„Applaus ist zu wenig, heute mehr denn je“

Sein Resümee nach einem Jahr Pandemie ist klar: Es muss endlich über die Zukunft der Pflege diskutiert werden. Was es dazu braucht, erklärt Hilfswerk Steiermark-Geschäftsführer Gerald Mussnig im Gespräch mit Abenteuer Alter.


Vor einem Jahr wurde den Pflegekräften applaudiert, heute macht sich vielfach Erschöpfung breit. Wo stehen wir in Sachen Pflege aktuell?

Gerald Mussnig: Applaudieren alleine ist zu wenig, heute mehr denn je. In den letzten zwölf Monaten ist uns bewusster geworden, was Pflege für unsere Gesellschaft bedeutet und ob wir es verleugnen oder nicht, wie sehr wir von Betreuung und Pflege betroffen sind. Wenn ein Kind geboren wird, hat Pflege etwas Positives. Das ändert sich, je älter ein Mensch wird.

Was bräuchte es?

Gar nicht so sehr Menschen, die das machen wollen, denn die gibt es. Es braucht eine größere Anerkennung der Wertigkeit und diese ist, so profan es klingt, eine finanzielle.

Woran krankt es da?

Es krankt an der Geschichte. Woher kommt Pflege? Das war zunächst eine ehrenamtliche Tätigkeit, die Menschen, vor allem Frauen, aus hauptsächlich emotionalen Motiven heraus geleistet haben, eingebettet in religiöse Orden, als unbezahlter Dienst am Nächsten. Diesen geschichtlichen Hintergrund sehen wir noch heute, wenn Pflegeschülerinnen und -schüler kostenlos Praktikas absolvieren müssen.


„Persönlich gelehrt hat mich, wie fragil unsere Systeme sind.“


Pflege ist ja vor allem Frauensache. Wie bekommt man mehr Männer in den Pflegeberuf?

Es gibt viele Männer in dem Beruf, mein Sohn ist einer davon. Pflege bietet Ausbildungs- und Aufstiegschancen, sie ist ein interessantes Tätigkeitsfeld und emotional sehr bereichernd. Wir haben Mitarbeiterinnen, die seit 30 Jahren in der mobilen Pflege sind und ihren Job noch immer gern machen.

Warum besteht noch immer so etwas wie eine moralische Verpflichtung vieler Frauen, die kostenlose Pflege von Angehörigen zu übernehmen?

Lassen Sie mich das anders beantworten: Wenn ich ein neues Organ erhalte, wird sich eine diplomierte OP-Pflegekraft um mich sorgen. Da sage ich ja auch nicht: Das kann meine Tochter übernehmen! Aber bei alten Menschen mit mehrfachen Erkrankungen sollte die Tochter eine ordentliche Pflege leisten? Das geht nicht! Es ist auch falsch, zu sagen, die Pflege einer Person sei nur ein kurzer Zustand, auch intensive Pflege kann sich über mehrere Jahre erstrecken. Das kann keine Tochter oder kein Sohn übernehmen. Wir erleben in unserem psychosozialen Bereich, dass Menschen in der Pflege erschöpfen, weil es um viel mehr als nur um Waschen oder emotionale Zuwendung geht. Natürlich sollte man Menschen so lange wie möglich zuhause betreuen, das entspricht dem Willen aller. Oft stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, ob Frauen für die mehrjährige Pflege ihren Beruf aufgeben sollen? Für mich ist diese Fragestellung unredlich, da sie sehenden Auges in die Frage der Frauenarmut im Alter führt. Pflege daheim muss professionell unterstützt werden. Wenn Angehörige mit ihrer Anwesenheit emotional unterstützen, ist das genug.

Am 12. Mai ist Tag der Pflege. Was würden Sie sich für diesen Tag im Jahr 2025 wünschen?  

Dass das Netz der Mobilen Pflege massiv ausgebaut ist. Ich würde mir wünschen, dass Angehörige ausreichend Entlastungsstrukturen, durch Mobile Dienste, in Tagesstätten oder Zentren für Seniorinnen und Senioren, finden. Nur wenn ich Angehörige entlasten kann, ist eine Betreuung daheim länger möglich. Ich würde mir wünschen, dass Interessierte in der Pflege einen Beruf sehen, der nicht mit emotionaler Erschöpfung und körperlicher Belastung verbunden ist. Die Pflege ist ein attraktives Berufsfeld und die finanzielle Diskussion ist letztlich eine Verteilungsdiskussion. Das Geld, das in der Region für eine Pflegekraft ausgegeben wird, bleibt in der Regel in der Region und ermöglicht diesem Menschen eine Lebensbasis. Wenn der Staat sagt, das kostet aber Geld, wird man sagen müssen: Ja. Aber ein Euro, investiert in die Pflege, generiert drei Euro an Wertschöpfung, welche im Land bleibt.

Sie sprechen damit indirekt die 24-Stunde-Pflegekräfte aus dem Ausland an.

Wir haben mit der 24-Stunden-Pflege ein System etabliert und damit gleich auch die Schwarzarbeit legalisiert. Wir holen Pflegekräfte aus dem Ausland, nehmen Mütter aus Familien, weil sie am dortigen Arbeitsmarkt keine Chance haben, und setzen sie in ein fremdes Umfeld, wo wir sie in eine Scheinselbstständigkeit zwingen. Mit der 24-Stunden-Betreuung schwindeln wir uns um die Tatsache herum, dass wir mehr Pflegekräfte bräuchten, als vorhanden sind. Und wir haben damit in der Gesundheit ein Zweiklassensystem etabliert, das wir akzeptieren. Denn nicht jeder hat die räumlichen Voraussetzungen und das Geld für eine 24 Stunden Betreuung.

Beim Hilfswerk setzt man stattdessen auf mobile Betreuung.

Ein schwer pflegebedürftiger Mensch möchte eine Ansprechperson, die im Idealfall schnell zur Stelle ist. Das kann die 24-Stunden-Betreuung abdecken. Die Qualität der Pflege ist jedoch in vielen Fällen kritisch zu sehen. Unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen vom Mobilen Dienst können drei bis vier Stunden zuhause betreuen, die Betreuung ist von hoher Qualität. Die erwähnte 24-Stunden-Pflege betreut nur fünf Prozent der pflegebedürftigen Menschen, 31 Prozent werden von den Mobilen Diensten zuhause betreut und unterstützen damit die Angehörigen. Die Alltagsbegleitung, wie sie vom Land Steiermark eingerichtet und gefördert wird, ist auch ein weiteres neues Angebot der Entlastung der pflegenden Angehörigen zu sehen.

Man könnte jetzt fragen, warum die Metaller so gut organisiert sind und entsprechend höhere Löhne haben, das Pflegepersonal nicht.

Metaller können auf eine langjährige Tradition der zentralen Gehaltsverhandlungen und gewerkschaftlichen Strukturen aufbauen, die Pflege hat diese Geschichte noch nicht. In der Pflege entstehen erst jetzt Strukturen, in denen aufgezeigt werden, dass Handlungsbedarf besteht. Ich würde sagen: Einem Metallrohr ist es egal, ob es bearbeitet wird, dem Menschen ist eine fehlende Betreuung nicht egal. Dafür braucht es finanzielle Anerkennung und eine solche von Seiten der Politik. Wir brauchen keine neu angedachten Gemeindeschwestern, diese Strukturen gibt es, wir brauchen eine gute kostenlose Pflegeausbildung und eine finanzielle Absicherung während der Ausbildung, so wie dies auch zum Beispiel bei der Polizei selbstverständlich ist und die Erkenntnis, dass wir in diesem Zusammenhang eine Verteilungsdiskussion zwischen den Financiers Gemeinden – Ländern und Bund führen müssen.

Welche Lehre haben Sie aus einem Jahr Pandemie gezogen?

Dass unser Pflege- und Betreuungspersonal diese engagiert und bewundernswert gemeistert hat. Es hat Phasen der Unsicherheiten gegeben, aber nun ist Pandemie zur Routine geworden. Wir haben uns an vieles gewöhnt – die Schutzmasken beispielsweise – und vieles implementiert, wir bewältigen die Situation. Persönlich gelehrt hat mich, wie fragil unsere Systeme sind.

 

21.07.2021
Daniela Müller
© Bernhard Bergmann

Der Sound der grauen Wölfe 

Das Abenteuer Musik hört für vier Nette Ëltere Herren nicht auf.

Vier beruflich erfolgreiche Grazer in den besten Jahren machen seit ihren Jugendtagen Livemusik und haben aus ihrer Lust an flotten Rhythmen auch ein Abenteuer in der besseren Lebenshälfte gemacht. Mit großer Ernsthaftigkeit, noch größerem Spaß und mit einem Schuss Selbstironie begannen sie 2016 aus Stimme, Keyboard, Gitarre, Schlagzeug und Bassgitarre ihre eigenen Lieder und den eigenen Sound zu formen. Sie seien jetzt alt genug für ein schöpferisches Abenteuer, hatte Mastermind Willi Paar (69) seine Freunde überzeugt.

So entstand die Gruppe Nette Ëltere Herren, mit der sie das Musizieren und Singen, die zweite Liebe ihres Lebens, konsequent und produktiv zum neuen Lebensinhalt machen. Der ehemalige Chemiker Willi Paar sitzt am Schlagzeug, sein Bruder Gerhard (58), ein Weltraumforscher mit dem Schwerpunkt Mars, will auch mit Keyboards hoch hinaus. Das Grazer Brüderpaar ergänzt an der Gitarre der Richter Werner Zinkl (58), einst Präsident der österreichischen Richtervereinigung, in die Saiten der Bassgitarre greift Musikalienhändler Kurt Greilberger (56).

Die Corona-Pandemie bringt für die ganze Gruppe einen starker Einschnitt ihrer Aktivitäten. Aber sie lassen sich nicht davon ab, sondern treffen sich wöchentlich in Willis Keller zum Üben und Tratschen und bereiten professionell und geduldig die öffentliche Präsentation ihres ersten Albums „Merk-Würdige Lieder“ vor. Kaufen kann man es längst über ihre Homepage.

So ist der Alltag weiter von Musik geprägt. Willi Paar kann auf die Toleranz seiner Gerhild setzen, wenn sein Schlagzeug täglich ordentlich hollert, wie er sagt, und durch das Haus dröhnt. Bruder Gerhard hat bei seinem Arbeitgeber, Joanneum Research, sogar die Arbeitszeit als Marsforscher reduziert, damit er genug Zeit für seine musikalischen Höhenflüge hat. Kurt hat ohnehin auch im Berufsalltag mit Musik zu tun und Werner holt sich mit der Musik Ausgleich für die Stunden bei Gericht.

Öffentlich aufzutreten ist auch für die vier grauen Musikwölfe das höchste der Gefühle. In wechselnder Besetzung waren sie als junge Männer Teil einer Tanzkapelle und tingelten später als „Austro Four“ durch die Lande. Da haben sie den Zauber erlebt, wenn der Funke auf das Publikum überspringt, wenn Musik und tanzende Körper miteinander zu verschmelzen scheinen und wenn es so richtig zwischenmenschelt. Seit vielen Jahren wird ihnen immer aufs Neue freudig bewusst, dass es auch ein anderes Hochgefühl gibt als Familie und Karriere.

Der Musik der Netten Ëlteren Herren ist das Lustvolle von Life-Auftritten anzumerken. Wie der größte Teil ihrer Generationen haben sie das breite Spektrum der zeitgenössischen Musik in sich aufgesogen und wurden musikalisch gleichsam mit dem Austropop sozialisiert. Aus diesem Erbe haben sie einen eigenen Stil entwickelt, der ihre Werke nicht nur zum rhythmischen Hörgenuss macht, sondern auch mit ausreichend inhaltlichem Unernst und Ironie würzt. So wird das Ablaufdatum eines Apfeljoghurts zum Epos und die gespannte männliche Bauchdecke zum Resonanzraum. Dem geliebten VW-Käfer widmen sie eine Hymne und den Ameisen – natürlich als „Aumeisen“ ausgesprochen – attestiert ein Lied, dass sie „schiach beissn“. Der akademische Background der Vier ist zu spüren, wenn sie die zweifelhaften Errungenschaften der künstlichen Intelligenz oder des autonomen Autofahrens kritisch-humorvoll aufs Korn nehmen.

All das ist auf der DVD „Merk-würdige Lieder“ zu hören, die im Pandemiejahr 2020 herauskam. Hörbeispiele gibt es auf der Homepage und bei Youtube (https://www.youtube.com/watch?v=F2MqBthGzLE). Auffallend sind die gut gemachten Videoclips. Da ist nichts unprofessionell, die Netten Ëlteren Herren sind in jeder Hinsicht auf der Höhe der Zeit. Denn das Album gibt es auch als Vinyl-Schallplatte, dem Tonträger, mit dem sie einst aufgewachsen sind.

 

21.07.2021
© Christine Weinberger &  Nette Ëltere Herren

Der Liebesschwindel im Internet

In sozialen Medien wie Facebook machen Internet-Betrüger Jagd speziell auf Seniorinnen und Senioren. Hilfe und Information für alle bieten Veranstaltungen in Graz.  

In den sozialen Netzwerken breitet sich eine gigantische Welle aus, die Internetexpertin Sabine Wagner von der Kripo Graz schlicht Liebesschwindel nennt, im Fachjargon Scamming. Besonders in Freundschaftsanfragen auf Facebook umgarnen vermeintlich attraktive Männer die vorwiegend weiblichen User, bieten sich als Lebensgefährten an, wecken neben dem Gefühl der Zuneigung auch das des Mitleids und kassieren letztlich ab. Viele Frauen fallen auf die Masche herein, die Dunkelziffer kann allein in einem Land wie der Steiermark in die Tausende gehen. Auch Männer sind solche gezielten Betrugsopfer. „Wenn man ihnen sagt, dass sie auf einem Betrüger hereinfallen, glauben sie es nicht“, erzählt die Gruppeninspektorin Wagner im Gespräch mit Abenteuer Alter aus ihrem Berufsalltag.

Die Masche ist ganz einfach und eigentlich leicht durchschaubar. Männer, die ein Foto als äußerlich attraktiv zeigt und die interessant anmutende Berufe angeben, begeben sich in den sozialen Netzen auf Partnersuche. Häufig geben sie sich als angebliche US-Piloten, Militärärzte oder Marinesoldaten aus, fast immer sind es Uniformträger, die sagen, irgendwo in Nahost stationiert und einsam zu sein. Diese Information und all die vielen, die folgen, tauschen sie mit den Facebook-Usern schriftlich und in englischer Sprache aus. Die meisten einsamen Frauen, die interessiert sind, bedienen sich der Google-Übersetzung und verfassen ihre eigenen Nachrichten auf ähnliche Weise. Auf dem Keyboard entstehen intensive Dialoge und Liebeserklärungen, auf die rasch eindringliche Bitten um Geld folgen. Die Betrüger appellieren an das Mitleid ihrer Facebook-Freundinnen, wenn sie Operationen als Verwendungszweck nennen. Viele geben vor, sie hätten Kampfverletzungen erlitten.

Diese betrügerische Masche nimmt Frauen jeden Alters ins Visier, warnt Wagner. Besonders aber die Einsamen jenseits der Lebensmitte. Für manche alleinstehende Frau mit geregeltem Einkommen scheint die Verlockung einer neuen Zweisamkeit mit einem aufregenden Mann sehr groß zu sein. Die Expertin hält Frauen über 50 sogar für sehr gefährdet und sie weiß, dass schon 70-jährige auf die Masche hereingefallen sind und viel Geld verloren haben.

Sabine Wagner ist quasi im Selbstversuch diesen Betrügern und ihrer Masche auf die Schliche gekommen. Sie hat nach solchen Anbiederungsversuche auf einem Facebook-Account die angeblichen Soldaten oder Sanitäter direkt angeschrieben und zur Rede gestellt. Ihr war nach zwei Sätzen klar, dass am anderen Ende ein Betrüger sitzt, weil dessen schlechtes Englisch nicht zum Profil eines gebildeten Uniformträgers passt. Wie sie herausfand, sind das tatsächlich keine hellhäutigen Elitesoldaten mit Uni-Abschluss, sondern afrikanische Männer, die sich im Auftrag großer Betrugsnetzwerke im Internet an Frauen und ihr Geld heranmachen. Wer einigermaßen englisch kann, wird das leicht feststellen, so Wagner, und sollte den Kontakt sofort abbrechen. Wer aber auf die Google-Übersetzung angewiesen und emotional nicht sehr stabil ist, dem bleibt die Wirklichkeit in der Anonymität des Internets und des schriftlichen Austauschs verborgen. Dann entfaltet die Täuschung der Frauen ihre Wirkung.

„Viele wollen nicht glauben, dass sie auf Betrüger hereingefallen sind.“ – Sabine Wagner

Die Expertin gibt zu bedenken, dass nicht nur die Frauen, die auf diese Weise in die Irre geführt und pekuniär erleichtert werden, Opfer sind, sondern auch die afrikanischen Männer. Sie leben in den prekären Verhältnissen ihrer Heimat, stehen unter dem Druck skrupelloser Anführer von Betrugsnetzwerken und sind selbst Ausgebeutete und Unterdrückte. Wer diese Art der betrügerischen Anmache nur ein wenig verfolgt, wird immer wieder die gleichen Gesichter von attraktiven Männern sehen und oft identische gefakte Lebensläufe erkennen. Das weist auf ein großes organisiertes Netzwerk von Berufskriminellen hin.

Liebesschwindel im Internet ist keine Peinlichkeit und kein Kavaliersdelikt, mahnt Sabine Wagner, sondern eine ganze Ansammlung von Straftaten. Sie reichen vom Identitätsdiebstahl durch das Verwenden des Fotos einer anderen Person bis zur Täuschung und zum Betrug. Sie kennt Frauen, die oft stolz und beglückt von solchen „Freundschaften“ berichten und die tatsächlich glauben, dass der angebliche US-Soldat kommen und sie heiraten wird. Sagt sie ihnen, dass das nur Schwindel sei, erntet sie böse Kommentare.

 

Die einzige „Waffe“ dagegen ist ihr Job Kriminalprävention, also Vorsicht und Vorsorge, sagt die Expertin, die seit vielen Jahren Erfahrung in diesem Bereich gesammelt hat. Das bedeutet hauptsächlich, das Problem bewusst und publik zu machen. Wer weiß, dass es solche Gefahren gibt, meidet entsprechende Situationen. Wagner erinnert an die jüngsten Fälle von falschen Polizisten, die Seniorinnen und Senioren Geld und Wertsachen herausgelockt haben. Als davon in der Zeitung stand – ein Medium, das die Älteren lesen – ging die Zahl der Fälle signifikant zurück, weil die potenziellen Opfer vorgewarnt waren und sich entsprechend verhielten. „Diese Art von Betrug öffentlich zu machen, hilft und schützt die Menschen“, weiß Sabine Wagner. Dieselbe Wirkung erhofft sie sich von Prävention in Sachen Liebesschwindel im Internet.

Gemeinsam mit der Stadtbibliothek Graz bietet allen Interessierten die Polizei deshalb im Frühjahr 2021 in Kurzseminaren Hilfe gegen Fake News und Online-Betrug an. Gruppeninspektorin Wagner zeigt, wie man alle Arten von Online-Betrug erkennt und sich dagegen wehrt. An ihrer Seite spricht Mag. Boris Miedl von der Stadtbibliothek Graz über die konkreten Gefahren, die Fake News gerade für ältere Internet-User bedeuten. Die Verfasser von Informationen, die als Verschwörungstheorien gelten, wollen Menschen nicht nur politisch manipulieren, sondern sind letztlich auf nichts Anderes als deren Geld aus. Besonders Ältere, die nicht geübt im Internet sind, erkennen selten, dass etwa ihr harmloses Interesse für irgendeine prominente Person sie in Visier der skrupellosen Internetbetrüger rückt. Die führen sie auf eine Spur von Fake News und kassieren mit jedem Klick, den ein ahnungsloser User macht.

„Mit jedem Klick machen sie Geld.“ – Boris Miedl

„Das Internet verstehen und sicher surfen“

Die Informationsreihe zur Prävention von Straftaten im Internet wird veranstaltet vom Sicherheitsinformationszentrum (Sinfo), der Polizei und der Stadtbibliothek Graz.

Gruppeninspektorin Sabine Wagner berichtet über Betrug und andere Kriminalität im Internet und gibt wertvolle Tipps, wie sich Bürgerinnen und Bürger schützen können. Mag. Boris Miedl von der der Stadtbibliothek Graz erläutert, wie Medienkompetenz und digitale Bildung vor Fake News und Online-Betrug schützen.

Die Veranstaltungen in der Stadtbibliothek Graz-Nord in der Theodor Körner-Straße 59 (nahe dem Seniorenzentrum) dauern rund drei Stunden und sind für jedermann zu empfehlen.

Termine und Anmeldung beim Sicherheitsinformationszentrum (Sinfo) in Graz, Keplerstraße 25 (nahe der Berufsfeuerwehr) und unter 0316 872 5777.

© Luef Light
Johannes Kübeck
21.07.2021

Fast nichts müssen, aber fast alles dürfen

Beschwingt altern: Oldtimer-Experte Richard Kaan hat ein Buch über das Vergnügen des Un-Ruhestandes geschrieben.

Er ist 1954, seit 40 Jahren selbstständig und hat als Experte für historische Fahrzeuge die ganze Welt bereist: Richard Kaan. Nun hat er ein Buch rund ums Älterwerden geschrieben: „Ich muss fast nichts und darf fast alles“ heißt das im Verlag Anton Pustet erschienene Werk.

Thema des Buches ist der Umgang mit dem Alter, speziell mit dem Älterwerden. „Wir sind ja nicht plötzlich alt, wir werden älter und wenn wir dann älter sind, heißt das ja nicht notwendigerweise, dass wir uns vom Leben zurückziehen sollen. Nein, ein heiterer Zugang und ein bewusstes Zugehen auf die kommenden Jahre erleichtern uns das Dasein gewaltig“, heißt es da.

Glück im Alter sei kein Zufall, denn Beschäftigung und Wahrgenommenwerden schaffen Wohlbefinden. Mit Humor beschreibt Kaan in sieben Kapitel seinen Haltung zu „leben“, „lernen“, „laufen“, „lachen“, „lieben“, „lösen“ und „lehren“. Kaan ist neben seiner Passion Oldtimer auch ein leidenschaftlicher Vortragender auf dem Gebiet der Menschen im Un-Ruhestand – er ist ja selbst einer davon.

08.07.2021

Mondhoroskop | 26. Juli– 1. August

Der Fischemond sorgt zu Wochenbeginn für Intuition und Gefühl, gehen Sie es gemütlich an. Nutzen Sie die Kraft des Widdermondes und erledigen Sie, was zu tun ist. Am Wochenende sollte nur eines am Programm stehen: Relaxen. Unser Wochenhoroskop von Susanne Cerncic.

Der Mond im Fischezeichen schenkt Intuition und Gefühl. Sollte Sie am Dienstagnachmittag oder -abend etwas im Herzen bewegen, dann lassen Sie Ihre Seele baumeln und unternehmen Sie etwas für Ihren seelischen Ausgleich. Schon am Mittwochmittag sieht die Welt wieder ganz anders aus und Sie verfügen über eine riesige Portion Energie, denn der Widdermond ist feurig und packt tatkräftig an. Seine Kraft spüren Sie noch bis weit in die Freitagnacht. Erledigen Sie in dieser Zeit alles Notwendige, denn das Wochenende steht unter einem gemütlichen und genussvollen Stiermond und der ist bekanntlich zum Relaxen da. Ihr Wohlbefinden kann sich enorm steigern, einziger Auftrag der Sterne: Lassen Sie sich nicht von anderen einteilen oder gar stressen und tun Sie nur, wonach Ihnen ist. Dann steht Ihnen ein traumhafter Wochenschluss bevor.

Tipp für die Geburtstagskinder der Woche:
Wenn Ihr Jubeltag auf die beiden ersten Wochentage fällt, heißt es, bewusst im Hier und Jetzt sein. Ihre Seele verlangt nach liebevollem Umgang mit sich selbst. Sie werden sehen, wie wohltuend es ist, sich einmal selbst in den Fokus zu stellen und auf die eigenen Bedürfnisse zu achten. Später Geborene sind in diesem Jahr nicht zu bremsen. Überfordern Sie mit dieser starken Energie nicht Ihre Umwelt, nicht jeder hat so viel Elan wie Sie! Wollen Sie etwas Neues starten, dann ist das ein günstiger Zeitpunkt dafür. Die Geburtstagskinder des Wochenendes dürfen sich freuen – Genuss und Gemütlichkeit sollten im Vordergrund stehen. Achten Sie dabei aber auch auf Ihren Körper und machen Sie Bewegung!

Astrozuckerl:
Am 28.7. wechselt Merkur in den Löwen. Die Kommunikation wird klarer und duldet weniger Widerspruch. Am 28.7. wechselt Jupiter in den innovativen Wassermann. Mars, unser Planet der Durchsetzung und der Energie, wechselt am 29.7. in die Jungfrau. Seine Kraft fließt jetzt nicht mehr so spontan und feurig wie bisher, dafür sehr zielgerichtet und praktisch.

Die Autorin weist darauf hin, dass es sich bei diesen Texten um ein Sonnenstandshoroskop handelt und für eine persönliche Horoskopdeutung Geburtsdatum, Geburtszeit und Geburtsort benötigt werden.

26.07.2021

Mondhoroskop | 19. Juli– 25. Juli

Der Skorpionmond fordert zu Wochenbeginn, ab Dienstag ist wieder Lebensfreude angesagt. Lassen Sie nicht stressen, vor allem am Sonntag nicht. Unser Mondhoroskop von der Astrologin Susanne Cerncic.

Der Skorpionmond könnte Ihnen etwas zu schaffen machen, daher wäre es gut, wenn Sie heute Ihren Gefühlen Raum geben und alte, überholte Themen ziehen lassen. Hat das funktioniert, dann ist ab Dienstag die Lebensfreude wieder uneingeschränkt vorhanden und Sie sind optimistisch und vergnügt. Auch der Mittwoch steht unter positiven Sternen. Am Donnerstag wandert der Mond in den Steinbock und fordert Sie zur Verantwortungsübernahme auf. Achten Sie besonders am Freitag auf sich, denn da trifft der Mond auf Pluto und überprüft, ob Sie zu Wochenbeginn alle überholten Angelegenheiten, wie zu Beginn beschrieben, losgelassen haben. Auch der Samstag ist, dank Mond in Wassermann und in Konjunktion zu Saturn, noch etwas herausfordernd. Glücklicherweise steht der Freude am Sonntag nichts im Wege. Entscheiden Sie spontan, wie Sie Ihren Sonntag gestalten wollen und lassen Sie sich von nichts und niemanden stressen.

Tipp für die Geburtstagskinder der Woche:
Für die Geburtstagfeiernden dieser Woche könnte das Jahr wie eine Achterbahn sein. Mal oben, mal unten, alles ist dabei. Wenn Sie in sich gehen und Erlebnisse, welche in der Vergangenheit für Sie herausfordernd waren und noch mit negativen Emotionen belegt sind, verarbeiten und loslassen, dann werden Sie ein unbeschwertes Jahr genießen. Gut wäre, wenn Sie das jetzt gleich erledigen, denn dann steht der Freude und dem Glück nichts im Weg.

Astrozuckerl:
Die Sonne wandert am 22.7. um 16:27 Uhr in ihr Herrschaftszeichen Löwe und kann somit ihre ganze Strahlkraft entfalten. Am 24.7.um 04:37 Uhr ist Vollmond im Wassermann. Mit dem Vollmond ist die höchste Energie aktiviert und ab jetzt, bei abnehmenden Mond, gehen auch die Mondkräfte zurück. Venus wechselt am 22.7. das Zeichen und wandert vom strahlenden Löwen in die pragmatische Jungfrau. Merkur steht in dieser Woche in Opposition zu Pluto und ein guter Tipp wäre, dass Sie Streitgespräche vermeiden sollten.

Die Autorin weist darauf hin, dass es sich bei diesen Texten um ein Sonnenstandshoroskop handelt und für eine persönliche Horoskopdeutung Geburtsdatum, Geburtszeit und Geburtsort benötigt werden.

19.07.2021

Mondhoroskop | 12. Juli– 18. Juli

Lassen Sie heute alles liegen und feiern Sie das Leben, Mond, Venus und Mars treffen sich nämlich im Löwen. Der Alltag kommt ohnehin früh genug. Unser Wochenhoroskop von Susanne Cerncic.

Was für eine Woche! Unvorstellbar feurige Energien erwarten Sie am Montag! Mond, Venus und Mars treffen sich im Löwen und das Leben will gelebt und gefeiert werden. Nutzen Sie diese Zeit und stellen Sie das Leben und nicht die Arbeit in den Vordergrund. Am Dienstag wandert der Mond in die Jungfrau,  dann können Sie sich wieder dem Alltag widmen. Vergessen Sie aber trotzdem nicht, dass jetzt hervorragende Konstellationen für Beziehungen sind. Am Donnerstagabend wechselt der Mond in die Waage und bleibt dort bis Samstagabend. Auch jetzt steht die Liebe im Rampenlicht, falls Sie Single sind, könnten Sie jemanden kennenlernen. Der Sonntag ist eher zum Ausruhen gedacht, denn bei Skorpionmond kann man innerseelische Angelegenheiten gut mit sich selbst abklären.

Tipp für die Geburtstagskinder der Woche:
Sensible und feinfühlige Konstellationen verhelfen den Jubilaren dieser Woche zu empathischen Fähigkeiten. Hören Sie daher im neuen Lebensjahr vermehrt auf Ihr Bauchgefühl und Sie werden beste Entscheidungen treffen. Venus und Mars, unsere Liebesplaneten, schenken Ihnen zwischenmenschlichen Aufwind und wollen mit aller Vehemenz gelebt werden. Viel Freude dabei!

Astrozuckerl:
Am 13.7. treffen Venus und Mars im Tierkreiszeichen Löwe zusammen. Bester Tag für alle, welche die Liebe leben wollen. Lilith, der schwarze Mond und somit die fordernde Weiblichkeit, wechselt am 18.7. in die Zwillinge und Frauen erhalten eine gesunde Portion Rückenwind.

Die Autorin weist darauf hin, dass es sich bei diesen Texten um ein Sonnenstandshoroskop handelt und für eine persönliche Horoskopdeutung Geburtsdatum, Geburtszeit und Geburtsort benötigt werden.

07.07.2021

Schluss mit unzufrieden

Dankbarkeit macht gesünder. Psychologin Elsbeth Martindale hat eine Methode erdacht mittels derer man sich in einer positiven Lebenseinstellung üben kann.

 Es gibt mittlerweile viele Studien, die darauf hindeuten, dass es sich positiv auf Körper, Geist und Gesundheit auswirkt, grundsätzlich dankbar zu sein. Wissenschaftler der University of California im amerikanischen San Diego fanden beispielsweise heraus, dass sich die Herzgesundheit von Herzpatienten, die ein Dankbarkeitstagebuch führten, verbessert hat. Sie konnten auch besser schlafen. Die Psychologen Robert Emmons und Michael McCullough fanden wiederum heraus, dass dankbare Menschen mehr Sport betreiben und seltener zum Arzt müssen als Personen, die eher das Schlechte in ihrem Leben sehen.

Um Dankbarkeit als Lebenseinstellung zu trainieren, gibt es verschiedenen Übungen für den Alltag. Psychologin Elsbeth Martindale hat eine Methode erdacht, für die es bloß die fünf Finger einer Hand braucht. Beim Daumen benennt man etwas, auf das man stolz ist. Mit dem Zeigefinger zeigt man auf etwas Schönes in der Natur. Beim Mittelfinger führt man etwas an, das man für einen anderen Menschen getan hat. Der Ringfinger erinnert an einen Menschen, den man aus tiefstem Herzen liebt oder geliebt hat. Der kleine Finger macht aufmerksam auf etwas, für das man in seinem Leben zutiefst dankbar ist. Wofür sind Sie heute dankbar?

08.07.2021

Mondhoroskop | 7. Juli– 11. Juli

Stiermond, Zwillingemond, Krebsmond und Löwemond begleiten durch diese Woche. Seien Sie sich sicher: die nächsten Tage werden abwechslungsreich! Unser Mondhoroskop von Susanne Cerncic.

Ein Stiermond zu Wochenbeginn! Wer will da schon aufstehen, geschweige denn, etwas arbeiten? Lassen Sie den Montag etwas gemütlicher vorübergehen, denn in den beiden nächsten Tagen können Sie dank des Zwillingemondes sowieso alles Liegengebliebene aufholen. Natürlich nur, wenn sie das wollen, denn eigentlich ist man bei diesem Mond auch gerne unterwegs oder trifft sich mit lieben Freunden. Ab Donnerstag, am späten Nachmittag, steht der Mond im Krebs und Familienthemen treten in den Vordergrund. Der Sonntag beginnt mit einem energiegeladenen Löwemond. Spiel, Spaß und Vergnügungen stehen im Vordergrund und die Arbeit sollte man einfach einmal ignorieren und das Leben so richtig genießen.

Tipp für die Geburtstagskinder der Woche:
Ein Merkur-Neptun Quadrat begleitet Sie in diesem Jahr und fordert zur klaren Kommunikation auf, da es ansonsten zu Missverständnissen kommen kann. Sollten wichtige Verträge zu unterzeichnen sein, prüfen Sie diese daher bitte doppelt so gut, bevor Sie Ihre Unterschrift daruntersetzen. Für Beziehungen  stehen die Planeten wirklich sehr energieladen, nur Uranus könnte manchmal einen Strich durch die Rechnung machen. Wenn Sie Ihren Geburtstag gegen Wochenende feiern, dann erhält Ihre Sonne einen schönen Neptunaspekt, der Ihnen viel Empathie schenkt.

Astrozuckerl:
In den frühen Morgenstunden des 10.7., um 02:16 Uhr, findet ein Neumond im Krebs statt. Der Neumond ist prädestiniert, um etwas Neues zu beginnen. Bei diesem Neumond können Sie Angelegenheiten des Heims und der Familie in den Mittelpunkt stellen. Am 11.7. wechselt Merkur in die Zwillinge. Hier ist auch sein Domizil und daher können Themen der Kommunikation, des Vernetzens und des Denkens auf Hochtouren laufen.

Die Autorin weist darauf hin, dass es sich bei diesen Texten um ein Sonnenstandshoroskop handelt und für eine persönliche Horoskopdeutung Geburtsdatum, Geburtszeit und Geburtsort benötigt werden.

07.07.2021

Wie alt wollen wir werden?

Die Autorin Kris Krenn befragte zahlreiche Menschen dazu und schrieb ihre Antworten in einem Buch nieder.

Unsere Lebenserwartung steigt: Jedes zweite Kind, das heute in unseren Breitengraden zur Welt kommt, hat die Chance, 100 zu werden. Aber wollen wir das? Und zu welchen Bedingungen? Diesen Fragen geht Kris Krenn in ihrem Buch „Wollen wir wirklich 100 werden?“ nach, das sie zuletzt in der ORF-Sendung „Guten Morgen Steiermark“ vorgestellt hat.

Prominente, Wissenschaftler und Ärzte kommen zu Wort. Zukunftsforscherin Oona Horx-Strathern stellt Maßnahmen vor, mit denen die Gesellschaft auf das Älterwerden reagieren könnte. In Singapur etwa bekommt jeder Über-70-Jährige eine Karte, die man an die Säule von Ampeln halten und so die Grün-Phase für Fußgänger verlängern kann – man hat also mehr Zeit, eine Straße zu überqueren.

Erika Pluhar erzählt von ihrer ehemaligen Haushälterin, die mit 100 noch fit war. Autor Niki Glattauer glaubt, dass der Mensch zur Geburt ein Ablaufdatum bekommt – ein Datum, an dem man sterben darf, wenn man will ohne es zu müssen. Mit Statements vertreten sind auch Siegfried Meryn, Hannes Androsch, Lotte Ingrisch, Julia Stemberger, Toni Faber und Gerti Senger.
Wie alt wollen Sie werden?

06.07.2021
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