„Der Applaus ist verhallt“

Waltraud Haas-Wippel, MA, Pflegedienstleiterin der Geriatrischen Gesundheitszentren Graz, beklagt, dass Pflegeberufe kein besseres Image haben. Ihr Beitrag im Rahmen der Serie „Wo drückt der Schuh in den Pflegeheimen?“ von Abenteuer Alter.

In der Corona-Krise gab es anfangs eine verstärkte Wertschätzung für die Pflegeberufe und die, die diese Berufe ausüben. Das haben wir mit Freude zur Kenntnis genommen. Aber diese besondere Anerkennung und dieser Applaus waren nur kurzfristig und ist rasch verhallt. Wenn man so will: Es ist nicht viel in der Geldbörse angekommen. Es gab zwar in gewissen Bereichen so etwas wie eine Corona-Prämie, aber das war nur eine einmalige Zahlung und nicht jede und jeder in diesem Berufen hat sie bekommen.

Waltraud Haas-Wippel, MA

Das Image der Pflege und der Frauen und Männer in diesen Berufen muss auf mehreren Ebenen verbessert werden, das ist nicht mit Einzelmaßnahmen wegen der Corona-Epidemie getan. Die Pflege unserer Mitmenschen, die diese Art der Betreuung brauchen, ist nicht weniger als die größte Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Sie wird es noch sein, wenn Corona einmal kein Thema mehr ist. Die Menschen werden gottlob immer älter, doch damit steigt das Risiko der Pflegebedürftigkeit und der Bedarf an Pflegepersonal. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Berufstätigen in diesem Bereich. Die Generation der Baby-Boomer geht in Pension und es mangelt an Nachwuchs, weil das Image der Pflege nicht besser ist.

Es ist viel zu wenig bekannt, wie spannend der Pflegeberuf ist. Er hat viele Gesichter und nicht nur das, welches die Menschen vom Besuch in einem Heim kennen. Wer sich für eine Tätigkeit in der Pflege entscheidet, kann die Arbeit in einem Heim oder bei den mobilen Diensten tun, man kann wissenschaftlich tätig werden, die neue Möglichkeit der community nurses, der Gemeindeschwestern wählen oder sich dafür entscheiden, selber andere für Pflegeberufe auszubilden.

 

7.12.2020
Bildquelle: beigestellt; Shutterstock

„Corona bringt uns an die Grenzen“

Wo drückt der Schuh in den Pflegeheimen? Abenteuer Alter sprach mit führenden Fachleuten des Pflegebereiches in der Steiermark über die Corona-Pandemie und ihre Folgen. Teil 1: Mag. Marianne Raiger

 

Mag. Marianne Raiger, Direktorin der Akademie für Gesundheitsberufe und Landesvorsitzende des Gesundheits- und Krankenpflegeverbandes, sieht alle, die Pflege leisten, im Ausnahmezustand.

Durch die Corona-Epidemie hat sich die Beziehung zwischen denen, die Pflege leisten, und denen, die sie brauchen, verändert. Es ist ein anderer Umgang miteinander, an den sich viele erste gewöhnen mussten. Es macht etwas mit den meist älteren Bewohnerinnen und Bewohnern in den Pflegeheimen, wenn das vertrauten Personal ständig den Mund-Nasen-Schutz tragen muss. Die Stimme verändert sich und die Art zu sprechen. Die Menschen vermissen das Gesicht der Person, die zu ihnen spricht und ihre Mimik. In unserem Beruf spielt auch die Berührung eine Rolle, das kann bis zu Umarmungen gehen. Das alles ist nicht mehr so selbstverständlich wie es war. Dabei ist es ganz wichtig.

Wenn eine Diplompflegerin oder die Pflegeassistenz wegen akuter Infektionsgefahr den Ganzkörperschutz tragen muss, ist das geradezu ein Ausnahmezustand. Wir sind zwar alle seit der Ausbildung mit Infektionserkrankungen oder der Isolierung von Personen vertraut, aber die Corona-Praxis bringt uns an die Grenzen. So einen Anzug mehrere Stunden zu tragen ist eine große Belastung, zeitlich und körperlich.

Wer in der Pflege tätig ist, akzeptiert die zusätzlichen Belastungen durch die Corona-Epidemie. Notfalls beißen wir uns durch, weil wir uns den uns Anvertrauten verpflichtet fühlen. Die Personaldecke in manchen Häusern und Einrichtungen ist sehr dünn. Da erlebt man oft, dass man an einem freien Tag oder am Wochenende angerufen und gebeten wird, einzuspringen, wenn eine oder einer vom Team erkrankt ist. Denn die Erkrankungen im Pflegepersonal nehmen zu. Die durch Corona gestiegene körperliche Belastung schwächt die Immunabwehr, das bleibt nicht ohne Folgen.

 

2. Dezember 2020
Bildquelle: Raiger / beigestellt

Bad Radkersburg und sein mediterranes Feeling

Die historische Stadt im Südosten und ihr Umland verstehen sich als Region der Lebenslust für alle Generationen. Mit einem Citybus wird sie 2021 noch attraktiver. 

Mit ihren satten Ebenen und sanften Hügeln entwickelt die Region um Bad Radkersburg ihr Alleinstellungsmerkmal: die vielfältigen Vorzüge sind in weitem Umkreis gut mit dem Rad zu  erkunden. Für Bürgermeister Mag. Karl Lautner passt das gut zum Profil seiner Stadt, die eine einzigartige Eigenschaft hat. „Nirgendwo in Österreich kann man mediterraner leben als hier“, sagt er im Gespräch mit Abenteuer Alter. Klimakarten bestätigen, wie das pannonische Klimas diese südliche Region begünstigt. Das Flair der Grenzstadt, geformt vom Miteinander vieler Kulturen dies- und jenseits der früheren Schlagbäume, ergänzt den Charakter des Südlichen. Diese Vorzüge machen Bad Radkersburg nicht nur für SeniorInnen zum begehrten Sehnsuchts- und Rückzugsort. Wie der Bürgermeister selbst, der nach 36 Jahren in seine Geburtsstadt zurückgekehrt ist, entdecken viele Menschen die Möglichkeiten, welche die Region auch für das dauerhafte Hierbleiben bietet. 

„Nirgendwo in Österreich kann man mediterraner leben als hier.“

Dazu zählt besonders die Vielfalt der Angebote im Gesundheitsbereich. Zu den Vorzügen rund um das lokale Klima und die traditionsreiche Parktherme kommt das Angebot hochentwickelter Dienstleistungen, an der Spitze das Vita med Gesundheitszentrum, das sich vom altmodischen Kurzentrum zum 4-Sterne-Vitaltempel gemausert hat, sowie das örtliche Landeskrankenhaus. So wurde Bad Radkersburg zur steirischen AHA-Referenzregion erkoren (AHA steht für active and healthy ageing). Dieses Programm des Gesundheitsclusters Human technology Styria hat alle Mittel im Fokus, im Alter länger gesund zu bleiben und stützt sich dabei besonders auf altersgerechte Assistenzsysteme der neuesten, auch digitalen, Generation. Diese Angebote und Visionen werden sehr gut angenommen, weiß Bürgermeister Lautner. 

Bad Radkersburg und seine Region zählen im Jahr rund 650.000 Übernachtungen und sind längst über den Status eines Geheimtipps hinausgewachsen. Die Grenzen dieses Wachstums sind nicht erreicht. Das verspricht ein Entwicklungspotenzial, wie es typisch für ein Land an der Grenze ist. Innerhalb von 35 Kilometern kann der Österreicher drei Staatsgrenzen erreichen und überqueren. Und das per Rad. 

Diese einzigartige Lage will Bürgermeister Lautner mit den führenden Köpfen der Region und der Nachbarn zu einer neuen Attraktion ausbauen. Das Stichwort dazu heißt Verkehrskonzept. Hartnäckig beackert er die Verantwortlichen in Wien und Graz, damit die bestehende Eisenbahnstrecke so ausgebaut wird, dass Bad Radkersburg mit dem Zug in einer Stunde von Graz erreicht werden kann. Seine Visionen sind damit nicht erschöpft. Die Bahnstrecke führte nämlich bis zu ihrer Zerstörung 1945 weiter ins heutige Slowenien. Ein grenzüberschreitendes EU-Projekt soll den Lückenschluss über die Mur wiederherstellen. 

Bürgermeister Mag. Karl Lautner

Bis dahin entwickelt Bad Radkersburg den regionalen Verkehr für seine Bewohner und die zahlreichen Gäste in Richtung Klima- und Umweltfreundlichkeit. 2021 beginnt ein neuer Citybus seine Runden zwischen den Teilen der Stadt zu drehen, verspricht der Bürgermeister. Dazu kommt ein Standplatz mit Elektroautos für das zeitgemäße Car Sharing. Ein Anliegen ist dem Gemeindechef auch der Ausbau des Systems von preisgünstigen Sammeltaxis, damit die Gäste etwa das vielfältige Angebot der Buschenschänken in der Stadt und dem Umland ohne Gewissensbisse nutzen können. 

Die Gastlichkeit nicht nur der Weinbauern ist in der Coronakrise zum besonderen Merkmal der Region gereift. Als es unter den Einheimischen wie den Gästen Verunsicherung hinsichtlich der Versorgung mit dem Nötigsten gab, wurde vielen auch das hohe Maß an lokaler Autarkie bewusst. Die Bauern wandelten sich von anonymen Lieferanten der Supermärkte zu konsumentenfreundlichen und kontaktfreudigen unmittelbaren Partnern. Gewerbe und Handwerk bewiesen dies- und jenseits der Grenze, dass es doch gut ist, wenn sie da sind, und die Solidarität vieler Menschen untereinander wurde in besonderem Maß deutlich. 

„An der Spitze stehen die Freundlichkeit und Lebenslust der Menschen.“

Angespornt von dieser Erfahrung setzt Bürgermeister Karl Lautner auf den weiteren Ausbau der Stärken seiner Stadt und ihrer Region, die sich bei SeniorInnen einen so guten Ruf erworben hat. An der Spitze stehen dabei die Freundlichkeit und Lebenslust der Menschen, die bei jedem Zusammentreffen spürbar wird. Zu den Stärken gehört neben der Therme und dem Gesundheitssektor auch die Lage als Teil der Vitalregion Steirisches Vulkanland. Bad Radkersburg erschließt seinen Freunden und Gästen auch den einzigartigen Biosphärenpark an der unteren Mur. Dabei geht es nicht nur um die Erhaltung eines unvergleichlichen Naturraumes dies- und jenseits der Grenze, sondern auch darum, die Flusslandschaft wieder zu einem attraktiven naturnahen Raum der Lebensfreude zu veredeln. Damit will Bad Radkersburg als Region der Lebenslust in die Herzen seiner Freunde eindringen. 

www.badradkersburg.at

 

27. November 2020
Bildquelle: Steirische Volkspartei; TV Region Bad Radkersburg, pixelmaker.at
Entgeltliche Einschaltung

Nervosität in den Pflegeheimen

Debatte um Aus für Besuche belastet Heimbewohner, Personal und Angehörige.

Die zweite Corona-Welle wird zunehmend in den Alten- und Pflegeheimen spürbar. Wegen steigender Infektionszahlen wollen manche Betreiber die Heime wieder komplett für Besucher sperren. Bei der ersten Welle im Frühjahr wurden bekanntlich alle Heime zum Schutz der Bewohner „dichtgemacht“. Das war eine zum Teil unzumutbare und zum Teil ungesetzliche Freiheitberaubung.

Derzeit zählt jedes vierte steirische Pflegeheim Bewohner mit Corona-Infektion, so der ORF. In jedem dritten Heim gibt es infizierte Mitarbeiter. Die 476 infizierten Heimbewohner sind 3,7 % aller SteirerInnen, die ihn solchen Heimen wohnen. Diese Personen und die 230 infizierten Mitarbeiter zu isolieren und trotzdem den Betrieb aufrechtzuerhalten, ist eine große Herausforderung.

Die öffentliche Debatte geht in die Richtung, dass die Pflegeheime auf keinen Fall für die Besucher gesperrt werden dürfen. Um das Infektionsgeschehen kontrollierbar zu halten, werden regelmäßige Anti-Gen-Tests aller Bewohner und Mitarbeiter gefordert. Diese Schnelltests haben aber den Nachteil, dass sie sehr ungenau sind und alle vier bis fünf Tage wiederholt werden müssten.

Johannes Kübeck
Beitrag veröffentlicht am 19. November 2020
Bildquelle: Shutterstock

 

 

 

 

 

Wenn das Herz stolpert

Vorhofflimmern (VHF) ist die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung. In Österreich sind rund 230.000 Patienten betroffen, wobei rund 1/3 der Fälle unentdeckt bleiben. Während manche Patienten Vorhofflimmern als Herzrasen oder Herzstolpern wahrnehmen, spüren viele Betroffene gar keine Symptome, was eine frühzeitige Diagnose erschwert. 

Vorhofflimmern selbst ist nicht lebensgefährlich, jedoch erhöht die Erkrankung das Risiko diverser Folgeerkrankungen, etwa für einen Schlaganfall. Menschen mit Vorhofflimmern haben ein rund fünffach höheres Schlaganfall-Risiko, das ab dem Alter von 65 Jahren stark ansteigt. Sie sind außerdem gefährdeter, weitere Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu entwickeln.

Die Erkrankung sollte daher frühzeitig diagnostiziert und behandelt werden. Ärzte führen dafür ein EKG (Elektrokardiogramm) durch. Ergänzend kann eine Ultraschalluntersuchung des Herzens Aufschluss geben. Patienten können zur Identifikation einer Herzrhythmusstörung wie Vorhofflimmern beitragen, indem sie regelmäßig ihren Puls messen.

Entstehung von Vorhofflimmern

Das Herz besteht aus zwei Hälften, die je zwei Hohlräume besitzen: einen Vorhof und eine Kammer. Damit das Blut im Körper zirkulieren kann, müssen sich diese immer wieder zusammenziehen und dann entspannen. Dafür ist der sogenannte Sinusknoten zuständig. Er ist der natürliche Schrittmacher des Herzens, der den Herzrhythmus vorgibt. Indem er elektrische Signale aussendet, sorgt er dafür, dass sich die Vorhöfe gleichzeitig zusammenziehen – ein Herzschlag wird ausgelöst. 

Im Normalzustand passiert das 60 bis 90 Mal pro Minute. Bei Vorhofflimmern kommt es zu einer Störung des Herzrhythmus. Durch ungeordnete elektrische Signale geraten die Vorhöfe mit über 100 Schlägen pro Minute aus dem Takt – sie flimmern. Bei Vorhofflimmern wird das Blut nicht mehr gleichmäßig gepumpt und die Fähigkeit des Vorhofs, sich zusammenzuziehen, ist deutlich eingeschränkt. So kann es zur Bildung von Blutgerinnseln kommen. Diese werden mit dem Blutstrom zunächst noch in die größeren Gefäße des Körpers befördert. In den kleineren Gefäßen des Gehirns können sie jedoch zu einem Gefäßverschluss und somit zu einem Schlaganfall führen.

Symptome

Die Symptome sind oft unspezifisch, viele Betroffene spüren gar keine Beschwerden. Bei einigen Patienten kann es sich als starkes Herzrasen oder Herzstolpern bemerkbar machen. Bei manchen kommt es außerdem zu:

  • Antriebslosigkeit, Atemnot, Brustschmerzen, 
  • Engegefühl in der Brust, Erschöpfung, Innere
  • Unruhe, Schwindel, Schwitzen, Schlafstörungen
  • Risikofaktoren

Der Hauptrisikofaktor für Vorhofflimmern ist das Alter. In Industrieländern entwickelt jeder vierte Erwachsene mittleren Alters in seiner verbleibenden Lebenszeit Vorhofflimmern. Das Risiko erhöht sich zusätzlich durch viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie eine Herzschwäche, Bluthochdruck, aber auch Diabetes oder einen vorausgegangenen Schlaganfall. Weitere patientenseitige Faktoren sind: 

  • Fettleibigkeit, Rauchen, Übermäßiger Alkoholkonsum, Häufige, starke Anstrengung, Geringe körperliche 
  • Aktivität
  • Diagnose

Vorhofflimmern wird vom Arzt diagnostiziert. Er nutzt dafür ein Elektrokardiogramm (EKG), das den Herzschlag aufzeichnet. Außerdem kann eine Ultraschalluntersuchung (Echokardiographie) des Herzens erfolgen. Hierbei werden die Struktur und das Pumpverhalten des Herzens sichtbar gemacht. Die Diagnose von Vorhofflimmern wird jedoch gerade bei episodenhaft auftretendem Vorhofflimmern erschwert, da die Untersuchung möglicherweise in einem Zeitraum stattfindet, in dem sich das Herz im normalen Sinusrhythmus befindet. Vorhofflimmern tritt in verschiedenen Formen auf. Dabei schreitet die Erkrankung auch bei einzelnen Patienten üblicherweise von kurzen, seltenen Episoden zu längeren und häufigeren Episoden fort und kann in permanentem Vorhofflimmern enden.

Therapie

Die Therapie von Vorhofflimmern umfasst fünf wesentliche Punkte und dient sowohl der Verbesserung der Lebenserwartung als auch der Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen.

Akute Frequenz- und Rhythmuskontrolle: Ziel ist das Erreichen hämodynamischer Stabilität, das heißt, eines gleichmäßigen Blutflusses in den Gefäßen. Dazu können zum Beispiel Medikamente eingesetzt werden, die die Herzfrequenz bei akuten Beschwerden rasch wieder unter Kontrolle bringen sollen oder aber eine Kardioversion zur akuten Rhythmuskontrolle.

Behandlung auslösender Faktoren: Ein wesentlicher Aspekt der Therapie ist die Korrektur eines ungesunden Lebensstils sowie die Behandlung zugrundeliegender Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Patienten sollten auf eine gesunde Ernährung sowie ausreichend Bewegung achten. Starke körperliche Anstrengungen, Alkohol, Rauchen, Stress und Schlafmangel sollten vermieden werden.

Schlaganfallrisiko senken: Um Blutgerinnsel aufgrund eines Herzstolperns zu vermeiden, können Gerinnungshemmer zum Einsatz kommen. Mit ihrer Hilfe wird die Gerinnungsfähigkeit des Blutes herabgesetzt, um der Entstehung von Blutgerinnseln vorzubeugen. 

Verbesserung der Symptomatik: Zur Verbesserung der Symptomatik bei Vorhofflimmern sowie zum Erhalt der sogenannten Linksventrikel (LV)-Funktion (Funktion der linken Herzhälfte) wird eine Frequenz-regulierende Therapie durchgeführt.

Wiederherstellung des Herzrhythmus: Der normale Herzrhythmus kann mittels Antiarrhythmika, Kardioversion oder Katheterablation wiederhergestellt werden.

 

Beitrag veröffentlicht am 15. November 2020
Bildquelle: Shutterstock

DEMENZ: Reden wir darüber!

Demenz ist eine Krankheit, über die viel mehr gesprochen werden sollte, sagen Claudia Knopper von der Selbsthilfegruppe Alzheimer (Salz), Heidi Fackler, Fachbereichsleiterin Hilfe und Pflege daheim im Hilfswerk und der Diplomkrankenpfleger Jürgen Gabler. Ein Gespräch über die Krankheit mit den vielen Gesichtern.

 

Demenz ist eine Krankheit mit vielen Gesichtern. Was bedeutet Demenz für Sie?

Claudia Knopper: Ich werde nie vergessen, wie ein Arzt zu uns gesagt hat (Knoppers Vater hatte Demenz, Anm.): „Wenigstens hat er keine Schmerzen.“ Daran denke ich oft, speziell, als eine Freundin ihre Mutter unter Schmerzen an Krebs verloren hat. Wenn man lernt, mit Demenz umzugehen, die eigene Trauer wahrzunehmen, und wenn man Werkzeuge findet, wie man die Betreuung managt, verliert Demenz an Schrecken. 

Heidi Fackler: Durch die Brille der Mobilen Dienste zeigt sich für mich Demenz als Krankheit, bei der man unterstützt, damit die Patienten so lange wie möglich daheimbleiben und selbstständig leben können. Das ist mit einem funktionierenden Angehörigennetz recht lange möglich. Das braucht aber Struktur, damit sich die demenzkranke Person zurechtfinden kann. Man muss sich mit der Krankheit auseinandersetzen, das ist das oberste Ziel.  

Jürgen Gabler: Vom Beruf des Krankenpflegers bedeutet Demenz für mich, die Patienten mit ihrer Krankheit so anzunehmen, wie sie sind, mit allen Verlusten, Defiziten und Leiden. Unsere Gesellschaft neigt vielleicht dazu, die Augen vor Krankheit und Leid zu verschließen, wir möchten mehr das Gute, Gesunde und Schöne sehen. In der Arbeit mit Menschen mit Demenz lerne ich auch mich selbst besser kennen, meine Grenzen wahrzunehmen und lerne von dem vergangenen Leben der PatientInnen, wenn sie ihre Erlebnisse erzählen. Demenz kann aber auch Positives hervorbringen: Man kann seine eigenen Stärken und Talente immer wieder gut einbringen. Man wird vielleicht auch dankbarer, dass man gesund ist. 

 

Was macht die Krankheit mit den Angehörigen?

Knopper: Die Krankheit ist individuell. Oft darf das Wort „Alzheimer“ nicht einmal in den Mund genommen werden, das muss man respektieren. Es braucht auch richtiges Handeln: Viele fangen an, über den anwesenden Betroffenen in der dritten Person zu sprechen, als würde er nichts mitbekommen. Das geht gar nicht! Wenn der Betroffene etwas „anstellt“, hilft keine Standpauke, im Gegenteil: Das erhöht nur den Stresspegel und er hat weniger Kapazitäten frei, um sich zu koordinieren. Ein Beispiel: Wenn eine Orange am Tisch steht, der Patient sagt: „Gib mir den Apfel“, ist es nicht zielführend, ihn über den „Irrtum“ aufzuklären. Besser wäre, ihm die Orange zu geben und zu sagen: „Da ist die Orange.“ 

Fackler: Wir als Mobiler Dienst schauen uns die Haushalte mitsamt dem Netzwerk an: Sind Angehörige oder Nachbarn involviert, wie schaut es mit der Körperpflege aus, wer bereitet die Mahlzeiten zu? Wie kann man unterstützen, braucht es Essen auf Rädern? Wir schauen uns die Tagesgestaltung an und binden andere Berufsgruppen ein. 

 

Wann ist die Betreuung daheim nicht mehr möglich?  

Fackler: Das hängt vom Stadium der Krankheit ab und davon, ob es Angehörige gibt, die betreuen. Wir haben in der Mobilen Pflege Kunden mit hochgradiger Demenz, die einen strukturierten Tagesablauf und pflegende Angehörige haben, die lange daheim bleiben konnten. Es braucht eine gute Vernetzung mit dem Hausarzt und Aktivierungsmaßnahmen, etwa Motoriktraining, Gedächtnisübungen, gemeinsames Singen, Rätsellösen. Wir schauen, was davon in Gemeinden und in der Umgebung angeboten wird und wie es genutzt werden kann und helfen, einen Tagesablauf zu planen, der für die Person passt. Dazu braucht es Empathie und Vertrauen, damit der Demenzkranke das auch annimmt. Immerhin kommt dann ja täglich eine fremde Person ins Haus. 

Knopper: 80 Prozent aller Demenzkranken werden von Angehörigen gepflegt. Das ist kostenintensiv. Wie momentan die Tagessätze in den Tagesbetreuungsstätten in Graz bei einer Pension von 2.500 Euro sind, gehen wir rein rechnerisch von 3.500 Euro aus. Es gibt leider kein 5-Tages-Betreuungsangebot. Wenn man nur an zehn Tagen für je vier Stunden eine Alltagsbetreuung braucht, sind das im Monat 400 Euro. Dazu kommt oft eine Putzfrau, Essen auf Rädern, Medikamente, Inkontinenzprodukte und so weiter. Die Öffentliche Hand zahlt aber nur das Pflegegeld. Es gibt kaum Konzepte, die helfen, dass der Verbleib im häuslichen Bereich ohne die Betreuung durch Angehörige möglich ist. Die Verantwortlichen verlassen sich schon darauf, dass Angehörige pflegen. Wir brauchen mehr Angebote für stundenweise Betreuung zu einem Preis, den man sich leisten kann.

Gabler: Die stationäre Langzeitpflege gerade im Demenzbereich ist unbedingt notwendig. Es ist oft nicht möglich, auch wenn man möchte, seine Angehörigen zu Hause weiterhin zu versorgen. Psychische und verhaltensbezogene Symptome wie Apathie, Aggression, Wandern, Unruhe, Essstörung, Agitation machen es oft nicht möglich zu Hause zu betreuen. Auch weil zu Hause oft keiner mehr da ist, der diesen oft Full-time-Job übernehmen kann.

Knopper: Mobile Dienste mit Alltagsbetreuung ist schon ein guter Schritt, nur ist das derweil noch an einen Anbieter gekoppelt, das heißt, niemand anderer darf dazu Dienste anbieten. Das ist eine Fehlentwicklung. Politisch ist da einiges falsch gelaufen. Die Tagessätze in der Tagesbetreuung wurden zudem empfindlich erhöht, es gibt gerade eine Tendenz Richtung Unterbringung im Pflegeheim. Wir reden immer von Menschen im mittleren und schweren Stadium, aber die im leichten ignorieren wir komplett, für die gibt es kein Angebot, keine Beratungen. Viele können lange Zeit für sich sprechen, brauchen aber persönliche Assistenzen, etwa um von A nach B zu kommen. 

 

Wie werden sich die Krankheitszahlen entwickeln?

Knopper: Wir haben heute 130.000 bis 150.000 Demenzkranke in Österreich – das ist aber nur die Dunkelziffer -, bis 2050 wird sich die Zahl verdoppeln. 2000 kam auf 60 Erwerbstätige ein Demenzkranker, 2050 wird ein Demenzkranker auf 15 Erwerbstätige fallen. 

Gabler: Die Menschen werden heute, dank der verbesserten medizinischen Versorgung, immer älter. Damit steigt aber leider auch die Anzahl derjenigen, welche an einer Demenz erkranken. Man weiß auch, dass in naher Zukunft die Babyboomer in ein Alter kommen, in dem sie Pflege und Betreuung benötigen werden. Es wird bei aller Voraussicht schwierig werden, ausreichend gut qualifizierte Pflegepersonen zu bekommen. 

 

Heidi Fackler, Jürgen Gabler & Claudia Knopper (v.l.n.r.)

 

Das sind ja düstere Aussichten. Wer pflegt aktuell?

Fackler: Nur sechs Prozent aller Pflegegeldbezieher haben eine 24-Stunden-Betreuung, 38 Prozent werden von Angehörigen gepflegt und betreut, 33 Prozent von Mobilen Diensten, 21 Prozent sind in einer stationären Einrichtung.

Gabler: Bevor die Patientinnen und Patienten zu uns in die GGZ kommen, werden sie in der Regel schon lange zu Hause betreut. Die Pflegeheime und Krankenhäuser könnten unmöglich alle pflegeabhängigen Menschen versorgen. Ich finde man sollte den Angehörigen mehr Dankbarkeit entgegenbringen und es nicht als Selbstverständlichkeit abtun. 

Knopper: Ein Ortswechsel ist für den Betroffenen immer ein Schock, den man vermeiden sollte. Ich habe einen Fall, wo die Tochter mit 50 Jahren an Demenz erkrankt ist und die Mutter mit 82 die Betreuung übernimmt. Hier wird sich die Frage stellen, wie lange sie das noch schafft. Oft stehen Männer an, weil der Haushalt immer von der Frau geführt wurde und sie beispielsweise erst das Kochen erlernen müssen. Oder Frauen, die ihre erkrankten Männer nicht aufheben können. Hier fehlt es an Kreativpotenzial, das müsste man anders lösen können.

 

Wie könnte das aussehen? 

Knopper: Man muss den Markt aufmachen. Wir reden immer über Pflege, dabei braucht es oftmals nur eine Betreuung. Es braucht mehr Kooperationen und Zusammenarbeit. Helfen würden ein Bezugsbetreuer, der den Überblick über die Situation behält und bei Bedarf die erforderlichen Interventionen setzt, ein Behandlungsplan, in den alle eingebunden sind, und vor allem Ärzte, die die Betroffenen nicht  mit dem Rat „gehen’s noch ein bisserl garteln“ heimschicken. Es bräuchte jemanden, der mit dem Haushalt Kontakt hält, der sich in bestimmten Intervallen die Situation ansieht und benötigte Dienste ins Haus bringt sowie die geistige Fitness überprüft. Aktuell sind Betroffene auf sich gestellt. 

Gabler: Man muss die Angehörigen lange vor der Heim-
unterbringung erreichen und ihnen zur Seite stehen. Sie brauchen zum einen ein inhaltlich-fachliches Know-how über die Erkrankung selbst, deren Verlauf, über geeignete Hilfsangebote und auch sehr wichtig über die eigene Selbstfürsorge. Zum anderen benötigen sie praktische Tipps, wie man mit Beschuldigungen der Patienten umgeht oder wie sie es schaffen, dass ihr Angehöriger sich einfach wäscht und anzieht, obwohl er es nicht will. Wir sprechen hier in den GGZ von der „abgestuften Demenzversorgung“, beginnend mit der Diagnose bis hin zur vollständigen stationären Aufnahme.

Knopper: Mehr Öffentlichkeit und Bewusstsein braucht es auf jeden Fall, denn die Betroffenen wollen ja auch einkaufen gehen und Eis essen. Und ja, sie machen schräge Dinge. Meine Vision wäre, dass Menschen mehr über die Krankheit wüssten, um die Betroffenen und die Angehörigen besser unterstützen zu können. Die Kassiererin im Supermarkt muss wissen, wie sie richtig reagiert, wenn ein demenzkranker Mensch vor der Kasse die Ware vom Fließband wieder in den Wagen zurücklegt, die Polizei muss wissen, wie sie mit einem Betroffenen umgeht, der vom Heim ausgebüchst ist. Wenn die sagen: „Polizei! Kommen Sie mit!“, wird das nicht funktionieren. 

 

Wie merkt man beginnende Demenz?

Knopper: Das Vergessen ist es jedenfalls nicht. Es sind eher Verhaltensauffälligkeiten oder wenn der Betroffene komplett uneinsichtig ist. Die meisten merken es, wenn Dinge passieren, die man nicht einordnen kann, wenn die Handlungen irrational werden. 

Fackler: Oft beginnen Betroffene, ihre Angehörigen zu beschuldigen, etwas gestohlen zu haben, was man selbst verlegt hat. 

Gabler: Was nichts anderes heißt als: Mir fehlt etwas, vielleicht braucht der Erkrankte gar nicht unbedingt und sofort das längst verlorene Geldbörserl oder den Schlüssel von früher, sondern etwas ganz anderes wie Zuwendung und jemanden, der ihm zuhört und ihn so annimmt wie er jetzt ist. In diesem Moment braucht es eine einfühlsame Kommunikation und keinen Gegenangriff.

Fackler: Angehörige haben oft Wissenslücken, obwohl so viel zum Thema angeboten wird. Ich habe den Eindruck, dass sich die meisten erst mit Demenz beschäftigen, wenn es aktuell ist. 

Gabler: Zu unserer Angehörigenschulung in das Albert Schweitzer Trainingszentrum kommen immer mehr junge Menschen, die sich informieren wollen, was zu tun ist, weil die Oma oder der Nachbar in letzter Zeit „so anders“ ist. In den Schulungen zeigt sich auch, wie stark belastet Angehörige sind. Viele Herausforderungen in der Pflegepraxis lassen sich durch konkrete Tipps von uns Vortragenden und von den anderen Angehörigen gut lösen. 

Knopper: Es braucht ein Demenzteam, ähnlich dem Palliativteam, bei dem man anrufen kann, wenn man Hilfe braucht. Was ist, wenn mit der pflegenden Person etwas passiert? Früher hat es dafür Gemeindekrankenschwestern gegeben, die sind ja zum Glück wieder im Gespräch. Es braucht unbedingt eine rasche Unterstützung bei der Betreuung und Pflege. 

 

Welche Forderungen hätten Sie?

Knopper: Es braucht gut ausgebildete Ärzte und Pflegepersonal, Hausärzte, die einem Behandlungsplan bei Verdacht auf eine dementielle Erkrankung folgen. Es braucht Behandlungspläne ab der Diagnose: Wie geht es weiter, welche Institutionen können helfen und wie? Es braucht stundenweise Betreuung in Form von persönlicher Assistenz mit Bezug zur Familie, den der Betroffene noch selbst anfordern kann. Und es braucht eine getrennte Betrachtung von Betreuung und Pflege. 

Fackler: Es braucht mehr finanzierbare Dienstleistungen für Menschen mit Demenz, die daheim bleiben wollen. Die Hauskrankenpflege alleine reicht manchmal nicht aus, um demenzkranke Menschen zu Hause umfassend betreuen zu können.

Gabler: Ich bin skeptisch, dass wir die kommenden Herausforderungen im Gesundheitssystem gut stemmen werden können. Es braucht einen Wandel im miteinander. Wir Menschen müssen wieder mehr aufeinander zugehen und gemeinschaftlich versuchen, die Herausforderung Demenz und Pflege zu lösen. Bezahlung von Angehörigen könnte ein guter Punkt sein, Pflegepersonen aus dem Ausland sind glaube ich unerlässlich, wobei auf die Ausbildung viel Wert gelegt werden sollte. Aber ich denke, es wird sehr schwierig werden.

 

Wollen wir dieses Thema etwas heiterer beenden. Was bedeutet Humor in der Zusammenarbeit mit Demenzkranken?

Gabler: In den zehn Jahren, die ich auf unserer Memory Klinik arbeite, habe ich viele humorvolle Geschichten erlebt. Humor ist auch sehr individuell, auf jeden Fall macht es den Pflegealltag schöner und bunter, gerade wenn der Humor zur Freude erhoben wird.

Fackler: Humor macht’s im Alltag leichter. Aber das ist eine Sache des Gespürs. Mit Humor findet man leichter Zugang zu Menschen. 

Knopper: Humor holt oftmals Druck aus der Situation. Wenn ich meinem Gegenüber mit einem breiten Lächeln begegne, lacht es zurück.

 

Demenz – so sieht es aus

In den kommenden Jahren wird sich laut Weltgesundheitsorganisation WHO die Zahl der Demenzkranken deutlich erhöhen, bis 2030 von derzeit 50 auf bis zu 82 Millionen, bis 2050 mit weltweit 152 Millionen Betroffenen. Vor dem 65. Lebensjahr sind nur wenige Menschen betroffen, unter den 85- bis 89-Jährigen leidet rund jeder Vierte an Demenz. 

Was die WHO empfiehlt

Wer sich mehr bewegt und mit dem Rauchen aufhört, kann auch einer Demenz-Erkrankung vorbeugen, heißt es seitens der WHO. Übergewicht, Diabetes und Blut-
hochdruck erhöhen ebenfalls das Demenz-Risiko. Empfohlen wird ein aktiver Lebensstil, verbunden mit der Erhaltung der geistigen Fitness. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass körperlich aktive Menschen seltener an Demenz oder Alzheimer erkranken. 

Hier gibt’s Informationen und Beratung

Einen breiten Überblick über das Thema Demenz bietet das Demenzportal: von Warnsymptomen, Prävention, Risikofaktoren, Früherkennung und Diagnose, Krankheitsverlauf, Behandlung, Forschung, über die Bewältigung des Alltags, Informationen für Angehörige bis hin zu den Themen Recht und Betreuung.

www.demenz-portal.at

Für die Steiermark bietet die Selbsthilfegruppe Alzheimer (Salz) wertvolle Informationen und Beratungen. Auf der Homepage wird zudem auf Vorträge, Veranstaltungen und Sprechtage in Graz und anderen Städten in der Steiermark hingewiesen. Gegründet wurde der Verein „Salz – Steirisch Alzheimerhilfe“ von vier Frauen, darunter auch die im Talk vertretene Claudia Knopper, die aus eigener Erfahrung wissen, was es bedeutet, wenn ein Angehöriger an Demenz erkrankt und welche Hilfestellungen es braucht. 

www.selbsthilfe-alzheimer.at

Rund 200 Mitglieder aus dem wissenschaftlichen Bereich sind in der Österreichischen Alzheimer Gesellschaft (ÖAG) zusammengeschlossen. Ihr Ziel ist es, die Grundlagenforschung und angewandte Forschung voranzutreiben, aber auch Betroffene und Angehörige zu informieren:

www.alzheimer-gesellschaft.at

 

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Daniela Müller
Beitrag veröffentlicht am 23. Oktober 2020
Bildquelle: Luef Light

Energiereich durch den Herbst

…mit Experten aus dem Bereich der Humanenergetik

Immer wieder wird die Frage gestellt, was denn Humanenergetik eigentlich ist. Ist das Esoterik? Kann man damit Krankheiten heilen? Was wird da gemacht?

Humanenergetik versucht den Menschen in Balance zu bringen und zu stärken, indem der Energiefluss mit genau definierten Methoden wie der individuellen Auswahl und Anwendung von Farben und Licht, Düften und Aromastoffen, Musik und Klangschalen oder durch Kinesiologie, Cranio Sacral Balancing, Bachblüten usw. optimiert wird. Mit diesen im Berufsbild definierten und beschriebenen Methoden grenzen sich die gewerblichen Humanenergetiker vom Esoterikbereich ab. „Es wird nicht an Krankheiten gearbeitet oder eine Diagnose gestellt, das überlassen wir Ärzten und den Heilberufen.

Humanenergetik arbeitet am Wohlbefinden des Menschen und stärkt ihn dadurch“, so Ingrid Karner, Fachgruppenobfrau in der WKO Steiermark. Wenn die Tage wieder kürzer werden und der Herbst sich ankündigt, haben die Profis aus dem Bereich der Humanenergetik Tipps parat, die stärkend durch die kalte Jahreszeit helfen. 

Lebensenergie & Vitalität
Eine Reise mit Licht und Farben 

Wenn der Herbst kommt und die Tage kürzer werden, bringen Licht- und Farblichtbestrahlungen positive Effekte für unsere Stimmung. „Nehmen Sie Farben bewusst wahr und entdecken Sie die Wirkung der Farbschwingungen für Ihre Lebensenergie & Vitalität“, empfiehlt Roswitha Auer-Aluani, Humanenergetikerin und Spezialistin für Farben.

Ihre Farbreise für zuhause
mit Gelb, Grün, Türkis, Koralle & Rosa

Holen Sie mit Grün und Gelb die Natur in ihr Heim, vor allem, wenn im Herbst die Spaziergänge kürzer werden. Auf eine wahre Entdeckungsreise lädt die Farbe Türkis ein, sie fördert Talente, steigert die Kreativität und setzt innere Kräfte frei. Koralle bringt Freude an der Gemeinschaft. Wie wichtig Kontakte und Freunde sind, nehmen wir derzeit in jeder Generation wahr. Begegnen Sie am Ziel der Farbreise der Farbe Rosa. Sie macht uns bereit für die allumfassende, bedingungslose Liebe. „Bringen Sie Farbe in Ihr erlebnisreiches Leben.“

Innere Ruhe

In der heutigen Zeit gelingt es immer weniger, zur Ruhe zu kommen. Das Stressniveau ist hoch, Emotionen werden oftmals unterdrückt, die Atmung fließt nicht ruhig und Verspannungen machen sich breit. Mit energetischer Körperarbeit kann dies bewusst gemacht und verbessert werden. Ein Tipp dazu: „Durchatmen – das geht überall, denn die Atmung haben wir immer dabei. Fünf tiefe Atemzüge und bewusst auf das Heben und Senken des Brustkorbes achten. Bewusstes Atmen löst Ruhe und Freude aus“, weiß Expertin Ramona Matschnigg. 

 

www.persönliche-dienstleister-stmk.at

 

Beitrag veröffentlicht am 5. November 2020
Bildquelle: Shutterstock
Entgeltlicher Beitrag

Mangelernährung frühzeitig erkennen

Sie haben nicht mehr so viel Appetit wie früher? Das Kauen bereitet Ihnen Mühe? Sie meiden bestimmte Lebensmittel? Menschen, denen das Essen auf Grund von Alter oder Krankheit schwerfällt, sollten besonders sorgfältig auf bedarfsgerechte Ernährung achten.

Kann der Nährstoffbedarf nicht mehr über die alltägliche Nahrung gedeckt werden, lässt sich die Versorgungslücke mit Hilfe von „bilanzierten Diäten“ aus der Apotheke schließen. Der Körper funktioniert ähnlich wie ein Verbrennungsmotor: Er benötigt Treibstoff, um in Bewegung zu bleiben. Für Menschen bedeutet das ausreichend Nahrung und Flüssigkeit. Nun sollte man meinen, dass in unserer Überflussgesellschaft eher zu viel als zu wenig davon verfügbar ist. Das mag zwar in Summe stimmen, aber nicht im Detail. Denn es gibt Menschen, die über einen längeren Zeitraum hinweg nicht ihrem Bedarf entsprechend Nährstoffe zuführen: Sie leiden unter Mangelernährung. 

Wird der tägliche Kalorienbedarf langfristig nicht gedeckt, nimmt man ungewollt ab – das ist augenscheinlich und fällt dem Umfeld meist auf. Weniger offensichtlich, aber genauso folgenreich ist ein Mangel an speziellen Nährstoffen wie Eiweiß, Vitaminen, Mineralstoffen oder Spurenelementen. 

Die Gründe dafür sind vielfältig – Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Störungen im Verdauungsapparat können genauso Ursache sein wie schwere Erkrankungen, Chemo- oder Strahlentherapien. Besonders bei betagten Menschen ist es oft schwierig, den Energie-, Eiweiß- und Flüssigkeitsbedarf durch herkömmliche Mahlzeiten zu decken, häufig aufgrund altersbedingtem Appetitverlust, Kau- oder Schluckstörungen. Unabhängig von den Ursachen schleicht sich ein Ernährungsproblem häufig über einen längeren Zeitraum ein. Steuert man einer Mangelernährung jedoch nicht aktiv entgegen, drohen schwerwiegende Konsequenzen: Die Immunabwehr wird spürbar beeinträchtigt, die Muskelmasse schrumpft, die kognitiven Fähigkeiten nehmen ab und die Lebensqualität schwindet. Es fehlt an Energie und Kraft, man fühlt sich müde und antriebslos. Was früher leicht von der Hand ging, kann plötzlich nur noch unter großer Anstrengung erledigt werden. 

Gut versorgt und gestärkt in den Alltag

Wieviel Energie bzw. Eiweiß benötigt man eigentlich, um keinen Mangel zu entwickeln? Als Faustregel gilt: Erwachsene benötigen am Tag ca. 25-30 kcal bzw. 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht. Eine schwere Krankheit, hohes Alter oder gesteigerte körperliche Aktivität können den durchschnittlichen Kalorien- und Eiweißbedarf jedoch deutlich nach oben verschieben. Kann dieser Bedarf nicht oder nicht komplett durch die Nahrung gedeckt werden, stehen Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke zur Verfügung. Diese so genannten „bilanzierte Diäten“ dienen dem Diätmanagement bei drohender oder bestehender Mangelernährung. Es handelt sich dabei um Trinknahrungen, Crèmes zum Löffeln oder Pulverprodukte zum Anrühren, die sowohl mit Ballaststoffen als auch ohne angeboten werden. Sie sind in Apotheken erhältlich und können individuell für den jeweiligen Energiebedarf zusammengestellt werden. Ihre hohe Energiedichte trägt dazu bei, den Kalorienbedarf des Tages einfacher zu decken. Die Versorgung mit Eiweiß, wichtigen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen ist auf diese Weise ebenso gesichert. Bei der Auswahl sollte man auch auf die persönlichen Geschmacksvorlieben Bedacht nehmen und für Abwechslung sorgen – dafür stehen viele beliebte Geschmacksrichtungen zur Auswahl, wie z.B. Vanille, Banane, Erdbeere, Waldbeere, Kirsche, Karamell, Cappuccino oder Schokolade.

Möglichkeiten, um Mangelernährung vorzubeugen oder zu beheben:

Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke, so genannte „bilanzierte Diäten“, dienen dem Diätmanagement bei drohender oder bestehender Mangelernährung. Es handelt sich dabei um Trinknahrungen, Crèmes zum Löffeln oder Pulverprodukte zum Anrühren, die in Apotheken in vielen Geschmacksrichtungen erhältlich sind.

Das Fresubin-Sortiment

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Beitrag veröffentlicht am 3. November 2020
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Volle Hörpower – Mit Akku statt Batterie

Bester Klang und mehr Energie im Alltag dank fortschrittlicher Technik: Welche Vorteile eine Akku-Hörlösung bietet und warum Hörgeräte noch nie leichter zu bedienen waren.

Moderne Hörgeräte sind ein ständiger Begleiter im täglichen Leben. Ob bei der Arbeit, in der Freizeit, beim Sport, beim Handwerken oder auch im Urlaub – Hörgeräte von heute sollen nicht nur für besseres Hören sorgen, sondern auch einfache Handhabung und mühelose Integration in den Alltag garantieren. Vor allem Akku-Hörgeräte bieten jede Menge Flexibilität, indem sie unkompliziert aufgeladen und einfach mit Smartphone oder TV verbunden werden können. 

Schnelle Ladezeit

Einer der großen Vorteile einer Akku-Hörlösung: Dank integriertem Akku fällt der Batteriewechsel weg. Stattdessen werden Akku-Hörgeräte einfach in der portablen Ladestation aufgeladen – egal ob zu Hause, im Büro oder im Urlaub. Eine Ladezeit von nur wenigen Stunden sorgt für 24 Stunden durchgehende Laufzeit. Zusätzlich gibt es eine 30-minütige Schnelllade-Funktion, die mehrere Stunden vollen Einsatz ermöglicht.

Maximale Flexibilität

Die 24-Stunden-Akkulaufzeit sorgt außerdem für mehr Energie im Alltag, da Akku-Hörgeräte einer Hörermüdung optimal entgegenwirken und das Energielevel beim Hörgeräteträger hoch bleibt. Zudem stellen sich moderne Hörgeräte vollautomatisch auf die jeweilige Hörumgebung ein. Das bedeutet einwandfreie Sprachverständlichkeit und ein natürliches Hörerlebnis.

Noch mehr Flexibilität bietet die Möglichkeit zur Bluetooth-Verbindung mit Endgeräten wie Smartphone oder TV. Audiosignale werden dadurch direkt ins Ohr gestreamt. Akku-Geräte sind außerdem dezent und robust. Das macht sie zum optimalen Begleiter – 24 Stunden
am Tag. 

 

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Terminvereinbarung: Telefonisch unter 00800 8001 8001 oder online auf neuroth.com

 

Beitrag veröffentlicht am 22. Oktober 2020
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Stress sinkt, Sorgen wachsen

Lebenswertgefühl trotz Corona gestiegen, viele haben fallweise psychische Probleme,  Spazierengehen „Stresskiller“ Nummer Eins – die Ergebnisse einer Umfrage.

Corona verändert das heimische Gesundheitsbewusstsein, hat eine Umfrage der Allianz zu Tage gefördert. „Die Österreicherinnen und Österreicher betrachten ihr Leben auch in der Corona-Krise als sehr lebenswert. Gleichauf mit der Familie ist Gesundheit zum wichtigsten Faktor des Lebens geworden“, so Christoph Marek, Vorstand der Allianz Österreich im Zuge des neu erschienenen Allianz Gesundheitsbarometers.

hrend der Stress – privat wie beruflich – eher zurückgegangen ist, sind die Sorgen deutlich gewachsen. Bereits 68 Prozent sind fallweise von psychischen oder mentalen Problemen betroffen. Den Arztbesuch scheut immer noch jeder Vierte, um Ansteckungsgefahren zu vermeiden. Gleichzeitig sind Ärzte neben dem Internet die häufigste Informationsquelle. 63 Prozent der Bevölkerung achten mehr als bisher auf die Einhaltung von Hygienemaßnahmen.

Zugenommen hat in dieser Zeit auch der Stellenwert von Familie, Freunden und sozialen Kontakten, der noch vor Karriere, Partnerschaft und Freizeit liegt. 54 Prozent der Befragten gaben an, einen gesunden Lebensstil zu pflegen, nicht zu rauchen, wenig Alkohol zu trinken und auf ausreichend Schlaf zu achten. 72 Prozent der Menschen fühlen sich insgesamt gesund – ein Wert, der seit Jahren weitgehend konstant geblieben ist. In erstaunliche Höhen ist während Corona aber das allgemeine Lebenswertgefühl gestiegen, nicht zuletzt durch die teilweise Entschleunigung: 8,26 auf einer zehnstufigen Skala.

Das Gesundheitsbarometer zeigt auch die Kehrseite der Medaille. Gerade die 14-29- Jährigen fühlen sich oft mit ihren Problemen allein gelassen. Zehn Prozent der Befragten haben wiederkehrende Angststörungen und Panikattacken. Es ist davon auszugehen, dass die Krise in den vergangenen Monaten diesen Negativtrend stark befeuert hat. Die Angst vor einer Corona-Infektion innerhalb der Familie ist mit 41 Prozent größer als die Angst, sich selbst anzustecken – davor fürchten sich laut Umfrage 29 Prozent.

11 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher über 14 Jahren, also rund 800.000 Personen, fühlen sich akut Burnout-gefährdet. Ab 50 Jahren nimmt die Burnout-Gefahr deutlich ab, nachdem sie in den Jahren unmittelbar davor offenbar am höchsten gewesen ist. Als „Stresskiller“ Nummer Eins gilt für rund die Hälfte aller Befragten das Spazierengehen und Wandern in der Natur, auch das längere Schlafen als wirksames Mittel gegen Stress wurde im Corona-Jahr von vielen wiederentdeckt.

Die Umfrage wurde vom Market-Institut im Auftrag der Allianz Österreich als Online-Befragung durchgeführt. Befragt wurden 1.000 Personen ab 14 Jahren.

 

Elke-Jauk-Offner
Beitrag veröffentlicht am 16. Oktober 2020
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