Zur Sorge Corona kam auch die Sorge Inflation. Mag. Doris Kampus (54), die Soziallandesrätin der Steiermark, hat besonders die Schwächsten in der Gesellschaft im Visier.
Die ältere Generation hat schon seit zwei Jahren mit der Corona-Pandemie zu kämpfen. Was macht das mit den Menschen?
DORIS KAMPUS: Was die sozialen und psychologischen Aspekte betrifft, machen mir zwei Gruppen besonders Sorge. Das sind die Kinder und die Jugendlichen und natürlich die älteren Menschen. Das sieht man auch in der Seniorenstudie von Abenteuer Alter, zu der ich nur gratulieren kann. Auch wenn diese Ergebnisse sich auf die Zeit vor der Pandemie beziehen, zeigen sie, wie groß das Thema Einsamkeit bei den Älteren ist. Ich freue mich, dass diese Studie zeigt, wie viele ältere Steirerinnen und Steirer sich wohlfühlen und dass es ihnen gut geht. Aber mein Job als Soziallandesrätin ist es, dort hinzuschauen, wo es nicht so gut läuft.
Glauben Sie, die Befragten stellen ihre Befindlichkeit besser dar als sie ist?
KAMPUS: Viele in dieser Generation geben nicht so gerne zu, dass es ihnen nicht so gut geht. Ich glaube, unsere gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe muss es sein, da hinzuschauen. Wenn man die Oma fragt, wie geht es dir, sagt sie: ‚Passt schon, passt schon‘. Das sagt sie sogar, wenn etwas nicht mehr passt. Ich glaube, diese Gruppe ist unter Corona eher größer geworden. Die Menschen haben sich ein Stück zurückgezogen. Das macht mir große Sorgen.
Braucht es vielleicht neue Wege, um in dieser Situation an die Seniorinnen und Senioren heranzukommen?
KAMPUS: Ich bin kein ausgesprochener Fan der neuen Medien, aber sie sind schon auch eine Chance, wie man noch teilhaben kann. In den Familien hat das geholfen, indem die Großeltern über Whatsapp trotz Lockdown etwas Verbindung mit den Enkeln hatten. Das macht viel aus, dass man auch die ältere Generation auf diese Weise einbindet. Auch die Seniorenverbände haben sich darauf eingestellt. Sie bieten jetzt Schulungen und Kurse an, damit sich diese Welt für alle öffnet. Wir beteiligen uns da durch die Finanzierung etwa des Seniorenbeirates oder von Computerkursen.
Zur Sorge wegen Corona ist für viele Menschen die Sorge um’s Geld gekommen, weil die Inflation so stark geworden ist wie seit vielen Jahren nicht mehr. Wie sehen Sie das?
KAMPUS: Die Teuerungswelle trifft die Älteren doppelt hart. Wir haben Zahlen dazu, die mich betroffen machen, weil die Teuerung vor allem die Gruppe 60+ sehr trifft. Wir haben zum Glück zwei Instrumente, mit denen wir das teurer gewordene Wohnen unterstützen, die Wohnunterstützung und der Heizkostenzuschuss. Bei der Wohnunterstützung sind mehr als die Hälfte der 8.000 Bezieher Pensionistinnen und Pensionisten. Das finde ich ganz schlimm. Beim Heizkostenzuschuss sind es mehr als zwei Drittel von fast 9.000. Wir haben den Heizkostenzuschuss von 120 auf 170 Euro erhöht, um dagegenzuhalten, aber da braucht es auch andere Bemühungen, zum Beispiel bei der Höhe der Pensionen.
Die Älteren wissen aus ihrem Leben, was Inflation ist, die jüngeren Generationen aber nicht. Hilft dieses Wissen etwas?
KAMPUS: Die, für die ich mich zuständig fühle, also MindestpensionistInnen oder BezieherInnen der Ausgleichzulage, sind ganz besonders betroffen. Wir brauchen im Sozialsystem mehrere Stellschrauben, einen Teil davon machen wir in der Steiermark mit diesen Hilfen beim Wohnen und Heizen und in anderen Bereichen. Wir brauchen aber auch eine Bundesregierung, die bei den Pensionen hinschaut. Und es ist verstörend, dass es noch immer und massiv zur Diskriminierung der Älteren kommt, nur auf Grund von Alter. Bei den Banken fragen sie, braucht man im Alter wirklich unbedingt einen Kredit? Aber auch in dieser Generation hat man zum Glück viele Wünsche, aber auch Notwendigkeiten. Man muss ein Bad umbauen oder andere altersgerechte Investitionen vornehmen. Was es im Bereich der Banken und Versicherungen immer noch an Altersdiskriminierung gibt, ist unglaublich.
Zu den Leistungen Ihres Ressorts gehört auch die Seniorenurlaubsaktion. Wie ist die unter Corona-Bedingungen gelaufen?
KAMPUS: Wie andere Entwicklungen. 2020 durften wir es gar nicht anbieten wegen der Corona-Lage. 2021 haben wir es wieder angeboten, aber die Nachfrage war schaumgebremst. Wir hätten mehr Plätze für diese Urlaube gehabt als in Anspruch genommen wurden. Ich schätze diese Möglichkeit sehr und treffe mich mit den Leuten und plaudere gern mit ihnen. Da gibt es teilweise Gruppen aus den Bezirken, wo man sich untereinander schon kennt. Ganz viele sind im Vorjahr aber nicht mitgefahren, weil sie sich nicht getraut haben. Für mich wäre es das Schlimmste, würde das so bleiben.
Die Seniorenstudie von Abenteuer Alter hat ergeben, dass viele dieser Altersgruppe noch arbeiten. Was halten Sie davon?
KAMPUS: Ich befürchte, diese Medaille hat zwei Seiten. Es gibt eine Gruppe, die das nicht ganz freiwillig macht, weil ihre Pension zu gering ist, um den Lebensstandard halbwegs zu halten. Das gefällt mir nicht, weil eigentlich sollten die Pensionen in Österreich für Menschen, die so lange gearbeitet haben, so sein, dass man gut davon leben kann. Natürlich kommt noch die Frauenproblematik dazu: Sie haben weniger Versicherungsjahre, die Kinder betreut, und oft nur halbtags gearbeitet. Die andere Seite der Medaille sagt: ‚Jetzt bin ich Anfang 60, eigentlich geht es mir super, aber ich würde gerne noch Anteil haben und ich mache nebenher noch was‘. Das finde ich super. Und dazu kommt, dass wir jetzt auf dem Arbeitsmarkt die Chance, ein besonderes Zeitfenster, haben. Bisher hat es immer mehr Angebot als Nachfrage gegeben und jetzt ist daserstmals anders. Die Betriebe suchen händeringend Leute und jetzt haben erstmals auch Menschen der Generation 50+ eine realistische Jobchance.
Der Pflegenotstand wegen des Personalmangels in Spitälern und Heimen ist ein großes Problem, das zum Teil auch in Ihre Zuständigkeit fällt. Was muss geschehen, dass die Pflege gerade für die Älteren nicht zusammenbricht?
KAMPUS: Gemeinsam mit meiner Kollegin Juliane Bogner-Strauß bringen wir da einiges weiter. Wir haben schon vor fünf Jahren eine Pflegestiftung ins Leben gerufen, die hat schon 1.500 Arbeitslose ausgebildet oder sie sind in Ausbildung. Der Bedarf steigt nicht nur wegen der demografischen Entwicklung, sondern zum Beispiel auch deshalb, weil viele Pflegende am Ende ihrer Kräfte sind und eine Auszeit brauchen.
Niko Swatek, Jungvater und Klubobmann der Neos im steirischen Landtag, im Interview über das Verhältnis zwischen den Generationen und das Geld im Börserl.
Sie sind mit Ihren 31 Jahren der bisher jüngste Interviewpartner von Abenteuer Alter. Macht Sie das eigentlich alt?
NIKOLAUS SWATEK: Ich glaube, man ist so alt wie man sich fühlt und ich fühle mich gerade richtig, um in der Politik anpacken und dort etwas umsetzen zu können.
Wie sehen Sie generell das Verhältnis zwischen Alt und Jung in unserer Gesellschaft?
SWATEK: Ich habe ein bisschen das Gefühl, dass die Generationen viel zu oft nebeneinander leben statt miteinander. Da kann die Politik noch mehr leisten, dass dieses Miteinander in der Gesellschaft wieder stärker im Vordergrund steht.
Was verstehen Sie unter ‚nebeneinander‘?
SWATEK: Naja, die Jungen reden über die Alten und die Alten über die Jungen. Man hört: Früher war alles besser. Ich glaube, man muss gemeinsam schauen, dass alle eine blühende Zukunft haben, egal, ob man jung oder alt ist, dass man sein Leben in jeder Generation so leben kann, wie man es leben möchte.
Erfahren sie als junger Vater familiären Kontakt mit ihren Eltern und Großeltern?
SWATEK: Ich habe leider keine Großeltern mehr, aber ich habe mit meinem Sohn das große Glück, dass ich Vater und Mutter habe und auch die Eltern meiner Lebensgefährtin, die uns zwischendurch Luft verschaffen, dass wir auch wieder etwas Zeit für uns haben.
Haben Sie eine Vorstellung davon, wie die Stimmung in der älteren Generation ist?
SWATEK: Da gibt es große Unterschiede, zum Beispiel zwischen meinem Vater und dem Vater meiner Lebensgefährtin. Jeder ist anders, aber am Schluss sind die menschlichen Bedürfnisse sehr ähnlich: Wir wollen Liebe genießen, menschliche Nähe spüren, unser Leben leben können und die Dinge machen, die uns Spaß machen. Durch Corona haben wir auch erlebt, dass Dinge, die uns selbstverständlich waren, nicht mehr ganz so möglich waren. Das hat Junge wie auch Alte betroffen.
Sie sprechen Corona an. Wenn wir uns die jüngere und die ältere Generation ansehen, kann man sagen, dass eine dieser beiden Gruppen stärker von der Pandemie betroffen war, dass sie mehr zu leiden hatte?
SWATEK: Ich würde Leid nie gegeneinander ausspielen. Junge Menschen waren im Distance Learning und viele hatten mit psychischen Problemen zu kämpfen. Wir haben sogar eine sehr hohe Rate an Jugendlichen mit Suizidgedanken, da müssen wir hinschauen. Auf der anderen Seite haben wir bei älteren Personen denselben Effekt. Wir haben Menschen in Pflegeheimen, die keinen Besuch empfangen durften und auch vereinsamt sind. Das hat auch dort Schäden angerichtet, die unsere Gesellschaft in Zukunft nicht mehr zulassen sollte.
Ist das ein Versagen der Generation dazwischen, zwischen den Jungen und den Alten?
SWATEK: Es war in meinen Augen eher ein Politikversagen, weil man auf gewisse Gruppen zu spät geblickt hat oder weil man bei den Maßnahmen nicht an die Folgen für bestimmte Gruppen gedacht hat.
Ist Politikversagen nicht ein leeres Schlagwort? Haben nicht doch die Menschen versagt?
SWATEK: Naja, die Menschen machen Politik.
Wenn wir in Schulen oder Altersheime sehen, da gehen ja Menschen hinein und nicht Politiker.
SWATEK: Ja, aber die Menschen konnten nicht hineingehen, weil die Politik gesagt hat, die Tore sind zu. Wir wissen, dass Vereinsamung ein Element ist, das dazu führen kann, dass die Menschen auch in den letzten Jahren den Willen verlieren, sich noch einmal aufzurichten.
Neben der Herausforderung Corona hat uns auch die Herausforderung Inflation getroffen. So eine Geldentwertung hat die jüngere Generation noch nie erlebt, viele Ältere aber schon wiederholt. Was fällt den Neos zu diesem wichtigen Thema ein?
SWATEK: Wir müssen schauen, dass den Menschen mehr Geld im Geldbörserl bleibt. Mit den steigenden Preisen steigen ja auch die Steuereinnahmen und wir müssen festhalten, dass Österreich trotz Coronakrise Rekordeinnahmen hatte. Wir sehen, dass 40 Prozent des Strompreises Steuern und Abgaben sind. Dieses Geld müssen wir den Menschen zurückgegeben, damit sie wieder Spielräume haben.
Wie schwer es ist, mit seinem Geld hauszuhalten, zeigt eine Studie der Neos, in der sich die jungen Menschen beklagen, sie könnten heutzutage keine Vermögen mehr aufbauen. Frühere Generationen haben in viel schlechteren Zeiten aber sehr wohl Vermögen geschaffen. Haben die Jüngeren heute vielleicht zu hohe Konsumausgaben?
SWATEK: Auf keinen Fall, darum geht es nicht. Das Problem gerade für die Jüngeren ist, dass die Löhne nicht adäquat steigen. Deshalb haben junge Menschen oft nicht den Spielraum, sich eine Wohnung oder ein Haus leisten zu können.
Sie sagen, die Löhne steigen nicht genug. Wer sollte denn für bessere Einkommen sorgen?
SWATEK: Naja, wir alle.
Wir alle, das ist zum Beispiel der Staat …
SWATEK: Der Staat ist nicht immer die Lösung, sondern oft das Problem. Wenn der Staat uns weniger belasten würde, weniger Lohnnebenkosten fordern würde, hätte die Wirtschaft mehr Spielräume und wir hätten weniger Arbeitslose. In der Coronakrise haben wir gesehen, dass wir den Staat fit machen müssen, damit wir als Gesellschaft vor Krisen besser geschützt sind.
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Diesmal im Test: Das FLYER City eBike Upstreet5 7.10
Zugegeben: Ganz günstig sind sie nicht. Aber die Räder der Schweizer Marke Flyer gehören zu den besten E-Bikes, die aktuell auf dem Markt sind. Eine Empfehlung von Gerhard Bauer, Inhaber von Bauer’s E-Bike.
Die Schweiz steht für Präzision. Das Schweizer Messer, die Schweizer Uhr und auch die Schokolade, deren Herstellungsprozess erst die Schweizer so hinbekommen haben, dass die Süßigkeit gut schmeckt. Mit dem E-Bike Flyer Upstreet aus Huttwil im Kanton Bern wurde ein Elektrorad geschaffen, durchdacht „von vorne bis hinten“. Die Biketester sind sich einig: Ein klares „Sehr gut“ für dieses hochwertige und wartungsarme E-Bike für die Stadt und für Tagestouren.
ROBUST UND SICHER
Hergestellt ist das Premium-E-Bike mit 28 Zoll aus robustem Aluminium, es ist in verschiedenen Rahmengrößen und Farben erhältlich. Das Modell bietet einen Flacheinstieg und ist deshalb für ältere Menschen bestens geeignet. Die Robustheit macht das Bike auch für schwerere Radfahrer bis 150 Kilo interessant.
LEISTUNGSSTARK
Beim Motor handelt es sich um einen Panasonic GX Ultimate mit 90 Nm und teilintegriertem 750 Wh-Fly-er-SIB-Akku und bringt eine Kraftunterstützung bis 25 km/h. Der Motor gewährleistet einen kraftvollen Schub, mit dem sogar steilere Auffahrten möglich sind. Der Akku ist leistungsstark und reicht lange, die SR-Suntour Federgabel garantiert ein weiches Fahren auch auf holprigem Untergrund.
EINFACH ZU HANDHABEN
Die Panasonic-Bedieneinheit befindet sich am linken Lenkergriff, wo aus vier Unterstützungs- und Automatikstufen gewählt werden kann. Jedes E-Bike hat natürlich eine 6-km/h-Schiebehilfe.
SICHERHEIT GEHT VOR
Die lichtstarke LED-Beleuchtung (Busch&Müller) sorgt für beste Sicht und gute Ausleuchtung. Gegen Diebstahl schützt das integrierte ABUSRahmenschloss.
PREIS
Mit einem Preis von rund 4.500 Euro ist es zwar nicht ganz günstig, doch langfristig zahlt es sich aus: Das EBike ist einfach und komfortabel zu handhaben und so konzipiert, dass es lange hält. Gerhard Bauer sagt dazu: „Wir sind das größte E-Bike-Center Österreichs. Durch unsere langjährige Erfahrung können wir passgenau empfehlen, welches E Bike für welche Person geeignet ist. Und weil es nicht nur um das Fahren geht, sondern auch um Service, Wartung und Reparaturen, sind wir auch in der Lage, die Kosten gut einzuschätzen, die über die Lebenszeit eines Rades anfallen.
Und hier gibt es eine klare Empfehlung: Billig ist meist teuer.
Alles über die weltweit erste große und erfolgreiche Humanstudie zum Thema Spermidin
Die Studie wurde vom Studiengang Biomedizinische Analytik an der FH Wr. Neustadt unter der Leitung von Dr. Thomas Pekar, MA und auf Initiative von Univ. Prof. Dr. med. Reinhart Jarisch vom Floridsdorfer Allergiezentrum (FAZ) in Wien durchgeführt.
Gegenstand der Studie ist der Einfluss von Spermidin auf die Gedächtnisleistung und die kognitiven Fähigkeiten der Probandinnen und Probanden.
Ort: Steiermark, in 5 Seniorenheimen der steirischen GEPFLEGT WOHNEN Gruppe. Testpersonen: 85 Seniorinnen und Senioren (Durchschnittsalter 83,1 Jahre) mit leichter oder mittelschwerer Demenz. Dauer: 3 Monate.
Ein Teil der ProbandInnen bekam Gebäck mit verschieden hohem Spermidingehalt zum Frühstück.
Gruppe A: Kornbrötchen mit Weizenkeimzusatz (Weizenkeime sind das Nahrungsmittel mit dem höchsten Spermidingehalt: 24,3 mg/100g).
Spermidingehalt der Kornbrötchen: 3,3 mg.
Steigerung der täglichen Spermidinzufuhr um 35%
Gruppe B: Kornbrötchen mit Weizenkleiezusatz.
Spermidingehalt der Kornbrötchen: 1,9 mg.
Steigerung der täglichen Spermidinzufuhr um 20%
Zur Placebokontrolle bekam eine Kontrollgruppe klassisches Brot und Semmeln ohne zugeführtem Spermidin zu essen.
Anhand des „CERAD-Plus-Test“ wurden im Laufe der Studie verschiedenste kognitive Fähigkeiten der ProbandInnen getestet. Insgesamt wurden den Testpersonen außerdem viermal Blut abgenommmen, um die Spermidinkonzentration im Blut zu bestimmen.
Anhand der Studie ist zu erkennen, dass es einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Spermidinkonzentration im Blut und der Gedächtnisleistung der ProbandInnen gibt. Bereits nach einem Monat war eine Plateaubildung bei Gruppe A mit höherer Spermidinzufuhr zu erkennen, während die Werte bei Gruppe B gleichblieben.
Ergebnis
Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass es nach 3 Monaten bei den ProbandInnen mit erhöhter Spermidin-Konzentration im Blut zu verbesserten kognitiven Gedächtnisleistungen im vergleich zur Placebo-Gruppe kam.
Bei 42% der spermidinreich Frühstückenden kam es zu signifikanten Verbesserungen der Gedächtnisleistungen.
Bei 28% der spermidinreich Frühstückenden blieb die Gedächtnisleistung gleich.
Bei 30% der spermidinreich Frühstückenden kam es durch natürliche Umstände und fortschreitende Demenz zu Verschlechterungen der Gedächtnisleistung.
Generell gilt, dass eine stetige Verschlechterung der Gedächtnisleistung zum normalen Krankheitsverlauf von Demenz gehört, weshalb ein Gleichbleiben der kognitiven Fähigkeiten bzw. sogar eine Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten als großer Erfolg gewertet werden darf.
Die Fachinstitute des Hörakustikers Neuroth bleiben auch im zweiten Lockdown geöffnet, um für Menschen mit Hörminderung weiterhin da zu sein. Hörakustiker zählen zu den „systemrelevanten Bereichen“, wie die Bundesregierung in ihrer neuesten Verordnung klarstellt. Für bestmögliche Sicherheit in den Fachinstituten sorgt ein umfassendes Schutz- und Hygienekonzept. Um eine telefonische Terminvereinbarung wird gebeten.
Um Menschen mit Hörminderung auch im zweiten Lockdown versorgen zu können, bleiben die Fachinstitute des führenden österreichischen Hörakustikers Neuroth ab Dienstag weiterhin geöffnet. „Hören ist ein Grundbedürfnis. Umso wichtiger ist es uns als Gesundheitsdienstleister, die Hörversorgung auch in dieser besonderen Situation weiterhin sicherzustellen. Wir sind weiterhin für alle da, die uns brauchen“, sagt Hörakustikexperte Lukas Schinko, CEO von Neuroth.
Auf Basis des ersten Verordnungsentwurfes der Regierung hatte es zuletzt Verwirrung darüber gegeben, ob Hörakustikfachgeschäfte schließen müssen oder nicht. Nun wurde klargestellt, dass Hörakustiker und deren Dienstleistungen – wie auch im Frühjahr – zu den systemrelevanten Bereichen zählen, „die für die Versorgung mit Grundgütern und für Verrichtungen des täglichen Lebens essenziell sind.“ (Verkauf von Medizinprodukten)
Schutz- und Hygienekonzept: Termine nur nach Voranmeldung
Neben wichtigen Hörgeräte-Services (Batterienversorgung, Reparaturen, etc.) sind auch weiterhin Termine (z.B. für Hörgeräteanpassungen) möglich – allerdings nur nach Voranmeldung unter der Tel. 00800 8001 8001. „Für eine sichere Hörversorgung und bestmöglichen Schutz in unseren Fachinstituten sorgt unser eigenes umfassendes Schutz- und Hygienekonzept, das sich schon in den vergangenen Monaten bewährt hat“, sagt Schinko. Dieses wurde gemeinsam mit erfahrenen Medizinern und Gesundheitsexperten, wie z.B. dem Infektionsspezialisten Bernhard Haas, entwickelt.
Alle aktuelle Öffnungszeiten der Fachinstitute in ganz Österreich sind unter www.neuroth.com zu finden. Alternativ gibt es auch einen Online-Shop an, über den Hörgeräteträger einfach von zuhause aus Hörgeräte-Batterien, Pflegeprodukte und Zubehör bestellen können.
Hören während der Krise
„Bereits der erste Lockdown hat gezeigt, wie wichtig es ist, gut hören und vor allem verstehen zu können – noch mehr, wenn man aufs Telefon, TV und Radio besonders angewiesen ist“, sagt Schinko. Das belegt auch eine repräsentative österreichweite Umfrage, die Neuroth in Auftrag gegeben hat: Rund jeder Neunte bemerkte während der Corona-Zeit Probleme beim Hören und Verstehen – vor allem Über-65-Jährige. Jeder Siebente stellte bei Angehörigen (z.B. beim Telefonieren) Schwierigkeiten fest. Bei jedem zweiten ist das Hörbewusstsein in Zeiten von Social Distancing erheblich gestiegen.
Services für Hörgeräte-Träger:
– Alle aktuellen Öffnungszeiten der Neuroth-Fachinstitute unter:www.neuroth.com/standorte – Termine nur nach Voranmeldung
– Online-Shop für Hörgeräte-Batterien & Co.:https://shop.neuroth.com (versandkostenfrei)
– Alles zum Schutz- und Hygienekonzept:www.neuroth.com/hygiene
– Allgemeine Fragen: Tel.: 00800 8001 8001 (kostenlos; Mo.-Fr.: 7-19 Uhr; Sa: 8-12 Uhr)
Demenz ist eine Krankheit, über die viel mehr gesprochen werden sollte, sagen Claudia Knopper von der Selbsthilfegruppe Alzheimer (Salz), Heidi Fackler, Fachbereichsleiterin Hilfe und Pflege daheim im Hilfswerk und der Diplomkrankenpfleger Jürgen Gabler. Ein Gespräch über die Krankheit mit den vielen Gesichtern.
Demenz ist eine Krankheit mit vielen Gesichtern.Was bedeutet Demenz für Sie?
Claudia Knopper: Ich werde nie vergessen, wie ein Arzt zu uns gesagt hat (Knoppers Vater hatte Demenz, Anm.): „Wenigstens hat er keine Schmerzen.“ Daran denke ich oft, speziell, als eine Freundin ihre Mutter unter Schmerzen an Krebs verloren hat. Wenn man lernt, mit Demenz umzugehen, die eigene Trauer wahrzunehmen, und wenn man Werkzeuge findet, wie man die Betreuung managt, verliert Demenz an Schrecken.
Heidi Fackler: Durch die Brille der Mobilen Dienste zeigt sich für mich Demenz als Krankheit, bei der man unterstützt, damit die Patienten so lange wie möglich daheimbleiben und selbstständig leben können. Das ist mit einem funktionierenden Angehörigennetz recht lange möglich. Das braucht aber Struktur, damit sich die demenzkranke Person zurechtfinden kann. Man muss sich mit der Krankheit auseinandersetzen, das ist das oberste Ziel.
Jürgen Gabler: Vom Beruf des Krankenpflegers bedeutet Demenz für mich, die Patienten mit ihrer Krankheit so anzunehmen, wie sie sind, mit allen Verlusten, Defiziten und Leiden. Unsere Gesellschaft neigt vielleicht dazu, die Augen vor Krankheit und Leid zu verschließen, wir möchten mehr das Gute, Gesunde und Schöne sehen. In der Arbeit mit Menschen mit Demenz lerne ich auch mich selbst besser kennen, meine Grenzen wahrzunehmen und lerne von dem vergangenen Leben der PatientInnen, wenn sie ihre Erlebnisse erzählen. Demenz kann aber auch Positives hervorbringen: Man kann seine eigenen Stärken und Talente immer wieder gut einbringen. Man wird vielleicht auch dankbarer, dass man gesund ist.
Was macht die Krankheit mit den Angehörigen?
Knopper: Die Krankheit ist individuell. Oft darf das Wort „Alzheimer“ nicht einmal in den Mund genommen werden, das muss man respektieren. Es braucht auch richtiges Handeln: Viele fangen an, über den anwesenden Betroffenen in der dritten Person zu sprechen, als würde er nichts mitbekommen. Das geht gar nicht! Wenn der Betroffene etwas „anstellt“, hilft keine Standpauke, im Gegenteil: Das erhöht nur den Stresspegel und er hat weniger Kapazitäten frei, um sich zu koordinieren. Ein Beispiel: Wenn eine Orange am Tisch steht, der Patient sagt: „Gib mir den Apfel“, ist es nicht zielführend, ihn über den „Irrtum“ aufzuklären. Besser wäre, ihm die Orange zu geben und zu sagen: „Da ist die Orange.“
Fackler: Wir als Mobiler Dienst schauen uns die Haushalte mitsamt dem Netzwerk an: Sind Angehörige oder Nachbarn involviert, wie schaut es mit der Körperpflege aus, wer bereitet die Mahlzeiten zu? Wie kann man unterstützen, braucht es Essen auf Rädern? Wir schauen uns die Tagesgestaltung an und binden andere Berufsgruppen ein.
Wann ist die Betreuung daheim nicht mehr möglich?
Fackler: Das hängt vom Stadium der Krankheit ab und davon, ob es Angehörige gibt, die betreuen. Wir haben in der Mobilen Pflege Kunden mit hochgradiger Demenz, die einen strukturierten Tagesablauf und pflegende Angehörige haben, die lange daheim bleiben konnten. Es braucht eine gute Vernetzung mit dem Hausarzt und Aktivierungsmaßnahmen, etwa Motoriktraining, Gedächtnisübungen, gemeinsames Singen, Rätsellösen.Wir schauen, was davon in Gemeinden und in der Umgebung angeboten wird und wie es genutzt werden kann und helfen, einen Tagesablauf zu planen, der für die Person passt. Dazu braucht es Empathie und Vertrauen, damit der Demenzkranke das auch annimmt. Immerhin kommt dann ja täglich eine fremde Person ins Haus.
Knopper: 80 Prozent aller Demenzkranken werden von Angehörigen gepflegt. Das ist kostenintensiv. Wie momentan die Tagessätze in den Tagesbetreuungsstätten in Graz bei einer Pension von 2.500 Euro sind, gehen wir rein rechnerisch von 3.500 Euro aus. Es gibt leider kein 5-Tages-Betreuungsangebot. Wenn man nur an zehn Tagen für je vier Stunden eine Alltagsbetreuung braucht, sind das im Monat 400 Euro. Dazu kommt oft eine Putzfrau, Essen auf Rädern, Medikamente, Inkontinenzprodukte und so weiter. Die Öffentliche Hand zahlt aber nur das Pflegegeld. Es gibt kaum Konzepte, die helfen, dass der Verbleib im häuslichen Bereich ohne die Betreuung durch Angehörige möglich ist. Die Verantwortlichen verlassen sich schon darauf, dass Angehörige pflegen. Wir brauchen mehr Angebote für stundenweise Betreuung zu einem Preis, den man sich leisten kann.
Gabler: Die stationäre Langzeitpflege gerade im Demenzbereich ist unbedingt notwendig. Es ist oft nicht möglich, auch wenn man möchte, seine Angehörigen zu Hause weiterhin zu versorgen. Psychische und verhaltensbezogene Symptome wie Apathie, Aggression, Wandern, Unruhe, Essstörung, Agitation machen es oft nicht möglich zu Hause zu betreuen. Auch weil zu Hause oft keiner mehr da ist, der diesen oft Full-time-Job übernehmen kann.
Knopper: Mobile Dienste mit Alltagsbetreuung ist schon ein guter Schritt, nur ist das derweil noch an einen Anbieter gekoppelt, das heißt, niemand anderer darf dazu Dienste anbieten. Das ist eine Fehlentwicklung. Politisch ist da einiges falsch gelaufen. Die Tagessätze in der Tagesbetreuung wurden zudem empfindlich erhöht, es gibt gerade eine Tendenz Richtung Unterbringung im Pflegeheim. Wir reden immer von Menschen im mittleren und schweren Stadium, aber die im leichten ignorieren wir komplett, für die gibt es kein Angebot, keine Beratungen. Viele können lange Zeit für sich sprechen, brauchen aber persönliche Assistenzen, etwa um von A nach B zu kommen.
Wie werden sich die Krankheitszahlen entwickeln?
Knopper: Wir haben heute 130.000 bis 150.000 Demenzkranke in Österreich – das ist aber nur die Dunkelziffer -, bis 2050 wird sich die Zahl verdoppeln. 2000 kam auf 60 Erwerbstätige ein Demenzkranker, 2050 wird ein Demenzkranker auf 15 Erwerbstätige fallen.
Gabler: Die Menschen werden heute, dank der verbesserten medizinischen Versorgung, immer älter. Damit steigt aber leider auch die Anzahl derjenigen, welche an einer Demenz erkranken. Man weiß auch, dass in naher Zukunft die Babyboomer in ein Alter kommen, in dem sie Pflege und Betreuung benötigen werden. Es wird bei aller Voraussicht schwierig werden, ausreichend gut qualifizierte Pflegepersonen zu bekommen.
Heidi Fackler, Jürgen Gabler & Claudia Knopper (v.l.n.r.)
Das sind ja düstere Aussichten. Wer pflegt aktuell?
Fackler: Nur sechs Prozent aller Pflegegeldbezieher haben eine 24-Stunden-Betreuung, 38 Prozent werden von Angehörigen gepflegt und betreut, 33 Prozent von Mobilen Diensten, 21 Prozent sind in einer stationären Einrichtung.
Gabler: Bevor die Patientinnen und Patienten zu uns in die GGZ kommen, werden sie in der Regel schon lange zu Hause betreut. Die Pflegeheime und Krankenhäuser könnten unmöglich alle pflegeabhängigen Menschen versorgen. Ich finde man sollte den Angehörigen mehr Dankbarkeit entgegenbringen und es nicht als Selbstverständlichkeit abtun.
Knopper: Ein Ortswechsel ist für den Betroffenen immer ein Schock, den man vermeiden sollte. Ich habe einen Fall, wo die Tochter mit 50 Jahren an Demenz erkrankt ist und die Mutter mit 82 die Betreuung übernimmt. Hier wird sich die Frage stellen, wie lange sie das noch schafft. Oft stehen Männer an, weil der Haushalt immer von der Frau geführt wurde und sie beispielsweise erst das Kochen erlernen müssen. Oder Frauen, die ihre erkrankten Männer nicht aufheben können. Hier fehlt es an Kreativpotenzial, das müsste man anders lösen können.
Wie könnte das aussehen?
Knopper: Man muss den Markt aufmachen. Wir reden immer über Pflege, dabei braucht es oftmals nur eine Betreuung. Es braucht mehr Kooperationen und Zusammenarbeit. Helfen würden ein Bezugsbetreuer, der den Überblick über die Situation behält und bei Bedarf die erforderlichen Interventionen setzt, ein Behandlungsplan, in den alle eingebunden sind, und vor allem Ärzte, die die Betroffenen nichtmit dem Rat „gehen’s noch ein bisserl garteln“ heimschicken. Es bräuchte jemanden, der mit dem Haushalt Kontakt hält, der sich in bestimmten Intervallen die Situation ansieht und benötigte Dienste ins Haus bringt sowie die geistige Fitness überprüft. Aktuell sind Betroffene auf sich gestellt.
Gabler: Man muss die Angehörigen lange vor der Heim-
unterbringung erreichen und ihnen zur Seite stehen. Sie brauchen zum einen ein inhaltlich-fachliches Know-how über die Erkrankung selbst, deren Verlauf, über geeignete Hilfsangebote und auch sehr wichtig über die eigene Selbstfürsorge. Zum anderen benötigen sie praktische Tipps, wie man mit Beschuldigungen der Patienten umgeht oder wie sie es schaffen, dass ihr Angehöriger sich einfach wäscht und anzieht, obwohl er es nicht will. Wir sprechen hier in den GGZ von der „abgestuften Demenzversorgung“, beginnend mit der Diagnose bis hin zur vollständigen stationären Aufnahme.
Knopper: Mehr Öffentlichkeit und Bewusstsein braucht es auf jeden Fall, denn die Betroffenen wollen ja auch einkaufen gehen und Eis essen. Und ja, sie machen schräge Dinge. Meine Vision wäre, dass Menschen mehr über die Krankheit wüssten, um die Betroffenen und die Angehörigen besser unterstützen zu können. Die Kassiererin im Supermarkt muss wissen, wie sie richtig reagiert, wenn ein demenzkranker Mensch vor der Kasse die Ware vom Fließband wieder in den Wagen zurücklegt, die Polizei muss wissen, wie sie mit einem Betroffenen umgeht, der vom Heim ausgebüchst ist. Wenn die sagen: „Polizei! Kommen Sie mit!“, wird das nicht funktionieren.
Wie merkt man beginnende Demenz?
Knopper: Das Vergessen ist es jedenfalls nicht. Es sind eher Verhaltensauffälligkeiten oder wenn der Betroffene komplett uneinsichtig ist. Die meisten merken es, wenn Dinge passieren, die man nicht einordnen kann, wenn die Handlungen irrational werden.
Fackler: Oft beginnen Betroffene, ihre Angehörigen zu beschuldigen, etwas gestohlen zu haben, was man selbst verlegt hat.
Gabler: Was nichts anderes heißt als: Mir fehlt etwas, vielleicht braucht der Erkrankte gar nicht unbedingt und sofort das längst verlorene Geldbörserl oder den Schlüssel von früher, sondern etwas ganz anderes wie Zuwendung und jemanden, der ihm zuhört und ihn so annimmt wie er jetzt ist. In diesem Moment braucht es eine einfühlsame Kommunikation und keinen Gegenangriff.
Fackler: Angehörige haben oft Wissenslücken, obwohl so viel zum Thema angeboten wird. Ich habe den Eindruck, dass sich die meisten erst mit Demenz beschäftigen, wenn es aktuell ist.
Gabler: Zu unserer Angehörigenschulung in das Albert Schweitzer Trainingszentrum kommen immer mehr junge Menschen, die sich informieren wollen, was zu tun ist, weil die Oma oder der Nachbar in letzter Zeit „so anders“ ist. In den Schulungen zeigt sich auch, wie stark belastet Angehörige sind. Viele Herausforderungen in der Pflegepraxis lassen sich durch konkrete Tipps von uns Vortragenden und von den anderen Angehörigen gut lösen.
Knopper: Es braucht ein Demenzteam, ähnlich dem Palliativteam, bei dem man anrufen kann, wenn man Hilfe braucht. Was ist, wenn mit der pflegenden Person etwas passiert? Früher hat es dafür Gemeindekrankenschwestern gegeben, die sind ja zum Glück wieder im Gespräch. Es braucht unbedingt eine rasche Unterstützung bei der Betreuung und Pflege.
Welche Forderungen hätten Sie?
Knopper: Es braucht gut ausgebildete Ärzte und Pflegepersonal, Hausärzte, die einem Behandlungsplan bei Verdacht auf eine dementielle Erkrankung folgen. Es braucht Behandlungspläne ab der Diagnose: Wie geht es weiter, welche Institutionen können helfen und wie? Es braucht stundenweise Betreuung in Form von persönlicher Assistenz mit Bezug zur Familie, den der Betroffene noch selbst anfordern kann. Und es braucht eine getrennte Betrachtung von Betreuung und Pflege.
Fackler: Es braucht mehr finanzierbare Dienstleistungen für Menschen mit Demenz, die daheim bleiben wollen. Die Hauskrankenpflege alleine reicht manchmal nicht aus, um demenzkranke Menschen zu Hause umfassend betreuen zu können.
Gabler: Ich bin skeptisch, dass wir die kommenden Herausforderungen im Gesundheitssystem gut stemmen werden können. Es braucht einen Wandel im miteinander. Wir Menschen müssen wieder mehr aufeinander zugehen und gemeinschaftlich versuchen, die Herausforderung Demenz und Pflege zu lösen. Bezahlung von Angehörigen könnte ein guter Punkt sein, Pflegepersonen aus dem Ausland sind glaube ich unerlässlich, wobei auf die Ausbildung viel Wert gelegt werden sollte. Aber ich denke, es wird sehr schwierig werden.
Wollen wir dieses Thema etwas heiterer beenden.Was bedeutet Humor in der Zusammenarbeit mitDemenzkranken?
Gabler: In den zehn Jahren, die ich auf unserer Memory Klinik arbeite, habe ich viele humorvolle Geschichten erlebt. Humor ist auch sehr individuell, auf jeden Fall macht es den Pflegealltag schöner und bunter, gerade wenn der Humor zur Freude erhoben wird.
Fackler: Humor macht’s im Alltag leichter. Aber das ist eine Sache des Gespürs. Mit Humor findet man leichter Zugang zu Menschen.
Knopper: Humor holt oftmals Druck aus der Situation. Wenn ich meinem Gegenüber mit einem breiten Lächeln begegne, lacht es zurück.
Demenz – so sieht es aus
In den kommenden Jahren wird sich laut Weltgesundheitsorganisation WHO die Zahl der Demenzkranken deutlich erhöhen, bis 2030 von derzeit 50 auf bis zu 82 Millionen, bis 2050 mit weltweit 152 Millionen Betroffenen. Vor dem 65. Lebensjahr sind nur wenige Menschen betroffen, unter den 85- bis 89-Jährigen leidet rund jeder Vierte an Demenz.
Was die WHO empfiehlt
Wer sich mehr bewegt und mit dem Rauchen aufhört, kann auch einer Demenz-Erkrankung vorbeugen, heißt es seitens der WHO. Übergewicht, Diabetes und Blut-
hochdruck erhöhen ebenfalls das Demenz-Risiko. Empfohlen wird ein aktiver Lebensstil, verbunden mit der Erhaltung der geistigen Fitness. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass körperlich aktive Menschen seltener an Demenz oder Alzheimer erkranken.
Hier gibt’s Informationenund Beratung
Einen breiten Überblick über das Thema Demenz bietet das Demenzportal: von Warnsymptomen, Prävention, Risikofaktoren, Früherkennung und Diagnose, Krankheitsverlauf, Behandlung, Forschung, über die Bewältigung des Alltags, Informationen für Angehörige bis hin zu den Themen Recht und Betreuung.
Für die Steiermark bietet die Selbsthilfegruppe Alzheimer (Salz) wertvolle Informationen und Beratungen. Auf der Homepage wird zudem auf Vorträge, Veranstaltungen und Sprechtage in Graz und anderen Städten in der Steiermark hingewiesen. Gegründet wurde der Verein „Salz – Steirisch Alzheimerhilfe“ von vier Frauen, darunter auch die im Talk vertretene Claudia Knopper, die aus eigener Erfahrung wissen, was es bedeutet, wenn ein Angehöriger an Demenz erkrankt und welche Hilfestellungen es braucht.
Rund 200 Mitglieder aus dem wissenschaftlichen Bereich sind in der Österreichischen Alzheimer Gesellschaft (ÖAG) zusammengeschlossen. Ihr Ziel ist es, die Grundlagenforschung und angewandte Forschung voranzutreiben, aber auch Betroffene und Angehörige zu informieren:
Sie haben nicht mehr so viel Appetit wie früher? Das Kauen bereitet Ihnen Mühe? Sie meiden bestimmte Lebensmittel? Menschen, denen das Essen auf Grund von Alter oder Krankheit schwerfällt, sollten besonders sorgfältig aufbedarfsgerechte Ernährung achten.
Kann der Nährstoffbedarf nicht mehr über die alltägliche Nahrung gedeckt werden, lässt sich die Versorgungslücke mit Hilfe von „bilanzierten Diäten“ aus der Apotheke schließen. Der Körper funktioniert ähnlich wie ein Verbrennungsmotor: Er benötigt Treibstoff, um in Bewegung zu bleiben. Für Menschen bedeutet das ausreichend Nahrung und Flüssigkeit. Nun sollte man meinen, dass in unserer Überflussgesellschaft eher zu viel als zu wenig davon verfügbar ist. Das mag zwar in Summe stimmen, aber nicht im Detail. Denn es gibt Menschen, die über einen längeren Zeitraum hinweg nicht ihrem Bedarf entsprechend Nährstoffe zuführen: Sie leiden unter Mangelernährung.
Wird der tägliche Kalorienbedarf langfristig nicht gedeckt, nimmt man ungewollt ab – das ist augenscheinlich und fällt dem Umfeld meist auf. Weniger offensichtlich, aber genauso folgenreich ist ein Mangel an speziellen Nährstoffen wie Eiweiß, Vitaminen, Mineralstoffen oder Spurenelementen.
Die Gründe dafür sind vielfältig – Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Störungen im Verdauungsapparat können genauso Ursache sein wie schwere Erkrankungen, Chemo- oder Strahlentherapien. Besonders bei betagten Menschen ist es oft schwierig, den Energie-, Eiweiß- und Flüssigkeitsbedarf durch herkömmliche Mahlzeiten zu decken, häufig aufgrund altersbedingtem Appetitverlust, Kau- oder Schluckstörungen. Unabhängig von den Ursachen schleicht sich ein Ernährungsproblem häufig über einen längeren Zeitraum ein. Steuert man einer Mangelernährung jedoch nicht aktiv entgegen, drohen schwerwiegende Konsequenzen: Die Immunabwehr wird spürbar beeinträchtigt, die Muskelmasse schrumpft, die kognitiven Fähigkeiten nehmen ab und die Lebensqualität schwindet. Es fehlt an Energie und Kraft, man fühlt sich müde und antriebslos. Was früher leicht von der Hand ging, kann plötzlich nur noch unter großer Anstrengung erledigt werden.
Gut versorgt und gestärkt in den Alltag
Wieviel Energie bzw. Eiweiß benötigt man eigentlich, um keinen Mangel zu entwickeln? Als Faustregel gilt: Erwachsene benötigen am Tag ca. 25-30 kcal bzw. 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht. Eine schwere Krankheit, hohes Alter oder gesteigerte körperliche Aktivität können den durchschnittlichen Kalorien- und Eiweißbedarf jedoch deutlich nach oben verschieben. Kann dieser Bedarf nicht oder nicht komplett durch die Nahrung gedeckt werden, stehen Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke zur Verfügung. Diese so genannten „bilanzierte Diäten“ dienen dem Diätmanagement bei drohender oder bestehender Mangelernährung. Es handelt sich dabei um Trinknahrungen, Crèmes zum Löffeln oder Pulverprodukte zum Anrühren, die sowohl mit Ballaststoffen als auch ohne angeboten werden. Sie sind in Apotheken erhältlich und können individuell für den jeweiligen Energiebedarf zusammengestellt werden. Ihre hohe Energiedichte trägt dazu bei, den Kalorienbedarf des Tages einfacher zu decken. Die Versorgung mit Eiweiß, wichtigen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen ist auf diese Weise ebenso gesichert. Bei der Auswahl sollte man auch auf die persönlichen Geschmacksvorlieben Bedacht nehmen und für Abwechslung sorgen – dafür stehen viele beliebte Geschmacksrichtungen zur Auswahl, wie z.B. Vanille, Banane, Erdbeere, Waldbeere, Kirsche, Karamell, Cappuccino oder Schokolade.
Möglichkeiten, um Mangelernährungvorzubeugen oder zu beheben:
Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke, so genannte „bilanzierte Diäten“, dienen dem Diätmanagement bei drohender oder bestehender Mangelernährung. Es handelt sich dabei um Trinknahrungen, Crèmes zum Löffeln oder Pulverprodukte zum Anrühren, die in Apotheken in vielen Geschmacksrichtungen erhältlich sind.
Bester Klang und mehr Energie im Alltag dank fortschrittlicher Technik: Welche Vorteile eine Akku-Hörlösung bietet und warum Hörgeräte noch nie leichter zu bedienen waren.
Moderne Hörgeräte sind ein ständiger Begleiter im täglichen Leben. Ob bei der Arbeit, in der Freizeit, beim Sport, beim Handwerken oder auch im Urlaub – Hörgeräte von heute sollen nicht nur für besseres Hören sorgen, sondern auch einfache Handhabung und mühelose Integration in den Alltag garantieren. Vor allem Akku-Hörgeräte bieten jede Menge Flexibilität, indem sie unkompliziert aufgeladen und einfach mit Smartphone oder TV verbunden werden können.
Schnelle Ladezeit
Einer der großen Vorteile einer Akku-Hörlösung: Dank integriertem Akku fällt der Batteriewechsel weg. Stattdessen werden Akku-Hörgeräte einfach in der portablen Ladestation aufgeladen – egal ob zu Hause, im Büro oder im Urlaub. Eine Ladezeit von nur wenigen Stunden sorgt für 24 Stunden durchgehende Laufzeit. Zusätzlich gibt es eine 30-minütige Schnelllade-Funktion, die mehrere Stunden vollen Einsatz ermöglicht.
Maximale Flexibilität
Die 24-Stunden-Akkulaufzeit sorgt außerdem für mehr Energie im Alltag, da Akku-Hörgeräte einer Hörermüdung optimal entgegenwirken und das Energielevel beim Hörgeräteträger hoch bleibt. Zudem stellen sich moderne Hörgeräte vollautomatisch auf die jeweilige Hörumgebung ein. Das bedeutet einwandfreie Sprachverständlichkeit und ein natürliches Hörerlebnis.
Noch mehr Flexibilität bietet die Möglichkeit zur Bluetooth-Verbindung mit Endgeräten wie Smartphone oder TV. Audiosignale werden dadurch direkt ins Ohr gestreamt. Akku-Geräte sind außerdem dezent und robust. Das macht sie zum optimalen Begleiter – 24 Stunden
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Die Epidemie ist eine europäische Herausforderung, sagt Dubravka Šuica, Vizepräsidentin der EU-Kommission im Exklusiv-Interview. Als erstes Medium in Österreich hat sich Abenteuer Alter dafür interessiert, dass die neue EU-Kommission auch ein Mitglied hat, das zuständig für Belange der älteren Generation ist. Die kroatische Politikerin Dubravka Šuica ist Vizepräsidentin der Brüsseler Kommission und gab uns exklusiv ein Telefon-Interview.
Frau Šuica, mit Ihnen hat die EU-Kommission erstmals ein prominentes Mitglied, das in gewisser Weise auch für Fragen des Alterns zuständig ist. Sind Sie im Gremium so etwas wie Kommissarin für Seniorenangelegenheiten?
Vizepräsidentin Dubravka Šuica: (lacht) Die EU-Kommission nimmt neben vielen anderen Bereichen ein Thema besonders ernst, und das ist der demografische Wandel, die Veränderung in der Zusammensetzung der Bevölkerung. Kommissionspräsidentin Ursula Von der Leyen hat mir zwei Bereiche anvertraut, nämlich Demokratie und Demografie. Beide Begriffe enthalten das griechische Wort demos, nämlich Volk oder Bevölkerung. Mein Aufgabenbereich beschränkt sich allerdings nicht auf das Altern der Gesellschaft in Europa, sondern umfasst alle Lebenszyklen. So bereiten wir eine europäische Strategie für Kinderrechte vor. Aber klar ist: Der demografische Wandel ist eine Herausforderung für die Gesellschaft und auch für die Demokratie.
„Man kann sagen, dass die Vereinsamung der Älteren eine der traurigen Konsequenzen dieser Pandemie ist.“
Wenige Wochen, nachdem die EU-Kommission ihre Arbeit aufnahm, hat die Corona-Pandemie ganz Europa erfasst. Wir haben gesehen, dass ältere Mitbürger stärker und härter betroffen sind als jüngere. Welche Schlüsse zieht die EU-Kommission daraus?
Was wir in den vergangenen Monaten erlebt haben und wohl noch weiter erleben, ist eine noch nie dagewesene Herausforderung. Dafür haben einige Teile der Gesellschaft einen viel höheren Preis zahlen müssen als andere, weil sie gesundheitlich und sozial besonders exponiert sind. Die hohen Infektionsraten in einigen Mitgliedsländern gerade bei älteren MitbürgerInnen sind geradezu schockierend und müssen uns nachdenklich machen. Gleichzeitig haben die Maßnahmen, die ergriffen wurden, um das Infektionsrisiko zu verringern, viele Menschen in die Einsamkeit gedrängt und sie um ihre sozialen Kontakte gebracht. Man kann sagen, dass die Vereinsamung der Älteren eine der traurigen Konsequenzen dieser Pandemie ist.
Der EU-Gipfel im Juli hat ein großes europäisches Paket geschnürt, um die Wirtschaft und die Arbeitsmärkte zu stabilisieren, die hart von der Pandemie getroffen wurden. Was ist der Beitrag der EU-Kommission zur konkreten Bekämpfung der Corona-Krise?
Die EU-Kommission hat schnell reagiert und gehandelt und hatte dabei von vornherein die BürgerInnen im Fokus, die besonders betroffen und verwundbar sind. Dazu zählen wir besonders auch diejenigen, die etwa in Heimen und Spitälern für andere sorgen. Wir haben gemeinsame Ausschreibungen zur Beschaffung von dringend benötigten Schutzausrüstungen initiiert, damit diese Güter alle erreichen. Außerdem wurden Empfehlungen verfasst, wie man die Ausbreitung von COVID-19 in Pflegeeinrichtungen besser überwachen kann und wie Personen in der Langzeitpflege und Menschen in prekären sozialen Verhältnissen unterstützt werden können. Für die unmittelbare Zukunft haben wir einen Vorschlag für ein neues EU-Finanzierungsprogramm, EU4Health, gemacht, mit dem wir künftig die Bevorratung von Gütern, die in Krisensituationen gebraucht werden, organisieren können, und mit dem wir die Mitgliedsländer besser in Krisen unterstützen können. Was meinen Aufgabenbereich betrifft, so haben mich insbesondere die Bilder von Menschen, die Einsamkeit zuhause oder in Heimen erlebten, berührt. Einsamkeit ist dabei kein neues Phänomen, aber wir müssen uns damit befassen, dass gerade älteren Mitbürgern in solchen Krisensituationen Vereinsamung und Isolation droht.
„Die Bevölkerungszahl in der Union wird nach dem Jahr 2030 zu sinken beginnen.“
Viele SeniorInnen haben ganz allgemein das Gefühl, in der Öffentlichkeit habe nur die Jugend einen Wert. Die ältere Generation bekomme nicht den Stellenwert und die Anerkennung, die ihr zustehe. Manche meinen auch, es gebe zu wenig Dankbarkeit. Wie stehen Sie dazu?
Ich sehe hier keinen Mangel an Dankbarkeit, aber es geht generell um das Prinzip der Solidarität in der Gesellschaft. Ich darf daran erinnern, dass Solidarität eine der Säulen ist, auf denen die Europäische Union errichtet ist. Die Pandemie hat nicht nur uns verändert, sie verändert die ganze Welt! Wir gewinnen in dieser Pandemie fast täglich neue Erkenntnisse. Das heißt, wir müssen ständig neue Entscheidungen treffen und die Konsequenzen für Beschäftigung, Sozialstaat, Wirtschaft und Gesundheitswesen bedenken. Es passt sehr gut, dass die Kommission vor dem Sommer einen Zwischenbericht meines Ressorts über den demografischen Wandel angenommen hat. Denn die Corona-Krise hat uns vor Augen geführt, welche starke Konsequenzen die Alters-
problematik haben kann. Deshalb arbeiten wir mit Hochdruck an einem Grünbuch, einer umfassenden Diskussionsgrundlage zu diesem wichtigen Thema, das Richtschnur für die Politik der Kommission wird. Ich bin überzeugt, dass jeder Bürger in jeder Altersgruppe das Recht auf ein Leben in Würde hat und dass die Lebenserfahrung jeder Generation eine wertvolle Ressource für die ganze Gesellschaft ist und Anerkennung verdient. So kann jeder auf seine Weise einen Beitrag für die Allgemeinheit leisten. Und vergessen wir nicht: Die Jungen von heute sind morgen in der Mitte des Lebens und danach selber die ältere Generation.
Was sagen Sie älteren EuropäerInnen, die sich nicht genug anerkannt fühlen und meinen, die Gesellschaft kümmere sich nicht in dem Ausmaß um sie, das sie verdienen?
Die wechselseitige Anerkennung in der Gesellschaft ist keine Einbahnstraße in der Form, dass nur die Jüngeren das anerkennen sollen, was die Älteren geleistet haben. Natürlich gibt es das Gefühl in der älteren Generation, dass sie zu wenig Beachtung findet und da geht es wohl auch um Dankbarkeit. Wir müssen aber auch sehen, wie außerordentlich hoch das Niveau der sozialstaatlichen Einrichtungen in Europa im Vergleich zu anderen Weltteilen ist. Und wir müssen uns den Fakten stellen: Die Bevölkerungszahl in der Union wird nach dem Jahr 2030 zu sinken beginnen, und zwar besonders bei den Berufstätigen und eben denen, die für die Einkommen der Pensionsempfänger aufkommen. Es ist eine große Herausforderung für alle, sicherzustellen, dass die Älteren adäquate Bedingungen vorfinden und dass gleichzeitig die Aktiven Perspektiven für ihr eigenes Leben haben. Der Begriff Dankbarkeit ist für mich in diesem Zusammenhang etwas zu hoch gegriffen. Die Herausforderung für mich lautet, dass wir ein Gerüst der Fairness, Solidarität und sozialen Verantwortung über die Generationen hinweg errichten müssen.
Gibt es Orte in Österreich, die Sie besonders schätzen? Können Sie vielleicht Plätze nennen, wo sich ältere europäische Bürger besonders wohlfühlen können?
(lacht) Es gibt viele Menschen in Europa, die in Österreich geradezu verliebt sind. Ich hatte Gelegenheit zu sehen, welche exzellenten Vorzüge dieses Land für Menschen aller Generationen bietet, sowohl in wirtschaftlicher als auch in sozialer Hinsicht.
Die neue Verordnung gilt ab Sonntag und bringt mehr Abstandsvorgaben und strengere NMS-Pflicht mit sich.
Der Mund-Nasen-Schutz muss künftig eng anliegen. Gesichtsschilde und Kinnvisiere sind nach einer zweiwöchigen Übergangsfrist mit 7. November 2020 verboten. Beim Betreten öffentlicher Orte in geschlossenen Räumen – etwa eine unterirdische Passage – ist wie bei Indoor- und Outdoor-Veranstaltungen ein Mund-Nasen-Schutz vorgeschrieben. Er ist auch in U-Bahn-Stationen, auf Bahnsteigen, Haltestellen, Bahnhöfen und Flughäfen verpflichtend. Wer aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen kann, muss das durch eine ärztliche Bestätigung nachweisen.
Der Abstand von einem Meter im öffentlichen Raum wird wieder als rechtsverbindlich verankert. Ausnahmen: Personen, die in einem Haushalt leben, Gruppen bis höchstens sechs Personen plus maximal sechs Kinder bis 18 Jahre, Menschen mit Behinderungen und deren Begleitpersonen. Im Flugzeug sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln kann der Mindestabstand in Ausnahmefällen unterschritten werden. Daher ist hier der MNS verpflichtend.
Neu ist, dass nach der Sperrstunde alkoholische Getränke im Umkreis von 50 Metern um einen Gastronomiebetrieb nicht konsumiert werden dürfen. Das gilt auch für Tankstellenshops mit Gastronomielizenz sowie für Imbissstände.
Beim Betreten von Alten-, Pflege- und Behindertenwohnheimen besteht ab Sonntag auch für Bewohner in nicht zum Wohnbereich gehörenden Bereichen eine NMS-Verpflichtung. Ausgenommen sind jene, denen das aus gesundheitlichen Gründen nicht zugemutet werden kann. Bei allen Schutzmaßnahmen sollen Härtefälle vermieden werden.
Was Proben und Aufführungen von Chören und Musikkapellen betrifft, dürfen im Amateurbereich künftig nur noch sechs Personen indoor und zwölf Personen outdoor teilnehmen. Bei Begräbnissen wird die Teilnehmerzahl mit 100 limitiert.
Ab heute sind 21 Bezirke beziehungsweise Regionen in sieben Bundesländern neu auf Rot gestellt. Einzig Kärnten hat noch keinen roten Bezirk.