Neue Maßnahmen ab Freitag in Kraft

Private Zusammenkünfte im Inneren werden auf sechs Personen begrenzt. Diözesen haben bereits Maßnahmenkataloge für Gräbersegnungen erstellt.

Es ist aufgrund der steigenden Infektionszahlen wieder soweit: Die bundesweiten Maßnahmen gegen die Pandemie werden abermals verschärft. Gültig sind die neuen Vorgaben ab Freitag. Außerberufliche Zusammenkünfte werden dann auf maximal sechs Erwachsene beschränkt, zwölf Personen dürfen es draußen sein. Das gilt für Restaurants genauso wie für Sportkurse, in Tanzschulen, bei Geburtstagsfeiern oder Hochzeiten. Fast 60 Prozent der Cluster sind laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) derzeit in Haushalten auszumachen.

Ausnahmen gibt es für Begräbnisse und berufliche Treffen. Öffentliche Veranstaltungen wie Konzerte und Theatervorstellungen dürfen mit einer Höchstzahl von 1.000 Menschen im Innenraum, mit 1.500 Menschen draußen weiter stattfinden. Die Plätze müssen allerdings fix zugewiesen sein. Der Mund-Nasen-Schutz ist während der ganzen Veranstaltung zu tragen, eine Bewirtung darf nicht stattfinden. Für die Veranstaltungen sind behördliche Genehmigungen notwendig.

In privaten Räumlichkeiten darf nicht kontrolliert werden. Von Seiten der Regierung wurde jedoch ein Appell an das Verantwortungsbewusstsein der Bevölkerung gerichtet, sich auch dort an die Regeln zu halten.

Zudem rückt der 1. November näher. Er ist hierzulande traditionell mit einem Friedhofsbesuch verbunden – im Gedenken an verstorbene Familienmitglieder, Verwandte und Freunde. Einige Diözesen haben bereits Maßnahmenkataloge für die Gräbersegnungen erstellt. In der Steiermark liegt das Limit für die Teilnahme derzeit bei 500 Personen. Abstände von einem Meter sind einzuhalten, wenn man nicht im selben Haushalt lebt. Strenger sind die Maßnahmen beispielsweise bereits in Tirol, da dürfen nur maximal 100 Personen an einer Gräbersegnung teilnehmen.

 

Beitrag veröffentlicht am 19. Oktober 2020
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Healthy Ageing – Region Steiermark

Die Autonomie und Gesundheit der Bevölkerung bis ins hohe Alter zu ermöglichen, ist das übergeordnete Ziel der Steirischen AHA-Referenzregion – eine von 103 europäischen Referenzregionen und die einzige in Österreich. 

Im Alter länger gesund bleiben – um das zu erreichen, müssen Lebensqualität, Aktivität und Gesundheit der Menschen bis ins hohe Alter gefördert und verbessert werden. Neue Technologien und Digitalisierung können dabei unterstützend eingesetzt werden, um die Autonomie und soziale Integration der Bevölkerung bis ins hohe Alter zu ermöglichen. Gesundheit, Sicherheit, Orientierung sowie Motivation spielen dabei sowohl für die Betroffenen als auch für die Angehörigen eine wichtige Rolle. Innovative Produkte und Dienstleistungen, welche die bedürfnisorientierte Versorgung der älteren Bevölkerung in der Steiermark gewährleisten, müssen nicht nur entwickelt, sondern auch eingesetzt werden. Die generationenübergreifende Zusammenarbeit spielt dabei eine wichtige Rolle. Auch in aktuellen Forschungsprojekten wie „I-CARE-SMART“ (wir berichteten) rückt der Fokus immer weiter in Richtung bedarfs- und benutzerorientierte Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen.

„Für das kommende Jahr haben wir für die AHA-Referenzrregion Themenschwerpunkte definiert, in welchen wir großes Potenzial sehen“, so Michael Pichler, seitens Human.technology Styria (HTS) der Verantwortliche für die AHA-Referenzregion. „Wir werden besonderes Augenmerk auf Themen wie Digital Health und AAL-Systeme (Ambient Assisted Living = altersgerechte Assistenzsysteme), Ernährung, alter(n)sgerechtes Design sowie die Ausprägung einer „Gesundheitsdestination“ in der Südoststeiermark (Bad Radkersburg und Bad Gleichenberg) legen“, so Pichler.

Digitalisierungsschub 2020

Speziell die Bereiche „Digital Health“ und „AAL-Systeme“ gewannen durch die Corona-Krise an Sichtbarkeit. „Es gilt, den Status Quo und die Möglichkeiten in diesen beiden Themenbereichen aufzuzeigen sowie die Innovationskraft steirischer Unternehmen auf diesem Gebiet hervorzuheben. Damit werden wir bereits im Rahmen unserer Veranstaltung „Digital Health & AAL – eine neue Normalität“ am 22.10. beginnen“, meint Pascal Mülner, Business Developer im Bereich Digitalisierung bei HTS. Als Key Note Speaker konnte mit Prof. Dr. Siegfried Meryn ein ausgewiesener Digital Health-Experte gewonnen werden.

Wir stehen am Beginn einer spannenden Reise. Digitalisierung soll nicht nur helfen, unser Gesundheitssystem zukunftsfit zu machen, sondern  auch die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung deutlich zu verbessern. Speziell in der Prävention leistet die Digitalisierung wertvolle Dienste. Diese reichen von der Früherkennung z. B. bei der frühzeitigen Erkennung von malignen Hautveränderungen bis hin zu Ganganalysen bei älteren Menschen zur Sturzvermeidung. Tragbare Systeme zur Erfassung von Vitalparametern, sogenannte Wearables, erfahren aktuell einen Aufwind und werden mittlerweile nicht nur im Fitness-Bereich eingesetzt; sie können zukünftig auch vermehrt die Rolle eines „Schutzengels“ übernehmen, etwa für die Überwachung von Herz-Kreislaufpatienten.

Großes Potential versprechen auch die digitalen Therapieangebote. Sie können den Nutzer bei der Durchführung von Übungen unterstützen beziehungsweise zur Einhaltung eines gesunden Lebensstils motivieren. Darüber hinaus kann auch der Therapieerfolg dokumentiert und eventuell auch belohnt werden.

Generationen & Design

Beim Thema „alter(n)sgerechtes Design“ möchte man seitens des HTS-Clusters unter anderem DesignerInnen vermehrt in den Produktgestaltungsprozess einbinden, um neue Impulse für bedarfsgerechte Produkte zu generieren. Auf diesem Gebiet arbeitet HTS sehr eng mit dem steirischen Kreativwirtschafts-Cluster „Creative Industries Styria“ zusammen. „Barrierefreies Wohnen bedeutet nicht, Abstriche beim Design machen zu müssen“, sagt Pichler, und weiters: „Man muss nicht der Generation 65+ angehören, um neue Funktionalitäten in seinem Wohnraum kennen und schätzen zu lernen.“

Ernährung als Schlüsselfaktor

Ein Schlüsselfaktor in der Prävention ist und bleibt die gesunde Ernährung. „Nutraceuticals“, der Begriff ist eine Kombination aus den englischen Begriffen „nutrition“ (Ernährung) und „pharmaceutical“ (Arzneimittel), sind dabei Nahrungsmittelbestandteile, die von medizinischem und gesundheitlichem Nutzen sind. HTS wird deshalb das Thema „Nutraceuticals“ verstärkt aufgreifen und analysieren, wo man diese Produkte prophylaktisch oder auch therapeutisch einsetzen kann. 

 

„Wir sind zuversichtlich, dass sich die AHA-Referenzregion Steiermark in den kommenden Jahren zu einem Vorzeigemodell entwickeln wird.“  – Dr. Johann Harer, Geschäftsführer des Humantechnologie-Clusters

Destination Gesundheit

Im Bereich des Gesundheitstourismus hat die Steiermark einiges zu bieten. Dieses Angebot soll speziell für die südoststeirische Thermenregion geschärft werden. Es gilt, für diese Region ein Angebot auszuformulieren, das klar erkennbar und international positionierbar ist und die Region als herausragende Gesundheits- und Tourismus-Destination ausweist. Die Entwicklung eines solch einzigartigen Angebot-Pakets kann als Beispiel für weitere Gesundheitsregionen dienen, auch europaweit. „Wir sind zuversichtlich, dass sich die AHA-Referenzregion Steiermark in den kommenden Jahren im europäischen Kontext zu einem Vorzeige-Modell entwickeln wird, sowohl im Bereich der Prävention als auch bei der optimalen Versorgung älterer MitbürgerInnen“, meint Johann Harer, Geschäftsführer bei Human.technology Styria.

 

Beitrag veröffentlicht am 14. Oktober 2020
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Täglich Höchstwerte

Die Corona-Zahlen steigen weiter, die Maßnahmen werden in mehreren Ländern Europas teils massiv verschärft.

Viele Länder in Europa greifen derzeit angesichts steigender Infektionszahlen bereits zu drastischen Mitteln. Madrid ist gewissermaßen abgeriegelt. Die Tore der Stadt wurden am Wochenende 24 Stunden lang geöffnet, Tausende verließen die Metropole. 7000 Polizisten sind für Kontrollen auf den Straßen unterwegs. In Tschechien wird über ein Herunterfahren der wirtschaftlichen Aktivität und des gesellschaftlichen Lebens debattiert. Auch in Italien werden weitere Konsequenzen in Erwägung gezogen, sie betreffen strengere Sperrstunden, das Verbot von Kontaktsport und die Vorgabe, dass Privatfeiern nur mehr im kleinsten Kreis stattfinden sollen. In französischen Großstädten, die ständig neue Rekordwerte verzeichnen, müssen Lokale, die keine Speisen verkaufen, sperren.

Auch in Österreich vergeht derzeit kein Tag ohne Negativ-Rekord. Am Sonntag lag die Zahl der aktiven Coronavirus-Fälle bei 13.600, in zwei niederösterreichischen Pflegeeinrichtungen haben sich neue Cluster gebildet. Ein Lockdown sei derzeit nicht geplant, heißt es, allerdings rücken weitere Verschärfungen in den Fokus. In orangen Bezirken könnte eine frühere Sperrstunde tragend werden, Salzburg, Tirol und Vorarlberg haben diese bereits selbst eingeführt. Die MNS-Pflicht soll darüber hinaus strikter werden.

In China will man übrigens alle Bewohner der Millionenmetropole Qingdao auf Corona testen, nachdem dort am Sonntag sechs neue Infektionsfälle bestätigt worden waren. Italien will Anfang 2021 mit einer Impfkampagne starten – laut der Regierung in Rom könnte es Ende des Jahres erste Dosen eines Impfstoffs geben.

 

Elke Jauk-Offner
Beitrag veröffentlicht am 12. Oktober 2020
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Schnellere Tests in Pflegeheimen!

Betreiber haben die Lage trotz Häufung von Corona-Infizierungen im Griff.

Die Corona-Ampel für Pflegeheime konnte nicht verhindern, dass ein vierter Fall eines Corona-Clusters in einem steirischen Pflegeheim aufgetreten ist. In einem Heim in Kindberg wurden laut ORF neun Bewohner und vier Mitarbeiter positiv getestet. Zuvor hat es Infektionsfälle in einem Heim in Gratkorn gegeben.

Als größtes Problem sehen die Betreiber das lange Warten auf die Ergebnisse von Corona-Tests. Es gehe hier um die Verletztlichsten in unserer Gesellschaft und um die Möglichkeit, rasch richtig reagieren zu könne. Die Corona-Ampel für Pflegeheime gibt es seit Anfang Oktober. Sie gibt einen Rahmen von Maßnahmen für den Fall vor, dass sich Infektionen im Umfeld von Pflegeeinrichtungen häufen.

 

Johannes Kübeck
Beitrag veröffentlicht am 8. Oktober 2020
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Digitale Diagnose

Elektronische Gesundheitsassistenten können bei der ersten Abklärung von Krankheitssymptomen unterstützen.

Wenn der Gang zum Arzt eine Frage der finanziellen Mittel wird: Immer weniger Ärzte sind Vertragsärzte der Krankenkasse, immer mehr bieten ihre Dienste nur mehr als Wahlarzt an. 4.000 Allgemeinmediziner arbeiten derzeit mit Kassenvertrag, rund 2.600 ohne. Rund 4.000 Kassen-Ärzte aus allen Fachrichtungen stehen fast 8.000 entsprechenden Wahlärzten gegenüber. Immer öfter haben Patienten daher im Grunde genommen nicht wirklich eine Wahl.

Covid-19 hat auch noch anderes vor Augen geführt: Wer ein schnelles Testergebnis braucht, der geht in ein Privat-Labor – auch, weil andernorts oft Ressourcen fehlen. Patientenanwalt Gerald Bachinger plädiert in diesem Fall gegenüber dem Kurier für die Nutzung digitaler Möglichkeiten: eine Vorselektion durch elektronische Gesundheitsassistenten im Internet.

Das österreichische Start-up symptoma.at, gegründet von Mediziner Jama Nateqi und Nanotechniker Thomas Lutz, fungiert beispielsweise als Suchmaschine für Krankheiten, soll die Diagnostik beschleunigen und verbessern. Nach Eingabe der Symptome und Beantwortung einer Reihe von Fragen erhält man eine Liste möglicher Ursachen sortiert nach Wahrscheinlichkeit. Eine erste Risikoeinschätzung ist auch für Covid-19 möglich. Beim Test von Covid-19 Risikopatienten erzielte Symptoma eine Treffergenauigkeit von 96.32 Prozent.

Dem Symptom-Checke liegt eine Technologie zugrunde, die Millionen von medizinischen Publikationen in verschiedenen Sprachen verarbeitet. Täglich werden die aktuellsten Studien und Erkenntnisse ergänzt. Sowohl Ärzte als auch Patienten können den digitalen Gesundheitsassistenten nutzen.

 

Elke Jauk-Offner
Beitrag veröffentlicht am 7. Oktober 2020
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Die Lage spitzt sich zu

Österreich verzeichnet einen Rekordwert von 9207 bestätigten aktiven Covid-19-Fällen. Knapp 500 Menschen sind bei uns in Spitalsbehandlung. In Großstädten in aller Welt werden die Maßnahmen derzeit massiv verschärft.

Das Coronavirus hält die Welt derzeit wieder ziemlich in Atem. Während der mit Covid-19 infizierte US-Präsident Donald Trump seine Rückkehr ins Weiße Haus inszeniert hat, führt Italien eine landesweite Maskenpflicht im Freien ein, Paris lässt Bars und Cafés schließen, in New York steht ein neuer Teil-Lockdown bevor. Umweltministerin Leonore Gewessler musste in Quarantäne gehen, das gilt auch für den steirischen Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer. Beide hatten Kontakt mit einer mit dem Coronavirus infizierten Person.

In Österreich sind übrigens fünf Prozent der Getesteten derzeit positiv, was ein hohes Infektionsgeschehen bedeutet. In Deutschland und New York beträgt der einen Wert zwischen einem bis maximal drei Prozent. Sowohl Deutschland als auch New York testen mehr als Österreich. An den Schulen gibt es immer mehr Verdachtsfälle, 66 Klassen sind allein in Wien derzeit in Quarantäne.

Wien und Niederösterreich bieten Gäste von Restaurants ja ihre Kontaktdaten zur Rückverfolgung von Infektionsketten bekannt zu geben – manche notieren das mit Stift und Papier, andere nutzen digitale Möglichkeiten. Die Stadt Wien und die Wiener Wirtschaftskammer wollen künftig auf eine zentrale, für Wirte kostenloses digitalessteregistriersystem setzen, Datenschützer zeigen sich allerdings skeptisch. Die Stopp Corona APP wurde übrigens mehr als eine Million Mal heruntergeladen. Seit Juni wurden rund 1.800 Fälle über die APP gemeldet, darunter 335 bestätigte Fälle und 1476 Verdachtsfälle.

 

Elke Jauk-Offner
Beitrag veröffentlicht am 6. Oktober 2020
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Face Gym und Babchi-Booster

Anleihen aus der Traditionellen Chinesischen Medizin: neue Mittel und Wege, das Hautbild bis ins Alter in bester Form zu halten.

Im Kosmetikbereich stehen neue Inhaltsstoffe im Fokus: Bakuchiol wird als potente Alternative zu Vitamin A gehandelt. Er wird aus den Samen oder Blättern der indischen Babchi-Pflanze gewonnen. Bakuchiol verspricht eine erhöhte Kollagenproduktion der Haut und stellt damit eine Alternative zu Retinol dar. Traditionell wurde Bakuchiol bereits in Heilverfahren der ayurvedischen und chinesischen Medizin eingesetzt.

Niacinamid ist ein Vitamin B3 Derivat. Der Inhaltsstoff ist ein starkes Antioxidans und stimuliert die körpereigene Kollagenproduktion ebenfalls. Studien haben belegt, dass der Stoff regenerierend auf eine geschädigte Hautbarriere wirkt. Ist sie intakt, sorgt diese dafür, dass die Haut weniger Feuchtigkeit verliert und resistenter gegen äußere Einflüsse wird.

Ebenfalls hoch im Kurs liegen Gesichtsmassagen. Denn Falten entstehen auch durch Muskelverspannungen, nicht allein durch den Verlust von Elastizität. Um die Tiefenmuskulatur zu entspannen, wird der Gua-Sha-Stein verwendet. Eine dreiminütige tägliche Massage soll bereits für einen Effekt ausreichen. Schon die Traditionelle Chinesische Medizin erwähnt die Massage und Lymphdrainage mit Edelsteinen als Mittel, um den Körper in Balance zu bringen.

 

Elke Jauk-Offner
Beitrag veröffentlicht am 6. Oktober 2020
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Pflegereform kommt 2021 in Etappen

Größtes Problem ist, Personal zu finden, sagt Minister Rudolf Anschober.

Nach einer Dialogtour durch ganz Österreich und einer Online-Befragung von mehr als 3000 Personen im Pflegebereich werden die Ziele der geplanten Pflegereform erkennbar. Hauptproblem wird sein, binnen zehn Jahren rund 100.00 neue Fachkräfte im Bereich Pflege zu finden und auszubilden, so Gesundheitsminister Rudolf Anschober.

Die zuletzt gewonnenen Erkenntnisse decken sich mit einem Bericht des Rechnungshofes (RH), den Abenteuer Alter ausführlich behandelt hat. Anschober sprach zurückhaltend davon, dass es „unterschiedlich ausgeprägte Standards“ gebe. Abenteuer Alter charakterisierte den RH-Bericht so, dass in Österreichs Pflegesektor das Chaos droht. Derzeit gibt es etwa keine einheitliche Definition der Pflegestandards.

Finanzströme und Zuständigkeiten zwischen Bund und Ländern sind „äußerste komplex“, viele Faktoren „rational nicht erklärbar“, so Ulrike Famira-Mühlberger, Expertin des Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO), laut ORF-Radio.

Der Minister kündigte noch für Oktober eine große Veranstaltung zur Pflegereform an. Bis Jänner 2021 sollen die inhaltlichen Eckpunkte des Projektes stehen, die eigentliche Reformarbeit beginnt in Etappen noch im kommenden Jahr.

Johannes Kübeck
Beitrag veröffentlicht am 6. Oktober 2020
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Corona-Ampel neu eingestellt

Mehr Bezirke mit höherem Risiko, Liste der Covid-19-Anzeichen wird länger, Staatsschulden steigen.

Während sich jetzt auch US-Präsident Donald Trump und First Lady Melania mit dem Coronavirus angesteckt haben, klettern die Zahlen auch in Österreich nach oben – sowohl bei den Neuinfektionen als auch bei den Intensivpatienten. Zuletzt wurden 873 neue Fälle verzeichnet, die Zahl hat sich in Österreich innerhalb einer Woche um 25 Prozent erhöht. So viele neue Fälle wie derzeit gab es zuletzt währen der ersten Welle. Es gibt mehr als 4178 Cluster in Österreich. Vor drei Wochen waren es noch 2400.

Unter den Bezirken mit hohem Risiko befindet sich nun Hermagor, Neusiedl am See, St. Pölten-Stadt, Mistelbach, Scheibbs und Hallein. Oberpullendorf und Oberwart, Villach Land, St. Pölten-Land, Braunau am Inn, Schärding und Voitsberg haben nun eine mittlere Risikoeinschätzung statt einer geringen. Österreichweit gibt es keine Bewertung mit Rot.

Die Liste der Anzeichen einer Covid-19-Infektion wird immer länger, es gibt wenig eindeutige Kriterien zur Abgrenzung. Am häufigsten treten Fieber, trockener Husten, starke Riech- und Geschmacksstörungen, Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit und Gelenksschmerzen auf. Allerdings wurden in jüngsten Studien auch Ausschläge der Mundschleimhaut, Magenprobleme, Hautveränderungen und Augenreizungen beobachtet.

Wirtschaftlich gesehen rechnen IHS und Wifo damit, dass heuer die Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt bei etwa zehn Prozent liegen wird. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte um mehr als zehn Prozent sinken, die Staatsverschuldung wächst um 15 Prozentpunkte auf 85 Prozent. Die Gruppe mit den niedrigsten Einkommen unter den Unselbstständigen hat Corona laut einer Studie des Sozialministeriums bislang am wenigsten geschadt, Gutverdiener mussten die größten Verluste hinnehmen. Wirtschaftliche Erholung ist für 2021 prognostiziert, sofern sich die Corona-Situation verbessert. Bei den Pharma-Unternehmen läuft derzeit der Wettlauf um einen Impfstoff weiter, mit ersten Zulassungen könnte es Jänner bis Frühjahr 2021 soweit sein.

 

Die aktuelle Corona-Ampel-Karte von Österreich sehen Sie HIER.

 

Elke Jauk-Offner
Beitrag veröffentlicht am 2. Oktober 2020
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Corona in der Schule

0,1 Prozent der Schüler und Lehrer wurden positiv auf das Coronavirus getestet.

Das Vorgehen in Kindergärten und Schulen bei Auftreten eines CoV-Falls oder eines Verdachtsfalls wird in den Bundesländern weitgehend einheitlich gehandhabt. Verdachtsfälle werden isoliert und bleiben bis zur Abklärung abgesondert.

1.218 Schülerinnen und Schüler und 178 Lehrende sind mit Stand Dienstag in Österreich positiv auf das Coronavirus getestet worden, wie das Bildungsministerium per Aussendung bekanntgegeben hat. Das sind laut jeweils rund 0,1 Prozent der 1,1 Millionen Schülerinnen und Schüler bzw. der 123.000 Lehrerinnen und Lehrer. Dazu kommen noch 51 positive Fälle unter dem Verwaltungspersonal.

Die meisten gemeldeten Fälle gab es in Wien mit 557 aktuell CoV-positiven Schülern und 64 Lehrern, gefolgt von Ober- und Niederösterreich.

 

Elke Jauk-Offner
Beitrag veröffentlicht am 2. Oktober 2020
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