ÖGK lädt Bevölkerung zu Gesundheits-Checks ein

Die Österreichische Gesundheitskasse verschickt in den Monaten April bis Juni insgesamt 450.000 Einladungen zur Vorsorgeuntersuchung (Gesundheits-Check) an die Versicherten aus.
Empfohlen wird der Gesundheits-Check Personen unter 40 Jahren alle drei Jahre. Ab dem 40 Lebensjahr wird jedes zweite Jahr empfohlen. Diese Vorsorgeuntersuchung kann auch ohne persönliche Einladung von allen Personen ab 18 Jahren in Anspruch genommen werden, sofern die letzte Vorsorgeuntersuchung länger als ein Jahr zurückliegt.

Der Gesundheits-Check kann bei allen niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten mit entsprechendem Vertrag sowie in den Gesundheitszentren der ÖGK vorgenommen werden. Eine kostenlose Serviceline (0800 501 522) steht von Montag bis Freitag von 8.00 bis 18.00 Uhr für allgemeine Informationen zur Vorsorgeuntersuchung zur Verfügung. Wird eine Untersuchung in einem Gesundheitszentrum gewünscht, können die Versicherten den Termin direkt über die Serviceline buchen. Zum Gesundheits-Check bitte die e-card mitbringen.

Auch in Corona-Zeiten bietet Ihnen der Gesundheits-Check die Möglichkeit, gemeinsam mit Ihren Ärztinnen und Ärzten Wege zu finden, um länger und gesünder zu leben!

Mehr Informationen zur Österreichischen Gesundheitskasse finden Sie hier: ÖKG.

31.3.2021
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Allerheiligen-Wochenende im Zeichen von Corona

Neue Maßnahmen werden von der Regierung am Samstag bekanntgegeben. Gottesdienste auf Friedhöfen entfallen, stattdessen ist eine Do-it-yourself-Segnung möglich.

Die CoV-Ampelkommission hat entschieden: Ganz Österreich wird auf Rot gestellt. Es ist eine Premiere. Bei keiner Schaltung bislang wurde eine Gesamteinschätzung vorgenommen. Zusätzlich gibt es Risikoeinstufungen auf Bundesländer- und Bezirksebene. In der Steiermark herrscht mit Ausnahme des gelben Bezirks Murau Rot vor.

Die Regierung will am Samstag neue Schritte gegen die Ausbreitung des Coronavirus bekanntgeben, ein neuerlicher Lockdown wird erwartet. Sollten die derzeit hohen Neuinfektionszahlen weiter steigen, drohe bereits „Mitte, Ende November“ die Überlastung der Intensivstationen, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober. Wie genau ein zweiter Lockdown aussehen wird,

An den Tagen rund um Allerheiligen, die sonst von vielen Gräbersegnungen und zahlreichen Familientreffen bestimmt werden, wird in diesem Jahr allerorts Zurückhaltung nahegelegt. Die Bischofskonferenz rät von größeren Familienzusammenkünften ab, Gottesdienste auf den Friedhöfen entfallen überhaupt. Es gibt jedoch Übertragungen online, im Fernsehen und im Radio wie beispielsweise die Homepage der Diözese Graz-Seckau informiert. Viele Pfarren verteilen Weihwasserfläschchen für die eigene „Do-it-yourself“-Segnung der Grabstätten, da alle Getauften um Gottes Segen bitten dürfen.

Beitrag veröffentlicht am 30. Oktober 2020
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Zweiter Lockdown beim Nachbarn

In steirischen Spitälern gibt es seit heute Besuchsverbote. Auch in Westösterreich spitzt sich die Lage zu. Deutschland geht in einen zweiten Lockdown.

Die Kapazitäten in den steirischen Landeskrankenhäusern sind teilweise am Limit. Mittwoch wurde daher wieder ein Besuchsverbot für diese Spitäler verhängt. Ausnahmen gibt es nur in Einzelfällen – etwa bei Geburten, bei der Begleitung von Kindern oder wenn bei einem Patienten Lebensgefahr besteht. In Oberösterreich werden bereits planbare Operationen verschoben, derartige Überlegungen gibt es auch in Wien, Salzburg, Tirol und der Steiermark.

Auch in Westösterreich spitzt sich die Lage zu. Rekordwerte wurden bei den 7-Tage-Inzidenzen verzeichnet. Laut Agentur r Gesundheit und Ernährungssicherheit lagen vor allem in den westlichen Bundesländern Vorarlberg, Tirol und Salzburg die Neuinfektionen mit dem Coronavirus knapp unter beziehungsweise bereits über dem Wert von 300 je 100.000 Einwohner. Vor noch nicht einmal zwei Wochen lagen Tirol und Salzburg bei jeweils 139,8, Vorarlberg bei 124,8. Österreichweit lag der Wert zuletzt bei 214.

Inzwischen wird auch wieder der Ruf nach der Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung laut, die Ende August ausgelaufen ist. Arbeitnehmervertreter bei der Österreichischen Gesundheitskasse drängen auf die Wiedereinführung, weil Sorge wegen einer Überlastung von Arztpraxen besteht. Auch die steirischen Gesundheitsbehörden stoßen beim Contact Tracing zusehends an ihre Grenzen, weil die Zahlen steigen und das Personal fehlt.

In Deutschland wurde heute bekanntgegeben: Am 2. November soll ein zweiter Lockdown beginnen. Freizeiteinrichtungen sollen schließen, Lokale ebenso – nur die Lieferung und Abholung von Speisen soll noch möglich sein. Einzelhandel, Schulen und Kindergärten bleiben offen.

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Beitrag veröffentlicht am 29.10.2020

Healthy Ageing – Region Steiermark

Die Autonomie und Gesundheit der Bevölkerung bis ins hohe Alter zu ermöglichen, ist das übergeordnete Ziel der Steirischen AHA-Referenzregion – eine von 103 europäischen Referenzregionen und die einzige in Österreich. 

Im Alter länger gesund bleiben – um das zu erreichen, müssen Lebensqualität, Aktivität und Gesundheit der Menschen bis ins hohe Alter gefördert und verbessert werden. Neue Technologien und Digitalisierung können dabei unterstützend eingesetzt werden, um die Autonomie und soziale Integration der Bevölkerung bis ins hohe Alter zu ermöglichen. Gesundheit, Sicherheit, Orientierung sowie Motivation spielen dabei sowohl für die Betroffenen als auch für die Angehörigen eine wichtige Rolle. Innovative Produkte und Dienstleistungen, welche die bedürfnisorientierte Versorgung der älteren Bevölkerung in der Steiermark gewährleisten, müssen nicht nur entwickelt, sondern auch eingesetzt werden. Die generationenübergreifende Zusammenarbeit spielt dabei eine wichtige Rolle. Auch in aktuellen Forschungsprojekten wie „I-CARE-SMART“ (wir berichteten) rückt der Fokus immer weiter in Richtung bedarfs- und benutzerorientierte Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen.

„Für das kommende Jahr haben wir für die AHA-Referenzrregion Themenschwerpunkte definiert, in welchen wir großes Potenzial sehen“, so Michael Pichler, seitens Human.technology Styria (HTS) der Verantwortliche für die AHA-Referenzregion. „Wir werden besonderes Augenmerk auf Themen wie Digital Health und AAL-Systeme (Ambient Assisted Living = altersgerechte Assistenzsysteme), Ernährung, alter(n)sgerechtes Design sowie die Ausprägung einer „Gesundheitsdestination“ in der Südoststeiermark (Bad Radkersburg und Bad Gleichenberg) legen“, so Pichler.

Digitalisierungsschub 2020

Speziell die Bereiche „Digital Health“ und „AAL-Systeme“ gewannen durch die Corona-Krise an Sichtbarkeit. „Es gilt, den Status Quo und die Möglichkeiten in diesen beiden Themenbereichen aufzuzeigen sowie die Innovationskraft steirischer Unternehmen auf diesem Gebiet hervorzuheben. Damit werden wir bereits im Rahmen unserer Veranstaltung „Digital Health & AAL – eine neue Normalität“ am 22.10. beginnen“, meint Pascal Mülner, Business Developer im Bereich Digitalisierung bei HTS. Als Key Note Speaker konnte mit Prof. Dr. Siegfried Meryn ein ausgewiesener Digital Health-Experte gewonnen werden.

Wir stehen am Beginn einer spannenden Reise. Digitalisierung soll nicht nur helfen, unser Gesundheitssystem zukunftsfit zu machen, sondern  auch die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung deutlich zu verbessern. Speziell in der Prävention leistet die Digitalisierung wertvolle Dienste. Diese reichen von der Früherkennung z. B. bei der frühzeitigen Erkennung von malignen Hautveränderungen bis hin zu Ganganalysen bei älteren Menschen zur Sturzvermeidung. Tragbare Systeme zur Erfassung von Vitalparametern, sogenannte Wearables, erfahren aktuell einen Aufwind und werden mittlerweile nicht nur im Fitness-Bereich eingesetzt; sie können zukünftig auch vermehrt die Rolle eines „Schutzengels“ übernehmen, etwa für die Überwachung von Herz-Kreislaufpatienten.

Großes Potential versprechen auch die digitalen Therapieangebote. Sie können den Nutzer bei der Durchführung von Übungen unterstützen beziehungsweise zur Einhaltung eines gesunden Lebensstils motivieren. Darüber hinaus kann auch der Therapieerfolg dokumentiert und eventuell auch belohnt werden.

Generationen & Design

Beim Thema „alter(n)sgerechtes Design“ möchte man seitens des HTS-Clusters unter anderem DesignerInnen vermehrt in den Produktgestaltungsprozess einbinden, um neue Impulse für bedarfsgerechte Produkte zu generieren. Auf diesem Gebiet arbeitet HTS sehr eng mit dem steirischen Kreativwirtschafts-Cluster „Creative Industries Styria“ zusammen. „Barrierefreies Wohnen bedeutet nicht, Abstriche beim Design machen zu müssen“, sagt Pichler, und weiters: „Man muss nicht der Generation 65+ angehören, um neue Funktionalitäten in seinem Wohnraum kennen und schätzen zu lernen.“

Ernährung als Schlüsselfaktor

Ein Schlüsselfaktor in der Prävention ist und bleibt die gesunde Ernährung. „Nutraceuticals“, der Begriff ist eine Kombination aus den englischen Begriffen „nutrition“ (Ernährung) und „pharmaceutical“ (Arzneimittel), sind dabei Nahrungsmittelbestandteile, die von medizinischem und gesundheitlichem Nutzen sind. HTS wird deshalb das Thema „Nutraceuticals“ verstärkt aufgreifen und analysieren, wo man diese Produkte prophylaktisch oder auch therapeutisch einsetzen kann. 

 

„Wir sind zuversichtlich, dass sich die AHA-Referenzregion Steiermark in den kommenden Jahren zu einem Vorzeigemodell entwickeln wird.“  – Dr. Johann Harer, Geschäftsführer des Humantechnologie-Clusters

Destination Gesundheit

Im Bereich des Gesundheitstourismus hat die Steiermark einiges zu bieten. Dieses Angebot soll speziell für die südoststeirische Thermenregion geschärft werden. Es gilt, für diese Region ein Angebot auszuformulieren, das klar erkennbar und international positionierbar ist und die Region als herausragende Gesundheits- und Tourismus-Destination ausweist. Die Entwicklung eines solch einzigartigen Angebot-Pakets kann als Beispiel für weitere Gesundheitsregionen dienen, auch europaweit. „Wir sind zuversichtlich, dass sich die AHA-Referenzregion Steiermark in den kommenden Jahren im europäischen Kontext zu einem Vorzeige-Modell entwickeln wird, sowohl im Bereich der Prävention als auch bei der optimalen Versorgung älterer MitbürgerInnen“, meint Johann Harer, Geschäftsführer bei Human.technology Styria.

 

Beitrag veröffentlicht am 14. Oktober 2020
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Das Glück in der Steiermark | Seniorenstudie

Abenteuer Alter legt die erste steirische Seniorenstudie vor. Sie zeigt: Rund 70 % der junggebliebenen Steirer und Steirerinnen sind mit ihrem Leben zufrieden, es gibt aber auch Schattenseiten. Ein Schaufenster ins Leben und ein ernster Appell an die Politik.

Erstmals haben wir für unsere Leser in einer Umfrage erhoben, wie es den 250.000 SeniorInnen über 60 Jahren in der Steiermark geht. Das Ergebnis der Seniorenstudie ist erfreulich, manche Details machen aber nachdenklich. So sind erstaunliche 70 Prozent der Befragten mit ihrer persönlichen Lebensqualität zufrieden, in hohem Grad gesund, aktiv und reiselustig. Man könnte sagen, sie empfinden Glück im Leben. Zu viele beklagen aber auch finanzielle Nöte, gesundheitliche Sorgen oder Einsamkeit, andere wiederum planen teure Reisen. Der hohe Grad an Zufriedenheit der älteren Generation mit ihren Lebensumständen ist nicht gleichmäßig über die ganze Generation verteilt. Auf dem Land bezeichnen mehr als 80 % der Befragten ihre persönliche Lebensqualität als sehr hoch oder hoch. Im städtischen Raum sind es rund 57 %, also deutlich weniger.

Der wichtigste Faktor für die überwiegend gute Stimmung in dieser Generation ist nach der Studie, dass die SteirerInnen mit der Pensionierung viel Souveränität zurück gewinnen. Sie können frei über ihre Zeit entscheiden, sind frei von Arbeitsdruck und beruflichen Verpflichtungen und können sich eigenen Bedürfnissen, der Familie, Freunden und Hobbys widmen. Der Übergang in die Pension bringt auf jeden Fall große Veränderungen mit sich. Fast 35 % der Befragten empfinden dadurch keine nachteiligen Wirkungen, doch fast 25 % hadern damit, dass sie seit dem Pensionsantritt weniger Geld zur Verfügung haben. Keine andere negative Veränderung wurde von den Befragten auch nur annähernd so oft genannt. Die Seniorenstudie zeigt der Politik hier, dass es Handlungsbedarf gibt.

16,9 % der Befragten gaben an, dass sie sich seit der Pensionierung sehr einschränken müssen, weitere 33,1 % berichteten von Einschränkungen, die aber nicht so heftig sind. Die finanzielle Anspannung hat Folgen. Diese Gruppe erfährt Formen der Altersdiskriminierung etwa bei der Bank oder der Versicherung. Und fast 19 % der steirischen Pensionisten gehen einer berufsähnlichen und bezahlten Tätigkeit nach, und zwar durchschnittlich mehr als sechs Stunden pro Woche. Neben der Geldsorgen von zu vielen älteren SteirerInnen wiegt auch die Einsamkeit schwer, dazu die nachlassende Gesundheit und das Empfinden, im Leben nur noch wenig Sinn zu sehen. Ein Drittel in dieser Altersgruppe sagte, dass sie gesundheitliche Probleme haben. Die anderen zwei Drittel fühlen sich sehr gesund oder gesund. Sogar mehr als 90 % fühlen sich geistig voll fit. Dazu gehören wohl Angehörige einer speziellen Gruppierung. 12,3 % der befragten älteren Steirerinnen erklärten, schon eine Schönheits-OP gehabt zu haben. Weitere 6,5 % haben eine geplant.

Der hohe Grad an körperlichem und geistigem Wohlbefinden hängt entscheidend damit zusammen, was die älteren SteirerInnen in ihrer Freizeit machen. 65 % der Befragten treiben nach eigenen Angaben zumindest halbwegs regelmäßig Sport. Am häufigsten bei den möglichen Mehrfachnennungen wurden Spaziergänge mit oder ohne Nordic Walking-Ausrüstung genannt (46 %), gefolgt von Wandern/Bergsteigen (35 %) und Radfahren (33 %). Die Seniorenstudie hat die konkreten Lebenssituationen der Generation durchforstet, etwa die wichtige Frage der Mobilität. Erwartungsgemäß ist der eigene Pkw ab einem Haushaltseinkommen von 1.500 Euro eine Selbstverständlichkeit. Im Schnitt haben 74,1 % ein Auto, auf dem Land sogar 86 %. Deshalb ist das eigene Auto für 81,8 % der Befragten das mit Abstand am häufigsten benutzte Verkehrsmittel. 24,8 % setzen sich in öffentliche Verkehrsmittel, 8,9 % sind mit dem Rad unterwegs.

Zum aktiven Lebensabend gehört auch bei der älteren Generation das Reisen. Für 81,3 % ist es normal, auf Urlaub und auf Reisen zu gehen. 80 % von ihnen bevorzugen die Steiermark und andere Bundesländer Österreichs, deutlich weniger (16,7 %) zieht es nach Übersee. Fast zwei Drittel der Reisen haben die Senioren laut Studie mit dem Auto unternommen, 42 % per Flugzeug und fast ein Viertel vertraute sich einem Reisebus an. Bemerkenswert: Immerhin 13,7 % der Befragten verbringt die kalte Jahreszeit regelmäßig in wärmeren Weltgegenden.

Absolut auf der Höhe der Zeit ist der Umgang der älteren Generation mit den Medien, ergab die Seniorenstudie. Bei den traditionellen Medien Tageszeitung, Radio und Fernsehen ergibt sich das erwartbare Bild einer großen Treue zu den Portalen mit starkem Regionalbezug. Daneben sind die älteren SteirerInnen aber längst in der digitalen Medienwelt angekommen. Sie surfen und chatten im Schnitt 1,9 Stunden pro Tag. Sogar Befragte über 70 Jahren sind im Schnitt 1,7 Stunden täglich online. Bei den sozialen Medien liegt Whatsapp klar voran. Erstaunliche 72,8 % der Befragten gaben an, diesen Dienst zu nutzen.

Bemerkenswert ist das Ergebnis der Seniorenstudie hinsichtlich der jetzigen und der gewünschten Wohnsituation der älteren SteirerInnen. Derzeit leben 97 % in einem Haus oder in einer Wohnung, entweder zur Miete oder im Eigentum. 55 % von ihnen schließen einen Wohnungswechsel aus, aber mit 28,7 % scheinen auffallend viele in dieser Hinsicht flexibel zu sein. Sie können sich eine andere – wohl bessere – Wohnsituation vorstellen. Laut Seniorenstudie sind sie sogar zu einer durchaus radikalen Verhaltensänderung bereit. Auf die Frage, wie die künftige Wohnsituation beschaffen sein soll, gab knapp die Hälfte an, mit einer betreuten Wohneinrichtung oder einem Platz in einem Heim zu liebäugeln. Zehntausende ältere Mitbürger sind also bereit, ihre jetzige Wohnung oder das Eigenheim gegen eine Form des betreuten Wohnens zu tauschen. Der Steiermark steht also ein gewaltiger Wandel auf dem Wohnungsmarkt für Senioren und bei der Betreuung bevor. Gesellschaft und Politik müssen dafür Antworten finden.

Der drohenden Vereinsamung zu entfliehen, ist in dieser Generation ein großes Thema. Die Kontaktsuche, um den eigenen Freundeskreis zu erweitern, geschieht offenbar auch heute überwiegend auf traditionelle, zwischenmenschliche Art. Laut Seniorenstudie suchen Männer nach der Pension Anschluss eher bei Vereinen, Frauen bevorzugen ehrenamtliche Tätigkeiten. 8,8 % setzen nach eigenen Angaben auf Kontakte über Dating-Plattformen im Internet. Ähnliche gering entwickelt ist noch das Wissen über Seniorenportale im Internet. 5 % nutzen solche Plattformen, 6,6 % kennen unser Magazin „Abenteuer Alter“ zumindest dem Namen nach.

Beim Essen sind die steirischen SeniorInnen überwiegend konservativ, laut Studie bevorzugen sie traditionelle Hausmannskost. Die Frauen sind da neugieriger und  gesundheitsbewusster. Jede fünfte der Befragten ernährt sich hauptsächlich vegetarisch, vegan oder nach Art der Flexitarier. Bei den Männern ist der Anteil halb so hoch.
Eingehend widmet sich die Steirische Seniorenstudie dem Wertegerüst der älteren Generation. Es dominieren Lebenswerte, die mit Beziehungen zu tun haben, wie Hilfsbereitschaft, Loyalität oder Verantwortungsbewusstsein. Wichtig ist den Älteren Sicherheit und sie hoffen auf Zufriedenheit. Umweltschutz oder Gleichberechtigung sind hingegen keine ganz wichtigen Werte. Glaube und Religion drohen genauso unter die Räder zu geraten wie die Verbundenheit mit der Heimat. Allerdings geht knapp die Hälfte der steirischen SeniorInnen hin und wieder in Tracht aus dem Haus – Städter erstaunlicherweise öfter als Landbewohner.
Auf die Frage, ob sie in ihrem Leben noch etwas erleben oder tun wollen, fiel zwei Drittel spontan offenbar nicht viel ein. Viele liebäugeln immerhin mit einer großen Reise. Es gibt aber auch ganz Lebenslustige, die wollen gar auswandern, noch einmal ein Rennauto fahren oder mit dem Fallschirm springen.

Information zur großen „Steirischen Seniorenstudie“:
Die Generationen-Plattform „Abenteuer Alter“ hat die „Steirische Seniorenstudie“ in Auftrag gegeben. Erstellt hat sie Ende 2019 das Institut bmm (Brandstätter Matuschkowitz Marketing) aufgrund von rund 250 persönlichen Gesprächen mit Personen über 60 Jahren. Die Schwankungsbreite der Prozentangaben beträgt +/- 6,3%. 

 

Beitrag veröffentlicht am 5. Juni 2020
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