Wunderbar Wanderbar

Der Weg ist das Ziel. Ob gemächliches Flanier-Tempo oder sportiver Rundweg: Wir haben die schönsten Routen der Steiermark im Gepäck.

Nicht dass Wandern in Österreich jemals aus der Mode geraten wäre: Aber seit 2020 haben sich die Urlaubsaktivitäten – auch bedingt durch die Corona-Krise – nochmals mehr auf Erlebnisse in der Natur konzentriert. Eine veränderte Alltagsstruktur, das steigende Gesundheitsbewusstsein und das Bedürfnis nach Ausgleich an der frischen Luft wird dies auch zukünftig unterstützen. Nicht umsonst nennt man den Wandersport auch die „Medizin des 21. Jahrhunderts“. Und das Unspektakuläre daran ist auch sein unschlagbarer Vorteil: Wandern ist leicht auszuüben, man muss nicht in teures Equipment investieren – man kann einfach drauflos gehen, jedenfalls wenn man in den Genuss kommt, dieses schöne Land erkunden zu dürfen.

Wandern hat aber gleichzeitig auch eine enorme Bandbreite und Tiefe, ist abwechslungsreich und eine Wohltat für Körper und Seele – in jedem Alter. Wer sich regelmäßig bewegt, schenkt sich ein extra Gesundheits-Plus. Davon profitieren nicht nur Herz und Kreislauf, sondern auch die Muskeln, Knochen und die Blutwerte.

MIT DER BAHN ZUM BERG

Aber auch die Umwelt atmet auf. Alle vorgestellten Routen sind einfach und schnell mit der Bahn erreichbar. Die „Naturfreunde Österreich“ setzen sich schon seit vielen Jahren für eine klimafreundliche Freizeitgestaltung ein und laden dazu ein, das Auto hin und wieder stehen zu lassen und öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Immerhin: Ein Kilometer, der mit einem mit Diesel oder Benzin betriebenen Auto zurückgelegt wird, ist 27-mal so klimaschädlich wie ein Kilometer mit der Bahn. Gemeinsam mit den ÖBB präsentieren sie nun einen Wanderführer, der 46 Top-Touren in ganz Österreich beinhaltet – natürlich bei bester Anbindung. Der Großteil der in „Mit Bahn und Bus in die Natur!“ beschriebenen Routen führt zu traumhaft gelegenen Hütten, darüber hinaus werden Wohlfühl-Wege und Natura-Trails vorgestellt, auf denen man ökologisch besonders wertvolle Landschaften kennenlernen kann. Wir stellen ihnen vier gemütliche Touren vor, die allesamt durch das grüne Herz Österreichs führen – denn die Steiermark ist ein wahres Paradies für alle, die Natur pur genießen wollen.

 

– zum Vergrößern anklicken –

 

© shutterstock, beigestellt
01.03.2022
Entgeltliche Beitrag

Endlich Urlaub!

Sonnenschutz, Badesachen, Sommerlektüre – abgesehen von den klassischen Reiseutensilien braucht es heuer auch Masken, Testergebnis oder Impfnachweis.

Wer ins Ausland reist, sollte die jeweils gültigen Vorgaben im Auge behalten, denn sie ändern sich häufig. Einen aktuellen Überblick bietet die Website Re-open EU. In den meisten europäischen Ländern ist bei der Einreise ein negativer CoV-Test vorzuweisen. Dabei gibt es unterschiedliche Vorgaben – ob nur PCR-Tests oder auch Antigen-Tests zugelassen sind – und die Dauer der Gültigkeit. Zusätzlich ist in vielen Ländern eine Registrierung vor Antritt der Reise verpflichtend.

Vollständige geimpfte Personen mit Nachweis sind in Deutschland, Griechenland, Kroatien, Polen, Slowakei Zypern, Azoren und Madeira von Auflagen befreit. Ohne Auflagen einreisen können Menschen aus Österreich derzeit unter anderem in Liechtenstein, Schweiz und Slowenien (aus dem Burgenland, Niederösterreich, Salzburg und Wien).

Für Italien braucht es einen negativen PCR- oder Antigen-Test. Vor der Einreise muss man sich registrieren. Kroatien verlangt einen negativen PCR- oder Antigen-Test. Es gilt aber auch der Nachweis einer Genesung oder jener, dass die erste Impfung mindestens 14 Tage zurückliegt. In Deutschland ist ein negativer Antigen-Test (nicht älter als 48 Stunden) oder PCR-Test (nicht älter als 72 Stunden), ein Impfnachweis (mindestens 14 Tage nach vollständiger Impfung) oder der Genesungsausweis nötig. Eine Onlineregistrierung ist verpflichtend.

Getestet, geimpft oder genesen kann man aus den meisten europäischen Ländern quarantänefrei nach Österreich einreisen. Für einige Länder gilt eine Quarantänepflicht, darunter Großbritannien. Ausgenommen sind geimpfte und genesene Personen.

www.reopen.europa.eu
www.bmeia.gv.at/reise-aufenthalt/reiseinformation/laender/

 

4.6.2021
© Shutterstock

Mallorca sperrt auf

Die Baleareninsel gilt aus deutscher Sicht nicht mehr als Risikogebiet, weil sie kaum noch Corona-Fälle hat.

Deutschland hebt die Beschränkungen für Balearen auf, weil die Corona-Infektionszahlen im Sinken begriffen sind. Mallorca gilt nicht mehr als Risikogebiet, wie das Robert Koch-Institut am Freitag mitgeteilt hat.

Nach der Aufhebung der Beschränkungen will der größte Reiseanbieter TUI den Beginn der Ostersaison auf Mallorca vorziehen. Statt wie zunächst geplant ab 27. März sollen nun schon am 21. März Flüge auf die Insel von Hannover, Frankfurt und Düsseldorf aus starten. In Portugal plant TUI einen Neustart ab Mitte April. In Griechenland sollte es den Einschätzungen zufolge im Mai losgehen.

Schritt für Schritt pure Leidenschaft

Sigrid Semmler (65) und Bernd Unterweger (68) tanzten sich im Laufe ihres Lebens durch viele Tanzstile. Nur der Tango fehlte. Ein Nachmittag mit dem erotischsten Tanz der Welt.

Frau Semmler, Herr Unterweger, taugt der Tango, um eingeschlafene Beziehungen aufzuwecken?

Semmler: Auf jeden Fall (lacht). Bernd und ich haben uns beim Swingtanzen kennengelernt. Ich hätte richtig Tango nie mit einem Partner getanzt, mit dem ich nicht in einer Beziehung bin. Dazu ist der Tanz zu erotisch. Es heißt ja, ein Mann muss 17 Jahre lernen, bis er Tangotanzen kann. Die Frau nur eines. 

Unterweger: Als Mann ist der Tanz herausfordernd, weil er führen muss. Dazu muss er viel investieren, in Körperarbeit etwa, er muss eine stabile Körperhaltung haben und kreativ musikalisch sein. Walzer oder Salsa kann man nach einem Jahr gut tanzen, wenn man regelmäßig übt. Bei Tango dauert das viel, viel länger.

Semmler: Bei Salsa tanzt man einfach los, auf den Tango muss man sich einstellen. Als Frau nichts machen zu dürfen, ist schwierig. Ich bin vom Swingtanzen gewohnt, dass man als Frau spielen darf. Beim Tango muss man sich fallen lassen, man muss locker sein, warten können und rechtzeitig und gut reagieren. Es war für mich schon eine Herausforderung, nicht einfach draufloszumarschieren. 

Was macht den Tango so besonders?

Semmler: Es ist die Musik! Einmal so stimmungsvoll und beschwingt, dass dir das Herz aufgeht, im nächsten Moment so melancholisch, dass man weinen könnte. Dieser spontane Wechsel fasziniert mich. 

Wie gut sind Sie schon?

Unterweger: Wir sind erst am Anfang! In der Corona-Zeit haben wir sehr viel geübt, jetzt fängt es schön langsam an, Spaß zu machen.

Semmler: Also ich warte noch auf den Flow (lacht). Aber es gibt schon so Momente, wo ich mir denke: Jetzt haben wir’s!

 

Pfeffer für die Beziehung

Der Tanzlehrer Iliyan Donchev über den erotischsten aller Tänze und wie man ihn lernen kann.   

Welche Voraussetzungen braucht es für Tango? 

Zum Tangotanzen muss man nicht unbedingt athletisch sein. Die körperliche Statur ist ziemlich egal, es reicht, einen Tango-Abend zu besuchen, um zu sehen, welch unterschiedliche Menschen Tango tanzen. Wenn man regelmäßig tanzt, stellt sich eine gewisse Ausdauer, Fitness, Verbesserung der Körperhaltung sowieso ein. Das tut dem Körper gut, ist in diesem Sinne aber keine Voraussetzung, um Tango lernen zu können, vielmehr ein positiver Effekt wenn man schon länger tanzt.

Welche Ausbildung empfehlen Sie älteren Paaren? 

Es gibt in vielen Städten Kurse und Workshops, die Paare unabhängig vom jeweiligen Alter besuchen können. Es reicht die Bereitschaft, etwas Neues zu lernen – und vielleicht die Bereitschaft der Frau, dem Mann einmal die Führung zu überlassen. 

Wann „kann“ man Tango, was ist das Besondere an diesem Tanz?

Es gilt wie für alle anderen Tänze: Tango kann man, wenn man Spaß beim Tanzen hat und das genießt! Ich habe diese Frage auch meiner Frau gestellt, mit der ich schon seit über acht Jahren gemeinsam tanze und unterrichte. Für sie ist das Besondere am Tango, dass es sich nicht nur um körperliche Betätigung handelt, sondern wenn man tief in den Tango eintaucht, eine wunderbare geistige und emotionale Verbindung zum Partner ermöglicht. Das Führen und Folgen, sich Fallenlassen als Folgende, die tiefe körperliche Verbundenheit – Tango wird nicht umsonst Herz an Herz getanzt – all das macht den Tango so besonders. Dieses Gefühl ist beim Tanzen mit dem eigenen Partner immer am stärksten, aber gute Tangotänzer spüren diese Verbindung zu ihrem aktuellen Tanzpartner manchmal ebenso, auch wenn man vielleicht zum allerersten Mal miteinander tanzt. 

Kann Tango dazu dienen, mehr „erotischen Pfeffer“ in die Beziehung zu bringen? Oder ist man so mit Lernen und Perfektion beschäftigt?

Natürlich dauert es immer ein wenig, einen Tanz so zu erlernen, um das Tanzen wirklich genießen zu können. Wie lange es dauert, bis sich Genuss wirklich einstellt, hängt sehr stark von der eigenen Persönlichkeit ab. Aber auch hier kann der Tango behilflich sein: Sich von den eigenen Vorstellungen und dem Perfektionismus verabschieden und sich einmal fallen zu lassen, nur den Moment mit dem Partner und der Musik um sich herum genießen zu können, unabhängig vom eigenen Tanzlevel, das sollte immer das Ziel sein. Ob Tango Pfeffer in eine Beziehung bringen kann? Ja, ganz bestimmt! Aber nur auf den Tango würde ich mich nicht verlassen, um eine Beziehung aufrecht zu erhalten. Wenn aber die Gefühle zum Partner schon da sind, kann man sicher sein, dass Tango eine Beziehung in vielerlei Hinsicht bereichern wird.

 

Daniela Müller
Beitrag veröffentlicht am 14. November 2020
Bidlquelle: Marija Kanizaj

Loipersdorf – Wohltuende Kraft aus 1200 Metern Tiefe

Viele Legenden ranken sich um Loipersdorf, Fakt aber ist: das Thermalwasser dort hat gesundheitsfördernde Wirkung. Das ist wissenschaftlich bewiesen. 

Einer Legende zufolge saß in grauer Vorzeit in Loipersdorf, dort, wo man später das Thermalwasser fand, ein schwarzes Männlein mit glühend roten Augen auf glühenden Kohlen, umringt von Dampf und Qualm. Einer neueren Erzählung zufolge stießen ein paar Bauern beim Bau einer Zufahrtsstraße auf eine sprudelnde Quelle. Einer der Bauern war aus Unachtsamkeit in das gegrabene Loch gestürzt und am nächsten Tage von seinen Rheumabeschwerden befreit.   

Fakt ist, dass schon die alten Römer wussten, was gut ist. Im Jahr 400 n. Chr. gab es in Rom angeblich zwölf öffentlich zugängliche Thermen. Der gesundheitsfördernde Effekt des warmen Wassers wird immer wieder wissenschaftlich belegt. Auch Loipersdorf kann hier mit interessanten Daten und Fakten aufwarten. So ist bewiesen, dass gerade für Hochgestresste der Erholungseffekt im Thermalwasser groß ist. Dazu sinkt bei moderater Bewegung und anschließender Entspannung im Wasser der systolische Blutdruck. Nachgewiesen ist auch, dass Thermalwasser schon nach 25 Minuten Aufenthalt im Wasser den Stressindikator Kortisol senkt. 

In Loipersdorf liegen diese 650 Prozent über dem vorgegebenen Wert. Das Wasser wird schonend und aufwendig aufbereitet, um es nahezu im Urzustand zu belassen, damit die gesundheitsfördernde Wirkung nicht beeinträchtigt wird. Es stammt aus 1200 Metern Tiefe und wird bei einer Temperatur von 62 Grad an die Oberfläche befördert. Das Loipersdorfer Thermalwasser ist mit rund 7000 mg gelösten mineralischen Inhaltsstoffen pro Liter das am stärksten mineralisierte Wasser im oststeirischen Thermenland. Menschen mit Gelenks- und Wirbelsäulenerkrankungen sind dort besonders gut aufgehoben, das Wasser wirkt auch gut bei Weichteilrheumatismus, zur Nachbehandlung von Verletzungen und bei Erschöpfungszuständen. Der hohe Salzgehalt wirkt sich positiv auf den Bewegungsapparat aus und begünstigt die Entlastung der Gelenke.

 

Thermenhotel Das Sonnreich****

Abschalten und die Seele baumeln lassen
Ob Sie Ruhe suchen oder Möglichkeiten, auf die unterschiedlichsten Arten aktiv zu sein: Hier finden Sie beides in hoher Qualität. Gönnen Sie sich eine Auszeit, etwas Erholung nach einer stressigen Woche und entspannen Sie einfach in Bad Loipersdorf. 

Einfach genießen: die regionale Kulinarik im Hotel DAS SONNREICH und Wellness im exklusiven Teil des Thermenresort Loipersdorf, dem Schaffelbad – einer modernen Wellness- und Ruhe-Oase für alle ab 16 Jahren. Dort finden Sie eine steirische Sauna, Aufguss-Saunen, ein Seepavillon, ein Römisches Bad, Wohlfühl-Pakete, ein Private Spa und einen FKK-Bereich.

Abenteuer Alter  – Sonderangebot:
2 Nächte im Doppelzimmer ab € 304.- pro Person

Für Sie inklusive:
– 2 Übernachtungen im Doppelzimmer
– Halbpension (Frühstück und Abendessen)
– Eintritte in das Thermenresort Loipersdorf inkl. Schaffelbad von Anreisetag 9 Uhr bis Abreisetag 21 Uhr
– Minibar (alkoholfreie Getränke)
– Hauseigener Spa & Wellnessbereich
– Kostenfreie Stornierung bis einen Tag vor Anreise

Gleich anfragen: 

Thermenhotel DAS SONNREICH****

+43 3382 20000   |   info@sonnreich.at

www.sonnreich.at

 

Beitrag veröffentlicht am 9. November 2020
Bildquelle: Thermenresort Loipersdorf
Entgeltliche Einschaltung

Die Enduroboys aus dem Murtal

Der Tollkühnheit und dem Alter sind keine Grenzen gesetzt. Eine Geschichte über Männer, die mit fast 80 mit ihren Motorrädern noch steile Geröllhalden hochklettern und damit Luftsprünge machen.

Roland Kocher und Ortwin Bugl sind 78, Hubert Puchinger ist 75, Peter Zöhrer 74. Nennen wir sie die Enduro Boys aus dem Murtal, denn bei ihrem Hobby ist es von Vorteil, sich eine gewisse Jugendlichkeit bewahrt zu haben. Die „Gang“ macht seit Mitte der 1970er-Jahre mit ihren Enduromotorrädern die Gegend unsicher. 

Kocher, der Motorradhändler und -fan schon seit jungen Jahren, Bugl, der Spaßvogel und „Hinrichter“, dessen Moped sich beim legendären Enduroevent in der Rachau vom Steilhang ins Tal ganze elf Mal überschlagen hat, womit er in puncto Waghalsigkeit neue Standards setzte. Puchinger, der als Schneidermeister nicht nur die Ausrüstungen der Herren genäht, sondern sein Motorrad so umgebaut hat, dass er mit seiner kleineren Körpergröße den Kollegen in Sachen Können nichts schuldig bleibt. Und da gibt es Peter Zöhrer, den Ehrgeizigen, der seine erste eigene Enduro erst mit 33 gekauft und zwei Jahre später zwei Meisterschaften gewonnen hat. 

 

„Sprünge von ein bis zwei Metern sind noch immer drin.“

 

Noch immer machen sie mit ihren Boliden die Gegend unsicher, zwei Mal im Jahr geht es in die Toskana, dort haben sie ihre Piste, deren Koordinaten sie streng geheim halten. Einschränkungen bei der Leistung im Vergleich zu den Anfängen gebe es keine, betont Roland Kocher. Sprünge von ein bis zwei Metern seien noch immer drin, die Geröllfelder, die sich steil über bis zu 40 Meter zögen, seien auch kein Problem. Sicherheitshalber hat Kocher die 46 auf seinem Motorrad picken, die Startnummer von „Dottore“ Valentino Rossi, dem Endurohelden der italienischen Nation, dessen Name auch noch so strengen Naturschützern ein Lächeln auf die Lippen zaubert.

Wir treffen die Enduro Boys bei Roland Kocher, er hatte in Weißkirchen im Murtal eine Kfz-Werkstatt, die heute verpachtet ist. Was ihn aber nicht davon abhält, bei seinen Oldtimern herumzuschrauben – da wäre etwa ein Sunbeam, ein Auto Union 1000, mit dem er mehrfach die Ennstal Classic gefahren ist, und ein Wohnzimmer voller Motorräder. Der Motor läuft also, der Schmäh sowieso, Bugl frisiert für das Foto noch seine Brusthaare, die unter dem Hemd herauswachsen. „Geh zieh’ dir was G’scheits an, schaust ja aus wie ein Hendl“, ruft er Kocher zu, der für das Foto eine für dessen Geschmack zu schmächtig wirkende Jacke gewählt hat. Es fehlt nur noch Ekkehard Schipper, der früher KTM-Händler war. Ein Freund ist vor Jahren schon gestorben, er hatte in Italien während der Ausfahrt einen Schlaganfall, an dessen Folgen er einen Tag später verstorben ist. Begonnen hat die sportliche Freundschaft 1976 beim Six-Days-Rennen am Österreich-Ring, bei dem auch KTM-Gründer Hans Trunkenpolz und der Filmproduzent Dieter Pochlatko am Start waren. 

Kocher und seine Kumpels waren bei Enduro-Treffen in Schweden, der Tschechoslowakei und sogar in den USA. Roland Kocher klärt auf, was Enduro überhaupt heißt, „auf Griechisch Ausdauer, Zuverlässigkeit“ – also durchaus  altersunabhängig. Noch immer sind sie bei Veranstaltungen der Enduro Senioren Austria in Mühlen bei Neumarkt mit dabei. „Bei der Endurogeschichte ist halt noch immer Gemeinschaft und Freundschaft dabei, man hilft sich gegenseitig, nicht wie beim Motocross, wo man Ellbogen an Ellbogen fährt und sich abschießt und rausdrängt“, sagt Kocher. Zusammenhalt und Miteinander ist den Männern wichtig, ebenso Disziplin. In Zeiten, in denen die Motorräder oft an Lautstärke schwer zu überbieten sind, trachten sie danach, ihrem Hobby so zu frönen, dass weder Ohr, Tier oder Bauer zu Schaden kommen. Mit Grundbesitzern, Jägern und Förstern sei man immer gut ausgekommen, betont Kocher. Bugl ortet im Waldgelände auch einen gewissen Vorteil der Endurofahrer gegenüber den Mountainbikern: „Uns hören die Tiere wenigstens vorher.“ Was natürlich ironisch gemeint ist. Konkurrenz gab es bei den Rennen vor allem aus dem ehemaligen Ostdeutschland, dort hatte der Hersteller MZ gut trainierte Werksmannschaften. Die Boys im Murtal setzten auf den spanischen Hersteller Ossa, den es heute nicht mehr gibt. Eine Ossa schaffte es sogar, im Besitz aller vier Herren gewesen zu sein. Ortwin Bugl und Peter Zöhrer haben eine besondere Anekdote auf Lager, wie sie zu ihrer ersten Enduro gekommen sind. Zöhrer, der damals in Deutschland arbeitete, fuhr mit Sohn, Pkw und Anhänger ins Murtal, um für den Badumbau Dinge zu besorgen. Zurück in Deutschland war auf dem Anhänger statt der Badezimmerutensilien eine Enduro, die er daheim in der Steiermark nach einer Verfolgungsjagd erstanden hatte: Weil ihm ein Motorrad auf einem Anhänger so gefiel, fuhr er dem Pkw so lange nach, bis der bei einem Parcours stehenblieb, Zöhrer sich eine Probefahrt ausverhandelt und das gute Stück erworben hat.

Bugls Geschichte geht so: Er hat seine erste Ossa recht spontan von Kocher gekauft und vor dem Küchenfenster des gemeinsamen Hauses abgestellt. Seiner Frau, die schon immer einen bemalten Bauernkasten haben wollte, präsentierte er das Gefährt mit den Worten: „Schau, das ist ein Bauernkasten. Mit dem kann man sogar fahren.“ Einen Bauernkasten hat sie bis heute nicht, Bugl musste damals aber zugunsten des Endurosports mit seinem Hobby Autoslalom aufhören. Legendär sind auch seine Auftritte als Starter in der Rachau, mit schwarzem Hochzeitsanzug und hohem Zylinder, „damit bin ich weltweit berühmt geworden“, sagt er grinsend.

 

„Wenn es nicht ums Geld gegangen wäre, hätte ichnie aufgehört.“ – Peter Zöhrer

 

Ob die Gattinnen Hobby wie Abwesenheit ihrer Männer beklagten oder genossen, ist nicht überliefert. Stressig wurde es für die Männer – die damals überwiegend selbstständig waren -, wenn das Hobby mehr Zeit kostete, als Geld ins Haus kam. „Wenn es nicht ums Geld gegangen wäre, hätte ich nie aufgehört“, sagt etwa Fast-Profi Peter Zöhrer. Einmal in der Woche treffen sich die Enduro-Boys beim Stammtisch, allerdings mit dem Problem der nachlassenden Hörkraft, wie Kocher beschreibt, der hin und wieder die Moderation übernimmt, damit nicht zu sehr durcheinandergeredet wird. Zwischen acht und zwölf Personen sei man, inklusive Nachwuchs, der jüngste sei 25. Kocher: „Mein Appell an ältere Menschen am Stammtisch: Lasst’s andere ausreden und lernt’s Zuhören!“

 

Jetzt das neue Magazin bestellen: shop.abenteueralter.at

 

Daniela Müller
Beitrag veröffentlicht am 20.10.2020
Bildquelle: Marija Kanizaj

Ein Steiermark-Urlaub voller Geheimtipps

Die vergangenen Wochen waren für die Touristiker des Landes nicht einfach. Nun sieht es aus, als würde sich die Lage normalisieren. Ab 29. Mai können die Hotels und Beherbergungsbetriebe wieder öffnen. Erich Neuhold von Steiermark Tourismus über den touristischen Sommer 2020 im liebsten Urlaubsland der Österreicherinnen und Österreicher.  

Was erwarten Sie für diesen Sommer für den steirischen Tourismus?

Die Steiermark hat ja traditionell einen hohen Anteil österreichischer Gäste. Wir erwarten in den nächsten Wochen deshalb viele Gäste aus dem Inland. Zudem haben wir einen Stammgästeanteil von 68 Prozent, hier hoffen wir, dass sie uns weiterhin die Treue halten. Vielleicht können wir heuer den einen oder anderen Gast gewinnen, der vorher noch nicht in der Steiermark war.

Planen Sie Kampagnen, um Gäste in die Steiermark zu locken?

Ja, am 25. Mai startet unsere Kampagne „Entdecke die Steiermark“ mit Geheimtipps zum erstmals und zum neu entdecken. Es wird Fernsehspots geben, eine Medienkooperation und einiges online. Es ist ein großes Paket, weil wir glauben, dass sich heuer auch das Urlaubsverhalten für nächstes Jahr entscheiden wird. In Krisen verhält es sich oft so, dass man lieber nicht weiter wegfahren möchte und eine gewisse Sicherheit bevorzugt bzw. eine Destination, von der aus man schnell wieder daheim ist. Und bei Gästen, die wir heuer gewinnen können, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie im nächsten Jahr wiederkommen.

Wann glauben Sie, machen die Grenzen wieder auf? Erwarten Sie viele Gäste aus dem benachbarten Ausland?

Wir haben den Kontakt zu den ausländischen Märkten nie abreißen lassen. Auf einem Platz in Budapest haben wir ein riesiges Transparent aufhängen lassen mit dem Spruch: „Wir sehen uns bald wieder in der Steiermark“. Es gab viel positives Feedback und wir waren die einzigen, die einen Gruß an jene Gäste übermittelt haben, die eigentlich gar nicht kommen können. Wenn es von Seiten des Gesundheitsministeriums Grünes Licht für die Grenzöffnung ohne Quarantäne gibt, wird es relativ schnell gehen. Ich schätze, dass sich die Lage in den meisten Ländern Europas bis Mitte Juni normalisiert haben wird.

Lässt sich das Umsatzminus in der Branche schon abschätzen?

Bis Ende Februar hatten wir jedenfalls die beste Wintersaison in der ganzen Geschichte. In den Thermen war die Lage ungleich schwieriger, Thermen- und Vulkanland haben allein zu Ostern zehn Prozent ihres Jahresumsatzes eingebüßt. Insgesamt sind die Effekte schwer abzuschätzen. Auch werden wir nach der Öffnung der Betriebe nicht von heute auf morgen die gleichen Umsätze erzielen als im Jahr zuvor. Dazu müssen wir abwarten, wie die finanzielle, die persönliche und die schulische Situation bei den Gästen ist. Das sind ja alles wichtige Faktoren, die bestimmen, ob man Lust oder Möglichkeiten hat, auf Urlaub zu fahren.

Haben Sie neue Angebote kreiert? Gibt es eventuell auch einen Schwerpunkt für SeniorInnen?

Wir sind zurückhaltend bei Seniorenangeboten, weil wir die Erfahrung gemacht haben, dass ältere Gäste nicht als Senioren angesprochen werden wollen. Es ist in etwa so, als würde die Autoindustrie den Auftrag bekommen, „ein rosarotes Auto für Frauen“ zu bauen. Senioren sind in ihrem Freizeitverhalten genauso lebenslustig und aktiv wie jüngere Menschen. Sie unterscheiden sich vielleicht durch mehr Lebens- und Reiseerfahrenheit, sie achten mehr auf ein gutes Preis-Leistungsverhältnis. Die Qualität muss stimmen. Was sich immer wieder zeigt ist, dass die 60-Jährigen von heute die 50-Jährigen von vor zehn Jahren waren.

Wollen Sie uns Ihren persönlichen Geheimtipp in der Steiermark verraten?

Für mich ist die ganze Steiermark noch ein Geheimtipp! Weil wir vom Dachsteingletscher bis zum Wein eine unglaubliche Vielfalt haben.

 

Geheimtipps gefällig? Abenteuer Alter verrät Ihnen diese demnächst. Bleiben Sie dran!

 

Daniela Müller
Beitrag veröffentlicht am 26. Mai 2020
Bildquelle: Steiermark Tourismus / Bernhard Loder

„Es darf Leben im Gesicht sein“

Brigitte Long ist Best-Ager-Model. Abenteuer Alter erzählt sie, warum sie es langweilig findet, nur schön zu sein und dass alt und Ältersein für sie zwei paar Schuhe sind.   

Abenteuer Alter: Finden Sie sich schön?

Long: Ich empfinde mich eigentlich nicht als schön. Ich denke, die innere Schönheit ist mehr das, was zählt. Von der Physiognomie gibt es sicher hübschere Menschen. Ich bin halt auch sehr fotogen und das hat wohl mit meiner Ausstrahlung vor der Kamera zu tun. Ich liebe die Kamera.

Auch früher war mir gar nicht bewusst, wenn mir Männer hinter herschauten, erst als mich mal jemand darauf hinwies, fiel es mir auf.

Vielleicht macht ja das Ihre Natürlichkeit aus, weil Sie nicht darauf aus sind, zu gefallen?

Long: Möglicherweise, ja.

In welchen Bereichen sind Sie tätig?

Long: Ich bin mit meinen 1,70 Meter ein eher kleines Model. Obwohl ich gut Shows laufen kann und auch für Fashion arbeiten kann, habe ich zwischen 30 und 40 Jahren entdeckt, dass ich  in der Werbung gut ankomme.

Sie haben eine Topfigur. Wie oft in der Woche gehen Sie ins Fitnessstudio?

Long: Ich sollte viel öfter gehen. Beim Essen achte ich jedoch darauf, was ich zu mir nehme. Ich esse aber reichlich! Nur eben bewusster, beispielsweise Dinkelmehl statt Weizenmehl und auch möglichst wenig Zucker. Fällt mir nicht leicht, da ich gerne Süßes esse.

Gab es Situationen, in denen Sie feststellten, dass Schönheit im Leben nicht alles ist?  

Long: Nachdem ich bereits 60 bin, habe ich das in meinem bisherigen Leben schon öfter festgestellt. Abgesehen davon finde ich es langweilig, auch gerade als ältere Frau nur schön zu sein. Wenn sich nur alles darum dreht, stößt das bald an seine Grenzen. Natürlich achte ich auf mein Äußeres, dass ich gepflegt bin und gut aussehe, gerade beim Älterwerden. Aber ich mache kein Tobuwabohu darum, das ist mir zu aufwendig. Darum habe ich mir vor ein paar Jahren auch die Haare schneiden lassen (lacht). Das war immer ein Riesenaufwand und hat mich zuviel Zeit gekostet.

Lange Haare sind ja für viele Frauen ein wichtiger Ausdruck ihrer Weiblichkeit …

Long: Mir bedeuten innere Werte mehr als Äußerlichkeiten, auch bei mir selbst. Es ist mir wichtig, mich weiterzuentwickeln, ein noch besserer Mensch zu werden. Aber auch andere zu unterstützen, dass sie sich weiterentwickeln können.

Sie gelten als „Best Ager“-Model. Das hört sich so positiv an. Passt das Ihrer Meinung nach zu dem Bild, wie ältere Menschen in der Gesellschaft gesehen und dargestellt werden?

Long: Ja, es ist ein positiver Begriff, auf der anderen Seite stehen viele ältere Leute auf dem Abstellgleis, auch wenn die Gesellschaft schon daran arbeitet, dass sich das ändert. Ich persönlich bekomme in der Regel gutes Feedback, man kommt mir mit mehr Respekt entgegen als früher, gerade in der Branche.

Finden Sie, dass ältere Menschen in der Gesellschaft sichtbarer werden?

Long: Auf jeden Fall wird das Thema mehr beachtet und mehr darüber geschrieben. Und es wird stärker versucht, ältere Menschen zu integrieren. Wobei ich mich noch lange nicht als Seniorin sehe. Ich bin auch keine Freundin von Seniorentreffs oder so. Ich finde es eher doof, wenn man alles am Alter aufhängt. Man muss sich gut verstehen, da ist das Alter irrelevant.

Spüren Sie manchmal Neid gegenüber jungen Models?

Long: Nein! Ich bin so froh, dass ich bin, wie ich bin und das Leben habe, das ich lebe! Ob da ein paar Fältchen mehr oder weniger sind: Die Leute, die mich mögen, achten da eh nicht drauf und finden mich noch ganz toll!

Wie stehen Sie zu Schönheits-Operationen?

Long: Eher distanziert, vor allem wenn es sich um Frauen handelt, die sich schon ab 40 Jahren regelmäßig operieren lassen. Das sieht meist maskenhaft aus. Ich persönlich finde es schöner, wenn jemand Leben im Gesicht hat. Selbst kommen Eingriffe für mich eher nicht infrage – wenn ich mal älter bin, vielleicht minimal, wenn mich etwas sehr stören würde. Aber eher nicht.

Wie lange wollen Sie Ihren Job noch machen?

Long: So lange es geht, ich habe noch viele Pläne! Ich möchte auch mehr in den Filmbereich und dort Charakterrollen spielen, da ich mich gut in Rollen hineinversetzen kann und eben auch mehr ein Charakter bin.

Welche Frau in der Filmbranche finden Sie schön?

Long: Obwohl Iris Berben bei ihrer Schönheit wohl etwas nachhelfen hat lassen, finde ich sie toll. Sie macht ihre Arbeit und hat ihre Rollen. Sie fällt für mich vor allem nicht in das Muster einer alten Frau, auch wenn sie fast 70 Jahre ist. Ich finde, man muss unterscheiden, ob jemand von den Jahren her älter ist oder ob jemand alt ist.

Was war Ihr letzter großer Job?

Long: Ich war bei einem größeren Werbespot für die USA und Kanada im Einsatz. Für ein kalifornisches Produkt gab es vor einigen Jahren eine große Plakatwerbung. International zu arbeiten ist für mich wichtig.

Beschreiben Sie das Gefühl, wenn man sich selbst auf einem Plakat sieht.

Long: Haha, da gibt es eine lustige Geschichte. Ich saß in der S-Bahn und sah ein großes Plakat. Ich dachte mir noch: Die kenn ich doch von irgendwo her. Bis es mir kam, dass „ich“ das ja bin!

Daniela Müller
Beitrag veröffentlicht am 05. Mai 2020
Bildquelle: Henrik Adamsen

Campen im Idyll

Den Grund kaufte Günter Hopf wegen des idyllischen Teiches, auf die Idee, einen Campingplatz zu machen, wäre er anfangs nie gekommen. Doch manchmal führt eben der Zufall Regie und Hopf führt heute einen der schönsten Campingplätze Europas.

Im Murtal ist es sonnig und ruhig, während über andere Teile des Landes Orkan Sabine hinwegfegt. Am Campingplatz Murinsel ruht sich ein Dauercampingpaar aus Thüringen von der Anreise aus, ein Brite steht mit seinem Hund am Teich und angelt. „Wir haben nur ganz wenige Wintercamper hier. Bei uns bleiben Menschen auf der Durchreise stehen, wir haben aber auch Dauercamper aus Wien, die an einem Winterwochenende schnell mal herfahren, weil sie vor dem Wind flüchten“, sagt Günter Hopf. Er betreibt mit seiner Familie den Campingplatz Murinsel, der kürzlich vom Publikum unter die Top 3 in Österreich gewählt wurde. Seine Gäste sind ruhesuchende 50plus-Menschen, die die familiäre Atmosphäre, den Teich, die Landschaft mögen („Radfahren in der Ebene und eine sanfte Wanderlandschaft“), und es genießen, dass in der Region vieles, vor allem das Essen in den Gasthäusern, ein bisschen günstiger ist als in den großen touristischen Gebieten. Selbst ist er 70 und hat auch einen Wohnwagen am Platz stehen, „am Präsidentenplatz“, schmunzelt er und bittet uns ins winterlich-kalte Innere.

Seit 20 Jahren gibt es den Campingplatz, vor 2000 sei das idyllische Gelände nur eine „Gstättn“ gewesen, sagt Hopf. Auch früher gab es einen kleinen Teich, in dem Hopf als Bub gern gebadet hat, der Grund gehörte dem Baron Gustav Freiherr von Hagenstein. Hopf wurde erwachsen, der Teich geriet in Vergessenheit, bis er ihn 15 Jahre später seiner Frau zeigen wollte. Der kleine Teich war umzäunt, zwischen den Seerosen schwammen Enten, es war sehr idyllisch. Hopf sagte zu seiner Frau: „So etwas möchte ich auch haben.“ Er wurde beim Baron vorstellig, der ihm „nach drei Jahren Überzeugungsarbeit“ 8000 Quadratmeter mitsamt Teich verpachtete, den er später kaufte, einen weiteren Grund kaufte er vom anderen Nachbarn zu. Plötzlich hatte er fünf Hektar Grund, „ich fragte mich: Was tue ich damit?“ Der Boden war karg und unfruchtbar, lediglich Schotter bot der Untergrund, den Bauern, die Gemeinde und das Bundesheer kostenlos abholen konnten. Den Weg zum Campingplatz wies ein Zufall: Hopf hatte ein Unternehmen und handelte mit Kaminöfen, Kachelöfen und Pellets, und für Messebesuche ließ er sich ein Reisemobil umbauen, in dem sich Schauöfen befanden. Eines Tages kam ein Mitarbeiter des Reisemobilherstellers nach Großlobming und beim Anblick auf Grund und Teich ins Schwärmen: Dauercamper müssten her, meinte dieser. Die seien genügsam und man könne im Jahr sicher 10.000 Schilling pro Platz verlangen. „100 Stellplätze mal 10.000 sind eine Million Schilling, abzüglich 500.000 für die Unkosten und 500.000 für mich – ab in den Süden, so dachte ich zumindest“, erzählt Hopf. Ganz so einfach kam es dann nicht, die Suche nach Dauercampern gestaltete sich schwieriger als erwartet. Es wurde in Gratiszeitungen inseriert, ab und zu meldet sich jemand. Hopf wollte in den ADAC-Führer, dort ermahnte man zu Gelassenheit, er solle erst den Platz fertigmachen und im nächsten Jahr komme dann jemand zur Inspektion vorbei, „bis dahin bin ich pleite!“, sagte Hopf, im ADAC-Führer wurde er als „in Bau“ und ohne Bewertung gelistet.

Insgesamt ließ Hopf 5000 Meter Stromkabel verlegen, 1,3 Kilometer Kanalisation, das gesamte Areal wurde ausgebaggert, drainagiert und aufgeschüttet. Mit kleinen Stäbchen steckte er die Straßen aus und ließ einen Freund mit Lkw und Baggeranhänger durchfahren, um zu testen, ob die Straßenführung großzügig genug für das größte Wohnmobil wird. Im ersten Jahr zählte man 270 Nächtigungen, 2.600 im zweiten, sagt Hopf, mittlerweile sei man bei 14.000 angekommen, nach zwölf Jahren waren alle Dauercampingplätze vergeben. Mittlerweile gibt es eine Warteliste, auf der mehr als zehn Namen stehen. Die Familie Hopf hat sich einiges einfallen lassen, um Camper ins entlegene Großlobming zu locken. Mit Erfolg. Beim Camping. Info Award belegte Camping Murinsel unter 23.000 in Europa getesten Campingplätzen Platz 9. Die Gäste kommen vor allem aus Österreich, es sind auch Gäste aus Knittelfeld dabei, die lediglich eine Wohnung besitzen und für eine Jahresmiete zwischen 1.000 und 1.400 Euro einen „Zweitwohnsitz“ in einem Wohnwagen haben. „Diese Gäste wohnen bis zu vier Monate hier und so günstig wie hier kann man den Urlaub nicht verbringen.“ Manche kämen zum Grillen und Baden und würden zum Schlafen wieder heimfahren.

 

Daniela Müller
Beitrag veröffentlicht am 07. Mai 2020
Bildquelle: Luef Light

50 ist das neue 35. Stimmt das?

Das mit dem Älterwerden ist so eine Sache. Auf den Dreißiger freut man sich, weil man endlich erwachsen ist und richtiges Geld verdient. Der Vierziger ist auch noch in Ordnung, weil man mitten im Leben steht. Und die 50-Jährigen, die letzten der Babyboomer-Generation, leben, als wären sie noch 35. Dazu zwingt sie auch die Gesellschaft in gewisser Weise, sagt der deutsche Trendforscher Peter Wippermann: In einer Welt, in der Leistungsfähigkeit mit Jugendlichkeit gleichgesetzt werde, Bindungen immer lockerer würden und Paare nach 20 Jahren ihre Ehe lösen und wieder Single seien, müsse jeder darauf achten, seinen persönlichen Marktwert möglichst lange hochzuhalten.

„Wir wollen nicht älter werden, sondern möglichst lange gesund bleiben“, betont Alternsforscherin Beatrix Grubeck-Loebenstein, das biologische Alter ist in der Tat nicht mehr mit dem chronologischen gleichzusetzen. Die demografische Entwicklung erfordert das auch: Mehr ältere und pflegebedürftige Menschen werden für das Sozialsystem zunehmend zur  Herausforderung. Doch 50-Jährige mit 30-Jährigen gleichzusetzen, scheitert schon an biologischen Gegebenheiten. „Mit 30 ist man vergleichsweise jung und hat die volle Regenerationskraft. Vieles, was ausfällt oder schlecht funktioniert, kann in diesem Alter noch erneuert werden.“ Ab 50 heißt es, die Weichen neu zu stellen: Gesunde Ernährung, Sport, soziale Kontakte, Lesen, Lernen oder Vorsorgeuntersuchungen werden wichtiger denn je. Für viele Frauen kommt diese Weichenstellung automatisch mit den körperlichen und psychischen Veränderungen durch die Menopause. Wenn Grubeck-Loebenstein den Anti-Aging-Trend auch skeptisch sieht, so betont sie: Auf sich zu achten, sich zu pflegen und gut zu kleiden ist eine nicht zu unterschätzende biologische Komponente. „Es ist immer besser, wenn man sich wohl fühlt und gern unter Menschen ist, als deprimiert und alleine zuhause zu sitzen.“

Das verschwundene Organ

Dass man ab 50 stärker gezwungen ist, vorzusorgen, hängt auch mit einem Organ zusammen, dem Thymus oder Bries. Der beginnt schon bei der Geburt zu schrumpfen und hat sich bis ins Alter von 40 bis 50 Jahren komplett zurückentwickelt. In diesem Organ reift ein bestimmter Typus von Immunzellen heran. Obwohl andere Abwehrzellen vorhanden sind, ist deren Leistungsfähigkeit beschränkt, Regenerationsprozesse werden schwieriger. Der Gesellschaft attestiert Grubeck-Loebenstein jedenfalls ein gestiegenes Gesundheitsbewusstsein und Aufgeschlossenheit gegenüber Maßnahmen, die auf die Verlangsamung von Altersprozessen abzielen. „Nicht nichts machen“, rät die Immunologin. Man nimmt heute an, dass jene, die sich regelmäßig bewegen, seltener an Alzheimer erkranken.

Mit gesundheitlichen Vorbeugemaßnahmen kann auch Funktionsverlusten, etwa bei Lunge, Herz oder Muskeln, entgegengesteuert werden. Nahrungszusätze, so betont die Wissenschaftlerin, könne man einnehmen, sie seien nicht gefährlich. Ob sie den Alterungsprozess zurückdrängen können, ist wissenschaftlich noch nicht bewiesen. Als wirksam hat sich das Intervallfasten herausgestellt. Bei allen Spezies, von kleinen Würmern bis zum Affen, zeigte sich, dass eine reduzierte Kalorienzufuhr über längere Zeit die Gesundheit verbessert und das Immunsystem länger jung bleibt. In der Forschung wird nun versucht, die Langlebigkeitsmoleküle, die durch das Weglassen von Mahlzeiten eingeschaltet werden, durch Medikamente zu stimulieren, ohne dass man dabei fasten muss. In diesem Zusammenhang wurde übrigens festgestellt, dass es nicht darauf ankommt, wie spät oder wie viel man abends isst, sondern dass die Abstände zwischen den Mahlzeiten lange genug sind, damit sich der Körper erholen kann.

Beitrag veröffentlicht am 16. April 2020
Bildquelle: Shutterstock