Mobil vor stationär

Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß über Wege der Entlastung in der Pflege, das neue Steiermark Tarifmodell zur Leistbarkeit von mobiler Unterstützung, die ausgerufene Bewegungsrevolution und das geflügelte Wort des alten Baumes, den man nicht verpflanzt.

Welchen Stellenwert haben mobile Angebote im Gesamtfeld der Pflege?
Meine Oma sagte immer: „Einen alten Baum verpflanzt man nicht.“ Mobile Pflege- und Betreuungsdienste sind der zentrale Baustein für die Zukunft im Pflegebereich. Pflege- und betreuungsbedürftige Menschen können in ihrer vertrauten Umgebung bedarfsgerecht und individuell versorgt werden. Pflegende Angehörige werden von Pflegefachkräften bei der medizinischen Versorgung oder alltäglichen Aktivitäten unterstützt. Zugleich werden stationäre Einrichtungen durch die Pflege und Betreuung zu Hause entlastet. 

Wie ist die Steiermark in diesem Bereich aufgestellt?
Die mobilen Pflege- und Betreuungsdienste werden von immer mehr Personen in Anspruch genommen. Damit dieser Aufwärtstrend weitergeht und mobile Dienste für alle Steirerinnen und Steirer leistbar sind, haben wir im Juli 2023 das „Steiermark Tarifmodell“ eingeführt. So ist sichergestellt, dass jede:r sich mobile Pflege leisten kann. Auch die 2019 eingeführte Alltagsbegleitung, die pflegende und betreuende Angehörige entlastet, wird gut angenommen. Pflege- und betreuungsbedürftige Personen werden gezielt durch körperliche und kognitive Aktivierung gefördert, bei Wegen außer Haus begleitet und haben eine Ansprechperson für Fragen des Alltags. Durch dieses Angebot, in Kombination mit Tageszentren und betreutem Wohnen, gelingt uns ein weiterer Lückenschluss zwischen der Hauskrankenpflege und der 24-Stunden-Betreuung.

Welche Maßnahmen braucht es, um mobile Dienste nicht zuletzt im Spannungsfeld der demographischen Entwicklung langfristig zu sichern?
Mit dem „Steiermark Tarifmodell“ ist uns ein wichtiger Schritt in Richtung „mobil vor stationär“ gelungen. Wir müssen weiter dranbleiben, Betreuung und Pflege in der Steiermark leistbar und verfügbar zu machen. Gleichzeitig sollen mobile Dienste noch attraktiver und passgenauer gestaltet werden, damit jede Steirerin und jeder Steirer die Form der Betreuung wählen kann, die möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben zu Hause ermöglicht.

Wie kann diese „Passgenauigkeit“ forciert werden?
Wichtig ist, dass pflege- und betreuungsbedürftige Personen und ihre Angehörigen wissen, welche Möglichkeiten es gibt. Nur dann können sie entscheiden, welche Variante die passende für ihre individuelle Situation ist. Die Broschüre des Landes Steiermark „Pflege[n] zu Hause“ und die Pflegedrehscheiben sind hier wichtige Wegweiser. Zugleich muss es uns gelingen, dass mobile Pflege- und Betreuungsdienste als attraktives Angebot gegenüber der stationären Langzeitpflege wahrgenommen werden. Damit sich das alle Steirerinnen und Steirer leisten können, haben wir das „Steiermark Tarifmodell“ ins Leben gerufen. Dadurch stellen wir sicher, dass den Kundinnen und Kunden jedenfalls ein Betrag in Höhe der Mindestpension übrigbleibt, wenn mobile Dienste in Anspruch genommen werden.

In welchen Bereichen ist der Bedarf besonders groß und inwieweit wird das Angebot künftig noch erweitert werden müssen?
Die Angebote werden in allen Bereichen – auch in der Langzeitpflege – zunehmend angenommen. Wir arbeiten daran, den mobilen Bereich sowohl für pflege- und betreuungsbedürftige Personen und ihre Angehörigen als auch für Pflegefachkräfte noch attraktiver zu gestalten. 

Das definierte Leistungsspektrum und die Erwartungshaltung betroffener Familien können durchaus divergieren. Wo braucht es da Sensibilisierung?
Bei jedem Träger mobiler Dienste werden im Vorfeld Aufklärungsgespräche mit den Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen geführt, bei denen der genaue Pflege- und Betreuungsbedarf der betroffenen Person erhoben wird. Die Angehörigen werden dabei darüber informiert, welche Leistungen durch die Pflegefachkräfte erbracht werden dürfen und wo die gesetzlichen Grenzen liegen. 

Was wird getan, um mehr Menschen für den Beruf zu motivieren, aber auch, um Pflegefachkräfte langfristig zu halten?
Unsere – sehr erfolgreiche – Social-Media-Werbekampagne „Zeit für Pflege“ verweist interessierte Jugendliche an die neu geschaffene Beratungsstelle im LOGO-Jugendmanagement. Mithilfe der Beratungsstelle können wir nicht nur „face to face“ informieren, sondern auch das Vernetzen von Angeboten und deren Außenauftritt weiter voranbringen. Klar ist: Wir brauchen mehr Jugendliche und auch Quereinsteiger:innen für die Pflege. Die Rahmenbedingungen – zum Beispiel Gehalt – liegen nicht in der Kompetenz des Landes, jedoch müssen wir eben gemeinsam mit den Trägern, den Betreiber:innen der mobilen Dienste sehr genau hinschauen, wie wir diesem hochprofessionellen Beruf den Stellenwert geben können, den er verdient.

Was braucht es an Wissen, damit Pflegefachkräfte gerade mit Krankheitsbildern wie Demenz im Pflegealltag gut umgehen zu können?
Demenz hat viele Seiten und ist nicht nur für die Betroffenen, sondern vor allem auch für Angehörige und Pflegende eine große Herausforderung. Über das Bildungszentrum Haus der Gesundheit haben Pflegefachkräfte die Möglichkeit, sich über unterschiedlichste Aspekte der Arbeit mit Demenzkranken weiterzubilden. Zudem haben wir das Netzwerk Demenz Steiermark (needs) gegründet, um die Lebensqualität von Betroffenen und Angehörigen zu verbessern. Dabei geht es um spezielle Versorgungsangebote, eine demenzgerechte Weiterentwicklung vorhandener Strukturen und die Sensibilisierung in der breiten Öffentlichkeit für das Krankheitsbild.

Was sind die aus Ihrer Sicht größten Herausforderungen für die Zukunft?
Gesundheit, Pflege und Betreuung sind sicher die größten Herausforderungen unserer Zeit. Um den Menschen möglichst viele gesunde Lebensjahre zu ermöglichen, haben wir in der Steiermark die Bewegungsrevolution ausgerufen. Wir wollen die Menschen zur niederschwelligen Alltagsbewegung motivieren. Dabei geht es nicht um Leistungssport – mit jedem gegangenen Schritt und jeder Minute an der frischen Luft tut man sich selbst und seiner Gesundheit etwas Gutes. Das gilt für Menschen jeden Alters. 

Text von Elke Jauk-Offner
Bild von Maija Kanizaj
Beitrag veröffentlicht am 14.09.2023

Gut fürs Gehirn

Wie Bewegung die Hirnaktivität positiv beeinflusst, erläutert Eva M. Stögerer-Oberschmid von der Klinischen Abteilung für Neurogeriatrie der Univ.-Klinik für Neurologie in Graz.

Welche Vorteile hat regelmäßiger Sport im Alter gerade auch für das Gehirn?
Durch zahlreiche Untersuchungen und die Verbesserung von bildgebenden Verfahren des Gehirns konnte in den letzten Jahren festgestellt werden, dass es einen Zusammenhang zwischen körperlicher Bewegung und Hirnaktivität gibt. Training bis ins hohe Erwachsenenalter kann die Neuroplastizität des Gehirns beeinflussen und die kognitive Leistungsfähigkeit verbessern. 

Wie funktioniert das genau?
Die körperliche Aktivität wirkt im Gehirn als „Stimulator“. Vor allem die Neurogenese im Hippocampus wird als besonders relevant angesehen. Der Hippocampus ist eine wichtige Gehirnregion, die bei Lernprozessen und der Merkfähigkeit eine wesentliche Rolle spielt. Es konnte nachgewiesen werden, dass sich durch eine körperliche Betätigung in Form von Ausdauertraining die Anzahl der neu gebildeten Nervenzellen verdoppeln lässt. Dieser Effekt nimmt mit den Jahren ab, ist aber bis ins hohe Alter nachweisbar. 

Was sind die positiven Auswirkungen dieses Zusammenhangs?
Regelmäßige körperliche Bewegung reduziert sowohl das allgemeine Demenzrisiko als auch das spezielle Alzheimerrisiko zumindest kurz- beziehungsweise mittelfristig. Über die langfristige Risikoreduktion gibt es noch keine ausreichende Datenlage. Neben der Aktivierung der Neurone ist durch körperliche Aktivität auch eine Erhöhung von Neurotransmittern zu erwarten – vor allem Serotonin, Dopamin und Noradrenalin –, welche die Kommunikation zwischen den Nervenzellen verbessert. Nicht zuletzt wirkt sich die Kräftigung der Muskulatur und der Balancefähigkeit auf ein vermindertes Sturzrisiko aus.

Text von Elke Jauk-Offner
Bilder von LKH-Univ-Klinikum Graz/Laura Schaffelhofer und shutterstock
Beitrag veröffentlicht am 22.08.2023

Tätigkeitsbereiche in der 24-Stunden-Betreuung

Pflege oder Betreuung – Kennen Sie den Unterschied?  Im alltäglichen Gebrauch werden die beiden Begriffe fälschlicherweise oftmals bedeutungsgleich verwendet, obwohl es sich dabei um zwei sehr unterschiedliche Bereiche mit verschiedenen Befugnissen handelt.

In Österreich gibt es das sogenannte „Hausbetreuungsgesetz“, das die rechtliche Absicherung der Betreuer:innen und der von ihnen betreuten Personen und die Durchführung der „24-Stunden-Betreuung“ garantiert. Es gilt im Zuge der Betreuung von betreuungsbedürftigen Personen in privaten Haushalten. Die Tätigkeitsbereiche der Betreuung gehen mit der „24-Stunden-Betreuung“ einher und umfassen die Hilfestellung bei der Haushalts- und Lebensführung sowie die Hilfe bei sonstigen notwendigen Anwesenheiten. Im Regelfall kümmern sich zwei Personenbetreuer:innen um die jeweiligen Kund:innen, die sich alle zwei Wochen abwechseln. Sie wohnen bei den zu betreuenden Personen zuhause. 

Sind spezifische pflegerische Tätigkeiten notwendig, die von Personenbetreuer:innen nicht übernommen werden dürfen, so kommt es in der Praxis auch vor, dass Personenbetreuer:innen mit Fachkräften der Gesundheits- und Krankenpflege zusammenarbeiten und ihre Kund:innen je nach ihren individuellen Bedürfnissen und gesundheitsbedingten Anforderungen gemeinsam in den eigenen vier Wänden umsorgen. Nur in Ausnahmefällen und nach ausdrücklicher und schriftlicher Anordnung von Ärzt:innen oder Angehörigen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege ist es Betreuungskräften gestattet, pflegerische oder ärztliche Tätigkeiten auszuführen. Dazu sind eine genaue schriftliche Anleitung und eine Unterweisung notwendig. 

Betreuungstätigkeiten:


Haushaltsnahe Dienstleistungen Zubereitung von Mahlzeiten

  • Besorgungen
  • Reinigungstätigkeiten
  • Hausarbeiten und Botengänge
  • Sorgen für gesundes Raumklima (Lüften) und Betreuung von Pflanzen und auch Tieren
  • Wäsche waschen, bügeln und ausbessern

Unterstützung bei der Lebensführung

  • Gestaltung des Tagesablaufs
  • Hilfestellung bei alltäglichen Verrichtungen

Gesellschaft leisten

  • Konversation führen
  • Aufrechterhaltung gesellschaftlicher Kontakte
  • Begleitung bei diversen Aktivitäten

praktische Vorbereitung der betreuungsbedürftigen Person auf einen Ortswechsel

  • Kofferpacken
  • Transport organisieren

 

Pflegerische Tätigkeiten, die unter Betreuung fallen, sofern keine Umstände vorliegen, welche eine Anordnung notwendig machen:

  • Unterstützung bei der
    Körperpflege
  • Unterstützung beim An- und Auskleiden
  • Unterstützung beim Essen und Trinken sowie bei der Arzneimittelaufnahme
  • Unterstützung bei Benützung von Toilette oder Leibstuhl einschließlich Hilfestellung beim Wechsel von Inkontinenzprodukten 
  • Unterstützung beim Aufstehen, Niederlegen, Niedersetzen und Gehen

 

Ärztliche Tätigkeiten nach schriftlicher ärztlicher Anordnung oder Anordnung von diplomiertem Pflegepersonal

  • Verabreichung von Arzneimitteln
  • Anlegen von Verbänden und Bandagen
  • Verabreichung von subkutanen Insulinspritzen
  • Blutentnahme aus der Kapillare zur Bestimmung des Blutzuckerspiegels mittels Teststreifens
  • einfache Wärme- und Lichtanwendungen

Die Übernahme von pflegerischen oder ärztlichen Tätigkeiten im Rahmen der oben genannten Anordnungen/Delegationen kann seitens der betreffenden Personenbetreuungskraft abgelehnt werden. Die Personenbetreuungskraft wäre von diesem Ablehnungsrecht zu informieren. Diese Möglichkeiten der Übertragung pflegerischer sowie auch ärztlicher Tätigkeiten an die Betreuungskräfte wurden nur für den Einzelfall geschaffen.
Alle erbrachten Leistungen im Zuge der 24-Stunden-Betreuung müssen regelmäßig und sorgfältig dokumentiert werden.

Entgeltliche Einschaltung
Bild von shutterstock
Beitrag veröffentlicht am 15.08.2023

Bewegung als Jungbrunnen

Eine aktuelle Studie von Coremed, dem kooperativen Zentrum für Regenerative Medizin der Joanneum Research, und der Med Uni Graz belegt die junghaltende Wirkung von körperlicher Bewegung auf zellulärer Ebene. 

Unterschiede des biologischen Alters können zwischen Sportlern und Nicht-Sportlern über zehn Jahre betragen. „Der schützende Effekt lässt sich anhand der Telomerlänge feststellen. Telomere sind zelluläre Marker des biologischen Alters. Diese Marker kann man sich wie Schutzkappen auf den Enden unserer Chromosomen vorstellen. Mit jeder Zellteilung verkürzen sich die Telomere, wodurch es mit der Zeit zum Zelltod kommt“, erklärt die Medizinerin und Sportwissenschafterin Marlies Schellnegger von Joanneum Research Coremed.

Zwar drehen auch gut erhaltene oder längere Telomere die Zeit nicht zurück, doch sind sie mitunter daran beteiligt, gesünder und agiler zu altern. Denn, so Schellnegger: „Kürzere Telomere werden nicht nur mit vorzeitiger Zellalterung in Verbindung gebracht, sondern auch mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Tumor- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Damit werden einmal mehr die gesundheitlichen Benefits von regelmäßiger Bewegung unterstrichen.“ 

 

Die gute Nachricht ist: Man muss sich nicht jeden Tag sportlich komplett verausgaben, um positive Effekte zu erzielen. Auch in diesem Fall gilt: Moderate Bewegung mindestens drei Mal pro Woche soll bereits ausreichen, um die Telomere zu schützen und damit den Alterungsprozess zu beeinflussen. 

Text von Elke Jauk-Offner
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Beitrag veröffentlicht am 08.08.2023

Kein Limit per se

Vorerkrankungen sind per se keine wirkliche Einschränkung für ein Training im Alter, betont Stefan Fischerauer, Leiter der Sektion Sport-, Knorpel- und Gelenkchirurgie an der Grazer Univ.-Klinik für Orthopädie und Traumatologie. Freilich sollte das Programm individuell angepasst werden – und Abwechslung bieten.

Können altersbedingte Veränderungen im Körper durch Training beeinflusst werden?
Ja! Der biologische Alterungsprozess ist nicht nur genetisch veranlagt, sondern unterliegt auch dem Einfluss von vielen Umweltfaktoren. Ein gesunder Lebensstil, eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und der Verzicht auf Tabak und Alkohol können dazu beitragen die Alterung zu verlangsamen und das Auftreten von altersbedingten Krankheiten zu verringern. Die Förderung körperlicher Aktivität nimmt dabei einen besonderen Stellenwert ein. Zahlreiche klinische Studien konnten belegen, dass körperliche Aktivität auch im höheren Alter sehr wirkungsvoll ist, gerade wenn es um die Vorbeugung und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselerkrankungen und Erkrankungen des Bewegungsapparates geht. Zudem können regelmäßige körperliche Aktivitäten das Krebsrisiko senken und dem Verlust kognitiver Funktionen, wie beispielsweise der Demenz, entgegenwirken.

Welche Maßnahmen sind da sinnvoll?
Allgemeine Empfehlungen haben sich lange vor allem auf den kardiovaskulären Bereich und damit auf ein Ausdauertraining gestützt. In den letzten Jahren hat sich ein Wandel vollzogen. Ein starker Fokus wird jetzt auf ein zusätzliches Krafttraining gelegt. Ein Muskelaufbautraining wirkt auf vielen verschiedenen Ebenen: Die Ausschüttung von Serotonin fördert das Wohlbefinden, die Belastung stärkt die Knochengesundheit, die verbesserte Insulinsensitivität senkt den Blutzuckerspiegel und die funktionelle Anpassung verringert das Sturzrisiko.

An welchen Hebeln setzt ein wirkungsvolles Training an?
Ein modernes Training wird diesen unterschiedlichen Ebenen gerecht. Ausdauer- und Krafttraining werden um Koordinationsübungen zur Schulung des Gleichgewichts und um Dehnungsübungen zur Förderung der Beweglichkeit erweitert. Immer wesentlich ist der Aspekt der Ernährung: Eine ausreichende Versorgung mit allen wichtigen Nährstoffen und ausreichend Flüssigkeit muss gewährleistet sein.

Was sollte dem Start zum Training vorangehen?
Vorab ist es von Bedeutung, zu unterstreichen, dass Vorerkrankungen per se keine wirkliche Einschränkung für ein Training sind. Das reicht von Krebs über Arthrose bis hin zu Diabetes. Bewegungsarmut wirkt sich ungünstig aus. Moderate Belastungen können meist bedenkenlos durchgeführt werden. Inwieweit jemandem eine intensive Belastung zuzumuten ist, muss freilich gerade bei instabilen Situationen zunächst ärztlich abgeklärt werden. Ist die Zielsetzung ambitioniert – einige Seniorinnen und Senioren haben durchaus auch noch Wettkampfansprüche – so sind vor Beginn der Belastungssteigerung auch Ruhe- und Belastungs-EKGs empfohlen, um Herz-Kreislauf-Risiken auszuschließen.

Wie sollte das Training konkret aussehen?
Um physiologisch Anpassungsmechanismen in Gang zu setzen, müssen die Aktivitätsreize über der Anforderung der Alltagsaktivität liegen. Für Personen über 65 Jahre sind 2,5 Stunden bis 5 Stunden pro Woche Ausdauertraining in mittlerer Intensität von der WHO empfohlen. Mittlere Intensität bedeutet, dass man sich währenddessen mit einem etwaigen Trainingspartner noch ohne Probleme unterhalten kann. Idealerweise erfolgt die Verteilung der Bewegungseinheiten auf mehrere Tage der Woche. Fühlt man sich wohl, so kann zunächst der Umfang und dann die Belastung gesteigert werden. Ist die Bewegungsintensität hoch, so genügen bereits Einheiten von 1,5 Stunden bis 2 Stunden pro Woche, um eine gesundheitsfördernde Wirkung zu erzielen. Muskelkräftigende Übungen sollten zusätzlich zwei- bis dreimal pro Woche auf dem Programm stehen.

Was ist im Fitnessstudio speziell zu beachten?
Safety first! Das Personal sollte für eventuelle Notfälle geschult sein, um im Ernstfall schnell eingreifen zu können. Bewegungsexperten können helfen schon im Vorfeld sichere Aktivitäten und Bewegungsumfänge festzulegen. Um Verletzungen zu Vermeiden, muss vor dem Krafttraining der Muskel aufgewärmt werden. Bestenfalls wird nicht nur eine einzelne Muskelgruppe trainiert, sondern stets mehrere, um eine Überbelastung zu vermeiden. Gerade für Patienten im höheren Alter erscheint eine funktionelle Trainingsform von Vorteil, da nebenbei auch die Koordination verbessert wird. Nach dem Training folgt eine Cool-Down-Phase. Um dem Körper ausreichend Zeit zur Regeneration zu geben, sollten Pausen von 48 Stunden zwischen den Krafttrainingseinheiten liegen.

Was ist noch wesentlich, damit die Motivation längerfristig besteht?
Im Training braucht es Abwechslung und Vielseitigkeit. Trainingsziele sollten klar formuliert werden. Als Kunde beziehungsweise Kundin eines Fitnessstudios kann man dann entsprechende Einheiten professionell planen und begleiten lassen. Hilfreich sind zudem Trainingspartner und Trainingsgruppen sowie individuelle Belohnungssysteme. Damit ist man bereits sehr gut aufgestellt. Denn man muss bedenken, das gerade einmal 20 Prozent aller Erwachsenen es überhaupt schaffen, die Bewegungsempfehlungen der WHO zu erfüllen. Immer gilt: Eine kleine Bewegung ist besser als gar keine Bewegung. Jeder Schritt ist wichtig. In vielen Fällen gelingt es dann praktisch von allein, die Motivation aufrecht zu erhalten, weil der Effekt am ganzen Körper spürbar wird.

Text von Elke Jauk-Offner
Bilder LKH-Univ. Klinikum Graz/Laura Schaffelhofer und shutterstock
Beitrag veröffentlicht am 03.09.2023

Let’s move! Beweglich bis ins Alter

Sanfter Sport, gesund leben, Übergewicht vermeiden: Das sind allgemein gültige Erfolgsrezepte für ein beschwerdefreies Leben. Doch wenn Arthrose Bewegungen schmerzhaft werden lässt, sind oft Operationen nicht vermeidbar. Was eine Hüft- oder Knie-OP im Detail bedeutet, erklärt der leitende Oberarzt der Klinik für Orthopädie und Traumatologie der Uni-Klinik Graz, Dr. Patrick Sadoghi.

„Abgenutzte“ Gelenke, was versteht man konkret darunter, Herr Dr. Sadoghi?
Abgenutzte Gelenke bedeuten im Volksmund endgradige Arthrosen, also ein Verlust des Knorpels im Gelenk. Dadurch kann insbesondere in der entzündlichen Phase der Erkrankung die Bewegung stark schmerzhaft sein. Der natürliche Verlauf einer starken Arthrose ist die zunehmende Einschränkung der Beweglichkeit bis hin zu einer vollkommenen Gelenkssteife, was bei großen Gelenken sehr selten ist. 

Wann und wie kommt es zur Entzündung?
Sobald ein Gelenk überlastet ist, versucht der Körper, das zu reparieren. Es kommt zu permanenten Umbauprozessen in verschiedenen Zyklen, daraus resultieren oft Entzündungsprozesse, etwa solche, die die Gelenksinnenhaut entzünden, das ist sehr schmerzhaft. Bei einer trockenen Arthrose kommt es in der Regel weniger zu Entzündungen, auch wenn das dahinterliegende Problem dasselbe ist. Egal ob Maschine oder der menschliche Körper: Wenn man sich zu lange und oder nicht immer optimal bewegt, kommt es zu Verschleiß. Zwar funktioniert der menschliche Körper toll bei der Regenerierung, aber irgendwann ist Schluss.

Wie entstehen Arthrosen überhaupt?
Ein Großteil der Abnützungen (Arthrosen) entsteht primär, also ohne zugrundeliegender Ursache. Übergewicht, Fehlstellungen oder vorangegangene Unfälle und Frakturen können sekundäre Ursachen für Arthrosen darstellen. Eine bevorstehende Neigung für Arthrosen – so genannte Präarthrosen -, können eine angeborene Hüftfehlstellung (Hüftdysplasie) sein oder ein Impingementsydrom. 

Was versteht man darunter?
Das ist eine Verengung im Gelenksbereich, und hier lassen sich vor allem zwei Arten von Hüftimpingementsyndrome beschreiben: Bei Männern ist eher der Schenkelhals zu breit, bei Frauen das Hüftgelenk in der Pfanne oft zu spitz. Vereinfacht ausgedrückt könnte man sagen: Die knöchernen „Baupartner“ laufen nicht rund ineinander. Bei einer Hüftdysplasie wäre wichtig, diese vorzeitig zu erkennen, damit es gar nicht zur Arthrose kommt.   

Also müsste man grundsätzlich Arthrosen vorbeugen, damit es später nicht zur Hüft- oder Gelenks-OP kommt?
So ist es. Wir müssen zunächst unterscheiden, von welchem Gelenk wir sprechen. So weiß man, dass Übergewicht Arthrosen im Bereich des Kniegelenks verursacht, nicht aber im Hüftbereich. Es ist auch nicht so, dass ein unsportlicher Lebensstil automatisch eine Arthrose nach sich zieht. Gleichzeitig gibt es Arthrosen, die sich spontan entwickeln, einfach deshalb, weil wir älter werden. Und manche Berufsbilder ziehen oft Arthrosen nach sich: eine lebenslange Arbeit in der Landwirtschaft oder auf der Baustelle beispielsweise. 

Kann man eine Neigung zur Arthrose überhaupt feststellen?
Im Röntgenbild zeigt sich, ob der Gelenksspalt normal ist oder ob eine oder mehrere der vier Anzeichen für Arthrose vorhanden sind. Das wäre zunächst die Gelenksspaltverschmälerung, so genannte knöcherne Anbauten (Osteophyten), eine Zystenbildung und die sogenannte Sklerosierung, die entsteht, wenn der Knorpel nicht mehr dämpft und die Knochen diese Arbeit übernehmen müssen. 

Gibt es eine Empfehlung, wann eine Operation notwendig ist?
Zur Operation wird geraten, sobald sämtliche konservative Maßnahmen ausgeschöpft sind, und dennoch Schmerzen bestehen. Oder wenn die Beweglichkeit und Wegstrecke eingeschränkt sind, also das Gehen beispielsweise nicht mehr länger als wenige Stunden möglich ist. Zum Erhalt der Beweglichkeit kann eine Operation durch ein Kunstgelenk sinnvoll sein. Ziel ist die Wiedererlangung der Mobilität und die Schmerzfreiheit. 

Welche vorbeugenden Maßnahmen empfehlen Sie?
Empfehlenswert sind Physiotherapie, der Ausgleich von Fehlstellungen durch Einlagen oder entzündungshemmende Salben. Spritzen, direkt ins Gelenk, mit Hyalgan oder Blutplasma sind mittel- und langfristig Möglichkeiten zur Schmerzlinderung, Kortison und Schmerzmittel kann bei Schmerzspitzen sinnvoll sein, ist aber nicht zur Langzeitbenutzung empfohlen. Kortison ist von der Struktur wie ein Kristall und das wirkt wie Schleifpapier. Es treibt die Abnutzung nur voran. 

Wie lässt sich schon vorbeugen, damit es später keine OP braucht?
Ein gesunder Lebensstil sowie das Vermeiden von Übergewicht sind die wesentlichsten präventiven Maßnahmen. Empfohlen werden moderate Sportarten und Spitzenbelastungen. Bestehende Neigungen, also Präarthrosen, müssen erkannt und behandelt werden.

Man hört in so gut wie allen Lebensbereichen den Rat, Sport zur gesundheitlichen Vorbeugung zu treiben. Was bedeutet das für die Gelenksgesundheit?
Richtige Bewegung ist hier besser als Überbelastung, Überbelastung ist noch immer besser als keine Bewegung bzw. Belastung. Die richtige Bewegung für Gelenksgesundheit wäre jene, die Gelenke im vollen Bewegungsumfang bewegt, dabei kommt es zu einer besseren Verteilung der Gelenksflüssigkeit und optimalen physiologischen Prozessen, die diese Gelenksschmiere gut unterstützen. Bei Stoß- und Spitzenbelastungen kommt es zu Überlastungen und Abnützungen. Optimal wären Walken, Radfahren und Schwimmen, drei Mal die Woche eine halbe Stunde bis Stunde. Das beugt Arthrose vor sowie Herz-Kreislaufbelastungen vor und trägt zur Gewichtsoptimierung bei. 

Welche Sportarten sind schlecht für Gelenke?
Gefördert wird die Arthrosebildung durch Sportarten mit ruckartigen Stoßbelastungen, etwa Hallensport wie Tennis, Squash oder Hallenfußball. Auch wenn eine noch so gute und starke Muskulatur gegeben ist: Sie schützt nicht vor Arthrose. Die meisten Profifußballer nehmen das in jungen Jahren in Kauf. Für die Bevölkerung ist das kein empfehlenswerter Weg. Insgesamt lässt sich sagen: Auf den Körper hören, Schmerzen sind hier gute Warnsignale. Ein Gelenk, das anschwillt und Schmerzen macht, ist überbelastet.   

Was kann eintreten, wenn die Operation hinausgezögert wird?
Beim Hinauszögern kann es zu Nebenwirkungen der konservativen Therapien kommen, also Schäden der Niere beispielsweise durch die Langzeiteinnahme von entzündungshemmenden Medikamenten wie NSAR. Außerdem kann durch die verminderte Mobilität die Lebenslust verloren gehen und dadurch psychische Belastung entstehen. Der richtige Zeitpunkt für eine Operation ist von Patientin und Patient und Arzt hier zu finden. 

Welche Risiken bestehen bei der OP?
Operationsrisiken bestehen insbesondere durch Infektionen, welche etwa in einem von 400 Fällen auftreten und dann weitreichende Folgen für die Patientin und den Patienten haben können. Dieses Risiko kann ebenfalls durch einen gesunden Lebensstil minimiert werden. 

 

Wie geht eine Hüft- oder Knieoperation vonstatten?
Bei beiden Operationen werden in der Regel die Gelenke eröffnet, knöcherne Anbauten sowie die entzündliche Gelenksinnenhaut und so wenig Knochen wie möglich entfernt, um möglichst passgenau das Kunstgelenk einzusetzen. Das besteht aus verschiedenen antiallergischen und abriebresistenten Materialen. Großes Augenmerk wird auf Passgenauigkeit und Gelenksspiel gesetzt, wobei eine muskelschonende Operation eine raschere Rehabilitation bedeutet. 

Wie lange dauert eine OP, wie lange die Genesung?
Je nach Patientin und Patient dauert eine Operation zwischen 45 und 90 Minuten. Eine längere Operationsdauer kann eine höhere Infektionsgefahr bedeuten. Die Genesung ist nach Hüftoperationen etwas rascher als nach Knieoperationen. In der Regel kann nach beiden Eingriffen bereits unmittelbar danach das Gelenk voll belastet werden. Stützkrücken können für zwei bis drei Wochen sinnvoll sein. Autofahren beispielsweise ist nach etwa einem Monat wieder möglich.

Wie lange hält ein künstliches Gelenk?
Sofern es zu keiner Komplikation im Verlauf kommt, ist die höchste Zufriedenheit nach der Operation durchschnittlich nach einem Jahr erreicht und dann für Jahrzehnte anhaltend. Eine neuerliche Verschlechterung ist eine Ausnahme und ein Grund für eine Vorstellung bei einer Fachärztin oder einem Facharzt.

Was ist wichtig für die Reha und die Zeit nach der OP?
Nach künstlichen Hüftgelenken ist es wichtig, insbesondere in den ersten sechs Wochen nach der Operation auf die richtige Bewegung zu achten, damit keine Luxationen auftreten. Nach künstlichen Kniegelenken ist es wichtig, trotz postoperativer Schmerzen die Streckung und Beugung zu beüben, um das unmittelbar gute postoperative Ergebnis zu halten. In der Rehabilitation wird die gesamte Fitness sowie die Koordination weiter beübt. Jahre nach der Operation ist ein gesunder Lebensstil zur Vermeidung von Spätinfektionen wesentlich, die über eine hämatogene Aussaat, also eine Blutvergiftung, entstehen können. Außerdem ist es zur Infektprophylaxe wichtig, mit offenen Stellen am Körper nicht in stehendes Gewässer zu gehen oder bei anderen Infektionen im Bereich des Körpers gegebenenfalls frühzeitig mit einem Antibiotikum nach Rücksprache durch den behandelnden Facharzt abzuschirmen. 

Text von Daniela Müller
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Beitrag veröffentlicht am 27.07.2023

Schnittstelle für qualitätsvolle Betreuung

Im Laufe der Zeit werden alltägliche Aufgaben immer schwieriger und der Ruf nach Unterstützung wird lauter. In diesem Fall helfen professionelle heimische Vermittlungsagenturen, eine passende Lösung zu finden. 

Rasche und kompetente Unterstützung
Wenn es darum geht, rasch kompetente Unterstützung zu bekommen, sind professionelle heimische Vermittlungsagenturen ein verlässlicher Ansprechpartner. Sie bilden eine Schnittstelle zwischen selbstständigen Personenbetreuer:innen und deren Kund:innen. Zu weiteren Aufgabengebieten zählen organisatorische und vertragliche Belangen und das Planen diverser Weiterbildungsmöglichkeiten.  

Doppelte Verantwortung
Sehr wichtig ist ihnen dabei, beide Seiten bestmöglich zu vertreten und zu beraten. Die Agenturen übernehmen in dieser Mittlerrolle doppelte Verantwortung. Um allen beteiligten Personen gerecht zu werden und Interessenskollisionen vorzubeugen, bieten die heimischen Vermittleragenturen höchste Sicherheit und Verlässlichkeit bei der Organisation und Vermittlung der Betreuungsdienstleistungen (auf Basis des Bundesgesetzblatts für die Republik Österreich veröffentlichte Verordnung über die Standes- und Ausübungsregeln für die Organisation von Personenbetreuung). 

Sicherheit und Verlässlichkeit
Die Kernaufgabe der Dienstleistung ist die Vermittlung selbstständiger Personenbetreuer:innen an zu betreuende Menschen. Dabei fungieren die Betreuer:innen als selbstständige Unternehmer:innen. Erfolgt die Betreuung über einen längeren Zeitraum, dann ist die Kontinuität und Verlässlichkeit der Betreuungsdienstleistung sichergestellt. Es wird für einen reibungslosen Übergang bei der Ablöse und für Ersatzbetreuer:innen im Fall eines Ausfalls gesorgt. 

Breite Palette von Serviceleistungen

  • Regelmäßige Visiten durch geschultes Fachpersonal zur Qualitätskontrolle vor Ort, bei Bedarf auch in einem etwaigen Anlassfall
  • Persönliche Einführung der selbstständigen Personenbetreuer:innen
  • Abwicklung der Formalitäten und organisatorischen Details sowie die Errichtung des Betreuungsvertrags
  • Unterstützung bei der Organisation von Heilbehelfen und Hilfsmitteln
  • Beratung über die Möglichkeiten von Förderungen und staatlichen Zahlungen und Unterstützung bei der Beantragung
  • Informations-, Schulungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Personenbetreuer:innen 
  • Kommunikation des Preises

Professionelle heimische Vermittlungsagenturen sind der ideale Ansprechpartner für Menschen, die auf der Suche nach geeigneten selbstständigen Personenbetreuer:innen sind. Gestützt auf ein dichtes berufliches Netzwerk, Erfahrung und organisatorisches Know-how sind sie der optimale Partner, qualifizierte Personenbetreuerinnen und Personenbetreuer zu vermitteln.

Hier finden Sie eine Auflistung von 24-Stunden-Betreuungsagenturen in Ihrer Nähe:

24-Stunden-Agenturen_DS2
Entgeltliche Einschaltung
Bilder von shutterstock
Beitrag veröffentlicht am 20.07.2023

Aktiv mit Morbus Parkinson

Der Grund für die bei Morbus Parkinson auftretenden Symptome ist leicht erklärt: zu wenig Dopamin. Bei an Parkinson Erkrankten sterben die den Botenstoff produzierenden Nervenzellen im Gehirn einfach ab. Auch wenn Morbus Parkinson bisher nicht heilbar ist, hilft die geeignete Therapie, Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. 

Da jede Parkinsonerkrankung individuell verläuft, ist es wichtig, dass Betroffene gemeinsam mit einer Expertin oder einem Experten für Neurologie die Therapie gut auf die vorliegenden Symptome und die jeweiligen Bedürfnisse abstimmen. Zur Auswahl stehen medikamentöse Therapien in unterschiedlicher Darreichungsform, zum Beispiel Tabletten oder Pflaster, sowie gerätegestützte Therapien in Form von sogenannten Pumpentherapien oder eines Hirnschrittmachers, die die Symptome auch bei fortschreitender Erkrankung verbessern können. 

Gemeinsam die passende Therapie suchen!
Welche Therapieform am besten passt, hängt von vielen Faktoren ab, wie Symptomen, Stadium der Erkrankung, individuellen Therapiezielen oder Eignung für die Behandlung. Wichtig ist für Patientinnen und Patienten, mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten offen über auftretende Veränderungen und auch Wünsche an die Therapie und die Lebensqualität zu sprechen.

Vom richtigen Zeitpunkt
Viele fragen sich, wann es Zeit ist, die Therapie anzupassen. Ein Zeichen für ein Mehr an Therapie kann das Vorliegen von zumindest einem dieser Kriterien sein:

  • mindestens 5 Einnahmezeitpunkte des Medikaments Levodopa pro Tag
  • mindestens 2 Stunden pro Tag im OFF (Phase der Unterbeweglichkeit)
  • mindestens 1 Stunde störende Überbeweglichkeit

In diesem Fall ist ein Gespräch mit den behandelnden Expertinnen und Experten oder auch das Aufsuchen eines neurologischen Spezialzentrums eine Möglichkeit, um mit Hilfe der geeigneten Therapie wieder mehr Lebensqualität zu erlangen. 

Bewegung als Therapiepfeiler
Gezielte Bewegung spielt eine wesentliche Rolle in der Behandlung von Morbus Parkinson. Ein aktiver Lebensstil, Freude an der Bewegung sowie professionelle Begleitung mit Physiotherapie, Ergotherapie oder Logopädie können helfen, die Symptome in Schach zu halten.

Entgeltliche Einschaltung
Bilder von AbbVie
Beitrag veröffentlicht am 13.07.2023

Die erste Frau an der Spitze der Apothekerkammer Steiermark

Die Landesgeschäftsstelle Steiermark der Österreichischen Apothekerkammer hat eine neue Präsidentin. Mag. pharm. Alexandra Fuchsbichler ist die erste Frau an der Spitze der Landesorganisation. Sie folgt auf Mag. pharm. Dr. Gerhard Kobinger, der die Funktion des Vizepräsidenten der Apothekerkammer Österreich übernimmt und daher statutengemäß sein Amt als Präsident der Apothekerkammer Steiermark zurückgelegt hat. Er fungierte ab 2002 als Landespräsident.

Unterstützung erhält Fuchsbichler dabei auch von ihrer Vizepräsidentin, Dr. Alexandra Mandl – als Power-Duo unterstreichen die beiden, wie Recht die steirische Apothekerkammer mit ihrem Slogan hat: „Die Apotheke ist weiblich!“

»Der Beruf der Apothekerin ist immer noch mein Traumberuf, täglich freue ich mich über den Kontakt mit Menschen, die mit deren kleinen und großen Sorgen zu uns kommen. Die Apotheke ist ein Ort der Gesundheit und Krankheit, der Prävention und des Wohlfühlens…. alles kommt hier zusammen. Auch die Ausbildung von Kolleginnen und Kollegen ist mir ein besonderer Herzenswunsch. Viele Lehrlinge haben schon in meiner Apotheke ihren Beruf erlernt und auch einige Aspiranten konnten das Arbeiten an der Tara, nach der aufwendigen Ausbildung an der Universität, als Handwerkszeug fürs Leben mitnehmen.« Zitat Fuchsbichler

Tagtäglich beraten wir unsere Kunden in den steirischen Apotheken und leisten damit einen sehr großen Beitrag im Gesundheitssystem. So ist auch die Rolle der Apotheken in der Gesundheitspyramide unumstritten, was die vergangenen Jahre deutlich gezeigt haben. Apothekerinnen und Apotheker waren und sind für die Menschen da, suchen in allen Notlagen nach Lösungen und finden diese auch meist. Die Apotheke ist nahe bei den Menschen und durch die Bereitschaftsdienste auch an Sonn- und Feiertagen und in der Nacht erreichbar.

Ob bei der Versorgung mit wichtigen Medikamenten oder bei Beratungen zu Gesundheitsthemen – wir sind immer für Sie da.

Entgeltliche Einschaltung
Bild von Mag. Alexandra Fuchsbichler
Beitrag veröffentlicht am 06.07.2023

„Gemeinsam aktiv, gemeinsam gesund“

Einzigartiges therapeutisches Outdoor-Aktivangebot für geriatrische Patient:innen und Senior:innen in den GGZ eröffnet 

Am 06.07.2023 fand die feierliche Eröffnung des neuen AG/R Therapieparks der Albert Schweitzer Klinik der Geriatrischen Gesundheitszentren der Stadt Graz (GGZ) statt. Mit dem Ziel der Förderung von Mobilität und Selbstständigkeit wurde im Außenbereich des GGZ Geländes eine deutliche Erweiterung des Aktivangebots geschaffen. Zur Eröffnung wurden Patient:innen, Mitarbeiter:innen und Gäste zur Nutzung des Therapieparks eingeladen. 

„Gemeinsam aktiv, gemeinsam gesund“ – Dieses Ziel soll mit dem einzigartigen therapeutischen Outdoor-Aktivangebot des neu errichteten Akutgeriatrie Remobilisation (AG/R) Therapieparks verfolgt werden. Zahlreiche durchdachte therapeutische Trainingsmöglichkeiten für geriatrische Patient:innen und Senior:innen fördern im Außenbereich der Albert Schweit-zer Klinik die körperliche und geistige Aktivität in senior:innengerechter Form, ohne dabei zu überfordern. Mit der heutigen feierlichen Eröffnung wird künftig das therapeutische Angebot der Albert Schweitzer Klinik wesentlich erweitert. 

3 Bereiche für unterschiedliche Bedürfnisse
Das Angebot des Therapieparks enthält einen Trainingsbereich, in welchem neben der Förderung von Kraft und Koordi-nation auch relevante Alltagssituationen trainiert werden können. Mit Hilfe von z.B. wechselnden Untergründen, Stra-ßenüberquerungen mit Zebrastreifen oder Ausweichszenarien ohne Haltemöglichkeit werden die Senior:innen auf die Zeit nach der Entlassung vorbereitet. Der Gedächtnis- und Denksportpfad schult Gedächtnis und Bewegung der Se-nior:innen. Der Spiel- und Gesellschaftsbereich fördert mit Gesellschaftsspielen und gemütlichen Sitzgelegenheiten das soziale Miteinander. 

Die Eröffnungsfeier
Im ersten Programmpunkt gaben GGZ Geschäftsführer Gerd Hartinger und Therapieleiter Markus Lettner Einblicke in das vielfältige Outdoor-Aktivangebot. Danach folgten die feierlichen Worte von Frau Landtagsabgeordneter Sandra Ho-lasek, in Vertretung von Frau Landesrätin Bogner-Strauß. Gemeinsam mit Stadtrat Robert Krotzer und AG/R Patient Jo-hann Prügger wurde daraufhin der Therapiepark feierlich eröffnet. Im Anschluss wurden die verschiedenen Trainingsbe-reiche von den Patient:innen der Albert Schweitzer Klinik ausführlich getestet. 

Wesentliche Erweiterung des therapeutischen Angebots
Der AG/R Therapiepark bewirkt eine Mobilitätsverbesserung nach traumatischen Ereignissen. Die Nutzung des Parks ist für alle Patient:innen der Albert Schweitzer Klinik – nach einer Einschulung – auch jederzeit selbstständig oder in Beglei-tung von Angehörigen möglich. Somit erweitert sich das gesamttherapeutische Angebot (saisonal) für alle Patient:innen sowohl räumlich, als auch inhaltlich wesentlich. Und das alles in einer alltagsrelevanten Form, die in der herkömmlichen Therapie nicht in dieser Qualität angeboten werden kann. 

 

O-Töne: 

„Der neu errichtete AG/R Therapiepark ist ein Symbolbild für die Mobilisation unserer Patient:innen und der Schaffung von gesunden Lebensjahren.“
GGZ Geschäftsführer Gerd Hartinger 

„Dieser einzigartige und außergewöhnliche Therapiepark ist eine Erweiterung des Aktivangebots der Albert Schweitzer Klink. Er wird unseren Patient:innen Freude an der Bewegung vermitteln, Aktivität fördern und ein senior:innengerechtes Training ermöglichen.“
Markus Lettner, Leitung medizinisch-technischer Dienst 

„Es freut mich, dass der Therapiepark als wichtiger Baustein zu den zahlreichen Therapieangeboten heute eröffnet und für alle zugänglich gemacht wird. Ein großer Dank an Alle, die hinter der Idee, der Nutzung und Umsetzung stehen!“
Robert Krotzer, Gesundheits- und Integrationsstadtrat 

„Die Medizin bietet uns hohe Spezialisierung, hohe Wertigkeit in Prävention und auch in Therapie. Und dafür stehen auch die GGZ. Hier haben wir sinnbildlich ein Zentrum der Innovation, der medizinischen Prävention und Therapie in der Altersmedizin. Wenn man hier hereintritt spürt man, dass der Mensch und seine Bedürfnisse im Zentrum stehen. Damit ist auch dieser Park eine schöne Institution um Menschen zusammenzubringen und diese Symbolik weiterzutragen.“
Landtagsabgeordnete Sandra Holasek 

Mehr Infos unter: www.ggz.graz.at

Bilder von Foto Fischer und GGZ
Beitrag veröffentlicht am 06.07.2023