Seit 1.1.2020: Recht auf Pflegekarenz und Pflegeteilzeit

Für Dienstnehmer in Betrieben mit mehr als 5 Beschäftigten besteht seit 1. Jänner 2020 ein Rechtsanspruch auf Pflegekarenz und Pflegeteilzeit von maximal 4 Wochen.

Es müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Das Arbeitsverhältnis muss ununterbrochen 3 Monate gedauert haben.
  • Der zu pflegende Angehörige bezieht Pflegegeld ab der Stufe 3 bzw. bei Demenzkranken und minderjährigen Angehörigen reicht die 1. Pflegestufe.
  • Der Rechtsanspruch auf den einseitigen Antritt von Pflegekarenz bzw. -teilzeit besteht zunächst für 2 Wochen unter folgenden Voraussetzungen:
    • Inanspruchnahme und Zeitpunkt der Pflegeteilzeit und  -karenz sind dem Arbeitgeber vorab mitzuteilen
    • Bei Antritt der Pflegekarenz bzw. -teilzeit müssen mehr als 5 Arbeitgeber beschäftigt sein
    • Bescheinigung der Pflegebedürftigkeit des Angehörigen innerhalb einer Woche, falls vom Dienstgeber verlangt.

Im Falle eines längeren Pflegebedarfs besteht die Möglichkeit, eine Vereinbarung über eine Pflegekarenz bzw.  -teilzeit von max. 3 Monaten zu treffen. Kommt es zwischen Dienstgeber und Dienstnehmer in den beiden ersten Wochen zu keiner Einigung über eine Verlängerung, besteht ein Rechtsanspruch für weitere 2 Wochen.

Für die Dauer der Pflegekarenz gebührt Pflegekarenzgeld, das beim Sozialministerium geltend zu machen ist. Die Höhe des Pflegekarenzgeldes setzt sich aus dem Grundbetrag des Arbeitslosengeldes sowie dem Kinderzuschlag (bei Familienbeihilfenbezug) zusammen.

Mehr Infos unter:
www.stmk.arbeiterkammer.at
www.wko.at/service/stmk/Wirtschaftskammer.html

 

Pflegenotstand? Ein Gespräch mit Frau Mag. Raiger

Wir haben mit Frau Mag. Marianne Raiger ein Gespräch zum Thema Pflege geführt. Sie ist Direktorin der Akademie für Gesundheitsberufe und Landesvorsitzende des ÖGKV Landesverband Steiermark.

Frau Mag. Raiger, gibt es den viel beschworenen Pflegenotstand wirklich?

Mag. Raiger: Ja, es gibt ihn. Er ist nur nicht so eine große Überraschung, wie viele behaupten. Seit mehr als zehn Jahren sehen wir anhand der Bevölkerungspyramide den demografischen Wandel der österreichischen Bevölkerung. Der Mehrbedarf an Pflegekräften war vorhersehbar. Die Pflegeberufe sind davon in mehrerlei Hinsicht betroffen. Einerseits kommt es durch die Zunahme der älteren Bevölkerung auch zu einer Zunahme der chronischen Erkrankungen und somit zu einem Mehrbedarf an Pflegekräften. Andererseits geht auch bei den Pflegekräften die sogenannte Babyboomer-Generation in Pension. Berechnungen zufolge werden für die nächsten zehn Jahre rund 76.000 Pflegepersonen in Österreich gebraucht.

Die ersten Anzeichen des Pflegenotstandes sind bereits in den Pflegeheimen bestimmter Regionen in der Steiermark bemerkbar.

Für die neue Bundesregierung hat der Bereich Pflege höchste Priorität. Glauben Sie ihr das?

Mag. Raiger: Ich bin davon überzeugt, dass die Bundesregierung weiß, dass die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung ein wichtiger Punkt in ihrem Regierungsprogramm sein muss. Vorerst geht es darum, wie die anfallenden Pflegekosten finanziert werden können.

Regress ist abgeschafft: Welche Auswirkungen auf das Personal (besonders DGKP) hat das?

Mag. Raiger: Durch die Abschaffung des Regresses ist die Nachfrage nach einem Pflegeheimbett selbstverständlich gestiegen. Die Pflegeheimbetreiber haben auf die Nachfrage reagiert, neue Pflegeheime gebaut oder bestehende Pflegeheime ausgebaut, um mehr Betten anbieten zu können. Für das Betreiben der Pflegeheimbetten ist eine bestimmte Personalausstattung per Gesetz erforderlich. Durch den Pflegepersonalmangel können aber rund 400 Pflegebetten nicht betrieben werden, da das erforderliche Personal nicht vorhanden ist.

Aus Sicht der DGKP: Haben wir die richtigen Heime/Einrichtungen?

Mag. Raiger: Ich denke die Frage müsste eher lauten, ob wir die richtigen Versorgungsmöglichkeiten für unsere ältere Bevölkerung haben. Wir wissen, dass rund ¾ der Bevölkerung bei Hilfsbedürftigkeit lieber zu Hause versorgt werden möchte. Da stellt sich für mich schon die Frage, was ist mit den anderen Versorgungsformen? Ich denke hier an die Mobilen Dienste, betreutes Wohnen oder sonstige alternative Möglichkeiten. Um eine bedarfsgerechte Versorgung der Bevölkerung gewährleisten zu können, müssen verschiedene Pflege- und Betreuungsmodelle von stationär, teilstationär bis ambulant für die Menschen zur Verfügung stehen. Hier haben wir noch einen Nachholbedarf.

Warum haben die Pflegeberufe so ein schlechtes gesellschaftliches Image? 

Mag. Raiger: Die Berufsgruppe an sich hat ein sehr gutes Image. Sie liegt im Ranking nach den Feuerwehrleuten an zweiter Stelle bei den vertrauenswürdigen Berufsgruppen. Das Problem liegt darin, dass der Beruf an sich als sehr belastend und familienunfreundlich wahrgenommen wird. Viele professionell Pflegende können durch die veränderten Arbeitsbedingungen die Pflege am Menschen nicht mehr in dem Ausmaß ausführen, wie sie es in ihrer Ausbildung gelernt haben. Die Zunahme der Patientenfrequenz bringt einen immer größeren administrativen Aufwand mit sich. Durch den Ärztemangel werden immer mehr standardisierte medizinische Tätigkeiten an die Pflege übertragen. Die Zeit für den persönlichen Patientenkontakt wird immer weniger. Oftmals müssen Pflegende in ihrer Freizeit zum Dienst einspringen, weil aufgrund des Personalmangels ohnehin schon mit einer Mindestbesetzung gearbeitet wird. Notwendige Erholungszeiten können somit nicht konsumiert werden. Viele professionell Pflegende haben dadurch das Gefühl der Überforderung und der Überlastung.

Was außer bessere Bezahlung kann/muss das Image der Pflegeberufe attraktiver machen?

Mag. Raiger: Die Leistungen der Pflege müssen sichtbarer gemacht werden. Wir brauchen Personalberechnungs-modelle, die die veränderten Arbeitsbedingungen besser abbilden. Die Zeit für eine ressourcenstärkende Pflege, für Anleitung und Beratungen muss mehr Berücksichtigung in den Berechnungsmodellen finden. Im Fokus der professionellen Pflege muss vermehrt der Mensch stehen und nicht die Administration und Dokumentation rund um ihn herum.

Mobile Pflege: Wo ist sie heute, wo muss sie hin?

Mag. Raiger: Die Mobile Pflege ist ein sehr wichtiger Teil in der zukünftigen Gesundheitsversorgung. Wir sprechen immer von dem Modell „ambulant vor stationär“. Um dem Wunsch der Menschen, solange wie möglich zu Hause bleiben zu können, gerecht zu werden, müssen wir uns überlegen, welche Möglichkeiten der professionellen Unterstützung von chronisch Kranken und pflegebedürftigen alten Menschen wir neben dem Pflegeheim noch haben.

Durch die Abschaffung des Regresses ist für viele Menschen der Weg in das Pflegeheim finanziell günstiger als die bedarfsorientierte Versorgung durch die mobilen Dienste zu Hause. Hier muss sich die Bundesregierung zukünftig etwas überlegen. Solange die Versorgung zu Hause für den Klienten teurer ist als die Unterbringung in einem Pflegeheim, wird der Wunsch „ambulant vor stationär“ nicht zu erfüllen sein.

Pflegeroboter – ist das die Zukunft?

Mag. Raiger: Wenn man sich den Roboter nicht als Pflegeersatz, sondern als Pflegeunterstützung vorstellt, ist dies sicherlich die Zukunft. Es gibt viele positive Erfahrungsberichte vom unterstützenden Einsatz von Pflegerobotern, zum Beispiel bei Menschen mit Demenz oder Kindern mit Autismus. Natürlich kann kein Roboter die menschliche Zuwendung oder gar das Pflegefachpersonal ersetzten, allerdings können solche Systeme die Pflege immens unterstützen.

Frau Mag. Raiger herzlichen Dank für das Gespräch!

Werden Sie Amigo Testhaushalt

Firmen forschen an der Weiterentwicklung und Testung eines sozialen Roboters für Personen mit Demenz im häuslichen Umfeld.

JOANNEUM RESEARCH DIGITAL forscht gemeinsam mit dem Institut für Pflegewissenschaften der Medizinischen Universität Graz, dem Sozialverein Deutschlandsberg und Humanizing Technologies im Rahmen des Projekts AMIGO: Der soziale Roboter „Pepper“ zieht seit Mai 2019 zu mehreren Testfamilien in der Steiermark. Aktuell werden Privathaushalte mit Menschen mit Demenz und deren Angehörige gesucht, die sich bereit erklären, für drei Wochen an der Studie teilzunehmen.

Ziel des Projekts AMIGO ist die Entwicklung einer multisensorischen, sozialen Roboterplattform, die Menschen mit Demenz unterhaltsam für die tägliche Durchführung multimodaler Trainingsübungen motivieren soll. Der Roboter involviert Menschen in natürliche Dialoge, informiert über Nachrichten aus aller Welt, kann musikalisch unterhalten, über den Gesundheitszustand befragen und seine Dialoge durch die Analyse emotionaler Feedbacks anpassen.

PEPPER…

… ist ein sozialer Roboter und vom Geschlecht her neutral

… ist 1,20 Meter groß und wiegt 28 Kilogramm

… kann hören und sprechen und erkennt ob, ein Mensch in der Nähe ist

… hat auf der Brust ein Tablet eingebaut, somit kann man Pepper mittels Sprache oder Tablet bedienen.

… kann Kopf, Rumpf, Arme und Hände bewegen

… hat mehrere Funktionen (z.B. Unterhaltungsfunktionen, Kalenderfunktion, Hörbücher und Musik)

Die Plattform motiviert zudem, personalisierte Übungen durchzuführen, um kognitive Prozesse zu stimulieren, koordinative Übungen und soziale Aspekte einzubeziehen. Sensoren für Eye-Tracking und Bewegungsanalyse bieten technische Affordanzen für sensomotorische Erlebnissequenzen sowie die Datenanalyse von demenzspezifischen Verhaltensparametern. Einfache, verständliche Schnittstellen für Angehörige ermöglichen die Planung und autonome Durchführung von täglichen Übungseinheiten im Wochenrhythmus, sodass ein längeres Verweilen im eigenen Wohnumfeld mit minimaler Betreuung ermöglicht wird.

DAS MULTIMODALE TRAININGSPROGRAMM AUF DEM TABLET (APP)

… fördert spielerisch die Wahrnehmung und das logische Denken

… enthält verschiedenste Übungen, um körperlich und geistig fit zu bleiben

… kann individuell auf eine Person abgestimmt werden (z.B. Inhalt, Schwierigkeitsgrad)

… startet mit Bewegungsübungen inklusive Musik, Text und Video sowie Gedächtnisübungen (z.B. Wissensfragen, Fehlersuchbilder, Rechenaufgaben, Höraufgaben und Lieder)

VORAUSSETZUNGEN FÜR DIE TEILNAHME AM PROJEKT AMIGO

  • die gemeinsame Teilnahme einer Person mit Demenz und eines Angehörigen bzw. einer engen Bezugsperson
    • Weiters das Vorliegen der Diagnose einer leichten bis mittelgradigen Demenz. Eine Diagnose wird ggf. auch kostenlos von klinischen Gesundheitspsychologinnen des Sozialvereins Deutschlandsberg erstellt
  • Personen mit einer frontotemporalen Demenzerkrankung sind leider von der Teilnahme ausgenommen
  • Personen mit Demenz leben alleine zu Hause oder im gemeinsamen Haushalt mit der/dem Angehörigen bzw. der engen Bezugsperson
  • Die Pflegestufe der Person mit Demenz ist nicht relevant
  • Es sind zudem keine Computerkenntnisse oder technischen Kenntnisse der Person mit Demenz und der Bezugsperson Voraussetzung
  • Ein Internetzugang wird für das Projekt zur Verfügung gestellt, jedoch sollte ein Internetempfang möglich sein. Dies wird vom Expertenteam vor Ort überprüft.
  • Ein Expertenteam erfasst die vorausgesetzten Kriterien und entscheidet abschließend anhand dieser Kriterien über Ihre Teilnahme an der Studie.
  • Die Teilnahme an der Studie ist kostenlos!

INFORMATION ZUM PROJEKTABLAUF

  • Melden Sie sich beim Sozialverein Deutschlandsberg: Eine Projektmitarbeiterin informiert Sie über den genauen Ablauf und die Möglichkeit der Teilnahme.
  • Ein unabhängiges Expertenteam erfasst die vorausgesetzten Kriterien und entscheidet abschließend anhand dieser Kriterien über Ihre Teilnahme an der Studie.
  • Die Testdauer in einem einzelnen Haushalt beträgt 3 Wochen.
  • Vor und nach den 3 Testwochen werden Fragebogenerhebungen und Interviews sowie während der Testwochen Messungen durchgeführt.
  • Die Testhaushalte werden durch ein Projektteam betreut.

IHRE VORTEILE AUS EINER STUDIENTEILNAHME

  • Betreuung seitens des Projektteams
  • Förderung geistiger, körperlicher und sozialer Fertigkeiten
  • Übungstablet inkl. multimodalem Training zum Kennenlernen innerhalb 4 Wochen vor Beginn des Testzeitraums inkl. 2 begleiteter Trainingseinheiten
  • Wöchentliches begleitetes Multimodales Tablet-Training (App) durch eine MAS-Demenztrainerin im Testzeitraum
  • Bei einer Teilnahme an der Studie AMIGO erhalten Sie als Dankeschön für Ihre Zeit und Bemühungen das Tablet inkl. 75 multimodalen Trainings kostenlos für 4 weitere Wochen im Anschluss an Ihren Testzeitraum.

TEILNAHME-REGIONEN

Aktuell läuft das Projekt AMIGO in den Bezirken Leibnitz, Deutschlandsberg, Graz, Graz-Umgebung, Hartberg-Fürstenfeld, Südoststeiermark, Voitsberg und Weiz.

Bei Interesse an einer Teilnahme bitte Anfragen an:

Sozialverein Deutschlandsberg

Unterer Platz 7b, 8530 Deutschlandsberg

+43 3462/21172

office@sozialverein-deutschlandsberg.at

www.sozialverein-deutschlandsberg.at

 

Mag.a Sandra Pansy-Resch

+43 676/844 221 212

s.pansy-resch@sozialverein-deutschlandsberg.at

 

Bei allgemeinen Fragen zum Projekt wenden Sie sich bitte an die Projektleitung:

JOANNEUM RESEARCH – Institut DIGITAL

Dr. Lucas Paletta

office-amigo@joanneum.at

Weitere Infos finden Sie auf der Webseite www.benefit-amigo.at

 

Das Projekt AMIGO wird durch das BMVIT im Rahmen des Programms benefit der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) gefördert.

 

Bildquelle: Manuela Schwarzl

Beitrag veröffentlicht am 3. Dezember 2019.

Gut zu hören ist auch gut für’s Gehirn

Gut zu hören bedeutet, bis ins hohe Alter aktiv zu sein. Unter einer Hörminderung leidet nicht nur die Lebensqualität, sondern auch die geistige Fitness. Hörgeräte können das Demenzrisiko erheblich verringern.

Unser Gehör ist als einziger Sinn 24 Stunden am Tag im Einsatz. Hören ist der Schlüssel zu gelungener Kommunikation. Umso wichtiger ist es, auf seine Ohren zu hören. Denn meistens setzt eine Hörminderung schleichend ein. „Die Sprache wird undeutlich und klingt verschwommen“, sagt Hörakustik-Experte Lukas Schinko, der das steirische Traditionsunternehmen Neuroth leitet. Gespräche in lauterer Umgebung zu führen wird zunehmend zur Herausforderung, da das Verstehen schwerfällt. Und das hat nicht nur Auswirkungen auf das soziale Leben, sondern auch auf die kognitiven Fähigkeiten.

HÖRGERÄTE VERRINGERN DEMENZRISIKO

„Hören ist nicht nur eine Leistung des Gehörs, sondern vor allem des Gehirns. Deshalb ist ein gesundes Gehör auch wichtig für die geistige Fitness“, sagt Schinko. Eine unbehandelte Hörminderung erhöht das Demenzrisiko um rund 50 Prozent, wie eine aktuelle Langzeitstudie zeigt. Und es ist auch wissenschaftlich belegt, dass Hörgeräte Demenz vorbeugen können.

„Je früher eine Hörminderung mit den passenden Hörgeräten versorgt wird, desto besser ist es“, sagt der Hörakustik-Experte. Hörgeräte von heute sind wahre Wunderwerke der Technik: Sie werden nicht nur immer kleiner und verschwinden beinahe im Ohr, sondern sind auch immer einfacher zu bedienen. „Für jeden Betroffenen bedeuten die vielfältigen Funktionen eine enorme Steigerung der Lebensqualität“, sagt Schinko.

Schritt für Schritt müssen sich Gehör und Gehirn aber erst wieder an die neuen Hörerlebnisse gewöhnen – ein Weg, auf dem ein erfahrener Hörakustiker zum treuen Begleiter wird. „Das Gehör muss wieder trainiert wieder. Das heißt: Je intensiver ein Hörgerät getragen wird, desto schneller schreitet der Gewöhnungsprozess voran und erste hörbare Erfolge stellen sich ein.“

Neuroth: Besser hören seit 1907

Bei Neuroth sind Ihre Ohren in besten Händen. Lassen Sie unverbindlich Ihr Gehör testen und vereinbaren Sie jetzt Ihren kostenlosen Beratungstermin unter der Info-Telefonnummer 00800 8001 8001, online unter www.neuroth.com oder direkt in Ihrem nächsten Neuroth-Fachinstitut.

Bildquelle: Neuroth

Beitrag veröffentlicht am 4. Dezember 2019.

Balsam für die Gelenke

Probleme mit Knie, Hüfte, Ellbogen oder Schulter kennt fast jeder. Oft steckt hinter den Gelenksproblemen eine Ostearthritis, die mit Gelenkssteife, eingeschränkter Beweglichkeit und Schmerzen einhergeht. Für die Regeneration verheißt jetzt eine neue Technologie auf Basis von „cetylierten Fettsäuren“ einen Durchbruch.

Sportverletzungen und arthritische Erkrankungen haben eines gemeinsam: Meist ist die Zellmembran der betroffenen Gelenke, Muskeln oder Sehnen entzündet bzw. geschädigt. Die Folgen sind nicht nur schmerzhaft, sondern schränken auch die Beweglichkeit stark ein, was leicht eine Negativspirale in Gang setzen kann: Je mehr man sich schont, desto unbeweglicher wird man. Um diesem Effekt entgegenzuwirken und die Gelenksfunktion möglichst rasch wiederherzustellen, wurden „cetylierte Fettsäuren“ (CFA) entwickelt. Verpackt in eine gut hautverträgliche Creme schleust diese patentierte Technologie Stoffe, die den natürlichen Lipiden von gesunden Gelenken entsprechen, direkt in die betroffene Körperregion. Auf diese Weise kann der ursprüngliche Zustand der Zellmembranen wiederhergestellt werden. Der Wiederaufbau dieser im Volksmund „Gelenksschmiere“ genannten Substanz lindert rasch den Schmerz, reduziert Entzündungserscheinungen, fördert die Elastizität und Beweglichkeit von Gelenken, Muskeln und Sehnen und verbessert signifikant deren Funktion. Weiterer Pluspunkt von CFA: Sie sind auch in hochkonzentrierter Form für die Langzeitanwendung geeignet. Schwangere, Stillende und Kinder unter 12 Jahren sollten Rücksprache mit ihrem Arzt halten, bevor sie ein CFA-Produkt für längere Zeit anwenden. Cremes mit cetylierten Fettsäuren wie OLEOvital Cetilar sind in Apotheken erhältlich. Sie werden zweimal täglich auf die betroffenen Körperstellen aufgetragen und bis zum vollständigen Einziehen einmassiert. Wichtig: Das Produkt verursacht zwar keinerlei Hautirritationen, sollte aber nur auf gesunder Haut aufgetragen werden.

Bildquelle: Shutterstock

Beitrag veröffentlicht am 2. Dezember 2019.

Pflegeberufe: Jetzt muss die Generation 50+ ran!

Das Arbeitsmarktservice bereitet ein Einsteigerprogramm vor, damit Pflege und Betreuung eine attraktive berufliche Alternative für ältere Arbeitnehmer wird.

Für die kommenden zehn Jahre zeichnet sich ein „massives Problem“ für unsere alternde Gesellschaft ab, nämlich im Bereich der Pflege und Altenbetreuung. Das ist kein Alarmismus, sondern eine nüchterne Analyse, die Mag. Karl-Heinz Snobe, Landesgeschäftsführer des Arbeitsmarktservice (AMS) Steiermark, im Gespräch mit unserem Magazin anstellt. Die Generation der Babyboomer wächst in die ohnehin große Gruppe der Steirerinnen und Steirer hinein, die im Ruhestand sind. Sie gehen damit einerseits als Arbeitskräfte – auch in den Pflegeberufen – schrittweise verloren, anderseits müssen auch sie altersbedingt zunehmend Betreuung in Anspruch nehmen. Diese doppelte Spirale wird laut Snobe noch verschärft dadurch, dass Pflegeberufe ein Imageproblem haben. Sie seien „unattraktiv, physisch und psychisch belastend und schlecht bezahlt.“

Diese Umstände verdichten sich zum viel diskutierten Pflegenotstand. Das Arbeitsmarktservice arbeitet deshalb an Modellen, um das Problem beim Angebot an entsprechenden Arbeitskräften in den Griff zu bekommen. Dazu gehört zentral, diese Berufe auch für Unselbstständige, die älter sind als 50 Jahre, attraktiv zu machen, weil es schlicht nicht genug junge Einsteiger in die Betreuungsberufe gibt. Snobe hat eine Vision, dass es eine etwa einjährige Ausbildung älterer Personen in diesem Bereich gibt, dass diese neu gewonnenen Pfleger und Altenbetreuer für etwa fünf bis acht ein attraktives berufliches Umfeld vorfinden und dass sie anschließend auch eine „Exit-Option“ in Anspruch nehmen können, also einen Aus- oder Umstieg in den Arbeitsmarkt oder in die Pension. Der Experte fasst zusammen: „Auf das müssen wir setzen, sonst haben wir in den nächsten zehn Jahren ein massives Problem für unsere alternde Gesellschaft.“
Die unattraktive Bezahlung im Pflege- und Betreuungsbereich zu verbessern ist laut Snobe eine Sache der öffentlichen Hand, also im Grunde der Bürger und Steuerzahler. Es gehe hier gar nicht um exorbitante Gehaltserhöhungen, sondern um eine gerechte Abgeltung für Menschen, die einen sehr belastenden Beruf ausüben. Mit der Finanzierung wird sich die Politik beschäftigen müssen, wobei Snobe darauf hinweist, dass viele Staaten ähnliche Probleme haben und dass es manchenorts bereits interessante Modelle gebe.

Reformbedarf ortet der oberste steirische Arbeitsmarktexperte beim heimischen Modell der 24-Stunden-Betreuung. Dieses stoße an seine Grenzen, weil es für die Frauen, die vorwiegend aus Osteuropa kommen, immer weniger attraktiv wird. Auch dort ist das Lohnniveau angestiegen. Besonders hebt Snobe den Umstand hervor, dass das österreichische Modell den Frauen praktisch keine soziale Absicherung bietet. Kamen die Frauen in der 24-Stunden-Betreuung bisher aus den östlichen und südöstlichen Nachbarstaaten wie Slowakei, Ungarn oder Kroatien werden sie jetzt in immer entfernteren Herkunftsländern wie Bulgarien oder Moldawien gesucht. Snobe sieht hier natürliche Grenzen für dieses Modell. Wie stark die Nachfrage in den alternden europäischen Gesellschaften nach Seniorenbetreuung und Pflege ist, illustriert er am Beispiel Deutschland. Dort setzen die Sozialsysteme stark auf Pflegekräfte aus Ostasien.

Abgesehen vom Spezialfall der 24-Stunden-Hilfe trifft diese große Problematik der Altenbetreuung derzeit auf relativ günstige allgemeine Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt, auch für Arbeitnehmer über 50. 2018 ist die Zahl der Beschäftigten in dieser Altersgruppe in der Steiermark betrug rund 148.000 und war um stattliche vier Prozent höher als 2017. Der Anstieg war damit deutlich stärker als jener der Gesamtbeschäftigung. Insgesamt sind 28 Prozent der Unselbstständigen in der Steiermark älter als 50 Jahre und diese Tendenz wird sich fortsetzen. Snobe: „Die Steirer über 50 werden mehr und es bleiben auch mehr von ihnen im Berufsleben.“

Denn wegen der Pensionsreform 2012 steigt das Pensionsantrittsalter kontinuierlich an. Im Durchschnitt gehen Männer mit 61 Jahren und Frauen mit 59 Jahren in Pension, was der Experte als „unausweichlichen Trend“ bezeichnet. Das Alter, in dem die Steirerinnen und Steirer in den Ruhestand treten, wird von Jahr zu Jahr höher. „Die Leute gehen immer später in Pension.“
Die Fakten zeigen, dass die Beschäftigung der Älteren von der guten Wirtschaftslage der letzten Jahre profitiert hat. Wegen der aktuell etwas schwächelnden Konjunktur gab es zuletzt allerdings eine leicht steigende Arbeitslosigkeit in diesem Bereich, beobachtet der Arbeitsmarktexperte. Offenbar würden manche Arbeitgeber wieder in das alte Muster zurückfallen, indem sie meinen, auf ältere Mitarbeiter leichter verzichten zu können.

Dabei kommt der Fachkräftemangel in vielen Bereichen ins Spiel. Unternehmen suchen zum Teil händeringend geeignetes Personal. „Arbeitgeber, die nicht auf ihre älteren Mitarbeiter schauen, werden Probleme bekommen,“ warnt Snobe. Deshalb versuchten vorausschauende Unternehmer bewusst ihre Angestellten, die 50 Jahre und älter sind, so lang wie möglich in der Firma zu halten. Beim AMS selber sei der Pensionsantritt mit 65 Jahren die Normalität. Soeben sei eine qualifizierte Mitarbeiterin mit 70 in Pension gegangen, es gebe eine Reihe von Kollegen in Schlüsselpositionen, die schon älter als 65 sind.

Bildquelle: Shutterstock

Beitrag veröffentlicht am 25. November 2019.

Barrierefrei im Internet suchen

„Tobi“, die neue Suchmaschine der Lebenshilfe Graz, soll das Recherchieren von Informationen im Netz erleichtern.

Jeder kennt es aus dem Alltag: Wenn man etwas nicht weiß oder etwas zu einem bestimmten Thema erfahren möchte, googelt man. Doch auch Google weiß nicht alles und schon gar nicht immer die richtigen Antworten auf die gestellte (Suchan)frage. Oft fühlen sich Nutzer mit mehr als einer Million Suchergebnissen auch überfordert und gelangen somit nicht zu den für sie passenden Informationen. Viele Menschen brauchen dabei Unterstützung. Die Lebenshilfe in Graz arbeitet aus diesem Grund gerade an einer neuen Suchmaschine im Internet. Diese soll nicht nur für Menschen mit Behinderungen hilfreich sein, sondern für alle.

Leicht und barrierefrei soll die neue Suchmaschine „Frag Tobi“ sein. So einfach und intuitiv gestaltet, dass man mit ihr selbstständig suchen kann. Zuerst wählt man aus einem von vier verschiedenen Tobis den richtigen aus. Danach kann man entscheiden, ob man suchen oder entdecken möchte.

WAS MACHT TOBI KONKRET?

Tobi hilft beim richtigen Suchen. Mit bestimmten Fragen findet Tobi heraus, was man sucht und man selbst kann mit Text, Sprache oder Bild antworten. Anschließend präsentiert Tobi die Ergebnisse (ebenfalls in Text, Bild oder Video), jedoch immer nur ein Ergebnis zur gleichen Zeit, damit es übersichtlich und strukturiert bleibt. Wer gerade nichts Bestimmtes sucht, kann auch einfach nur auf Entdeckungsreise gehen und sich von Tobi interessante vorgeschlagene Themen anzeigen lassen, die man sich in der Folge näher anschauen kann.

FRAG TOBI, DIE BARRIEREFREIE SUCHMASCHINE

Entstanden ist die Idee für eine barrierefreie Suchmaschine beim Digital Social Innovation Lab, gefördert von der ERSTE Stiftung und begleitet von BeeTwo. Dort stellte man fest, dass die Websuche für viele Menschen hochkomplex ist. Angefangen bei der Suchanfrage, die entscheidend für ein passendes Ergebnis ist, bis hin zur Darstellung und Anzahl der Suchergebnisse. Frag Tobi unterstützt beim Suchen, schlägt interessante Themen vor und bietet Eingabe- und Ausgabewege für unterschiedliche Bedürfnisse. So wird der selbstständige Zugang zu Information im Internet möglich und macht Spaß. Der digitale Prototyp kann unter www.frag-tobi.at gleich ausprobiert werden. Frag Tobi befindet sich mitten in der Entwicklung, weswegen man noch Feedback an tobi@lebenshilfen-sd.at geben kann.

Bildquelle: Lebenshilfe

Beitrag veröffentlicht am 22. November 2019.

So bleibt das Auge scharf

Mit zunehmendem Alter nimmt die Sehkraft deutlich ab. Mit ein paar Tricks kann man sie jedoch schützen.

Wie in allen anderen Organen kommt es auch im Auge zu Alterungsprozessen, welche vor allem die Sehkraft betreffen. Erste Veränderungen nehmen die meisten Menschen schon mit Mitte 40 wahr. Sie haben plötzlich immer größere Mühe, Dinge in der Nähe scharf zu sehen. Man spricht von der klassischen Altersweitsichtigkeit. Ab Anfang 70 haben viele Menschen dann auch zunehmend Probleme, Dinge in der Ferne scharf zu erkennen. Hinzu kommt eine erhöhte Empfindlichkeit gegen Blendungen. Der Grund liegt in der zunehmenden Trübung der Linse. Augenärzte nennen das Katarakt oder Grauer Star. Die Folgen hiervon sind oft Farben- oder Nachtblindheit. Daneben gibt es noch eine große Anzahl weiterer Erkrankungen, die mit dem Alterungsprozess des Auges einhergehen können. Gänzlich verhindern lässt sich dieser Prozess auch nicht – er ist natürlich. Dennoch gibt es Möglichkeiten zur Vorbeugung und vor allem zur Verlangsamung der Alterung. Neben der Vermeidung von Risikofaktoren wie Rauchen oder zu viel UV-Strahlung durch die Sonne (hier helfen Sonnenbrillen mit UV-Filter) ist auch eine gesunde Ernährung mit Obst und Gemüse wichtig, da Augen für ihre gesunde Funktion bis ins hohe Alter eine gute Versorgung mit Vitaminen benötigen, etwa Vitamin A aus Karotten oder Kürbis sowie Lutein aus grünem Blattgemüse.

SPORT, KAFFEE, GEMÜSE: UNSERE TIPPS FÜR EIN GESUNDES AUGE

„Iss die Karotten, die sind gut für deine Augen!“ Diesen Spruch kennt man vielleicht noch von früher aus der Kindheit, als Mama und Oma einen immer „gezwungen“ haben, auch die Karotten in der Suppe mitzuessen, obwohl man sie eigentlich nicht ausstehen konnte. Meistens wurde dafür auch die Begründung mitgeliefert, dass sie gut für die Sehkraft des Auges sind. Aber stimmt das auch? Ja, das tut es tatsächlich. Karotten beinhalten Vitamin A, das gut für das Hell-Dunkel-Sehen ist. Auch die grünen Farbstoffe aus Spinat, Brokkoli und Co. verhindern Augenerkrankungen wie die altersbedingte Makuladegeneration (AMD). Ebenso wichtig sind die blauen Farbstoffe aus Heidelbeeren, roten Trauben oder Rotkohl, welche die Sehkraft im Dunkeln verbessern.

Außerdem empfehlenswert: Drei Tassen Kaffee sowie mindestens zwei Liter Wasser pro Tag. Das sorgt dafür, dass der Körper Tränenflüssigkeit herstellt, die bei Mangel rote, brennende oder juckende Augen verursachen kann.

Bewegung und Sport ist ebenfalls hilfreich für ein gutes Auge. Eine Langzeitstudie zeigt: Regelmäßiges Joggen beugt auch der Makuladegeneration vor – einer Krankheit der Netzhaut. Mit fünf Kilometern pro Tag wird das Risiko um 50 Prozent gesenkt. Dadurch wird die Durchblutung verbessert und die Netzhaut effizienter versorgt. Wer nicht gern läuft, kann auch durch Nordic Walking seine Durchblutung verbessern.

Quellen:

https://www.klinikum-wegr.at/aktuell/gut-sehen-im-alter

https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/augeimalter-100.html

https://www.liebenswert-magazin.de/gut-sehen-jedem-alter-natuerliche-hilfe-fuer-ihre-sehkraft-3753.html

Bildquelle: Shutterstock

Beitrag veröffentlicht am 18. November 2019.