Omega-3-Fettsäuren

Bei den Produkten wie den Ölen handelt es sich um reine Naturprodukte. Die Produktion eines hochwertigen Öles findet in vier Schritten statt. Zuerst werden die Rohprodukte wie Leinsamen oder Kürbiskerne zerkleinert oder auch gequetscht. Damit werden die Samen und Kerne für die Erwärmung in der Wärmepfanne vorbereitet. Durch das Erwärmen lässt sich das wertvolle Öl leichter aus der Frucht in der Stempelpresse lösen. Die Stempelpresse ist ein mechanisches Kaltpressverfahren und schützt die wertvollen Inhaltsstoffe, da es ohne Zusatzstoffe auskommt.

Am Foto ist Julia Fandler zu sehen.
Julia Fandler, Geschäftsführerin der Ölmühle Fandler in Pöllau. © beigestellt

Im Hause Fandler verzichtet man zur Gänze auf die Filterung des Öles, man lässt das Öl je nach Sorte 3 bis 4 Wochen ruhen. In dieser Zeit können die feinen Schwebstoffe auf natürlichem Wege durch die Erdanziehungskraft zu Boden sinken, das Öl erhält dadurch seine Klarheit. Die Rohstoffe für die 20 Ölsorten werden mit größter Sorgfalt und höchster Qualität ausgewählt. Eines der Top-Produkte aus den Omega-3-Fettsäuren-Ölen ist das Leinöl. Durch das schonende Verfahren der Kaltpressung hat dieses Öl einen nussigen und zartherben Geschmack.

Essenzielle Fettsäuren

Das Öl glänzt nicht nur durch seinen hervorragenden Omega-3-Wert von 51 g je 100 ml, sondern auch durch die Verfügbarkeit einer 500-ml- und einer 1-Liter-Flasche. Die im Öl enthaltenen 63 g ungesättigten Fettsäuren tragen wesentlich zur Versorgung des Körpers mit den essenziellen Fettsäuren bei. Die ungesättigten Fettsäuren können vom Körper nicht selbst produziert werden und müssen mit der Nahrung aufgenommen werden. Omega-3-Fettsäuren wirken sich positiv auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder auch auf die Gehirnfunktion aus. Da das Leinöl ein reines Naturprodukt ist, das ohne Konservierungs- und Zusatzstoffe auskommt, sollte es im Kühlschrank gelagert und innerhalb von 3 Monaten verbraucht werden.

Der zurückbleibende Ölkuchen, welcher noch immer zwischen 15 und 19 Prozent Öl beinhaltet, wird zu Mehl weiterverarbeitet. Bei der Ölmühle Fandler sind somit nicht nur hochwertige Öle, sondern auch Mehle, Kerne, Saaten, Essige und Schokoladen erhältlich. Die Essige und die Schokoladen werden mit Partnerbetrieben wie Gölles und Zotter produziert.

 

Text: Vera Kowatschitsch

Foto: © beigestellt; Nayla Photograph / Shutterstock.com

Allergie – Sprechstunde

Die IGAV – Interessensgemeinschaft Allergenvermeidung veranstaltet zusammen mit der MedUni Wien die Allergie – Sprechstunde inklusive Online Webinar am 12. Juni 2025.

Am Foto ist eine ältere Frau zu sehen die auf einer Parkbank sitzt und durch die Pollenallergie hustet.
Die Schirmherrschaft hat die ÖGAI – Österreichische Gesellschaft für Allergologie und Immunologie.

Unter dem Motto „Vom Rätsel zur Diagnose und Hilfe – Unterstützung für Betroffene und Eltern“ startet die Online-Veranstaltung um 17:00 mit der Begrüßung durch Elisabeth Leeb und Erika Jensen-Jarolim.

Erika Jensen-Jarolim steht von 17:10 bis 17:35 zum Thema „Allergien: chronische Überempfindlichkeit und akute Symptome – schwere Formen im Fokus“ für die Teilnehmer zur Verfügung.

Ab 17:35 referiert Frau Eva Untersmayr-Elsenhuber zu „Überaktive Immunzellen – auf Spurensuche bei Mastzellaktivierungssyndrom“.

Werner Aberer gibt von 18:00 bis 18:25 Einblicke zu „Medikamentenallergie – vom Harmlosen Ausschlag bis zum lebensgefährlichen Schock“.

„Richtig reagieren im Notfall – auch in Schule und Kindergarten“ ist das Thema von Zsolt Szépfalusi von 18:25 bis 18:50

Die Allergie – Sprechstunde endet um 19:00. Das Live-Webinar wird aufgezeichnet und kann über ein Jahr nachgesehen werden.

Am Bild sieht man eine Frau im Freien die sich wegen ihrer Allergiesymptome die Nase putzt.
Knapp 22 Prozent aller Österreicher:innen leiden an einer Allergie.

Im Rahmen der Veranstaltung am 12. Juni 2025 werden auch Fragen beantwortet. Sie können Ihre Frage bereits im Vorfeld per E-Mail übersenden: info@allergievermeidung.org.

Unter www.meduniwien.ac.at/allergiesprechstunde können Sie kostenlos an der Veranstaltung teilnehmen.

Weitere Informationen zum Thema Allergie:

https://www.allergenvermeidung.org

https://www.polleninformation.at

 

Text: Vera Kowatschitsch

Foto: © voronaman / Shutterstock.com

Mobile Dienstleister – mit Herz

Wo Pflegeheime anhand bestehender Strukturen umfassend für die Bewohner:innen sorgen, hat man im privaten Bereich die Qual der Wahl. Viele Einsatzgebiete und Differenzierungen ergeben ein breites Spektrum an Leistungsanbietern. Unterstützung im Haushalt, Begleitung zum Arzttermin oder ein Gespräch gegen die Einsamkeit, hier ist für jeden etwas dabei.

Am Foto ist zu sehen wie die Pflegerin der Gepflegten beim Aufstehen hilft.
Die Heimhilfe leistet umfassende Unterstützung im Alltag, geben Sicherheit und entlasten die Angehörigen.

Heimhilfe

Die Leistungen der Heimhilfe zur Unterstützung in der Haushaltsführung werden von den Organisationen der Mobilen Pflege- und Betreuungsdienste/Hauskrankenpflege angeboten.

Tipp

Bei einem zusätzlichen Bedarf an Haushaltstätigkeiten (z. B. Woh­nungsputz, einfache Gartenarbeit) informieren Sie sich ggf. über die Mög­­lichkeit des Dienstleistungsschecks unter: www.dienstleistungsscheck-online.at

Einige Gemeinden bieten zusätzlich ehrenamtliche Einkaufs- und Bringdienste an, z. B. für Lebensmittel, Dinge des täglichen Bedarfs oder aus der Apotheke – erkundigen Sie sich bei Ihrem Gemeindeamt.
Services, die von Heimhilfen erbracht werden, sind z. B. Wäschepflege, Beheizen der Wohnung, Erledigung von Einkäufen, Zubereitung von kleinen Mahlzeiten (z. B. Frühstück), Reinigung des unmittelbaren persönlichen Lebensumfeldes.

Nicht im Leistungsumfang enthalten sind Wohnungsgroßputz, Leistungen für Angehörige, haustechnische Leistungen u. Ä.

Die betreuende Organisation ermittelt für Sie den zu leistenden Kostenanteil und informiert über mögliche Förderungen und Unterstützungen. Erkundigen Sie sich über Serviceanbieter bei Ihrem Gemeindeamt, der Pflegedrehscheibe Steiermark oder bei der Hauskrankenpflege.

Am Foto ist die junge Pflegerin mit der Gepflegten zu sehen.
Die mehrstündigen Alltagsbegleiter führen keine Pflegetätigkeiten durch. Sie begleiten außer Haus und wirken mit Gesprächen der Einsamkeit entgegen.

Mehrstündige Alltagsbegleitung

Als zusätzliches Leistungsangebot im Rahmen der Hauskrankenpflege in der Steiermark ist die mehrstündige Alltagsbegleitung vielfach bei Klient:innen unterwegs.

Die/der Alltagsbegleiter:in beaufsichtigt, unterstützt und begleitet ältere und pflegebedürftige Menschen für mehrere Stunden am Tag (z. B. Gespräche führen, gemeinsame Besuche, außerhäusliche Erledigungen). 

Alltagsbegleiter:innen führen keine medizinisch-pflegerischen Tätigkeiten oder Haushaltstätigkeiten aus. Bei Bedarf ist eine Fachkraft für die pflegerischen Tätigkeiten, die im Verlauf des Einsatzes anfallen, hinzuzuziehen. Die betreuende Organisation ermittelt für Sie den zu leistenden Kostenanteil und informiert über mögliche Förderungen und Unterstützungen. Fragen Sie hierzu bei Ihrem Gemeindeamt, der Pflegedrehscheibe Steiermark oder bei der Hauskrankenpflege.

Tipp

Der/die Alltagsbegleiter:in kann einen wertvollen Beitrag zur Entlastung der pflegenden Angehörigen darstellen. Die Alltagsbegleiter:innen verfügen über eine abgeschlossene Ausbildung zur Heimhilfe und Begleiten auch bei Behördenwegen.

Am Foto ist die Pflegerin zu sehen, die von der Gepflegten umarmt wird.
Die Besuchs- und Begleitdienste der Pfarren sin ehrenamtliche Mitarbeiter:innen.

Besuchs- und Begleitdienst

Der Isolation und der Einsamkeit sagen die ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen diverser privater sozialer Einrichtungen und Pfarren mit dem Besuchs- und Begleitdienst den Kampf an. 

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter:
innen begleiten bei Terminen außer Haus oder auch bei Spaziergängen. Ziel ist es, der Einsamkeit
entgegenzuwirken und die Eigenständigkeit von älteren Menschen zu fördern. Die Besuchsdienste beinhalten keine Pflege- und Haushaltstätigkeiten. 

Die Inanspruchnahme ist kostenlos. Die Finanzierung erfolgt meist durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Sponsorenmittel. Informationen zur Verfügbarkeit erhalten Sie bei Ihrem Gemeindeamt, Hauskran­kenpflegeorganisation oder Ihrer Pfarre.

Tipp

Häufigkeit, Dauer und Betreuungszeitpunkt werden direkt mit dem Anbieter vereinbart. Was ansteht, machen sich die Betreuungsperson und der/die Klient:in meist direkt aus.

Wichtiges

Weitere Informationen und kostenlose Beratung erhalten Sie HIER bei den Pflegedrehscheiben des Landes Steiermark.

 

Foto: © PeopleImages.com – Yuri A / Shutterstock.com

 

Dr. Riedl klärt auf – Übergewicht

Mehr als bloß ein paar Kilos zu viel auf der Waage: Adipositas ist eine chronische Erkrankung, bei der sich das Fettgewebe im Körper überdurchschnittlich vermehrt. Welche Macht die Gene haben und welche Strategien Wirkung zeigen.

Am Bild ist Dr. Matthias Riedl, Ernährungs-Doc zu sehen.
Eine pflanzenbasierte Ernährung als auch regelmäßige Bewegung sind für einen gesunden Körper so notwendig wie das tägliche Zähneputzen. © Andreas Sibler

Das Problem mit Übergewicht ist weit verbreitet: Bei 35 Prozent der Erwachsenen hierzulande zeigt die Waage mehr als bloß ein paar Kilos zu viel an. Sie haben einen Body-Mass-Index (BMI) von 25 und höher – einem Wert, der das Körpergewicht ins Verhältnis zur Körpergröße setzt. Rund 17 Prozent leiden an Adipositas, einer chronischen Ernährungs- und Stoffwechselstörung. Nach der aktuell gültigen Definition der Weltgesundheitsorganisation liegt eine Adipositas bei Menschen ab einem BMI von 30 vor. 

Allerdings ist es auch mit einem vermeintlich niedrigen BMI möglich, dass die Verteilung von Körperfett gesundheitsschädlich ist. Denn es macht einen wesentlichen Unterschied, wo Fettgewebe abgespeichert wird. Daher wird derzeit auch diskutiert, ob für eine Diagnose nicht eine grundsätzliche Erhebung weiterer Daten zum Körperfett wichtig wäre – etwa Messungen zum Taillenumfang, dem Verhältnis Taille zu Hüfte oder Taille zu Körpergröße. Der Body-Mass-Index steht schon länger in der Kritik, allein zu wenig aussagekräftig in Bezug auf Adipositas zu sein. Das bestätigt auch Ernährungsmediziner Matthias Riedl. „Derzeit läuft die Definition noch streng über den BMI. Man kann jedoch einen relativ normalen BMI und dennoch einen großen Bauch haben. Daher wird man wohl künftig weitere Parameter wie den Bauchumfang mit einbeziehen.“ 

Am Bild ist eine ältere Dame, ein älterer Mann und ein Hund beim Spaziergang zu sehen.
Bei älteren Menschen ist der Energiebedarf um ein Drittel reduziert. © PeopleImages.com – Yuri A / Shutterstock.com

Epigenetischer Code

Welche Risikofaktoren liegen einer Adipositas überhaupt zugrunde? Genetik und Epigenetik spielen einmal mehr eine essenzielle Rolle. „Es gibt eine starke genetische Disposition für die Erkrankung“, führt der Mediziner aus. Werdende Eltern stellen bereits durch ihren eigenen Lebensstil die Weichen für die Entwicklung ihrer Kinder. Der sogenannte epigenetische Code bestimmt mit, welche Gene im Erbgut aktiviert werden und welche nicht. „Kinder können eine höhere Neigung dazu haben, übergewichtig zu werden, wenn der Vater bei der Zeugung und die Mutter in der Schwangerschaft übergewichtig waren. Das wirkt ein Leben lang nach. Es gilt übrigens in gleicher Weise für Unterernährung.“ 

Im Rahmen der familiären Sozialisierung werden Ernährungsgewohnheiten von den Eltern weitergegeben, der selbst gewählte Lebensstil jedes und jeder Einzelnen von uns trägt dann noch das Seine dazu bei. Mit der zunehmenden Zahl an Lebensjahren steigt das Risiko einer Fettleibigkeit deutlich. „Je älter wir werden, desto geringer ist die sportliche Intensität, es werden auch keine Nächte mehr durchgetanzt. Dazu kommen Einschränkungen in den Gelenken, auch hier wird der Bewegungsradius vermindert.“ Darüber hinaus ist der tägliche Energiebedarf anders zu bewerten: „Bei älteren Menschen ist er um ein Drittel reduziert, beträgt also nur noch rund 70 Prozent des Energiebedarfs eines 20-Jährigen“, klärt Riedl auf.

Am Foto sind verschiedene Gemüsesorten zu sehen.
Mit einem Konsum von 500 Gramm Gemüse pro Tag hat man gute Chancen, sein Gewicht halten zu können. © Framarzo / Shutterstock.com

Klassische Fallen

Was sind denn nun klassische Fallen, die im Laufe der Jahre zu unkontrollierter Gewichtszunahme führen? Tatsächlich braucht es erhöhte Sensibilität dafür, was man für gewöhnlich Tag für Tag zu sich nimmt. Häufig spielen Fertiggerichte auf dem Menüplan eine viel zu große Rolle. „Ich würde komplett auf hochverarbeitete Lebensmittel verzichten. Denn hierbei kommen unterschiedliche Zuckerarten zum Einsatz – nicht zuletzt vor allem Fruchtzucker, der zu einer deutlichen Zunahme des Bauchfetts führt. Mit einem Konsum von 500 Gramm Gemüse pro Tag hat man gute Chancen, sein Gewicht halten zu können.“ Wer öfter einmal im Restaurant isst, sollte auch dort darum bitten, den zumeist viel zu hohen Gehalt an Kohlenhydraten in den Gerichten zu reduzieren. Weniger Fleisch und Kartoffel, dafür mehr Gemüse lautet die Devise, „das ist eine wichtige Maßnahme“.

Begleitend braucht es körperliche Aktivität: „Man muss sich klar vor Augen halten, dass sowohl eine pflanzenbasierte Ernährung als auch regelmäßige Bewegung für einen gesunden Körper so notwendig wie das tägliche Zähneputzen sind“, betont Riedl, „es muss nicht notwendigerweise immer eine Sporteinheit sein. Spaziergänge sind eine gute Basis. Wanderungen, Touren durch den Wald oder Nordic Walking leisten gerade im höheren Alter viel Gutes.“

Am Foto ist eine Yoga-Gruppe zu sehen.
Neben möglichem Gewichtsverlust kann Sport auch die Stimmung heben und die Gangsicherheit verbessern. © Ground Picture / Shutterstock.com

Neue Gewohnheiten

Sind die ersten Schritte zur Umsetzung in Richtung einer gesünderen Ernährungsweise und mehr Bewegung getan, ist bereits viel gewonnen. Allerdings wird das Durchhaltevermögen auf diesem Weg immer wieder auf eine harte Probe gestellt und das Risiko, in alte Verhaltens- und Ernährungsmuster zu verfallen, besteht. Wie wird man dem eigenen Schweinehund am besten Herr? „Wer früher schon Sport gemacht hat, der sollte wieder an seine alten Sportgewohnheiten anknüpfen“, rät Riedl, „denn sie haben ja bereits einmal Spaß gemacht. Verabredet man sich zudem mit anderen zu Aktivitäten, pflegt man gleichzeitig die soziale
Gemeinschaft. Das hilft wiederum dabei, neue Gewohnheiten beizubehalten.“ 

So kann es nicht nur gelingen, das Gewicht Schritt für Schritt zu reduzieren und besser zu halten, sondern damit auch die Stimmungslage zu heben, das Immunsystem zu stärken und die Gangsicherheit zu verbessern – letztere ist gerade im Alter ein gewichtiges Problem, da die Wahrscheinlichkeit für Stürze zunimmt. Die Erkenntnis, dass man sich aufgrund all dieser Maßnahmen wohler fühlt als vorher, ist besonders hilfreich – und ebnet den Weg für weitere Erfolge.

 

Text: Elke Jauk-Offner

Foto: © Andreas Sibler; nadianb / Shutterstock.com; PeopleImages.com – Yuri A / Shutterstock.com; Ground Picture / Shutterstock.com, Framarzo / Shutterstock.com

Rezept Dr. Riedl – Diabetiker

Gedämpftes Gemüse mit weiße-Bohnen-Hummus

pro Portion: ca. 485 kcal | 16 g EW | 33 g F | 28 g KH

vegan • laktosefrei • glutenfrei 

 

Für 2 Personen, 30 Min. Zubereitung

Am Foto ist ein Teil des Originalbildes aus dem Buch von Dr. Matthias Riedl zu sehen.
Das Rezept stammt aus dem Buch „Heilen Sie Ihren Diabetes“ vom Spiegel Bestseller-Autor Dr. Matthias Riedl. © Gräfe und Unzer / Grossmann & Schürle

 

Zutaten

2 kleine Möhren, 200 g grüne Bohnen (frisch oder TK), 300 g weiße Bohnen (aus der Dose), 1 kleiner Fenchel, 1 Knoblauchzehe und 1 EL heller Sesam

2 EL helles Tahin (Sesampaste), ½ Zitrone, 3–4 EL Olivenöl, 3 Stängel Petersilie, 1 TL gemahlener Kreuzkümmel, Salz und Pfeffer

 

Zubereitung

  1. Die Möhren mit der Gemüsebürste gründlich waschen und längs halbieren. Grüne Bohnen putzen und waschen (TK-Ware rechtzeitig auftauen lassen). Den Fenchel putzen, waschen, halbieren und den harten Strunk entfernen, Fenchel in dünne Scheiben schneiden.
  2. Möhren, grüne Bohnen und Fenchel mit etwas Salz in einen Dämpfeinsatz geben. In einem Topf ausreichend Wasser aufkochen und den Dämpfeinsatz hineinstellen. Das Gemüse zugedeckt ca. 15 Min. garen. (Wer keinen Dämpfeinsatz hat, kann auch ein hitzefestes Sieb in den Topf stellen.)
  3. Inzwischen für den Hummus die weißen Bohnen in einem Sieb abbrausen und abtropfen lassen. Mit dem Tahin in einen hohen Rührbecher geben. Den Knoblauch schälen, vierteln und hinzufügen. Die Zitrone auspressen, den Saft mit 2 EL Öl, Kreuzkümmel, etwas Salz und Pfeffer zu den Bohnen geben und alles mit dem Pürierstab fein pürieren.
  4. Den Sesam in einer beschichteten Pfanne ohne Fett bei kleiner Hitze ca. 5 Min. leicht rösten, herausnehmen und abkühlen lassen. Die Petersilie waschen, trocken tupfen, die Blätter abzupfen und grob hacken.
  5. Zum Servieren das Gemüse auf Teller verteilen und den Hummus danebensetzen. Alles mit Sesam und Petersilie garnieren und mit dem restlichen Öl beträufeln.

Cover des Buches von Dr. Matthias Riedl, Heilen Sie ihren Diabetes.
Das Buch bietet auch für Typ-1-Diabetiker Hilfestellung an. © Gräfe und Unzer / Grossmann & Schürle

Buchbeschreibung „Heilen Sie Ihren Diabetes“

Dass Diabetes nicht heilbar ist, gehört der Vergangenheit an. Die aktuellen Forschungen zei­gen, dass in vielen Fällen eine Lebensstiländerung eine Heilung von Typ-2-Diabetes ermöglicht. Im Medicum Hamburg wird die in diesem Buch beschriebene Ernährungstherapie von Dr. Matthias Riedl erfolgreich bei Diabetiker:innen angewendet. Selbst die Insulindosis konnte bei Typ-1-Diabetes teilweise verringert werden. Ein leicht zu lesend­­er Begleiter für Diabetiker:innen, welche sich der Krankheit nicht ergeben wollen inklusive Genuss-Rezepten für ein entspanntes Leben.

ISBN 978-3-8338-7568-7 • 240 Seiten , € 27,95

Diabetes Typ 2

Diabetes ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, bei der der Körper Schwierigkeiten hat, den Nahrungsbaustein Glukose (Zucker) aus dem Blut als Energieträger in die Zellen zu befördern. Ein Alter von mehr als 45 Jahren, ein großer Bauchumfang, zu hoher Blutdruck, eine Fettstoffwechselstörung, zu hoher Nüchternblutzucker, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bewegungsmangel in Kombination mit unausgewogener Ernährung, Rauchen, Stress, Vererbung – die Risikofaktoren für Typ-2-Diabetes sind vielfältig. Die Zellen reagieren dann nicht mehr adäquat auf das im Körper produzierte Hormon Insulin. Das führt zu einer Überbelastung der Bauchspeicheldrüse und einem zu hohen Insulingehalt im Blutkreislauf. 

 

Text Rezept: Gräfe und Unzer

Text: Vera Kowatschitsch, Elke Jauk-Offner

Foto: © Gräfe und Unzer / Grossmann & Schürle

Pflege im Gespräch – Andreas Herz

Andreas Herz, MSc, ist Obmann der Fachgruppe Personenberatung und Personenbetreuung in der Wirtschafts­kammer Steiermark und des österreichweiten Fachverbands sowie Vizepräsident der WKO Steiermark.

Andreas Herz MSc., Vizepräsident der Wirtschaftskammer Steiermark, Obmann der Fachgruppe Personenberatung und Personenbetreuung.
Andreas Herz MSc., Vizepräsident der Wirtschaftskammer Steiermark, Obmann der Fachgruppe Personenberatung und Personenbetreuung.

Positives Überwiegt

Herr Fachgruppenobmann, die 24-Stunden-Betreuung gerät auch im­mer wieder in die Kritik. Wie bewerten Sie diesen Umstand?

Andreas Herz, MSc: Wie überall gibt es sicher auch in diesem Bereich einzelne schwarze Schafe und Graubereiche. Doch die Tatsache, dass viele Tausend Österreicherinnen und Österreicher quer durchs Land tagtäglich mit viel Sachverstand und Einfühlungsvermögen rund um die Uhr betreut werden und sich gemeinsam mit ihren Angehörigen auf ihre Betreuungspersonen verlassen können, stellt dieser Form der Betreuung ein hervorragendes Zeugnis aus. Jeder und jede kennt doch auch diese positiven Erzählungen aus dem Bekannten- oder Verwandtenkreis. Da entstehen echte menschliche Bindungen. Also: Insgesamt ist die Betreuung durch selbstständige Betreuungspersonen und deren Vermittlung durch Agenturen als eine über Jahrzehnte gewachsene, bewährte und auf lange Sicht unverzichtbare Säule der Betreuung vorwiegend alter Menschen ein absolutes Erfolgsmodell. Sie bietet beiden Seiten unbestritten enormen Mehrwert: den Betreuten und ihren Angehörigen die Sicherheit einer verlässlichen und leistbaren Betreuung in den eigenen vier Wänden – das ist alternativlos.

Am Foto ist die betreute Person und ihre Betreuerin zu sehen. Die Betreute trinkt aus einer Tasse.
Die Top-3.Herkunftsländer der Personenbetreuer sind Rumänien, Kroatien und Slowakei. © New Africa / Shutterstock.com

Die Aussichten

Wird dieses System auch in Zukunft Bestand haben?

Herz: Die Nachfrage nach dieser Form der Betreuung wird angesichts der demografischen Gegebenheiten weiter massiv steigen. Träumereien, Betreuungspersonen zum Beispiel irgendwann einmal durch Betreuungsroboter ersetzen zu können, entbehren jeglicher Realität und lassen auch Menschlichkeit und Empathie vermissen. Als Gesellschaft tun wir gut daran, dieses System zu stärken und weiter zukunftsfit zu machen. Dabei gilt es, beide Seiten – Qualität und Leistbarkeit auf der einen, Attraktivität und Fairness auf der anderen – im Auge zu behalten. Dafür sind auch die entsprechenden politischen und gesellschaftlichen Initiativen zu ergreifen bis hin zu angemessenen Förderungen und deren kontinuierlicher Anpassung. Denen, die in der 24-Stunden-Betreuung empathisch und verlässlich ihrer Tätigkeit nachgehen, gebührt darüber hinaus Anerkennung und Wertschätzung.

Am Foto ist die Betreuerin mit der Betreuten in der 24-Stunden-Pflege zu sehen.
2024 sorgten 211 aktiv gewerbeberechtigte Agenturen für die Vermittlung. © New Africa / Shutterstock.com

Betreuung im Gespräch

Mehr als 11.500 selbstständige Betreuungspersonen sind (Stand Ende 2024) in der Steiermark mit aktiver Gewerbeberechtigung tätig. Die Top-3-Herkunftsländer: Rumänien, Kroatien, Slowakei. 211 aktiv gewerbeberechtigte Agenturen sorgten für die Vermittlung. Zwischen Betreuten und Betreuenden wird ein Betreuungsvertrag geschlossen. Für Abgaben zur Sozialversicherung und Steuerleistungen sind Selbstständige selbst verantwortlich.

Mit ÖQZ24 wurde ein österreichisches Qualitätszertifikat für Vermittlungsagenturen in der 24-Stunden-Betreuung geschaffen, für das sich Agen-turen auf Wunsch freiwillig zertifizieren lassen können. Seit 2024 wird auf Initiative des Fachverbands für Personenberatung und Personenbetreuung jährlich der „Daheim betreut Award“ verliehen. Nach einem Voting werden im Rahmen einer festlichen Veranstaltung stellvertretend 18 selbstständige Betreuungspersonen (2 pro Bundesland) ausgezeichnet. Damit soll auch ein öffentliches Signal der Wertschätzung für diese bedeutende Tätigkeit gesetzt werden.

 

Weiter Informationen zur 24-Stunden-Betreuung:

www.daheimbetreut.at

Hier finden Sie alle steirischen Vermittlungsagenturen, Stand März 2025:

Steirische Agenturen

 

Entgeltliche Einschaltung

Foto: © New Africa / Shutterstock.com; beigelstellt

Medizin im Wandel – PatientInnenportal

Im April 2025 fand in Wien der erste Kongress des PatientInnenportals „Medizin im Wandel- von Prävention bis KI“ statt. An diesem Tag widmete man sich intensiv den Fortschritten und den aktuellen medizinischen Herausforderungen. Das Themenspektrum reichte von genetisch bedingtem Krebs, künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen bis hin zur Ernährung bei Prädiabetes.

Am Foto ist Fr. Dr. Andrea Kdolsky bei ihrem Vortrag "Chronischer Schmerz" zu sehen.
Fr. Dr. Andrea Kdolsky bei ihrem Vortrag „Chronischer Schmerz“. © Daniela Busic, Patientinnenportal

Die Kongressbesucher:innen konnten ganztägig kostenlos die Vorträge der hochkarätigen Expert:innen wie Univ. Prof. Dr. Christian Singer, Dr.in Andrea Kdolsky und Ao. Univ.-Prof. Dr. Richard Crevenna besuchen und sich umfassend informieren. Auch eine Online – Teilnahme war möglich.

Am Foto sind Fr. Mona Elzayat und Fr. Prim. Priv.-Doz. Dr. Robab Breyer-Kohansal zu sehen.
Die Obfrau der Plattform PatientInnenportal zusammen mit Fr. Prim. Priv.-Doz. Dr. Robab Breyer-Kohansal. © Daniela Busic, Patientinnenportal

Damit die umfassenden Informationen dieses Tages nicht verloren gehen, wurden die Expert:innen-Vorträge auch als Videos aufgenommen.

Hier gelangen Sie zu den Einzelvideos

 

Weitere Informationen:

www.patientinnenportal.at

https://www.youtube.com/@monaelzayat/videos

Podcast-Interviews: https://open.spotify.com/show/47mbpvXz6RWCIfS8C2jzIW

 

Text: Vera Kowatschitsch

Foto: © Matej Kastelic / Shutterstock.com; Daniela Busic, Patientenportal

Krankenhausentlassung – Alles dabei?

Vor der Entlassung aus dem Krankenhaus können für Patient:innen und Angehörige viele Fragen und Probleme auftreten. Eine gut vorbereitete Entlassung (z. B. nach einem Schlaganfall, Herzinfarkt oder Sturz) erleichtert für alle Betroffenen den Übergang vom Krankenhaus in den häuslichen Bereich.

  1. Fragen Sie nach dem Entlassungstermin.
  2. Erkundigen Sie sich nach Koordinationsstellen, die Sie bei der weiteren Organisation unterstützen können.
  3. Holen Sie sich Informationen und Beratung von der Pflegedrehscheibe.
  4. Nehmen Sie Kontakt mit der Versorgungskoordination Ihrer Krankenversicherung auf.
  5. Diese unterstützen und informieren umfassend (z. B. zu Verordnungen, Heilbehelfe etc.).
  6. Informieren Sie Ihre/n Hausärztin/-arzt über die bevorstehende Entlassung.
  7. Überlegen Sie, ob die häusliche Pflege direkt nach der Entlassung ausreichend ist bzw. klären Sie die Möglichkeit einer Kurzzeitpflege ab.
  8. Klären Sie, ob die Möglichkeit einer Rehabilitationseinrichtung oder einer Akutgeriatrie/Remobilisation besteht. 
  9. Klären Sie, bei welchen alltäglichen Dingen Sie Unterstützung benötigen und kontaktieren Sie den Unterstützungsdienst.
  10. Organisieren Sie ggf. andere  Unterstützungsdienste (z. B. Palliativteam, Hospiz etc.).
  11. Klären Sie offene Fragen (z. B. Ernährung/Diät, Bewegung) im Krankenhaus.
  12. Organisieren Sie die erforderlichen Hilfsmittel (z. B. Betteinlagen, Gehhilfen etc.).
  13. Veranlassen Sie entsprechende Wohnungsadaptierungen (z. B. Haltegriffe, Teppichfixierung).
  14. Suchen Sie um finanzielle Unterstützungsleistungen an (z. B. Erstantragstellung bzw. Neueinstufung für Pflegegeld, Rezeptgebührenbefreiung).
  15. Klären Sie alle Fragen zur Weiterbehandlung, (z. B. Medikamentengaben, notwendige Rezepte, Pflegeprodukte).
  16. Stellen Sie sicher, dass Sie einen Entlassungsbrief für Ihre/n Hausärztin/-arzt erhalten.
  17. Bei einer Entlassung vergewissern Sie sich, dass Ihnen die notwendige ärztliche Anordnung für die rezeptpflichtigen Medikamente oder Anordnungen für die Hauskrankenpflege mitgegeben werden.
  18. Organisieren Sie die Abholung aus dem Krankenhaus.
  19. Suchen Sie als pflegende:r Angehörige:r bei Berufstätigkeit beim Arbeitgeber um eine Pflegefreistellung an.
  20. Als pflegende:r Angehörige:r können Sie für einen befristeten Zeitraum Pflegekarenz oder Pflegeteilzeit mit Ihrem Arbeitgeber schriftlich vereinbaren.

 

Foto: © David Gyung / Shutterstock.com; YAKOBCHUK VIACHESLAV / Shutterstock.com; 

Hilfswerk Steiermark – Mobile Pflegedienste

Das Hilfswerk Steiermark bietet mit seinen mobilen Pflege- und Betreuungsdiensten eine wichtige Stütze für Menschen, die in den eigenen vier Wänden auf Hilfe angewiesen sind. Ziel ist es, den Betroffenen ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen und gleichzeitig Angehörige zu entlasten. Von der Hauskrankenpflege über Alltagsbegleitung bis hin zur palliativen Betreuung deckt das Hilfswerk eine breite Palette an Dienstleistungen ab, die individuell auf die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten abgestimmt sind.

Pflege zu Hause

Die Hauskrankenpflege ermöglicht eine professionelle pflegerische Versorgung direkt in den eigenen vier Wänden. Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen und Pflegeassistent:innen übernehmen unter anderem Verbandswechsel, Injektionen, Medikamentenverabreich­ung und körperliche Pflege.

Am Foto sind ein männlicher Pfleger und eine weibliche Pflegerin mit Pflegetasche und Auto zu sehen.
Die mobilen Dienste des Hilfswerk Steiermark ermöglichen ein weitgehend selbstbestimmtes Leben und entlasten Angehörige. © Hilfswerk

Unterstützung im Alltag

Wer Hilfe im Haushalt benötigt, kann auf die Heimhilfe und Alltagsbegleitung des Hilfswerks zurückgreifen. Diese umfassen Tätigkeiten wie Einkäufe, Essenszubereitung, Reinigungsarbeiten oder gemein­same Spaziergänge und die Förderung sozialer Kontakte.

Pflegeberatung für Angehörige

Viele Angehörige stehen vor der Herausforderung, die Pflege eines Familienmitglieds zu organisieren. Hier bietet das Hilfswerk kostenlose Pflegeberatungen an, die über Pflegegeld, mobile Dienste und weitere Unterstützungsmöglichkeiten informieren.

Spezialisierte Betreuung für Kinder

Mit dem Mobilen Kinderkrankenpflegedienst (MoKidi) erhalten Familien mit schwer oder chronisch erkrankten Kindern professionelle Unterstützung. Speziell geschulte Pflegekräfte kümmern sich um die pflegerische und medizinische Versorgung der jungen Patientinnen und Patienten im häuslichen Umfeld. Zusätzlich hilft der Familienentlastungsdienst, Eltern von Kindern mit besonderen Bedürfnissen zu unterstützen.

Palliativbetreuung für schwerkranke Menschen

In Kooperation mit der KAGes bietet das Hilfswerk mobile Palliativbetreuung an. Dabei stehen die Linderung von Beschwerden sowie die Begleitung in der letzten Lebensphase im Fokus – in einer vertrauten Umgebung und mit professioneller Unterstützung.

 

Kontakt und weitere Informationen:

0316 / 31 81 31

www.hilfswerk.at/steiermark

office@hilfswerk-steiermark.at

 

Entgeltliche Einschaltung

Foto: © Hilfswerk, Ground Picture / Shutterstock.com

Dr. Matthias Riedl – Diabetes Heilen

Das Risiko an Diabetes Typ 2 zu erkranken, steigt mit dem Alter deutlich. Eine Änderung ungesunder Lebensgewohnheiten kann nicht nur einer Erkrankung vorbeugen, sondern in rund 80 Prozent eine Heilung ermöglichen, betont Ernährungsmediziner Matthias Riedl. 

Am Bild ist Dr. Matthias Riedl, Ernährungs-Doc zu sehen.
Dr. Matthias Riedl, Facharzt und Ernährungs-Doc im TV, klärt im Interview mit „Abenteuer Alter“ über Diabetes 2 und die Ernährung auf. © Andreas Sibler

In Österreich leben rund 800.000 Menschen mit Diabetes, damit leidet jeder oder jede Zehnte daran. Zumindest ein Drittel der Betroffenen weiß allerdings nichts davon. Die Statistik führt die Dimension vor Augen: Alle 50 Minuten stirbt laut der Österreichischen Diabetes Gesellschaft ein Mensch an den Folgen von Diabetes. Das sind 10.000 Menschen im Jahr – und damit sind es jährlich mehr Todesfälle als durch Darm- oder Brustkrebs. Auch im Straßenverkehr versterben wesentlich weniger Personen.  

Am Foto sind Linsen, Erbsen, Bohnen und diverse weitere Saaten zu sehen.
Gemüse und Hülsenfrüchte liefern wichtige Inhaltsstoffe und sind hervorragende Waffen gegen den Diabetes. © nadianb / Shutterstock.com

Rund 90 Prozent aller Erkrankten leiden an Typ 2 Diabetes. Vor allem in der Altersgruppe über 65 Jahre steigt das Risiko dafür deutlich. Eine frühe Diagnose ist deswegen so wichtig, weil Diabetes Typ 2 über lange Zeit keine Symptome macht. Die Krankheit führt aber zu schwerwiegenden Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlag­anfall, Nierenversagen, Erblindung oder Nervenschädigungen. Das Erkrankungsrisiko wirkt zudem über Generationen. Die genetische Belastung, erklärt Ernährungsmediziner Matthias Riedl, ist global gesehen in Regionen mit Mangelernährung am größten. „War die Mutter in der Schwangerschaft einem Mangel ausgesetzt, so tut sich aber auch ein sogenanntes epigenetisches Risiko auf.“ 

Eine umso gewichtigere Rolle kommt der Prävention zu – gerade durch einen gesunden Lebensstil kann man Diabetes Typ 2 aktiv vorbeugen. Der westliche Ernährungsstil mit dem Konsum von einem hohen Maß an Zucker, wenig Gemüse und vielen hochverarbeiteten Produkten in Kombination mit einem Mangel an Bewegung wirkt sich negativ auf die Gesundheit aus, gibt Riedl zu bedenken. Dabei gelte es vor allem an diesem Punkt anzusetzen, um einer Erkrankung entgegenzuwirken, sie zu lindern oder überhaupt zu heilen.

Alleskönner Gemüse

Die Diagnose bedeutet zunächst einen emotionalen Ausnahmezustand. „Diabetes Typ 2 ist aber in rund 80 Prozent der Fälle heilbar.  In erster Linie durch die richtige Ernährung, in zweiter Linie durch regelmäßige Bewegung, Sport und Muskelaufbau. Je früher wir es erkennen, desto besser sind die Chancen“, betont der Mediziner. Als einen der wesentlichen Hebel in der Ernährung führt er den Gemüsekonsum an. „Von einer diabeteshemmenden Wirkung wissen wir insbesondere bei Hülsenfrüchten. Dieser Effekt wird durch einen viel zu geringen Gemüseanteil auf unserem Speiseplan allerdings nicht ausgeschöpft.“ Dahingegen sind unsere täglichen Menüs häufig reich an Kohlenhydraten und tierischen Fetten. Fertigprodukte liefern dem Körper zudem nicht das, was er braucht – sie sind nahezu frei von Omega-3-Fettsäuren und Ballaststoffen, die so wichtig für die Darmflora sind. 

Die Folgen: Fruktose begünstigt Fettablagerungen in der Leber, sogenanntes Viszeralfett legt sich im Bauch um innere Organe. Es schädigt Blutgefäße und wirkt sich ungünstig auf den Blutzuckerspiegel aus. Pflanzliche und ballaststoffreiche Lebensmittel, auch Vollkornprodukte, können die Darmflora und den Blutzuckerspiegel dagegen stabilisieren. Eine Grundregel der von Dr. Riedl propagierten „artgerechten“ Ernährung lautet: Der halbe Teller muss voller Gemüse sein.

Am Foto ist Dr. Matthias Riedl zu sehen.
Von der Vorstufe der Diabetes, der Prädiabetes sind rund fünf bis sechs Prozent der Bevölkerung betroffen. © Andreas Sibler

Rhythmus einhalten

Darüber hinaus ist ein strukturierter Tagesablauf nicht zu unterschätzen. „Tatsächlich ist es so, dass sowohl die Darmflora als auch der Stoffwechsel und der Schlaf von einem regelmäßigen Rhythmus profitieren“, unterstreicht Riedl. Ist beispielsweise die Schlafqualität schlecht, werden im Körper Stresshormone ausgeschüttet, was sich wiederum negativ auf den Blutzuckerspiegel auswirkt. Ein weiterer bedeutsamer Aspekt ist der Muskelaufbau. „Die Muskulatur ist der Feind des Fettgewebes. Während Fettgewebe im Bauch das Diabetesrisiko erhöht, kann die Muskulatur es senken.“ Denn durch regelmäßiges Krafttraining werden die Muskeln beansprucht, so kann mehr Glukose in den Zellen aufgenommen werden und der Blutzuckerspiegel sinkt.

Diabetes Typ 2 beginnt nicht erst mit der Diagnose. Von der Vorstufe Prädiabetes sind rund fünf bis sechs Prozent der Bevölkerung betroffen, sie macht sich bereits durch einen höheren Blutzuckerspiegel bemerkbar. Häufiger ist diese Vorstufe bei Personen mit Übergewicht, erhöhten Blutfetten und Bluthochdruck zu finden. Die Bestimmung des Langzeit-Zuckerwertes HbA1c kann Aufschluss darüber geben. Hohe Hba1c-Werte entstehen durch zu hohe Glukosewerte im Blut über einen längeren Zeitraum, Hba1c wird daher auch als sogenanntes „Blutzuckergedächtnis“ bezeichnet. „Jeder, der Familienangehörige mit Diabetes hat, sollte den Nüchternblutzucker und den Langzeitwert HbA1c ein- bis zweimal jährlich testen lassen. Steigen die Werte langsam, aber sukzessive, so erhöht sich das Diabetes-Risiko, selbst wenn sich die Werte noch im Normbereich befinden. Die Tendenz ist wesentlich“, sagt Riedl.

Am Foto sind verschiedene Gemüsesorten zu sehen.
Ein gut überlegter Weg zur Lebensstiländerung mit festgelegten Prioritäten ist bereits der erste Schritt in die richtige Richtung. © Framarzo / Shutterstock.com

Nichts überstürzen

Der beste Zeitpunkt, seinen Lebensstil und seine Ernährung zu ändern, ist: jetzt. Riedl rät jedoch nicht zu überstürzten Ambitionen: „Man sol­l­­­te nicht versuchen, alles auf einmal zu verändern oder eine Radikaldiät zu machen. Wenn man sehr viel Zucker zu sich nimmt, kümmert man sich zuerst einmal darum. Wenn man viel zu wenig Gemüse isst, setzt man anfangs in diesem Bereich an.“ Noch immer gilt es, viel Aufklärung zu leisten: „Wir laufen der Prävention hinterher. Wir essen uns krank. Es gibt derzeit an die 100 Erkrankungen, die durch falsche Ernährung entstehen – allen voran Diabetes Typ 2.“ Mit diesem Wissen sollte man die kommenden Mahlzeiten auf dem persönlichen Speiseplan kritisch betrachten.

Text: Elke Jauk-Offner

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