Ehe schützt vor Mangelernährung

Ja, richtig gelesen: Verheiratete, ältere Menschen leiden seltener an einer Fehlernährung als ältere unverheiratete, getrennte oder geschiedene Personen. Warum das so ist? Wir gehen dem auf den Grund.

Die Ernährung älterer Menschen ist oftmals nicht die Beste. Unverheiratete sind davon am stärksten betroffen. Das haben jetzt Forscher der Universität Erlangen-Nürnberg herausgefunden. Männer und Frauen, die hingegen verheiratet sind, sorgen besser für sich selbst und ihren Partner. Mangelernährung kann natürlich in jedem Alter auftreten, aber besonders ältere Menschen über 65 sind besonders gefährdet. Die Folgen sind vielfältig. Sie reichen von Gewichtsverlust über ein geschwächtes Immunsystem bis hin zu einer Funktionseinschränkung bei Muskeln und Organen. Kurz, dem Körper fehlen seine Reserven.

Der Forschungsleiterin Dorothee Volkert nach, wurden die verantwortlichen Schlüsselfaktoren für Mangelernährung im Alter bisher noch nicht erforscht. Daher hat Volkert das Projekt „Malnutrition in the Elderly“, mit Wissenschaftlern aus sieben Ländern, ins Leben gerufen und sich mit dem Thema näher befasst. Das Projekt wurde 2016 mit einer Laufzeit von zwei Jahren gestartet. Innerhalb dieses Zeitraums tauschten die Forscher die Erkenntnisse zur Mangelernährung bei älteren Menschen aus. In einem nächsten Schritt sollen Empfehlungen für das Screening und die Prävention ausgearbeitet werden.

Das Durchschnittsalter der 4.844 Teilnehmer an sechs ausgewerteten Studien lag zwischen 72 und 85 Jahren. Alle lebten in Privathaushalten in Deutschland, Irland, den Niederlanden oder Neuseeland. Zwischen 4,6 und 17,2 Prozent der Teilnehmer litten während der Laufzeit der Studien unter Mangelernährung.

MANGEL AN APPETIT?

Die Meta-Analyse hat ergeben, dass Mangelernährung bei älteren Menschen durch überraschend wenige Faktoren ausgelöst wird. Nur Alter, Familienstand, Schwierigkeiten beim Gehen, Treppensteigen und Krankenhausaufenthalte spielen eine entscheidende Rolle. Der Mangel an Appetit, der ja häufig als Hauptursache angesehen wird, spielt hingegen keine Rolle. Je älter ein Mensch ist, desto wahrscheinlicher kommt es zu einer Mangelernährung. Die Ehe oder Partnerschaft helfen jedoch dabei sich gesund und ausgewogen zu ernähren. Ein Leben lang.

 

Quelle: https://www.pressetext.com/news/20180905016  
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Beitrag veröffentlicht am 13. September 2018.

Wearable sagt Sturzrisiko voraus

Jedes Jahr stürzt etwa ein Drittel der über 65-Jährigen, was oft zu schwerwiegenden Brüchen führen kann. Ein einfaches Wearable-Gerät kann das Sturzrisiko von Senioren abschätzen –Stürze lassen sich so vermeiden.

Ursache für Stürze bei Senioren ist meist ein instabiler Gang. Die Folge können Verletzungen wie Oberschenkelhals- oder Beckenbrüche sein. Forscher Der University of Illinois at Urbana-Champaign haben es jetzt geschafft aus den Daten eines einfachen Wearable-Geräts das Sturzrisiko von Senioren abzuschätzen. Diese Daten geben Aufschluss darüber, ob jemand einen instabilen Gang hat oder nicht. Das Gerät setzt auf einen Beschleunigungsmesser, wie sie heute in praktisch jedem Smartphone verbaut sind. Es wäre also auch denkbar, dass in Zukunft Handy-Apps ältere Menschen warnen, wenn ihr Gang auffallend unsicher wird und somit das Sturzrisiko steigt.

Effektive Sturzprävention
Für die Studie haben 67 Frauen mehr als 60 Angaben über Stürze im vergangenen Jahr gemacht. Dann wurde das Gerät mit Bewegungssensoren eine Woche lang von den Teilnehmerinnen getragen. Die Auswertung der Daten zeigte deutlich, dass die Analyse das Sturzrisiko sehr genau vorhersagen konnte.

Die Studie zeigt also, dass alltägliche Technik eine echte Sturzprävention für Senioren ermöglichen könnte. Beschleunigungsmesser wie in den Studiengeräten sind beispielsweise in handelsüblichen Wearables wie Fitnessarmbändern oder in modernen Smartphones verbaut. Mit einer Handy-App wäre es dann ein Leichtes, die Bewegungsmuster von Senioren zu überwachen.

Diese könnte Nutzer und deren Vertrauensärzte warnen, wenn der Gang instabil wird. Betroffene könnten dann nach Absprache mit ihrem Arzt Vorsorgemaßnahmen wie Bewegungsübungen ergreifen, bevor es überhaupt zu einem potenziell gefährlichen Sturz kommt.

 

Quelle: https://www.pressetext.com/news/20180716003
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Beitrag veröffentlicht am 6. September 2018.

Neue Blutdruck-Grenzwerte

Beim Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie wurden neue Leitlinien zur Behandlung von Bluthochdruck festgelegt. Bei älteren Patienten werden jetzt höhere Werte akzeptiert.

Die neuen Leitlinien zur Behandlung von Bluthochdruck wurden kürzlich in München vorgestellt: Grundsätzlich soll weiterhin bei einem Grenzwert des Blutdrucks von 140/90 mmHg behandelt werden. Bei älteren Menschen werden jetzt aber höhere Schwellenwerte akzeptiert. Zum Teil bis zu 160 mmHg, um unerwünschte Nebenwirkungen durch zu intensive medikamentöse Therapie zu vermeiden.

Nur in bestimmten Fällen soll bereits in einem Bereich von normalem Blutdruck im oberen Bereich (130-139/85-89 mmHg) medikamentös behandelt werden, nämlich dann, wenn aufgrund einer kardiovaskulären Vorerkrankung ein besonders hohes Herz-Kreislaufrisiko besteht.

Als Behandlungsziel einer Therapie gilt wie bisher grundsätzlich eine Senkung auf unter 140/90 mmHg, bei gut tolerierter Therapie sollte 130 mmHg als systolischer Wert angestrebt werden. Für Patienten unter 65 Jahren soll ein Zielwert von 120-129 mmHg angestrebt werden. Ein Zielwert unter 120 mmHg ist in keiner Patientengruppe zweckmäßig, weil hier die Risiken den potenziellen Nutzen überwiegen.

NEUE BEHANDLUNGSEMPFEHLUNG
Neu ist in der kürzlich veröffentlichten Blutdruck-Leitlinie eine Behandlungsempfehlung zum Therapiebeginn. Künftig soll bei der Mehrheit von Hochdruck-Patienten von Anfang an eine Behandlung mit zwei unterschiedlich wirkenden Substanzen durchgeführt werden. Bisher wurde ja empfohlen mit einem Medikament zu beginnen und erst bei Bedarf ein zweites oder drittes zu kombinieren. In diesem Zusammenhang wird in der neuen Leitlinie angemerkt, dass Kombinationspräparate, in denen die Substanzen in einer Tablette enthalten sind, die Therapietreue erhöhen dürften.

Sollte der Bluthochdruck mit einer Kombination von drei blutdrucksenkenden Substanzen nicht ausreichend gesenkt werden können, sollte auch ein Diuretikum dazugegeben werden. Zur Behandlungsempfehlung gehören außerdem eine Änderung des Lebensstils, dazu gehören Reduktion des Salzkonsums, gesunde Ernährung, regelmäßiges körperliches Training, Nikotinverzicht und das Anstreben von Normalgewicht.

BLUTHOCHDRUCK UND KREBS
In der neuen Empfehlung wird zum Bluthochdruck und Krebs festgestellt, dass ein vorübergehendes Aussetzen der Krebsbehandlung erwogen werden kann, wenn sehr hohe Blutdruckwerte auch mit einer Kombinationsbehandlung nicht kontrollierbar sind.

BLUTDRUCK UND HÖHENLAGEN
Eine weitere neue Empfehlung ist, dass Patienten mit stark erhöhtem Blutdruck darauf verzichten sollten, sich in Höhenlagen von mehr als 4.000 Meter Seehöhe zu begeben.

Bluthochdruck ist nicht nur ein Risikofaktor für Schlaganfälle, sondern erhöht auch das Risiko für Herzschwäche, Vorhofflimmern, Niereninsuffizienz, periphere Verschlusskrankheit oder Demenzerkrankungen.

 

Quelle: https://www.pressetext.com/news/20180826006
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Beitrag veröffentlicht am 29. August 2018.

Blutzucker smart im Griff behalten

In Österreich sind 600.000 Menschen an Diabetes erkrankt. Digitale Helfer, wie Sensoren zur kontinuierlichen Glukosemessung, automatische Insulinpumpen und Datenübertragung zum behandelnden Arzt via Smartphone, steigern heute die Lebensqualität von Diabetespatienten ungemein.

Wer an Diabetes erkrankt ist, trägt ein erhöhtes Risiko für Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Nierenversagen, Netzhautschäden oder den diabetischen Fuß. Sowohl die Über- als auch Unterzuckerung ist für Diabetespatienten kritisch, vor allem langfristig. Mit Hilfe von kontinuierlichen Glukosemessungen kann jedoch heutzutage der Blutzucker rund um die Uhr überwacht werden. Dafür wird ein Sensor einfach auf oder unter die Haut platziert. Mit bis zu 300 Einzelwerten pro Tag fungiert dieser wie ein Live-Radar des eigenen Stoffwechsels und hilft, die Therapie individuell zu optimieren. Darüber hinaus ersparen sich Betroffene bis zu 2.700 unangenehme Fingerstiche jährlich.

Sollten die Werte bei der kontinuierlichen Glukosemessung zu hoch oder zu niedrig ausfallen, schlägt der Sensor bei bestimmten Systemen Alarm. Durch eine gekoppelte automatisch gesteuerte Insulinpumpe können Patienten im Falle einer Hyperglykämie sofort die notwendige Insulinmenge zuführen bzw. im Falle einer Unterzuckerung den Glukosespiegel durch ihre Ernährung wieder ins Gleichgewicht bringen. Solche Innovationen sind ein absoluter Segen für das Wohlbefinden der Patienten.

HILFREICHE DIABETES-APPS

Aber auch bestimmte Apps erleichtern das Leben mit Diabetes, da sie die relevanten Werte auf einen Blick zeigen. Apps, wie „mySugr“ oder „MyTherapy“ dokumentieren Blutzuckerkurven, Tagebücher über Ernährung, Aktivitäten oder die Einnahme von Medikamenten. Diese Apps dokumentieren aber nicht nur, sie motivieren auch aktiv zu einem gesunden Lebensstil und binden den Patienten in die Therapie ein.

Wenn es allerdings um Apps im medizinischen Bereich geht, sind Qualitätskontrollen unumgänglich. Dafür setzt sich die Initiative DiaDigital ein. Sie bietet ein unabhängiges Prüfverfahren für App-Hersteller an. Der Nutzen von Diabetes-Apps wird anhand eines Kriterienkatalogs geprüft und transparent für Patienten, Ärzte und Diabetologen dargestellt. Werden die Kriterien erfüllt, gibt es grünes Licht für das Qualitätssiegel von DiaDigital.

 

 

Quelle: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20180808_OTS0089/diabetes-digitale-helfer-erleichtern-alltag
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Beitrag veröffentlicht am 24. August 2018.

Garten ist Therapie

Ein Garten blüht, duftet und er erfreut, aber nicht nur das – ein Garten heilt. Die heilende Kraft der Natur in Form von Therapiegärten wird in den vergangenen Jahren vermehrt als therapeutisches Instrument in Krankenhäusern, Wohnheimen, u. v. m. eingesetzt.

Wissenschaftliche Studien und Erfahrungsberichte aus der Praxis bestätigen die positive Wirkung der Gartentherapie auf physische, psychische, kognitive und soziale Funktion älterer Menschen.

Doch was genau ist ein Therapiegarten? Ein Therapiegarten wird für Menschen aller Altersstufen in unterschiedlichen Lebenssituationen eingesetzt. Die sogenannte Gartentherapie findet bei verschiedenen Krankheitsbildern ihre Anwendung, wie z. B. bei Depressionen, Angststörungen, Morbus Alzheimer, Demenzen, u. v. m.

Ein Therapiegarten geht auf die Bedürfnisse der Menschen ein. Hochbeete ermöglichen es beispielsweise älteren Menschen im Sitzen oder im Stehen zu gärtnern – die Elemente sind also ganz auf die Nutzer abgestimmt. Die Beschäftigung im Grünen, das eigene Gärtnern und die uneingeschränkte Möglichkeit des Umhergehens, auch für Demenzkranke, bringt viele positive Effekte mit sich. In der Gartentherapie werden pflanzen- und gartenorientierte Aktivitäten und Erlebnisse genutzt, um die körperliche, soziale und psychische Gesundheit und das Wohlbefinden eines Menschen zu erhalten und natürlich auch zu steigern.

Einerseits bedient man sich der bloßen Wirkung des Garten- und Naturerlebens unter Anleitung zur Wahrnehmung und Achtsamkeit, andererseits des kreativen Arbeitens und Schaffens im Garten.

WIRKUNGEN UND EFFEKTE VON THERAPIEGÄRTEN:

  • Förderung zwischenmenschlicher Beziehungen, Kommunikation und Vernetzung
  • Aufenthalt an der frischen Luft
  • Vitamin-D-Versorgung
  • Aufgaben erkennen
  • Verantwortung übernehmen
  • Entspannung
  • Schaffung von Struktur und Tagesrhythmus
  • Leben im Rhythmus der Jahreszeiten
  • Wahrnehmungsförderung
  • Abwechslung und Distanz zum Klinik- und Stationsalltag
  • körperliche Bewegung
  • frisches Obst und Gemüse stehen zur Verfügung

THERAPIEGARTEN IN DER STEIERMARK

Natürlich gibt es auch außerhalb von Kliniken, Wohnheimen und anderen Einrichtungen die Möglichkeit einen Therapiegarten zu besuchen. Der Garten der Vielfalt in Stainz in der Steiermark ist auf jeden Fall einen Besuch wert. In dem 6.000 m² großen biologisch geführten Naturgarten gibt es über 400 verschiedenen Pflanzenarten. Im Garten und Seminarraum des Therapiegarten-Zentrums werden Kurse, Workshops und Beratungen rund um Permakultur, Naturgarten, Naturkosmetik, Ernährung, Kräuterkunde und Saatguterhaltung angeboten. Außerdem finden jeden Mittwoch, noch bis zum 31. Oktober, von 9-15 Uhr die Tage der offenen Gartentür statt. Oder auch nach telefonischer Vereinbarung.

Mehr auf: http://therapiegarten.at

ADRESSE THERAPIEGARTEN

Therapiegarten GmbH
Herbersdorf 17
A 8510 Stainz, Steiermark, Österreich
Telefon + 43 (0) 3463 43 84, FAX +13
Mobil 0664 – 14 10 566

 

Quellen: https://www.gesundheit.gv.at/leben/umwelt/natur/gartentherapie
https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20180821_OTS0010/noe-pflege-und-betreuungszentren-setzen-auf-wirkung-von-gartentherapie
http://therapiegarten.at/nachhaltige-regionale-entwicklung/projekt-beratung/

 

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Beitrag veröffentlicht am 23. August 2018.

Augenfältchen machen authentisch

Anti-Aging-Cremes, Laserbehandlungen und Botox – die Liste ist lang, wenn man sich die Möglichkeiten ansieht, wie man seine „Krähenfüße“ behandeln kann. Doch ist das wirklich notwendig? Forscher haben herausgefunden, dass Augenfältchen richtig gut ankommen.

Augenfältchen lassen Menschen ehrlicher erscheinen. Das haben kürzlich Forscher der University of Western Ontario in Zusammenarbeit mit der University of Miami herausgefunden. Den Studienteilnehmern wurden verschiedene Fotos gezeigt– darauf waren Personen mit und ohne Augenfältchen zu sehen. Dabei sind die Gesichter mit den Fältchen um die Augen herum aufrichtiger eingestuft worden.

„KRÄHENFÜSSE“ ALS SYMPATHIEFAKTOR
Das sogenannte „Duchenne-Lächeln“, auch als echtes Lächeln bezeichnet, schließt eine unwillkürliche Gesichtsmuskelbewegung ein, bei der die Mundwinkel nach oben gezogen werden. Dadurch tauchen um die Augen sogenannte „Krähenfüße“ auf.

Der Name stammt vom französischen Physiologen Duchenne de Boulogne, der nachweisen konnte, dass das echte Lächeln beide Muskelpartien beinhaltet. Das unechte Lächeln dagegen zeichnet sich demnach durch ein Fehlen der Krähenfüße aus und bringt Verachtung zum Ausdruck.

Den Ergebnissen zufolge sind also jene Bilder, auf welchen die Augenfältchen abgebildet sind, wichtig für das Unterbewusstsein. Das Duchenne-Merkmal wurde zudem mit Intensität und Ehrlichkeit assoziiert.

 

Quelle: https://www.pressetext.com/news/20180619002
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Beitrag veröffentlicht am 17. August 2018.

Welt-Hepatitis Tag

Hepatitis kann jeden treffen – am 28.7.2018 soll mit dem Welt-Hepatitis Tag auf die hochansteckende Virusinfektion wieder aufmerksam gemacht werden. Eine Impfung kann vor einer Ansteckung schützen.

Hepatitis ist eine entzündliche Erkrankung der Leber, die verschiedene Ursachen haben kann – etwa Alkohol, Drogen oder Gifte. Weit häufiger ist jedoch eine Leberentzündung aufgrund einer Virusinfektion wie Hepatitis A oder Hepatitis B. Die Virushepatitis wird von vielen Österreichern noch immer als reine Reiseerkrankung gesehen, doch das ist falsch. Denn auch in Österreich ist eine Ansteckung möglich. Durch kontaminierte Lebensmittel oder mangelnder Hygiene kann man sich mit Hepatitis A infizieren, sowie mit Hepatitis B durch ungeschützten Geschlechtsverkehr oder durch verunreinigte Gegenstände, wie Zahnbürsten und Rasierklingen.

HOCHANSTECKENDE VIREN
Hepatitis-Viren sind nicht nur hochansteckend, sondern äußerst stabil. So überdauert z.B. das Hepatitis-A-Virus Extrembelastungen wie ph-Wert-Verschiebungen oder Temperaturschwankungen und ist im Grundwasser drei Mal stabiler als Polioviren. Dies gilt auch für das Hepatitis-B-Virus, das auf Oberflächen bis zu einer Woche überdauern kann. Mit nur einem Tropfen infizierten Wassers wird jeder einzelne Wassertropfen einer randvoll gefüllten Badewanne ansteckend – so hoch ist die Infektiosität des Virus.

Durch die gute Hygienelage in Österreich zirkuliert das Hepatitis A-Virus bei uns nur in Ausbruchssituationen, vor allem bei Einschleppung nach Auslandsaufenthalten. Allerdings ist es auch in Österreich in den letzten Jahren auch zu einer Zunahme von Hepatitis A-Fällen durch den Konsum von verunreinigter Lebensmitteln gekommen.

Hepatitis B gehört weltweit zu den häufigsten viralen Infektionserregern des Menschen. Weltweit leben mehr als 2 Milliarden Menschen mit bestehender oder abgelaufener Hepatitis B Infektion. Geschätzte 240 Millionen Menschen sind chronisch infiziert und jährlich sterben 686.000 Menschen weltweit an den direkten Folgen einer Hepatitis B, damit ist Hepatitis B die neunthäufigste Todesursache weltweit. Auch in Österreich wird die Zahl der chronischen HBV Träger auf etwa 1,2% geschätzt, das sind etwa 100.000 Personen.

IMPFEN SCHÜTZT
Mit einer Hepatitis A und B Impfung kann man sich selbst vor einer Ansteckung schützen. Und wer geimpft ist, verringert so auch die Gefahr einer Übertragung auf andere.

 

Quelle: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20180726_OTS0038/am-287-ist-welt-hepatitis-tag
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Beitrag veröffentlicht am 27. Juli 2018.

Rheuma hat viele Gesichter

Schwellungen und Schmerzen in den Gelenken, ständig müde und kraftlos? Es könnte sich um Rheuma handeln. Umfassende Informationen über Diagnose und Therapie rheumatischer Beschwerden gibt es am 11. Oktober beim Rheumatag in Graz.

In Österreich leiden ca. zwei Millionen Menschen an Beschwerden des Bewegungsapparates. Bei den Rheumatagen im Herbst 2018 kann man sich bei zahlreichen Vorträgen von ExpertInnen kostenlos informieren. In der Steiermark findet der Rheumatag am 11. Oktober 2018 in Graz statt. Weitere Rheumatage sind in Wels und Klagenfurt geplant.

FRÜHERKENNUNG ALS ERFOLGSFAKTOR
Mehr als 400 verschiedene Krankheitsformen umfasst der Begriff Rheuma, beispielsweise Arthrose, Rheumatoide Arthritis oder Osteoporose.Die Symptome der zahlreichen Einzelerkrankungen beinhalten unter anderem Beschwerden im Stütz- und Bewegungsapparat sowie fließende, reißende und ziehende Schmerzen. In vielen Fällen treten die Beschwerden nicht erst im hohen Alter auf, sondern schon bei jungen Menschen, die mitten im Erwerbsleben stehen.

Wichtig ist: Je früher rheumatische Erkrankungen erkannt und therapiert werden, desto besser sind die Prognosen. Rheuma gilt zwar als unheilbare Krankheit, dank der therapeutischen Innovationen und den wirksamen Präparaten ist eine Beschwerdefreiheit jedoch meist erreichbar. Aufklärung, Früherkennung und rascher Therapiebeginn sind aber wesentlich für den Behandlungserfolg. Die Rheumatage bieten dafür eine gute Gelegenheit sich über die Krankheit zu informieren.

RHEUMATAG STEIERMARK AM 11. OKTOBER IN GRAZ
Namhafte Expertinnen und Experten informieren am 11. Oktober ab 9 Uhr im Grazer Rathaus, Gemeinderatssitzungssaal, Hauptplatz 1, 8011 Graz unter anderem über „Rheuma von Kindheit an, und dann …?“, „Rheuma und Schwangerschaft – worauf ist zu achten?“, „Rheuma und Medikamente – die Sicht der Sozialversicherung“, „Homöopathie bei Rheuma“ sowie „Wie Sie Ihr Schmerzmonster zum Schmelzen bringen“.

Im Rahmen der Rheumatage findet am jeweiligen Rheumatag von 16:30 Uhr bis 18:30 Uhr die Tanzveranstaltung „Rheuma bewegt“ mit Tanzprofi und Coach Gerhard Egger statt. Tanzen gibt Kraft, Freiheit und hält den Körper fit sowie beweglich. Egal ob Anfänger oder Fortgeschritten – die Bewegung zur Musik beeinflusst den Therapieerfolg bei rheumatischen Erkrankungen positiv. Die Teilnahme ist kostenlos.

 

Beitrag veröffentlicht am 24. Juli 2018.

Nebenwirkungen sicher voraussagen

Immer mehr Menschen müssen täglich verschiedene Medikamente zu sich nehmen. Die Wechselwirkungen der vielen Präparate auszutesten ist praktisch unmöglich. Ein neu entwickeltes KI-System namens Decagon könnte in Zukunft Abhilfe schaffen.

Mit Decagon haben die Forscher der Stanford University ein KI-System zur Vorhersage von Nebenwirkungen bei der gleichzeitigen Einnahme zweier Medikamente entwickelt. Überaus sinnvoll, wenn man bedenkt, dass bei der Kombination verschiedener Arzneimittel gefährliche Wechselwirkungen entstehen können – die teilweise auch unbekannt sind. Das System können also helfen, die Behandlung schwerer Krankheiten sicherer zu machen.

RISKANTE COCKTAILS
Gerade ältere Menschen müssen oft jeden Tag einen ganzen Pillen-Cocktail zu sich nehmen. Besonders neue Kombinationen können riskant sein. Das möchte man mit Decagon ändern. Das Forscher-Team hat sich einerseits die Interaktion der mehr als 19.000 Proteine im Körper angesehen, andererseits die Auswirkung der Medikamente darauf. Anhand von vier Mio. bekannten Zusammenhängen von Arznei und Nebenwirkung haben sie eine Methode entwickelt, um Muster zu erkennen, wie Nebenwirkungen durch das Wirken von Medikamenten auf Proteine entstehen. Dazu hat das Team auf Tiefenlernen gesetzt. Decagon ist darauf ausgelegt, zunächst für Kombinationen von zwei Medikamenten aus der gleichzeitigen Einnahme resultierende Nebenwirkungen vorherzusagen.

Das KI-System hat bereits vor eigentlich unerwarteten, gefährlichen Muskelentzündungen bei gleichzeitiger Einnahme des Blutdrucksenkers Amlodipin und des Cholesterinsenkers Atorvastatin gewarnt. Auch bei fünf von zehn weiteren Decagon-Vorhersagen hat sich gezeigt, dass die Nebenwirkungen mittlerweile praktisch nachgewiesen wurden.

Das legt nahe, dass der KI-Ansatz tatsächlich geeignet ist, mögliche Medikamenten-Wechselwirkungen relativ zuverlässig vorherzusagen. Die Forscher hoffen daher, das System auch auf Kombinationen von drei oder mehr Medikamenten auszuweiten. Zudem wollen sie ein nutzerfreundliches Tool entwickeln, das Ärzte heranziehen können. Das zufällige Entdecken von möglicherweise schweren Nebenwirkungen an Patienten könnte dann ein Ende haben.

 

Beitrag veröffentlicht am 12. Juli 2018.

Altersteilzeit, was ist das?

Weniger arbeiten vor der Pension bei teilweisem Lohnausgleich – das ist die geförderte Altersteilzeit, die sich in Österreich zunehmender Beliebtheit erfreut. Doch was bringt die Arbeitsverkürzung im Alter überhaupt?

Eingeführt wurde sie im Jahr 2000. Anfangs war sie noch ein Minderheitenprogramm, doch seit 2014 boomt sie. Die neue Regierung zog daher die Bremse und erhöht ab 2019 das Zugangsalter. Doch was bringt kürzer arbeiten im Alter wirklich? Wir nehmen die Altersteilzeit genauer unter die Lupe.

WAS IST DIE GEFÖRDERTE ALTERSTEILZEIT?
Die geförderte Altersteilzeit gibt älteren ArbeitnehmerInnen die Möglichkeit, ihre Arbeitszeit zu reduzieren. Mit Zustimmung der ArbeitgeberInnen wird so ein gleitender Übergang in die Pension geschaffen. Die ArbeitnehmerInnen verlieren dabei weder Pensionsbezüge noch Ansprüche auf Krankengeld, Abfertigung oder Ansprüche aus der Arbeitslosenversicherung.

WIE FUNKTIONIERT ES?
ArbeitnehmerInnen können bei der Altersteilzeit ihre Arbeitszeit zwischen 40 und 60 Prozent verringern. Neben dem Arbeitsentgelt für die verringerte Arbeitszeit erhält man zusätzlich einen Lohnausgleich in der Höhe von 50 Prozent der Differenz zwischen dem bisherigen Arbeitsentgelt und dem der verringerten Arbeitszeit entsprechenden Entgelt. Als ArbeitnehmerIn zahlt man Sozialversicherungsbeiträge weiter wie bisher, daher bleibt die Beitragsgrundlage vor Herabsetzung der Arbeitszeit erhalten. Auch der Abfertigungsanspruch bleibt gleich. Die Laufzeit der Altersteilzeit ist auf fünf Jahre beschränkt, wobei die Arbeitszeit entweder kontinuierlich oder in Form eines Blockzeitmodells reduziert werden kann.

WER KANN WIE LANGE IN ALTERSTEILZEIT GEHEN?
Der frühestmögliche Antrittszeitpunkt ist sieben Jahre vor der Regelpension. Das ist bei Männern frühestens ab 58 Jahren und bei Frauen mit 53 Jahren. Ab 2019 erfolgt jedoch eine Anhebung auf 59 Jahre und mit 2020 auf 60 Jahren bei Männern. Bei Frauen gibt es eine analoge Anhebung auf 54 bzw. mit 2020 auf 55 Jahre. Voraussetzung ist, dass man zuvor mindestens 15 Jahre arbeitslosenversichert war und länger als drei Monate im Betrieb ist.

WIE HOCH IST DAS GEHALT?
Durch die AMS-Förderung wird der Verlust durch die um 40 bis 60 Prozent reduzierte Arbeitszeit etwa zur Hälfte ausgeglichen. Unter https://altersteil.arbeiterkammer.at lässt sich die zu erwartende Höhe berechnen.

KANN MAN AUF EINE ALTERSTEILZEIT-VEREINBARUNG BESTEHEN?
Nein. Die Altersteilzeit muss mit dem Arbeitgeber schriftlich vereinbart und genehmigt werden. Das heißt, die Altersteilzeit kann auch verweigert werden.

 

Beitrag veröffentlicht am 26. Juni 2018.