Rückenschmerzen Adé!

Muskelaufbau ohne Schwitzen!

Viele Menschen leiden – bedingt durch überwiegend sitzende Tätigkeiten – an chronischen Rückenschmerzen. Physiotherapeuten empfehlen ein konsequentes Training der Bauchmuskulatur, jedoch ist dies nicht immer für jeden umsetzbar. Zusätzlich verlieren wir ab dem 30. Lebensjahr ca. 1 % an Muskelmasse pro Jahr, wodurch sich der Stoffwechsel verlangsamt und sich unerwünschte Fettpolster bilden. Zur Aufrechterhaltung der Muskulatur ist es somit wichtig, gerade mit zunehmendem Alter besonders auf ein entsprechendes Training zu achten. 

„Ich freue mich darüber, meine Patienten mit EMSCULPT® glücklich zu machen.“

Fr. Dr. Braun de Praun, Sie setzen auf einen völlig anderen Ansatz des Muskelaufbaus und der Körperformung: EMSCULPT®. Worum handelt es sich dabei? 
Frau Dr. Braun de Praun: EMSCULPT® ist das weltweit einzige, nicht invasive Verfahren, welches mittels Magnetwellen gleichzeitig Muskeln aufbaut und Fett reduziert. Es wurde ursprünglich zur Behandlung von Muskelatrophien entwickelt und wird mittlerweile zur Stärkung und Straffung der Bauch-, Gesäß- und Oberschenkelmuskulatur eingesetzt. Der Effekt einer halbstündigen Sitzung entspricht etwa dem von 20.000 Sit-ups, ohne Schmerzen, ohne Ausfallszeiten und ohne Nebenwirkungen.

Wie sicher ist dieses Verfahren?
EMSCULPT® ist von der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA zugelassen und durch mehrere Studien belegt. Es erzeugt ein einzigartiges Magnetfeld, das die gesamte Muskelgruppe bis in die Tiefe durchdringt – im Gegensatz zu herkömmlichen Stromgeräten wie EMS.

Führt eine trainierte Muskulatur automatisch zu einer verbesserten Fettverbrennung?
Davon ist auszugehen, denn die beanspruchte Muskulatur wird in weiterer Folge nicht nur umgebaut, sondern es verändert sich der gesamte Muskelstoffwechsel. Durch den erhöhten Energiebedarf wird auch nach der Behandlung nachhaltig Fett verbrannt.

„Mein Motto ist: Feel good – look good!“

Wann sehen Sie die ersten Resultate und welche Patienten sind nicht geeignet für die Behandlung?
Bereits nach der vierten Behandlung nach drei Wochen kann man schon schöne Ergebnisse sehen. Um diese langfristig zu erhalten, empfehle ich einen gesunden Lebensstil und moderate Bewegung.

EMSCULPT® darf nicht angewandt werden bei Trägern von Herzschrittmachern und metallischen Implantaten. Blutverdünnende Mittel sollten vorher nach Rücksprache mit dem behandelten Arzt abgesetzt werden. Somit
können Patienten nicht nur ihre Rückenschmerzen verlieren, sondern gewinnen auch gezielt eine bessere Körpersilhouette.

 

EMSCULPT®
Muskelaufbau und Fettreduktion durch Magnetwellen

  durchschnittlich 16 % Zunahme an Muskelmasse
  19 % Fettabnahme
  -4 cm Umfangreduktion
  deutliche, subjektive Verringerung von Rückenschmerzen
  zur Straffung von Bauch, Gesäß und Oberschenkel
  zur Definition von Oberarmen
  30-minütige Behandlungsdauer á 2 x  pro Woche
  keine Schmerzen, keine Operation, keine Ausfallszeiten
  sicher und effektiv

 

Beitrag veröffentlicht am 30. September 2020
Bilder: Mathias Kniepeiss / beigestellt
Entgeltliche Einschaltung

Sicher unterwegs

Neue Reisewarnungen, neue Registrierungspflicht, saubere Hände und sichere Besuche im Pflegeheim im Kampf gegen Covid-19.

Österreich hat derzeit Reisewarnungen für 37 Staaten ausgesprochen. Das betrifft in Europa Portugal (Lissabon und Norte), Frankreich (Paris und Provence), Tschechien (Prag) und am Westbalkan Kroatien, Kosovo, Nordmazedonien und Rumänien. Weitere neue Reisewarnungen gelten für Andorra, Israel, Argentinien, Bahrain, Kuwait, Costa Rica und die Malediven. Die seit vielen Monaten geltende Reisewarnung für Schweden wurde aufgehoben.

Hierzulande gilt ab heute für alle Gäste in Wien und bald auch in Niederösterreich: Sie müssen sich in Lokalen registrieren, damit Infektionsketten leichter eruiert werden können – das gilt vorerst bis Ende des Jahres. Allerdings dürfte diese Registrierungspflicht für Lokalgäste nicht reibungslos anlaufen, Lokalgäste weigern sich laut einer ersten „Blitzumfrage“ der Wiener Wirtschaftskammer. Derzeit führt in der Steiermark übrigens laut „Österreich“ Haselsdorf-Tobelbad gefolgt von Feldkirchen bei Graz und St. Peter im Sulmtal die Liste mit den meisten CoV-infizierten Personen an.

Da Händewaschen und Desinfizieren wieder extrem im Fokus stehen, sollte die Haut besonders gepflegt werden. Gerade Desinfektionsmittel lassen die Haut an den Händen spröde und rissig werden, was wiederum anfällig für Viren macht. Um die Hautbarriere zu schützen, gilt daher: 30 Sekunden lang die Hände mit Seife waschen und regelmäßig eincremen. Desinfektionsmittel sollten nicht standardmäßig in Gebrauch sein.

Standard ist derzeit Fiebermessen am Eingang von Seniorenheimen. Die Reduktion an Kontakten ist hier und in Krankenhäusern besonders wichtig, grundsätzlich darf nur ein Besucher pro Tag zu einem Patienten kommen. Für jene älteren Menschen zuhause, die sonst kaum soziale Kontakte haben, gibt es den ehrenamtlichen Besuchsdienst des Roten Kreuzes, der im Lockdown allerdings ausgesetzt werden musste. Die Kommunikation hielt man via Telefon aufrecht, Hörprobleme und Demenzerkrankungen kamen da aber erschwerend hinzu. Besuche sind wieder möglich, Berührungen, die wichtigen Trost spenden, allerdings tabu.

Am Uniklinikum Salzburg laufen zurzeit übrigens insgesamt vier Studien zu Medikamenten gegen die CoV-Infektion. Der Infektiologe Richard Greil sieht die Medikamentenforschung auf einem guten Weg – Krankheitsverläufe könnten deutlich abgeschwächt werden.

 

Elke Jauk-Offner
Beitrag veröffentlicht am 29. September 2020
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Ab 1. Oktober: Ampel für Pflegeheime

Landespolitik und Sozialbereich verbessern den Schutz für diese Risikogruppe weiter.

Für Alten- und Pflegeheime sowie die ambulanten und mobilen Betreuungsdienste gibt ein Ampelsystem ab Anfang Oktober Orientierung beim Schutz vor Corona-Infektionen. Es gibt je ein Ampelsystem für jede Art der Einrichtungen und wieder die Farben Grün, Gelb, Orange und Rot. Damit wird die bundeweite Corona-Ampel, die für die Bezirke gilt, ergänzt.

Landesrätin Juliane Bogner-Strauß sagte, sie sei für maximale Sorgfalt, deshalb diese Ampel im Betreuungsbereich. Die Heime und Einrichtungen werden im Eingangsbereich auf verständliche Weise über das jeweils geltende Ampelsystem informieren.

Konkret bedeutet etwa die gelbe Ampel bei Pflegeheimen, dass nur zwei Besucher gleichzeitig eine Bewohnerin oder einen Bewohner besuchen können und dass die Besuchszeit begrenzt werden kann. Steht die Ampel auf Orange, sind darüber hinaus nur noch angemeldete Besuche in eigenen Begegnungszonen möglich. Bei Rot kann die Behörde für ein Heim ein Besuchsverbot aussprechen. Ähnliche angestufte Maßnahmen gibt es etwa auch, was das Tragen von Mund-Nasen-Masken betrifft.

Die Ampel für die Heime soll sicherstellen, dass einerseits der größtmögliche Schutz für die betagten Bewohner gewährleistet ist und dass diese Mitbürgerinnen doch nicht total von sozialen Kontakten abgeschottet sind. Für HeimbewohnerInnen, die in Hospiz- oder Palliativbetreuung sind, wird jede Einrichtung auf jeden Fall Möglichkeiten für Besuche vorsehen. Die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen können dann aber sehr streng sein.

Johannes Kübeck
Beitrag veröffentlicht am 25. September 2020
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Premiere für Antigen-Schnelltest

Sie sind Hoffnungsträger für Großveranstaltungen: Erste Antigen-Massentests wurden in Wien erprobt.

Veranstaltungen mit vielen Besuchern auch in Pandemiezeiten könnten Antigen-Schnelltests möglich machen. Bei den Einführungsvorlesungen der Wirtschaftsuniversität Wien im Austria Center wurde erstmals in Europa ein solcher Antigen-Massentest eingesetzt. Der Schnelltest funktioniert über einen Rachenabstrich, in 15 Minuten sollte man bereits ein Ergebnis haben.

Nachgewiesen wird bei diesem Test ein Protein, genau genommen das Nukleokapsidprotein, das im Coronavirus häufig vorkommt und für das Virus typisch ist. PCR-Tests dagegen testen direkt auf die RNA. Die Testergebnisse sind zuverlässig, Kritik gibt es allerdings dahingehend, dass sie nicht ganz genau sind, wenn man wenige Viren im Rachen hat.

Die gute Nachricht: Wer wenig Viren im Rachen hat, ist meist auch weniger ansteckend als Personen mit vielen Viren. Und genau solche Personen können Antigentests finden und damit potenziell ansteckende Personen eruieren – etwa auch Besucher und Besucherinnen in Altersheimen oder Spitälern, bei Kultur- und Sportveranstaltungen, von Messen und Kongressen, in Firmen. Den klassischen PCR-Test können Antigen-Schnelltests jedoch nicht ersetzen.

Für den Hausgebrauch sind die Tests nicht zugelassen und auch nicht geeignet, es braucht geschultes Personal dafür. Um sie künftig kommerziell anzubieten können, arbeitet die Firma Alpstar als Anbieter dafür mit dem Samariterbund zusammen. Private Feiern sind erst längerfristig ein Thema.

 

Elke Jauk-Offner
Beitrag veröffentlicht am 21. September 2020
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Deutschland erklärt Wien zum Risikogebiet

Angesichts der hohen Anzahl an Neuinfektionen gilt Wien in Deutschland jetzt offiziell als Coronavirus-Risikogebiet. Die Hotellerie zeigt sich besorgt.

Einreisende aus Risikogebieten müssen sich in Deutschland verpflichtend auf das Coronavirus testen lassen, sofern sie kein negatives Testergebnis vorweisen können, das höchstens 48 Stunden alt ist. Solange kein negatives Ergebnis vorliegt, müssen sie sich für zwei Wochen in häusliche Quarantäne begeben. Als Risikogebiet definiert Deutschland aktuell Regionen in Frankreich, Spanien, Belgien, Kroatien, Bulgarien, Rumänien, Tschechien und der Schweiz.

Welches Land oder welche Region derart eingestuft wird, entscheiden in Deutschland das Auswärtige Amt gemeinsam, das Innen- und Gesundheitsministerium und das Robert-Koch-Institut in Berlin. Die Risikobewertung „umfasst das aktuelle Infektionsgeschehen, aber etwa auch die generelle Ausstattung des Gesundheitssystems, die bestehenden Testmöglichkeiten vor Ort und die ergriffenen Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie“, sagte ein Sprecher des deutschen Gesundheitsministeriums der APA.

Die Wiener Hotellerie zeigt sich besorgt. Zuletzt sei noch ein leichter Aufwärtstrend in der Branche erkennbar gewesen. Aufgrund der aktuellen Entwicklung, der Absage von Veranstaltungen, Hochzeiten und Firmenseminaren sowie den Stornierungen der ausländischen Gäste stehe man nun laut Obfrau des Fachverbandes Hotellerie der Wirtschaftskammer Österreich, Susanne Kraus-Winkler, vor einer Auslastung von nicht einmal zehn Prozent.

Im Vergleich zum Dienstag mussten Mittwoch knapp zehn Prozent mehr Personen in Krankenhäusern behandelt werden. 321 Patienten sind derzeit im Spital, davon 54 auf Intensivstationen.

 

Beitrag veröffentlicht am 17. September 2020
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Qualifikation für die Altenpflege

Als Pilotprojekt von Caritas und Land Steiermark ist eine neuen Schulform in Graz gestartet, um den Fachkräftebedarf in der Altenpflege zu sichern.

30 Schülerinnen und Schüler sind an der Höheren Lehranstalt für Sozialbetreuung und Pflege (HLSP) als erster Lehrgang in die fünfjährige Pflegeausbildung gestartet. Mit einem HLSP-Abschluss kann man die Berechtigung zum Hochschulstudium ebenso erwerben wie eine Berufsausbildung im Bereich der Sozialbetreuung oder der Pflegefachassistenz.

Junge Menschen ab 14 Jahren können nach Absolvierung der 8. Schulstufe mit dieser fünfjährigen Ausbildung beginnen. Bisher war das erst mit dem 17. Lebensjahr möglich. Theoretischer Unterricht im Bereich Sozialbetreuung und Pflege ist in den Lehrplänen der neuen Ausbildungsform ab dem zweiten Schuljahr vorgesehen, die praktische Berufsausbildung wird ab dem dritten Jahr durchgeführt.

Mit der neuen Schulform wollen Caritas und Land Steiermark auf den Arbeitskräftebedarf im Bereich der Betreuung und Pflege reagieren. Laut einer aktuellen Berechnung im Auftrag des Gesundheitsressorts werden bis 2025 steiermarkweit mehr als 21.000 Menschen gebraucht, die in der Pflege tätig sind. Weitere Ausbildungsstandorte in Murau und in der Obersteiermark sind geplant.

 

Elke Jauk-Offner
Beitrag veröffentlicht am 14. September 2020
Bildquelle: Shutterstock

Maskenpflicht ausgeweitet, Events begrenzt

Welche Corona-Regeln ab heute im Handel, in der Gastronomie und bei Veranstaltungen gelten: ein Update.

Die Bundesregierung hat die Maßnahmen in Bezug auf das Coronavirus verschärft. Ab heute, Montag, gilt die Maskenpflicht im gesamten Handel, im Dienstleistungsbereich und im Parteienverkehr. Auch Museen, Ausstellungen oder Bibliotheken können nur noch mit bedecktem Mund und bedeckter Nase besucht werden.

01. Gastronomie
In der Gastronomie dürfen Speisen und Getränke künftig nur mehr an Tischen, jedoch nicht mehr an der Theke serviert werden. Der Barbereich bleibt damit tabu. Die Maskenpflicht betrifft hier das Personal im Service, nicht aber die Gäste. Letztere müssen allerdings auf einen Meter Abstand zu all jenen achten, die nicht zur Besuchergruppe gehören.

02. Events
Was Events betrifft, dürfen private Feiern wie Hochzeiten im Innenbereich mit maximal 50 Gästen, im Freien mit 100 Gästen abgehalten werden. Bei Großveranstaltungen mit einem professionellen Konzept und zugewiesenen Sitzplätzen ist ein Publikum von 1500 Menschen indoor erlaubt, outdoor sind es 3000 gestattete Zuseher. Veranstaltungen ab einer Größe von 500 Personen in Innenräumen und 750 im Freien brauchen eine Bewilligung der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde. Bei Veranstaltungen mit mehr als 200 Personen muss der Veranstalter einen Covid-19-Beauftragten bestellen sowie ein Präventionskonzept erarbeiten und umsetzen.

03. Indoor-Sport
Beim Besuch von Sportveranstaltungen in Innenräumen gilt die Maskenpflicht. Wer ins Schwimmbad geht, muss beim Betreten einen Mund-Nasen-Schutz verwenden, davon ausgenommen sind Feuchträume wie Duschen und die Schwimmhalle.

04. Schulen
In allen Schulen muss außerhalb des Klassenzimmers eine Maske getragen werden, auch wenn die sogenannte CoV-Ampel in der Region grün leuchtet. Im Unterricht gilt keine Maskenpflicht. In Graz steht die Corona-Ampel derzeit weiterhin auf Gelb.

 

Elke Jauk-Offner
Beitrag veröffentlicht am 14. September 2020
Bildquelle: Shutterstock

Die Ampel für die Pflegeheime

Damit die Alten- und Pflegeheime nicht wieder total zugesperrt werden, startet mit 14. September ein eigenes Ampelsystem.

Oberstes Ziel ist für Gesundheits-Landesrätin Dr. Juliane Bogner-Strauß, dass es nicht zu einem weiteren Lockdown in den rund 220 Altenpflegeheimen der Steiermark kommt. Ausgehend von der bundesweiten Ampel für das Verhalten in der Corona-Pandemie hat das Land ein Ampelsystem für diese Heime erarbeitet, das eine Feinabstimmung je nach örtlicher Gefährdungslage erlaubt. Das ergab ein Gipfelgespräch zu Wochenbeginn in Graz. Start der Ampel für Heime ist Montag, der 14. September.

Bogner-Strauß betonte, dass die Gesundheit auch der vielen Tausend Heimbewohner absoluten Vorrang habe. Deshalb habe es seit Mai keinen Infektionsfall in einem Pflegeheim mehr gegeben. Wenn künftig in einer Einrichtung einen Corona-Fall auftreten sollte, müssen nach dem neuen Konzept nicht alle steirischen Heime abgeriegelt werden, sondern es gibt eine Feinabstimmung nach den Vorgaben der Experten.

Grün bedeutet bei der Ampel für Heime, dass es für Besucher keine Einschränkungen innerhalb der generellen Corona-Regeln gibt. Für die Phase Gelb haben viele Heime vorgesorgt, indem für den Kontakt mit Besuchern etwa Besucherboxen oder mehr Möglichkeiten im Außenbereich eingerichtet wurden. Auch Maßnahmen wie regelmäßiges Lüften oder Desinfektion werden forciert. Orange und Rot würden aber erneut erhebliche Kontakteinschränkungen bedeuten.

Johannes Kübeck
Beitrag veröffentlicht am 8. September 2020
Bildquelle: Jakob Glaser;  Shutterstock

Die Liebe in Zeiten von Corona

Als die meisten Senioren daheimgeblieben sind, haben sich Herr Hans und Frau Irene ineinander verliebt. Ganz zufällig war die Begegnung nicht und es war nicht Amor, der sie eingefädelt hat.

„Einsamkeit hat’s immer gegeben und wird’s immer geben“, sagt Herr Hans. Seit wenigen Monaten ist der 80-Jährige wieder in festen Händen, die Auserwählte heißt Irene und ist 77. Beide heißen in Wirklichkeit anders, der Grund, warum sie nicht mit ihren richtigen Namen genannt werden wollen: Nicht der Zufall führte sie zueinander, sondern ein Partnervermittler. Aber darüber redet man noch immer nicht gern. 

„Wohin soll man gehen, um jemanden kennenzulernen? Ab 60 ist das nicht mehr so einfach.“

Herr Hans ist schon lange Witwer, hatte nach dem Tod seiner Frau eine Beziehung, die in die Brüche gegangen ist. Frau Irenes Lebensgefährte ist gestorben, auch sie wollte nicht alleine bleiben. Über eine Zeitungsannonce sind beide auf Stefan Zisser und sein Partnervermittlungsinstitut gestoßen und haben ihn beauftragt. Warum? Herr Hans stellt eine Gegenfrage: „Wohin soll man gehen, um jemanden kennenzulernen? Ab 60 ist das nicht mehr so einfach, wenn man nicht ein ,Haudegen’ ist, der eine Abfuhr gut wegsteckt.“ Nachdem seine Frau verstorben war, habe es einige einsame Momente gegeben, trotz Einladungen von Freunden. „Als Witwer oder als Witwe ist man plötzlich für das eigene Geschlecht Konkurrenz. Und das lassen einen viele spüren“, erinnert sich Herr Hans. Man sei auf einmal das fünfte Rad am Wagen. Frau Irene hat es mit einem Verein probiert, eine Freundin nahm sie mit. „Fündig“ wurde sie dort nicht, „die Leute sind meist in Gruppen zusammengeschlossen, es war nicht einfach, da hineinzukommen.“  

Erstmals getroffen haben sich die beiden mitten in der Corona-Zeit. Hans habe einen sehr romantischen Platz ausgesucht, erzählt Irene, „und hat da schon viel Fantasie gezeigt, das hat mir gefallen.“ Mit einigem Sicherheitsabstand sei man um einen Teich spaziert und trotz Distanz sei der Funke bald übergesprungen. Herr Hans hat zuvor andere Damen getroffen, Frau Irene auch zwei Männer, gefunkt hat’s aber nicht. Als sie schon nicht mehr daran dachte, kam das Angebot, Herrn Hans treffen zu können.

Es passt, sagen beide über ihre noch junge Beziehung. Sie nehmen bewusst Abstand davor, Vergleiche zu den früheren Partnern zu ziehen, „man muss Menschen nehmen, wie sie sind, ja nicht vergleichen“, sagt Herr Hans. „Jeder Mensch ist eigen, jeder hat ein Plus und ein Minus. Außer wir zwei, wir haben nur Plus“, sagt er zu Frau Irene und zwinkert ihr zu. 40 Jahre war er mit seiner Ehefrau verheiratet, mit ihr hat er zwei Kinder, sie seien nie getrennt auf Urlaub gefahren. Irene lebte 24 Jahre in einer Partnerschaft, auch sie hat zwei Kinder, die längst ihr eigenes Leben leben. Dass jeder seine Immobilien hat, finden beide recht praktisch, einmal sei man da, einmal dort und dazwischen bleibt jeder bei sich zu Hause, „zur Erholung“, sagt Herr Hans und schmunzelt. Eine recht moderne Beziehung also. Frau Irene trifft dann Freundinnen, Herr Hans arbeitet im Garten. „Der Freiraum ist uns beiden wichtig“, sagt Herr Hans, „dazu braucht es aber Aufrichtigkeit.“ 

In Kürze geht es zum ersten Mal gemeinsam auf Urlaub, sie bleiben in Österreich, mit dem Autozug, mit dem Auto und zwischendurch immer wieder mit dem Rad. Spontan sind beide, die Vorfreude auf die gemeinsame Zeit ist groß. Herr Hans war früher viel mit dem Motorrad unterwegs, mittlerweile hat er alles verkauft und ist auf das E-Bike umgestiegen. Die Natur und das Radfahren mögen beide, der gemeinsame Nenner ist somit ausreichend für viel Zeit miteinander. 

„Da draußen sind Millionen von Menschen, denen es gleich geht.“

Über ihre Vergangenheit reden sie durchaus, wenn möglich ohne große Emotion und Wehmut. Sie gehört schließlich zum Leben. Herr Hans erzählt von einer Dame, die durch das Haus gegangen sei und festgelegt habe, welche Fotos aus der Vergangenheit er weggeben müsse, sollte sie einziehen. Den Kontakt hat er dann abgebrochen, das ging ihm zu weit. Denn letztlich gibt die Vergangenheit auch Kraft, inklusive aller Enttäuschungen und Verluste. Herr Hans habe schon lange gebraucht, bis er nach dem Tod seiner Frau wieder „er selbst war“. Aufgerichtet hat er sich beim Gedanken, dass „da draußen Millionen von Menschen sind, denen es gleich geht.“ Bei Frau Irene kam zwei Jahre nach dem Tod des früheren Partners der Einbruch, auch wenn sie stets Freundinnen hatte, die da waren. Doch letztlich ist man in derartigen Situationen immer allein. 

Dafür ist es nun umso schöner, betont Frau Irene. „Ich bin überrascht, ich dachte nicht, dass ich zu solchen Gefühlen noch fähig bin“, sagt sie recht offen und erzählt, wie beide am Teich definiert haben, was das Thema Sexualität für sie bedeutet. Das war gerade medial präsent. Coronabedingt wurde Sexualität als Grundbedürfnis eingestuft, als es um die Frage ging, ob Partner, die nicht im selben Haushalt lebten, einander besuchen dürften.

Dass es auch für sie ein Grundbedürfnis sei, wurde somit schon am Teich besprochen. „Die wenigsten reden drüber“, betont Herr Hans, heute wie früher. Er erzählt, wie dürftig damals die Aufklärung gewesen sei und wie sehr man sich diese über Oswalt-Kolle-Filme wie „Die Frau, das unbekannte Wesen“ geholt hatte. „Wir waren nicht begabt bei allem“, sagt er schmunzelnd. Frau Irene ist der Meinung, man müsse nicht unbedingt darüber reden, aber Tabuthema sollte es keines sein. „Wir blödeln viel“, sagt Herr Hans, da gehe alles viel leichter. Für Frau Irene ist mit reiferem Alter die Gefühlsebene wichtiger geworden, „ich bin heute sensibler.“ Herr Hans dagegen ist geradlinig, sagt, was ihm nicht passt. Die beiden werden auch das hinbekommen.

 

Daniela Müller
Beitrag veröffentlicht am 4. August 2020
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24-Stunden-Betreuung: Der Bonus läuft aus

Keine Corona-bedingten Beschränkungen für die BetreuerInnen mehr.

Ende Juli endet die Aktion des Landes, einen Bonus für 24-Stunden-BetreuerInnen auszuzahlen. 500 Euro gibt es, wenn eine Betreuerin ihren Turnus um mindestens vier Wochen verlängert. Die Corona-Krise hat den Wert der ost- und südosteuropäischen BetreuerInnen bewusst gemacht. In Österreich sind es fast 80.000 Frauen, die weit mehr als 100.000 SeniorInnen einen möglichst normalen Alltag zuhause ermöglichen. Das war zu Beginn der Corona-Krise vorübergehend gefährdet. Reisebeschränkungen und nationale Quarantäneregeln haben den regulären Austausch der 24-Stunden-BetreuerInnen (Turnus) bedroht. Es gab sogar einen Eisenbahn-Sonderzug für Rumäninnen und Aktionen, um Frauen durch geänderte Fahrtrouten von und zu den Betreuten zu bringen.

Die Umstände hätten vielen Familien die Augen geöffnet, wie sehr sie auf diese Hilfen angewiesen sind, heißt es seitens der zuständigen Fachgruppe in der Wirtschaftskammer. Die ist zuständig, weil die 24-Stunden-BetreuerInnen in Österreich als Selbstständige gelten. Ihr Vorsitzender auch auf Bundesebene ist Andreas Herz, Vizepräsident der steirischen Wirtschaftskammer. Die Fachgruppe hat ihre Verantwortung wahrgenommen und den erwähnten Sonderzug organisiert und mitfinanziert. Auch für die Agenturen, welche BetreuerInnen vermitteln, war die Corona-Krise eine Herausforderung. Seitens des Landes Steiermark wurde der Betreuungsbonus eingeführt und eine finanzielle Hilfe gewährt, wenn 24-Stunden-BetreuerInnen in Quarantäne oder sich einem Corona-Test unterziehen mussten.

 

Beitrag veröffentlicht am 8. Juli 2020
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