollagenfasern, der elastischen Fasern und Blutgefäße. Die Zellen der Oberhaut teilen sich nicht nur langsamer, sie wandern auch langsamer an die Hautoberfläche. Diese erneuert sich damit nicht alle 30 Tage wie in Jugendjahren. Sie muss Umwelteinflüssen länger standhalten. Die Haut und das Unterhautfettgewebe werden dünner, der Wasser- und Fettgehalt der Haut nimmt ab. „Hautalterung wird vor allem an exponierten Stellen sichtbar. Dort entstehen Flecken, Falten und Runzeln“, sagt Daisy Kopera, Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten an der Medizinischen Universität Graz und Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Dermatologische Kosmetik und Altersforschung.

Schutzsystem erschüttert

Ein wesentlicher Beschleuniger der Hautalterung ist UV-Licht. „Die lichtbedingte Verklumpung der elastischen Fasern ist irreversibel, eine frühzeitige Prophylaxe verhindert das.“ Die unsichtbaren Wellen dieser ultravioletten Strahlung führen zu einer vermehrten Bildung von sogenannten freien Radikalen. Diese Sauerstoffteilchen sind Gift für die Zellen: Sie schädigen Proteine, greifen Fettmoleküle an und verursachen Brüche in den DNA-Strängen des Erbguts, was zur Bildung von weißem Hautkrebs führen kann. Normalerweise verfügt die Haut über Schutzmechanismen, die freie Radikale neutralisieren. Doch ständige UV-Bestrahlung kann dazu führen, dass dieses Schutzsystem versagt.

Nicht jede Haut altert gleich schnell. „Das hängt einerseits von genetischen Voraussetzungen ab, andererseits vom Verhalten im UV-Licht und der Verwendung von Sonnenschutz“, betont Kopera. Die Dermatologin wird nicht müde zu betonen, dass es essenziell ist, „früh genug und konsequent mit täglichem Sonnenschutz, am besten integriert in die Tagespflege, zu beginnen – und zwar mit spätestens 30 Jahren. Die beste Prophylaxe gegen Hautalterung ist die tägliche Anwendung von Lichtschutz.“ Für lichtexponierte Körperstellen wie Gesicht, Hals, Handrücken und Unterarme gilt: Hier sollte einer täglicher UV-Schutz mit einem Lichtschutzfaktor 30 bis 50 Standard sein, um Hautalterung und Hautkrebs vorzubeugen. „Weißer Hautkrebs ist fast zu 100 Prozent durch UV-Licht bedingt“, erläutert Kopera. Er beginnt meist mit schuppenden, geröteten, nicht abheilenden Stellen an der Haut in lichtexponierten Arealen. „Das ist leicht zu erkennen. Liegt so etwas vor sollte man zum Hautarzt gehen, denn in diesem frühen Stadium kann man das ohne Operation mit einer speziellen Creme behandeln.“, so Kopera.

Konsequente Maßmahmen

Eine sanfte Reinigung mit seifenfreien Mitteln, eine Tagespflege mit Lichtschutzfaktor und eine Nachtpflege mit feuchtigkeitsspendenden Zusatzstoffen tun reiferer Haut gut. Altersflecken wiederum entstehen durch unregelmäßige Einlagerungen von Haut-Pigment. Die Zellen bilden den dunklen Pigmentfarbstoff Melanin. Konsequenter täglicher Sonnenschutz beugt auch Altersflecken vor. Die Vorkehrungen gelten übrigens auch für Tage, an denen die Sonne nicht scheint, denn Tageslicht hat einen UV-Anteil.

 

von Elke Jauk-Offner
Beitrag veröffentlicht am 23. August 2022

Größte Pflegereform seit Jahrzehnten

Nach mehr als zehn Jahre der Diskussion machte die Bundesregierung jetzt Nägel mit Köpfen und lieferte ein breites Paket, das mit Reformmaßnahmen bei den wichtigen Säulen der Pflege ansetzt.

Die Reform konnte aufgrund der Corona-Pandemie, welche mit großer Verantwortung und persönlichem Einsatz der handelnden Personen in Bund und Land gemeistert wurde, nicht schon früher erfolgen.

Bundesrat Ernest Schwindsackl

Einige Fakten und Taten seien kurz angeführt:

Bis 2030 fehlen uns mindestens 76.000 zusätzliche Pflegekräfte bundesweit und das bestehende Pflegepersonal ist am Limit!
Besonders erfreut zeigt sich der Grazer Seniorenbundobmann und Seniorensprecher im Bundesrat, Ernest Schwindsackl, in diesem Zusammenhang über die Einführung der Pflegelehre. „Damit können wir junge, interessierte Menschen gleich nach der Pflichtschule für den Pflegeberuf gewinnen, bevor wir sie in andere Bereiche verlieren.“
Insgesamt beinhaltet das engagierte und umfangreiche Paket über 20 Maßnahmen mit einem Volumen von 1 Milliarde Euro.

Diese werden in den Pflegeberuf, die Pflegeausbildung sowie für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige bis zum Ende der Gesetzgebungsperiode investiert.
In den kommenden zwei Jahren erhält jede:r Mitarbeiter:in einen Gehaltsbonus. Abseits davon werden in den Bereichen der Ausbildung, Kompetenzen und Zuwanderung neue Akzente gesetzt.

Außerdem wird ein Angehörigenbonus von 1.500,– Euro ab dem Jahr 2023 für die Person, die den größten Teil der Pflege zuhause leistet und zu diesem Zweck selbst- oder weiterversichert ist, gewährt!

Unsere Senioren:innen haben diese große Pflegereform nicht nur verdient, sie steht ihnen als jahrzehntelange Leistungsträger:innen im Aufbau unseres Wohlstandes auch zu, meint Ihr Bundesrat Ernest Schwindsackl.

Beitrag veröffentlicht am 19. August 2022

2. Grazer Inklusionslauf

Echte Inklusion durch Selbsterfahrung, das Abbauen von Vorurteilen und Berührungsängsten und ein gemeinsames Ziel: Der 2. Grazer Inklusionslauf fungiert als Projekt für ein respektvolles und gleichberechtigtes Miteinander und hat mit dem Österreichischen Inklusionspreis 2022 die höchste Auszeichnung gewonnen.

Organisiert wird das Projekt vom gemeinnützigen Verein Soziale Projekte Steiermark, das oberste Ziel ist die vollkommene Integration aller (Rand-)gruppen der Gesellschaft für ein gemeinschaftliches Miteinander. Konkret geht es darum, Menschen durch Aktivität aus der Isolation in die Mitte der Gesellschaft zu holen.

Der 2. Grazer Inklusionslauf findet am Samstag, den 24. September 2022 im Grazer Augarten statt. Im Mittelpunkt steht der gemeinsamen Spaß am Sport und das gemeinsame Bewältigen der Strecke, egal ob auf den eigenen Füßen, auf Rädern, Rollen oder im Hundeschlitten – alles ist erlaubt, ja erwünscht.

Das Masala Brass Kollektiv wird die Teilnehmer:innen auf der barrierefreien gemeinsamen Strecke musikalisch begleiten, auch für Kinderanimation ist vor Ort gesorgt.

Jede teilnehmende Person erhält eine Medaille und ein Zielsackerl mit tollen Beigaben. Außerdem wird die Firma Egger vor Ort sein, um zu Hilfsmittel im Alter bzw. bei Behinderung zu beraten.

Hier ein Rückblick auf den ersten Inklusionslauf: https://youtu.be/wFX404mQiqU

Anmeldung und Information unter www.spstmk.at

 

Veröffentlicht am 17.August 2022
© Soziale Projekte Steiermark

Den Besitz rechtzeitig absichern

Der Kauf einer Immobilie ist für viele Menschen spektakulär und einmalig. Hier sollte nichts dem Zufall überlassen werden. Die Notare klären auf – im Interesse beider Seiten.

Dr. Dieter Kinzer, Präsident der Notariatskammer für Steiermark

Wer über einen Grundstücks- oder Immobilienkauf schon im Vorfeld viel weiß, kann Fallstricke umgehen. Um schon bei der Suche nach der Traumimmobilie gut vorbereitet zu sein, sollte rechtzeitig ein Notariat zur Beratung aufgesucht werden. Der Präsident der steirischen Notariatskammer, Dr. Dieter Kinzer, beantwortet dazu die wichtigsten Fragen.

 

Viele Menschen wissen nicht, dass österreichische Notare kostenlose Erstgespräche anbieten. Warum wäre das schon vor einem Immobilienkauf wichtig? 

KINZER: Für viele Menschen ist der Kauf einer Immobilie die größte Investition ihres Lebens. Beim Autokauf verlässt man sich auf Testberichte, Freunde und Probefahrten. Beim Immobilienkauf lässt man sich oft nur zu gerne blenden und will mitunter gar nicht sehen, wie es um das vermeintliche Traumgrundstück oder die Immobilie wirklich bestellt ist. Der Kauf oder Verkauf eines Grundstücks für den Hausbau und natürlich auch jeder anderen Immobilie ist ein komplexes rechtliches und wirtschaftliches Thema, bei dem der Notar ein umfassender und ausgewogener Begleiter für beide Vertragsparteien ist. Die Vorstellungen von Käufer und Verkäufer in Einklang zu bringen und auf eine sichere, rechtliche Basis zu stellen ist hierbei unsere Aufgabe.

Wann ist denn der beste Zeitpunkt für so ein Gespräch?

KINZER: Im Prinzip kann das gar nicht früh genug passieren. In jedem Fall sollte das rechtliche Umfeld eines Immobiliengeschäftes eingehend durchleuchtet werden, noch bevor ein konkretes Angebot gelegt oder gar eine Kaufentscheidung getroffen wird. Bei aller Euphorie gilt es ganz besonders in dieser Phase einen kühlen Kopf zu bewahren und alle Rahmenbedingungen genau zu durchleuchten.

Was kann man in so einem Erstgespräch eigentlich alles abklären?

KINZER: Mit dem Erwerb einer Liegenschaft sind oft Rechte und Pflichten verbunden, die ein Laie nicht sofort erkennt. Ist die betreffende Immobilie geldlastenfrei oder sind Kredite im Grundbuch eingetragen? Ist der Verkäufer auch tatsächlich der Eigentümer? Und welche Rechte und Pflichten sind mit der Liegenschaft verbunden?

Gibt es auch Fälle, in denen ein Notarbesuch auch ohne bevorstehenden Immobilienkauf ratsam wäre?

KINZER: Es ist immer ratsam, die Besitzverhältnisse und die damit verbundenen Rechte und Pflichten abzuklären. Ein Beispiel: Es kommt immer wieder zu Problemen, wenn Eltern den Kindern angeboten haben, auf dem Grundstück zu bauen. In diesem Fall muss man bedenken, dass zum Beispiel eine ausgebaute Wohnung im Elternhaus oder ein Zubau rechtlich grundsätzlich als Zubehör zu einem Grundstück oder einer Liegenschaft gilt und damit automatisch in das Eigentum der Eltern übergeht. Stößt den Eltern etwas zu und fällt das Gebäude auf dem elterlichen Grundstück in den Nachlass, ohne dass eine entsprechende testamentarische Vorkehrung getroffen wurde, könnte das „eigene Haus“ mitunter auch anderen gesetzlichen Erben, anderen Kindern, zufallen.

Was ist zu beachten, bevor ein Grundstück gekauft wird?

KINZER: Man sollte zunächst jedenfalls klären lassen, ob im Grundbuch so genannte Belastungen eingetragen sind. Sollte die Liegenschaft nämlich mit Pfandrechten, Grunddienstbarkeiten, Ausgedings-, Wohnungs(gebrauchs)rechte etc. belastet sein, ist es jedenfalls ratsam, die Immobilie einem genauen Experten-Check zu unterziehen. Unter anderem betrifft das etwa Zufahrts- und Zugangsrechte. Ratsam ist zudem, das Hochwasserkataster abzurufen und zu überprüfen, ob hier Gefahr ausgehend von Naturgewalten lauert.

Warum ist es so wichtig, das Objekt oder Grundstück auf Altlasten zu überprüfen?

KINZER: Es kann in einem Kataster festgeschrieben worden sein, dass man verpflichtet ist, eine Sackstraße instand zu halten, obwohl man nur einen kleinen Teil befährt. Es kann das Wegerecht für die Befahrung des Grundstücks durch einen Nachbarn oder die Errichtung eines Kanals betreffen. Wenn sich später herausstellt, dass eine Wasserleitung nur durch das Nachbargrundstück geleitet werden kann und man das Recht vorab nicht eingetragen hat, muss man oft mühsame Umwege in Kauf nehmen. So entstehen dann allenfalls auch Kosten, mit denen man nicht gerechnet hat und die man tragen muss.

Wie zeigen sich solche Tücken in der Praxis?

KINZER: Wir haben schon Fälle erlebt, bei denen ein „äußerst günstiges“ Grundstück erworben wurde, nur gab es keine gesicherte Zufahrt und somit auch keine Baubewilligung. In einem anderen Fall wurde eine Anzahlung bar auf die Hand geleistet, doch der Liegenschaftsverkäufer war mit einem Belastungs- und Veräußerungsverbot belegt und der Kauf konnte nicht durchgeführt werden.

Was raten Sie beim Kauf einer Eigentumswohnung?

KINZER: Beim Kauf einer Wohnung sollte unbedingt die zuständige Hausverwaltung befragt werden, ob Sanierungen oder andere Maßnahmen anstehen, die das ganze Wohnhaus betreffen. Auch wenn Sie eine Erdgeschoßwohnung erwerben, müssen Sie bei der Sanierung des Dachs mitzahlen. Wichtig wäre auch, sich zu erkundigen, über welche finanziellen Reserven die Hausgemeinschaft beziehungsweise der Instandhaltungsfonds verfügt.

 

 

Wie sollte ich mich auf das Notargespräche vorbereiten?

KINZER: Wichtig sind in einem ersten Schritt einmal die liegenschaftsbezogenen Daten, wie Adresse, Einlagezahl und Katastralgemeinde oder Grundstücksnummer, damit wir einen aktuellen Grundbuchsauszug machen und nachschauen können, ob dort Belastungen verzeichnet sind. Aber auch Projektunterlagen oder ein Anbot sollten gecheckt werden, bevor man etwas unterschreibt oder sich verpflichtet. Einfach alle Unterlagen mitbringen.

Auf welche Bedürfnisse über das eigentliche Immobiliengeschäft hinaus gehen Notarinnen und Notare noch ein?

KINZER: Da wäre eine ganz wichtige Frage zu nennen: Was zum Beispiel soll gelten, wenn der Haussegen einmal schief hängt? Was passiert bei einer Trennung oder Scheidung? Sind die Lebenspartner nicht verheiratet oder verpartnert, fällt mit dem Tod eines Partners der Anteil der Immobilie an die gesetzlichen Erben. Hier kann man über ein Testament für den Fall der Fälle Vorsorge treffen, damit der verbliebene Partner wohnen bleiben darf.

Wie wichtig ist Ihrer Erfahrung nach die Aufklärung über solche Themen?

KINZER: Sehr wichtig! Die Investition in eine Immobilie ist immer auch ein Anlass für eine nähere Betrachtung und vor allem Regelung der familiären Verhältnisse. Wir empfehlen unbedingt, einen Ehevertrag zu schließen. Ein solcher ist keineswegs unromantisch, sondern Beweis für die Verantwortung gegenüber dem Partner, wie auch den Kindern. Und auch für Lebensgefährten, die gemeinsam ein Eigenheim anschaffen, sind vertragliche Regelungen für den Fall der Trennung absolut sinnvoll. Schließlich ist der Kauf einer Immobilie die größte Investition im Leben der meisten Menschen. Als Notare sind wir von Berufs wegen verpflichtet, die Interessen aller Beteiligten zu berücksichtigen und eine für alle Seiten ausgewogene Lösung zu erarbeiten. Das schafft Sicherheit und Vertrauen und sorgt dafür, dass spätere, oft kostenintensive Streitigkeiten vermieden werden.

© Marija Kanizaj
Beitrag veröffentlicht am 12. August 2022

Schützen Sie sich: Betrugsmasche „falscher Polizist“

Immer wieder werden – meist bereits ältere – Personen in Österreich von sogenannten falschen Polizisten betrogen. Alles über die Betrugsmasche und wie Sie sich schützen können.

Was ist der falsche Polizeibeamte?

Bei dieser Betrugsmasche geben sich Betrügerinnen oder Betrüger am Telefon als Polizistinnen oder Polizisten aus und fragen unter verschiedenen Vorwänden die Opfer über ihre finanziellen Verhältnisse aus. Sie verlangen von den Opfern ihr Geld oder ihre Wertsachen an die „Polizei“ zu übergeben.
Weiter behaupten sie, eine Polizistin oder ein Polizist würde, meist in Zivilkleidung, vorbeikommen und das Geld oder die Wertsachen abholen.

Die Täter üben dabei einen massiven Druck aus und wirken einschüchternd, wodurch die Opfer schwer einen klaren Kopf bewahren können und so dazu gebracht werden, den Anweisungen der Täter zu folgen.
Außerdem behaupten die Täter, es sei wichtig niemanden von dem Anruf zu erzählen, um die Ermittlungen nicht zu gefährden. Zudem geben die Täter meist die Anweisung das Telefonat nicht zu beenden. So bleiben die Täter durchgehend in der Leitung und wissen dadurch über jeden Schritt der Opfer Bescheid.

TIPPS:

  • geben Sie keine Details über Ihr Vermögen preis
  • lassen Sie sich nicht unter Druck setzen – legen Sie auf!
  • lassen Sie keine Unbekannten in Ihre Wohnung
  • fordern Sie von angeblichen Amtspersonen einen Dienstausweis
  • übergeben Sie niemals Geld an Unbekannte
  • halten Sie Rücksprache mit Personen aus Ihrem persönlichen Umfeld
  • nehmen Sie Warnungen von Bankangestellten ernst
  • kontaktieren Sie die Notrufnummer 133 und fragen Sie nach,ob es diese Polizistin oder diesen Polizisten wirklich gibt

 

Die Top 3 der am meisten verwendeten Vorwände der „falschen Polizeibeamten“:

  • Die Tochter oder der Sohn war in Verkehrsunfall verwickelt und befindet sich in Haft. Eine Kaution sei nun zu bezahlen.
  • Einbrecher oder Räuber wurden im Umfeld der Opfer festgenommen und zum Schutz soll das Vermögen durch die Polizei vorläufig sichergestellt werden.
  • Bankangestellte sind in kriminelle Machenschaften verwickelt. Die Opfer sollen Bargeld am Bankschalter beheben und der Polizei zur Sicherung von Fingerabdrücken geben.

 

Haben Sie den Verdacht eines Betrugs? Rufen Sie sofort die Polizei unter 133

 

 

 

veröffentlicht am 9. August 2022

 

Make-up-Tipps für reifere Haut

Worauf ist beim Make-up zu achten, wenn die Haut keine 20 mehr ist? Sind ab 50 bei Lidschatten und Co. dezentere Farben angebracht oder darf es auch auffälliger sein? In unserem Schmink-Tutorial gibt es die Antworten!

Marlies Herbsthofer (55) schminkt sich nicht sonderlich gern. Für Abenteuer Alter machte sie eine Ausnahme und begab sich in die professionellen Hände der Visagistin Jamileh Gohiladeh. Sie gab beim Dior-Counter bei Kastner & Öhler Beauty-Tipps für die nicht mehr ganz jungen Haut.

Die richtige Hautpflege

„Wir reden nicht von Alter, sondern von Hauttypen“, stellt Jamileh Gohiladeh gleich zu Beginn klar und schmunzelt. Dazu prüft sie zunächst die Hautbeschaffenheit und empfiehlt die passende Pflege als Basis für den ganzen Tag. Die beinhaltet bei Marlies aus der Dior Prestige-Reihe ein Feuchtigkeitsserum, eine gute Augenpflege sowie eine Tagescreme mit Sonnenschutz. Die Augenpflege ist besonders wichtig, weil dort die Haut sehr fein ist und mehr Nahrung braucht.

 

Nur den Typ betonen

Beim Schminken beginnt Jamileh Gohiladeh bei den Augenbrauen. Weil diese den Augen einen Rahmen geben, sollten sie auf jeden Fall betont werden, bei Marlies erfolgte dies dezent mit einem Augenbrauenstift zur Formgebung und einem Gel zur Fixierung. Die Farbe des Lidschattens wiederum ist Geschmackssache: Soll er einen Kontrast zur Augenfarbe bilden oder mit dieser harmonieren? Ausprobieren! Wichtig sei, sagt Jamileh Gohiladeh, beim Kauf auf hochwertige Produkte zu achten, damit die Farbe nicht in den Augenfalten verrinnt. Unverzichtbar ist für die Visagistin der Kajal zur Betonung der Augen, unserer „Fenster zur Seele“. Der Lidstrich auf dem oberen Lid unterstreicht die Wirkung der Wimperntusche. Unter diese sollte unbedingt eine Grundierung, bei Dior nennt sich das Produkt „Maximizer“: Dieser sorgt für Volumen, Länge und Dichte, die Inhaltsstoffe sind pflegend und für die Wimpern wachstumsfördernd.

Sollte man ab 50 am Stil etwas ändern?

Sich anders schminken, nur weil man ein gewisses Alter erreicht hat, wäre kein guter Rat. Wer in puncto Make-up seinen Stil gefunden hat, soll diesen fortführen, sagt die Visagistin. Ändern sollte man lediglich die Hautpflegeprodukte, ältere Haut braucht reichhaltigere Pflege. Dasselbe gilt auch für das Make-up, für nicht mehr so glatte Haut gibt es eigene Produkte. Um zu verhindern, dass der Lippenstift in kleine Fältchen um den Mund entwischt, empfiehlt sich ein Konturenstift, auch bei der Verwendung von Lipgloss. Ein Tipp aus der Redaktion: Probieren Sie zu Ihrem neuen Make-up einmal größeren und auffälligeren Ohrschmuck!

 

von Daniela Müller
© Marija Kanizaj
Beitrag veröffentlicht am 03. August 2022