Welt-Parkinson-Tag

Rund 20.000 Menschen leiden in Österreich an Morbus Parkinson, einer der weltweit häufigsten neurologischen Erkrankungen. Auch heuer erinnert der Welt-Parkinson-Tag, am 11. April 2018, an die schwere Krankheit.

Die Parkinson-Krankheit wurde nach dem englischen Arzt Dr. James Parkinson benannt, der die Symptome der Erkrankung erstmals klar und ausführlich beschrieben hat. Seit den neunziger Jahren wird James Parkinsons Geburtstag weltweit als Parkinsons-Aktionstag begangen. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden weltweit mehr als 6 Millionen an Parkinson. In Österreich sind schätzungsweise 15.000 bis 20.000, meist ältere Menschen, an der Schüttellähmung erkrankt. Betroffen sind rund 1 Prozent der über 60-jährigen und mehr Männer als Frauen.

Die Parkinsonsche Erkrankung gehört zu den unheilbaren chronischen Erkrankungen, die einen sehr langsamen Verlauf nehmen. Nach und nach sterben immer mehr Gehirnzellen in bestimmten Arealen ab und drosseln die Bildung des lebenswichtigen Dopamins. Die Ursache für den Dopaminmangel ist derzeit noch unbekannt. Selten sind Vorerkrankungen auslösend. Das Positive: Bei einer rechtzeitigen Diagnose der Krankheit lässt sich der typische Verlauf von Parkinson mit Hilfe von wirksamen Medikamenten über viele Jahre beherrschen. Eine Heilung gibt es aber derzeit noch nicht.

ERSTE SYMPTOME SIND SCHWACH
Betroffene leben heute mehr als 20 Jahre mit der Krankheit, die häufig erst nach dem vierzigsten Lebensjahr auftritt. Zu Beginn sind die Symptome meistens eher schwach. In der ersten Krankheitsphase sind ein leichtes Zittern der Hände, Muskelschmerzen im Schulterbereich, Müdigkeit, Schlafstörungen, allgemeines Unwohlsein und manchmal auch depressive Verstimmungen typisch.

Meistens ist es so, dass gar nicht die Betroffenen selbst die kleinen Veränderungen erkennen, sondern Angehörige. Die erste Krankheitsphase kann über Jahre anhalten. Erst später werden die Symptome deutlicher – das Zittern in Ruhe, die Unbeweglichkeit, die Steifheit und die Haltungsinstabilität verstärken sich erheblich.

In diesem Stadium greifen die meist auf eine Körperseite beschränkten Störungen auch auf die andere Körperseite über. Manche Erkrankte haben jetzt einen maskenhaft starren Gesichtsausdruck, Sprach- und Wortfindungsstörungen. Doch nicht jeder Patient hat die gleichen Symptome, sie variieren und auch in der Intensität sehr unterschiedlich.

EIN LEBEN MIT PARKINSON
Im Gegensatz zu vielen anderen Krankheiten des Nervensystems gibt es wirksame Medikamente, welche das Krankheitsbild über Jahre hinweg so unter Kontrolle halten, dass ein weitgehend normales Leben möglich ist. Neben Medikamenten, mit denen das Gleichgewicht der Botenstoffe wieder hergestellt werden soll, benötigen die Betroffenen begleitende Maßnahmen wie Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie (Sprachtherapie), Entspannungstherapien und gelegentlich auch Psychotherapie, beispielsweise gegen Depressionen.

Auch Krankengymnastik, Schwimmen und Radfahren sind sehr hilfreich. Sie erhalten die Beweglichkeit der Muskeln und Gelenke möglichst lange. Eine weitere Möglichkeit ist die sogenannte Tiefenstimmulation. Hier bekommt der Patient einen Hirnschrittmacher eingesetzt, der dabei helfen kann, stark beeinträchtigende Fehlimpulse der Nerven zu unterdrücken. Diese Methode ist aber nicht bei allen Parkinsonpatienten anwendbar und ist auch nicht ohne Risiken.

Ein wichtiger Aspekt ist jedoch die Auseinandersetzung mit der Krankheit und die Bereitschaft mit der Krankheit zu leben. Dabei helfen kompetente Aufklärung und Beratung von Parkinson-Selbsthilfegruppen. Wer die Krankheit bewusst annimmt und sich mit ihr auseinandersetzt, kann mit Parkinson alt werden.

Parkinson-Selbsthilfe Österreich: www.parkinson-oesterreich.at

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Beitrag veröffentlicht am 10. April 2018.

Der Streit um die Pflege

Der Pflegeregress ist seit 2018 abgeschafft, doch die Debatten laufen weiter. 650 Millionen Euro fordern die Länder und Gemeinden vom Bund. Der Finanzminister beharrt jedoch auf den budgetierten 100 Millionen Euro. Diese Rechnung dürfte wohl nicht aufgehen.

Seit Anfang des Jahres kann nicht mehr auf das Vermögen von pflegebedürftigen Menschen zugegriffen werden. Das Blöde am Aus des Pflegeregresses ist nur, dass die Finanzierung nicht zu Ende gedacht wurde. Fakt ist, dass die vom Bund gebotenen 100 Millionen kein Kostenersatz sind, denn die Länder gehen von mindestens 500 Mio. Euro an Mehrkosten aus. Eine klare Strategie für die immer älter werdende Gesellschaft ist gefragt.

Durch die Abschaffung des Pflegeregresses in Einrichtungen ist die Pflege in den eigenen vier Wänden plötzlich teurer als das Heim. Es sei die absurde Situation entstanden, dass der Steuerzahler die teuerste Form, die Heimunterbringung, die von den Menschen gar nicht bevorzugt wird, voll finanziert. Die gewünschte private und weitaus kostengünstigere Pflege dagegen nicht. Volksanwalt Günther Kräuter fordert in der ORF-Sendung Bürgeranwalt eine Anhebung des Pflegegeldes um 30 Prozent und die Verdoppelung des Bundeszuschusses zur 24-Std-Betreuung. Nur so könne eine volkswirtschaftlich sinnvolle Trendumkehr gelingen und der Überlastung der Einrichtungen sowie dem teuren Neubau und Betrieb von Alten- und Pflegeheimen entgegengesteuert werden.

IN WÜRDE ALTERN – IM HEIM ODER DAHEIM
Der Bundesverband der Alten- und Pflegeheime Österreichs fordere die Bundesregierung auf, eine menschenwürdige und hochwertige Pflege und Betreuung in Österreich sicherzustellen. Es gehe vor allem um ein lebenswertes und menschenwürdiges Leben im Alter – ob im Heim oder daheim. Die Selbstbestimmung müsse im Vordergrund stehen. Da kaum eine Pflegesituation mit einer anderen vergleichbar ist, brauche es auch eine Vielfalt von Betreuungsformen. Welche Betreuungsform gut und sinnvoll ist, sei primär eine Frage der pflegerischen Machbarkeit und dürfe nicht rein nach Kostenargumenten entschieden werden. Alle Betreuungsformen sollen eine vergleichbare Qualitätssicherung erfahren – zum Wohle der alten Menschen.

PFLEGE DAHEIM MUSS ATTRAKTIVER WERDEN
Der Pensionistenverband Österreichs (PVÖ) schlägt hingegen „Sofortmaßnahmen“ vor, um Pflege daheim attraktiver zu machen. Pensionistenverbands-Generalsekretär Andreas Wohlmuth erklärte, dass es durch die Abschaffung des Pflegeregresses – wenn man in einem Pflegeheim gepflegt wird – parallel dazu auch Verbesserungen bei der Betreuung zu Hause geben muss.

Wohlmuth nannte drei Sofortmaßnahmen. Erstens: Eine Anhebung des Pflegegeldes in allen Pflegestufen. Zweitens: Bei der 24-Stunden-Betreuung fordert der Pensionistenverband eine Erhöhung des zuletzt 2008 angehobenen Förderungsbetrages für Betreuungskräfte. Und als dritten Punkt werden steuerliche Verbesserungen gefordert.

PFLEGE IST EIN ZUKUNFTSBERUF
Bis 2050 werden in Österreich 1,25 Millionen Menschen über 80 Jahre alt sein – das sind dreimal so viele wie heute. Laut Mattersberger, vom Bundesverband der Alten- und Pflegeheime Österreichs, sei Österreich auf eine gute Versorgung so vieler älterer Menschen noch nicht vorbereitet. Daher benötigen wir neben mehr Ausbildungsplätzen auch dringend Maßnahmen zur Attraktivierung der Pflegeberufe.

Quellen: Pensionistenverband, Bundesverband Alten- und Pflegeheime Österreichs, Volksanwaltschaft
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Beitrag veröffentlicht am 3. April 2018.

Wearables

Fitness-Armbänder oder sogenannte Wearables, sollen zukünftig das Gesundheitswesen unterstützen. Mit einer neu entwickelten App können gesundheitliche Defizite und das biologische Alter bestimmt werden. Spannende Sache.

Mit einer neu entwickelten App der Forscher des Moscow Institute of Physics and Technology und des russisches Pharmaunternehmens Gero, kann man zukünftig sein biologisches Alter bestimmen. Mithilfe von Wearables bzw. Fitness-Armbändern werden die Informationen gesammelt und anschließend ausgewertet. Durch dieses Zusammenspiel von Daten und künstlicher Intelligenz ist eine kontinuierliche Echtzeit-Überwachung der Gesundheit möglich.

DIE BERECHNUNG DER STERBEWAHRSCHEINLICHKEIT
Jüngste Forschungen aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz beziehen bereits EKG-Werte mit ein und können die Sterblichkeit aufgrund von elektronischen und medizinischen Aufzeichnungen vorhersagen. Angeregt durch diese Beispiele habe man sich das Ziel gesetzt, das Potenzial künstlicher Intelligenz dafür zu nutzen, Gesundheitsrisiken basierend auf körperlicher Aktivität zu analysieren.

Um an Daten zu gelangen, überprüfte das Forscherteam Aufzeichnungen der US National Health and Nutrition Examination Survey aus den Jahren 2003 bis 2006. Anschließend wurden allgemeine Gesundheitsinformationen hinzugefügt. Durch einen eigens entwickelten Algorithmus konnten dann Daten über das biologische Alter und der Sterbewahrscheinlichkeit vorausgesagt werden.

VORTEIL FÜR VERSICHERUNGEN
Laut dem russischen Forschungsleiter Peter Fedichev haben bereits erste Versicherungen damit begonnen Wearables-Trägern Rabatte zu gewähren. Künstliche Intelligenz kann also zur Risikoverhütung verwendet werden, was einen Vorteil für Versicherungen, aber auch für den Menschen selbst bringt.

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Beitrag veröffentlicht am 3. April 2018.

Cannabis gegen Altersbeschwerden?

Schmerzen, Schlafstörungen, Demenz, Augenerkrankungen und vieles mehr kann mit Cannabis gelindert werden. Wir zeigen was das Heilmittel, mit seinen mehr als 400 Inhaltsstoffen, alles kann.

ARNZEIPFLANZE DES JAHRES 2018
Jedes Jahr kürt die Herbal Medicinal Products Platform Austria (HMPPA) ein Heilkraut zur Arzneipflanze des Jahres. Der diesjährige Sieger gehört zur Familie der Hanfgewächse und heißt Cannabis. Kein Wunder, denn die Cannabispflanze hat viele Anwendungsgebiete. Kriterien für den ersten Platz sind unter anderem das aktuelle wissenschaftliche Interesse an der Pflanze, ihre Bedeutung in der Medizin und Pharmazie sowie neue Anwendungsgebiete. Wie und bei welchen Beschwerden Cannabis eingesetzt werden kann, verraten wir jetzt.

THC & CBD
Den beiden Wirkstoffen Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD), aus der Cannabispflanze, kommt ganz besonders große Bedeutung hinzu. THC und CBD sind jedoch sehr unterschiedlich. Der Wirkstoff THC kommt in der Behandlung von schweren, chronischen Schmerzen zum Einsatz, etwa zur Tumorenschmerzbehandlung oder gegen Übelkeit und Krebsbehandlungen. THC hilft auch dabei, Nebenwirkungen von Opioiden wie Appetitmangel und Übelkeit zu reduzieren. Außerdem wird THC bei schmerzhafter Spastik bei Multipler Sklerose verabreicht.

CBD wirkt dagegen vor allem antientzündlich, antiepileptisch, antipsychotisch und in einem geringeren Ausmaß als THC auch schmerzstillend. Vor allem bei kindlicher Epilepsie und Schizophrenie sollen die Arzneien helfen.

CBD BALD IN ÖSTERREICH
Neu ist, dass es in Österreich bald Arzneistoffe mit Cannabidiol erhältlich sein sollen. CBD ist ein nicht berauschender Inhaltsstoff der Cannabispflanze und unterliegt deshalb weder dem Arzneimittel- noch dem Suchtmittelgesetz. Neben dem Einsatz bei frühkindlicher Epilepsie und Schizophrenie hilft Cannabidiol auch bei der Spender-gegen-Empfänger-Reaktion nach einer Knochenmarkstransplantation. Zudem haben sich auch positive Effekte bei der Wachstumshemmung von Gehirntumoren gezeigt. Dazu sind allerdings noch weitere Studien notwendig. Ein erster CBD-Arzneistoff soll in absehbarer Zeit – spätestens im kommenden Jahr – in Österreich auf den Markt kommen.

CANNABIS KANN ALTERSBESCHWERDEN LINDERN
Cannabis ist zwar keine Wunderpflanze, Fakt ist aber, dass der Gebrauch bei vielen älteren Patienten schmerzlindernd wirkt. Typische Altersbeschwerden werden oft mit der jahrelangen Einnahme von Medikamenten behandelt. In solchen Fällen ist es mitunter sinnvoll, die heilsame Wirkung der Hanfpflanze zu nutzen.

Besonders spannend ist jedoch, dass Cannabis Alterungsprozesse im Gehirn umkehren kann. Das zeigten Wissenschaftler der Universität Bonn mit ihren Kollegen der Hebrew University (Israel) an Mäusen. Alte Tiere konnten durch eine längere niedrig dosierte Behandlung mit einem Cannabis-Wirkstoff in den Zustand von zwei Monate jungen Mäusen zurückversetzt werden. Dies eröffnet zum Beispiel für die Behandlung von Demenzerkrankungen neue Optionen.

Aber auch Schlafstörungen können mit Cannabis verbessert werden. Noch muss auf diesem Sektor weiter geforscht werden, jedoch konnte festgestellt werden, dass Cannabis den Tiefschlaf deutlich erhöht. Grund ist das im Hanf enthaltene, und oben genannte, CBD.

Altersbedingte Augenkrankheiten wie der Grüne und der Graue Star oder auch die Makuladegeneration machen sich nur schleichend bemerkbar. Besonders gefährlich ist der Grüne Star, deren Nichtbehandlung zur Erblindung führt. Ursache ist ein erhöhter Augendruck, der sich mit Hilfe von Cannabis senken lassen könnte.

Hanf wird aber auch bei Appetitlosigkeit eingesetzt. Das Tetrahydrocannabinol (THC) im Cannabis regt den Appetit an. Medizinisch genutzt wird dieser Effekt häufig bei Krebspatienten. Aber auch für Senioren, die nach einer OP oft schlecht wieder auf die Beine kommen.

HANF RAUCHEN BLEIBT ILLEGAL
Die Verschreibung von Cannabis – definiert als die Blüten- und Fruchtstände der Pflanze – ist laut österreichischem Suchtmittelgesetz seit 1961 verboten. Aber durch die Suchtgiftverordnung gibt es eine Ausnahmeregelung für zugelassene Arzneispezialitäten aus Cannabisextrakten sowie den Wirkstoff THC, der aus Cannabisextrakten isoliert wird. Das Rauchen von Hanf zu medizinischen Zwecken ist nicht von dieser Ausnahmeregelung betroffen und bleibt in Österreich illegal.

Präparate, die den Wirkstoff THC enthalten, können prinzipiell von jedem Arzt verschrieben werden. Für diese ist ein Suchtgiftrezept notwendig, das eine spezielle Kennzeichnung hat („Suchtgift-Vignette“). Zubereitungen, die lediglich CBD enthalten sind derzeit noch nicht rezeptpflichtig, sondern als Nahrungsmittel eingestuft.

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Beitrag veröffentlicht am 23. März 2018.

Das große Gähnen im Frühling

Die Vögel zwitschern, Krokusse sprießen, Birken ergrünen und wir? Wir würden am liebsten einfach nur schlafen. Die Frühjahrsmüdigkeit macht allen zu schaffen, aber vor allem der älteren Generation. Wir zeigen ein paar Tipps und Tricks gegen die Müdigkeit im Frühling.

Das Phänomen Frühjahrsmüdigkeit wird vor allem durch den Klimawechsel verursacht. Wenn die Kälte des Winters den wärmeren Temperaturen weicht, muss sich der Körper langsam daran gewöhnen. Der Organismus reagiert mit einer typischen Reaktion: Die Blutgefäße werden weiter und der Blutdruck sinkt. Und das macht uns müde.
Die Frühjahrsmüdigkeit tritt meist ein, wenn es bereits ein paar Tage lang warm war. Wenn das Wetter verrückt spielt, und es zu mehreren Warm-Kalt-Perioden kommt, kann sich auch die Müdigkeit mehrmals zeigen. Neben dem Blutdruck spielt auch der Melatoninspiegel eine Rolle. Nach den langen Wintermonaten ist die Konzentration des sogenannten Schlafhormons im Blut besonders hoch.

WER IST BETROFFEN?
Vor allem wetterfühlige Menschen sind öfters von der Frühjahrsmüdigkeit betroffen. Menschen, die sowieso einen niedrigen Blutdruck haben, spüren dieses Phänomen auch noch deutlicher – das sind in der Regel häufiger Frauen als Männer. Aber auch ältere Menschen klagen öfters über den Klimawechsel und fühlen sich im Frühjahr träge. Der Grund: der Organismus stellt sich nicht mehr so schnell auf den Wetterwechsel ein.

Wichtig ist: Wer sich über längere Zeit oder ungewöhnlich stark erschöpft fühlt, sollte auf jeden Fall seinen Arzt um Rat fragen. Es könnten auch andere Ursachen für die Müdigkeit infrage kommen. Wer jedoch von der Frühjahrsmüdigkeit geplagt wird, sollte folgende Tipps und Tricks beachten.

WAS KANN MAN TUN?

  • Tageslicht tanken: Am besten gewöhnt sich der Körper an den Frühling, wenn man draußen ist und ins Licht geht. Dann gewöhnt sich der Organismus schneller an die warme Jahreszeit.
  • Bewegung ist alles: Spaziergänge an der frischen Luft sind Balsam für Körper und Seele. Bewegung ist gut für den Blutdruck und macht einfach insgesamt fit. 15 bis 30 Minuten am Tag sind ideal.
  • Sport: Es ist nie zu spät mit ein bisschen Sport anzufangen. Bei allen sportlichen Bewegungen sollte man aber immer auf den eigenen Körper hören. Die Übungen dürfen nicht weh tun. So empfiehlt es sich zum Beispiel gleich nach dem Aufwachen mit leichten
    Übungen in den Tag zu starten. Das regt den Kreislauf an und weckt den Organismus auf.
  • Wechselduschen: Eine Wechseldusche am Morgen oder auch nur zwischendurch die Arme und den Nacken abwechselnd kalt/warm spülen, weckt neue Lebensgeister und bringt den Kreislauf in Schwung.
  • Viel trinken: Auch das freut den Organismus, denn Müdigkeit resultiert häufig auch aus einer zu geringen Flüssigkeitsaufnahme. Besonders im Alter vergisst man aufs Trinken. Am besten stellt man sich gleich am Morgen einen großen Krug Wasser bereit und
    nimmt sich während des Tages immer wieder mal ein Glas, sodass der Krug am Abend leer ist. Das kann man auch sehr gut mit einer Kanne Tee machen.
  • Ausgewogene Ernährung: Jetzt im Frühling verlangt der Körper wieder vitaminreiche Nahrung. Man sollte auch auf schwere üppige Mahlzeiten verzichten und eher kleine Portionen und leichte Kost zu sich nehmen. Das bringt eine geringere Belastung für den Körper und macht nicht so müde.
  • Dekorieren und bummeln: Wenn der Frühling kommt, bekommen Gartenliebhaber Lust den Garten oder Balkon frühlingsfit zu machen. Aber auch die Wohnung will frühlingshaft dekoriert werden. Wer durchs Gartencenter schlendert holt sich nicht nur neue
    Anregungen, sondern vergisst vielleicht auch ganz auf die eigene Müdigkeit.

Mit diesen einfachen sieben Tricks kann man der Schläfrigkeit im Frühling gut entgegenwirken. Das Gute ist: die typische Frühjahrsmüdigkeit dauert nur wenige Tage bis maximal vier Wochen.

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Beitrag veröffentlicht am 20. März 2018.

Tablet-Training gegen Demenz

Die Demenz verzögern – ist nicht mehr nur ein Wunschgedanke, sondern Realität. Mit dem steirischen Projekt „AktivDaheim“ wird gegen das Vergessen aktiv angekämpft

Verschiedene Aktivitäten wie das Trainieren am Computer können laut Studien die Demenz verzögern. Mitarbeiter von Joanneum Research Digital erarbeiteten deswegen gemeinsam mit der Famel GmbH aus Seiersberg-Pirka ein maßgeschneidertes Tablet-Trainingsprogramm für Senioren. Rund 16.000 SteirerInnen leben mit der Diagnose Demenz. Und in den kommenden zehn Jahren wird diese Zahl um bis zu 25 Prozent steigen. Mit dem Projekt „AktivDaheim“ will man gegen die Demenz aktiv ankämpfen.

PROGRAMM WIRD DERZEIT GETESTET
Die Trainerinnen kommen einmal pro Woche. Sie helfen etwa dabei, ein bekanntes Bild hochzuladen. Dieses wird dann von den Senioren als Puzzle wieder zusammengesetzt. Videos, Musik und Geräusche können ebenso bereitgestellt werden und beim Erinnern und Denken helfen.

Die ersten Rückmeldungen seien durchaus positiv. Die Menschen werden ruhiger, ausgeglichener und fröhlicher. Sie seien nicht mehr so ängstlich der Technik gegenüber und ihre sozialen Kontakte werden auch noch gefördert. Ihre Fortschritte werden mittels der Technik dokumentiert. Ein sogenanntes Eye-Tracking-Modul erfasst beispielsweise die Augenbewegungen. Das Projekt läuft bis Juli – im Herbst werden die ersten Ergebnisse von „AktivDaheim“ präsentiert.

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Beitrag veröffentlicht am 9. März 2018.

Gut gepflegt

Gerade die Haut älterer Menschen ist besonders anspruchsvoll und sensibel. Oft stellt richtiges Eincremen und Waschen eine Herausforderung dar. Doch die passende Körperpflege gehört ganz wesentlich zum Gesundheits- und Wohlfühlpaket der älteren Generation. Wir zeigen wie man seine Haut verwöhnt – auch im Alter.

Mit dem Älterwerden verliert die Haut an Festigkeit und Elastizität. Die einzelnen Hautschichten werden dünner, sind schlechter durchblutet und die Drüsen produzieren kaum noch Schweiß und Talg. Die Folge: es kommt zu Falten und trockenen Stellen, die unangenehmen Juckreiz verursachen können. Eine falsche Pflege kann diese Probleme auch noch verstärken. Das muss aber nicht sein.

MILDE REINIGUNGSPRODUKTE WÄHLEN
Produkte, die Alkohol enthalten oder sehr seifig sind, sollten gemieden werden. Milde Reinigungsprodukte mit einem pH-Wert mit 5,5 sind besser für die ältere Haut geeignet.

REICHHALTIGE ÖLE VERWENDEN
Um den Fettanteil der Haut zu erhöhen, kann man reichhaltige Öle pur auf die Haut auftragen. Öle wirken regenerierend und verhindern, dass die Feuchtigkeit verloren geht. Besonders gut verträglich sind pflanzliche Öle wie Oliven-, Mandel- oder Arganöl. Arganöl ist durch seine besonderen Eigenschaften und die Kombination seiner Inhaltsstoffe eines der kostbarsten Öle der Welt und eine wahre Wohltat für die reife Haut. Der Vitamin-E-Gehalt sorgt übrigens ganz natürlich für einen Lichtschutzfaktor 3. Da das Öl sehr schnell einzieht, bleiben nach dem Auftragen keine sichtbaren Spuren zurück. Doch die Haut kann wieder mehr Feuchtigkeit speichern, wirkt frisch und straff. Wissenschaftlich nachgewiesen ist auch, dass bei einer hormonell bedingten Austrocknung der Haut das Arganöl gute Wirkung zeigt.

AUGENPFLEGE, SEREN UND MASKEN
Um die Augen ist die Gesichtshaut besonders dünn. Wichtig ist daher die Augenpartie mit einer feuchtigkeitsintensiven Augencreme zu pflegen.
Eine Gesichtsmaske kann mindestens einmal pro Woche aufgetragen werden, denn sie spendet zusätzlich Feuchtigkeit und strafft so die Haut. Intensive Seren mit hochkonzentriertem Hyaluron mildern selbst tiefe Falten und lassen das Gesicht glatter und voller aussehen. Seren zeichnet eine besonders hohe Wirkstoffkonzentration aus.

DIE RICHTIGE TAGES- UND NACHTCREME
Eine Tagescreme sollte auf den richtigen Hauttyp abgestimmt sein und einen UV-Schutz enthalten. Stoffe, die die Haut von innen mit Feuchtigkeit aufpolstern, wie Hyaluronsäure oder Urea sowie Fette wie Avocadoöl, sind für die ältere Haut perfekt. Und schließlich sollte man auf Elemente, die das Zellwachstum ankurbeln, achten. Etwa Peptide und Vitamine. In der Nacht werden viele Wirkstoffe besonders gut aufgenommen, da die Nacht eine Zeit der Regeneration und der Reparatur ist. Nachtcremes sind deshalb reichhaltiger an Fett und an zellstimulierenden Stoffen und haben daher durchaus ihre Berechtigung und machen Sinn.

KÖRPERMILCH NACH DEM DUSCHEN?
Um die Haut vor trockenen Schüppchen oder gar Ekzemen zu bewahren, sollte man sie eincremen. Denn Wasser und Waschmittel greifen ihren Schutzmantel an. Eine Körpermilch oder -creme enthält als zentrale Bestandteile Feuchthaltefaktoren wie Harnstoff oder Glyzerin und außerdem Fette, die die Haut glätten und schützen.

PFLEGE DER HÄNDE
Auch die Hände müssen mit den Jahren deutlich intensiver gepflegt werden. Diese Hautpartie altert nämlich besonders schnell, weil sie sehr dünn ist und über kein Unterhautfettgewebe verfügt. Wasser, Seifen, Putzmittel und Umwelteinflüsse strapazieren zusätzlich. Durch eine reichhaltige Handcreme bekommt die Haut die nötige Feuchtigkeit, um geschmeidig zu bleiben. Als Schutz vor lichtbedingter Hautalterung und Altersflecken sollte die Tagespflege der Hände einen UV-Filter besitzen. Pflegekonzentrate z. B. in Ampullenform sorgen für samtweiche Hände.

ZEIGT HER EURE FÜßE
Zu guter Letzt sollte natürlich nicht auf die Füße vergessen werden. Um Risse und Schrunden zu verhindern, ist es notwendig, die belasteten Füße regelmäßig mit Fett und Feuchtigkeit zu versorgen. Zusätzlich enthalten Fußcremes schweißhemmende Zusätze und sorgen mit ätherischen Ölen für einen Frischeeffekt.

In jedem Fall ist es wichtig, die Haut nicht nur zu pflegen, sondern sie auch im Auge zu behalten und Veränderungen immer beim Arzt abklären zu lassen. Reizungen, Rötungen und Entzündungen können aufgrund falscher Pflege entstanden, aber auch ein Grund für eine Erkrankung sein.

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Beitrag veröffentlicht am 9. März 2018.

Trinknahrung aus der Apotheke

Wenn der Körper Kraft braucht und das Essen schwerfällt liefern Trinknahrungen wichtige Nährstoffe in flüssiger Form.

Die kleinen Kraftpakete schmecken nach Schokolade, Vanille oder fruchtig, im Nachmittagskaffee, in Suppen oder sogar als Eis am Stiel.

Eine abwechslungsreiche, vielseitige und bedarfsgerechte Ernährung beeinflusst unsere Gesundheit positiv, steigert unser Wohlbefinden und somit unsere gesamte Lebensqualität. In speziellen Lebenssituationen, z.B. bei Krankheit, nach Operationen, in der Genesungsphase, im Alter, wenn das Kauen und Schlucken schwerfällt, braucht der Körper zur Regeneration, Genesung oder einfach zur Bewältigung des Alltags mehr Energie und Nährstoffe. Diese können oft nicht mehr in ausreichender Form über die tägliche Nahrung aufgenommen werden. In solchen Fällen sind Trinknahrungen äußerst wirksame Helfer. Sie sind vielseitig kombinierbar und schmecken gut.

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Tipps & Tricks

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  • Trinknahrung zur ergänzenden Ernährung sollte zwischen den Mahlzeiten oder als Spätmahlzeit getrunken werden.
  • Abwechslungsreiche Geschmacksrichtungen sind empfehlenswert.
  • Am besten schmeckt die Trinknahrung leicht gekühlt.
  • Trinknahrungen in den Sorten Vanille, Kaffee und Schokolade eignen sich auch als Warmgetränk.
  • ACHTUNG: Nur erwärmen, nicht kochen, um einen Vitaminverlust zu vermeiden.

Fresenius Kabi bietet mit der Marke Fresubin® vielseitige, geschmacklich abgerundete Trinknahrungen mit einer ausgewogenen Zusammensetzung aus Kohlenhydraten, Fetten, Eiweiß, Mineralien, Vitaminen und Spurenelementen. In relativ kleinen Trinkmengen sind Energie und alle wichtigen Nährstoffe für den täglichen Bedarf enthalten. Das Allerwichtigste ist jedoch, eine mögliche Mangelernährung rechtzeitig zu erkennen und zu wissen, wann eine Unterstützung durch Trinknahrung erforderlich ist. Gewichtsverlust durch Krankheit oder im Alter ist häufig ein Anzeichen für mangelnde Ernährung. Sie sollte so früh wie möglich behandelt werden, um einem fortschreitenden Gewichtsabbau entgegenzuwirken.

Fotos: Fresenius Kabi

 

Beitrag veröffentlicht am 7. März 2018.

Hot Spot für die Gesundheit

Direkt an der Parktherme Bad Radkersburg wurde das neue Vita med Gesundheitszentrum mit einem breiten Vorsorgeangebot eröffnet.

Prim. Dr. Bernhard Zirm
Ordination und Institut für Lebensstilmedizin im
Vita med Gesundheitszentrum der Parktherme

Insgesamt 25 Millionen Euro wurden in den vergangenen Jahren zur Erneuerung der Parktherme und des neuen Vita Med Gesundheitszentrums in Bad Radkersburg investiert. In den letzten Jahren wurde die Parktherme schon mehrfach als Österreichs Gesundheitstherme des Jahres ausgezeichnet. Im Mittelpunkt steht das einzigartige Thermalwasser, das aus eigener Kraft aus zwei Kilometern Tiefe mit 80 °C höchst mineralstoffreich an die Erdoberfläche kommt. Besonders spürbar ist die gesundheitsfördernde und entspannende Wirkung der Thermalquelle im Quellbecken mit 36 °C und abwechslungsreichen Sprudelattraktionen.

ANGEBOTE ZUR PRÄVENTION
Das Vita med Gesundheitszentrum bietet neben präventiven Angeboten zur Gesundheitsvorsorge mit Nächtigung in einem Partnerbetrieb auch dreiwöchige stationäre Kuren, ambulante physikalische Therapien sowie Privatleistungen zu den Indikationen Stütz- und Bewegungsapparat und Stoffwechselerkrankungen.

Das attraktive Gesundheitsangebot reicht von Kohlensaurebädern mit Lavendel-Holunder, Massagen und Ernährungsberatung bis zur medizinischen Trainingstherapie. Das Training wird von Physiotherapeuten und Sportwissenschaftlern angeleitet und bietet unter anderem durch das Dr. Wolff Rückentherapie-Center spezielle Trainingskonzepte zur nachhaltigen Verbesserung von Rückenbeschwerden. „Als Vita med Gesundheitszentrum sehen wir uns als Impulsgeber und Motivator für persönliche Gesundheit und Wohlbefinden mit unseren gezielten Bewegungsangeboten, verbunden mit qualitätsvoller Regeneration und gesunder Ernährung“, erklärt Therapieleiter Rudolf Weber. Die medizinische Überwachung und Beratung erfolgt durch die Kur- und Fachärzte im Vita med Gesundheitszentrum. Außerdem ist ein Institut für Lebensstilmedizin unter der Leitung von Prim. Dr. Bernhard Zirm im Vita med Gesundheitszentrum angesiedelt.

Vita med Gesundheitszentrum
der Parktherme Bad Radkersburg
8490 Bad Radkersburg | Alfred Merlini-Allee 7
+43 3476/22 65
www.parktherme.at

Fotos: Parktherme Bad Radkersburg

 

Beitrag veröffentlicht am 7. März 2018.

Wieder fit durch Kur und Reha

Körperliche und geistige Beeinträchtigungen können im Rahmen einer Kur oder einer Rehabilitation behandelt werden.

Körperliche und geistige Beeinträchtigungen, die durch Unfälle, Erkrankungen, Abnützungen oder einen falschen Lebensstil entstanden sind, können im Rahmen einer Kur oder einer Rehabilitation behandelt werden. Vielen Patienten wird so ermöglicht, ihren Alltag wieder selbst zu meistern.

Auf den ersten Blick scheinen sich Kur und Rehabilitation, die sogenannte „Reha“, ziemlich ähnlich zu sein. Jedoch unterscheiden sich die beiden Leistungen der Sozialversicherungsanstalt in einem wichtigen Punkt: die Rehabilitation soll die Gesundheit des Patienten zB. nach einem Unfall, einem Spitalsaufenthalt oder einer Erkrankung wiederherstellen, also „reparieren“. Ziel der Kur ist es, den Gesundheitszustand zu erhalten bzw. Vorsorge zu treffen.

DIE KUR – AKTIVE GESUNDHEITSVORSORGE
Wenn Medikamente nicht mehr die gewünschte Wirkung zeigen oder Therapien nicht mehr weiterhelfen, beurteilt der Haus- oder Facharzt, ob ein Kuraufenthalt aus medizinischer Sicht notwendig ist. Die klassische Kur soll die Gesundheit erhalten bzw. festigen. Berufstätige bleiben so leistungsfähig, Pensionisten können durch einen Kuraufenthalt ihren Gesundheitszustand verbessern, stärken und einer späteren Pflegebedürftigkeit vorbeugen.

Therapiert werden zum Beispiel Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates, Erkrankungen der Atemwege, Stoffwechselerkrankungen, Hauterkrankungen oder Durchblutungsstörungen (die sogenannte periphere arterielle Verschlusskrankheit).

Historisches zu Kur und Reha

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Die Geschichte der Rehabilitation geht bis ins alte Ägypten zurück, wo bereits 3000 v. Christus die Rehabilitation nach Schlaganfällen bekannt ist. Besonders großer Bedarf für die Rehabilitation entstand nach dem Ersten Weltkrieg. Die verletzten Soldaten sollten durch diese gesundheitliche Versorgung wieder in der Lage sein, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Kurorte und Kuren waren schon im Mittelalter bekannt. In den heilenden Quellen erholten sich vor allem wohlhabende Bürger.

Rehabilitation: lat. „rehabilitatio“ = Wiederherstellung, Wiederbefähigung
Kur: lat. „cura“ = Sorge, Fürsorge

ANTRAG UND KOSTEN
Den Antrag auf ein Kurheilverfahren können alle pensionsversicherten Personen stellen. Der behandelnde Arzt begründet im Antrag, warum ein Kuraufenthalt notwendig ist und ist auf Wunsch auch beim Ausfüllen des Antrages gerne behilflich (siehe Infokasten „3 Schritte zur Kur“). Eingereicht wird der Antrag direkt vom Arzt oder vom Versicherten selbst beim Sozialversicherungsträger bzw. bei der Pensionsversicherungsanstalt.

Innerhalb von fünf Jahren können maximal zwei Kuraufenthalte genehmigt werden. Ob eine Kur auch bewilligt wird, entscheidet der Versicherungsträger. Da es sich dabei um eine freiwillige Leistung des Sozialversicherungsträgers handelt, besteht darauf kein Rechtsanspruch.
Gewährt werden kann entweder ein stationärer Aufenthalt in den Einrichtungen oder Vertragseinrichtungen des Versicherungsträgers. Dieser wird auch direkt mit dem Versicherungsträger verrechnet. Bei einem bewilligten Kurkostenzuschuss werden die Kosten vorerst von den Versicherten selbst getragen und nach der Kur rückverrechnet. Der Antrag wird von der Pensionsversicherungsanstalt und dem entsprechenden Krankenversicherungsträger geprüft.

Die Kurkosten übernimmt die Pensionsversicherungsanstalt. Ab einem monatlichen Bruttoeinkommen von mehr als 909,42 Euro ist seitens des Versicherten auch ein Selbstbehalt zu bezahlen. (siehe Infobox Selbstbehalt)

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KURAUFENTHALT
Wo der Kuraufenthalt stattfindet, entscheidet grundsätzlich der Sozialversicherungsträger, versucht aber, die Wünsche der Versicherten zu berücksichtigen.

Die Kureinrichtung muss einen Vertrag mit der Versicherungsanstalt haben und für die Therapie der Erkrankung geeignet sein. In Sonderfällen, zum Beispiel wenn es in Österreich keine entsprechende Kuranstalt und Therapiemöglichkeiten gibt, kann auch um einen Kuraufenthalt im Ausland angesucht werden. In der Regel dauert ein Kuraufenthalt 22 Tage und wird, falls notwendig und zielführend, auch verlängert. Für berufstätige Personen gilt eine bewilligte Kur als Krankenstand. Für die Dauer des Kuraufenthaltes besteht also ein Anspruch auf Entgeltfortzahlung. Sei es seitens des Arbeitgebers oder, wenn der Anspruch bereits ausgeschöpft ist, seitens der Krankenkasse in Form von Krankengeld.

Bei einigen schweren, akuten Krankheiten muss auf eine Kur verzichtet werden, wie zB bei schweren Einschränkungen der Funktion von Herz, Nieren, Lunge und Leber (Dialysepatienten), akuten Infektionskrankheiten (Hepatitits B), Erkrankungen, die im Krankenhaus behandelt werden müssen (Lungenentzündung), bei hoher Pflegebedürftigkeit und psychischen Störungen.

Die steirischen Kurorte

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Badekurorte: Bad Aussee, Bad Blumau, Bad Gams,
Bad Gleichenberg, Bad Mitterndorf, Bad Radkersburg, Bad Waltersdorf
Luftkurorte: Altaussee, Bad Aussee, Rohrbach an der Lafnitz, Fischbauch, Gröbming, Krakau, Murau, Ramsau am Dachstein, Grundlsee
Heilklimatische Kurorte: Aflenz, Bad Mitterndorf, Lassnitzhöhe, St. Radegund
Orte mit anerkannten natürlichen Heilvorkommen: Dürnstein – Therme Wildbad, Aqua Lux Therme Fohnsdorf, Therem Nova Köflach, Therme Loipersdorf

Quelle: Steiermark Tourismus

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3 Schritte zur Kur

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Stellen Sie den Kurantrag
Ihr Hausarzt oder Ihr Facharzt stellt die medizinische Notwendigkeit für die Kur fest und kann mit Ihnen gemeinsam den Kurantrag für ein Kurheilverfahren ausfüllen. Sie oder Ihr Hausarzt bzw. Facharzt können den Antrag direkt an den zuständigen Versicherungsträger schicken, oder reichen Sie ihn dort persönlich ein.

Warten Sie auf die Bewilligung des Versicherungsträgers
Wird Ihr Antrag genehmigt, erhalten Sie und die genehmigte Kuranstalt eine Bestätigung zur Kostenübernahme seitens des Versicherungsträgers sowie die Höhe des Selbstbehaltes.

Fixieren Sie den Termin für Ihren Kuraufenthalt
Die bewilligte Kuranstalt schickt Ihnen per Post den Terminvorschlag für Ihren Kuraufenthalt.

Selbstbehalt bei Kur und medizinischer Rehabilitation

Höhe der Zuzahlung:

monatliches Bruttoeinkommen Selbstbehalt pro Tag
mehr als 909,42 € bis 1.490,80€ € 8,20
mehr als 1.490,80€ bis 2.072,19€ € 14,05

Der Selbstbehalt entfällt für Personen,

  • deren monatliches Bruttoeinkommen unter 909,42 Euro liegt.
  • die eine Ausgleichzulage beziehen.
  • die wegen besonderer sozialer Schutzbedürftigkeit von der Rezeptgebühr befreit sind.

DIE REHABILITATION – ZURÜCK IN EIN UNBESCHWERTES LEBEN
Bei der Rehabilitation werden bereits bestehende Krankheiten gezielt mittels Therapien und geeigneter Maßnahmen behandelt. Der ursprüngliche Gesundheitszustand des Patienten nach einem Unfall oder einer körperlichen oder geistigen Erkrankung soll so gut wie möglich wiederhergestellt werden. Ziel ist, dass der Patient wieder an Lebensqualität gewinnt und wieder am gesellschaftlichen und beruflichen Leben teilhaben kann.

Man unterscheidet drei Bereiche: die medizinische, berufliche und soziale Rehabilitation.

Die medizinische Rehabilitation soll die Gesundheit durch medizinische Leistungen verbessern, zB durch Rehabilitationsaufenthalte oder Kostenübernahme von Prothesen. Vor allem nach langen Krankenhausaufenthalten kann so geholfen werden, wieder ein eigenständiges Leben zu führen. Bei der beruflichen Rehabilitation soll den Patienten ermöglich werden, wieder im eigenen oder in einem anderen Beruf Fuß zu fassen. Damit der Alltag nach einem Unfall oder einer Erkrankung wieder allein bewältigt werden kann, ist oft zusätzlich eine soziale Rehabilitation notwendig. Diese wird immer mit einer beruflichen oder medizinischen Rehabilitation verbunden. Die Patienten werden vor allem durch Kostenzuschüsse zB für notwendige Umbauten, technische und orthopädische Behelfe unterstützt.

Die häufigsten Gründe für eine „Reha“ sind Erkrankungen des Bewegungs- und Stützapparates, Herz-Kreislauferkrankungen, Funktionseinschränkungen und entzündliche Erkrankungen nach Unfällen, neurologische Erkrankungen in Folge einer Verletzung des Rückenmarks oder nach Operationen, Atemwegserkrankungen, Diabetes, Krebserkrankungen und psychische Störungen.

HINWEIS: Auf eine Kur besteht kein Rechtsanspruch!

ANTRAG UND KOSTEN
Eine medizinische Rehabilitation kann bewilligt werden, wenn Versicherte ohne diese Maßnahmen in absehbarer Zeit invalide, berufsunfähig oder erwerbsunfähig werden.
Beim Antrag auf Rehabilitation entscheidet der Arzt, bzw. das Krankenhaus, warum und in welcher Form eine Rehabilitation notwendig ist. Je nach Fall sind unterschiedliche Versicherungsträger (Pensions-, Unfall- oder Krankenversicherung) für Bewilligung zuständig. Der Arzt informiert darüber.
Bei der medizinischen Rehabilitation muss ab einem bestimmten Einkommen ein Selbstbehalt bezahlt werden.

HINWEIS: Bei Anträgen auf Frühpension wegen geminderter Erwerbsfähigkeit wird automatisch ein Antrag auf eine Rehabilitation gestellt.

REHABILITATIONSAUFENTHALT
Bei einem stationären Aufenthalt wird ein individueller Rehabilitationsplan erstellt, der auf die persönliche Situation und jeweiligen gesundheitlichen Probleme zugeschnitten ist. Der Aufenthalt dauert durchschnittlich 22 bis 29 Tage und kann verlängert werden. Zusätzlich wird im Rahmen der Reha auch die Psyche gestärkt, der Bedarf an Medikamenten reduziert, über Erkrankung und ihre Folgen informiert.

Die Therapien können auch ambulant in der Nähe des Wohnortes stattfinden. Diese Maßnahme kann alleine in Anspruch genommen werden oder an einen stationären Rehabilitationsaufenthalt anschließen. Der Erfolg der Reha und ein gesunder Lebensstil werden so gefestigt.

HINWEIS: Auf berufliche Rehabilitation besteht seit 1. Jänner 2017 ein Rechtsanspruch für Personen, die auf Grund ihres Gesundheitszustandes die Voraussetzungen für eine Invaliditäts-/Berufsunfähigkeitspension erfüllen bzw. in absehbarer Zeit erfüllen werden.

Quellen: www.pensionsversicherung.at, www.gesundheit.gv.at, Pensionsversicherungsanstalt, Arbeiterkammer Steiermark, Jentscha 1975, Dr. Beckmann Klinik, BMGF „Gesundheit und Krankheit der älteren Generation in Österreich – Endbericht“, Steiermärkische Gebietskrankenkasse

NACHGEFRAGT BEI

Mag. Gertrude Pucher
Landesstellendirektorin der PVA, Landesstelle Steiermark

Die PVA hat mit der „Gesundheitsvorsorge Aktiv“ ein neues medizinisches Modell geschaffen, welches die herkömmliche Kur auf neue Beine stellen soll. Was unterscheidet die „Gesundheitsvorsorge Aktiv“ von der klassischen Kur?
Bei diesem Modell geht es um Aktivität und Eigenverantwortung. Auf Grund der veränderten Lebensgewohnheiten — immer mehr Stress, immer weniger Bewegung — ist das ein entscheidender Punkt um möglichst lange fit zu bleiben. Sie zielt auf Personen mit Problemen am Stütz- und Bewegungsapparat ab. Auf die Themen Bewegung, Ernährung und mentale Gesundheit wird daher ein besonderes Augenmerk gelegt. Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit des Splittings, sodass Erwerbstätige nach einem zweiwöchigen Aufenthalt die letzte Woche erst später innerhalb von sechs Monaten absolvieren können. Das Modell wurde in den vergangenen Jahren erfolgreich getestet und wird nun grundlegend überarbeitet auf ganz Österreich, sowohl für Menschen die im Berufsleben stehen, als auch für PensionistInnen (mit Ausnahme des Splittings) ausgedehnt.

In welchen steirischen Kuranstalten wird die „Gesundheitsvorsorge Aktiv“ bereits angeboten?
Die Anzahl der verfügbaren Plätze wird nach Bedarf vergeben. Österreichweit kann die Gesundheitsvorsorge Aktiv in 45 Einrichtungen angeboten werden, in der Steiermark werden es zehn sein. Im Kurhaus Bad Gleichenberg und im Thermalhotel Fontana in Bad Radkersburg wird dies bereits jetzt angeboten.

Gibt es im Bereich der Rehabilitation Neuerungen?
Wie auch bei der Gesundheitsvorsorge, erarbeitet die PVA natürlich auch im Bereich der Rehabilitation ständig Neuerungen, um auf dem medizinisch aktuellen Stand zu bleiben. In der medizinisch-beruflichen Rehabilitation wurde der PV RehaJet (Rehabilitation für Job, Erwerbsfähigkeit und Teilhabe) von der PVA entwickelt. Hier geht es darum, individueller auf die Anforderungen der PatientInnen einzugehen, damit sie ihre berufliche Tätigkeit möglichst weiter ausüben können.

Fotos: Shutterstock

 

Beitrag veröffentlicht am 7. März 2018.