Wie fährt man eine Oldtimer-Rallye?

Die wichtigsten Antworten auf alle Fragen rund um die „artgerechte Betreuung“ von historischem Kulturgut…

Zugegeben, das heurige Oldtimerjahr ist so gut wie vorüber. Aber: Das Einwintern fällt gleich leichter mit der Aussicht auf das nächste große Abenteuer im nächsten Jahr. Wie wär´s mit einer Oldtimerrallye?

Ich muss vorausschicken, dass ich schon seit knapp 20 Jahren solche Rallyes fahre und sogar schon die eine oder andere gewonnen habe. Deshalb maße ich mir an, Ihnen – geschätzte Leserin, werter Leser – Tipps zu geben, wie man so ein Vorhaben in die Tat umsetzt. Und nächstes Jahr – das passt! Es braucht nämlich Vorbereitung und Vorwissen. Daher habe ich hier für Sie die fünf wichtigsten Fragen rund um Oldtimerevents zusammengefasst – inklusive meiner Antworten!


01.
Kann jedes Auto an einer Oldtimerrallye teilnehmen?

Klare Antwort: Nein! Viele bekannte und renommierte Veranstaltungen, wie die Südsteiermark Classic (20. bis 23.  April 2022) oder die Ennstal Classic (20. bis 23. Juli 2022), lassen nur Fahrzeuge bis zum Baujahr 1972 an den Start. Je älter, desto besser, je seltener, desto eher bekommen Sie einen Startplatz, denn beide Veranstaltungen sind permanent überbucht. Internationale Veranstaltungen wie etwa die Mille Miglia in Italien schränken noch mehr ein: Bei der „Mille“ dürfen nur Autos an den Start, die bei der historischen Mille von 1927 bis 1957 gestartet sind. Aber ich würde ohnehin raten, einmal kleiner und regional zu beginnen.

02. Was kostet die Teilnahme?

Vorausgesetzt, Sie haben ein gut ausgestattetes und rallyetaugliches Fahrzeug, liegt das Startgeld zwischen knapp 400 Euro – etwa für die Murtal Classic (3. bis 5. Juni 2022) bei 2.500 – und 3.000 Euro für die größten österreichischen Veranstaltungen und bei 10.000 Euro für die Millie Miglia (inkl. Hotels und Sponsor-Uhr).

„Sie brauchen auf jeden Fall einen nervenstarken Beifahrer und eine belastbare Beziehung.“

03. Was muss ich im Auto für eine Rallye dabeihaben?

Kurze Antwort: Kommt drauf an… Wollen Sie Spaß haben oder haben Sie – wie ich – den Anspruch, vorne mitzumischen – dann wird’s aufwendig. Ohne ins Detail zu gehen: Sie brauchen für den zweiten Fall eine coole Beifahrerin oder einen nervenstarken Beifahrer und eine belastbare Beziehung, das ist das Wertvollste, den Rest können Sie mit Geld kaufen: Sie brauchen einen mechanischen Wegstreckenzähler (Halda), der vom Tacho abzweigend den gefahrenen Weg auf zehn Meter genau anzeigt, rechnen Sie dafür inkl. Einbau 2.000 bis 3.000 Euro. Sie benötigen mindestens zwei gute, mechanische Stoppuhren mit Schleppzeiger (ab 400 Euro), und einen Satz Schnitt-Tabellen, die druckt man im besten Fall selbst aus. Ja und dann müssen Sie nur mehr wissen, wie´s geht!

04. Wie funktioniert eine Oldtimerrallye?

Sie bekommen beim Start ein Roadbook ins Auto, mit der Wegbeschreibung. Das sind bis zu 100 Seiten starke Bücher, mit tausenden „Chinesenzeichen“, also aufgezeichneten Kreuzungen, Kirchen, Brücken etc. Gelesen wird von unten nach oben! Darin finden Sie, auf zehn Meter genau eingezeichnet, die Angabe, was zu tun ist (abbiegen, gerade weiter…) – und spätestens jetzt macht es Sinn, einen Wegstreckenzähler im Auto zu haben und nicht nach Kilometerzähler zu fahren, der ja nur 100 Meter genau anzeigt.

Finden Sie einmal den richtigen Weg, so gibt es nun zwei Arten von Sonderprüfungen. Bei Schnittprüfungen fahren Sie eine bestimmte Strecke in genau dem Schnitt, den der Veranstalter vorgegeben hat (z. B. 42 km/h). Dafür brauchen Sie jetzt die Schnitt-Tabellen, die Stoppuhr und wieder den Wegstreckenzähler. Und es gibt noch die sogenannten Timing-Prüfungen. Hier fährt man z. B. auf einer abgesteckten Strecke genau sieben Sekunden von A nach B. Dafür braucht es einen exakt zählenden Beifahrer und eine Stoppuhr. Und das war’s auch schon. Ach ja, hätte ich fast vergessen: Jede Hundertstelsekunde Abweichung bedeutet einen Strafpunkt. Sieger ist der mit den wenigsten Punkten, ein paar hundert kommen bei jeder Rallye zusammen, im besten Fall. Klingt einfach und logisch. Aber wer vorne dabei sein will, braucht jetzt nur noch Übung.


05. Und was ist da dran lustig?

Für mich persönlich ist es neben der geistigen Herausforderung das Treffen mit vielen oldtimerbegeisterten Menschen. Wenn man gleiche Interessen hat, dann findet man über alle sozialen Schichten Menschen, mit denen man was zu besprechen hat. Man trifft Promis wie einen Peter Kraus, der in seinem AC Bristol einfach nur „einer von uns“ ist, der mit dir lacht und scherzt. Ich habe bei Rallyes schon Patrick Dempsey kennen gelernt, oder Hans Knauss, oder einfach nur den begnadeten Schrauber von nebenan. Die dabei geführten „Benzingespräche“ über Autos, Heldentaten und Missgeschicke sind ganz oft eine gedankliche Reise in die Vergangenheit. Und seien wir ehrlich: Wer macht die nicht gerne, vor allem wenn man schon viel erlebt hat wie wir alle.

Übrigens: Die Fotos haben wir im Rahmen der heurigen Ennstal Classic gemacht, die ich als Copilot meines Freundes Jakob Gailhofer bestreiten durfte. Wir haben als Team zum ersten Mal eine Rallye bestritten und haben es auf den Gesamtrang 13 von 227 Teilnehmern geschafft. Ich weiß, das ist kein Sieg. Aber wir kommen wieder im nächsten Jahr! Und wer jetzt noch Fragen dazu hat, der kann mich für noch mehr Details gerne über die Abenteuer-Alter-Redaktion erreichen unter: office@abenteueralter.at

 

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07.01.2022

Mondhoroskop | 3. Jänner – 9. Jänner

Wechselhaft lautet das Motto dieser ersten Jänner-Woche. Steinbock-, Wassermann- und Fischemond sorgen für einen abwechslungsreichen Start ins neue Jahr. Unser Wochenhoroskop von Susanne Cerncic.

Die Woche beginnt mit einem etwas anstrengenden Mond im Steinbock, Pflichten stehen wieder auf der Tagesordnung. Ab Dienstag wird, dank des Wassermannmondes, die Grundstimmung wieder unbeschwerter, zusätzlich läuft der Mond am Vormittag über die Venus und bringt so Zwischenmenschliches in ein gutes Gleichgewicht. Planen Sie eine wichtige Aussprache, so ist jetzt ein guter Zeitpunkt dafür.

Am Donnerstag und Freitag könnte Sie der Fischemond sowohl empathischer, als auch verletzbarer machen. Falls Sie ein Bedürfnis nach Rückzug verspüren, geben Sie diesem Gefühl nach und finden Sie sich schnell wieder in Ihre Mitte. Das Wochenende kann aktiv gestaltet werden, denn bei einem Widdermond ist „Ruhe“ ein Fremdwort. Nutzen Sie diese Zeit für sportliche Betätigungen und Unternehmungen aller Art – vermeiden Sie allerdings Streitgespräche, denn das könnte zu dynamisch werden.

Tipp für die Geburtstagskinder der Woche:

Mars im Schützen gibt Enthusiasmus und Lebensfreude, der zusätzliche Aspekt auf Uranus könnte Sie in diesem Lebensjahr spontaner und abenteuerlustiger als normalerweise machen. Jupiter in den Fischen macht empfänglicher für sensible Themen, sehr oft wird in dieser Zeit viel über den Sinn des Lebens nachgedacht. Dadurch wird man offener für das Thema der eigenen Zufriedenheit und was das Wort „Glück“ für einen bedeutet.

Astrozuckerl:

Sollte Ihnen die Info zugekommen sein: „2022 – das Jahr des Jupiters“, dann sei an dieser Stelle erwähnt, dass das Jupiterjahr erst mit Frühlingsbeginn startet. Bis dorthin haben wir es nach wie vor mit einem Saturnjahr zu tun und Saturn ist der Planet der Verantwortung, Verpflichtung, Einschränkung, Reduktion und Regeln.

 

Die Autorin weist darauf hin, dass es sich bei diesen Texten um ein Sonnenstandshoroskop handelt und für eine persönliche Horoskopdeutung Geburtsdatum, Geburtszeit und Geburtsort benötigt werden.

 

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03.01.2022

Die gemalte Pandemie

Es war Mitte Februar 2020 und man nahm die ersten Meldungen, wonach sich ein neues Virus in Form einer „Chinesischen Grippe“ auszubreiten begann, mit jener zurückhaltenden Beachtung zur Kenntnis, wie sie weit entfernt stattfindenden Ereignissen zuteil zu werden pflegt. Als dann jedoch in der ersten Märzwoche ernsthafte Quarantäne- und andere Schutzmaßnahmen zur Diskussion standen, schlug bei Prof. Edith Temmel, der Grande Dame der steirischen Moderne, der künstlerische Seismograph heftig aus – sie begann ihre Vision einer Pandemie zu malen.

Seit kurzem liegt ihr spannendes, aus 37 in Mischtechnik im Format 80 mal 60 Zentimeter auf Papier gemalten Bildern bestehendes Werk mit dem Titel „Corona Tagebuch“ auch in gedruckter und gebundener Form vor. Edith Temmel zu Abenteuer Alter: „Ich habe gefühlt, dass etwas noch nie Dagewesenes auf uns zukommt und habe die Enge, die ich allein bei dem Wort Quarantäne schon fühlen konnte, mit malerischen Mitteln dokumentieren wollen.“

„Ich habe“, fährt die Künstlerin fort, „am 9. März zu malen begonnen und am Ostermontag – es war der 13. April 2020 – den Zyklus abgeschlossen. Diese Tage, die eine neue Phase in unserem Dasein einleiteten, dürfen einfach nie vergessen werden.“

Ihr Tagebuch sollte jedoch den Beginn einer bisher unvorstellbaren Pandemie nicht nur in Farben ausdrücken, sondern auch durch einen darauf behutsam abgestimmten Wortanteil zur Nachdenklichkeit anregen. Um dies zu erreichen, griff Edith Temmel auf ein literarisches Freundesteam zurück – die „Wortspinnerinnen.“

Diese im Jahre 2012 auf Initiative von Gertrud Mayer-Reinbacher gegründete Gruppe trifft sich in regelmäßigen Abständen zum Schreiben. Die „Wortspinnerinnen“ zeigten sich von Edith Temmels Idee, Texte zu den Bildern zu verfassen, ohne Wenn und Aber begeistert und so nahm das Gesamtkunstwerk „Corona Tagebücher“ endgültige Gestalt an. „Viele hatten ohnedies von sich aus schon die Geschehnisse in eigenen Tagebüchern notiert und kommentiert“, erinnerst sich die Künstlerin, „und so sind von Ostern bis Mai 2020 zu meinen 37 Bildern noch 37 Texte entstanden. Die Zeit der Corona-Pandemie wollte ich als Zeit einer Ausnahmesituation dokumentieren, da die gesamte Bevölkerung davon betroffen war und noch immer ist. Besonders aber waren es wir Künstlerinnen und Künstler – keine Ausstellungen, Auftrittsverbote, kein Einkommen. Eine gemeinsame Aufgabe kann in einer Zeit der Isolation, wenn auch im virtuellen Raum, den Zusammenhalt einer Gruppe stärken und neue kommunikative Energie erzeugen. Die Kunst braucht den Dialog und die Auseinandersetzung mit aktuellen Fragen.“

Edith Temmel ist seit dem Jahre 1965 in der Grazer Kunstszene beheimatet, ihr Atelier: eine Garage am Grazer Rosenhain. Aber nicht irgendeine Garage, eine der ganz besonderen Art. Mit ihr und der dazugehörenden Villa fängt Edith Temmels ungewöhnliche Familiengeschichte in der Grazer Landeshauptstadt eigentlich an.

Jahrelang war der gelernte Mechaniker Oscar Gienke aus Bautzen mit Frau und Kind mit seinen „lebenden Photographien“ bereits durch die deutschen Lande getingelt, als es ihn dann mit seinem Wanderunternehmen nach Österreich mit der Endstation Graz verschlug.

„Das war unser Großvater, der nach längerer Wanderschaft mit 22 Meter Film, einem Kinematographen und einem Vorführzelt schließlich im Jahre 1906 in der heutigen Grazer Conrad-von-Hötzendorf-Straße das ‚Erste Grazer Bioskop‘, später bekannt als ‚Tonkino‘ praktisch als zweites Standbein zu seiner Wandertätigkeit eröffnete“, weiß Edith Temmel aus der Familienchronik zu berichten. 

Ein Brand seines Vorführzeltes ließ dann den Großvater seine Wandertätigkeit beenden, er dürfte einiges an Geld dabei verdient haben, denn bereits 1909 eröffnete er das „Bioskoptheater Annenhof“ mit 700 Sitzplätzen in der Annenstraße 29, das bis zum Verkauf an die UCI im Jahre 1996 im Familienbesitz bleiben sollte.

Nur ein Jahr später – man schrieb das Jahr 1910 – erbaute Oscar Gienke in der Panoramagasse eine wunderschöne Villa, womit wir wieder bei der Garage wären, die großzügig angelegt ohne Weiteres einem „Garten-Lusthaus“ zugeordnet werden könnte. Das ist heute die Kreativwerkstätte Edith Temmels. 

Wie die Grande Dame der steirischen Kunstszene, die das „Kino-Handwerk“ vom Kartenabreißen und Platzanweisen über das Versprühen von Tannennadeldüften nach der Vorstellung mittels Flitspritze, Zuckerl- und Limoverkauf am Buffet und Filmvorführung von der Pieke auf beherrschte, auf die Kunst kam, ist wieder eine andere Geschichte, die Edith Temmel ausnahmsweise für Abenteuer Alter erzählt.

„Ich habe noch ziemlich jung 1965 geheiratet, mein Mann war Jurist und dann Salesman bei IBM, wir hatten eine Tochter und ich musste oder sollte mich bald mit der Tatsache abfinden, dass damals das Leben einer Frau von den drei K bestimmt war – Kinder, Kirche, Küche. Es war mir. als rücke die Decke jeden Tag ein wenig weiter herunter. Ich begann zu zeichnen und habe damit selbst therapiert, ich wollte wissen, was in mir vorgeht, wie sehe ich innerlich aus.“

Sie bekam Kontakt zu Künstlerkreisen, „unvergesslich für mich die liebevolle Aufnahme durch die Malerin Elga Maly, der Frau von Günter Waldorf. Sie hat meine Situation erkannt, hat mich unter ihre Fittiche genommen, mich Lehrern ans Herz gelegt. Auf ihr Anraten habe ich Kurse bei der Urania und bei der Volkshochschule besucht, den Max Dörner als Bibel für die Malkunst verschlungen.“

Auf ihrem Weg zur Kunst mussten zwar mühsam Steine beiseite gerollt, schwierige Passagen überwunden werden, doch sie nahm sämtliche Strapazen auf sich, auch die Scheidung im Jahre 1972. Im Gegenzug begannen sich die Erfolge einzustellen. Ausstellungen, Anerkennung.

Edith Temmel lernte über den legendären Kulturchef der Kleinen Zeitung, Kulturkritiker und Förderer junger Künstler Karl Hans „Charly“ Haysen einen Personenkreis rund um ihn als Galionsfigur kennen, der in seiner Form prägend und visionär für das kulturelle Leben mit Schwerpunkt Graz im letzten Drittel des vergangenen Jahrhunderts war.

Gemeinsam mit Magret Roth hält Edith Temmel das Erbe eines der ganz herausragenden Künstler aus dieser Zeit hoch – er war Maler, Auto, Filmemacher, Pfarrer und Organisator von Sommerklausuren, die der Förderung des Künstler-Nachwuchses gewidmet waren. Es war dies der leider im Jahre 1999 noch jung verstorbene Josef Fink, Rektor des Kulturzentrums bei den Minoriten. Die beiden Damen Roth und Temmel betreuen heute noch als Obfrauen die „styriaArt foundation“ als Organisation ganz im Sinne von Josef „Pepi“ Fink.

Ein Besuch im Atelier von Edith Temmel bedeutet eintauchen in eine Welt der Farben, die noch an Ausdruck zu gewinnen scheinen, wenn die Künstlerin den Betrachter an ihren Visionen teilhaben lässt.

„Angefangen habe ich seinerzeit mit dem Malen von Puppen, sie alle hatten keine Augen. Ich konnte sie zusammensetzen, wie ich mich selbst erst zusammensetzen musste. Aber es waren keine Kasperln. Ich war damals vom ersten Drama Peter Handkes „Kaspar“ stark beeindruckt – von den Möglichkeiten und Grenzen der Sprache.“

Heute malt sie Klangbilder. „Ich kann ohne Musik nicht malen. Du kannst dir bei mir die Goldberg-Variationen von Johann Sebastian Bach ansehen oder Beethovens Mondscheinserenade. Wenn es gelb klingt, male gelb. Oder blau. Wie auch immer. Ich male Musik zum Anschauen. Wenn ich weinen will, spiele ich Tschaikowskys Pathetique, wenn ich lustig sein will, dann Gipsy Jazz.“

Die Vielseitigkeit der steirischen Künstlerin wird aber nicht nur in ihren Bildern sichtbar, sie entwarf und stickte persönlich Messkleider. Papst Benedikt XVI trug eines, der Salzburger Erzbischof Franz Lackner ebenso. Und der Altarvorhang während der Umbauphase im Grazer Dom stammte von? Edith Temmel.

Abenteuer Alter gestand sie auch ihre heimliche Liebe. Nicht Leinwand, Papier, Glas ist’s. „Ich liebe das Glas, weil wenn du Glas vor dir hast, willst du durchsehen, den Hintergrund sehen, bist dir aber gleichzeitig bewusst, dass dies andere Räume sind. Du bist in einem Raum, dann das Glas, dahinter ein anderer Raum. Es verführt dazu, in die Tiefe zu gehen, ohne diese Tiefe zu gestalten.“

Die Künstlerin erklärt es am Beispiel Grazer Franziskanerkirche: „Das Glasfenster dort vermittelt uns, ins Weltall blicken zu können, ohne ein Bild vom Universum zu reproduzieren, sondern will dir jene innere Projektion widergeben, wenn du in das Weltall reisen könntest.“

Sehenswerte Glasarbeiten von Edith Temmel finden sich unter anderem auch in der Pfarrkirche Hönigsberg, in der Hauskapelle des Sacre Coeur, in der Pfarre Graz-Süd und im Andachtsraum des Leobner Studentenheimes.

 

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03.01.2022

Spitze Feder statt Skalpell

Noch trägt er den weißen Mantel beziehungsweise das lindgrüne OP-Gewand, als er bereits das spitze Skalpell gelegentlich gegen eine nicht minder spitze Feder tauscht. Sein Erstlingswerk: ein humoristisch-satirisches Büchlein verfeinert mit einem Schuss Selbstironie und dem Titel „Um Gottes Willen, ein Mediziner“, das sich sofort als Topseller etablierte und beileibe keine literarische Eintagsfliege bleiben sollte. Kriminalromane sollten ebenso folgen wie eine Edition zu Kunst und Gesellschaft.

„Abenteuer Alter“ traf jenen bekannten Primararzt, der nach seiner Pensionierung im Jahre 2001 zum Krimiautor wurde, in seinem Einfamilienhaus am Grazer Rosenberg. Und man bemerkt als Erstes: die Familie versucht gar nicht, anglophile Ambitionen zu verheimlichen. Der Garten mit Hecken, Solitärbüschen, Bäumen und einem kleinen Teich, die Fenster des Hauses bis zur Dachtraufe hochgezogen, die Sakkos des Hausherrn aus feinem Tweedgarn – very british. 

Es wäre keine besondere Überraschung, würde nun John Nettles, als Detektiv Chief Inspector Tom Barnaby Titelfigur einer englischen Krimiserie, öffnen. So aber ist es der Universitätsprofessor i. R. Mag. Dr. Herbert Lipsky, Facharzt für Chirurgie und Urologie und von 1978 bis zu einer Pensionierung im Jahre 2001 Primarius für Urologie am Landeskrankenhaus Leoben. Sein kriminalistischer Aufklärer mit dem großen Durchblick bei Mordfällen aller Art ist der Starchirurg Paul Leistenschneider – very steirisch.

Dass er als Jahrgang 1936 den Fünfundachtziger heuer schon hinter sich gelassen hat, sieht man dem ehemaligen Primararzt keineswegs an, da wirkt sich offensichtlich auch heute noch seine Jugend als Leistungssportler aus, als er für die GAK-Basketballmannschaft einnetzte und auch bei den Wasserballern heftig mitmischte. Als Reminiszenz an diese Zeit hängt noch ein auch heute noch ständig benutzter Basketballkorb in der vorgeschriebenen NBA-Höhe von zehn Fuß, also 3,05 Metern, an der Nordseite seines Hauses.

In der Grazer Wickenburggasse aufgewachsen, führte sein kurzer Schulweg nur hinüber auf das andere Murufer in das Kepler-Realgymnasium, trotz Kriegs- und Nachkriegswirren planmäßig zur Matura und dann in unglaublicher Rekordzeit von nur elf Semestern das Medizinstudium vollendet. Für den Vereinssport war jetzt allerdings der Rückzug angesagt. „Als ich in den ‚Orden‘ der Mediziner eingetreten bin, ist die Zeit dafür etwas knapp geworden“, erinnert sich der Mediziner, „dafür durfte ich schon bei der ersten künstlichen Niere mitarbeiten, auch bei den ersten offenen Herzoperationen dabei sein und durfte auch bei der ersten Nierentransplantation in Graz mithelfen.“ 

In diese Phase fiel für den jungen, dynamischen Oberarzt die Weichenstellung in Richtung Urologie. Am Ende der Sechzigerjahre zog es ihn dann für ein Jahr nach London in das damals weltberühmte Lehrspital Hammersmith College in White City in Westlondon. „Das war für mich der Wendepunkt in meinem Leben. Der kleine Bub aus der Provinz hat in die große Welt hinausgeblickt. Ich habe das besondere Glück gehabt, in einer Zeit dorthin gekommen zu sein, wo die englische Urologie sehr innovativ war, habe dort auch Anschluss an internationale Fachgesellschaften gefunden, was mir während meiner gesamten beruflichen Laufbahn von Nutzen war. Dort habe ich auch mit meiner Habilitation begonnen, die ich dann 1974 abgeschlossen hatte.“ Mit einem zwischenzeitlichen Aufenthalt im südfranzösischen Montpellier arbeitete er als erster Oberarzt an der Grazer Urologischen Klinik und übernahm schließlich 1978 die neu gegründete „Uro“ am Landeskrankenhaus Leoben.

Dort begann sein Herz für die Kunst recht deutlich zu schlagen und Herbert Lipsky rief die Ausstellungsreihe „Kunst im Spital“ ins Leben – die Patienten dankten es ihm, statt kahler Gangwände Bilder, die zum Schauen, auch zum Diskutieren Anlass boten, Farbtupfen im grauen Krankenhausalltag.

Was lag dann für den Herrn Primar, der sich inzwischen auch den Ruf eines profunden Kunstkenners erarbeitet hatte, näher als nach dem Ende der Berufslaufbahn Kunstgeschichte zu studieren. Nicht, um sich mit dem zusätzlichen Magister-Titel zu schmücken, sondern um sich das Wissen um ein überaus heikles Thema im Detail zu erarbeiten. Drei Jahre hatte er Archive durchstöbert, private Korrespondenzen und Tagebücher akribisch ausgewertet, wurde im Festsaal des alten Leobner Rathauses auf der Suche nach verschollen geglaubten Werken aus der Nazizeit fündig und konnte schließlich den aufsehenerregenden Band „Kunst einer dunklen Zeit“ präsentieren. 

Auf 368 reichbebilderten Seiten bietet der Autor eine detaillierte Bestandsaufnahme jener steirischen Künstlerinnen und Künstler, die mit dem NS-Regime kollaborierten oder sich zumindest anpassten. Damit hat Herbert Lipsky absolutes Neuland beschritten und ein Nachschlagewerk zur steirischen Kunstgeschichte und zum Kulturbetrieb des Landes während der Zeit des Nationalsozialismus geschaffen.

Damit die Unterhaltung jedoch nicht zu kurz kommt, hat er sich dann auch als Krimiautor betätigt. Mit „Mord am Murhof“ eröffnete er 2011 den Krimi-Reigen, es folgte ein Jahr später „Mord im Kunsthaus“, dann der „Mord im Spital“, 2015 der „Parkour“ und 2017 „Der Maler und der Teufel“, wobei die legendäre Mühl-Kommune Modell gestanden ist.

Nachdem von seinem allerersten Bändchen „Um Gottes Willen, ein Mediziner“ auch die zweite Auflage bald vergriffen war, reichte er noch eine weitere Publikation mit dem Titel „Über die Medizin und andere Unzulänglichkeiten“ nach. Erlebtes und Erfahrenes aus dem Alltagsleben eines Arztes, Geschichten, die lustig und heiter sind, die Leserschaft schmunzeln lassen und sich Ausflüge ins Kabarettistische gestatten.

Zwei Jahre später – 2019 –tritt der nunmehr wieder ernste Herbert Lipsky an die Öffentlichkeit und zwar mit der 300-Seiten-Familiensaga „Jahrgang 1936: Chronik einer Grazer Familie“. 

Der Roman lässt autobiografische Züge erkennen, Lipsky hat Erfahrungen und Erzählungen aus seinem Verwandten- und Bekanntenkreis in das Geschehen mitverarbeitet und so eine durchgängige Darstellung einer gesellschaftlichen Entwicklung der letzte 80 Jahre geschaffen. Als Romanfigur beginnt sich der Medizinstudent Lukas Steiner nach dem tödlichen Autounfall seines Vaters im Jahre 1957 intensiv mit der Geschichte seiner Familie in der Kriegs- und Nachkriegszeit auseinanderzusetzen und lässt auch eigene traumatische Kindheitserlebnisse Revue passieren. Bei seinen Nachforschungen stößt er auf einige in der Zeit des Nationalsozialismus in der Steiermark maßgebliche politische Akteure, die sein Interesse erwecken.

Auf die Frage von „Abenteuer Alter“, ob dies sein letztes Werk gewesen sein wird, kommt nur ein entschlossenes: „Nein, keinesfalls! Da ist schon noch etwas in der Röhre.“ Was es ist, will er nur zum Teil verraten: „Nur so viel, es wird ein Roman über die Mafia.“ Gespannt wartet die Lipsky-Leserschaft auf Enthüllungen, Camorra, Cosa Nostra und `Ndrangheta ließen (noch) nicht von sich hören.

 

© Jürgen Radspieler
29.12.2021

Yoga für Herz & Ohr

Der Opa will noch ein Instrument erlernen? Eine Musikschule nur für Senioren in Graz stellt die Freude am Musizieren in den Mittelpunkt.

Musik mit Gesang und Instrumenten erlernen, mit Freude, aber ohne Zwang, mit Ernst, aber ohne Druck. Dieses Kunststück bietet in Graz eine private Initiative im Umfeld der Musikuniversität an und hat schon mehr als 60 Damen und Herren der reiferen Generation begeistert. Günter Meinhart, der seit vier Jahrzehnten Musik unterrichtet, hat die Anleitung zu dieser Erfolgsgeschichte nicht dem Probenraum oder dem Konzertsaal entnommen, sondern seinen wöchentlichen Yoga-Stunden. „Dort fühle ich mich wohl, da sind unheimlich angenehme Menschen.“ 

Günter Meinhart

Dieses Feeling sollte doch auch Musikstunden prägen, fand der 64-Jährige und schritt Anfang 2018 mit seiner Erfahrung als Musiker, Pädagoge und Initiator einer Schlagzeugschule in Graz zur Tat. Das Ergebnis ist eine „Musikproduktionsstätte“ für Menschen über 60 mit dem Namen „Klangwelt60+“, die er mit der Erwachsenenbildnerin Victoria Vorraber leitet.

Dazu braucht es wie beim Yoga gute Lehrer und eine entspannte Atmosphäre, weiß Meinhart. Interessierte können zwischen 16 Instrumenten und mehreren Gesangsrichtungen wählen. Die meisten entscheiden sich für das Klavier. Der Start ist für jede und jeden Interessierten völlig zwanglos. Sie sind es, die wählen, wieder verwerfen und sie entscheiden letztlich, welches Instrument sie spielerisch erlernen wollen, Klangwelt60+ sucht entsprechend diesen Wünschen im Umfeld der Musikuniversität geeignete Lehrer.

Das große Plus dieser Initiative ist, dass es praktisch nur Einzelunterricht gibt. Meinhart hat die Erfahrung gemacht, dass es in dieser Altersgruppe sonst nicht funktioniert. Das bedeutet für die Schule natürlich einen höheren Aufwand, sichert den Schülern aber die individuelle Betreuung. Mit 600 Euro pro Semester ist man dabei.  

Von Anfang an gibt es markante Unterschiede zwischen dieser Zielgruppe und dem jüngeren Publikum, das die Musikpädagogen normalerweise unterrichten. Kinder und Jugendliche kommen meist ohne konkrete Vorstellungen, wohin dieser Weg führen soll. Sie setzen darauf, dass die Lehrer die Initiative ergreifen, so die Erfahrung Meinharts. Eine 67-Jährige, die wieder Klavier spielen will, hat hingegen ganz genaue Vorstellungen, was sie durch den Unterricht erreichen will. Zum Beispiel, dass die Erinnerung an die verhassten Cerny-Übungen in den Klavierstunden ihrer Mädchenzeit auf keinen Fall aufkommen darf. Sie kommt heute, damit sie Lieder von Udo Jürgens begleiten kann. Ein Opa erklärt, er will drei bestimmte Stücke mit dem Cello spielen können. Wie lange das brauchen wird, interessiert ihn nicht, aber er verliert sein Ziel nicht aus den Augen.

„Mir ist völlig egal, was bei dieser Musikstunde rauskommt, aber ich habe ein gutes Gefühl.”

Solche Vorstellungen sind für Meinhart „absolut in Ordnung“ und er bemüht wieder das Beispiel Yoga. Auch da macht jeder, was er kann, und will nicht zu Übungen gezwungen werden, die ihm unangenehm sind. Diese Grundstimmung erfordert Musiklehrer, die sehr flexibel und geduldig sind und auch auf einen Umstand eingehen müssen, der vielen fremd ist. Ältere Musikschüler gehen nicht einfach in die Stunde, um zu üben, sondern sie kommen mit einer Lebensgeschichte. Es gehört psychologisches Geschick dazu, damit umzugehen, dass manchmal in 20 von den 50 Minuten Unterricht persönliche Themen dominieren und nicht Beethoven. 

Der Lohn für diese besondere Art von Musikunterricht ist ebenso speziell. Statt einer Flasche Wein und einem verlegen gehauchten „Danke“ jugendlicher Schüler langen in der Klangwelt60+ seitenlange Briefe von Senioren ein, überzeugende und persönliche Dankesbeweise, Einladungen zu privaten Festen. Selbst einen Lehrerwechsel – bei Jugendlichen gelegentlich ein Drama – stecken die zielorientierte Senioren ohne Murren weg, weil sie ihr Ziel vor Augen haben.

Die meisten älteren Interessierten wollen Klavier lernen oder ihre Kenntnisse wieder auffrischen. Dabei machte Meinhart die erstaunliche Erfahrung, wie viele Grazerinnen und Grazer zu Hause ein Klavier stehen haben, in der Regel unbenützt. Der Unterricht in der Klangwelt60+ findet natürlich mit Klavieren des Hauses statt, aber diese Schüler müssen für das Üben zuhause ihre verstaubten Instrumente wieder aktivieren, gegebenenfalls restaurieren und jedenfalls stimmen. Seither wundert sich der Musikpädagoge nicht mehr, dass Klavierhäuser auch in einer Stadt wie Graz selbst im 21. Jahrhundert florieren.

Jugendliche beginnen Musikunterricht meist euphorisch, können bei mangelndem Erfolg aber alles schnell hinschmeißen. Die Hemmschwelle der Älteren ist hingegen der Einstieg: Kann ich das? Habe ich genug Talent?

Günter Meinhart bekommt beim Erstkontakt oft solche Bedenken zu hören. Ist dieser Punkt überwunden, sind seine reiferen Schüler aber kaum noch zu bremsen und lassen sich – anders als viele Junge – von vermeintlichen Musserfolgen nicht entmutigen. Bei ihnen kommt es nicht so sehr darauf an, ob sie wirklich gut spielen oder singen, sondern die Freude am Lernen steht im Vordergrund. Eine 62-Jährige, die sich dem Jazzgesang verschrieben hat, erklärte Meinhart ganz offen „Mir ist völlig egal, was da rauskommt, aber ich habe ein gutes Gefühl!“ In gewisser Weise scheint auch hier zu gelten: Der Weg ist das Ziel.

Mit dieser Einstellung überwinden Lehrer und Schüler in der Klangwelt60+ auch die kulturelle Prägung vieler Menschen im selbst ernannten Musikland Österreich. Für sie muss die Musik großer Meister nicht perfekt interpretiert werden. Sie ist nicht unantastbar, aber die Freude am Lernen und Musizieren muss es sein. Das trägt wesentlich zur guten Stimmung bei. 

Noch mehr Stimmung kommt auf, wenn sie Schüler das Erlernte auch aufführen, weiß Meinhart und bedauert, dass das in der Corona-Zeit leider nicht möglich war. Im Sommer 2022 wird es aber im Kärntner Ossiach erstmals die Klangwoche60+ geben. Sie führt die Teilnehmer in Chören, kleineren Ensembles und sogar Orchestern zusammen, die das Erlernte und Geübte gemeinsam zur Aufführung bringen. Ein Zusatzprogramm erweitert das Spektrum des Musikalischen sogar um altersgerechtes Tanzen. Dann werden nicht nur Stimmen und Instrumente swingen, sondern auch die Hüften.

Eine Woche Musik

Im Sommer 2022 können die Musikschülerinnen und Musikschüler das Gelernte in der Klangwoche60+ in Ossiach anwenden.

 

© Kurz Remling
27.12.2021

Mondhoroskop | 27. Dezember – 2. Jänner

Harmonie und Partnerschaft sind zu Wochenbeginn großgeschrieben. Nutzen Sie den Skorpionmond, um Altes auszumustern, der Schützemond sorgt für einen fröhlichen Jahreswechsel. Das Mondhoroskop für diese Woche von Susanne Cerncic.

Die Woche beginnt mit einem wunderbaren Waagemond, es sollte sich alles um Harmonie und Partnerschaft drehen. Das könnte manchen Pärchen so richtig gut tun und Liebesgefühle können aufgefrischt werden. Ab Mittwoch wird der Ton etwas rauer, der Tipp für den Mond im Skorpion lautet: Sich nicht unter Druck bringen und schon gar nicht in Streitereien hineinziehen zu lassen, dann verläuft auch diese Zeit ruhig. Vielleicht verfügen Sie über ausreichend Zeit, Sie können nun nicht mehr benötigte Kleidungsstücke oder andere Dinge ausmustern – das würde perfekt zu diesem Mond passen. Der Silvesterabend steht unter dem Einfluss eines vergnügten, sehr expansiven Schützemondes. Feiern Sie fröhlich den Übertritt ins neue Jahr, achten Sie jedoch darauf, dass Sie Ihre persönlichen Grenzen nicht überschreiten, sonst ist der nächste Tag ein eher anstrengender. Am Sonntag ruft uns ein vernünftiger Steinbockmond wieder zur Ordnung, Sie können nach dem ausgiebigen Vergnügen alles Liegengebliebene aufarbeiten, damit Sie entspannt in die neue Woche starten können.

Tipp für die Geburtstagskinder der Woche:

Die Geburtstagskinder zu Wochenbeginn haben tolle Aussichten in Bezug auf die Liebe, Singles könnten sogar einen neuen Partner kennenlernen. Einem harmonischen Jahr sollte somit nichts im Wege stehen. Wenn Sie am Mittwoch oder Donnerstag Ihr Fest feiern, heißt es, von alten Mustern und Gewohnheiten loszuzlassen. Möglicherweise werden sich in diesem Jahr auch Ihre Einstellungen und Werte verändern, was im Endeffekt jedoch viele Vorteile bringen kann. Feiern Sie zu oder nach Silvester Ihren Geburtstag, steht Ihnen viel Energie im neuen Lebensjahr zur Verfügung, Sie können Dinge positiv vorantreiben. Das Sonntagskind könnte sich in diesem Lebensjahr für Qualität statt Quantität stark machen und möglicherweise unterstützt dieses Motto all Ihre Projekte sehr positiv.

Astrozuckerl:

Am 2.1. um 19:33 Uhr ist Neumond im Steinbock. Der Steinbockneumond bekommt Spannungsaspekte von Saturn, Mars und Chiron. Chiron ist in der Astromedizin für Gesundheitsthemen zuständig.

Die Autorin weist darauf hin, dass es sich bei diesen Texten um ein Sonnenstandshoroskop handelt und für eine persönliche Horoskopdeutung Geburtsdatum, Geburtszeit und Geburtsort benötigt werden.

 

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27.12.2021

Gutes Geld für ein gutes Leben

Wer eine Wohnung oder ein Haus besitzt, kann sich glücklich schätzen. Die Immobilienpreise steigen, das eigene Haus ist im Wert stark gestiegen. Nun gibt es eine Möglichkeit, von diesen Preisen zu profitieren, aber weiter in der Immobilie zu wohnen.

Im eigenen Haus weiterleben, es aber für gutes Geld verkaufen: Das Stichwort lautet Immobilienverkauf mit Wohnrecht. Im Detail sieht das so aus: Ein Ehepaar um die 70 besitzt ein Haus mit einem Verkehrswert von 800.000 Euro. Die Miete würde nach marktüblichen Gegebenheiten bei 2.000 Euro pro Monat liegen. Das Ehepaar beschließt, zehn Jahre darin wohnen bleiben zu wollen, weil man dann, mit 80 Jahren, in eine Wohnanlage mit betreutem Wohnen übersiedeln will. Die Miete würde, hochgerechnet auf diese zehn Jahre, vom Kaufpreis abgezogen. Es bleibt ein Betrag von 560.000 Euro, der den Verkäufern unbürokratisch und rasch ausgezahlt wird. Dieses zeitlich befristete Wohnrecht wird im Grundbuch festgehalten. Auch ein lebenslanges Wohnrecht ist bei diesem zukunftsträchtigen Modell durchaus möglich. Ein Notar gewährleistet die sichere Abwicklung des Vertrages sowie die grundbücherliche Sicherstellung.

Immobilienverkauf mit Wohnrecht

Im Jahr 2001 waren in Österreich 582.000 Menschen älter als 75, 2031 werden es über 1,4 Millionen sein. Knapp 60 Prozent davon wohnen im eigenen Zuhause. Die künftigen Pensionen werden tendenziell sinken, das Vermögen ist dann oft in der Immobilie gebunden. „Das ist schon heute für viele Menschen ein Problem. Viel Vermögen, das man sich im Berufsleben hart erarbeitet hat, steckt in Immobilien. Das ermöglicht wenig Flexibilität und bedeutet ein Leben mit Abstrichen“, sagt Alois Marchel. Das Modell Immobilienverkauf mit Wohnrecht eignet sich für Menschen mit Immobilien in wertsteigenden Gegenden in Graz und Umland oder in touristischen Gebieten.

Experten-Bewertung

Alois Marchel bewertet die Wohnobjekte, stellt den Verkehrswert fest, sowie auch die Höhe der fiktiven Miete, die dafür angesetzt werden kann. Aus dem heraus zeigt sich, ob einerseits die Immobilie für dieses Modell geeignet ist, und welcher Wert nach Abzug der Mietkosten am Schluss als Kaufpreis zur Auszahlung an die verkaufenden Eigentümer verbleibt. Sollte sich die Immobilie für den Immobilienverkauf mit Wohnrecht nicht eignen, steht Alois Marchel gerne zur Verfügung, wenn es darum geht, die weitere Wohnsituation auf ihre Möglichkeiten und Lösungen zu besprechen.

 

Porträt

Ing. Alois Marchel ist Geschäftsführer von RE/MAX Classic in Graz und Gleisdorf und Kooperationspartner von deaurea. Damit ist er Ansprechpartner in der Steiermark für jene, die Interesse am Immobilienverkauf mit Wohnrecht haben. Deaurea bietet ein zukunftsträchtiges Modell, für finanzielle Freiheit im gewohnten Zuhause. Alois Marchel weiß aus seiner täglichen Praxis:


„Menschen im Alter sollten nicht zu lange mit dem Verkauf ihrer Immobilien warten. Je älter man ist, desto schwieriger ist dann auch das Wurzelschlagen am neuen Ort.“

 

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Lego als Geldanlage

Die Preise von Lego-Sets steigen im Schnitt um elf Prozent pro Jahr, wenn sie ungeöffnet bleiben.

Sets des dänischen Spielwarenherstellers Lego eignen sich als Geldanlage, hat Victoria Dobrynskaya von der Higher School of Economics in einer Studie thematisiert. Sie eruierte einen Preisanstieg von elf Prozent pro Jahr für ungeöffnete Sets.

Ähnliche Preissteigerungen kann es aber auch bei Barbie-Puppen, Superhelden-Minifiguren oder Modellautos und Zügen geben. Begehrt machten die Produkte eine Herstellung in begrenzten Mengen, etwa Bausätze mit Figuren aus Filmen wie „Harry Potter“ oder zu historischen Ereignissen, zudem gibt es viele erwachsene Fans.

Die Sekundärmarktpreise beginnen in der Regel zwei oder drei Jahre nach Produktionsende eines Bausatzes zu steigen. Bei manchen Sets registrierten die Forscher jährliche Preissteigerungen von bis zu 600 Prozent. Am höchsten ist das Wachstums bei Sets, die berühmten Gebäuden, beliebten Filmen oder saisonalen Feiertagen gewidmet sind. Zu den teuersten gehören „Millennium Falcon“, „Cafe on the Corner“, „Taj Mahal“, „Death Star II“ und „Imperial Star Destroyer“.

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22.12.2021

Pulver am wirksamsten 

Flüssigwaschmittel und Gelkissen können bei der Waschleistung mit Pulver nicht mithalten, hat ein Test der deutschen Stiftung Warentest ergeben.

Unter die Lupe genommen wurden von der deutschen Stiftung Warentest insgesamt 24 Vollwaschmittel: Pulver, flüssige Mittel und Gelkissen. Für weiße Wäsche, stark verschmutzte Kleidung und Flecken sind Pulvervollwaschmittel am besten geeignet, so das Ergebnis. Flüssige Vollwaschmittel, Gelkissen, Caps und Pods haben zum großen Teil nur ein „befriedigend“ als Bewertung erhalten. Vor allem bei eingetrockneten Flecken gibt es Schwachstellen.

Zu den besten Pulvern, die auch in Österreich erhältlich sind, zählt in dem Test die Eigenmarke Denkmit der Dogeriemarktkette dm. Gut abgeschnitten haben auch die deutlich teureren Markenprodukte Persil Megaperls und Ariel Compact. Einen Vorteil haben aber auch die bleichmittelfreien Gelkissen und Flüssigwaschmittel: Sie schonen die Farben mehr als Pulver.

Um Wäsche schonend sauber zu bekommen empfiehlt die Stiftung Warentest, die Kleidungsstücke vorzusortieren, auf die Pflegeetiketten zu achten und das Waschmittel exakt zu dosieren. Zu viel Waschmittel belastet Geldbörse und Umwelt, zu wenig beugt dem Verkalken der Maschine nicht entsprechend vor.

 

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21.12.2021

Der Whippet – Am Beispiel von „Prinzessin Ilvy“

Leichtfüßig tänzelnd sagen die einen, o-beinig und muskulös die anderen. Elegant und leicht wie eine Ballerina, anschmiegsam wie eine Katze, aber auch wild spielend und rasend schnell wie ein Formel-1-Bolide.


Renate Rosbaud

So ist meine Ilvy, ein Whippet. Diese Hunderasse, die aus Großbritannien kommt, gehört zu den Windhunden und erreicht etwa Kniehöhe und in etwa 13 Kilogramm.

„Ich habe die Whippets bei Dreharbeiten kennengelernt.“

Ich wollte immer schon einen Hund besitzen. Als Weihnachtsgeschenk mit fünf Jahren. Alle möglichen Rassen. Jahrzehnte später ist es dann ein Whippet geworden. „Warum nimmst du dir so einen verhungert aussehenden Hund?“, haben mich manche gefragt. Weil ich mich in diese Rasse bei Dreharbeiten zu meiner Serie „Bei Tier daheim“, die seit mehr als zehn Jahren jeden Mittwoch in „Steiermark heute“ (19 Uhr, ORF 2) zu sehen ist, verliebt habe.

In der Wohnung von Züchterin Ulrike „Nike“ Krauss kamen damals drei erwachsene Hunde und mehrere Welpen auf mich zu. Seidig weich, sanft, verschmust. Die elegante Wohnung in hellen Cremetönen war blitzsauber, es hat trotz der vielen Vierbeiner nicht „gehundelt“. Denn der Whippet hat keine Unterwolle und haart deshalb kaum. Dafür brauchen die Hunde, wenn es kälter wird, einen Pullover, sonst beginnt das große Zittern. Ilvy besitzt mehr als zehn in den verschiedensten Farben. Die Hundemama freut´s, den Hund stört es nicht. Ebenso wie gut ein Dutzend verschiedene Halsbänder und Leinen, die immer ans Outfit von Frauli angepasst werden – ein kleiner Spleen der Hundemama.


„Schon bevor ich Ilvy zu mir nahm, habe ich ein Hundeseminar besucht.“

Für mich ist der Whippet perfekt. Tobt und spielt im Freien und läuft sehr schnell und gerne, daheim chillt er aber gerne stundenlang auf der Couch oder in einem weichen Körbchen. Je weicher und kuscheliger, umso besser. Denn meine Ilvy – benannt nach der Freundin von 70er-Jahre-TV-Star „Wicki“ – ist eine Prinzessin.

Oft wird sie auf Spaziergängen bewundert, wegen ihres seidigen und schön gezeichneten Fells, ihrer sanften Art, weil sie so brav in Geschäften und im Lokal ist. Ilvy ist kein ängstlicher Hund, der die Rute immer eingezogen hat – das wird Windhunden oft nachgesagt. Ich habe aber auch nach einem Hundeseminar bei Anna Oblasser-Mirtl im „Animal Training Center“ in Rohrbach (noch bevor ich Ilvy hatte) einen Kurs gemacht, was der Hund alles braucht.

Um Ilvys Wesen zu stärken, bin ich mit ihr als Welpe an stark befahrene Straßen gegangen, zu Baustellen, neben der Tram, neben Kuhweiden, sie hat Radfahrer und Kinder auf Skateboards getroffen usw.

Whippets sind Hunde für Menschen, die beides wollen: raus in die Natur, spielen und toben mit dem Hund; aber auch einen Hund haben, der daheim oder unterwegs ruhig und unauffällig ist und entspannt. Einen Hund, der pflegeleicht ist. Und der sehr menschenbezogen ist und immer dabei sein will.

Der Name Whippet kommt übrigens aus dem Englischen; whip ist die Peitsche und damit ist der dünne Schwanz des Hundes gemeint, der wie eine Peitsche schnell hin und her schlagen kann. In Großbritannien wurde der Whippet vor allem für die Hasen- und Mäusejagd gebraucht.

Diese Rasse muss nicht zum Hundefriseur, mit einer Gummibürste sanft massieren reicht, schmutzig oder nass macht sich meine Ilvy nicht freiwillig. Sie hasst Regen und Gatsch. Dafür liebt sie Autofahren, auch sehr oft geübt als Welpe.

Prinzessin Ilvy nennen meinen Hund viele augenzwinkernd. Aber was gibt es Schöneres, als ein geliebtes Tier zu umsorgen und zu verwöhnen, nicht wahr?

Porträt

In der großen steirischen Tierliebhaberfamilie gibt es einen Fixtermin, den Mittwochabend, wenn Renate Rosbaud in ihrem Beitrag „Bei Tier daheim“ an jedem Mittwoch in „Steiermark heute“, ORF2 um 19.00 Uhr zu einem Auslug in die heimische (Haus-)Tierwelt einlädt.

Ihr Wissen und ihre langjährige Erfahrung mit Tieren wird die charmante TV-Moderatorin ab nun auch mit der Leserschaft von Abenteuer Alter unter dem Titel „Welches Tier passt zu mir?“ teilen. Denn wie bei einer Partnerwahl soll auch die Verbindung mit einem Tier gut überlegt sein, damit das Mensch-Tier-Verhältnis harmonisch verläuft und beide glücklich leben lässt.

 

© ORF/Regine Schöttl & Renate Rosbaud & shutterstock
20.12.2021