Lang gesund zu Hause leben

Neuer Ansatz für SeniorInnen in Graz.

Noch einen neuen Weg beschreiten die Grazer Geriatrischen Gesundheitszentren (GGZ), Menschen zu helfen, dass sie möglichst lange gesund zu Hause leben. Ein neues Haus vereint ab dem Frühjahr 2022 an einem Ort alle Angebote für Seniorinnen und Senioren, die zu Hause leben wollen, aber dazu auch Hilfe benötigen. Das einzigartige an dem Haus „Esther“ im Bezirk Griess ist, dass alle relevanten Stellen an einem Ort vereint sind, erklärte Bürgermeister Siegfried Nagl. Also sind alle Dienste, die das GGZ, das Sozialamt, die Pflegedrehscheibe und andere Einrichtungen anbieten, an einem Ort versammelt. SeniorInnen ersparen sich dadurch unnötige Wege.

Diese Bündelung folgt erfolgreichen Beispielen in Schweden, so GGZ-Geschäftsführer Gerd Hartinger. Dort bewährt sich diese Art der Zusammenführung von Angeboten seit mehr als zehn Jahren. Das Haus „Esther“ wird auch PatientInnen der Akutgeriatrie und der Remobilisation der GGZ nach dem Krankenhausaufenthalt aufnehmen und dort auf die Rückkehr in ein möglichst selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden vorbereiten.

Wer ich auf die Dienste des Hauses „Esther“ einlässt, bekommt eine verbesserte Gesundheitsversorgung etwa in Form von regelmäßigen Visiten von Ärzten oder Pflegefachpersonal. Das und andere Dienstleistungen versetzt diese Personen erfahrungsgemäß in die Lage, länger ein gesundes Leben zu Hause führen zu können.

 

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17.09.2021

Gratis Grippeimpfung

Seniorinnen und Senioren in Pflegeheimen können sich in diesem Jahr erneut kostenlos gegen Influenza impfen lassen.

Dieses Jahr wird die Influenza-Impfung nicht nur für Seniorinnen und Senioren in Pflegeheimen, sondern auch für Kinder ab dem vollendeten sechsten Lebensmonat abermals gratis sein. So will man einer übermäßigen Krankenhausauslastung in Kombination mit CoV-Patienten entgegenwirken.

Die Grippesaison beginnt zumeist Ende Dezember. Die Impfungen starten im Oktober. Erwartet wird eine ähnlich starke Grippewelle wie in den Jahren vor der CoV-Pandemie, da „aus heutiger Sicht kontaktreduzierende Maßnahmen womöglich nicht in gleichem Umfang oder gar nicht mehr eingesetzt werden“. Gewöhnlich erkranken in den Herbst- und Wintermonaten fünf bis 15 Prozent der Bevölkerung an der Grippe. Mhr als 1.000 Menschen sterben durchschnittlich jedes Jahr daran.

„Impfen schützt und Impfen ist sicher“, bekräftigte der Präsident der Ärztekammer Steiermark, Herwig Lindner im Rahmen einer Pressekonferenz auch in Bezug auf COVID-19. Impfskepsis sei zu respektieren, „aber der Impferfolg darf nicht kleingeredet werden“, lautete Lindners Appell. Mehr als 780.000 Steirerinnen und Steirer, also 70 Prozent der impfbaren steirischen Bevölkerung, seien zumindest erstmals gegen COVID-19 geimpft. Der nächste Schritt müsse es sein, 800.000 zu erreichen. Die Steiermark stehe im Vergleich der Bundesländer stabil auf dem dritten Platz.

Klaus Vander, Ärztlicher Direktor und Primarius, des Instituts für Krankenhaushygiene und Mikrobiologie der KAGes, stellte klar: „Von Beginn an wurde ja nie behauptet, dass die Impfungen 100prozentigen Schutz vor einer Infektion bieten können. Mittlerweile ist jedoch eindeutig erwiesen, dass sie einen wirklich guten Schutz vor schweren Verläufen bieten. Und damit genau das ermöglichen, was in dieser Pandemie ein wesentlicher Erfolgsparameter ist: Mit dem Schutz des Individuums die Überlastung des Gesundheitswesens und im Speziellen der Intensivstationen zu verhindern.“

 

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13.09.2021

1. Nurse Info Day – hautnaher Einblick in die Pflege

Die Geriatrischen Gesundheitszentren der Stadt Graz setzten einen aktiven Schritt in Sachen Pflegenotstand: Beim 1. Nurse Info Day wurde durch hautnahen Einblick in den Pflegeberuf mit Vorurteilen aufgeräumt, die Attraktivität und Vielfalt der Pflege aufgezeigt und Begeisterung für diesen Berufsstand geschürt.

Die Zahl der betagten Menschen steigt in Österreich rasant an – zum einen kommt nämlich die Babyboomer-Generation in die Jahre, zum anderen sorgt die moderne Medizin dafür, dass die Lebenserwartung kontinuierlich steigt. Damit wächst aber auch die Zahl an chronisch kranken und multimorbiden Menschen, die professionelle Pflege brauchen. Um diese Herausforderung stemmen zu können, werden in Österreich bis zum Jahr 2030 rund 75.000 bis 100.000 zusätzliche Pflegekräfte benötigt. Doch schon jetzt kämpft man in der Pflege mit Personalengpässen, dazu kommt ein angekratztes Berufs-Image, das von Vorurteilen und Unwissenheit geprägt ist.

Dieser Entwicklung entgegenzusteuern, war das Ziel des 1. Nurse Info Days. Motto: Die Vielfalt und Faszination der Pflege hautnah erleben! Das konnten die Besucher etwa im Rahmen von Fachvorträgen oder an Ständen, wo es umfassende Informationen zu den unterschiedlichsten Bereichen der Pflege gab. Denn ob  Diabetes Care, Delir-Management, Basale Stimulation, Aromatherapie  oder Therapeutic Touch, der Pflegeberuf bietet einen überaus breiten Gestaltungs-, Handlungs- und Spezialisierung-Spielraum. Den Königsweg in der Pflege sieht GGZ-Pflegedienstleiterin Waltraud Haas-Wippel allerdings in der Kombination aus Wissenschaft und praktischer Arbeit vor Ort.

Für GGZ-Geschäftsführer Gerd Hartinger ist es „allerhöchste Zeit, solch aktive Schritte zu setzen.“ Und der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl betonte: „Wir müssen den Menschen Mut machen, sich auf diesen sinnstiftenden Beruf einzulassen. Vor allem wünsche ich mir eine dauerhafte Wertschätzung dieser Heldinnen und Helden des Alltags.“

 

Weitere Informationen über die Geriatrischen Gesundheitszentren der Stadt Graz erhalten sie unter: www.ggz.graz.at sowie unter der Telefonnummer +43 316 7060 0.

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10.09.2021

 

Wenn die Psyche streikt

Schlafstörungen, gedrückte Stimmung, Appetitlosigkeit und mehr: Die saisonal abhängige Depression tritt meistens im Winter auf, kann aber auch im Sommer belasten.

Betroffene finden oft schwer Hilfe oder fühlen sich unverstanden beziehungsweise wenig ernstgenommen. Während die Winterdepression gut erforscht ist und es effektive Behandlungsmöglichkeiten wie zum Beispiel die Lichttherapie gibt, gilt das für die Sommer-Variante nicht. Sie kommt weit seltener vor.

Als mögliche Ursache für die Verstimmungen im Sommer wird die Melatoninproduktion des Körpers gehandelt. Melatonin ist ein wichtiger Botenstoff, der unseren Schlaf-Wachrhythmus regelt. Ausgeschüttet wird das Hormon aus der Zirbeldrüse im Gehirn, wenn es dunkler wird. In Folge werden wir müder und schlafen ein. Wenn die Tage im Sommer länger sind und die Sonne heller strahlt, könnte es zu Störungen bei der Produktion oder Ausschüttung des Hormons kommen. Dies führt zu innerer Unruhe, könnte aber auch andere chemische Prozesse beeinflussen, die schließlich zu einer echten Depression führen. An der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin der Med Uni Graz wird dazu geforscht.

Wenn wir einem geregelten Rhythmus folgen, kann der Körper üblicherweise die Ausschüttung der Neurotransmitter, wie Serotonin und Melatonin, gut selbst steuern. Im Sommer gelten aber meist andere Regeln: Ferien, Urlaube und lange Tage können den Tagesablauf durcheinanderbringen. Sinkt dadurch der Serotoninspiegel, kann es zu depressiven Störungen kommen.

Neben Antidepressiva wird auf Gesprächstherapie und psychologische Behandlung gesetzt, um die Patienten und Patientinnen zu unterstützen, ihren Tagesablauf zu strukturieren, körperliche Aktivität aufrechtzuerhalten und Unsicherheiten und Ängste rund um die Sommerdepression abzubauen.

 

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08.09.2021

Hirnreserven aufbauen

Aktuell sind etwa 55 Millionen Menschen von Demenz betroffen. Laut WHO wird sich diese Zahl bis 2030 auf 139 Millionen erhöhen.  

Einer der Hauptgründe für die steigenden Zahlen ist die Tatsache, dass Menschen dank besserer Lebensbedingungen deutlich älter werden. Mit dem Alter steigt das Risiko nicht übertragbarer Krankheiten. Die Krankheit ist meist fortschreitend. Betroffene verlieren ihre kognitiven Fähigkeiten, etwa beim Gedächtnis, der Orientierung und der Sprache, dem Verstehen, Lernen, Planen und Einschätzen. Auch die emotionalen und sozialen Fähigkeiten können langsam verloren gehen. Dies passiert öfter mit fortschreitendem Alter. Krankheiten oder Verletzungen – Schlaganfälle, Unfälle oder Alzheimer beispielsweise – können allerdings auch Veränderungen im Gehirn auslösen.

Die gute Nachricht: Viele könnten ihr Demenzrisiko deutlich reduzieren, etwa durch einen gesünderen Lebensstil, Bildung und Sozialkontakte. „Schulbildung baut Hirnreserven auf“, sagte WHO-Expertin Katrin Seeher. Risikofaktoren für Demenz sind Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes, Depressionen, soziale Isolation, Rauchen und Alkohol.

Ausdauersport hilft übrigens nicht nur der körperlichen Fitness, sondern auch der Psyche. Studien weisen darauf hin, dass das Gehirnvolumen durch Sport sogar wachsen kann.

Während Alkohol und Zigaretten es eher schrumpfen lassen, helfen Rennradfahren, Schwimmen und Joggen, es wachsen zu lassen. Und: Wer langfristig pro Woche ungefähr zehn Kilometer zu Fuß geht, hat noch Jahre später ein größeres Hirnvolumen als Menschen, die sich nie viel bewegt haben. Wie aktiv sind Sie, um ihr Hirn fit zu halten?

 

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06.09.2021

So (un)gesund sind die Steirer

Der Gesundheitsbericht 2020 für die Steiermark wurde präsentiert. Es gibt Grund zur Freude – und Sorge.

Obwohl sich die Steirerinnen und Steirer über eine gute und steigende Lebenserwartung freuen dürfen, sind sie häufig zu dick, bewegen sich zu wenig und leiden unter psychischen Belastungen und Krankheiten. Diese Erkenntnisse beinhaltet der Gesundheitsbereich 2020 für die Steiermark, der in Abstand von fünf Jahren erstellt wird.

„Im Mittelpunkt des Gesundheitsberichts stehen die steirischen Gesundheitsziele. Sie sollen die Steirerinnen und Steirer dabei unterstützen, möglichst lange gesund zu bleiben“, so Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß. „Wir alle wünschen uns möglichst viele gesunde Lebensjahre. Der Weg dahin ist allerdings von vielen Faktoren abhängig. Wie ernähren wir uns? Wie viel Bewegung machen wir? Wie gehen wir mit Stress um? Nutzen wir die Angebote der Vorsorgemedizin? Genau hier setzt die Österreichische Gesundheitskasse mit Programmen an“, betont Josef Harb, Vorsitzender ÖGK-Landesstellenausschuss Steiermark.  „Wir arbeiten an den richtigen Themen, jedoch besteht in vielen Bereichen auch in den nächsten Jahren noch Handlungsbedarf“, so Michael Koren, Geschäftsführer des Gesundheitsfonds und Herausgeber des Berichts.

In der Steiermark liegt die Lebenserwartung der Männer bei 79,5 Jahren und die der Frauen bei 84,7 Jahren. Seit 1970 ist die Lebenserwartung der steirischen Männer um rund 14 Jahre gestiegen und wird bis 2040 weiter um knapp 4 Jahre zunehmen. Bei den Steirerinnen ist der Anstieg etwas geringer. Etwa jeder 3. Todesfall war 2019 auf bösartige Neubildungen zurückzuführen. Beinahe doppelt so viele Männer wie Frauen sind von vorzeitiger Sterblichkeit betroffen.

2019 hatten 15,3 Prozent der Steirerinnen und Steirer einen BMI-Wert von über 30 und sind daher als adipös einzustufen. Insgesamt sind mehr Männer übergewichtig. Entsprechend den Bewegungsempfehlungen bewegt sich knapp die Hälfte der Steirerinnen und Steirer zwischen 20 und 65 Jahren in ihrer Freizeit in einem gesundheitsförderlichen Ausmaß. Im Unterschied zu 2014 ist der Anteil derjenigen, die sich mindestens 150 Minuten pro Woche bewegen jedoch gesunken.

Gesundheitsbericht 2020 für die Steiermark: https://gesundheitsbericht-steiermark.at

 

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06.09.2021

Für Sport ist man nie zu alt

Mehr Ausdauer, Kondition und Kraft: In jedem Alter ist Bewegung gesund. Aber es gilt die richtige Trainingsform und Intensität zu finden.

200 Knochen, mehr als 400 Muskeln: Der menschliche Körper ist ein Bewegungsapparat. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt 150 Minuten Bewegung pro Woche, um körperlich und mental fit zu bleiben. Körperliche Aktivität sollte ein fixer Bestandteil des Alltags sein. Unternehmungen mit Gleichgesinnten und Aktivitäten, für die es nicht zu viel Aufwand braucht, motivieren besonders.

In jedem Alter tut Aktivität dem Körper gut. Das Training sollte aber an die körperliche Verfassung angepasst werden. Vor dem Start sollte man ärztlich abklären, welche Einschränkungen es gibt, Gelenksabnützungen im Knie-, Hüft- oder Sprunggelenk beispielsweise. Hat man bereits ein künstliches Gelenk, so gilt: Sportarten, die vor der Operation ausgeführt werden konnten, funktionieren zumeist auch danach gut. Für die Gelenke schonend sind Sportarten wie Radfahren, Nordic Walking und Schwimmen. Zusätzlich zum Ausdauertraining sollte auch die Muskelkraft gestärkt werden.

Viele überschätzen beim Sport ihre technischen und körperlichen Vorraussetzungen. Wichtig sind auch sorgfältiges Aufwärmen, das Vermeiden von Übermüdung und eine gute Ausstattung. Je ungeübter man ist, desto perfekter sollte die Ausrüstung sein. Die sportlichen Ziele sollten nicht zu hoch gesteckt werden, die Freude an der Bewegung ist am wichtigsten.

Tipp für akute kleine Sportverletzungen:
Im akuten Zustand sollte die allgemeingültige PECH-Regel zur Anwendung kommen: P für Pause, E für Eis und damit Kühlen, C für Compression in Form eines Druckverbandes, der die Schwellung minimieren soll, und H für Hochlagern. Schonung ist wichtig. Halten die Schmerzen an, zum Arzt!

 

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16.08.2021

Von der Bedeutung des Hörens

Die meisten Reize aus der Außenwelt erreichen den Menschen auf akustischem Weg.

Das Ohr nimmt ununterbrochen Schall auf (Töne, Geräusche, Worte) und leitet diese Reize ans Gehirn weiter. 90 % der Informationen, die das Gehirn erreichen, tun dies über die Ohren. Das Ohr verbindet uns mit der Welt und trainiert unser Zentralnervensystem. Denn vieles, was wir hören, macht im wahrsten Sinne des Wortes Sinn: Worte, die uns informieren, Musik, die uns ablenkt oder Vogelstimmen, die uns entspannen – akustische Signale haben Wirkung.

Schwerhörigkeit als Risikofaktor

Menschen, die im fortgeschrittenen mittleren Alter schwerhörig sind, haben ein größeres Risiko, an Demenz zu erkranken. „Das Gedächtnis braucht Stimulation, damit die geistige Leistungsfähigkeit erhalten bleibt. Menschen, die schlecht hören, ziehen sich oft in ihrem Sozialleben zurück und haben so weniger Impulse für ihr Gehirn“, betont Alzheimer-Experte Prof. Robert Perneczky. Außerdem: Je mehr man sich auf‘s Hören konzentrieren muss, desto höher ist auch der Aufwand für unser Gehirn. Letzten Endes bleibt zu wenig Reserve, um sich Dinge merken zu können. „Wer schlecht hört, braucht die Reserven seines Gehirns auf. So wird man anfälliger für eine Demenz.“ Schwerhörigkeit im mittleren Alter ist zwar kein Vorbote für eine spätere Demenz, allerdings ein Risikofaktor.

Michael Pichler – Business Development

Prävention als wichtiger Bestandteil von aktivem und gesundem Altern

Weil das Ohr den Hauptteil der Reizzufuhr für das Gehirn übernimmt, ist die zunehmende Lärmbelastung für Menschen ein hoher Stressfaktor, der auch zu sehr ernsten Erkrankungen führt. Lärmschwerhörigkeit ist eine der häufigsten Berufserkrankungen in Österreich. Die Möglichkeiten zur Vorbeugung einer nicht angeborenen Schwerhörigkeit sind vielfältig. Lärmeinwirkungszeit und -intensität sollten möglichst gering gehalten werden, zudem sollte ein Gehörschutz gezielt eingesetzt werden.

„Unser Gehör ist die Basis für Kommunikation und soziale Interaktion. Umso wichtiger ist es, seine Ohren nicht nur bestmöglich zu schützen, sondern eine Hörminderung auch rechtzeitig mit Hörgeräten zu versorgen“, erklärt Ing. Lukas Schinko, CEO der Neuroth-Gruppe.

In die gleiche Kerbe schlägt auch Michael Pichler von Human.technology Styria GmbH (HTS): „Gesundheit ist wohl das wertvollste Gut des Menschen, umso wichtiger ist es diese zu bewahren, vor allem im fortgeschrittenen Alter. Dieses Ziel langfristig zu verfolgen ist Teil unseres Leitprojekts Referenzregion für Active and Healthy Ageing (AHA) in der Steiermark.“ Das Projekt dient zum internationalen Austausch von innovativen Ideen, Produkten und Konzepten und möchte mit vielfältigen Aktionen die gesunden Lebensjahre der ÖsterreicherInnen um mindestens zwei Jahre verlängern.

Mehr Infos unter: http://www.humantechnology.at/aha

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4.8.2021

Leben mit Zöliakie

Zöliakie ist eine lebenslange Autoimmunerkrankung aufgrund einer Überempfindlichkeit gegenüber Gluten. Betroffene müssen konsequent eine glutenfreie Diät einhalten.

Jeglicher Verzehr von Gluten, ob beabsichtigt oder nicht, kann schwere Folgen für die Gesundheit haben. Die Med Uni Graz hat im Rahmen des EU-Projekts „CD SKILLS“ das Ziel, das Bewusstsein für die Erkrankung zu schärfen. Durch eine Glutenunverträglichkeit kommt zu einer Überreaktion des Immunsystems und einer chronischen Entzündung der Dünndarmschleimhaut. Etwa ein Prozent der Bevölkerung leidet an dieser Erkrankung. Neun von zehn Betroffenen sind sich dessen aber nicht bewusst, da die Symptome sehr unterschiedlich sein können.

„Häufige Magen-Darm-Probleme, Mangelernährung und Gewichtsverlust können darauf hindeuten“, erklärt Projektkoordinatorin Almuthe Hauer von der Med Uni Graz. Zöliakie wird meist bereits im Kindesalter diagnostiziert. Im Allgemeinen kann die Erkrankung aber in jedem Alter auftreten. Frauen sind doppelt so oft betroffen wie Männer. Auch erbliche Faktoren dürften eine Rolle spielen, denn bis zu 18 Prozent der Verwandten ersten Grades von Betroffenen haben ebenfalls eine Zöliakie.

Nach der Diagnose fühlen sich Betroffene stark eingeschränkt, zumal sie viele Lebensmittel vom Speiseplan streichen müssen. Das Klebereiweiß steckt in vielen Backwaren und getreidehaltigen Produkten wie Brot, Nudeln, Pizza oder Müsli. Für zahlreiche Lebensmittel gibt es glutenfreie Varianten, die allerdings wesentlich teurer sind. Zu glutenfreien Getreidesorten gehören Reis, Mais, Hirse, Buchweizen, Amaranth oder Quinoa.

„Neben einer lückenlos glutenfreien Ernährung, die auch für symptomlose Patientinnen und Patienten dauerhaft unerlässlich ist, müssen anfangs oft Mangelzustände ausgeglichen werden, die Folge der Darmentzündung und gestörten Nährstoffaufnahme ins Blut sind“, so ihre Empfehlung.

12.07.2021
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Forscher finden Schlankheitsgen

Bei Untersuchungen an 640.000 Probanden sind Wissenschaftler auf ein Gen gestoßen, das offenbar vor Fettleibigkeit schützt.

Zwei Milliarden Menschen weltweit sind laut WHO übergewichtig. Betroffen sind nicht nur die westlichen Industrienationen, die Schwellenländer ziehen in hohem Tempo nach. Selbst in armen Ländern ist der Anteil im Steigen begriffen. Die medizinischen Folgen sind bekannt: Übergewicht erhöht das Risiko für Diabetes und Herzinfarkte und könnte in den nächsten Jahren das Rauchen als Hauptursache für Krebs ablösen.

Gene, die die Fetteinlagerung im Bauchraum begünstigen, und solche, die den Gusto auf Süßigkeiten, Alkohol und Snacks erhöhen, sind bereits erkannt. Welche aber schützen vor Übergewicht? Stoffwechselforscher Luca Lotta vom Biotech-Unternehmen Regeneron hat eine seltene Variante des Gens GPR75 im Tierversuch als Garant für Schlankheit eruiert. Lotta gegenüber dem ORF: „Bei MC4R, einem anderen der von uns identifizierten Gene, wird bereits untersucht, ob es sich für eine Schlankheitspille eignen könnte.“ Darauf setzt man freilich auch bei dem neu entdeckten Gen.

Allerdings gilt auch: Durch ein hohes genetisches Risiko ist man nicht gleich dem Schicksal ausgeliefert. Manche bleiben trotz ihrer nachteiligen Gene schlank. Möglicherweise gibt es bisher unentdeckte Gene, die den negativen Effekt lindern – oder die Betroffenen haben sich einfach für einen gesunden Lebensstil entschieden. Wie gesund leben Sie?

06.07.2021
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